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Dichtsystem für Rotationskolbenmaschinen Die Erfindung bezieht sich
auf ein Dichtsystem für Rotationskolbenmaschinen mit einem Außenkörper und einem
in diesem drehbaren, auf einer Welle angeordneten Innenkörper, wobei in einem der
Körper Radial- und Axialdichtungen in sich schneidenden Nuten angeordnet sind, die
an der Umfangswand bzw. an den Seitenwänden des anderen Körpers entlanggleiten,
wodurch zwischen den Körpern in Umfangsrichtung hintereinanderliegende Arbeitskammern
gebildet werden, in denen wechselnde Drücke herrschen, und wobei radial innerhalb
jeder Axialdichtung eine die Welle umgebende Innendichtung vorgesehen ist. Derartige
Maschinen können als Brennkraftmaschinen, Verdichter, Pumpen, Expansionsmaschinen
u. dgl. verwendet werden.
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Bei den bekannten Dichtsystemen werden die Radial- und Axialdichtungen
durch besondere Verbindungsdichtungen miteinander verbunden, die gleichzeitig die
Radial- und Axialnuten voneinander absperren, um zu verhindern, daß Druckgas aus
der Arbeitskammer mit dem höchsten Druck in den von der Axialdichtung und der Innendichtung
begrenzten Ringraum und von dort über die Innendichtung und über die den anderen
Arbeitskammern benachbarten Abschnitte der Axialdichtung abströmen kann. Diese Verbindungsdichtungen
müssen, um ihre Funktion erfüllen zu können, engpassend in entsprechende Bohrungen
oder Aussparungen eingesetzt werden, was die Fertigung verteuert. Trotzdem wird
wegen der unvermeidlichen Herstellungstoleranzen und wegen der thermischen Verzüge
und elastischen Verformungen der Maschinenteile im Betrieb keine vollkommene Abdichtung
erzielt, weswegen Mittel vorgesehen werden, um den unerwünschten Druck in dem genannten
Ringraum abzubauen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Dichtsystem für Rotationskolbenmaschinen
zu schaffen, das keine hohen Anforderungen an die Herstellungsgenauigkeit stellt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Axialdichtung und/oder
die Radialdichtung so ausgebildet und angeordnet sind, daß sie den von der Axialdichtung
und der Innendichtung begrenzten Ringraum jeweils mit derjenigen Arbeitskammer in
Verbindung bringen, in der der höchste Druck herrscht, und daß der Druck in diesem
Ringraum die Axialdichtung im Bereich der übrigen Arbeitskammer(n) und die Innendichtung
dichtend an ihre Gegenflächen andrückt. Im Gegensatz zu den bekannten Anordnungen
wird also bei dem erfindungsgemäßen Vorschlag in dem genannten Ringraum ein Druck
aufrechterhalten, der selbst zur Abdichtung des Ringraumes gegenüber den angrenzenden
Räumen, in denen ein geringerer Druck herrscht, herangezogen wird.
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Die Innendichtung und die Axialdichtung können als im wesentlichen
koaxiale Ringe ausgebildet sein, wobei die Radialdichtungen, die in der Lage sein
müssen, gewisse Radialbewegungen auszuführen, unter Einschaltung von Zwischengliedern
stumpf an die äußere Umfangsfläche des Außenringes anstoßen und die Verbindung der
Arbeitskammer mit dem höchsten Druck mit dem Ringraum durch Verformung des Außenringes
auf Grund des Druckes des Arbeitsmediums in der Arbeitskammer mit dem höchsten Druck
erfolgt. Die beiden Ringe können in an sich bekannter Weise in einer gemeinsamen
Nut angeordnet und zu einem einzigen Ring mit zwei elastischen Dichtlippen zusammengefaßt
sein, von denen die eine Lippe an der einen und die ändere Lippe an der anderen
Nutwand dichtend anliegt. Dem von den beiden Lippen begrenzten Ringraum wird dadurch
Druckgas zugeführt, daß sich die radial äußere Dichtlippe im Bereich der Arbeitskammer
mit dem höchsten Druck unter diesem Druck etwas von ihrer Nutwand abhebt. Die Axialdichtung
braucht nicht unbedingt als in sich geschlossener Ring ausgebildet sein. Es ist
auch möglich, diese Axialdichtung von zwischen benachbarten Radialdichtungen angeordneten
Streifen und von an die Enden der Streifen anstoßenden und an der betreffenden Seitenwand
anliegenden Teilen der Radialdichtung zu bilden. Wenn' die Radialdichtung aus einer
an der Umfangswand des anderen Körpers entlanggleitenden Dichtleiste besteht, kann
eine Seitenwand der Dichtleiste eine Aussparung aufweisen, in die ein Einsatzstück
lose eingelegt ist, an das ein Ende des benachbarten axialen Dichtstreifens anstößt,
wobei Aussparung und Einsatzstück so bemessen sind, daß Druckgas aus dem Ringraum
in die Aussparung hinter das Einsatzstück
gelangen kann. Bei einer
Rotationskolbenmaschine mit mehreckigem Kolben, bei der an jeder Ecke -eine Radialdichtung
vorgesehen ist und jeweils zwischen zwei benachbarten Radialdichtungen . eine Arbeitskammer
liegt, bewirkt diese Ausbildung, daß die Axialdichtung im Bereich der Arbeitskammer
mit dem höchsten Druck unterbrochen wird, so daß Druckgas in den Ringraum gelangen
kann. Im Bereich der übrigen Arbeitskammern jedoch bewirkt der Druck im Ringraum
ein Anlegen der Axialdichtung an die diesen Arbeitskammern zugewandten Nutwände
und gleichzeitig an die benachbarte Seitenwand des Gehäuses, so daß eine einwandfreie
Abdichtung- dieser anderen Arbeitskammern gegeneinander und gegenüber der Arbeitskammer
mit dem höchsten Druck ereicht wird.
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Die Axialdichtung und die Innendichtung können in demselben Körper
angeordnet sein. Es ist jedoch auch möglich, die Axialdichtung in dem einen und
die Innendichtung in dem anderen Körper unterzubringen. Die Innendichtung braucht
auch nicht unbedingt axial beweglich sein, sondern es sind auch Ausführungen denkbar,
bei denen die Innendichtung radial beweglich ist, beispielsweise um den Ringraum
bei Maschinen, bei denen der Innen- oder der Außenkörper fest auf einer Welle angeordnet
ist, gegenüber dieser Welle abzudichten. Voraussetzung ist lediglich, daß durch
die beiden Dichtungen ein in sich geschlossener Ringraum begrenzt wird.
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Durch die Erfindung lassen sich als Axialdichtungen bei Rotationskolbenmaschinen
auch bekannte Dichtungsanordnungen verwenden, die nur gegen Druck von innen abdichten,
während die Axialdich= tungen normalerweise durch Druck von außen beaufschlagt werden.
Eine bekannte Dichtungsanordnung besteht aus zwei Ringabschnitten, deren Enden sich
wechselseitig überlappen und unter Druck von innen dicht aneinander anliegen. Durch
die Anordnung der Innendichtung kann diese Dichtungsanordnung als Axialdichtung
verwendet werden, da: der Druck- in dem durch diese beiden Dichtungen begrenzten
Ringraum die Axialdichtung von innen beaufschlagt. Die Radialdichtungen stoßen auch
bei diesem Dichtsystem unter Einschaltung von Zwischengliedern stumpf an die äußeren
Umfangsflächen der Ringabschnitte an.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand einiger Ausführungsbeispiele
im einzelnen erläutert. Es zeigt F i g. 1 einen Querschnitt durch eine Rotationskolbenmäschine
inTrochoidenbauartmit innenliegen= den Dichtteilen,-F i g. 2 ,einen Schnitt gemäß
Linie 2-2 in F i g. 1, F i -g. 3 eine perspektivische Ansicht der Dichtteile von
F i g. 1 und 2 an einer Anschlußstelle zwischen Radial- und Axialdichtung, F i g.
4 einen Schnitt ähnlich F i g. 2 mit einer anderen Ausführung des erfindungsgemäßen
Dichtsystems, F i g. 5 einen Schnitt ähnlich F i g. 1 mit einer weiteren Ausführung
des Dichtsystems, F i g. 6 einen Querschnitt durch eine Rotationskolbenmaschine
mit Kolbenschiebern, F i g. 7 einen Schnitt gemäß Linie 7-7 in F i g. 6, F i g.
8 einen Teilschnitt ähnlich F i g. 7 mit einer anderen Ausführungsform des Dichtsystems,
F i g. 9 einen Querschnitt durch eine Rotationskolbenmaschine mit zweieckigem Kolben
und innenliegenden Dichtteilen, F i g. 10 einen Schnitt gemäß Linie 10-10 in F i
g. 9, F i g. 11 einen Querschnitt durch eine Rotationskolbenmaschine in Trochoidenbauart
mit außenliegenden Dichtteilen, F i g. 12 einen Schnitt gemäß Linie 12-12 in F i
g. 11, F i g. 13 einen Schnitt gemäß Linie 13-13 in F i g. 12, und F i g. 14 eine
perspektivische Ansicht der in F i g. 12 und 13 dargestellten Dichtelemente und
Dichtteile.
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Es sei zunächst auf F i g. 1 bis 3 Bezug genommen. Die Rotationskolbenmaschine
besteht aus einem Gehäuse, das sich aus Seitenteilen 1, 2 und einem Mantel 3 mit
einer Innenfläche 4 in Form einer zweibogigen Epitrochoide zusammensetzt. In dem
Gehäuse ist ein dreieckiger Kolben 5 auf dem exzentrischen Teil 6 einer Welle 7
drehbar gelagert. Der Kolben 5 weist an seinen Ecken in Nuten 8 angeordnete Radialdichtungen
9 in Form von Dichtleisten auf, die an der inneren Mantelfläche 4 entlanggleiten,
wodurch drei volumenveränderliche Arbeitskammern A, B, C gebildet werden.
Im Mantel 3 des Gehäuses sind ein Einlaßkana110 für Frischgas, eine Zündkerze 11
und ein Auslaßkanal 12 für die verbrannten Gase angeordnet. In jeder Arbeitskammer
wird ein Viertakt-Verfahren durchgeführt. In der Arbeitskammer A findet der Ansaugtakt
statt, die Arbeitskammer B befindet sich im Zeitpunkt kurz nach der Zündung, und
die Arbeitskammer C befindet sich im Ausschubtakt. Die Drehrichtung des Kolbens
5 ist durch den Pfeil D gekennzeichnet.
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Zur seitlichen Abdichtung des Kolbens 5 gegenüber den Gehäuseseitenteilen
1, 2 sind in jeder Stirn-Seite des Kolbens 5 zwei axial bewegliche Ringe 13, 14
in miteinander in Verbindung stehenden Nuten 15, 16 angeordnet. Jede Radialdichtung
9 steht über Zwischenglieder 17, 17' mit dem radial äußeren Ring
13
in Verbindung. Die Glieder 17, 17' sind in Nuten 8' angeordnet, die sich
von den Radialnuten 8 zu der Ringnut 15 erstrecken, und sind mit korrespondierenden
Keilflächen versehen, um die bei Radialbewegungen der Dichtleiste 9 erforderliche
Längenänderung zu ermöglichen. Um den bei einer solchen Änderung entstehenden Spalt
18 abzudecken, sind, wie aus F i g. 1 und 3 ersichtlich, jeweils zwei Paare von
Gliedern 17, 17 spiegelbildlich in einer Nut 8' vorgesehen. Wie ersichtlich,
ist der Ring 13 so breit bemessen, daß er die Nut 8' abdeckt. Die Dichtteile werden
durch den Gasdruck an ihre Dichtflächen angedrückt. Zusätzlich können nicht dargestellte
Federn in üblicher Weise zum Andrücken verwendet werden. Die Ringe 13, 14 können
auch, wie auf der linken Seite der F i g. 2 dargestellt, in einer gemeinsamen Nut
angeordnet sein.
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Das aus den Teilen 9, 13, 14 und 17, 17' bestehende Dichtsystem arbeitet
in folgender Weise: In der Arbeitskammer B herrscht der höchste Druck, da in ihr
der Dehnungstakt vor sich geht, während in den Arbeitskammern A und C im wesentlichen
Atmosphärendruck herrscht. Der Druck in der Arbeitskammer B legt die diese Kammer
begrenzenden Dichtleisten 9 an die dieser Kammer abgewandten Nutwände 8 a an, gelangt
in die Nut 8 unterhalb der Dichtleiste 9 und drückt diese auch gegen die innere
Mantelfläche 4. Außerdem bewirkt der Gasdruck eine Anlage der Glieder 17 an der
benachbarten Gehäuseseitenwand 1 bzw. 2. Der Gasdruck wirkt auch auf
den
Außenring 13 und hebt diesen geringfügig von seiner radial äußeren Nutwand 15 a
ab. Dadurch kann Druckgas in die Nut 15 und die mit dieser in Verbindung stehende
Nut 16 des inneren Ringes 14 gelangen. Die Nuten 15, 16 bilden mit den sie begrenzenden
Dichtringen 13, 14 einen allgemein mit 20 bezeichneten Ringraum, der in sich geschlossen
ist und sich über den ganzen Umfang des Kolbens erstreckt. Der Druck in diesem Ringraum
20 legt den inneren Dichtring 14 an seine radial innere Nutwand 16 a und an das
benachbarte Seitenteil 1 bzw. 2 an, während der äußere Ring 13 im Bereich der Arbeitskammern
A und C an seine äußere Nutwand 15 a angedrückt wird, da der Druck in diesen Kammern
geringer ist als der Druck im Ringraum 20. Außerdem wird der Ring 13 auch an sein
benachbartes Gehäuseseitenteil l oder 2 angedrückt. Wie aus F i g. 2 ersichtlich,
überdeckt der Außenring 13 die Nut 8', in der die Zwischenglieder 17, 17' angeordnet
sind.
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Auf die beschriebene Weise wird eine vollkommene Abdichtung der einzelnen
Arbeitskammern A, B, C
voneinander und von dem Innenraum des Kolbens, in dem
die Lagerung auf dem Exzenter 6 vorgesehen ist, erreicht. Wenn sich der Kolben 5
in Drehrichtung D weitergedreht hat, kommt der Augenblick, in dem die Arbeitskammer
B mit dem Auslaßkanal 12 in Verbindung kommt, während sich in der Arbeitskammer
A der Verdichtungstakt seinem Ende nähert. Dann herrscht in der Arbeitskammer A
der höchste Druck, der dann, wenn er den Druck im Ringraum 20 übersteigt, den äußeren
Dichtring 13 in der vorher beschriebenen Weise etwas von seiner äußeren Nutwand
15 a abhebt, so daß wiederum Druckgas in den Druckraum 20 gelangen kann. Auf diese
Weise ist in jeder Stellung des Kolbens und bei allen Druckverhältnissen zwischen
den einzelnen Arbeitskammern eine einwandfreie Abdichtung gewährleistet.
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Das Ausführungsbeispiel gemäß F i g. 4 unterscheidet sich von dem
vorangegangenen Beispiel lediglich dadurch, daß an Stelle der beiden Ringe 13, 14
ein einziger Ring 21 mit zwei elastischen Lippen 22, 23 in einer Nut 24 vorgesehen
ist. Der Druck aus der Arbeitskammer mit dem höchsten Druck hebt die radial äußere
Dichtlippe 23 im Bereich dieser Arbeitskammer von der äußeren Nutwand 24 a ab, so
daß Druckgas in den Ringraum 20 gelangen kann. Der Druck im Ringraum 20 legt den
Dichtring 21 an das benachbarte Gehäuseseitenteil 1 bzw. 2 an, drückt die radial
innere Dichtlippe 22 an die radial innere Nutwand 24 b an und bewirkt außerdem eine
Anlage der Dichtlippe 23 an die äußere Nutwand 24 a im Bereich der anderen Arbeitskammern,
in denen geringere Drücke herrschen.
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In F i g. 5 ist wiederum eine Maschine in Trochoidenbauart entsprechend
F i g. 1 gezeigt, jedoch enthält hier der Kolben 5 ein etwas anders ausgebildetes
Dichtsystem. Während bei den bisherigen Ausführungsbeispielen die äußere Axialdichtung
als in sich geschlossener oder gegebenenfalls nach Art eines Kolbenringes geschlitzter
Ring 13 oder als endlose Dichtlippe 23 ausgebildet ist, wird bei F i g. 5 die äußere
Axialdichtung durch streifenförmige Ringabschnitte 25 gebildet, die sich jeweils
zwischen benachbarten Radialdichtungen 9 erstrecken und durch Teile der Radialdichtung
9, die an der betreffenden Gehäuseseitenwand anliegen. Zu diesem Zweck ist eine
Seitenwand der Dichtleiste 9 mit einer sich über die ganze Länge der Dichtleiste
erstreckenden Aussparung 26 versehen, in die ein Einsatzstück 27 lose eingelegt
ist. Das Einsatzstück 27 liegt am benachbarten Ende des einen Dichtstreifens 25,
und die Dichtleiste 9 liegt an dem benachbarten Ende des anderen Dichtstreifens
25 an. Die Aussparung 26 und das Einsatzstück 27 sind so ausgebildet, daß Druckgas
aus dem Ringraum 20 in die Aussparung 26 hinter das Einsatzstück 27 gelangen kann.
Die Wirkungsweise ist folgende: Es sei wiederum angenommen, daß in der Arbeitskammer
B der höchste Druck herrscht. Dieser Druck hebt den Dichtstreifen 25 im Bereich
dieser Arbeitskammer von seiner radial äußeren Nutwand 15 a ab, und Druckgas
gelangt in den Ringraum 20. Außerdem kann das Druckgas auch -durch die Nuten 8,
in denen die die Arbeitskammer B begrenzenden Dichtleisten angeordnet sind, in den
Ringraum 20 gelangen. Das Druckgas dringt auch in die Aussparungen 26 ein und drückt
die Einsatzstücke 27 gegen die Enden der betreffenden Dichtstreifen 25. Die den
Arbeitskammern A und C zugeordneten Dichtstreifen 25 werden durch den Druck im Ringraum
20 nach außen gegen die Nutwände 15 a und gegen das benachbarte Gehäuseseitenteil
gedrückt. In gleicher Weise erfolgt die Anlage der inneren Dichtung 14 an der inneren
Nutwand 16 a und an dem Gehäuseseitenteil.
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F i g. 6 und 7 zeigen die Anwendung des in F i g. 5 dargestellten
Dichtsystems auf eine Rotationskolbenmaschine mit Kolbenschiebern. Der Einfachheit
halber wurden für gleichartig wirkende Teile dieselben Bezugszeichen wie in F i
g. 5 verwendet. Diese Maschine weist ebenfalls ein Gehäuse, bestehend aus Mantel
3 und Seitenteile 1, 2, auf, in dem eine Kolbentrommel 30 angeordnet ist, die fest
auf einer exzentrisch im Gehäuse gelagerten Welle 32 sitzt und Radialnuten 8 aufweist,
in denen die als Kolbenschieber ausgebildeten Radialdichtungen 9' verschiebbar sind.
Wie insbesondere aus F i g. 7 hervorgeht, ist die Axialdichtung, die aus den Ringabschnitten
25' und den Bauteilen 27' unter Einbeziehung der Dichtleisten 9' besteht, in der
Kolbentrommel 30, die Innendichtung 14' dagegen im Gehäuseseitenteil 1 angeordnet.
Die Innendichtung 14' gleitet an der benachbarten Seitenwand 31 der Kolbentrommel
30 entlang. Von den Dichtungen 25', 27', 9' und 14' wird wiederum ein in sich geschlossener
Ringraum 20 begrenzt. Die Wirkungsweise des Dichtsystems ist genau dieselbe, wie
im Zusammenhang mit F i g. 5 beschrieben.
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Während bei den vorhergehenden Beispielen die den Ringraum20 begrenzendenDichtungen
in axialer Richtung beweglich sind, zeigt F i g. 8 eine Ausführung, bei der die
Innendichtung 14" radial beweglich ist und gegen die Welle 32 der Kolbentrommel
30 abdichtet. Diese Ausführung ist bei Maschinen möglich, bei denen die Drehachse
des Innenkörpers feststeht, also beispielsweise bei Maschinen entsprechend F i g.
6 oder bei Drehkolbenmaschinen in Trochoidenbauart. Auch in diesem Fall wird ein
in sich geschlossener Ringraum 20 gebildet.
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Eine weitere Ausführung des erfindungsgemäßen Dichtsystems ist in
F i g. 9 und 10 bei einer Rotationskolbenmaschine gezeigt, bei der die Dichtteile
ebenfalls am Innenkörper, d. h. am Kolben 5', angebracht sind. Gegenüber den Ausführungsbeispielen
gemäß F i g. 1 bis 3 besteht der einzige Unterschied darin, daß die Axialdichtung
aus zwei Ringabschnitten
40, 41 besteht, deren Enden sich wechselseitig
überlappen und durch Druck von innen dicht aneinander anliegen. Eine derartige Dichtung
ist in der deutschen Patentschrift 919 569 beschrieben. Die Wirkungsweise ist folgende:
Durch den Druck in der Arbeitskammer B werden die Ringabschnitte 40, 41 geringfügig
von ihrer äußeren Nutwand 15 a abgehoben, wodurch auch zwischen den Enden 40 a,
41 a ein Spalt entsteht, durch den Druckgas in den Ringraum 20 gelangen kann. Dieses
Druckgas drückt die Ringabschnitte 40, 41 im Bereich der Arbeitskammer A, in der
ein geringerer Druck herrscht, gegen ihre Nutwand 15 a und außerdem die Enden
40 b, 41 b in dichtende Anlage. Die Radialdichtungen 9 stehen wie beim Ausführungsbeispiel
gemäß F i g. 1 über Zwischenglieder 17,17' mit den äußeren Umfangsflächen der Ringabschnitte
40, 41 in Verbindung.
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Das erfindungsgemäße Dichtsystem läßt sich auch bei Rotationskolbenmaschinen
mit außenliegenden Dichtteilen verwenden. In F i g. 11 bis 14 ist das Dichtsystem
für eine Rotätionskolbenmaschine gezeigt, bei der die Außenkontur des Kolbens-50
die Form einer zweibogigen Epitrochoide hat, während die Innenfläche 51 des Gehäusemantels
3 der äußeren Hüllkurve dieser Epitrochoide entspricht. Der Kolben 50 ist
drehbar auf dem Kurbelzapfen 52 einer Welle 53 angeordnet. Der Kolben 50 ist @nür
gestrichelt eingezeichnet, um die von ihm überschliffenen Dichtteile sichtbar zu
machen. Das Dichtsystem besteht aus Radialdichtungen 54, die mit Spiel in Nuten
55 im Mantel 3 angeordnet sind, aus einer Axialdichtung 56 und einer Innendichtung
57, die axial beweglich in einer Ringnut 58 in jedem Seitenteil 1, 2 des Gehäuses
angeordnet sind, und aus Zwischengliedern 59 zwischen der Axialdichtung 56 und den
einzelnen Radialdichtungen 54. Die Zwischenglieder 59 sind mit Spiel in Nuten 60
angeordnet, deren Hutwände mit den Wänden der Nuten 55 für die Radialdichtungen
54 fluchten. Die Dichtringe 56,57 begrenzen wiederum einen Ringraum 20, der
jeweils mit derjenigen Arbeitskammer A, B oder C in Verbindung steht, in
welcher der höchste Druck herrscht. Dies ist in der Zeichnung für die Arbeitskammern
B der Fall. Der Druck in der Arbeitskammer B drückt die diese begrenzenden Dichtleisten
54 einmal an die dieser Arbeitskammpr abgewandte .Nutwand 55 ä und zum anderen
an die äußere Mantelfläche des Kolbens 50 an. Außerdem drückt dieser Druck die zugehörigen
Verbindungsglieder 59 an ihre der Kammer B
abgewandte Hutwand 60 a
und gegen die Stirnfläche 50 a des Kolbens 50. Schließlich hebt der Druck
die Axialdichtung 56 im Bereich der Arbeitskammer B geringfügig von der radial äußeren
Hutwand 58 a ab, so daß Druckgas in den Ringraum 20 gelangen kann. Dieser
Druck im Ringraum 20 legt in der vorher beschriebenen Weise die Innendichtung 57
an die innere Hutwand 58 b und die Axialdichtung 56 im Bereich der Arbeitskammern
A und C an die äußere Nutwand 58 a an und bewirkt gleichzeitig eine Anlage der Dichtungen
56 und 57 an der benachbarten Stirnfläche 50 a des Kolbens 50. Die Dichtleiste 54
kann in bekannter Weise ,geteilt sein, um eine Längenänderung zu ermöglichen.
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In allen Figuren sind die Dichtteile und Spalte aus Gründen der besseren
Anschaulichkeit erheblich vergrößert dargestellt. Die Stärke der Dichtleisten beispielsweise
beträgt meist nur wenige Millimeter, während die Spalte nur einige zehntel oder
hundertstel Millimeter breit sind.