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Durchflußmengenmeßapparat für Rieselgüter Die Erfindung bezieht sich
auf eine vorwiegend in der Getreidemüllerei anzuwendende Vorrichtung, mit welcher
der Zerkleinerungsgrad der Schrotungen, Auflösungen und Mahlungen kontrolliert wird,
um eine möglichst gleichmäßig fortschreitende Aufschließung des Getreidekornes zu
erzielen.
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Bisher war es dem Fingerspitzengefühl des Bedienungspersonals vorbehalten,
diesen Arbeitsprozeß zu beeinflussen. Die Aufgabe besteht also darin, an Stelle
von Schätzungen exakte Meßwerte zu erhalten, diese in eine Zentrale zu leiten, sie
zu überwachen und, wenn erforderlich, die Arbeitsgänge zu ändern.
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Es wurden in den letzten Jahren zwar verschiedene Vorschläge bekannt,
die sich bis heute jedoch nicht durchzusetzen vermochten, weil die praktischen Ausführungen
entweder zu kompliziert, zu unempfindlich oder zu teuer waren.
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Es soll die Menge eines Materialstromes, bestehend aus mehr oder
weniger zerkleinertem Getreide im kontinuierlichen Arbeitsablauf, ohne diesen zu
stören, gemessen und jede mengenmäßige Veränderung innerhalb gewisser Grenzen angezeigt
werden.
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Es ist eine Einrichtung bekanntgeworden, bei der der Materialstrom
in eine kurze, horizontal arbeitende Schnecke läuft, die einschließlich ihres Antriebes
die Lastschale einer Waage bildet. Wenn nun mehr oder weniger Mahlgut in diese Schnecke
läuft und sich dort immer eine gleichbleibende Zeit aufhält, schlägt die Waage nach
Plus oder Minus, von einem eingestellten Sollwert aus gerechnet, aus. Diese Ausschläge
können mit den üblichen Mitteln ferngeleitet und zu Einstelländerungen der Arbeitsmaschinen
ausgewertet werden. Die Zu-und Abläufe der Schnecke sind elastisch mit den festen
Zu-und Ablaufrohren verbunden. Diese Einrichtung ist kostspielig und erfordert verhältnismäßig
viel Raum.
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Eine andere Erfindung benutzt die Energie eines unter einem bestimmten
Winkel ankommenden Materialstromes zur Ablenkung einer Pendelklappe.
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Der Grad der Ablenkung wird gemessen und in bekannter Weise elektronisch
weitergeleitet.
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Es wird ferner vorgeschlagen, den Materialstrom in einem runden Fallrohr
senkrecht über mehrere an einem Waagebalken aufgehängte Kaskaden zu leiten und die
auftretenden Gewichtsdifferenzen in bekannter Weise zu verwerten.
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Eine andere Erfindung benutzt den unter einer bestimmten Neigung
ankommenden Materialstrom zum Antrieb eines Schaufelrades, ähnlich wie es bei einem
unterschlächtigen auf » Flucht « laufenden Wasserrades zu beobachten ist. Die Energie
wird zum An-
trieb eines Gleichstrommotors ausgenutzt. Kommt rnehr oder weniger Material,
ändern sich die Drehzahlen und damit die Spannung. Diese Spannungsänderungen werden
verstärkt und in bekannter Weise ausgewertet. Auch diese Apparate sind entweder
zu teuer oder zu ungenau und entsprechen in keinem Fall den rauhen Bedingungen einer
Mühle.
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Es wurde also bisher die kinetische Energie eines gleichmäßig fließenden
oder senkrecht fallenden Materials benutzt, um Rückschlüsse auf dessen Menge zu
ziehen. Bei der Anwendung einer an einem Wiegebalken oder einer Federwaage aufgehängten
Kaskade tritt die Energie des freien Falles ebenfalls störend in Erscheinung. Lediglich
die Methode, das Material in einer Schnecke zu wiegen, gewährleistet eine ausreichende
Genauigkeit. Derartige Einrichtungen sind in automatisch arbeitenden Mühlen, abgesehen
vom hohen Preis, aus räumlichen Gründen in den meisten Fällen nicht unterzubringen.
- Es muß also die Energie des Materialstromes zunächst vernichtet werden und dieser
dann auf kleinstem Raum auf einfache Weise gewogen werden. Dabei ist nicht die Feststellung
des absoluten Gewichtes erforderlich, sondern nur die Kenntlichmachung der Abweichungen
von einem Standardnullpunkt.
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Die vorliegende Erfindung löst diese Aufgabe in der Weise, daß das
Rieselgut, zwecks Vernichtung der Fallenergie, in einen Staukasten eines pendelnd
aufgehängten Wiegerohres fällt. Der Staukasten und das Wiegerohr sind unter einem
bestimmten Winkel fest miteinander verbunden. Im Schwerpunkt des Staukastens ist
eine Achse angeordnet, die in einem das Wiegerohr und Staukasten umfassenden Gehäuse
gelagert ist. Mit einem auf dieser Achse angeordneten Hebel wird das Wiegerohr im
Leerzustand durch Verschieben eines Gewichtes austariert. Beginnt der Materialstrom
zu fließen, wird dessen kinetische Energie im Staukasten vernichtet, und das Mehr-oder
Mindergewicht der abfließenden rieselgutes lenkt das Wiegerohr von der fixierten
Nullstellung mehr oder weniger ab. Die dadurch bedingte Drehbewegung der fest mit
dem Wiegerohr und Staukasten verbundenen Pendelachse wird, entsprechend
übersetzt,
elektronisch verstärkt ferngeleitet und-zur Kontrolle und weiteren Veranlassung
benutzt.
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Die Vorrichtung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt. Es
zeigt Abb. 1 eine Seitenansicht der Anordnung, das Wiegerohr ohne Last, Abb. 2 eine
Ansicht von vorn bei abgenommener Vorderwand,..
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Abb. 3 eine Seitenansicht wie Abb. 1, das Wiegerohr jedoch mit voller
Last.
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Das Material gelangt durch Zulaufrohr a in den Staukasten b des damit
verbundenen pendelnd aufgehängten Wiegerohres c. Dieses ist drehbar im Gehäuse d
auf der Achse e in Kugellagern oder Schneiden und Pfannen gelagert. Mit der Achse
e ist der hebel f mit gewicht g und der Meßhebel h verbunden. Unter dem Gehäuse
d sind der Trichter i und das Ablaufrohr-k angeordnet.
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Durch den Staukasten b wird die Fallgeschwindigkeit des zulaufenden
materials abgebremst bzw. ganz vernichtet. Das Wiegerohr c wird durch Verschiebung
des Gewichtes-g so austariert,-daß es im Leerzustand die Stellung n einnimmt. Bei
Materialzulauf wird sich das Wiegerohr c, je nach der Stärke des Zulaufes, mehr
oder weniger in Richtung o neigen, und der Meßzeiger h wird die Strecke n-o bestreichen
bzw. abtasten. - Weil die Mitte des Staukastens b mit der Pendelachse e zusammenfällt,
wirkt sich die Energie des Materialfalles nicht auf das Gewicht aus.
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Der Ausschlag des Wiegerohres c und des damit über die Achse e verbundenen
Meßzeigers h zeigen demnach lediglich die Zu- und Abnahme der Materialmenge an.
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Das Gewicht p wird in Sonderfällen erfindungsgemäß durch eine Feder
q ersetzt, deren Spannung durch die Mutter r den jeweiligen Verhältnissen angepaßt
werden kann. Die Vorrichtung muß also jewels dem Bedarfsfall entsprechend justiert
und empirisch geeicht werden.
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Die Meßeinrichtungen und die Fernübertragung der Meßwerte sind nicht
dargestellt und beschrieben, weil sie zum bekannten Stand der Technik gehören.