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Navigationsgerät Die Erfindung betrifft ein Navigationsgerät zur Standortbestimmung
mit einem Sternglobus, der vom Beobachter nach Sicht mit Sternen zur Deckung gebracht
wird, die sich in der Umgebung des ebenfalls ins Sichtfeld gerückten Erdhorizontes
befinden, sowie mit einem konzentrisch zum Sternglobus gelagerten Erdglobus, der
mit einem Netz von Längen- und Breitenkreisen bedeckt ist, wobei die beiden Globen
mittels Sternzeituhr relativ zueinander um die gemeinsarne Polachse drehbar sind.
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Im Zeitalter des Düsenfluges und der Raumschifffahrt ist es eine
immer dringender werdende Aufgabe geworden, den Insassen eines Raumfahrzeuges oder
eines schnell fliegenden Flugzeuges jederzeit die Bestimmung ihrer Position über
der Erde zu ermöglichen. Zwar wurden bereits zahlreiche Systeme entwickelt, bei
denen zur Ermittlung solcher Informationen sehr genau arbeitende Rechengeräte verwendet
werden, doch benötigt man auch ein System, bei dem die Benutzung von Rechengeräten
nicht erforderlich ist. Zwar erreicht ein solches System die hohe Genauigkeit eines
Rechengerätsystems nicht, bietet jedoch den Vorteil, daß es auf Grund einfacher
Anweisungen von jeder beliebigen Person bedient werden kann. Beispielsweise kann
es infolge Erkrankung eines Raumfahrers während des Pfluges notwendig werden, daß
das Fahrzeug von Personen gesteuert wird, die mit den Rechengerätsystemen nicht
vertraut sind. Oder es kann vorkommen, daß während des Raumfluges Karten, Tabellen,
Rechengeräte usw. zerstört werden. Schließlich können auch Notsituatonen auftreten,
in denen die Position des Fahr zeuges nicht in Ruhe berechnet werden kann.
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Um solchen Situationen zu begegnen, ist bereits in der USA.-Patentschrift
3 002278 ein unabhängies Navigationsgerät bekannt, bei dem eine durchsichtige Himmelskugel
mit einem Sternzeitwinkel- und Deklinationsgitter versehen ist, wobei außerdem ein
geeignetes Okular vorgesehen ist, um die vom Raumfahrzeug aus zu beobachtende Erdscheibe
vom effektiven Mittelpunkt der Himmelshalbkugel aus anzuvisieren. Wenn man eine
geeignete Halbkugel entsprechend der relativen Stellung der Erde und des Raumfahrzeuges
wählt, kann man das jenseits der Erde beobachtete Sternfeld und insbesondere die
die Erdscheibe umgebenden Sterne bei ihrer Beobachtung vom Raumfahrzeug aus auf
die auf dem Himmelsglobus markierten Sterne ausrichten. Wenn man den Sternglobus
so orientiert, daß zwei bekannte Sterne auf dem Globus mit der beobachteten Stellung
der gleichen Sterne im die Erdscheibe umgebenden Sternfeld zusammenfallen, wird
der Globus hierbei so
orientiert, daß die Polachse des Globus parallel zur Polachse
der Erde verläuft. Für diesen Zustand wird das Sternzeitwinkel- und Deklinationsgitter
auf dem Sternglobus praktisch auf die Himmeiskugel projiziert, innerhalb deren das
Sternfeld beobachtet wird, und die Stellung der Erdscheibe in diesem projizierten
Gitter entspricht der Position des Raumfahrzeuges über der Erde. Die genaue Lage
des Raumfahrzeuges wird daher dem Mittelpunkt der Erdscheibe entsprechen, da sich
dieser auf dem Sternzeitwinkel-und Deklinationsgitter des Sternglobus befindet.
Eine Abwandlung des beschriebenen Geräts liefert eine direkte Anzeige der Position
des Raumfahrzeuges in Einheiten der auf die Erdoberfläche bezogenen Breiten- und
Längengrade. Die Höhe wird durch Messen des die Erdscheibe einschließenden Winkels
ermittelt. Eine Zeituhr treibt die Erdhalbkugel gegenüber der Himmelsbaibkugel an.
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Diesem Navigationssystem haften jedoch mehrere schwerwiegende Nachteile
an. Das Auge des Beobachters muß sich genau im Mittelpunkt der Halbkugel befinden.
Daher ist dieses Verfahren offensichtlich nicht sehr anpassungsfähig, denn es kann
erforderlich sein, unterschiedlich geformte Stützeinrichtungen zur Anpassung an
verschiedene Kopfformen bzw. an die verschiedenen Konstruktionen von Helmen, wie
sie von Raumfahrern getragen werden, vorzusehen. Jedoch auch dann kann man die Lage
des Auges niemals genau bestimmen. Ein weiterer Nachteil besteht in der Verwendung
getrennter
Halbkugeln, wodurch die Konstruktion des Geräts kompliziert
wird. Ferner muß man die gesamte Erdscheibe anvisleren, was bei geringen Flughöhen
Schwierigkeiten macht, insbesondere dann, wenn nur ein kleines Betrachtungsfenster
zur Verfügung steht, oder wenn das Raumfahrzeug Schlingerbewegungen ausführt. Ferner
kann es insbesondere bei geringer Flughöhe schwierig sein, den Mittelpunkt der Erdscheibe
zu bestimmen. Größe und Form des Geräts erschweren die Beobachtung eines großen
Blickfeldes vom Inneren eines Raumfahrzeuges aus, es sei denn, daß ein großes odier
kugelförmiges Beobachtungsfenster zur Verfügung steht.
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Erfindungsgemäß werden die genannten Nachteile bei einem Navigatio,nsgerät
der eingangs bezeichneten Art dadurch vermieden, daß der Sternglobus und der Erdglobus
als Vollsphären ausgebildet sind, die gemeinsam um ihren Mittelpunkt frei drehbar
sind, daß ferner in an sich bekannter Weise eine Betrachtungsoptik vorgesehen ist,
die gleichzeitig und in lage- und maßstabsgereehter Übereinstimmung einen Teilausschnitt
des-Himmelsgewölbes und der Globen erfaßt, daß weiterhin im Bildfeld der Betrachtungsoptik
kreisbogenförmige Hilfslinien von unterschiedlicher Krümmung, jedoch mit gemeinsamem,
in der Bildfeldmitte befindlichem Scheitelpunkt angeordnet sind, die als Vergleichshorizonte
für den ins Sichtfeld gerückten Erdhorizont dienen und mit Hilfe von zugeordneten
Identifizierungsmarken eine Identifizierung der der augenblicklichen Flughöhe entsprechenden
Horizontkrümmung ermögliehen, daß weiter zur Draufsicht auf die Globen ein Einblickfenster
vorgesehen ist, durch das ein Fadenkreuz sichtbar ist, dessen Mittelpunkt in der
durch die optische Achse der Betrachtungsoptik und den Mittelpunkt der Globen verlaufenden
Ebene liegt, und daß schließlich eine Stelleinrichtung vorgesehen ist, die nach
Maßgabe von mit den Identifizierungsmarken übereinstimmenden Steilmarken eine derartige
manuelle Relativverdrehnng zwischen den Globen und dem Fadenkreuz um eine senkrecht
zur vorgenannten Ebene durch den Mittelpunkt der Globen verianfende Achse ermöglicht,
daß der Mittelpunkt des Fadenkreuzes auf den dem augenblicklichen Standort entsprechenden
Punkt des Erdglobus weist.
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Ein derartiges Gerät läßt sich mit seinen Abmessungen so ausführen,
daß man es leicht in der Hand halten und voll Hand betätigen kann. Die Position
des Beobachters nach Höhe sowie nach geographischer Länge und Breite ist durch nur
zwei einfache Einstellvorgänge zu ermitteln. Der zweite Einstellvorgang zur Höhenkorrektur
kann dabei in Weiterbildung der Erfindung so gestaltet werden, daß entweder die
beiden Globen bezüglich einem Fadenkreuz um einen bestimmten Winkel gedreht werden
oder daß das Fadenkreuz gegenüber den Globen verschoben wird oder daß sowohl die
Globen und das Fadenkreuz festgehalten werden und ihre Ablesung mittels einer der
Höhe entsprechend eingestellten Korrekturskala erfolgt.
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Im folgenden sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung an Hand
der Zeichnungen beschrieben.
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Fig. la zeigt ein erfindungsgemäßes Navigationsinstrument im Längsschnitt;
Fig. lb gibt das Bild wieder, das sich einem Be-Beobachter bietet, der in das optische
System des Geräts von der Linie ib-ib in Fig. la aus hineinblickt;
F i g. 1 c zeigt
eine Ansicht des erfindungsgemäßen Navigationsgeräts gemäß der Linie 1 lc-lc in
Fig. la; Fig. ld zeigt die Stelleinrichtung zur Höhenkorrektur gemäß der Erfindung
in einer Ansicht gemäß der Linie 1d4d inFig. Ic; F i g. 2 a veranschaulicht schematisch
die geometrischen Verhältnisse- beim Anvisieren eines Sterns aus bestimmten Positionen
auf und über der Erde; Fig. 2b veranschaulicht das Bild der erwähnten Sterns, wie
es ein Beobachter B sieht, der sich gemäß F i g. 2 a auf der Erde befindet; Fig.
2c veranschaulicht das auf dem Horizont liegende Bild des erwähnten Sterns, wie
es ein Beobachter C sieht, der sich gemäß F i g. 2 a über der Erde befindet; F i
g. 2 d zeigt, auf welche Weise der Beobachter C seine Höhe mit Hilfe des Geräts
nach Fig. la bestimmt, indem er die längs der Linie 2d-2dr in F i g. 1 a überlagerten
Bilder auswertet; F i g. 3 a zeigt eine abgeänderte Ausbildungsform des in F i g.
1 a gezeigten Geräts; Fig. 3b gibt die Vorderansicht der Ausbildungsform nach F
i g. 3 a wieder; F i g. 4 a zeigt eine weitere abgeänderte Ausbildungsform, die
derjenigen nach Fig. 3 a ähnelt; F i g. 4b zeigt die Vorderansicht der Ausbildungsform
nach F i g. 4 a.
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Bei dem erfindungsgemäßen Gerät treibt eine Sternzeituhr 1 einen
durchsichtigen Sternglobus 2 an, der sich um einen undurchsichtigen Erdglobus 3
herum dreht. Die. Sternzeituhr 1 ist innerhalb des Erdglobus angeordnet und treibt
den Erdglobus 3 und den Sternglobus 2 relativ zueinander über konzentrische Wellen
4 und 5 an. Der Antrieb der Sternzeituhr 1 erfolgt elektrisch oder mechanisch. Auf
dem durchsichtigen Sternglobus 2 sind mit phosphoreszierender Farbe die Positionen
der wichtigsten Navigationssterne in derjenigen Lage wiedergegeben, in welcher sie
vom Mittelpunkt des Globus aus zu betrachten sein würden. Der Sternglobus 2 ist
in einem Gehäuse 6 so gelagert, daß er sich gegenüber dem Gehäuse in jeder Richtung
ungehindert drehen kann. Die besondere Konstruktion eines Weitwinkele objektivs
7 aus Kunststoff dient dazu, das Bild 11 des Erdhorizonts und der über dem Horizont
liegenden Sterne auf die mattierte Rückseite des Objektivs zu fokussieren. Dazu
sind die beiden plankonvexen Linsen 7a und 7b mit ihren Planseiten aufeinandergelegt,
und die Krümmungsradien der beiden Linsen sind so gewählt, daß die Brennebene der
äußeren Linse 7 a mit der Rückseite der inneren Linse 7b zusammenfällt. Um dies
zu erreichen, ist der Krümmungsradius der kleineren äußeren Linse 7 a gleich R (n-
1), wobei R der Radius der inneren größeren Linse und n der Brechungsindex beider
Linsen des Objektivs 7 ist. Außerdem ist der Krümmungsradius R der äußeren Linse
7a gleich dem Radius des Sternglobus 2. Daher entspricht das durch das Objektiv
7 entworfene Bild 11 eines bestimmten Sternfeldes auf der Rückseite des Objektivs
hinsichtlich Größe und Form genau einem der auf dem Sternglobus 2 verzeichneten
Sternfelder 10. Auf der mattierten Rückseite des Objektivs 7 sind Kreisbögen 8 eingezeichnet,
die der jeweiligen Horizontlinie der Erde bei Betrachtung aus verschiedenen Höhen
entsprechen. Diese Kreisbögen 8 berühren sich in einem gemeinsamen, in der Bildfeldmitte
gelegenen Scheitelpunkt.
Auf den Zweck der Kreisbögen wird weiter
unten näher eingegangen.
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Ein tangential zu dem Sternglobus 2 und der inneren Linse 7b angeordneter
halbdurchlässiger Spiegel ermöglicht es einem Beobachter, ein Sternfeld 10 auf dem
Sternglobus 2 dem Bild 11 des entsprechenden wirklichen Stemhimmels auf der Rückseite
des Linsensystem 7 überlagert zu sehen. Der Sternglobus 2 kann mit der Hand in beliebiger
Richtung gedreht werden, da er über Öffnungen 12 und 13 des Gehäuses 6 zugänglich
ist. Zur Bestimmung seiner Position hat der Beobachter zunächst das entsprechende
Sternfeld 10 auf dem Sternglobus 2 mit dem vom Linsensystem 7 entworfenen Bild 11
des wirklichen Sternhimmels zur Deckung zu bringen. Durch ein Fenster 14, das gegenüber
dem betrachteten Scheitelpunkt des Sternglobus unter dem Spiegel 9 um 90° versetzt
ist, visiert er sodann den Erdglobus 3 durch der Sternglobus 2 hindurch an. Das
Fenster 14 ist auf seiner Vorderseite und seiner Rückseite mit sich kreuzenden Linien
20, 21 versehen, die den lotrecht unter dem Raumfahrzeug liegenden Punkt auf der
Erdoberfläche anzeigen. Der Pfeil 21 zeigt hierbei die Richtung zu dem betrachteten
Horizont auf der Erde an. Ferner ist eine Stelleinrichtung zur Höhenkorrektur vorgesehen,
deren Drehgriff 15 mit dem Gehäuse 6 so verriegelt sein kann, daß er sich nur dann
drehen läßt, wenn er in zwangläufige Berührung mit dem Sternglobus 2 gekommen ist.
Wenn man den Drehgriff 15 der Stelleinrichtung nach innen drückt, so wird der Sternglobus
über ein mit dem Drehgriff verbundenes Profilstück 16 mitgenommen.
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Ein Zeiger 17 an dem Drehgriff dreht sich gegenüber einer Skala 18,
die in Einheiten der Höhe über der Erdoberfläche geeicht ist. Solange der Drehgriff
15 nicht nach innen gedrückt wird und daher nicht an dem Sternglobus 2 angreift,
befindet sich ein Keil 19 in seiner Verriegelungsstellung und verhindert das Drehen
der Stelleinrichtung. Bei dieser Stellung steht der Zeiger 17 dem Nullpunkt der
Skala 18 gegenüber. Ein Linsensystem 22, das aus einem Okular 23 a und einer bildaufrichtenden
Linse 23b besteht, dient zum Aufrichten des Bildes der Sterne und des Horizonts.
Ein zylindrisches Gehäuse 24 umschließt das Objektiv 7, die Linsen 23 a und 23b
sowie den Spiegel 9, so daß das Sternfeld 10 durch den Spiegel 9 in das Linsensystem
22 geworfen wird und mit dem Bild 11 der wirklichen Sterne verglichen werden kann.
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Zum besseren Verständnis der Erfindung sind die geometrischen Verhältnisse
in den F i g. 2 a bis 2 d veranschaulicht. Betrachtet wird eine Sterngruppe D mit
einem Stern E, der sich für einen Beobachter A auf der Erde im Zenit befindet. Ein
Beobachter B, der sich auf der Erdoberfläche an einem gegenüber dem Standpunkt des
Beobachters A um 900 versetzten Punkt befindet, wird die rechte Hälfte der Sterngruppe
D oberhalb seines Horizonts sehen, wobei sich der Stern E genau auf dem Horizont
in der Mitte seines Blickfeldes befindet. Ein Beobachter C, der sich in der Höhe
h oberhalb der Erdoberfläche in einer die Erdoberfläche im Punkte B tangierenden
Ebene befindet, wird das gleiche Bild des Horizonts und der Sterngruppe D sehen
wie der Beobachter B, abgesehen davon, daß der Horizont des Beobachters C gekrümmt
sein wird. Jedoch wird die Sterngruppe D in der gleichen Stellung erscheinen, wie
sie dem Beobachter B erscheint, und der gleiche SternE
wird genau auf dem Horizont
liegen, vorausgesetzt, daß sich der Beobachter C in der gleichen Ebene befindet,
in der die PunkteA, B und E sowie der Erdmittelpunkt liegen. In jeder Höhe ermöglicht
die Betrachtung bzw. das Bild einer Sterngruppe oberhalb jedes beliebigen Horizonts
eine eindeutige Bestimmung der geographischen Position des lotrecht unter dem Beobachter
auf der Erdoberfläche liegenden Punktes. Gemäß F i g. 1 a betätigt der Beobachter
das Gerät zuerst, indem er über das Linsensystem 22, 7 einen beliebigen Ausschnitt
des sichtbaren Horizonts anvisiert. Dabei fällt die optische Achse des Linsensystems
ebenfalls in die obenerwähnte Ebene. Dann verstellt der Beobachter mit der Hand
den Sternglobus 2, bis das beobachtete Bild 11 der wirklichen Sterne dem Sternfeld
10 auf dem Sternglobus 2 entspricht. Gleichzeitig wird die Horizontlinie im Blickfeld
des Beobachters so zentriert, daß sie mit den als Vergieichshonzonte dienenden Hilfslinien
8 verglichen werden kann. Jede Hilfslinie 8 ist mit einer entsprechenden Höhenmarke
versehen, so daß der Beobachter seine Höhe durch Interpolation aus den Abständen
zwischen dem Bild der wahren Horizontlinie und den Hilfslinien 8 ermitteln kann.
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Das Bild des beobachteten Horizonts muß die Hilfslinien in deren gemeinsamem
Berührungspunkt tangieren. Sobald die Horizonilinien in Deckung gebracht und die
Bilder der Sterne einander überlagert sind, drückt der Beobachter den Drehgriff
15 der Stelleinrichtung gegen den Sternglobus 2. Jetzt kann er das Gerät in eine
beliebige Stellung bringen. Die Stelleinrichtung wird dann gedreht, bis der Zeiger
17 auf der Skala 18 auf diejenige Höhenmarke zeigt, die der in der soeben beschriebenen
Weise ermittelten Höhe entspricht. Zur Einstellung kann man auch andere Höhen anzeigen
zu Hilfe nehmen. Nachdem der Beobachter die richtige Höhe eingestellt hat, betrachtet
er den Erdglobu 3 durch das Fadenkreuzfenster 14. Der Mittelpunkt des Fadenkreuzes
20, 21 zeigt einen auf der Erdoberfläche liegenden Punkt auf der vom Beobachter
zum Erdmittelpunkt verlaufend gedachten Linie an. Der Pfeil 21 gibt dem Beobachter
die Richtung an, in der sich der von ihm betrachtete Erdhorizont befindet. Wenn
die erforderlichen Informationen aufgezeichnet worden sind, dreht der Beobachter
die Stelleinrichtung zur Höhenkorrektur in die Nullstellung zurück, in der die Federn
25 den Drehgriff längs der Keilführungen 19 gegen den Anschlag 26 zurückführen.
Gemäß F i g. 2 kann man sagen, daß bei der Benutzung des Geräts zuerst die bildlich
Darstellung des Sterufeldes oberhalb von A zur Deckung mit den wirklichen Sternen
gebracht wird. Die Höhe, die sich ergibt, wenn man die Horizontiinien zur Deckung
bringt, bestimmt dann den Winkel, um den der Erdglobus 3 von C nach B gedreht wird.
Der Punkt B lag ursprünglich unter dem Fadenkreuz 20.
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Zwar ermöglicht es die soeben beschriebene Ausbildungsform in hervorragender
Weise, die Grundgedanken der Erfindung zu erläutern, doch ergibt sich hierbei der
Nachteil, daß die beiden Globen samt der Uhr mit Hilfe der Stelleinrichtung gegenüber
dem feststehenden Fadenkreuz versteift werden müssen. In der Praxis ist es jedoch
erheblich leichter, mit der Stelleinrichtung das Fadenkreuz gegenüber dem Erdglobus
und dem Sternglobus zu bewegen als umgekehrt. Da es sich um Relativbewegungen handelt,
ist das Endergebnis das gleiche. Sobald der
Benutzer des Geräts
dessen Arbeitsweise verstanden hat, lassen sich mit der zuletzt beschriebenen Abwandlung
genauere Ergebnisse erzielen, da die Bedienung einfacher ist.
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In Fig. 3 a und 3b erkennt man einen Sternglobus 2, der in einem
etwas abgeänderten Gehäuse 6a angeordnet ist. An Stelle des Fadenkreuzfensters 14
ist eine sphärisch-rechteckige Öffnung 114 vorgesehen, die ein sich über etwa 600
eines Längenkreises erstreckendes Bild freigibt. Zwischen dem Globus 2 und der Öffnung
114 befindet sich ein starres durchsichtiges Segment 115 aus Kunststoff, auf dem
den Vergleichshorizonten 8 der Fig. 2 d entsprechende Linien 116 eingezeichnet sind.
Mit anderen Worten, die Nullinie der Linien 116 entspricht der Ablesung der Höhe
Null, die mit 50 bezeichnete Linie entspricht einer Höhenablesung von 50 Meilen
usw. Innerhalb der Öffnung 114 ist auf Schienen 117 ein Schlitten 118 bewegbar,
der in der Mitte sich kreuzende Linien 199, 120 trägt. Vorzugsweise sind zwei Paare
von sich kreuzenden Linien vorgesehen, und zwar ein Paar auf der Innenseite und
ein zweites Paar auf der Außenseite, um Parallaxenfehler zu vermeiden. Nachdem man
die Bilder der Sterne mit den wirklichen Sternen zur Deckung gebracht und die Höhe
an Hand der Vergleichshorizonte 8 abgeschätzt hat, wird der Schlitten 118 einfach
längs der Schienen bis zu der in Frage kommenden sphärischen Linie 116 oder zu der
der richtigen Höhle entsprechenden interpolierten Stellung verschoben.
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An Stelle des Schlittens 118 kann man auch ein bewegliches Anzeigeorgan
27 aus Kunststoff mit einer der Höhe entsprechenden Skala 27 a nach Fig. 4a verwenden.
Das Anzeigeorgan 27 ist starr mit der Stelleinrichtung gemäß F i g. 1 c und 1 d
verbunden und besitzt eine Form, die einem Achtel der Oberfläche einer Kugel entspricht.
Dieses Anzeigeorgan paßt zwischen den Sternglobus 2 und das Gehäuse 6 nach Fig.
la. Das Fadenkreuz 20, 21 in dem Fenster 14 wirkt als ortsfester Zeiger, während
sich das Anzeigeorgan 27 zusammen mit dem Drehgriff 15 gegenüber dem Fadenkreuz
dreht. Die Höhe wird auf das Fadenkreuz eingestellt, und der Standpunkt des Beobachters
befindet sich in dem der Höhe Null entsprechenden Punkt.
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An Stelle des Linsensystems 7 kann man eine kleinere Linse in Verbindung
mit einer kugelförmigen Brennfiäche benutzen, auf die das Bild der Linse projiziert
wird, wobei lediglich die Forderung erfüllt sein muß, daß die Größe der projizierten
Bilder der wirklichen Sterne allgemein den Sternen auf dem Sternglobus entspricht
und daß man die Bilder wirklicher Sterne zur Deckung mit den entsprechenden Sternen
auf dem Sternglobus bringen kann. Sollte die Betrachtungslinse während eines Raumfluges
beschädigt werden, kann man das Gerät immer noch benutzen, doch da das Bildaufrichtungssystem
dann wirkungslos ist, erscheinen die Bilder der Sterne und des Horizontes in umgekehrter
Lage.
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Um die Eriäuterung der Arbeitsweise des erfindungsgemäßen Geräts
zu vereinfachen, wurde auf die Lagerung der Globen bisher nicht eingegangen.
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Es ist jedoch erforderlich, eine ausreichende Zahl von Lagerkugeln
in dem Gehäuse vorzusehen, um ungehinderte Drehung des Sternglobus zu gewährleisten,
wobei jedoch der Sternglobus zusammen mit
dem Erdglobus und der Uhr sicher unterstützt
werden muß. Ferner muß man natürlich geeignete Mittel vorsehen, um die Sternuhr
aufzuziehen oder zu laden, und diese Mittel müssen periodisch sorgfålig geprüft
werden. Die Genauigkeit des Geräts nach der Erfindung hängt von der Größe des Erdglobus
ab und richtet sich nach der Art der zu lösenden Aufgabe.
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Manche Raumfahrzeuge sind für ein erneutes Eintreten in die Erdatmosphäre
so konstruiert, daß sie nur im Wasser niedergehen können. Daher besteht die unter
Umständen einzige mit Hilfe eines solchen Geräts zu lösende Ortungsaufgabe darin,
dafür zu sorgen, daß das Fahrzeug über dem Aflantischen oder Pazifischen Ozean niedergeht.
Zwar könnte dies auf den ersten Blick als leichte Aufgabe erscheinen, doch darf
man den physischen Zustand der Mannschaft eines Raumfahrzeuges nicht unberücksicht
lassen. In einem solchen Falle ermöglicht es ein kleines Gerät, bei dem der Durchmesser
des Sternglobus und der Gehäusequerschnitt weniger als etwa 300 mm beträgt, ohne
Schwierigkeit nicht nur genau festzustellen, ob das Fahrzeug zu Land oder zu Wasser
niedergehen wird, sondern es ermöglicht auch die Ermittlung des Staates oder Landes
bzw.
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Bezirks, in dem die Landung erfolgt. Das Gerät läßt sich auch auf
Schiffen und in großen Flugzeugen verwenden, und wenn der Durchmesser des Erdglobus
etwa 0,90 m beträgt, kann die Positionsbestimmung mit ziemlich hoher Genauigkeit
erfolgen.