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Kältefeste Düsentreibstoffe Aus der deutschen Auslegeschrift
1032 598 ist es bekannt, Düsentreibstoffen ein Gemisch von zwei-,
wertigen und einwertigen Alkoholen als Antleismittel zuzusetzen. Die britische Patentschrift
709 987 beschreibt die Verwendung von Äthern von Äthylenglykolen als Mittel
gegen das Festfressen von Motorenbenzin, die deutsche Auslegeschrift 1 ON
191 Pentandiole mit Hydroxylgruppen an benachbarten Kohlengtoffatomen als
Gefrierschutzmittel für Motorenbenzin, die französische Patentschrift
1108 312 aliphatische sauerstoffhaltige Verbindungen mit 6 bis 21
Kohlenstoffatomen, vorzugsweise aliphatische Diole, als Mittel gegen das Festfressen
von Motorenölen, die deutsche Auslegeschrift 1019 126 Mischungen von wenigstens
drei Verbindungen aus der Gruppe niedrigsiedender Alkohole und gleichzeitig aus
der Gruppe der Monoäther des Äthylen- und/oder Diäthylenglykols und die USA.-Patentschrift
2 668 522 eine Mischung von Isopropanol und Diisopropyläther als Mittel gegen
das Festfressen von Motorenölen, die USA.-Patentschrift 2 722 099 Äthylenglykol
und Homologe desselben zur Verwendung als Gefrierschutzzusatz von Dieselölen, die
deutsche Auslegeschrift 1028 383 aliphatische zweiwertige Alkohole mit
5 bis 8 Kohlenstoffatomen im Molekül als Gefrierschutzzusatz
für Flugzeugturbinentreibstoff und die deutsche Auslegeschrift
1067 635 aliphatische Pentandiole, deren Hydroxylgruppen an benachbarten
Kohlenstoffatomen haften, als Gefrierschutzzusatz zu Treibstoffen von Flugzeugturbinenmotoren.
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Aus der USA.-Patentschrift 1780 927 ist ein Gemisch aus Wasser
und einem Glykolmonoalkyläther und/oder einem Glykol als Gefrierschutzmittel für
Wasser bekannt.
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Es wurden nun kältefeste, die Schutzüberzüge im Inneren der Treibstofftanks
nicht angreifende Düsentreibstoffe, bestehend aus einer Kohlenwasserstoffbasis und
einem geringen Zusatz eines Gemisches aus einem mehrwertigen Alkohol mit einem Glykoläther,
gefunden, die dadurch gekennzeichnet sind, daß dieses Gemisch aus einem gesättigten
acyclischen Polyol mit 2 bis 5 C-Atomen und 2 bis 4 OH-Gruppen im Molekül,
deren jede an ein anderes C-Atom gebunden ist (Verhältnis OH: C = 0,66:1
bis 1:1) und einem als Kältezusatz bekannten Glykoläther der Formel R(OCH,CH#"OH
besteht, in der R einen Methyl- bis Butyl-, Phenyl oder Tolylrest und X eine ganze
Zahl von 1 bis 4 oder R Wasserstoff und X eine ganze Zahl von 2 bis 4 bedeutet.
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Vorzugsweise verwendet man 0,01 bis 1 Volumprozent,
insbesondere 0,01 bis 0,5 Volumprozent Gefrierschutzzusatz, der zweckmäßig
6 bis 50 Gewichtsprozent gesättigtes acyclisches Polyol und
50 bis 94 Gewichtsprozent Glykoläther enthält.
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Als mehrwertiger Alkohol wird in der Mischung vorzugsweise 1,2,3-Trihydroxybutan,
1,2,3-Trihydroxybutan, Erythrit oder Glycerin, als Glykoläther solche der oben angegebenen
Formel, worin R einen Methyl-, Äthyl-, Propyl- oder Butylrest, insbesondere einen
Methyl- oder Äthylerst und X eine ganze Zahl von 1 bis 4, insbesondere
1 oder 2 bedeutet, hauptsächlich Äthylenglykolmonomethyläther oder Diäthylenglykolmonomethyläther
verwendet. Besonders geeignet ist ein Gemisch aus Glycerin und Äthylenglykolmonomethyläther.
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Ferner können folgende mehrwertige Alkohole verwendet werden: 1,2-Dihydroxypropan,
1,3-Dihydroxypropan, 2-(Hydroxymethyl)-1,3-dihydroxypropan, Pentaerythrit, 1,2,3,4-Teträhydroxypentan,
1,2,3,
5-Tetrahydroxypentan, 1,2,4,5-Tetrahydroxypentan, 2-(Hydroxymethyl)-1,3,4-trihydroxybutan
und 1,2,3,
4,5-Pentahydroxypentan, sowie folgende Glykoläther: Äthyl-, Butyl-,
Phenyl- und Tolyläther von Äthylenglykol, Diäthylenglykolmonoäthyl-, -monobutyl-,
-monophenyl- und -monotolyläther, Triäthylenglykolmethyl-, -äthyl-, -phenyl- und
-tolyläther und außerdem Diäthylenglykol, Triäthylenglykol und Tetraäthylenglykol.
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Wenn man den mehrwertigen Alkohol und den Glykoläther zusammen als
Gefrierschutzzusatzmittel verwendet, erhält man im Vergleich zu den Einzelkomponenten
eine
synergistische Wirkung. So wird die Verstopfung insbesondere an engen Stellen des
Treibstoffsystems, z. B. an Filtern, Sieben, Ventilen oder Düsen, verhütet. Wesentlich
ist aber, daß auch die schädigende Wirkung auf die Harzüberzüge der Treibstoffbehälter,
die bei vielen Gefrierschutzzusatzmitteln auftritt, nicht vorhanden ist.
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In der Flugzeugindustrie ist es nämlich üblich, das Innere der Treibstoffbehälter
zum Schutz der bei der Herstellung verwendeten Legierungen mit einer Harzmasse zu
überziehen. In solchen mit Harz überzogenen Treibstoffbehältern freifen einige der
wirksamsten Zusätze zur Verhütung der Kälteblockierung den Überzug an, erweichen
ihn und/oder trennen ihn von der Metallgrundlage. Harzteile können so in die Brennstoffleitungen,
Siebe und Filter gebracht werden und behindern oder verhindern, daß der Treibstoff
zum Motor fließt.
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Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Düsentreibstoffe beruht
darauf, daß eine abgeschiedene Wasserphase leicht aus den Brennstoffbehältern entfernt
werden kann. In modernen Flugzeugen ist für das Abziehen der Wasserphase durch Schnellabzugsrinnen
am Boden der Brennstoffbehälter gesorgt. In kaltem Klima und wenn man nur mit üblichen
Düsentreibstoffen arbeitet, kann die Wasserphase gefroren sein, so daß die Entfernung
ohne Erhitzen der Treibstoffbehälter, das schwierig und oft gewagt ist,
unmöglich ist. Wenn man aber den Treibstoff der Erfindung verwendet, wandert
wenigstens ein Teil des Zusatzes vom Brennstoff in die Wasserphase; die Menge reicht
dazu aus, das Gefrieren der Wasserphase, selbst bei sehr niedrigen Temperaturen,
zu verhüten.
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Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung: Beispiel
1
Es wurden Aluminiumlegierungsblättchen von 2,5 - 15 cm geprüft, die
mit verschiedenen Mischungen von Buna N (Butadien-Acrylnitril-Mischpolymerisat)
und einem phenolischen Harz, aufgelöst in einem Lösungsmittel, überzogen waren;
bei der Versuchsreihe wurde die Wirkung verschiedener Konzentrationen einer Mischung,
die 90 % Äthylenglykolrnonomethyläther und 10 Gewichtsprozent Glycerin
enthielt, in JP-4-Düsentreibstoff auf die Überzüge bestimmt. Duplikatblättchen
A und B wurden aus jedem Überzugsmaterial hergestellt und folgendermaßen
geprüft: Es wurde so viel Treibstoff in Glaskrüge gebracht, daß ein Blättchen etwa
halb eingetaucht war., wenn es in den Krug gestellt wurde. Die Krüge mit den Blättchen
wurden dann 14 Tage bei 60'C in einen Ofen gestellt und die Lösungen jeden
Tag gewechselt, um die Neufüllung der Tanks im Flugzeug nachzuahmen.
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Bei diesen Tests wurden drei Bestimmungsverfahren verwendet. Bei der
ersten Prüfung wurde täglich ein Daumenreibtest durchgeführt. Dieser Test ist nur
qualitativ, kann aber die Entwicklung von Klebrigkeit oder Erweichung des Überzugs
zeigen. Bei diesen Tests waren alle Überzüge zufriedenstellend.
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Die zweite Prüfung war ein Bleistifthärtetest, der mit jedem Blättchen
nach dem Zeitraum von 14 Tagen durchgeführt wurde. Bei diesem Text wurde die überzogene
Oberfläche des Blättchens mit einem Bleistift
(A. W. Faber, Castell Nr.
9000) gezeichnet, und der härteste Blei, der über den Überzug gezogen werden
konnte, ohne ihn zu ritzen, gab die Bleistifthärte an. Bei dieser Versuchsreihe
wurde die Härte an Hand einer Skala von
1 bis 20 in aufsteigender Reihenfolge
folgendermaßen, bezogen auf die
A. W. Faber, Castell Nr.
9000 Bleistifthärteskala,
bezeichnet.
| 1 = 8 B 6 = 3 B 11 = H 16 = 6H |
| 2 = 7B 7 - 2B 12 = 211 17 = 7H |
| 3 = 6B 8 = B 13 = 311 18 8B |
| 4 = 5B 9 = HB 14 = 4H 19 9H |
| 5 = 4B 10 # F 15 = 511 20
10 EI |
Die dritte nach dem Testzeitraum durchgeführte Prüfung war der Scotch-Tape-Test.
Der Überzug wurde mit einer Stahlreissahle quer gekratzt, anschließend ein Stück
Scotch Tape fest auf den Film gepreßt und dann abgezogen. Erweichte oder schwach
anhaftende Filme werden mit diesem Streifen entfernt. Die Bleistifthärte und der
Scotch-Tape-Test ergaben die in der Tabelle I wiedergegebenen Werte.
| TabeIle 1 |
| Überzug Nr. 1 Überzug Nr. 2 |
| Ver- Geprilfte Flüssigkeit Blättchen A Blättchen B Blättchen
A Blättchen B |
| ch Zusammensetzung und LVI/0 Blei- Blei- Blei- Blei- |
| Nr. Stift- Scotch stift- Scotch stift- Scotch stift- Scotch |
| härte Tape härte Tape härte Tape härte Tape |
| 1 JP-4 Düsentreibstoff, 100 0/ ............. 13
gut (OK) 12 gut 13 gut 13 gut |
| 2 JP-4 + 0,05 % Äthylenglykolmono- |
| methyläther ............ 13 gut 12 gut 13 gut
13 gut |
| 3 JP-4 + 0,05 % Mischung* ............. 13
gut 12 gut 13 gut 12 gut |
| 4 JP-4 + 0,10 Äthylenglykolmono- |
| methyläther ............ 12 gut 12 gut 12 gut
13 gut |
| 5 JP-4 + 0,10 Mischung* ............. 13
gut 12 gut 13 gut 13 gut |
| 6 JP-4 + 0,50 Äthylenglykolmono- |
| methyläther ............ 13 gut 13 gut
13 gut 11 gut |
| 7 1 JP-4 + 0,500/, Mischung* ............. 13
gut 1 11 1 gut 13 gut 11 gut |
| *) Äthylenglykolrnonomethyläther-Glycerin-Mischung im
Verhältnis 90:10, wie oben erläutert. |
Dieses Beispiel zeigt, daß Treibstoffe, die einen öder beide Bestandteile des Zusatzes
enthalten, die Überzüge nicht schädigen. Beispiel 2 Da sich bei Betrieb häufig in
den Brennstoffzellen eines Strahltriebflugzeugs eine Wasserphase bildet
und
da ein oder beide Bestandteile der Zusatzmischung der Erfindung wenigstens teilweise
in die Wasserphase wandgrn, wurde eine Versuchsreihe durchgeführt, bei der mit den
Überzügen des Beispiels
1 überzogene Duplikatblättehen in Wasser eingetaucht
wurden, das Äthylenglykolmonomethyläther enthielt, in Wasser das Glycerin enthielt
und in Wasser, das die Mischung von Äthylengly-kolmonomethyläther und Glyzerin im
Verhältnis
90: 10 enthält. Die Flüssigkeit wurde auf
60'C gehalten,
und die Versuche wurden 14 Tage lang durchgeführt. Die Prüfung der Bleistifthärte
und die Scotch Tape Tests wurden anschließend durchgeführt. Die Versuchswerte sind
in der Tabelle II wiedergegeben.
| Tabelle II |
| Überzug Nr. 1 Überzug Nr. 2 |
| Ver- Geprüfte Flüssigkeit Blättchen A Blättchen B Blättchen
A Blättchen B |
| such Zusammensetzung und LVO/#, Blei- Blei- Blei B ei: |
| Nr. Stift- Scotch Stift- Scotch Stift: Scotch 't ft Scotch |
| härte Tape härte Tape härte Tape härte |
| Tape |
| 1 Wasser, 1000/ . ................... 10 gut
(OK) 7 gut 8 geringer 7 geringer |
| Verlust |
| Verlust |
| 2 Wasser + 25 0/, Äthylenglykolmono- |
| methyläther ........ 6 gut 4 gut 3 gut
3 gut |
| 3 Wasser + 50 0/, Äthylenglykolmonom |
| methyläther ........ 5 geringer 6 geringer
8 gut 6 gut |
| Verlust Verlust |
| 4 Wasser + 25 0/0 Glycerin .......... 10 gut
9 gut 11 gut 8 gut |
| 5 Wasser + 50 0/, Glycerin ..........
10 gut 9 gut 11 gut 9 gut |
| 6 Wasser + 75 11/0 Glycerin ..........
12 gut 11 gut 12 gut 11 gut |
| 7 Glycerin, 100 0/0 .................. 13 gut
13 gut 13 gut 11 gut |
| 8 Wasser + 25 0/0 Mischung .......... 8
gut 7 gut 3 gut gut |
| 9 Wasser + 50 0/, Mischung .........
6 gut 5 geringer 14 gut 14 gut |
| Verlust |
Diese Versuche sind als ungewöhnlich hart zu betrachten, da alle Konzentrationen
der verschiedenen Zusätze in Wasser viel größer sein dürften, als es beim praktischen
Betrieb eintritt, wenn die Kombinationszusätze der vorliegenden Erfindung dem Benzin
in Mengen von
0,01 bis
1 Volumprozent zugesetzt werden.
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Die nachfolgenden Vergleichsversuche betreffen die Wirkung des erfindungsgemäßen
Gefrierschutzzusatzes auf den Überzug des Treibstoffbehälters. Diese Wirkung ist
nicht nur eine Nebenwirkung, sondern eine der wichtigsten Vorteile der Erfindung.
Die Tatsache, daß die erfindungsgemäßen Düsentreibstoffe die Überzüge des Treibstoffbehälters
nicht angreifen, war sehr wahrscheinlich der Hauptgrund dafür, das sie von der
U. S. Air Force in Militärflugzeugen verwendet wurden. Demgegenüber wäre
der Gefrierschutzzusatz der deutschen Auslegeschrift 1019 126
zur Verwendung
in Treibstoffbehältern moderner Düsenflugzeuge oder zur Verwendung in anderen Treibstoffbehältern,
die mit Harzüberzügen ausgekleidet sind, in keiner Weise zufriedenstellend. Aus
den folgenden Versuchswerten geht eindeutig ein Fortschritt gegenüber dem in der
deutschen Auslegeschrift beschriebenen Gefrierschutzzusatz hervor. Selbst, wenn
man unterstellt, daß der erfindungsgemäß und der in der deutschen Auslegeschrift
beschriebene Gefrierschutzzusatz bezüglich der Gefrierschutzwirkung im wesentlichen
gleich sind, so ist der erfindungsgemäße Zusatz trotzdem erheblich überlegen, da
der vielwertige Alkohol die Überzüge der Brennstoffbehälter vor der auflösenden
Wirkung des Glykoläther schützt. Aus den Werten geht hervor, daß die einwertigen
als Zusatz gemäß der deutschen Auslegeschrift verwendeten Alkohole die Treibstoffbehälterüberzüge
nicht schützen. Beispiel 3
Es wurde eine Versuchsreihe ausgeführt, um die
Wirkung von erstens einem erfindungsgemäßen Gefrierschutzzusatz und zweitens einem
Gefrierschutzzusatz gemäß der deutschen Auslegeschrift 1019 126
auf einen
typischen Überzug eines Treibstoffbehälters zu vergleichen, der üblicherweise zum
Auskleiden oder Überziehen des Inneren von Treibstoffbehältern großer Düsenflugzeuge
verwendet wird.
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Diese Versuche wurden folgendermaßen ausgeführt. Es wurde zunächst
ein Zusatz mit folgender Zusammensetzung hergestellt:
| Gewichtsprozent |
| Äthylenglykolmonomethyläther ..... 87,3 |
| Glycerin ......................... 12,7 |
| 100,0 |
Diese erste Zusatzmischung wird nachfolgend als erfindungsgemäßer Zusatz bezeichnet.
Ferner wurde eine zweite Zusatzmischung von folgender Zusammensetzung hergestellt:
| Gewichtsprozent |
| Methanol ........................ 8,2 |
| Isopropanol ...................... 8,2 |
| Äthylenglykolmonomethyläther ..... 16,7 |
| Äthylenglykolmonoäthyläther ...... 16,7 |
| Diäthylenglykolmonomethyläther ... 25,1 |
| Diäthylenglykolmonoäthyläther ..... 25,1 |
| 100,0 |
Diese zweite Zusatzmischung wird nachfolgend als Zusatz gemäß der deutschen Auslegeschrift
1019 126
bezeichnet.
. a wurden dann wäßrige Lösungen
von jeder der erwähnten Zusatzmischungen hergestellt und zu-
sammen mit destilliertem
Wasser auf die im Beispiel 2 .beschriebene Weise geprüft. Diese Versuche wurden
dreifach ausgeführt, wobei Aluminiumblättchen verwendet wurden, die mit der gleichen
Überzugsmasse Nr.
1 überzogen waren. Die Versuchszeit betrug 14 Tage; anschließend
wurde die Prüfung bAendet. Die Ergebnisse der Bleistift-Härtetests und des Scotch-Tape-Adhäsionstests
sind unten wiedergegeben.
| Bleistift-Härtewerte |
| Zusammensetzung der zu prüfenden Lösung in Volumprozent |
| Verstrichene Zeit 75 0/, Zusatz gemäß der |
| in Tagen deutschen Auslegeschrift |
| 75 erfindungsgemäßer Zusatz 1019126 |
| 25 destilliertes Wasser 25 0/0 destilliertes
Wasser 100 0/" destilliertes Wasser |
| 0 15-15-15 15-15-15 15-15-15 |
| 3 6-6-6 3-3-3 7-7-8 |
| 7 7-7-8 3-3-3 7-7-8 |
| 11 8-7-7 3-3-3 7-7-8 |
| 14 8-8-10 3-3-3 6-7--8 |
| Adhäsionstest gut - gut - Verlust gut
- gut - gut gut - gut - gut |
Die obigen Tests zeigen eindeutig, daß der Zusatz gemäß der deutschen Auslegeschrift
1019 126 verglichen mit destilliertem Wasser oder der gleichen Konzentration
des erfindungsgemäßen Zusatzes auf die Auskleidung eines Treibstoffbehälters zerstörend
wirkt. Das Überzugsmaterial des Treibstoffbehälters auf den Blättchen, die dem Zusatz
gemäß der deutschen Auslegeschrift ausgesetzt waren, verlor beim Test einen wesentlichen
Teil der Härte. Beim Vergleich dieses Tests mit den Erfahrungen, die beim Betrieb
von Düsenflugzeugen gesammelt wurden, zeigte sich, daß Treibstoffbehälterauskleidungen
mit Härtewerten von etwa
3 nicht zufriedenstellend sind; die Auskleidung
hält nicht lange, und das Düsenflugzeug ist schließlich Demgegenüber den Anforderungen
wurden mit dem nicht erfindungsgemäßen gewachsen' Zusatz wesentlich bessere Ergebnisse
als mit dem Zusatz gemäß der deutschen Auslegeschrift
1019 126
erhalten. Der
erfindungsgemäße Zusatz erweist sich -praktisch bei der ganzen Prüfung destilliertem
Wasser als äquivalent oder überlegen. Am E4de des Tests ist der erfindungsgemäße
Zusatz destilliertem Wasser eindeutig überlegen; daraus geht hervor, daß der erfindungsgemäße
Zusatz nach einer anfänglichen Induktionsperiode günstige Wirkung auf die Treibstoffbehälterauskleidung
zeigt. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich bei Treibstoffbehälterauskleidungen beim
Flug von Düsenflugzeugen. Diese Erfahrung in der
-Praxis ergab,
_ daß Treibstoffbehölterüberzüge mit Härtewerten von
6 oder mehr im
Laufe längerer Zeit zufriedenstellend sind.
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Beispiel 4 Es wurde eine weitere Versuchsreihe auf die im Beispie12
beschriebene Weise ausgeführt. Diese Versuchsreihe wurde durchgeführt, um die Wirkung
einer Wasserphase, die die Kombinationszusätze der Erfind-ung sowie Äthylenglykolmonomethyläther
allein enthält, auf die Treibstoffbehälterüberzüge festzustellen. Die Tests wurden
dreifach ausgeführt, wobei Aluminiumblättchen verwendet wurden, die mit der ,gleichen
Überzugsmasse Nr.
1 überzogen waren. Di
- e Testdauer betrug 14 Tage;
anschließend wurde der Test beendet. Folgende Bleistift-Härtewerte wurden nach 14tägiger
Testdauer erhalten:
| Bleistif thärte |
| Geprüfte ' Flüssigkeit nach 14 Tagen |
| Zusammensetzung und LVO/" (Durchschnitt |
| von drei Tests) |
| 25 0/, Zusatzmischung Nr. l* ..... 7 |
| 75 Wasser ................... |
| 25 Zusatzmischung Nr. 2 * ..... 7 |
| 75 Wasser ................... |
| 25 Zusatzmischung Nr. 3 * ..... 7 |
| 75 Wasser ................... |
| 25 Äthylenglykohnonomethyl- |
| äther ..................... 4 |
| 75 Wasser ................... |
| Zusatz Nr. 1 |
| 97,4 Gewichtsprozent Äthylenglykolmonomethyläther, |
| 2,6 Gewichtsprozent Glycerin. |
| Zusatz Nr. 2 |
| 98,7 Gewichtsprozent Äthylenglykolmonomethyläther, |
| 1,3 Gewichtsprozent Glycerin. |
| Zusatz Nr. 3 |
| 99,35 Gewichtsprozent Äthylenglykolmonomethyläther, |
| 0,65 Gewichtsprozent Glycerin. |
Aus den obigen Wprten geht hervor, daß bei Verwendung von nur
0,65 Gewichtsprozent
mehrwertigem Alkohol, wie z. B. Glycerin, im erfindungsgemäßen Zusatz eine erhebliche
Verbesserung gegenüber der Verwendung eines Glykoläthers, wie z. B. Äthylenglykolmonomethyläther,
allein erzielt wird.
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Aus den obigen Testergebnissen der Beispiele 3 und 4 geht insgesamt
hervor, daß Mischungen von einwertigen Alkoholen und Glykoläthern, wie sie in der
deutschen Auslegeschrift 1019 126 beschrieben sind, Mischungen von einem
vielwertigen Alkohol und einem Glykoläther stark unterlegen sind. Der vielwertige
Alkohol des erfindungsgemäßen Gefrierschutzzusatzes schützt nämlich die Auskleidung
des Treibstoffbehälters vor der lösenden Wirkung des Glykoläthers. Die einwertigen
Alkohole, wie sie in den Zusätzen der deutschen Auslegeschrift verwendet
werden,
schützen die Auskleidung des Treibstoffbehälters nicht.
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Die üblichen Düsenmotortreibstoffe bestehen aus einer Mischung von
Kohlenwasserstoffen, die im Bereich von etwa 38 bis 370'C sieden,
wie z. B. Gasöle, Kerosin und Benzine einschließlich Flugbenzin. Benzine des Paraffin-
und Naphthentyps haben relativ geringen Aromatengehalt, d. h. nicht mehr
als etwa 20 Volumprozent Aromaten (flüssig), sowie Treibstoffe des aromatischen
Typs mit hohem Gehalt an Aromaten im Bereich von etwa 20 bis zu etwa 88 Volumprozent
Aromaten oder mehr (flüssig) können verwendet werden, wenn man Turbo-Flugzeugmotoren
mit kontinuierlicher Verbrennung betreibt. Man kann Düsentreibstoffe mit weitem
Siedebereich, wie z. B. JP-3 und JP-4, oder Treibstoffe der Kerosinart, wie z. B.
JP-5, verwenden, deren Siedebereich im allgemeinen etwa 93 bis etwa
316'C
beträgt.
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Die Erfindung wurde zwar insbesondere hinsichtlich der Düsenmotortreibstoffe,
besonders des JP-4-Düsentreibstoffbenzins, beschrieben, ist aber nicht darauf beschränkt.
Die Erfindung kann auf alle Arten von Düsentreibstoffen angewendet werden.
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Die er erfindungsgemäßen Düsentreibstoffe können auch üblicherweise
verwendete andere Zusätze, wie z. B. Antikorrosionsmittel oder Oxydationsinhibitoren,
enthalten.