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Schaltungsanordnung zum Entzerren von aus Stromschritten annähernd
gleicher Länge bestehenden Kodesignalen, insbesondere von Fernschreibzeichen Die
Erfindung bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung zum Entzerren von aus Stromschritten
annähernd gleicher Länge bestehenden Kodesignalen, insbesondere von Fernschreibzeichen,
mittels, einer die Stromschritte abtastenden Abtasteinrichtung in Synchron-Fernmelde-,
insbesondere Ternschreibübertragungsanlagen.
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Bei den bekannten Fernschreibentzerrem liegen die von einer bistabilen
Eingangsschaltung abgegebenen Polaritäten der einzelnen verzerrt ankommenden Telegrafierschritte
während deren Dauer an einer Abtasttorschaltung. Diese wird zu vorbestimmten, vorzugsweise
in der Sollmitte der Telegrafierschritte liegenden Zeitpunkten abgetastet und steuert
eine gleichfalls bistabile Ausgangsschaltung in die der jeweiligen Polarität der
einzelnen ankommenden Telegrafierschritte entsprechenden Lage, so daß diese um die
Dauer eines halben Telegrafierschrittes gegenüber diesen Sollmitten der ankommenden
Telegrafierschritte verzögert die jeweilige Polarität des betreffenden Telegraflerschrittes
weitergibt.
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Die zum Steuern der Abtasttorschaltung dienenden, vorzugsweise zu
den Sollmitten der Telegrafierschritte auftretenden Abtastimpulse werden bei den
bekannten Entzerrern mit Hilfe von Zählketten und ähnlichen Impulsuntersetzungseinrichtungen
von den Impulsen eines Taktpulsgenerators abgeleitet, die mit dem Auftreten eines
bestimmten Telegrafierschrittes, vorzugsweise des Anlaufschrittes, verfügbar sind.
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Da die asynchron übertragenen Fernschreibzeichen nur eine geringe
Anzahl von Telegrafierschritten aufweisen und von Synchronisierschritten, nämlich
je
einem Anlaufschritt und einem Sperrschritt, begleitet sind, treten die
Abtastimpulse jeweils in den vorbestimmten Zeitpunkten, vorzugsweise in den Sollmitten
der Telegrafierschritte, auf und werden für jedes neue Fernschreibzeichen neu auf
diesen Zeitpunkt ausgerichtet.
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Bei Synchronübertragungsanlagen werden bekanntlich keine Synchronisierschritte
übertragen. Infolgedessen ist es mit den bekannten Anordnungen nicht möglich, über
längere Zeit die genaue Lage der Abtastzeitpunkte bezüglich der Lage der Telegraflerschritte
aufrechtzuerhalten; denn es ist nicht möglich, mit den bekannten Anordnungen eine
durch nichtausreichenden Gleichlauf der Einrichtungen an den beteiligten Endstellen
bedingte Änderung der Lage der Abtastzeitpunkte durchzuführen, so daß die bekannten
Entzerrer für Synchronübertragungsanlagen nicht geeignet sind.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Schaltungsanordnung
zum Entzerren solcher Kodesignale zu schaffen, die langsame Schwankungen der Phasenlage
der Sollmitten auszugleichen vermag, so daß es mit deren Hilfe möglich ist, die
einzelnen Stromschritte stets praktisch in ihrer Mitte auf ihre Polarität hin zu
untersuchen. Hierbei soll durchaus in Kauf genommen werden, daß einzelne Stromschritte
um ein Geringes kürzer oder länger sind als normal, da zu erwarten ist, daß sich
die Schwankungen letzten Endes ausgleichen müssen, sofern die ursprünglichen Stromschritte
die normale Länge aufweisen.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Kombination folgender
Maßnahmen: 1. Ein Generator erzeugt eine Taktimpulsfolge, deren Folgefrequenz
groß gegenüber der Folgefrequenz der Kodesignale ist; 2. eine Zählschaltung, der
die Taktimpulse und mit Hilfe eines Differenziergliedes aus den Flanken der Kodesignale
abgeleitete Impulse zugeführt werden, läßt jedesmal nach dem Eintreffen eines solchen
abgeleiteten Impulses eine vorbestimmte Zahl von aufeinanderfolgenden Taktimpulsen
hindurch;
3. ein vom Taktimpulsgenerator gesteuerter Hilfsimpulsgenerator
erzeugt eine Folge von Abtastimpulsen sowie eine Folge von zu diesen Impulsen symmetrischen
Hilfsimpulsen, deren Breite höchstens gleich dem Abstand zwischen zwei abgeleiteten
Impulsen ist; 4. eine Vergleichsschaltung, der die erwähnten, von der Abzählschaltung
abgegebenen Taktimpulse und die Hilfsimpulse zugeführt werden, enthält einen Wertspeicher,
der stufenweise durch die bei einem einen Wert des Hilfsimpulses auftretenden Taktimpulse
in die eine Richtung und durch die bei einem anderen Wert des Hilfsünpulses auftretenden
Taktimpulse in die andere Richtung gesteuert wird, und gibt, wenn im Wertspeicher
ein festgelegter Grenzwert erreicht wird und dieser auf Null gestellt wird, einen
vom Vorzeichen des erreichten Grenzwertes abhängigen Korrigierimpuls ab, der dem
Hilfsimpulsgenerator zugeführt wird und dort bewirkt, daß der Hilfsimpuls und damit
der Abtastimpuls um ein bestimmtes Zeitintervall früher bzw. später auftritt, und
5. eine Torschaltung, der die zu entzerrenden Kodesignale zugeführt werden
und die von den vom Hüfsimpulsgenerator abgegebenen Abtastimpulse gesteuert wird,
überträgt einen der Polarität des jeweiligen Stromschrittes entsprechenden Impuls.
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Kurze, schnelle hin- und hergehende Schwankungen (sogenannte Jitter)
der Auftrittszeitpunkte der Telegrafiehnpulse bleiben bei dieser Schaltungsanordnung
unberücksichtigt. Es wird dadurch erreicht, daß die Schaltungsanordnung zum Ausgleichen
der langsameren Schwankungen ruhiger und sicherer arbeitet.
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Im folgenden wird die Erfindung an Hand der Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 das Blockschaltbild einer Schaltungsanordnung
gemäß der Erfindung, F i g. 2 ein Diagramm zur Erläuterung der Wirkungsweise
der Anordnung nach F i g. 1 und F i g. 3 das ausführliche Schaltbild
eines Ausführungsbeispiels einer Schaltungsanordnung gemäß Fig. 1.
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Fig. 1 zeigt das Blockschaltbild einer Schaltungsanordnung
gemäß der Erfindung. Der gestrichelt umrandete Teil des Blockschaltbildes ist in
F i g. 3
ausführlich dargestellt.
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Der in F i g. 1 dargestellte Entzerrer besteht aus der Abtasttorschaltung
6 und dem gestrichelt eingefaßten Abtastimpulserzeuger 1 bis 4. Wie
bei den bekannten Entzerrem liegt die von der Eingangsleitung kommende, durch eine
nicht dargestellte bistabile Eingangsschaltung abgegebene Polarität der jweiligen
Telegrafierschritte d ständig an dem einen Eingang der Abtasttorschaltung
6, und jeder dem anderen Eingang der Abtasttorschaltung 6 zugeführte
Abtastimpuls g steuert die Weitergabe dieser Polarität an eine gleichfalls
nicht dargestellte bistabile Ausgangsschaltung, die dann jeweils eine entsprechende
Polarität an die Ausgangsleitung liefert. Die Lage der Abtastimpulse g bestimmt
die Länge der weitergegebenen Telegrafierschritte. Die Abtastimpulse g werden
wie bei den bekannten Entzerrern durch eine Abtastinipulserzeugungsschaltung abgegeben,
die die gegenüber den Schrittumschlägen um einen bestimmten Zeitabschnitt, im allgemeinen
um eine halbe Telegrafierschrittlänge, verzögert auftretenden Abtastimpulse erzeugt,
darüber hinaus aber durch die von den Schrittumschlägen der ankommenden Telegraflerschritte
d abgeleiteten Impulse e umsteuerbar ist und eine geringe zeitliche Verschiebung
der Abtastzeitpunkt vornehmen kann.
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Während die bekannten Entzerrer im allgemeinen für asynchron,
d. h. start-stop-mäßig übertragene Fernschreibnachrichten bestimmt
sind und daher die Lage der Abtastimpulse g durch eine feste Beziehung zu
dem Einsatz des Anlaufschritte§ jedes einzelnen Fernschreibzeichens bestimmt sein
kann, ist die Erfindung für synchron übertragene Fernschreibnachrichten bestimmt,
bei denen keine Anlaß- und Sperrschritte vorhanden sind und daher keine, Beziehung
einer größeren Zahl von Abtastimpulsen auf den Einsatz eines bestimmten, ständig
wiederkehrenden Telegrafferschrittes möglich ist.
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Die dargestellte Schaltungsanordnung umfaßt ein Differenzierglied
5, das aus den Flanken der zu entzerrenden und abzutastenden Telegrafierschritte
d
Impulse e ableitet. Aus diesen Impulsen e werden wiederum Ausgangsimpulse
g abgeleitet, die zu den Telegrafierschritten d eine feste Phasenlage
aufweisen. Diese Phasenlage, die z. B. so gewählt sein kann, daß die Impulse
g genau in die Mitte der zugeführten Telegraßerschritte d fallen,
ist von langsamen Schwankungen der Auftrittszeitpunkte der zugeführten Telegrafierschritte
d unabhängig. Die zugeführten Telegrafierschritte d werden in einer
Torschaltung 6 von den Abtastimpulsen g abgetastet und so entzerrt.
In der eigentlichen Schaltungsanordnung zum Erzeugen der Abtastimpulse bezeichnet
1 einen stabilisierten Generator, der zwei ineinander verschachtelte Taktimpulsfolgen
a und c erzeugt, d. h. wobei die Impulse der Impulsreihe c gerade mitten
zwischen zwei Impulse der Impulsreibe a fallen. Diese Taktimpulsfolgen sind in der
ersten und in der sechsten Zeile des Diagramms in F i g. 2 dargestellt. Es
wird vorausgesetzt, daß die Folgefrequenz dieser Taktimpulsfolgen so groß ist, daß
einem zugeführten Telegrafierschritt d mindestens 16 Taktimpulse entsprechen.
Diese Zahl ist jedoch nicht erfindungswesentlich.
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Die Schaltungsanordnung umfaßt weiter emen Hilfsimpulsgenerator 2,
dem die Taktimpulsfolge a zugeführt wird und der rechteckige Hilfsimpulseb erzeugt.
Diese Hilfsimpulse sind in Zeile 5 des Diagramms in F i g. 2 dargestellt.
Wenn die Schaltungsanordnung richtig arbeitet, fallen die Mitten der Hilfsimpulse
mit den Mitten der zugeführten Telegrafierschritte d zusammen. Die zugeführten
Telegrafierschritte d sind in Zeile 7 des Diagraninis in F i
g. 2 dargestellt.
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Der Hilfsimpulsgenerator 2 erzeugt weiter die Abtastimpulse
g, die zeitlich genau in die Mitte der Hilfsimpulse b fallen und die
der Torschaltung 6 zum Abtasten der zugeführten Telegrafierschritte
d zugeführt werden.
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Der Hilfsimpulsgenerator 2 kann aus einer Anzahl von beispielsweise
in Kaskade geschalteten bistabilen Kippstufen bestehen, die aus der zugeführten
Taktimpulsfolge a nacheinander die in den Zeilen 2 bis- 5
des Diagramms
in F i g. 2 dargestellten Rechteckimpulsfolgen a', d', a ...
und b ableiten.
Um eine Regelung, d. h. ein Verändern
der Auftrittszeitpunkte der Abtastimpulse g bei schwankenden Auftrittszeitpunkten
der zugeführten Telegrafierschritte d zu ermöglichen, ist der Hilfsimpulsgenerator
2 so ausgebildet, daß es möglich ist, die Hilfsimpulse b um ein bestimmtes
Zeitintervall früher oder später zu erzeugen. Für dieses Zeitintervall ist in dem
hier beschriebenen Beispiel die Wiederholungsperiode der Taktimpulsfolgen a und
c gewählt worden. Der Hilfsimpulsgenerator 2 ist so ausgebildet, daß der nächste
Hilfsimpuls b um eine Wiederholungsperiode der Taktimpulsfolgen a
und c später erzeugt wird, wenn dem Hilfsimpulsgenerator 2 ein Korrigierimpuls
h zugeführt wird, und daß der nächste Hilfsimpuls b um das gleiche Zeitintervall
früher erzeugt wird, wenn dem Hilfsimpulsgenerator 2 ein Korrigierimpuls i zugeführt
wird. Diese Korrigierimpulse werden durch eine Abzählschaltung 3 und eine
Vergleichsschaltung 4 erzeugt.
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Der Abzählschaltung 3 werden die aus den Flanken der
zugeführten Telegrafiersähritte d abgeleiteten Impulse e sowie die vom Generator
1 erzeugte Taktimpulsfolge c zugeführt. Die Abzählschaltung 3 ist
so aufgebaut, daß sie jeweils nach dem Empfang eines Impulses e eine feste Anzahl
von Impulsen (z. B. neun) der Taktimpulsfolge c zu ihrem Ausgang durchläßt und dann
alle weiteren Taktimpulse sperrt, bis sie den nächsten Impuls e empfängt.
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Die Zahl der jeweils durchgelassenen Taktimpulse muß mindestens gleich
zwei und muß jedenfalls kleiner als die der kürzesten der zugeführten Telegrafierschritte
d entsprechenden Anzahl von Impulsen der Taktimpulsfolge c sein. Die Wahl
der Zahl der jeweils durchgelassenen Impulse, bei der das Regelverhalten der Schaltungsanordnung
am günstigsten ist, wird weiter unten näher erläutert worden.
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Die von der Abzählschaltung 3 weitergegebenen Impulsgruppen
f, die in Zeile 10 des Diagramms in F i g. 2 dargestellt sind, werden
ebenso wie die vom Hilfsimpulsgenerator 2 erzeugten Hilfsimpulse b einer
Vergleichssehaltung 4 zugeführt. Die Vergleichsschaltung 4 wirkt als Wertspeicher,
der bei jedem zugeführten Impuls der von der Abzählschaltung 3
kommenden Impulsgruppen
f einen Schritt entweder in die eine oder die andere von zwei entgegengesetzten
Richtungen macht. Der Einfachheit halber sei im folgenden von einem Schritt nach
oben bzw. einem Schritt nach unten gesprochen.
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Ob ein Schritt nach oben oder ein Schritt nach unten gemacht
wird, hängt von der Tatsache ab, ob das zugeführte Hilfsimpulssignal b in
dem Augenblick, in dem der betreffende abgezählte Impuls empfangen wird, einen hohen
oder einen niedrigen Wert hat. Die Vergleichsschaltung 4 ist weiter derart eingerichtet,
daß sie von einer bestimmten Nullage aus lediglich eine bestimmte Anzahl von beispielsweise
31 Schritten nach oben oder nach unten machen kann und, nachdem sie einen
Grenzwert erreicht hat, beim Empfang eines weiteren, abgezählten Impulses in die
Nullage zurückspringt. Erfolgt das Zurückspringen in die Nullage vom oberen Grenzwert
her, so liefert die Vergleichsschaltung an eine erste Ausgangsleitung einen Korrigierimpuls
h. Erfolgt dagegen das Zurückspringen in die Nullage vom unteren Grenzwert her,
so liefert sie an eine zweite Ausgangsleitung einen Korrigierimpuls i. Es kann erwünscht
sein ' daß keiner der abgezählten Impulsef in einem Zeitpunkt auftritt, in
dem gerade eine Flanke eines Hilfsimpulses b auftritt. Bei dem hier beschriebenen
Ausführungsbeispiel wird ein derartiges Zusammentreffen dadurch vermieden, daß die
Impulse der Impulsreihe e gerade mitten zwischen zwei Impulse der Impulsreihe a
fallen und daß die Flanken der Hilfsimpulse b mit Impulsen der Taktimpulsfolge
a zusammenfallen.
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Die gesamte Schaltungsanordnung arbeitet wie folgt: Es wird vorausgesetzt,
daß die zugeführten Telegraflerschritte d und die Hilfsimpulse
b die in F i g. 2 gezeigte gegenseitige Lage haben. Die Abtastimpulse
g treten dann nicht genau zur Mitte der Telegraflerschritte d auf,
sondern etwas früher. Der Regelkreis der Schaltungsanordnung muß also dafür sorgen,
daß die Hilfsimpulse b und damit die Abtastimpulse g etwas später
erzeugt werden. Dem Diagramm in F i g. 2 läßt sich entnehmen, daß für jede
von der Abzählschaltung 3 gelieferte Gruppe von neun Impulsen drei Impulse
zu Zeitpunkten auftreten, zu denen das Hilfsimpulssignal b einen niedrigen
Wert hat, während sechs zu Zeitpunkten auftreten, zu denen dieses Signal einen hohen
Wert hat. Die Vergleichsschaltung 4 wird also wähTe'nd jeder von der Abzählschaltung
gelieferten Impulsgruppe drei Schritte nach unten und sechs Schritte nach oben machen.
In der mit k bezeichneten letzten Zeile des Diagramms in F i g. 2,
ist dies schematisch dargestellt. Die Vergleichsschaltung 4 wird nach einer gewissen
Zeit ihren oberen Grenzwert erreichen und darauf in die Nullage zurückspringen,
wobei ein Korrigierimpuls h erzeugt wird. Dieser dem Hilfsimpulsgenerator 2 zugeführte
Korrigierimpuls h bewirkt eine Verspätung der Hilfsimpulse b um ein bestimmtes
Zeitintervall, d. h., die Auftrittszeitpunkte der Hilfsimpulse verschieben
sich so, daß die Mitten der Hilfsimpulse b und der Telegrafierschritte
d
weniger voneinander entfernt sind, als es ursprünglich der Fall war. Waren
die Hilfsimpulse gegenüber den Telegrafierschritten in die entgegengesetzte Richtung
verschoben, so ergibt sich eine entsprechende gegenläufige Änderung.
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Wenn die Zahl der Impulse der von der Abzählschaltung 3 gelieferten
Taktimpulsgruppen f gerade ist, hat die Schaltungsanordnung zwei Gleichgewichtszustände,
von denen einer stabil und einer labil ist. Ist die Zahl der Impulse pro Gruppe
ungerade, so hat die Schaltungsanordnung keinen Gleichgewichtszustand, und die Vergleichsschaltung
4 macht stets einen Schritt entweder nach oben oder nach unten; die Anordnung vollführt
also langsame kleine Schwingungen um einen Zustand, der dem stabilen Gleichgewichtszustand
bei einer geraden Anzahl von Taktimpulsen pro Gruppe entspricht.
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Es ist daher zweckmäßig, die Zahl der Taktimpulse pro Gruppe ungerade
zu machen, da so vermieden wird, daß die Anordnung kürzer oder länger in einem labilen
Gleichgewichtszustand verbleibt. Darüber hinaus ist die Abweichung von der gewünschten
Lage kleiner, als sie es bei einer geraden Anzahl von Impulsen wäre. Es kann nachgewiesen
werden, daß eine optimale Regelung erzielt wird, wenn die Breite jedes Hilfsimpulses
b gleich der halben Zeitdauer eines Telegrafierschrittes, d. h. gleich
der halben Zeitdauer des in F i g. 2 dargestellten Telegrafierschrittes
d,
gemacht wixd und die Anzahl der Taktimpulse pro Impulsgruppe f so gewählt
wird, daß die Breite jeder Impulsgruppe gleich der Breite eines Hilfsimpulses
b
ist.
Wie bereits oben ausgeführt wurde, hat die Schaltungsanordnung
gemäß der Erfindung den Vorteil, daß sie nicht sofort auf jede festgestellte Abweichung
von dem gewünschten Zustand, d. h. auf kurzzeitige Schwankungen (Jitter)
anspricht, sondern erst dann einen korrigierenden Schritt ausführt, wenn die
Summe mehrerer nacheinander festgestellter gleichsinniger Abweichungen einen
bestimmten Wert erreicht. Die Anordnung korrigiert also entsprechend dem mittleren
Wert der festgestellten Abweichungen.
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Die Erfindung ist unabhängig von der Ausführungsform der einzelnen
Baugruppen der in F i g. 1 dargestellten Schaltunganordnung. Die Baugruppen
können elektronischer, elektrischer, elektromechanischer und gegebenenfalls sogar
rein mechanischer Art sein.
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Im folgenden wird an Hand von F i g. 3 ein mit elektronischen
Mitteln arbeitendes Ausführungsbeispiel einer solchen Schaltungsanordnung nach F
i g. 1
näher beschrieben. Der die Taktimpulsfolgen a und c erzeugende Generator
1 kann beliebig aufgebaut sein. Dei Hüfsimpulsgenerator 2 besteht aus einer
Torschaltung und einer Zählschaltung. Die Torschaltung besteht aus den Toren
35, 36, 37 und den bistabilen Kippschaltungen 38 und 39. Die
Zählschaltung besteht aus den bistabilen Kippschaltungen 40 bis 43, den Koppelkondensatoren
44 bis 47 und dem Tor 48. Das Tor 35 läßt normalerweise die seinem Eingang
26 zugeführte Taktimpulsfolge zur Eingangsleitung 31 der Zählschaltung
durch. Wird jedoch dem Eingang 28 der bistabilen Kippschaltung 38 ein Korrigierimpuls
h zugeführt, so wird einer der Impulse der Taktimpulsfolge a unterdrückt, was eine
Verspätung des von dem Hilfshnpulsgenerator 2 erzeugten Rechtecksignals
b zur Folge hat. Wird dem Eingang 29 der bistabilen Kippschaltung
39 ein Korrigierimpuls i zugeführt, so wird zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Impulsen der Taktimpulsfolge a auch ein Impuls der Taktimpulsfolge c durchgelassen,
was zur Folge hat, daß der Hilfsimpuls b von dem Hilfsimpulsgenerator 2 früher
erzeugt wird. Die bistabilen Kippschaltungen 38, 39 sind normalerweise in
einem solchen Zustand, daß das Tor 35 die Taktimpulsfolge a zum Eingang der
Zählschaltung 40 bis 48 durchläßt, während die Tore 36 und 37 die
Taktimpulsfolgen a und c nicht durchlassen. Wird dem Eingang 28 der bistabilen
Kippschaltung 38 ein Korrigierimpuls h zugeführt, so schaltet sie sich um,
wodurch das Tor 35
geschlossen und das Tor 36 geöffnet wird. Der nächstfolgende
Impuls der Taktimpulsfolge a kann also nicht durch das Tor 35 den Eingang
der Zählschaltung erreichen; er wird also unterdrückt. Dieser Impuls erreicht jedoch
über das offene Tor 36 den zweiten Eingang der Kippschaltung 38 und
schaltet sie in den Ausgangszustand zurück. Die folgenden Impulse der Taktimpulsfolge
a passieren dann das Tor 35. Es wird also pro zugeführtem Korrigierimpuls
h nur ein einziger Impuls der Taktimpulsfolge a unterdrückt.
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Wird dem Eingang 29 der Kippschaltung 39 ein Korrigierimpuls
1 zugeführt, so schaltet diese um und öffnet das Tor 37. Der nächstfolgende
Impuls der Taktimpulsfolge c erreicht dann über dieses Tor den Eingang der Zählschaltung
und gleichzeitig den zweiten Eingang der Kippschaltung 39, die wieder in
den Ausgangszustand zurückschaltet. Es wird also pro zugeführtem Korrigierimpuls
i ein einzelner Impuls der Taktimpulsfolge c zu den Impulsen der Taktimpulsfolge
a hinzugefügt. Die vier in Kaskade geschalteten bistabilen Kippschaltungen 40 bis
43 der Zählschaltung bilden aus der zugeführten Taktinipulsfolge nacheinander die
in den Zeilen 2 bis 5 des Diagranim s in F i Ly. 2 dargestellten Impulsfolgen
a, a", a .. und b. Das Hilfsimpulssignalb, von dem beide
Polaritätenb und -5
benutzt werden, wird beiden Ausgängen der Kippschaltung43
entnommen. Die Abtastiinpulseb werden mit Hilfe des Kriteriums gebildet,
daß sie mit den Rückflanken der Impulse der Folgea" zusammenfallen, die zu Zeitpunkten
auftreten, zu denen das Hilfsimpulssignal b einen hohen Wert hat,
d. h. zu denen ein Hilfsimpuls vorhanden ist. Die Abtastimpulse
g werden folglich dem Ausgang des Tores 48 entnommen, dessen Eingänge mit
den Ausgängen der Kippschaltungen 42 und 43 verbunden sind.
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Die Abzählschaltung 3 besteht aus einer bistabilen Kippschaltung
54, einem Tor 50 und einer Schaltung 51, die nach dem Empfang einer
bestimmten, vorgegebenen Anzahl von Impulsen einen Ausgangsimpuls abgibt, also einen
Impulsuntersetzer. No#imalerweise befindet sich die Kippschaltung 54 in einem Zustand,
bei dem das mit ihrem Ausgang verbundene Tor 50 geschlossen ist. Wird dem
Eingang 15 der Kippschaltung 54 ein Flankenimpuls e zugeführt, so schaltet
sie um, wodurch das Tor 50 sich öffnet und die Impulse der Taktimpulsfolge
c zum Eingang der Schaltung 51 durchläßt. Sobald die Schaltung
51 die vorgegebene Anzahl von Impulsen (in dem hier beschriebenen Fall neun
Impulse) empfangen hat, gibt sie an ihrem Ausgang einen Impuls ab, der die Kippschaltung
54 in den Ausgangszustand zurückschaltet und dadurch das Tor 50 wieder schließt.
Die Schaltung 51 kann z. B. ein umlaufendes Schieberegister sein, das jeweils
nach dem Empfang der vorgegebenen Anzahl von Impulsen einen Ausgangsimpuls liefert
und darauf wieder in seine Nullage- zurückspringt.
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Die Vergleichsschaltung, der die Gruppen der von der Abzählschaltung
3 abgezählten Impulse zugeführt worden, besteht aus einer Zählschaltung,
die sowohl vorwärts als auch rückwärts zählen kann, und einer dieser Zäh]schaltung
nachgeschalteten bistabilen Kippschaltung 65. Die Zählschaltung besteht ihrerseits
aus fünf über Tore 66 bis 75 in Kaskade geschalteten bistabilen Kippschaltungen
60 bis 64. Das Vorwärts- und Rückwärtszählen wird dadurch ermöglicht, daß
die von den Kippschaltungen gelieferten Umschaltimpulse entweder den einen oder
den anderen Ausgängen der Kippschaltungen entnommen werden. Welche Umschaltimpulse
weitergegeben werden, ist von dem Augenblickswert des Hilfsimpulssignals
b abhängig gemacht, indem diese Umschaltimpulse über die von dem Hilfsimpulssignal
b gesteuerten Tore 66 bis 70 weitergegeben werden. Wenn das
Hilfsimpulssignal b einen hohen Wert hat, d. h. ein Hilfsimpuls vorhanden
ist, sind die Tore 66 bis 75 geöffnet und die Tore 71 bis
75
geschlossen. Wenn das Hilfsimpulssignal b einen niedrigen Wert hat,
d. h. kein Hilfshnpuls vorhanden ist, ist der Zustand gerade umgekehrt.
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Die Zählschaltung hat zwei Nullagen. Die erste Nullage entspricht
dem Fall, daß sich alle bistabilen Kippsdhaltungen 60 bis 64 in dem einen
Zustand befinden und die Tore 66 bis 70 offen sind. Die zweite Nullage
entspricht dem Fall, daß sich alle Kippschaltungen in dem anderen Zustand befinden
und die Tore 71 bis 75 offen sind. Die Zählschaltung arbeitet zyklisch,
d. h., sie schaltet, wenn sie sich in
der einen Nullage befindet
und ihr ein weiterer zu addierender Impuls zugeführt wird, in die andere Nullage,
bzw. wenn ihr ein weiterer zu subtrahierender Impuls zugeführt wird, von der anderen
Nullage in die eine Nullage. Schaltet die Zählschaltung zwischen zwei NuRagen um,
so liefert die bistabile Kippschaltung 64 an einem ihrer Ausgänge einen Impuls,
und die bistabile Kippschaltung 65 befindet sich in einem solchen Zustand,
daß der Impuls von dem Tor 76 bzw. 77 als Korrigierimpuls h bzw. i
zum Hilfsimpulsgenerators 2 hindurchgelassen wird.
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Die beiden Nullagen entsprechen zwei Grenzwerten der Zählschaltung,
die jedesmal, wenn sie beim Zählen der ihr zugeführten Impulse einen Grenzwert erreicht,
einen Korrigierimpuls abgibt, und zwar z. B. den Korrigierimpuls h beim Erreichen
des oberen Grenzwertes und den Korrigierimpuls i beim Erreichen des unteren Grenzwertes,
wobei abhängig vom Vorhandensein des Hilfsimpulses b vorwärts oder rückwärts
gezählt wird.
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Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend geschilderten Ausführungsformen
der Bestandteile beschränkt. Die Impulse können z. B. auch nichtelektrisch sein,
z. B. Druckimpulse eines Gases oder Stöße einer Stange. Die verschiedenen Zählschaltungen
können gegebenenfalls auch durch Sperrklinkenmechanismen oder durch Vorschaltmagneten
bewegte mechanische Zählwerke sein. Insbesondere kann man, sofern es sich um die
Vergleichsschaltung 4 handelt, auch an ein solches Glied, z. B. an eine Stange oder
an ein Rad, denken, das sich schrittweise in der einen oder in der anderen Richtung
bewegen kann und beim Erreichen je einer äußersten Lage in der einen oder
in der anderen Richtung einen elektrischen oder einen mechanischen Impuls liefert,
z. B. indem für einen kurzen Augenblick ein Kontakt geschlossen oder für einen kurzen
Augenblick ein Hahn in einer Druckleitung geöffnet wird. Darauf muß das Glied wieder
in die Anfangslage zurückspringen. Eine solche, rein mechanische oder elektromechanische
Vergleichsschaltung ließe sich in einfacher Weise nach bekannten Prinzipien bauen.
Wenn die auftretenden Frequenzen jedoch verhältnismäßig hoch sind, wie es bei der
übertragung von Telegrafierzeichen der Fall ist, ist die Anwendung einer elektronischen
Ausführungsform der Einzelteile meist erforderlich.