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Vorrichtung zum gegenseitigen Einschleifen von Ventilen und Ventilsitz
an Motoren Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum gegenseitigen Einschleifen
von Ventilen im Ventilsitz, besonders von Ventilen von großen Motoren, wie Schiffsmotoren.
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Besonders an Bord eines Schiffes ist das Einschleifen von Ventilen
in ihre Ventilsitze eine häufig vorkommende Reparaturarbeit. Diese Arbeit erfordert
zwei Monteure, die die Ventile mittels eines auf dem Ventilteller befestigten Eisens
unter Zugabe von Schleifpaste durch Hin- und Herdrehen in den Ventilsitz einschleifen,
während das Ventilgehäuse vom Motor getrennt auf einem Gerüst aufgespannt ist. Diese
Arbeit ist sehr zeitraubend und macht unter .Umständen das Schiff auf See für längere
Zeit manövrierunfähig.
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Es sind bereits Vorrichtungen zum Einschleifen der Ventile im Ventilsitz
von Automobil- und kleineren stationären Motoren bekannt, bei denen die zum Einschleifen
erforderliche oszillierende Drehbewegung aus einer linearen Hin- und Herbewegung
durch Anwendung einer Schraubenspindel, in die ein Querbolzen eingreift, erzeugt
wird, wobei die Schraubenspindel und der Querbolzen gegeneinanderbewegt werden.
Die Schraubenspindel kann dabei als Hülse mit Schraubengangschlitzen ausgeführt
sein. Die bekannten Vorrichtungen dieser Art sind jedoch meist handbetätigte und
zugleich handgeführte Geräte, mit denen das Einschleifen der besonders großen Ventile
von Schiffsmotoren ungenau und viel zu langwierig wäre und großen Kraftaufwand erfordern
würde; außerdem ist bei einem handgeführten Gerät eine gleichmäßige Verteilung der
Anpreßkraft des Ventiltellers auf dem Ventilsitz und eine Verhinderung des Kippens
der ganzen Vorrichtung nicht gewährleistet.
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Weiterhin hat man aber auch schon solche Einschleifvorrichtungen mittels
eines Gestells auf dem Motor- bzw. Ventilgehäuse befestigbar ausgebildet und für
die oszillierende Einschleifdrehbewegung der seitlich neben dem Zylinder stehend
angeordneten Ventile einen motorischen Antrieb verwendet, wodurch erhebliche Arbeitsvorteile
gegenüber den reinen Handgeräten erzielt werden.
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Mit der Erfindung soll nun eine Vorrichtung geschaffen werden, die
sich zur Verwendung bei Großmotoren eignet, bei denen für die Ventile ein eigenes
Ventilgehäuse vorhanden ist und bei der der Einschleifvorgang ebenfalls ohne Handbetrieb
bei genauer Führung des Geräts abläuft.
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Hierbei muß der den Ventilteller drehoszillierend antreibende Teil
und sonst auch das Ventil laufend in einer der Drehrichtung nachgesetzt werden können;
diese gegenüber dem Ventilsitz notwendigen zeitweisen Verdrehungen sind notwendig,
damit Ventil und Ventilsitz am Umfang gleichmäßig dicht eingeschliffen werden.
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Erfindungsgemäß ist deshalb die Vorrichtung, wie an sich bekannt,
mittels eines Trägers auf dem vom Motor abgetrennten, aufgespannten Ventilgehäuse
befestigbar, wobei an dem Träger die den Schraubengangschlitz aufweisende Hülse
durch einen Klemmring festlegbar und zum nachsetzenden Verdrehen lösbar ist und
ein pneumatischer Trieb als Antriebsorgan vorhanden ist.
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Vorzugsweise wird die den Schraubengangschlitz aufweisende Hülse mit
einem Flansch ausgestattet, der auf einer Ringfläche des Trägers aufliegt, wobei
der den Flansch auf die Ringfläche pressende Klemmring in einer fest mit dem Träger
verbundenen Abdeckhaube angeordnet und pneumatisch betätigbar ist.
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Der Vorteil der Erfindung gegenüber bekannten Anordnungen liegt darin,
daß nach der Montage des Geräts nunmehr auch die Ventile von Großmotoren an Ort
und Stelle mit ihrem Ventilsitz selbsttätig eingeschliffen werden können, wobei
nur das zeitweilige nachsetzende Verdrehen von einer den Vorgang beaufsichtigenden
Person vorgenommen werden muß, die ohnehin zur Zugabe von Schleifpaste innerhalb
gewisser Zeitabstände in den Vorgang eingreifen muß. Dabei ist eine genaue Zentrierung
des das Ventil hin-und herdrehenden Antriebs gegenüber dem Ventilsitz durch den
am Ventilgehäuse befestigbaren Träger möglich, was gleichmäßigen Druck auf den Ventilteller
und damit gleichmäßiges Einschleifen ergibt. Die pneumatische Betätigung des Klemmrings
für die
Hülse mit den Schraubengang-Führungsschlitzen läßt für die
schrittweise Verdrehung deren rasche Lösung der Klemmung und Wiederanklemmung zu.
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Die Erfindung ist in der Beschreibung und Zeichnung an Hand eines
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
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F i g. 1 und 2 zeigen einen Schnitt durch die Ventilschleifanordnung
und einen Aufriß.
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Der Träger 1 des Schleifapparates ist an seinem unteren Ende
mittels eines Klen-imrings 11 zum Festspannen des Trägers auf dem Ventilgehäuse
12 versehen, der jedem Motortyp angepaßt ist.
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Im oberen Teil des Trägers 1 ist eine Zentrier- und Führungsbohrung
13 angebracht, die mit dem Klemmring 11 fluchtet. Die Schleifvorrichtung
enthält weiter zwei Stahlhülsen 2, 3, die gleitend ineinandergesteckt sind.
In der inneren Hülse 2 sind zwei diametral gegenüberstehende Schlitze 14,
15 ausgefräst, die eine Schraubenbahn mit einer Steigung von z. B.
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bilden, während die äußere Hülse 3 entsprechende achsenparallele
Schlitze 16, 17 aufweist. Ein drehbar auf die Antriebskolbenstange
26 des Zylinders 7 aufgesetzter Querbolzen 4 greift mit seinen Enden
18, 19,
auf die lose Rollen 20, 21 aufgesetzt sind, in die Schlitze der Hülsen
2 und 3 ein.
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Auf der oberen Abschlußfläche 24 des Trägers 1
ist ein Abschlußdeckel
5 mit eingedrehter Nut 22 für einen Klemmring 6 befestigt. Dieser
Klemmring wirkt auf einen Flansch 23 der inneren Hülse 2 und hält diese während
des Einschleifvorgangs gegenüber der Fläche 24 auf dem Träger 1 fest. Dadurch
führt während des Kolbenhubes der Stange 26 und damit des Querbolzens 4 die
äußere Hülse 3 sowohl gegenüber dem Träger als auch gegenüber der Hülse 2
und damit gegenüber dem Ventilsitz hin- und hergehende Drehschwingungen aus, ohne
sich mit dem Querbolzen 4 mit auf und ab zu bewegen.
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Die Verbindung zwischen der Außenhülse 3 und dem Ventil
25 ist in F i g. 2 in Form einer flexiblen Kupplung 30, 31
gezeigt, deren obere Kupplungshälfte 30 an der äußeren Hülse 3 festgespannt
ist, was eine gewisse Einstellung in axialer Richtung ermog-* licht.
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Die Vorrichtung kann so ausgeführt sein, daß die zwei achsparallelen
Schlitze 16, 17 in der äußeren Hülse 3, in denen der Querbolzen 4
leicht auf und ab gleiten muß, etwas unterhalb der zwei Schraubenschlitze
14, 15 enden, so daß sie als oberer Anschlag für den Querbolzen 4
wirken und die äußere Hülse 3
vom Querbolzen axial mitgenommen und damit das
Ventil automatisch vom Sitz abgehoben wird, weil dieser mit der Hülse
3 über die flexiblen Kupplungen 30, 31 verbunden ist. In dieser Phase
kann neues Schleifnüttel zwischen Ventil und Sitz gebracht werden und nach Lösung
des Klemmrings 6 eine winkelmäßige Verdrehung vorgenommen werden. Zum Lösen
und Andrücken des Klemmrings 6 kann Druckluft in die Nut 22 durch die öffnung
29 im Abschlußdeckel 5 abgelassen oder zugeführt werden.
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Der Druckluftzylinder 7 zusammen mit der notwendigen
Ventilausrüstung (nicht gezeigt) ist auf der Oberseite des Abschlußdeckels
5 montiert und von einer festen Haube 8 geschützt. Die äußere Hülse
3
hat einen öldichten Bodendeckel 10.