DE1230651B - Vorrichtung zum Steuern von Freiformschmiedepressen mit wegabhaengiger Umschaltung der Ventile - Google Patents
Vorrichtung zum Steuern von Freiformschmiedepressen mit wegabhaengiger Umschaltung der VentileInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRiFT
Int. Cl.:
B 21 j
Deutsche KL: 49 g-10/01
Nummer: 1 230 651
Aktenzeichen: Sch 282001 b/49 g
Anmeldetag: 21. Juli 1960
Auslegetag: 15. Dezember 1966
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Steuern von hydraulischen Freiformschmiedepressen
mit wegabhängiger Umschaltung der Ventile. Bei bekannten Einrichtungen dieser Art erfolgt die
Steuerung dadurch, daß der Obersattel der Presse oder ein mit ihm starr verbundener Teil, beispielsweise
der Laufholm, abwechselnd einen oberen und einen unteren Kontakt beeinflußt, der seinerseits die
Umsteuerung auf mechanischem, elektrischem oder hydraulischem Wege bewerkstelligt. Wegen der Ungenauigkeit
dieser Mittel ist die Genauigkeit des Schmiedeerzeugnisses begrenzt. Ein weiterer Nachteil
der Pressensteuerang ist, daß das eigentliche
Schmiedemaß, d. h. der Abstand zwischen der Unterkante des Obersattels und der Oberkante des Untersatteis,
bei ihnen nicht erfaßt wird, sondern von Hand gemessen werden muß. Auch kann die Größe
des Überlaufes des Holmes, d. h. der Weg, den der Obersattel über den unteren Umschaltpunkt hinaus
infolge von Massenträgheit und anderen Einflüssen ausführt, nicht erfaßt werden. So ist die Steuerung
der Freiformschmiedepresse nach den von Hand gemessenen Höhen des Schmiedestückes notwendig,
welche sich über die Länge des Schmiedestückes infolge unterschiedlicher Temperatur ändern. Das
Messen des Schmiedestückes von Hand ist umständlich und ergibt ein ungenaues Ergebnis.
Die Erfindung bezweckt eine genauere Steuerung der Freiformschmiedepresse, um möglichst genau
maßhaltige Schmiedestücke zu erhalten, damit die spanabhebende Verformungsarbeit, welche die
Schmiedestücke auf das Endmaß bringen soll, möglichst klein gehalten wird.
Es ist bereits eine Einrichtung an Schmiedemaschinen, vorzugsweise Schmiedehämmern bekannt,
welche das Überschwingen von einem der beiden gegeneinanderbewegten Schmiedebären über die
Arbeitslinie registrierten bzw. anzeigen und durch ein Differentialventil die Druckbeaufschlagung beider
Schmiedehämmer wieder so zurückregeln soll, daß diese in der Arbeitslinie wieder aufeinandertreffen.
Zwar gehören die Schmiedehämmer in die Gattung der Schmiedemaschinen, jedoch finden diese
eine von den Freiformschmiedepressen sehr unterschiedliche Verwendung. Schmiedemaschinen bearbeiten
mit ihren Bären ein Schmiedestück mit hoher Schlagfrequenz kurzhubig, während Freiformschmiedepressen
das Schmiedestück mit einem langsamen, vergleichsweise langen, nachhaltigen Preßhub
verformen.
Die Korrektur der Schmiedearbeit der Bären auf die Arbeitslinie läßt sich jedoch infolge der schnellen
Vorrichtung zum Steuern von
Freiformschmiedepressen mit wegabhängiger
Umschaltung der Ventile
Freiformschmiedepressen mit wegabhängiger
Umschaltung der Ventile
Anmelder:
Schloemann Aktiengesellschaft,
Düsseldorf, Steinstr. 13
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Ing. Ralf Schneider, Düsseldorf-Ratingen
Schlagfrequenz der Schmiedebären durchweg nicht bis zu dem nächsten Arbeitshub ausgleichen, da die
zeitlichen Voraussetzungen bei diesen schnell arbeitenden Schmiedemaschinen gar nicht gegeben sind.
Das ist schon naturgemäß dadurch bedingt, daß die Schaltzeiten der Relais und auch der mechanischen
Ventile innerhalb der sowieso nur sehr kurzen Steuerungszeiten zum Steuern eines jeden Arbeitshubes der Bären nicht voll betätigt werden können.
Wenn nicht gerade eine nur sehr geringe Positionsüberschreitung gegeben ist, wird die Korrektur erst
im Lauf von mehreren Schmiedehüben vollends erreicht.
Weiter ist eine Freifonnschmiedepressensteuerung vorgeschlagen worden, bei der das durch die Massenträgheit
bedingte Überschwingen des Oberholmes über den unteren Umschaltpunkt hinaus gemessen,
angezeigt und korrigiert werden kann. Dabei gibt die Erfindung dem Fachmann jedoch nur die Lehre, daß
infolge Massenträgheit und Schaltverzögerungen der Oberholm noch einen zusätzlichen Weg über den
unteren Umschaltpunkt hinaus zurücklegt, der als konstant angenommen und durch Verschieben und
damit Eichen der Meßskala für die Anschläge um einen festen Betrag berücksichtigt wird. Hierbei wird
durch einmalige Korrektur von Hand das Überlaufen des Obersattels über den unteren Umschaltpunkt
ausgeglichen. — Dieser durch Massenträgheit bedingte Überlauf ist generell dem Fachmann bekannt.
Ausgehend von dem vorgenannten Stand der Technik hat die Erfindung sich die Aufgabe gestellt,
zum Zweck des genauen Einhaltens des Schmiedemaßes den Überlauf über den unteren Umschaltpunkt
auch quantitativ fortlaufend zu überwachen und anzuzeigen, da sich der Überlauf auch in Abhängigkeit
von der Temperatur des Schmiedestückes und in Ab-
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hängigkeit von der gedrückten Fläche sowie in Abhängigkeit
von der Geschwindigkeit der Freiformschmiedepresse im unteren Umschaltpunkt in weiten
Grenzen ändern kann. Damit ist aber auch die Eindringtiefe des Schmiedewerkzeuges über die Länge
des Schmiedeweges unterschiedlich groß.
Erfindungsgemäß wird zum Steuern von Freiformschmiedepressen vorgeschlagen, ein weiteres: Zähl-
und Speichergerät vorzusehen, welches bei jedem Hub den Überlauf mißt, indem dieses die Impulsreihe
vom unteren Umschaltpunkt bis zum unteren Umkehrpunkt zählt, speichert und in einem Anzeigegerät
anzeigt, sowie ein von Hand steuerbarer Impulsgeber für die Verstellung des Sollwertgebers für
den unteren Umschaltpunkt.
Der wesentliche Vorteil, der durch die Erfindung erzielt wird, ist ein über die Länge des Schmiedeweges
genau einzuhaltendes Schmiedemaß, wodurch teure spanabhebende Nachbearbeitungen des
Schmiedestückes weitgehend eingespart werden können. Die Gefahr, beim Schmieden Ausschußstücke
mit Untermaß zu erhalten, wird ausgeschlossen, und die Ausnutzung der Schmiedemaschine beim Schmieden
bis an die Grenzen des Sollmaßes des Schmiedestückes wird damit verwirklicht.
Zweckmäßigerweise wird der Impulsmaßstab zur Erfassung des Überlaufweges auf den Längenmaßstab,
in dem der Zahlenwert für den unteren Umschaltpunkt angegeben ist, geeicht.
Bei den vorliegenden Betrachtungen ist zu unterscheiden zwischen Umkehrpunkten, an denen der
Sattel tatsächlich umkehrt, und den Umschaltpunkten die jeweils etwas früher als die Umkehrpunkte erreicht
werden. Der Abstand zwischen Umschaltpunkt und Umkehrpunkt wird als Überlauf bezeichnet
und beträgt selten mehr als 9 mm. Er entsteht als Folge der Massenkräfte, der Schaltzeit der
Magnetventile und der Temperaturänderung des Werkstückes.
Der erfindungsgemäße Vorschlag ist auch anwendbar bei Freiformschmiedepressen, die zur Ersparnis
von Druckwasser die Leerwege des Obersattels nicht mit Druckwasser, sondern mit Füllwasser geringen
Druckes durchführen. Nach jedem Schmiedehub muß der Obersattel so weit nach oben gefahren
werden, um das Werkstück zu verschieben bzw. zu drehen.
Um Druckwasser und Zeit zu sparen, soll der Hub beim Hochfahren so gering wie möglich bleiben.
Beim Reckschmieden beträgt die Höhe, um welche der Oberteil aufwärts fahren muß, beispielsweise
maximal 400 mm, beim Schlichtschmieden beispielsweise maximal 50 mm.
Um weniger Druckwasser zu verbrauchen, führt beim Reckschmieden der Obersattel mit Füllwasser
bis auf den Schmiedeblock herunter. Erst dann wird auf Druckwasser für die Verformungsarbeit umgeschaltet.
Beim Schlichtschmieden pendelt dagegen der Obersattel ausschließlich mit Druckwasser zwischen
den oberen und unteren Umkehrpunkten hin und her.
Soll beim Reckschmieden mit Füllwasser gearbeitet werden, so steuert der Obersattel im oberen
Umkehrpunkt den Eintritt von Füllwasser in den Pressenzylinder. Etwa beim Aufsetzen auf das Werkstück
wird dann selbsttätig die Füllwasserzufuhr abgesperrt und die Druckwasserzufuhr geöffnet. Bei
entsprechender Ausbildung der Steuervorrichtung kann man wechselweise Reckscbmieden und Schlichtschmieden
ausführen.
Zur Berücksichtigung des Überlaufes des Obersattels wird dieser bei jedem Hub gemessen und angezeigt,
und auf Grund der Anzeige wird die weitere Steuerung der weiteren Hübe von Hand oder selbsttätig
korrigiert. Die Messung und Anzeige erfolgt in Anpassung an die eingangs geschilderte, digitale
Steuerung ebenfalls digital, wo bei gleichen Wegen,
ίο beispielsweise 1 mm, die gleichen Impulszahlen, beispielsweise
ein Impuls je 1 mm, zugeordnet werden, wie es an sich bekannt ist.
Die notwendige Steuereinrichtung ist in den Zeichnungen schematisch dargestellt. Es zeigt
F i g. 1 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Steuerungsvorrichtung;
F i g. 2 erläutert die Steuerungsaufgabe beim Reckschmieden und
Fig. 3 die Steuerungsaufgabe beim Schlichtschmieden.
Fig. 3 die Steuerungsaufgabe beim Schlichtschmieden.
Mit 1 sind in F i g. 1 Säulen einer Schmiedepresse bezeichnet, an denen ein Laufholm 2 verschiebbar
angeordnet ist. Am Laufholm 2 ist ein Obersattel 3 befestigt, der einem mit Sohlplatten 4 verbundenen
Untersattel 5 gegenübersteht. Seitlich des Untersattels S sind Rückzugszylinder 6 angeordnet, deren
Druckkolben 7 mit dem Laufholm 2 verbunden sind. An den Säulen 1 ist ein Zylindesrholm 8 angebracht,
der einen Preßzylinder 9 trägt. Ein in dem Preßzylinder 9 geführter Druckkolben 10 ist am Laufholm
2 befestigt. Zur maximalen Hubbegrenzung sind an den Säulen 1 Hubbegrenzungshülsen 12 vorgesehen.
Beim Reckschmieden eines Werkstückes W ergeben sich gemäß Fig. 2 folgende Umschaltpunkte. Bei S wird der aufwärtsgehende Obersattel 3 auf Abwärtsgang mittels Füllwasser umgeschaltet. Erreicht er auf dem Abwärtsweg die Höhe F, so erfolgt die Umschaltung von Füllwasser auf Druckwasser. Der weitere Abwärtsgang erfolgt dann unter Druckwasser, und zwar vom Beginn des Aufsetzens des Obersattels 3 auf das Werkstück W unter Leistung von Verformungsarbeit. Erreicht der Obersattel 3 die Höhe H, so betätigt er die Umschaltvorrichtung, die auf Aufwärtsgang umschalten soll. Infolge der Massenkräfte und anderer Ursachen macht er jedoch noch einen zusätzlichen Weg χ (Überlauf), der unvermeidbar und nicht gewünscht ist. Mit α ist in der Zeichnung der gesamte Pressenhub bezeichnet, wobei b den Teil des Pressenhubes angibt, der mit Hilfe von Druckwasser durchgeführt werden soll.
Beim Reckschmieden eines Werkstückes W ergeben sich gemäß Fig. 2 folgende Umschaltpunkte. Bei S wird der aufwärtsgehende Obersattel 3 auf Abwärtsgang mittels Füllwasser umgeschaltet. Erreicht er auf dem Abwärtsweg die Höhe F, so erfolgt die Umschaltung von Füllwasser auf Druckwasser. Der weitere Abwärtsgang erfolgt dann unter Druckwasser, und zwar vom Beginn des Aufsetzens des Obersattels 3 auf das Werkstück W unter Leistung von Verformungsarbeit. Erreicht der Obersattel 3 die Höhe H, so betätigt er die Umschaltvorrichtung, die auf Aufwärtsgang umschalten soll. Infolge der Massenkräfte und anderer Ursachen macht er jedoch noch einen zusätzlichen Weg χ (Überlauf), der unvermeidbar und nicht gewünscht ist. Mit α ist in der Zeichnung der gesamte Pressenhub bezeichnet, wobei b den Teil des Pressenhubes angibt, der mit Hilfe von Druckwasser durchgeführt werden soll.
Beim Schlichtschmieden eines Werkstückes Ws ergeben sich gemäß F i g. 3 folgende Umschaltpunkte:
Ss gibt die höchste Stellung des Obersattels 3 an, bei der der Aufwärtshub in den Abwärtshub umgekehrt
wird. Hs gibt das gewünschte Schmiedemaß an, während xs den Überlauf andeutet, der bei einer Umschaltung
des abwärts gehenden Obersattels 3 in der Höhe Hs zu erwarten ist; hs ist das gewünschte Maß
und as ist die Höhe der Schlichthübe, die ausgeführt werden müssen, wenn das Werkstück Ws auf die
Werkstückshöhe hs verformt werden soll.
Über eine Traverse 13 ist an dem Laufholm 2 eine Zahnstange 14 befestigt, die ein Ritzel 15 und damit
über eine Welle 16 einen Impulsgeber 17, vorzugsweise einen Hall-Generatorgeber, bewegt.
Der Impulsgeber 17 ist über elektrische Leitungen 18 und 21 mit einem Steuerungs-Differenzzähler 31
verbunden. Im Zuge der Leitungen 18 und 21 liegt ein Impulsmelder 19, der über eine elektrische Leitung
20 an ein Tor 23 angeschlossen ist. Das Tor 23 ist mit einem willkürlich mittels Schalter 27 a von
Hand zu betätigenden Oszillator 27 als Impulsgeber verbunden, welcher dem Tor 23 je nach Wunsch
positive oder negative Impulse zuführt, die über eine elektrische Leitung 28 auf den Steuerungs-Diff erenzzähler
31 über eine elektrische Leitung 24 auf einen Anzeige-Differenzzähler 25 und Felder 26 a eines
Nummernanzeigers 26 gelangen.
Kommen von dem Impulsgeber 17 über die elektrische Leitung 18 und 21 Impulse auf den Steuerungsdifferenzzähler
31, so meldet der Impulsmelder 19 diese dem Tor 23, das seinerseits verhindert, daß
gleichzeitig von dem gegebenenfalls tätigen Oszillator 27 über die elektrische Leitung 28 Impulse auf den
Steuerungs-Differenzzähler 31 auflaufen. Dabei sperrt
das Tor 23 nur für die Dauer jedes einzelnen Impulses die elektrische Leitung 28.
An dem Steuerungsdifferenzzähler 31 sind zwei Dekadenschalter 33 und 34 angeschlossen, die von
Hand auf die gewünschte Höhe des oberen Umschaltpunktes (33) bzw. des Umschaltpunktes Füllwasser/Druckwasser
(34) über dem unteren Umschaltpunkt einstellbar sind. Während durch Betätigung des Oszillators 27 alle drei Umschaltpunkte
(für obere und untere Umkehr sowie für Umschaltung von Füllwasser auf Druckwasser bzw. umgekehrt),
gemeinsam höher oder niedriger verstellt werden, wird die relative Höhe des oberen Umschaltpunktes
und des Umschaltpunktes Füllwasser/Druckwasser über dem unteren Umschaltpunkt durch die
Dekadenschalter 33, 34 bewerkstelligt. Der Steuerungs-Diff erenzzähler 31 gibt über eine Leitung 36
einer Ventilsteuerung 37 die Schaltkommandos für die in einer Füllwasserrohrleitung 38 und den beiden
Druckwasserleitungen 39 und 40 angeordneten, über elektrische Leitungen 43, 44, 45 mit der Ventilsteuerung
37 verbundenen Ventile 46, 47, 48. An die Zuleitungen 38 und 39 ist eine Abwasserleitung 53
mit einem steuerbaren Abwasserventil 54 angeschlossen. Das Abwasserventil 54 wird über eine elektrische
Leitung 56 geöffnet, sobald das Rückzugventil 48 geöffnet wird. An die Druckwasserleitung
40 der Rückzugszylinder 6 ist ebenfalls eine Abwasserleitung 49 mit Abwasserventil 50 angeschlossen.
Das Abwasserventil 50 wird über elektrische Leitungen 51 bzw. 52 geöffnet, sobald über eine der
Leitungen 43 bzw. 44 eines der Pressenventile 46 bzw. 47 geöffnet wird. Die Ventilsteuerung 37 ist
mittels eines Wahlschalters 60 auf die Betriebsart Reckschmieden oder Schlichtschmieden einstellbar.
Dem Steuerungs-Differenzzähler 31 ist ein als Zähl- und Speichergerät ausgebildeter Überlaufzähler 63
zugeordnet, der über eine Leitung 64 auf einem Feld 266 des Nummernanzeigers 26 den Überlauf χ digital
in Millimeter anzeigt. Der Uberlaufzähler 63 zählt bei jedem Arbeitshub diejenigen Impulse des Impulsgebers
17, die infolge des Überlaufes zwischen dem Überfahren des unteren Umschaltpunktes und dem
tatsächlichen Umkehrpunkt der Pressenbewegung auftreten. Das Feld 26 b gibt also stets das Maß des
Überlaufes an, welches vom Pressenführer für die weitere Steuerung der Presse ausgewertet werden soll.
Die erfindungsgemäße Steuervorrichtung ist auf die Oberkante des Untersattels 5 als Nullpunkt für
die Messungen einzustellen. Da aber Untersättel mit verschiedenen Höhen verwendet werden, muß der
Nullpunkt der Steuerung korrigiert werden können.
Normalerweise werden beide Sättel 3 und 5 aufeinandergefahren und deren Anlagefläche als Nullpunkt
für die weitere Steuerung verwendet. Wenn der Obersattel aber infolge Aufsetzens des Laufholms
2 auf die Hubbegrenzungsbüchse 12 den Untersattel nicht erreicht, so muß der Abstand zwischen
Unterkante des Obersattels 3 und Oberkante des Untersattels. 5 gemessen und in die Steuerung
eingegeben werden.
Es sei angenommen, daß jeder Impuls einem Weg von 1 mm entspricht und daß beim Aufsetzen des
Laufholmes 2 auf die Hubbegrenzungsbüchse 12 zwischen der Unterkante des Obersattels 3 und der Oberkante
des Untersattels 5 noch ein Abstand von 283 mm vorhanden sei. Dann werden mittels des
Oszillators 27 dem Anzeige- und dem Steuerungs-Differenzzähler 25 und 31 283 Impulse vorgegeben
und der Steuerungs-Differenzzähler 31 mittels einer Nullstelltaste 32 auf Null gesetzt.
Ist das Schmiedemaß, Oberkante des Untersattels bis Oberkante des herzustellenden Werkstückes, beispielsweise
1283 mm, so werden mittels des Oszillators 27 weitere 1000 Impulse auf die Differenzzähler
25 und 31 vorgegeben, so daß der Nummernanzeiger 26 in den Feldern 26 α die Zahl 1283 anzeigt.
Nachdem auf dem Dekadenschalter 33 der obere Umschaltpunkt und auf dem Dekadenschalter
34 der Umschaltpunkt von Füllwasser auf Preßwasser (bzw. umgekehrt) vorgegeben ist, werden alle
drei Umschaltpunkte laufend vom Steuerungs-Differenzzähler 31 in die elektrische Ventilsteuerung 37
eingegeben. Die Stellung des Wahlschalters 60 bestimmt die Betriebsart »Reckschmieden« oder die
Betriebsart »Schlichtschmieden«.
Werden das Rückzugsventil 48 und das Abwasserventil 54 geöffnet, so bewegt das einströmende
Druckwasser die Kolben 7 mit dem Laufholm 2 gegen den oberen Umschaltpunkt. Mit dem Laufholm
2 wird die Zahnstange 14 aufwärts bewegt und über das Ritzel 15 der Impulsgeber 17 in Drehung
versetzt, der dadurch fortgesetzte Impulse erzeugt, und zwar eine bestimmte Anzahl je Wegeinheit, beispielsweise
einen Impuls je 1 mm Weg. Die Impulse werden über den Impulsmelder 19 dem Steuerungs-Differenzzähler
31 zugeführt, was an sich bekannt ist und nicht zur Erfindung gehört.
Ist, vom unteren Umschaltpunkt aus gerechnet, diejenige Anzahl von Impulsen im Steuerungs-Differenzzähler
31 aufgelaufen, die der Höhe des oberen Umschaltpunktes über dem Nullpunkt (Oberkante
des Untersattels 5) entspricht, so werden das Füllwasserventil 46 und das Abwasserventil 50 geöffnet,
so daß Füllwasser über die Bohrleitung 38 dem Preßzylinder 9 zufließt.
Gleichzeitig werden das Druckwasserventil 48 und das Abwasserventil 54 geschlossen. Der Laufholm 2
mit dem Obersattel 3 bewegt sich nun mit Füllwasser in Richtung auf den Untersattel 5. Kurz vor dem
Aufsetzen des Obersattels 3 auf das Schmiedestück wird, veranlaßt durch den auf den Umschaltpunkt
Füllwasser/Druckwasser beim Reckschmieden eingestellten Dekadenschalter 34, das Drackwasserventil47
in der Rohrleitung 39 geöffnet und führt dem Preßzylinder 9 Druckwasser zu, während das
Füllwasserventil 46 geschlossen und damit die Verbindung zum Füllwasser unterbrochen wird. Der
Laufholm 2 preßt nun mit Druckwasser und wird bei Erreichen des unteren Umschaltpunktes über den
Steuerungs-Differenzzähler 31 und die Ventilsteuerung 37 umgesteuert, indem Druckwasser in die
Rückzugszylinder 6 gegeben wird.
Infolge der Massenkräfte, der Schaltzeit der Magnetventile und der unterschiedlichen Temperatur
des Schmiedestückes über seine Länge läuft der Laufholm 2 unterschiedlich weit über den unteren
Umschaltpunkt hinaus. Dieses Überlaufen wird dem Steuermann angezeigt, indem bei Erreichen des unteren
Umschaltpunktes der Überlaufzähler 63 eingeschaltet wird, der nur solche Impulse von dem Steuerungs-Differenzzähler
31 her erhält, die beim Abwärtsgang der Presse auftreten, und nach Beendigung des Preßhubes auf dem Feld 26 b des Nummernanzeigers
26 das Maß des Überlaufes sichtbar macht. Wird beispielsweise 5 auf dem Feld 26 b angezeigt,
so weiß der Steuermann, daß der Laufholm 2 5 mm weit über den unteren Umschaltpunkt hinausgelaufen
ist. Um das Überlaufen beim nächsten Arbeitshub in den für das Schmiedesollmaß erforderlichen Hub
einzuziehen, wird mit dem Oszillator 27 eine Impulsreihe von fünf negativen Impulsen erzeugt. Die Impulse
verlegen den unteren Umschaltpunkt um 5 mm (=5 Impulsen) nach oben, so daß das wirkliche
Schmiedemaß jetzt 1283 mm beträgt, obgleich die untere Umschaltung des oberen Schmiedesattels jetzt
1288 mm über Oberkante des unteren Schmiedesattels erfolgt.
Mit diesem Vorgang sind der obere Umschaltpunkt, der Umschaltpunkt Füllwasser/Druckwasser
und der untere Umschaltpunkt gleichzeitig um 5 mm nach oben verschoben worden. Da die Impulse des
Oszillators 27 den Differenzzählern 31 und 25 aufgegeben werden, während von dem Impulsgeber 17,
beispielsweise einem Hall-Generatorgeber, Impulse auf den Steuerungsdifferenzzähler 31 gelangen, erfolgt
die Verschiebung stetig während des Pressens, Wird bei dem nächsten Hub wieder ein Unterschreiten
des gewünschten Schmiedemaßes gemessen, wird die Korrektur in der gleichen Weise wiederholt.
Sobald das Schmiedestück auf das gewünschte Schmiedemaß heruntergeschmiedet worden ist, werden
mittels der Verschiebung (wie bei der Korrektur des Überlaufs) der obere Umschaltpunkt, der Umschaltpunkt
Füllwasser/Druckwasser und der untere Umschaltpunkt auf ein neues Schmiedemaß eingestellt.
Beim Schlichtschmieden erfolgt die Steuerung des Hubes in ähnlicher Weise, nur mit dem Unterschied,
daß der Wahlschalter 60 auf Schlichtschmieden gestellt ist, so daß bei Erreichung des oberen Umschaltpunktes
nicht zuerst auf Füllwasser sondern sofort auf Druckwasser durch Öffnen des Druckventils
47 gesteuert wird.
Claims (1)
- Patentanspruch:Einrichtung zum Steuern von Freiformschmiedepressen mit wegabhängiger Umschaltung der Ventile, wobei die Schaltung des oberen und unteren Umschaltpunktes während des automatischen Schmiedevorganges durch Vergleich von Soll- und Istwert erfolgt, wobei der Istwert von einem mit dem Oberholm beispielsweise mit einer Zahnstange verbundenen Geber und einem Zähler gegeben wird und der Sollwert als Zahlenwert vom Steuerpult vorgegeben wird und ein Verlagern der oberen und unteren Umschaltpunkte des Obersattels sowie des Umschaltpunktes von Füllwasser auf Druckwasser durch Ändern der Zahlenwerte vom Steuerpult möglich ist, wobei der während des Schmiedevorganges bei der Abwärtsbewegung des Laufholmes entstandene Überlauf des Obersattels über den unteren Umschaltpunkt hinaus bei mechanischen Steuerungen durch Verlagern der Anschläge um einen festen Betrag berücksichtigt wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein weiteres Zähl- und Speichergerät (63), das bei jedem Hub den Überlauf mißt, indem dieses die impulsreihe vom unteren Umschaltpunkt bis zum unteren Umkehrpunkt zählt, speichert und in einem Anzeigegerät {26 b) anzeigt, sowie ein von Hand steuerbarer Impulsgeber (27) für die Verstellung des Sollwertgebers für den unteren Umschaltpunkt vorgesehen sind.In Betracht gezogene Druckschriften:Deutsche Patentschriften Nr. 946 939, 913 018,
420;französische Patentschriften Nr. 1186 352,
366;Zeitschrift »Stahl und Eisen«, H. 8,16. April 1959, S. 500 bis 514;Zeitschrift »Werkstattstechnik«, H. 3/1960, S. 120; Zeitschrift »Automatik«, April 1959, S. 114 bis und Dezember 1959, S. 372.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen609 747/115 12.66 © Bundesdruckerei Berlin
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