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Mustervorrichtung für vielsystemige Rundstrickmaschinen Die Erfindung
betrifft eine Mustervorrichtung für vielsystemige Rundstrickmaschinen, bei der übereinander
angeordnete, rotierende Musterscheiben nacheinander mit den Musterfüßen von Musterschiebern
zusammenarbeiten, die in den Zylindernuten gelagert und durch einen vertikal verstellbaren,
trichterförmigen Schloßkanal auf die Höhe der jeweiligen Musterscheibe in vertikaler
Richtung einstellbar sind.
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Bei einer bekannten Mustervorrichtung ähnlicher Art (britische Patentschrift
366 325) ist jeder Musterschieber mit einem Musterfuß und mit einer Anzahl Rastkerben
versehen, welche der Anzahl der Musterscheiben entspricht. Die Musterfüße durchlaufen
einen vertikal verstellbaren Schloßkanal an einer Stelle des Zylinderumfanges, welcher
die Musterfüße verschiebt und auf die Wählscheiben einstellt. Zur Sicherung der
eingestellten Lage der Musterschieber dient eine Kranzfeder in einer Ringnut des
Maschinenzylinders, welche in die Rastkerben der Musterschieber eingreift. Diese
Sicherung der Musterschieber würde bei vielsystemigen Maschinen vollkommen versagen,
weil die hinter jedem Musterschieber angeordneten Nadelstößer, die mustergemäß vor
ihrem Austriebteil durch die Musterscheiben in eine versenkte Stellung gedrängt
werden, zeitweilig hinter ihre Musterschieber abweichen. Solange die Füße dieser
Nadelstößer hinter ihrem Austriebteil entlang gleiten, verliert die Rastensicherung
der Musterschieber ihren Gegendruck, so daß bei mehrmaliger Wiederholung dieses
Vorganges die Musterschieber sich selbsttätig verschieben würden. Andererseits werden
alle nicht verdrängten Nadelstößer in Längsrichtung für den Strickvorgang der Nadeln
verschoben, wobei z. B. nur leicht gesicherte Musterschieber ebenfalls durch die
Nadelstößer mitgeschleift und aus ihrer Sicherungsstellung verschoben werden. Für
eine Maschine, die nur eine mehrfarbige Musterreihe pro Umfang bildet, genügt die
vorgesehene Einstellmöglichkeit der Musterfüße von einer Musterscheibe zur anderen
und die Sicherung der Musterschieber, weil nach jeder Musterreihe die Lage der Musterfüße
wieder ausgerichtet oder mustergemäß verändert wird.
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Eine Verwendung dieser bekannten Mustervorrichtung an vielsystemigen
Maschinen ist nicht möglich, weil dann mit je einer Schaltstellung der Musterfüße
eine größere Zahl aufeinanderfolgende Musterreihen pro Umdrehung der Maschine gestrickt
werden.
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Bei einem rückläufigen Versatz der Musterfüße auf die nächste Musterscheibe
erscheinen dieselben Musterreihen umgekehrt gestaffelt, wobei die Anschlußreihen
am verkehrten Ende liegen. Dagegen bildet eine Maschine, die nur eine Musterreihe
pro Umdrehung herstellt, bei einem rückläufigen Versatz der Musterfüße das Spiegelbild
des Musters, das in den Musterscheiben gespeichert ist. Somit ist diese bekannte
Mustervorrichtung vorwiegend für Maschinen bestimmt, die jeweils eine Musterreihe
pro Umdrehung der Maschine bilden; - weil ihre einfache Schalteinrichtung zur Verschiebung
der Musterfüße ihren Zweck auch nur an solchen Maschinen erfüllen kann. Bei Weiterschalten
um jeweils nur eine Musterscheibe ist bei Erzeugung mehrerer Musterreihen pro Umdrehung
der Maschine somit kein Rückwärtsschalten und somit auch keine Wiederholung des
Musters möglich, da keine Einrichtung vorgesehen ist, um direkt von der letzten
Musterscheibe auf die erste Musterscheibe zu schalten.
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Eine andere Art Mustervorrichtungen mit rotierenden Musterträgern
(deutsche Patentschrift 535174) ist mit übereinander angeordneten Wählscheiben versehen,
die in horizontaler Richtung einzeln verschoben werden können, um die Wählplatinen
der Maschine mustergemäß für die Nadelauswählung auszusondern.
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Für die Verschiebung der Wählscheiben ist an jeder Wählvorrichtung
ein besonderer Schaltapparat erforderlich, der mustergemäß bestückt sowie geschaltet
werden muß, ohne eine Erhöhung oder Verbesserung der Musterungsmöglichkeit zu erlangen.
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Außerdem sind noch Mustervorrichtungen mit rotierenden Musterträgern
bekannt, die mehrere Musterscheiben übereinander aufweisen (deutsche Patentschriften
568 802 und 595149). Für jeden in axialer Richtung geteilten Musterträger ist ebenfalls
ein Schaltapparat erforderlich, der die Abschnitte der Musterträger verschiebt und
hierzu viel Platz beanspracht.
Dies ist für vielsystemige Maschinen
zu kompliziert und zu teuer.
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Eine in letzter Zeit bekanntgewordene Mustervorrichtung (britische
Patentschrift 734 406) mit rotierenden Musterträgern und einer Mehrzahl übereinanderliegender
Musterscheiben dient ebenfalls zur Auswählung nicht ansteigender Musterungen. Für
Buntmusterungen sind Musterberechnung und Musteranordnung in den Musterscheiben
ebenfalls zu kompliziert, so daß diese Mustervorrichtung für vielsystemige Maschinen
nicht geeignet ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Mustervorrichtung und
die Nadelauswähhnittel des Nadelzylinders für eine Verwendung an vielsystemigen
Rundstrickmaschinen mit umlaufendem Nadelzylinder und die Musterauswählung mit rotierenden
Musterscheiben betriebssicher zu gestalten, so daß die Herstellung großer und vielseitiger
Muster sowie unsymmetrischer Muster mit großen Musterrapporten und neuen Musterungsarten
mit einfachen und billigen Mitteln möglich ist.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jeder Musterschieber
außer dem an seinem oberen Ende befindlichen Musterfuß an seinem unteren Ende einen
Steuerfuß aufweist, der wahlweise als Hoch- oder Tieffuß ausgebildet ist und auf
den zur Einstellung des Musterschiebers auf die gewünschte Musterscheibe zwei hintereinander
angeordnete, einzeln vertikal verstellbare SchloßkanäIe einwirken, von denen der
eine die Hoch- und Tieffüße, der andere nur die Hochfüße erfaßt und verschiebt,
und daß sich die Musterschieber nach jeder Vertikalbewegung zu ihrer Fixierung in
Höhe einer Musterscheibe mit an ihrer Innenseite befindlichen Rasten in Rastkerben
an der Außenseite von Wahlplatinen einlegen, die durch die Einwirkung der Wählscheiben
auf die Musterfüße der Musterschieber um einen Schwenkpunkt unter Mitnahme der Nadelstößer
verschwenkbar sind.
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Durch diese Maßnahmen wird zur Herstellung eines großen, sich in der
Höhe wiederholenden Musters die Mustervorrichtung nach der Erfindung so eingestellt,
daß beim Schalten der Musterschieber nach unten jede ungeradzahlige Musterscheibe
die Musterfortsetzung bildet, während von der Wendestelle an beim Schalten der Musterschieber
nach oben die Musterfüße auf die dazwischenliegenden Musterscheiben mit geraden
Zahlen eingestellt werden. Somit fallen alle Schaltvorrichtungen und Schaltvorgänge
weg, die bisher zum Teil an jedem Musterträger an Großrundstrickmaschinen nötig
waren.
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Außerdem wird eine wesentliche Vereinfachung der Mustervorrichtung
erlangt und ihr Platzbedarf so verkleinert, daß auf dem Maschinenumfang die Anzahl
der Mustervorrichtungen und zugleich auch die Zahl der Systeme erhöht werden kann.
Eine höhere Anzahl von Musterwählstellen ergibt auch eine Erhöhung des Musterfeldes
und der Warenproduktion bei jeder Zylinderumdrehung, ohne daß die Anzahl der Musterscheiben
in den Musterträgem zu vergrößern ist.
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Mit der neuen Vorrichtung zur Musterübertragung können verschiedene
Muster nebeneinander in der Ware gebildet werden mit einer Mindest-Rapportbreite,
die dem.Wählscheibenumfang entspricht. Die Reihenfolge der verschiedenen Muster
kann wahlweise beliebig verändert werden, wodurch die Musterungsmöglichkeiten vielseitiger
gestaltet werden. Die Erfindung ist in der Beschreibung und in den Zeichnungen an
Hand eines Ausführungsbeispieles erläutert. Es zeigt F i g. 1 einen Teil des Maschinenzylinders
im Schnitt und die Anordnung einer Wählplatine mit einem Musterschieber sowie einen
von der Wählplatine in Arbeitsstellung gesteuerten Nadelstößer in Verbindung mit
einer klammerartigen Spannfeder, F i g. 2 dieselben Arbeitselemente in ihre Grundstellung
(Ruhestellung) verschwenkt, ferner einen Musterträger und einen Teil der Vorrichtung
zur Verstellung der Musterschieber, F i g. 3 die Seitenansicht einer Wählplatine,
F i g. 3 a das Mittelteil einer Wählplatine in Draufsicht mit einem daran befestigten
Winkelstück, das zur Haltung und Führung des Musterschiebers auf der Wählplatine
dient, F i g. 4 einen Musterschieber, von der Seite gesehen, F i g. 5 den mittleren
Teil eines Führungssteges im Platinenzylinder mit einer Aussparung für, den Einsatz
des Winkelstückes an der Wählplatine, F i g. 6 die Nadel- und Nadelstößeranordnung
im Nadelzylinder und Nadelteller der Maschine, letztere im Schnitt dargestellt,
F i g. 7 die Anordnung eines Musterträgers und die der vertikal beweglichen Schloßkanäle
von der Seite gesehen in schematischer Darstellung, F i g. 8 die Anordnung und Ausbildung
der Schloßkanäle zur Verstellung der Musterschieber in Vorderansicht, F i g. 9 eine
schematische Anordnung der Musterträger und der verstellbaren Schloßkanäle nach
F i g. 7 und 8, von oben gesehen, F i g.10 eine Teildarstellung von einer in der
Mitte geteilten Musterscheibe im Musterträger.
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Nach der dargestellten Ausführung der Mustervorrichtung sind die Wählplatinen
1 mit einem daran befestigten Winkelstück 2 versehen, das einen auf der Wählplatine
1 verstellbaren Musterschieber 3 in den Nuten des Platinenzylinders 4 festhält.
Das an jeder Wählplatine befestigte Winkelstück 2 überdeckt eine Aussparung des
Führungssteges 5, in der jeder Führungssteg 5 einen kugelförmigen Ansatz 6 (F i
g. 5) aufweist, der in eine formschlüssige Auskehlung in dem Winkelstück 2 eingreift.
Damit wird zugleich der Schwenkpunkt für die Wählplatine 1 gebildet, wobei das Winkelstück
2 außerdem eine Verschiebung der Wählplatine 1 in vertikaler Richtung verhindert.
Jeder Musterschieber 3 hat einen Musterfuß 7 und einen Steuerfuß 8 (F i g. 4), die
durch einen federnden Schaft miteinander verbunden sind. Die innere Seite des Musterschiebers
3 ist am oberen Ende mit einigen Rasten versehen, die in einer Mehrzahl von Rastkerben
auf der Wählplatine 1 so einrasten, daß nach jeder Verstellung der Musterschieber
3 sein Musterfuß 7 jeweils auf eine Musterscheibe eingestellt fixiert bleiben. Der
am unteren Ende des Musterschiebers 3 angeordnete Steuerfuß 8 mit zweierlei Fußhöhen
kann an einer Stelle des Maschinenumfanges zwischen dem ersten und letzten Stricksystem
der Maschine durch zwei steuerbare Schloßkanäle am Ende jeder Maschinenumdrehung
in eine andere Horizontalebene verschoben und eingestellt werden. Dieser Vorgang
wird später näher beschrieben.
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Das obere und untere Ende der Wählplatinen 1 ist mit Füßen
9 und 10 versehen, die in bekannter Weise zum Löschen der Musterwahl an bestimmten
Stellen
des Maschinenumfanges angeordnet werden. Die oberen gabelförmigen
Enden 1 a und 1 b der Wählplatinen erfassen in ihren Führungsnuten das untere Ende
der Nadelstößer 11 und verschwenken damit die Nadelstößer in ihre Arbeits- und Ruhestellung
(F i g.1 und 2).
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Am Rücken der Nadelstößer 11 ist eine klammerartige Spannfeder 12
angeordnet, die auf einer Seite in eine der beiden Rastnuten am oberen Ende der
Nadelstößer 11 einrastet, auf der anderen Seite in der Mitte der Nadelstößer
11 durch gegenseitige Ansätze an beiden Teilen gespannt und vom Nadelstößer
festgehalten wird. Die Spannfeder 12 sichert dadurch den Nadelstößer einerseits
in seiner Arbeitsstellung (F i g. 1) gegen radiale Verschwenkung während seiner
Arbeitsstellung, die auch in aufeinanderfolgenden Stricksystemen wiederholt werden
kann. Andererseits wird der Nadelstößer 11 in seiner Ruhestellung gesichert (F i
g. 2, 6 und 9), in welcher das vordere Ende des Stößerfußes in Rundlaufstellung
den Schloßkanal durchläuft. Das obere Ende der Spannfeder 12 ist in dargestellter
Weise durch volle Schloßteile und durch das Schaftende der Nadel 14 in den Nuten
des Nadelzylinders 13 so gesichert, daß sich eine Verschwenkung der Nadelstößer
nur auf die Federspannung auswirken kann. Das untere Ende der Spannfeder bildet
mit seinem hakenförmigen Ansatz den Schwenkpunkt des Nadelstößers, der auf seiner
Vorderseite durch Rundlaufteile 15 im Zylinderschloß ebenfalls in den Nuten des
Nadelzylinders 13 gesichert wird. Bei einer Verschwenkung der Nadelstößer 11 in
ihre Ruhestellung (F i g. 2) halten die Rundlaufteile 15 die Nadelstößer 11 an ihrem
Schwenkpunkt zurück, so daß mittels der Wählplatinen 1 die Verschwenkung
der Nadelstößer 11 in beiden Stellungen erfolgen kann. Die in Arbeitsstellung
gebrachten Nadelstößer können auch durch eine Einwirkung keilförmiger Schloßteile
auf die Stößerfüße in ihre Ruhestellung verdrängt werden, wozu im Rundlaufkanal
der Stößerfüße solche Schloßteile am Ende jedes Stricksystems ein- und ausschaltbar
angeordnet werden.
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Mit der beschriebenen Stößersicherung wird eine störungsfreie Funktion
der Mustervorrichtung auch bei schnellem Gang der Maschine erlangt. Außerdem kann
eine gewählte Stößereinstellung in mehreren Systemen beibehalten werden, wodurch
z. B. Fang-oder Noppenmusterungen mit einer geringeren Anzahl Musterträger herstellbar
sind.
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Der Musterträger des dargestellten Ausführungsbeispieles ist mit einem
Ritzel16 versehen, das auf einer Achse 18 rotiert und durch die Ansätze 17 an den
Führungsstegen 5 des Platinenzylinders 4 oder durch einen Zahnkranz an geeigneter
Stelle der Maschine angetrieben wird.
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Über dem Ritzel 16 ist eine Planscheibe 19 mit einer längeren
Nabe 20 angeordnet, die zur Aufnahme und Zentrierung der Musterscheiben 21 bis 32
und der beigelegten Distanzscheiben 33 dient. Die Planscheibe 19 und das Ritzel
16 sind gegenseitig so verbunden, daß die teilungsmäßigen Ausstanzungen der Musterscheiben
auf die Musterfüße der im Platinenzylinder angeordneten Musterschieber 3 stets einstellbar
sind. Die Oberseite der Planscheibe 19 weist zwei Stehbolzen 34 auf (F i g. 9),
welche die Musterscheiben und die Distanzscheiben mitnehmen und gegen Verdrehung
sichern, wozu diese Scheiben passende Durchbohrungen aufweisen. Zum Auswechseln
werden. die Musterscheiben ohne Änderung der Musterträgeranordnung in zwei Hälften
in der Mitte der Durchbohrungen für die Stehbolzen und die Ritzelnabe geteilt (F
i g. 9 und 10). Jede Hälfte kann dadurch zwischen den Distanzscheiben herausgezogen
und auch wieder eingesetzt werden, wobei die Stehbolzen 34 und die Nabe 20 als Anschlag
dienen. Für eine Befestigung der Musterscheiben sind zwei weitere Durchbohrungen
in denselben sowie in den Distanzscheiben 33 und der Planscheibe 19 um 90° versetzt
angebracht, durch welche ein Steckstift 35 eingeführt werden kann, der die geteilten
Musterscheiben an ihren Anschlägen festhält. Bei der dargestellten Anordnung der
Musterträger werden die Steckstifte von unten nach oben eingeführt, so daß auch
das Ritzel für diesen Zweck Durchbohrungen erhält, deren Durchmesser größer ist,
um eine Einstellung der Planscheibe auf dem Ritzel zu ermöglichen. Die Steckstifte
35 können durch eine Schraube in der Stirnseite der Planscheibe gegen ein Herausfallen
gesichert werden.
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Das Auswechseln der Musterscheiben erfordert nur eine zugängliche
Einstellung der Musterträger, damit jeweils eine Hälfte aller Musterscheiben entfernt
und neu besetzt werden kann.
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Die Musterscheiben werden am äußeren Ende mustergemäß ausgestanzt
oder ausgeschnitten, so daß diese (im Prinzip wie Musterpreßräder des Rundwirkstuhles)
durch Verdrängen der Wählplatinen mittels der eingestellten Musterfüße das Muster
auswählen.
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Die Vorrichtung für das Verstellen der Musterschieber 3 bzw. ihrer
Steuerfüße 8 besteht aus einer Grundplatte 36 mit eingepreßten Rundstäben 37 (F
i g. 7 bis 9), die zur Führung des Schloßkanalhalters 38 und 39 dienen. An jedem
Schloßkanalhalter ist ein Abschnitt eines Zahnstabes 40 befestigt, in den je ein
Zahnrad 41 (F i g. 9) eingreift; damit kann eine Verstellung der Zahnstäbe 40 in
bekannter Weise erfolgen. Jeder Schloßkanalhalter besitzt zwei Schloßteile, die
zusammen einen trichterförmigen Kanal (F x g. 8) bilden, durch den die Steuerfüße
8 der Musterschieber 3 geführt und verstellt werden.
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Für den Schloßkanal 38 sind starke Schlößteile angeordnet, die beide
Fußhöhen der Steuerfüße 8 erfassen, während sich am Schloßkanalhalter 39 abgesetzte
Schloßteile befinden, die nur die Hochfüße erfassen und verschieben können. Wie
vorausgehend bereits beschrieben, wird die Verstellung der Musterschieber 3 an einer
Stelle der Maschine zwischen zwei Musterträgern vorgenommen. Dazu kann ein bekannter
und deshalb nicht beschriebener Schaltapparat Verwendung finden, der die angeführten
Zahnräder 41 in beiden Drehrichtungen verschiebt und nach jeder Verschiebung die
eingestellte Lage der Schloßkanäle 38 und 39 sichert.
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Die nachfolgende Beschreibung der Arbeitsweise für die Verstellung
der Musterschieber ist somit auf die eingestellte Lage der wechselnden Fußhöhe oder
der Schloßkanäle beschränkt.
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Die Schaltung der Schaltapparate für die Verstellung der Musterschieber
wird an Maschinen mit rotierendem Nadelzylinder durch bekannte umlaufende Schaltkurven
an einer Stelle des Zylindertreibringes bewerkstelligt, wobei die Schaltkurven zugleich
die Musterwechselstelle der Maschine annähernd bestimmen. Für die genaue Bestimmung
derselben dienen die zweierlei Fußhöhen der Steuerfüße 8 an den
Musterschiebern,
die z. B. so eingesetzt werden, daß, an der Wechselstelle beginnend, der halbe Zylinderumfang
Musterschieber mit niederen Steuerfüßen 8 und die andere Hälfte Musterschieber mit
hohen Steuerfüßen 8 aufweist. Jeweils vor Beendigung einer Zylinderumdrehung wird
im Bereich der hohen Steuerfüße zuerst der Schloßkanal38 zur Steuerung der hohen
und niederen Steuerfüße verschoben. Die hohen Steuerfüße werden im Schloßkanal 39
infolge seiner trichterförmigen Gestaltung wieder in die vorhergehende Stellung
zurückgeleitet, während die nach der Wechselstelle folgenden niederen Steuerfüße
in der neu eingestellten Lage des Schloßkanals 38 verbleiben und damit in eine andere
Horizontalebene gelangen. Am Anfang der nächsten Zylinderumdrehung erfolgt im Bereich
der niederen Steuerfüße sofort die Nachstellung des Schloßkanals 39, der nur die
später folgenden hohen Steuerfüße erfassen kann und diese in die gleiche Ebene der
niederen Steuerfüße steuert. Auf diese Weise gelangen die Musterfüße 7 jeweils für
eine volle Zylinderumdrehung in die neu eingestellte Ebene, so daß an allen Musterträgern
nur die in gleicher Ebene angeordneten Musterscheiben auf die Wählplatinen der Maschine
einwirken können. Die Musterfüße werden nach jeder Zylinderumdrehung mustergemäß
in die Ebene einer anderen Musterscheibe versetzt. Auf den Musterträgern werden
die Musterscheiben so angeordnet, daß durch eine Versetzung der Musterfüße nach
dem bereits beschriebenen Beispiel jedes Muster wiederholt werden kann.
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Der Arbeitsvorgang der Mustervorrichtung für die Herstellung einer
fortlaufenden Musterung in der Ware beginnt mit der Einstellung der Wählplatinen
1 und der Nadelstößer 11 in ihre Grundstellung, die F i g. 2 und 7 zeigt. In dieser
Stellung liegt das untere Teil der Wählplatinen parallel zu ihren Führungsstegen,
damit die zwei verschiedenen Höhen der Steuerfüße 8 auf dem Rücken der Wählplatinen
1 ihre eingestellte Höhenlage nicht verändern. Zur Sicherung dieser Lage durchläuft
das untere Ende der Wählplatinen einen ortsfesten Führungskanal 42 im Bereich der
Musterschieberverstellung (F i g. 2 und 7). Die Nadelstößerfüße passieren in ihrer
Ruhestellung das Stößerschloß durchgehend in Rundlaufstellung, in der sie von den
Austriebteilen des Stößerschlosses nicht erfaßt werden. Im Schloßkanal für die Nadelfüße
sind die Austriebteile auf Rundlauf eingestellt, so daß nur die von den Wählplatinen
mustergemäß in Arbeitsstellung verschwenkten Nadelstößer (F i g. 1) ihre Nadeln
anheben können. Die Musterfüße 7 der Musterschieber 3 werden durch die beschriebene
Vorrichtung in die Horizontalebene einer Musterscheibe eingestellt, die den Musteranfang
bildet. Jeder Musterträger verdrängt durch die einwirkenden Musterscheiben jeweils
nur die Musterfüßchen, die auf Musteransätze an den Musterscheiben auftreffen. Die
Musterfüße 7 verschieben ihre Wählplatinen und die damit betroffenen Nadelstößer
in ihre Arbeitsstellung (F i g. 1).
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Alle ausgewählten Nadelstößer werden im Stößerschloß von den Austriebteilen
erfaßt und verschieben ihre Nadeln für den bestimmten Arbeitsvorgang. Die nicht
gewählten Nadelstößer verbleiben in Rundlauf-Stellung, in die auch die arbeitenden
Nadelstößer wieder zurückgeführt werden. Vor jeder nachfolgenden Neueinwirkung der
Musterscheiben werden alle Nadelstößerfüße in ihre Rundlaufstellung verdrängt, wodurch
auch die Wählplatinen wieder in die Auswählstellung zurückverschwenkt werden.
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Alle Musterträger am Maschinenumfang können während einer Zylinderumdrehung
nur auf die eingestellte Füßchenreihe einwirken, wobei jeder Musterträger je nach
Musterungsart eine Musterreihe oder einen Teil derselben auswählt und nur die in
gleicher Ebene angebrachten Musterscheiben in Tätigkeit kommen. Für jede folgende
Zylinderumdrehung werden die Musterfüße in eine andere Ebene versetzt, in der sich
die Musterscheiben für die Fortsetzung der Musterbildung befinden. Die Anordnung
der Musterscheiben in den Musterträgern für eine fortlaufende Wiederholung eines
Musters, das mehrere Musterscheiben erfordert, kann je nach Musterhöhe verschiedene
Reihenfolgen aufweisen. So können für ein Muster alle 12 dargestellten Musterscheiben
benötigt werden. Ein Muster, das sechs oder weniger Musterscheiben erfordert, kann
so angeordnet und ausgewählt werden, daß zwei verschiedene Muster im Musterträger
gespeichert sind, die in gewünschter Reihenfolge übereinander separat auswählbar
sind. Ein Muster kann in der Reihenfolge 21, 25, 29, 31, 27, 23 wiederholt
werden, während das zweite Muster in der Reihenfolge 22, 26, 30, 32, 28 und 24 ausgewählt
wird, so daß jedes Muster mehrmals wiederholbar ist oder im gegenseitigen Wechsel
in der Ware in Erscheinung gebracht werden kann.
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Die größte Breite eines Musters bzw. Musterrapportes wird durch den
Musterscheibenumfang bestimmt, der jeweils einem Teilbetrag des Zylinderumfanges
entspricht, ohne daß ein Rest verbleibt. Für die Musterhöhe ist die Zahl der angeordneten
Musterscheiben in den Musterträgern bestimmend und die Länge des Wählplatinenbereiches,
in dem die Musterschieber verstellt werden können. Kleinere Musterrapporte lassen
sich durch Unterteilung des Umfanges der Musterscheiben und durch die Begrenzung
der Musterscheibenzahl, die für eine bestimmte Musterhöhe angeordnet oder ausgewählt
werden, in beliebigen Rapportbreiten herstellen.
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Die Vielseitigkeit der Musterungsmöglichkeiten ist damit noch nicht
erschöpft, die mit dem neuen Verfahren nach der Erfindung herstellbar sind. Durch
eine Umstellung der Musterschieberanordnung, in der die hohen und niederen Steuerfüße
z. B. rapportweise abwechselnd nebeneinander eingesetzt werden, können auch zwei
verschiedene Muster in der Ware nebeneinander mit einer vollen Rapportbreite, die
dem Musterscheibenumfang entspricht, gebildet werden. Die zwei getrennt einstellbaren
Schloßkanäle für die Verstellung der Musterschieber werden so eingestellt, daß zwei
Musterscheiben wechselweise auf je eine Reihe Musterfüße einwirken können. Ein Muster
kann in den Musterscheiben der Reihenfolge 21, 25, 29, 31, 27 und 23 angeordnet
sein und das zweite Muster in der Musterscheibenfolge 22, 26, 30,
32,28
und 24. Durch die Musterschieber mit niederem Steuerfuß 8 werden die Musterfüße
auf die Musterscheiben des ersten Musters und durch die hohen Steuerfüße 8 auf gleiche
Weise auf das zweite Muster eingestellt. Als Beispiel kann für einen Zylinderumfang
bei einem Durchmesser von 76,2 cm (30") die Teilungszahl 1440 und für den Musterscheibenumfang
die Zahl 120 gewählt werden, so daß 12 breite Rapporte nebeneinander zu liegen kommen.
Für jede Rapportbreite werden auf den Wählplatinen je 120 Musterschieber wechselweise
mit niederen und
hohen Steuerfüßen so angeordnet, daß an der Wechselstelle
die niederen Steuerfüße den Anfang bilden. Der erste Musterschieber mit niederem
Steuerfuß muß mit dem Rapportanfang in den Musterträgern übereinstimmen, wodurch
jede Umdrehung der Musterträger eine andere Rapportbreite von 120 Musterfüßchen
im Zylinderumfang auswählt. Während der ersten Zylinderumdrehung sind z. B. die
Musterfüße der Rapporte 1, 3, 5, 7 usw. auf die Musterscheibe 21 und die der Rapporte
2, 4, 6, 8,10 und 12 auf die Scheibe 22 eingestellt. Für die zweite Umdrehung werden
die Musterschieber mit niederem Steuerfuß von 21 auf 25 und die Musterschieber mit
hohem Steuerfuß von 22 auf 26 verstellt. So wie die zuvor angeführte Reihenfolge
der Musterscheiben für jedes Muster es verlangt, werden die Musterfüße nach jeder
Zylinderumdrehung verstellt, bis sechs Zylinderumdrehungen erfolgt sind. Die Wiederholung
kann auch in umgekehrter Reihenfolge stattfinden, so daß durch die Musterschieber
mit niederem Steuerfuß die Musterfüße auf die Musterscheiben für das zweite Muster
und durch die Musterschieber mit hohem Steuerfuß entsprechend auf das erste Muster
eingestellt werden. Auf diese Weise können zweierlei Musterrapporte in versetzter
Reihenfolge nebeneinander und auch übereinander in der Ware angeordnet werden. Wird
die Anordnung der Musterschieber nach dem ersten Beispiel nicht verändert, so daß
je ein halber Zylinderumfang niedere und hohe Steuerfüße aufweist, dann bildet dieses
Musterungsverfahren auf jeder Warenhälfte ein anderes Muster. Bei einer Wiederholung
in umgekehrter Reihenfolge werden auf jeder Warenhälfte die beiden Musterrapporte
reihenweise wechselnd auch übereinander gebildet. Je nach Anordnung der Musterschieber
mit hohen und niederen Steuerfüßen kann jedes Muster separat an gewünschter Stelle
des Warenschlauches und im Wechsel mit dem zweiten Muster in Erscheinung gebracht
werden. Das neue Musterungsverfahren ist so vielseitig, daß nicht alle damit erreichbaren
Musterungsmöglichkeiten angeführt werden können.
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Mit der Mustervorrichtung nach der Erfindung können kleine Muster,
die nach jeder Zylinderumdrehung wiederholt werden, auch mit vollen Musterscheiben
in den Musterträgern hergestellt werden. Für diese Musterungsart wird die Vorrichtung
für das Verstellen der Musterschieber von der Maschine abgenommen. An deren Stelle
werden die Musterfüße an den Wählplatinen mit einem Griffel von Hand so eingestellt,
daß z. B. die Füßcheneinstellung eine zickzackförmige Linie darstellt, die im ganzen
Zylinderumfang fortlaufende Rapporte in bekannter Weise bildet. Jeder Musterträger
wählt mit mustergemäß angeordneten vollen Musterscheiben einte andere Musterreihe
oder einen Teil derselben in gleicher Weise aus wie die bekannten Mustervorrichtungen
mit gestapelten Wählnocken und schaltbaren Musterträgern. Eine Veränderung solcher
Muster kann durch einfaches Verstellen der Musterfüße an den Wählplatinen und durch
Versetzen der vollen Musterscheiben in den Musterträgern geschehen. Auf diese Weise
können die Kosten für die Herstellung der sonst erforderlichen Musterscheiben gespart
werden.
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Für eine Ergänzung der Musterungsarten, die außer den verschiedenen
Auswähhnöglichkeiten der Zylindernadeln auch eine entsprechende Auswählung der Rippnadeln
erfordern, sind auch im Nadelteller für die Nadelauswählung Nadelstößer vorgesehen,
die in gleicher Weise wie die Nadelstößer im Nadelzylinder mittels je einer Spannfeder
unter dem Nadelstößer seine eingestellte Lage sichern.
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Der vordere Stößerfuß wird im vorderen Rippschloßkanal, ebenso wie
der Stößerfuß im Nadelzylinder, nur in seiner Arbeitsstellung von abgesetzten Vortriebteilen
erfaßt und verschoben. Die hinter dem Schwenkpunkt des Nadelstößers angebrachten
Füße dienen zur Einstellung der Nadelstößer für die Auswählung der Nadeln für verschiedene
Strickarten. In der Fußreihe a ist jeder zweite Fuß ausgebrochen, wodurch eine Auswählung
der Nadeln für Interlockware einstellbar ist. In Fußreihe b wird jeder dritte Fuß
entfernt, um für 2 : 2-Ware und für das Umhängen jeder dritten Masche die Nadeln
auswählen zu können. Die Fußreihe c bleibt stehen und wird im hinteren Schloßkanal
durch Austriebteile verschoben, sofern sich die Füße in Arbeitsstellung befinden.
Die Einstellung der Stößerfüße geschieht durch verstellbare Wählnocken, die jeweils
auf eine Stößerfußreihe einwirken und die durch bekannte Schaltapparate mustergemäß
verstellt werden. Die Anordnung dieser Schaltapparate auf der Rippschloßplatte liegt
in derselben Radiallinie wie der Schaltapparat für die Verstellung der Musterschieber
im Nadelzylinder.