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Mischkammer zur kontinuierlichen Herstellung von Kunstharzschaum Die
Erfindung betrifft eine Mischkammer zur kontinuierlichen Herstellung von Kunstharzschaum
aus Schaummittelschaum und einer Lösung eines härtbaren Kunstharzes und einem Beschleuniger
für die Harzhärtung. Es ist bekannt, zum Zweck der Erzeugung von Kunstharzschaum
eine Schaummittellösung mit Luft zu verschäumen und solchen Schaununittelschaum
mit einer Lösung eines Kunstharz-Vorkondensats, z. B. ein Vorkondensat aus Harnstoff
und Formaldehyd, zu vermischen, wobei für das Weiterkondensieren des Vorkondensats
zum unlöslichen Harz, für das sogenannte Aushärten, ein Härtebeschleuniger, z. B.
Oxalsäure oder eine andere Säure, der Schaummittellösung beigegeben wird. Zum kontinuierlichen
Mischen des Schaummitteischaumes, welcher Harzhärtungsbeschleuniger enthält, mit
der Lösung eines härtbaren Kunstharzes ist es auch bekannt, eine Mischkammer zu
verwenden, welche einen Zuleitungsstutzen für den Schaum und eine Einspritzdüse
im Innern der Kammer für die Kunstharzlösung nahe vor der Kammeraustrittsöffnung
aufweist, so daß die unter Druck zugeführten Mischungskomponenten Schaummittelschaum
und Kunstharzlösung im Wege eines ununterbrochenen Schaumspritzverfahrens fertigen
Kunstharzschaum ergeben. Es ist wichtig, daß Schaummittelschaum und Kunstharzlösung
nicht nur in ihrem bestimmten Mischungsverhältnis der Mischkammer zugeführt werden,
sondern auch zuverlässig zu einem in allen seinen Teilen gleichen Gemisch sich vereinigen,
da Ungleichmäßigkeiten im Gemisch mehr oder weniger starkes teilweises Einfallen
des Kunstharzschaumes zur Folge haben. Beim Spritzen von Kunstharzschaum am Verwendungsort,
z. B. im Baugewerbe zum Ausfüllen von Hohlräumen, Schließen von Schlitzen und Überziehen
von Flächen zum Zwecke der Wärme-und Schallisolation, treten die erwähnten Schwierigkeiten
insbesondere bei Beginn oder am Ende eines einzelnen Spritzvorganges auf. Dies ist
gerade im Baufach und auch in allen sonstigen Fällen der Verwendung von Kunstharzschaum,
bei denen das Schaumspritzen nach kurzer Zeit immer wieder unterbrochen und neu
begonnen werden muß, sehr unangenehm.
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Die Erfindung bezweckt die Vermeidung der erwähnten Übelstände. Die
erfindungsgemäße Mischkammer der erwähnten Art zur kontinuierlichen Herstellung
von Kunstharzschaum ist dadurch gekennzeichnet, daß die zentral in der rohrförmigen
Kammer gelegene Düse zur Einführung der Kunstharzlösung als Auslaß einen durchmessermäßig
zur Kammeraustrittsöffnung hin sich erweiternden Ringschlitz aufweist.
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In der erfindungsgemäß ausgebildeten Mischkammer treten die Mischungskomponenten
Schaummittelschaum und Kunstharzlösung dünnschichtig ausgebreitet und zuverlässig
in einer engbegrenzten Zone der Mischkammer zusammen. Die Kunstharzlösung besorgt
bei ihrem Ausströmen allseitig eine gleichmäßige schichtmäßige Verdünnung des wenigstens
an dieser Stelle eine Ringform aufweisenden Schaummittelstroms und gleichzeitig
eine sofortige durchgreifende gegenseitige Durchwirbelung der zusammentreffenden
Schichten in ihrer Gesamtheit, so daß auf allerkürzestem Weg ein homogenes Gemisch
entsteht, gleichgültig, ob mit der Kunstharzfiüssigkeit ein Gas, z. B. Luft, ergänzend
noch mit eingeführt wird oder nicht.
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Die Düse kann aus einem axial in die rohrförmige Kammer hineinragenden
Zuführungsrohr für die Harzlösung mit einem in das Rohrende unter Bildung eines
Ringschlitzes hineinragenden kegelförmigen Vorsatzkörper bestehen.
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Eine absperrbare Luftleitung kann derart zugeordnet sein, daß sie
in den Ringschlitz der Düse mündet.
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Zu diesem Zweck können Einzelkanäle vorgesehen sein, welche ringförmig
verteilt angeordnet sind und ihre Austrittsöffnungen am Ringschlitz der Düse haben.
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Mit Hilfe einer solchen Luftleitung kann bei Abstellung des Gerätes
und Absperrung der Schaummittelschaumleitung und der Harzlösungsleitung die Mischkammer
von Fertiggemisch völlig und zuverlässig befreit und Schaummittelschaum und Kunstharzlösung,
wenngleich beides noch in der Mischkammer ansteht, voneinander getrennt werden.
Es genügt dazu ein kurzer Luftstoß, mit welchem der Düsenschlitz und der Raum zwischen
Düse und Kammeraustrittsöffnung freigeblasen werden. Es kann darauf verzichtet werden,
nach Abstellen der Harzlösung erst noch Schaummittelschaum so lange ausströmen zu
lassen, bis er keine Harzlösung eingemischt
mehr enthält. Es ist
dann auch nicht mehr bei Wiederbenutzung des Gerätes notwendig, Schaum abzuspritzen,
bis er wieder Kunstharzlösung im vorgeschriebenen Mischungsverhältnis aufweist.
Beim erfindungsgemäß ausgebildeten Gerät besteht keine Gefahr des Verstopfens infolge
Schaumerhärtung in der Mischkammer, und es entströmt sofort. bei Inbetriebnahme
der Einstellung gemäß das erstrebte Fertiggemisch.
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An die Harzlösungsleitung kann eine absperrbare Luftleitung angeschlossen
sein. Dies ermöglicht, im Bedarfsfalle das fertige Gemisch noch um einen gewissen
Betrag aufzuschäumen oder aber beim Schaummittelschaum weniger Luft oder Gas anzuwenden
und nachträglich bei der Bereitung des Kunstharzfertigschaumes Ergänzungsluft bzw.
-gas mit der Kunstharzlösung einzubringen.
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Bei Vorhandensein einer zur Mischkammer führenden Luftleitung ist
es zweckmäßig, für den Materialeinfiuß eine gemeinsame Ein- und Abschalteinrichtung
vorzusehen derart, daß die Strömung des Schaummittelschaumstroms und der Kunstharzlösung
gleichzeitig einsetzt und aussetzt, der Luftstrom aber bei Abschalten erst später
aufhört, damit ein eingeschalteter Luftstrom beim Abstellen des Spritzgerätes immer
erst noch das Ausräumen der Mischkammer von Fertiggemisch besorgt und dabei zwangläufig
auch den in der Kammer noch stehenden Schaummittelschaum von der Kunstharzlösung
trennt, welche das Absperrorgan in der Kunstharzlösung bereits passiert hat. Dabei
ist es gleichgültig, ob es sich um eine Luftstromleitung handelt, welche zu der
in der Mischkammer befindlichen Düse führt, oder um eine Luftleitung, welche an
die Harzlösungsleitung angeschlossen ist, oder um eine Luftleitung, welche sowohl
in den Düsenschlitz mündet, als auch zur Harzlösungsleitung führt.
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In der Zeichnung sind Ausführungsformen der erfindüngsgemäßen Mischkammer
beispielsweise dargestellt.
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F i g. 1 zeigt im Mittelschnitt eine Mischkammer, Fig.2 im Mittelschnitt
eine besondere Ausführungsform der Kunstharzlösungseinführungsleitung.
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Gemäß Fig. 1 endet eine absperrbare Harzlösungsleitung 1 in ein Rohr
11, welches in eine rohrförmige Kammer 10 mit Austrittsöffnung 9 hineinragt. In
der Leitung für die Harzlösung, welche mit einem Druck von etwa 4 bis 5 atü zugeführt
wird, ist ein Dosierventil 3 vorgesehen, damit die Harzlösung in einem bestimmten
Mengenverhältnis zum Schaummittelschaum der Mischkammer angeliefert wird.
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Eine absperrbare Schaummittelschaumleitung 2 ist seitlich an die
Mischkammer 10 angeschlossen und an ihrer End- und Anschlußstelle mit einem Schaumfilter
7 versehen, so daß der noch grobblasig zuströmende Schaummittelschaum 6 nach Passieren
des Schaumfilters 7 in feinblasigem Zustand als Feinschaum 8 die Mischkammer 10
durchströmt.
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Das axial in die MischkammerlO hineinragende Rohr 11 führt über den
Anschluß der Schaummittelschaumleitung hinausreichend in die Mischkammer 10 hinein
und hat an seinem Ende eine Düse 4, welche als Auslaß einen durchmessermäßig zur
Kanuneraustrittsöffnung 9 hin sich erweiternden Ringschlitz aufweist. Dieser Ringschlitz
ist durch
einen am Rohrende angeordneten, gegebenenfalls verstellbaren kegelförmigen
Vorsatzkörper 12 gebildet.
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Die Düse 4 befindet sich nahe der gewöhnlich nur eine Rohrverengung
am Rohrende darstellenden Austrittsöffnung 9, so daß ein verhältnismäßig kleiner
Mischraum 5 für das Vermischen des Härtebeschleuniger für das härtbare Kunstharz
enthaltenden Schaurmnittelschaumes und der Kunstharzlösung zur Verfügung steht.
Für Kleingeräte ist eine Mischkammer in der dargestellten Größe verwendbar bzw.
ausreichend. Für größere bzw. Großgeräte kommen Mischkammern in Frage, welche das
doppelte oder ein mehrfaches Fassungsvermögen aufweisen, wobei die Einzelteile im
gleichen Verhältnis zueinander bleiben.
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Gemäß F i g. 2 ist hinter dem Regulierorgan 3- eine absperrbare Luftleitung
15 an die Harilösungsleitung 16 angeschlossen. -Statt dessen oder auch zusätzlich
dazu kann eine absperrbare Luftleitung 18 vorgesehen sein, welche in ringförmiger
Verteilung mit Einzelkanälen 13 endet, welche in der Wandung des Rohres 11 liegen
und an Rohrende 17 in den Ringschlitz 14 auf den kegelförmigen Vorsatzkörper 12
gerichtet münden. Das Gerät kann zur Materialförderung mit dem gleichen Luftdruck
betrieben werden und luftdruckgesteuerte Ventile aufweisen.