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Strickmaschine mit Nadeln, deren Fuß auf einer Seite zwei Kanten für
die Bewegung bzw. Führung der Nadeln aufweist Die Erfindung betrifft eine Strickmaschine
mit Nadeln, deren Fuß auf einer Seite zwei Kanten für die Bewegung bzw. Führung
der Nadeln aufweist, von denen nur eine mit dem Kulierschloßteil in Wirkverbindung
gelangt.
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Aufgabe der Erfindung ist es, zur Vermeidung einer Streifenbildung
infolge unterschiedlich großer Maschen die Abnutzung der Nadelfüße an ihren Oberkanten
zu verhindern.
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Bei den bekannten Strickverfahren verwendet man Nadeln und Platinen,
die mit dem sogenannten Nadel- bzw. Platinenfuß versehen sind. Diese Füße werden
mit dem entsprechenden Schloßteil in Eingriff gebracht, und die Nadeln und Platinen
erhalten dadurch die erforderliche Bewegung zur Maschenbildung.
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Durch die Verfeinerung der Nadelteilung, die Erhöhung der Tourenzahl
und die Unterbringung mehrerer Stricksysteme in einer Maschine wird eine erhöhte
Abnutzung der Nadel- und Platinenfüße bedingt. Die Folge davon ist, daß eine starke
Streifenbildung beim Bilden der Maschen auftritt, welche bis zur Unbrauchbarkeit
der Ware führen kann. Ganz besonders tritt der Fehler dann in Erscheinung, wenn
einzelne Nadeln oder Platinen ausgewechselt werden müssen; denn bei den neuen Teilen
ist der Fuß noch nicht abgenutzt, was zur Bildung eines lockeren Streifens in der
Ware führt.
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Die vom Erfinder durchgeführten Untersuchungen zur Aufklärung der
Ursachen für die Streifenbildung führten zu dem Ergebnis, daß die Streifen, welche
ein sichtbares Zeichen dafür sind, daß die Maschen zu eng sind, immer dann entstehen,
wenn die Abwärtsbewegung der die Maschen herstellenden Nadeln zu kurz ist. Dabei
zeigte es sich, daß die Abwärtsbewegung ausschließlich bei abgenutzten Nadeln deswegen
zu kurz ist, weil die Oberkante des Nadelfußes, welche mit den Kulierschloßteilen
zusammenwirkt, zu stark abgenutzt wird. Es war also ein Nadelfuß zu schaffen, der
auch nach längerem Gebrauch die gleiche Bewegungstiefe erreicht.
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Aus den folgenden Zahlen ist ersichtlich, welch starken Beanspruchungen
die maschenbildenden Teile ausgesetzt sind. Viele Jahre stand für das Stricken von
Frauenstrümpfen die einsystemige Maschine mit einer Arbeitsgeschwindigkeit von
180 Touren pro Minute zur Verfügung. Das bedeutete, daß jede Stricknadel
und Platine pro Tag in 24 Stunden 259 200 Bewegungen ausführte. Nach dem
neuesten Stand der Technik sind Rundstrickmaschinen zur Herstellung von Frauenstrümpfen
mit bis zu acht Stricksystemen bei einer Arbeitsgeschwindigkeit vor) über 200 Touren
pro Minute ausgestattet. Es wird bei einer solchen Maschine die Nadel und Platine
in 24 Stunden etwa 2 304 000mal bewegt.
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Es ist bereits eine Strickmaschine vorgeschlagen geworden, die mit
Nadeln ausgerüstet ist, deren Füße mindestens zwei Angriffsstellen aufweisen, von
denen eine nur während des Kulierens mit dem Gegenanschlag in Berührung kommt. Auch
bei dieser Vorrichtung soll die Abnutzung der Nadelfüße vermindert werden, um eine
Änderung der Maschengröße zu vermeiden. Dabei wird jedoch im Gegensatz zu der Erfindung
davon ausgegangen, daß die wesentlichste und größte Abnutzung der Nadelfüße an der
unteren Lauffläche dadurch eintritt, daß die Nadeln mit erheblicher Trägheitskraft
bei ihrer Abwärtsbewegung auf das Gegenschloßteil des Kulierschloßteiles auftreffen
und über ersteres hinweggleiten. Die Ab-
nutzung soll bei der bekannten Vorrichtung
dadurch vermieden werden, daß unter jeder Nadel ein mit ihr gemeinsam umlaufender
Anschlag angeordnet ist, der sich zur Erzielung gleichmäßiger Maschengröße im Bereich
der tiefsten Kuliersteuerung der Nadel mit seiner Unterkante gegen einen zweiten
mit dem Zylinder umlaufenden Anschlag abstützt und am Kulierpunkt mit seiner Oberkante
als Auflage für die hinter dem Nadelfuß in dem Führungskanal liegende Nadelunterkante
dient.
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Abgesehen davon, daß eine derartige Vorrichtung sehr aufwendig ist,
wird durch die Vermeidung der Abnutzung des Nadelfußes an der unteren Lauffläche
eine Vermeidung der Streifenbildung nicht sichergestellt.
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Die zuvor genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
die zwei Kanten an derjenigen Kante eines Fußes bzw. an denjenigen Kanten zweier
Füße
angeordnet sind, welche dem Nadelhaken zugekehrt sind.
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Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Strickwerkzeuge
wesentlich längere Zeit benutzt werden können als bei den bekannten Vorrichtungen,
ohne daß eine Streifenbildung auftritt.
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Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen.
Es zeigen F i g. 1 bis 6 in Seitenansicht verschiedene Varianten von
Nadelfüßen und zugehörigen Schloßteilen. Von dem Maschenbildungsvorgang sollen hier
nur die Bewegungen der Nadeln nach unten und der Platinen nach vom beschrieben werden.
Der Weg der Nadel beträgt etwa 18 mm, der Nadelfuß a gemäß F i
g. 1 kommt mit der Fläche c des Schloßteils b
in Eingriff, wodurch
die Nadel nach unten gebracht wird. Der tiefste -Punkt der Fläche c bestimmt die
Maschengröße oder Schleifenlänge. Ist der Nadelfuß bei al mehr oder weniger abgenutzt,
so entsteht eine kleinere Schleife und Masche, was dann einen festen Längsstreifen
in der Ware ergibt. Um gleichmäßige Schleifen bzw. Maschen trotz abgelaufener Nadelfüße
zu erhalten, muß die Nadel einen Angriffspunkt zum Schloßteil haben, der nicht einem
Reibungsweg von etwa 18 mm ausgesetzt ist, sondern nur an der tiefsten
Stellung mit dem Schloßteil in Eingriff kommt.
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F i g. 2 zeigt eine Nadel mit einem zweiten Fuß a-a, welcher,
sobald die Nadel durch das Zusammenwir-
ken von Fuß a und Schloßteil
b ungefähr den tiefsten Punkt erreicht hat, mit einem Schloßteil
d in Eingriff kommt, wodurch die Nadel die erforderliche tiefste Stellung
erhält.
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F i g. 3 zeigt eine Nadel mit einem zweistufigen Fuß a2 und
a3 sowie ein zweistufiges Schloßteil mit den Flächen cl und c2, wobei die Schloßteilfläche
c2 mit der Fußstufe a3 erst dann in Eingriff kommt, wenn die Nadel durch das. Zusammenwirken
der Schloßteilfläche cl mit der Fußstufe a2 ungefähr die tiefste Stellung erreicht
hat.
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F i g. 4 zeigt eine Nadel mit einer Aussparung e 'und einem
fing#rartigen Schloßteil f. Schloßteil f kommt mit Aussparung e -ersfin Eingriff,
wenn die Nadel durch Fuß a in ungefähr tiefste Stellung gebracht ist.
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F i g. 5 zeigt ein Schloßteil b, welches an der Stelle
c3 ausgespart ist, so daß der Nadelfuß a bei der Ab-
wärtsbewegung nur zum
Teil mit dem Schloßteil b
in Eingriff kommt. Erst wenn die Nadel ungefähr
den tiefsten Punkt erreicht hat, wird hier durch die Fläche c4 die Nadel in die
erforderliche Stellung gebracht.
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F i g. 6 zeigt eine Platine i mit den Stufen 1 und m,
welche mit den Stufen o und p des Schloßteils h so in Eingriff kommen, daß
eine dieser Stufen erst dann in Wirkung tritt, wenn die Platine die Stellung erreicht
hat, in der die Schleife vollständig gebildet wird. -