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Edelstein mit Briiiantschliff, insbesondere Diamant Die Erfindung
betrifft einen Edelstein mit Brillantschliff, insbesondere einen Diamanten, bei
dem der Rundist zwischen Steinvorderte11 und Steinrückteil in einer Ebene parallel
zur Tafel- und Spitzenfacette und lotrecht zur Längsachse des Steines liegt und
bei dem im Steinrückteil mehr Facetten eingeschliffen sind als im Steinvorderteil.
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Ein derartiger Edelsteinschliff ist in unterschiedlichen Ausführungen
bekannt. Bei der meist angewendeten Schliffausführung hat der Stein am Vorderteil
zwischen dem Rundist und der Tafelfacette zweiunddreißig Facetten und am Rückteil
zwischen dem Rundist und der Spitzenfacette vierunddreißig Facetten, also insgesamt
achtundfünfzig Facetten. Derartige Steine haben eine ziemlich hohe Spitze und erfordern
deshalb auch eine entsprechend hohe Fassp.ng. Ferner sind die Scheitelkanten der
Winkel, welche die Facetten miteinander bilden, durch die verhältnismäßig geringe
Facettenzahl ziemlich scharf, so daß sie einerseits schneiden und andererseits bei
Stößen leicht beschädigt werden können.
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Bekannt sind auch Schliffausführungen, bei denen der Stein an seinem
Rückteil eine größere Anzahl von sehr schmalen langen Facetten aufweist, die sich
unmittelbar vom Rundist * bis zur Spitzenfacette erstrecken und eine näch-größere
Höhe des Steinrückteils ergeben.
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Die' Erfindung ist auf eine Schliffausbildung für Edelsteine gerichtet,
die diese Nachteile nicht aufweist und bei erhöhter Brillanz weniger stoßempfindlich
ist.
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Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß in das Steinrückteil,
also zwischen Rundist und $pitzenfacette, zweiundsiebzig Facetten in mehreren um
die Längsachse verteilten Gruppen von unterschiedlichen Formen einpschliffen sind.
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Der Stein hat dadurch bei der bekannten Anzahl von zweiunddreißig
Facetten an der Steinvorderseite insgesamt einhundertvier Facetten zwischen der
Tafel- und Spitzenfacette, also erheblich mehr Facetten als in den bisherigen Ausführungen.
Hierdurch wird der Stein am Rückteil weniger hoch, so daß auch die Fassung weniger
hoch sein kann, während die Winkel, welche die Facetten am Rückteil miteinander
bilden, stumpfer und demgemäß die, Rückenflächen weniger steil und ihre Kanten weniger
scharf sind. Demzufolge ist auch die Stoßempfindlichkeit an den Facettenkanten geringer.
Ein bedeutender Vorteil ist ferner auch dadurch begründet, daß das Glänzen des Steins
erheblich verstärkt wird, weil das Steinvorderteil durch die besonders große Anzahl
von rückseitigen Facetten in erheblich stärkerem Maße einfallendes Licht reflektiert,
da das Steinrückteil für das einfallende Licht gleichsam einen facettierten Reflektor
bild ' et. Im übrigen wird die Form des Steinrückteils bei der Schliffausbildung
nach der Erfindung derart, äa-ß der Stein unter Umständen auch umgekehrt,
d. h. mit der Spitzenfacette nach oben, eingefaßt werden kann, wobei dann
zweckmäßig die Spitzenfacette etwas vergrößert wird und als kleine Tafelfacette
dienen kann.
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In der Praxis wird das Steinrückteil vorzugsweise so geschliffen,
daß die zweiundsiebzig Facetten, von dem Rundist ausgehend ' gebildet werden
durch eine ringförmige Gruppe von zweiunddreißig dreieckigen Facetten, welche am
Rundist liegen, dann durch eine ringförmige Gruppe von sechzehn rautenförmigen Facetten,
welche, an die zweiunddreißig dreieckigen Facetten anschließen, darauf durch eine
erste ringförmige Gruppe von sechzehn drachenfönnigen Fabetten, welche -an.die Gruppe
rautenförmiger Facetten anschließen, und danach durch eine'zweite ringförmige Gruppe
*v61! acht weiteren drachenförmigen Facetten, welche an die erste Gruppe drachenförmi-,ger
Facetten anschließen.
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In diesem Zusammenhang sei bemerkt, daß es an sich bekannt ist, am
Steinrückteil acht drachenförmige Facetten und eine ringförmige Gruppe von sechzehn
Rundistfacetten anzuordnen. Es wird jedoch nur eine einzige Gruppe drachenförmiger
Facetten verwendet, während nach der Erfindung zwei Gruppen drachenförmiger Facetten
von verschiedener
Gestalt und außerdem eine Gruppe rautenförmiger
Facettenvbrgesehen sind. '
Vorzugsweise sind ferner bei einem Edelstein nach
der Erfindung die dreieckigen Facetten unter einem Winkel von etwa 58 bis
60', die rautenförmigen Facetten unter einem Winkel von etwa 53 bis
54', die erste Gruppe drachenförmiger Facetten unter einem Winkel von etwa 45 bis
47' und die zweite Gruppe drachenförmiger Facetten unter einem Winkel von etwa 41'
mit der Rundistebene geschliffen.
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Die Erfindung wird nachstehend an Hand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. In der Zeichnung zeigt F i g. 1 die
Rückansicht eines Diamanten nach der Erfindung, F i g. 2 eine Seitenansicht
des Diamanten nach F i g. 1 mit untenliegendem Rückteil, F i g. 3
eine Draufsicht auf den Edelstein in etwas verkleinertem Maßstab und F i
g. 4 eine schematische Darstellung der Winkel, unter denen die ringförmigen
Facettengruppen am Rückteil des Diamanten geschliffen sind.
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Der Diamant 10 weist ein Vorderteil 12 mit üblicher Tafelfacette
14 auf. Längs des unteren Randes des Vorderteils befindet sich der Rundist
16, der glatt oder in bekannter Weise auch eckig ausgebildet sein kann.
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Das Rückteil 18 des Steines 10 hat, von der Spitzenfacette
22 ausgehend, die nachfolgenden geschliffenen und polierten Facetten: acht drachenförmige
Facetten 20, welche an der Spitzenfacette 22 zusammenliegen, sechzehn drachenförmige
Facetten 24, sechzehn rautenförmige Facetten 26 und zweiunddreißig dreieckige
Facetten 28, die an den Rundist 16
angrenzen. Die eine Gruppe drachenförmiger
Facetten 20 weicht in Form und Richtung von der anderen Gruppe drachenförmiger Facetten
24 ab. Bei den drachenförmigen Facetten 20 ist das breite Ende, das mit einem verhältnismäßig
stumpfen Winkel endet, nach unten gerichtet, während bei den drachenförmigen Facetten
24 das schmalere, spitze Ende nach unten gerichtet ist. Die drachenförmigen Facetten
24 sind also um 180' gegen die drachenförmigen Facetten 20 gedreht. Ferner
sind es doppelt so viele drachenförmige Facetten 24 wie drachenförmige Facetten
20, da immer zwei Facetten 24 zwischen jedem Paar benachbarter Facetten 20 liegen.
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Die kurzen Kanten der drachenförmigen Facetten 20, welche miteinander
den größeren Winkel bilden, liegen an den unteren Enden dieser Facetten zu-sammen.
Die langen Seitenkanten der drachenförmigen Facetten 20 fallen mit den langen Seitenkanten
der drachenförmigen Facetten 24 zusammen, welche miteinander einen spitzen
Winkel an den unteren Enden der Facetten 24 bilden. Mit den kurzen Seitenkanten
der drachenförmigen Facetten 24, welche miteinander einen stumpfen Winkel einschließen,
fallen die Unterkanten der rautenförmigen Facetten 26 zusammen, deren obere
Kanten mit den Kanten der am Rundist 16 liegenden Dreieckfacetten
28 zusammenstoßen. Die Winkel, unter denen die Facettengruppen 20, 24,
26 und 28 zur waagerechten Rundistebene geschliffen sind, betragen
für die drachenförmigen Facetten 20 = 41', für die drachenförmigen Facetten 24
= 45 bis 47', für die rautenförmigen Facetten 26 = 53 bis 54'
und für die dreieckigen Facetten 28 = 58 bis 60'.
Bei diesen Winkelangaben
wurde davon ausgegangen, daß die Rundistebene rechtwinklig zur Längsachse des Steines
liegt.