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Vorrichtung zur Herstellung von Hülsen, vorzugsweise Rohrschalungen
Rohrleitungen für heiße Flüssigkeiten, Gase od. dgl. wurden beispielsweise mit Baumwolle
isoliert. Das Isolationsmaterial wurde um die Rohrleitung verpackt und mit einer
Bandagierung versehen. Diese Isolierung ist umständlich und teuer.
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Das Isolierungsvermögen hängt auch von der Genauigkeit bei der Ausführung
der Isolierung ab und bedarf laufender Überwachung.
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Für eine billigere Montage und eine bessere Isolierung wurden dann
Rohrschalungen hergestellt, die als fabrikmäßig hergestellte Isolationsstücke in
abgepaßten Längen vorlagen und zur Isolierung von Rohrleitungen verwendet wurden.
Solche Rohrschalungen konnten aus billgem Material ausgeführt werden. Für die Herstellung
von solchen Rohrschalungen ist vorzugsweise Mineralwolle verwendet worden.
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Die Rohrschalungen wurden durch Aufwickeln einer dünnen Matte z.
B. aus Mineralwolle in einer Mehrzahl von Windungen auf einen Dorn hergestellt.
Dabei ist ein endloses Band angeordnet, das sich um einen wesentlichen Kreis des
Umkreises des Dornes bewegen kann, so daß die im voraus hergestellte, vorzugsweise
mit einem Bindemittel imprägnierte dünne Matte zwischen dem endlosen Band und dem
Dorn einführbar und auf diesen aufwickelbar ist.
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Als Bindemittel wird vorzugsweise Kunststoff vorgesehen mit einem
Lösungsmittel, so daß die bei der Bindung entstehende Rohrschalung in eine Härtekammer
eingeführt werden kann, wo unter Verdunstung des Lösungsmittels die Härtung erfolgt
und die Formbeständigkeit gegeben wird. Die Rohrschalung kann danach anderen Behandlungen
zugeführt werden, z. B. zum Schleifen, Abschneiden, Aufschlitzen, Aufteilen in Sektoren
usw.
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Es sind Vorrichtungen zum Herstellen von Hülsen bekannt. Bei diesen
wird ein Wickeldorn von einem endlosen Band teilweise umschlungen. Es sind zwei
Druckrollen angeordnet, von denen die eine an einer Stelle unmittelbar vor und die
andere an einer Stelle unmittelbar nach dem Einlauf des auf dem Dorn zu wickelnden
Bandes anliegt, um dort das Band gegen den Dorn zu drücken. Mit dieser bekannten
Vorrichtung sollen Rohrleitungen hergestellt werden, die an Stelle von Eisen- oder
Kunststoffrohren verwendet werden sollen.
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Eine Faserbahn wird an einer Sprühdose für die Imprägnierung mit
einem polymerisierenden Mittel vorbeigeführt und in Wärmekammern behandelt.
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Die bekannte Vorrichtung ist auf die Herstellung von Rohrleitungen
eingerichtet, und die Sprühvorrich-
tung sowie die Wärmekammern sind Teile der bekannten
Vorrichtung.
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Demgegenüber hat die Erfindung zur Aufgabe, Hülsen, vorzugsweise
Rohrschalungen aus bereits fertig imprägnierter Mineralwolle, herzustellen, die
zur Isolierung bereits vorhandener Rohrleitungen vorgesehen sind. Die unterschiedliche
Aufgabenstellung verlangt die Lösung von Problemen, die bei der Herstellung von
Rohrleitungen nicht gegeben sind, denn während bei der bekannten Vorrichtung im
voraus abgeschnittene Längen an einer Sprühvorrichtung zur Behandlung mit einem
Bindemittel vorbeigeführt und zwischen Druckrollen in einer Wärmekammer behandelt
werden, ist das Arbeitsgut nach der Erfindung eine bereits mit einem polymerisierten
Bindemittel versehene endlose Bahn, die je nach den gewünschten Isoliereigenschaften
im allgemeinen in mehreren Windungen um einen Dorn gewickelt wird. Dazu muß in Abhängigkeit
von dem veränderbaren Durchmesser des Wickels ein Abtrennen der Matte erfolgen und
Signalanlage, welche das Stillsetzen des endlosen Bandes in Gang setzt. Die Vorrichtung
nach der Erfindung ermöglicht eine vollautomatische Arbeitsweise.
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Die Vorrichtung zur Herstellung von Hülsen, vorzugsweise Rohrschalungen,
z. B. aus Mineralwolle, durch Aufwickeln einer im voraus hergestellten endlosen
dünnen Matte in einer Mehrzahl von Windungen auf einen Dorn ist dadurch gekennzeichnet,
daß wengistens zwei Druckrollen angeordnet sind, die Druck auf das Band in Richtung
auf den Dorn ausüben,
daß eine von ihnen, die fest angeordnet ist,
gegen die Hülse an einer Stelle unmittelbar vor und die andere, die schwenkbar angeordnet
ist, an einer Stelle unmittelbar hinter der Einführungsstelle der Matte anliegt,
daß weiter der Dorn nachgiebig gelagert ist, so daß er unter Mitnahme der schwenkbaren
Druckrolle ausweichen kann, je nachdem die Rohrschalung zuwächst, und daß schließlich
die schwenkbare Rolle einen Fühler mit Schalter tätigt, der bei einem gegebenen
Durchmesser der Hülse einen Abschneider zum Abtrennen der Matte und Mittel zum Stillsetzen
des endlosen Bandes in Gang setzt.
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Die nachgiebige Lagerung des Dornes, um unter Mitnahme der schwenkbaren
Druckrolle beim Zuwachs der Rohrschalung ausweichen zu können, kann auch in der
Weise erfolgen, daß der Dorn fest gelagert ist und die Druckrollen ausweichen können.
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In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der Vorrichtung
nach der Erfindung dargestellt. Es zeigen Fig. 1, 2 und 3 die Vorrichtung in drei
verschiedenen Arbeitsphasen, Fig. 4 das Schaltschema für die elektrischen und die
pneumatischen Leitungen zur Regelung der Arbeitsweise.
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Die Fig. 1, 2 und 3 zeigen, wie das Transportband 44 angetrieben
wird und die Mineralwollematte 50 auf einen Dorn 77 gewickelt wird. Der Antrieb
erfolgt von einem langsam laufenden Motor 70, welcher über eine Verteilerwelle 71
mit einer Mehrzahl von Riemenscheiben für die verschiedenen Antriebe verbunden ist.
Eine auf der Verteilerwelle 71 aufgesetzte Riemenscheibe treibt somit den Riemen
72, welcher zu der einl-ommenden Welle in einer Magnetkupplung 73 gekoppelt ist.
Die ausgehende Welle dieser Magnetkupplung treibt über den Riemen 74 eine auf der
Umlenkrolle 75 aufgesetzte Riemenscheibe, über welche das Förderband 44 in Richtung
der Pfeile läuft. Das Transportband 44 ist nur so lange in Betrieb, wie die Magnetkupplung
73 zugeschlagen bleibt.
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Während das Förderband 44 in Betrieb ist, führt es eine Matte 50
aus Mineralwolle zu dem Wickelgerät. Dieses enthält einen auf einen schwenkbaren
Arm 76 gelagerten Halter für einen Dorn 77, über den die Mineralwollmatte 50 gewickelt
werden soll, zwecks Bildung einer Rohrschalung. Die Wickelvorrichtung besteht aus
einem endlosen Band 78, beispiels weise aus Gummi, welches über Umlenkrollen läuft.
Die Umlenkrollen 79 und 81 werden von Riemen 82 und 83 angetrieben, deren Riemenscheiben
auf der gemeinsamen Verteilerwelle 71 aufgesetzt sind. Zusätzlich zu den beiden
Antriebsrollen 79 und 81 sind feste Rollen 84, 85 und 87, eine Spannrolle 86, die
mit einem einstellbaren Gewicht versehen ist, und zwei bewegliche Rollen 88 und
89 vorgesehen.
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Die Rollen 88 und 89 sind an den Armen eines T-förmigen Hebels 91"
angeordnet, welcher um eine Welle 92" drehbar ist. Auf derselben Welle 92" sitzt
eine Seilscheibe 93" mit einem endlosen Seil 94", das über eine weitere Seilscheibe
95" läuft und den Kolben in einen pneumatischen Servomotor 96" trägt. Wie dieser
betätigt wird, sei später beschrieben.
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Die Arbeitsweise dieses Teiles ist wie folgt: Es wird angenommen,
daß der Motor 70 in Betrieb ist, daß die Magnetkupplung 73 zugeschlagen ist und
daß ein Dorn 77 sich in der in F i g. 3 dargestellten
Lage befindet. Die Mineralwollematte
50 wird von dem Transportband 44 über die Rollen 91', 92' und 93' eingeführt, von
denen die Rolle 91' von der Rolle 75 und die Rolle 92' von der Rolle 81 angetrieben
werden. Die Rolle 93' ist freilaufend und ruht mit ihrem Gewicht auf der Matte 50
und damit auf der Rolle 92'. Die Matte läuft danach weiter über die Antriebsrolle
81 und das darauf mitlaufende endlose Band 78. Die Mineralwollematte wird danach
in die Spalte zwischen dem Dorn 77 und dem endlosen Band 78 hineingepreßt und um
den Dorn gerollt. Durch den auf die Rolle der Mineralwollematte ausgeübten Druck
kommt der Arm 76 unter pneumatischen Druck, weil er durch ein Seil 94', das über
Rollen 95' und 96' läuft und an dem Arm 76 befestigt ist, mit dem Kolben eines pneumatischen
Druckzylinders 97 verbunden ist und der Arm 76 somit das Bestreben hat, sich gegen
den Uhrzeigersinn zu drehen. Ein Arm 98, der mit der Spannrolle 86 zusammenwirkt,
dient zum Spannen des endlosen Bandes 78.
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Allmählich wächst die auf den Dorn 77 aufgewickelte Rohrschalung
aus Mineralwolle 99 an und erreicht schließlich einen Umfang, bei dem ein weiteres
Aufwickeln von Mineralwolle abgebrochen und die gebildete Rohrschalung zusammen
mit dem darin befindlichen Dorn entfernt und ein neuer Dorn in die Arbeitslage nach
F i g. 3 geführt werden soll.
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Dieser Zustand ist in F i g. 2 veranschaulicht.
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Es sei schon jetzt erwähnt, daß zur Entfernung der fertig gewickelten
Rohrschalung 99 ein schwenkbarer Arm 101 mit einem magnetisch betätigten Greifer
102 vorgesehen ist. Der schwenkbare Arm 101 ist auf einer Welle 103 gelagert, auf
welche eine Seilscheibe 104 mit dem Seil 105 von der Seilscheibe 106 angetrieben
wird. Über diese läuft ein weiteres endloses Seil 107, welches mit dem Kolben eines
pneumatischen Servomotors 108 verbunden ist.
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Außerdem ist auf der Seilscheibe 106 ein Kontaktarm 109 angeordnet,
welcher sich über eine Reihe von Kontaktsegmenten 111 bewegt. Ein Fühler schließt
einen elektrischen Schalter 112, wenn die Rohrschalung 99 zu der gegebenen Größe
angewachsen ist. Der Schalter 112 kann aber auch in anderer Weise betätigt werden,
beispielsweise von dem Wellenzapfen des Dornes.
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Wesentlich ist, daß der Fühler bzw. der damit verbundene Schalter
112 anzeigt, daß das Zuwachsen der Rohrschalung 99 aufhören soll, um eine Reihe
von Funktionen einzuleiten. Zuerst soll die Zufuhr von weiterer Mineralwollematte
50 verhindert werden, was dadurch erfolgt, daß ein um den Punkt 113 schwenkbarer
mit Zähnen versehener Arm 114 von einem pneumatischen Servomotor 115 nach unten
verschoben wird, so daß die Zähne des Armes 114 in die Mineralwollematte 50 eingreifen
und die Matte abgerissen wird. Zweitens soll die Magnetkupplung 73 abmagnetisiert
werden, so daß sie aus Federkraft losgelassen wird und das Transportband 44 stillsetzt.
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Drittens soll der schwenkbare Arm 101 durch den pneumatischen Servomotor
108 im Uhrzeigersinn geschwenkt werden, bis der Greifer 102 die Welle des Dornes
77 umschließt. Dabei wird der Strom durch die Magnetwicklung des Greifers geschlossen,
so daß bei dem Rückschwenken des Armes 101 die fertiggewickelte Rohrschalung 99
zusammen mit dem Dorn 77 aus der Wickelvorrichtung entfernt wird.
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Dazu müssen die beiden Spannrollen 88 und 89 aus
ihren
in Fig. 1 gezeigten Lagen entfernt sein, was unter Einfluß des pneumatischen Servomotors
96" erfolgt. Das endlose Band 78 wird unter Einfluß der Spannrolle 86 gespannt gehalten.
Danach soll die Druckrichtung im Servomotor 108 umgekehrt werden, so daß dieser
die fertiggewickelte Rohrschalung 99 zusammen mit deren Dorn 77 entfernt, und diese
an eine mit Mitnehmern versehene Förderkette 116 liefert, welche gemäß Fig. 1,2
und 3 über Ablenkrädern 117, 118 und 119 in der Richtung des Pfeiles 121 läuft.
Die Mitnehmer sind so angeordnet, daß sie von dem Dorn 77 getroffen werden, wenn
dieser, in dem magnetischen Greifer 102 liegend, gegen den Uhrzeigersinn von dem
schwenkbaren Arm 101 geführt wird. Wenn der Dorn die Mitnehmer trifft, wird er von
diesen zurückgehalten und durch mechanische Kraft von dem magnetischen Greifer 102
losgerissen, wonach der Arm 101 gegen Uhrzeigersinn seine Bewegung so weit fortsetzt,
bis ein neuer, leerer Dorn erfaßt und weitergeführt wird, jedesmal wenn die Transportkette
116 einen Mitnehmerabstand in der Richtung des Pfeiles 121 zu der Lage bewegt hat,
wo der Dorn 77 vorher von dem Arm 101 gelöst wurde.
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Der schwenkbare Arm 101 wechselt jetzt die Drehrichtung und bewegt
sich im Uhrzeigersinn. Er greift den neuen, leeren Dorn, welcher zu der Stelle geführt
wird, wo der mit Mineralwollematte aufgewickelte Dorn entfernt wurde. Hier nimmt
der magnetische Greifer 102 des schwenkbaren Armes 101 den neuen, leeren Dorn auf
und trägt ihn in einer Bewegung im Uhrzeigersinn mit sich. Nachdem der neue, leere
Dorn vom Arm 101 in die Lage geführt wurde, in welcher der Dorn 77 sich in F i g.
2 und 3 befindet, greifen Zapfen am Ende des Armes 76 in den Dorn ein und halten
diesen zurück, wobei der Strom zu dem magnetischen Greifer 102 unterbrochen wird.
Der Arm 76 kehrt in die Ausgangslage zurück, die in Fig. 1 dargestellt ist. Danach
soll der mit Zähnen versehene Arm 114 aus der Mineralwollematte herausgezogen und
die Magnetkupplung 73 wieder geschlossen werden, so daß das Transportband 44 in
Bewegung versetzt wird.
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Es liegt somit eine Reihe sehr komplizierter Bewegungen vor, die
in einer genau abgepaßten Zeitreihe beschrieben werden sollen. Zwecks Erklärung,
wie diese zustande kommen, sind deshalb in F i g. 2 und 3 die verschiedenen Lagen
der oben beschriebenen Vorrichtung nach F i g. 1 dargestellt und in F i g. 4 ein
elektrisches und pneumatisches Schaltschema. Es sollte indessen erwähnt werden,
daß der Impuls zu diesem ganzen Verlauf von dem Schalter 112 kommt. Dieser bestimmt
den ganzen intermittierenden Arbeitsverlauf des Wickelgerätes.
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In der Zeit zwischen dem Verbrauch eines Ballens von Mineralwolle
und der Zufuhr eines neuen Ballens entsteht ein Abbruch in der Zufuhr der Mineralwollematte
50. Während dieser ganzen Zeit dreht sich indessen das Wickelgerät nach F i g. 1,
2 und 3 weiter, ohne daß weitere Mineralwolle der Rohrschalung zugeführt wird. Dies
hat aber keine entscheidende Bedeutung, da der Impuls zu dem Austausch des Ballens
in dem Wickelgerät nicht zeitbestimmt ist, sondern ausschließlich von dem Zuwachsen
der aus Mineralwolle hergestellten Rohrschalung abhängt. Hierdurch wird sichergestellt,
daß die Maschine im ganzen in wirksamster Weise unter Aufrechterhaltung von genügend
genauer Abmessung der abgegebenen Mineralwollerohrschalungen ar-
beitet. Die Mineralwolle
ist in dieser Phase derart klebrig mit Neigung zum Verfilzen, daß der Übergang zwischen
zwei Enden der Mineralwollematte kaum merkbar ist.
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In F i g. 2 sind alle Teile gezeigt, die auch in Fig. 1 enthalten
sind, jedoch ist angenommen, daß bei dem Zustand, in welchem sich die Teile nach
Fig. 2 befinden, die Rohrschalung 99 bis zu einer solchen Dicke gewickelt worden
ist, daß durch Kontakt mit der Anliegefeder in dem Schalter 112 dieser eben geschlossen
wird. Während des Zuwachsens der Rohrschalung 99 ist der Arm 76 im Uhrzeigersinn
gegen die Wirkung des pneumatischen Druckes in dem Zylinder 97 verschoben worden.
Das Schließen des Schalters 112 setzt in der unten bei der Erläuterung des Schaltschemas
nach Fig. 4 beschriebenen Weise den Servomotor 115 in Betrieb.
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Gleichzeitig wird die Magnetkupplung73 freigeschaltet. Auf Grund der
Arbeit des Servomotors 115 senkt sich der gezahnte Arm 114 in die Mineralwollematte
50, welche dabei wegen des fortgesetzten Antriebs des Bandes 78 abgerissen wird.
Da die Magnetkupplung ausgeruht ist, bleiben der Riemen 74 und die Förderungsbahn
44 stehen. Das Band 78 setzt seine Arbeit eine Weile fort, entsprechend einer oder
wenigen Umdrehungen des Dornes 77. Damit soll ein Ausgleich der äußeren Oberfläche
der gebildeten Mineralwollerohrschalung 99 erhalten werden, insbesondere bei derjenigen
Stelle, wo die zugeführte Mineralwollematte endet.
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Bis zu diesem Augenblick behält deshalb die Vorrichtung denjenigen
Zustand, der in Fig. 2 gezeigt ist. Der schwenkbare Arm 101 befindet sich somit
in Wartelage, und die Kette 116 ist im Ruhezustand.
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In dem Schaltschema der Fig. 4 ist der Schalter 112, die Spule 102
zu dem Magnet zu erkennen, welcher den Dorn einer vollgewickelten Rohrschalung in
dem Greifer 102 des Armes 101 hält, ferner der Motor 70, die Magnetkupplung 73 und
die pneumatischen Servomotoren 96", 108 und 115. Die Arbeitsweise aus dem Zustand
der F i g. 2 in den Zustand der F i g. 3 wird an Hand der F i g. 4 beschrieben.
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Als der Schalter 112 geschlossen wurde, wurde die Plusklemme des
Netzes über diesen Schalter mit einer Leitung 121 verbunden, mit der auch die Wicklung
eines Relais 122 verbunden ist. Das andere Ende dieses Relais ist mit der Minusklemme
des Netzes verbunden, so daß das Relais 122 sofort zuschlägt. Das Relais schließt
dabei seinen Kontakt 123, wobei Plusspannung bei der einen Klemme des Relais aufrechterhalten
wird, auch wenn der Schalter 112 geöffnet würde. Dies erfolgt über eine Leitung
124, die mit dem Kontakt 126 eines selbsthalteauflösenden Relais 125 verbunden ist.
Das Relais122 stellt indessen gleichzeitig über seine Armatur 127 ein Ventil 128
um, welches die Arbeit des Servomotors 115 regelt, so daß Druckmedium der in Fig.4
oberen Kammer des Servomotors zugeführt wird und dessen Kolben nach unten verschiebt.
Dies führt unter Hinweis auf Fig. 3 dazu, daß der gezahnte Arm 114 in die Mineralwollematte
eingreift und diese abreißt und die weitere Zufuhr an das Wickelgerät verhindert.
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Über die Leitung 121 wird ebenfalls Strom der Wicklung der Magnetkupplung73
zugeführt. Diese Kupplung wird in kraftübertragender Lage durch Feder gehalten,
aber bei Magnetisierung des Magnets
in der Kupplung wird die Kraftübertragung
aufgelöst und verbleibt so lange aufgelöst, wie positive Spannung über den Leiter
124 von dem Kontakt 126 des Selbsthalteauflösungsrelais 125 zugeführt wird. Infolgedessen
bleibt die Bewegung des Transportbandes 44 (s. Fig. 3) aus.
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Schließlich wurde auch über den Leiter 121 positive Spannung zu einer
Zeitverzögerungsvorrichtung 129 zugeführt. Diese arbeitet in an sich bekannter Weise,
beispielsweise als ein sogenannter Treppenautomat, so daß er kurzweilig einen Kontakt
130 schließt, jedoch erst, wenn eine gegebene Zeit von dem Augenblick an verflossen
ist, als positive Spannung der Zeitverzögerungsvorrichtung 129 zugeführt wurde.
Diese Zeit ist derart bemessen, daß sie etwa zwei Umdrehungen der jetzt fertiggewickelten
Mineralwollerohrschalung 99 entspricht.
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Mit dem Schließen des Kontaktes 130 wird eine zweite Reihe von Funktionen
eingeleitet. Zuerst werden zwei Relais 132 und 133 durch positive Spannung magnetisiert,
welche über die Leitung 134 zugeführt wird. Das Relais 132 schließt einen für die
beiden Relais gemeinsamen Selbsthaltekreis über die Leitung 135, den Kontakt 136,
den Leiter 137 und den Kontakt 126 des Selbsthalteauflösungsrelais 125.
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Die Relais 132 und 133 bleiben deshalb zugeschlagen, auch wenn der
Kontakt 130 geöffnet werden würde, bis das Selbsthalteauflösungsrelais 125 magnetisiert
wird.
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Die Magnetisierung des Relais 132 führt dazu, daß der Stromkreis
zum Antriebsmotor 70 des Bandes 78 bei dem Kontakt 138 geöffnet wird, und der Motor
wird stromlos, so daß das Band 78 in Ruhe bleibt.
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Außerdem zieht der Magnet im Relais 132 seine Armatur 139' an, wodurch
das Ventil 141' umgestellt wird und Druckmedium auch der oberen Kammer in dem pneumatischen
Servomotor 96" zugeführt wird.
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Der Kolben wird dadurch in der Zeichnung nach unten verschoben, und
mit Hilfe von den Rollen 93" und 95" sowie dem Seil 94" (s. Fig.3) wird der Arm
91" in die in F i g. 3 gezeigte Lage verschwenkt, wobei die freigegebene Länge des
Bandes 78 durch die am Arm 98 angebrachte Spannrolle 86 aufgenommen wird. Hierdurch
wird Zugang zu dem Raum geöffnet, in dem sich die fertiggewickelte Mineralwollerohrschalung
befindet, so daß diese ausgefahren werden kann.
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Das Ausfahren der fertiggewickelten Rohrschalung 99 findet durch
Wirkung des Relais 133 statt. Dieses Relais erhielt gleichzeitig mit dem Relais
132 Zuschlagstrom und ebenfalls Selbsterhaltestrom über die Leitung 135, den Kontakt
136, die Leitung 137 und den Kontakt 126. Bei seiner Magnetisierung schließt das
Relais bei dem Kontakt 139" Magnetisiemngsstrom zu einem Hilfsmagnet 140, welcher
mit seiner Armatur das Öffnen von einem Ventil 141", welches Druckmedium zu dem
Ventil 142 des Servomotors 1gel8 führt. Dieses Ventil 142 stellt gleichzeitig unmittelbar
durch den Magnet das Relais 132 in solche Richtung um, daß Druckmedium der auf der
Zeichnung unteren Kammer dem Servomotor 108 zugeführt wird, wenn die Umstellung
des Ventils 142 durch die Armatur 143 bewirkt wird. Der Arm 101 dreht sich dann
aus seiner Ruhelage im Uhrzeigersinn, wobei er von seiner in F i g. 3 gezeigten
senkrechten Lage ausgeht. Diese Bewegung wird dabei von der Scheibe 106 vermittelt,
welche einen Kontaktarm mit zwei Kontakten 144 und 145 trägt. Über
den Kontakt 144
wird positive Spannung zu dem Magnet 102 des Greifers geschlossen, so daß dieser
den Dorn 77 abziehen kann, wenn der Arm 101 in seine äußerste Lage im Uhrzeigersinn
gedreht worden ist. Die Klaue des Greifers erfaßt dann die fertiggewickelte Rohrschalung.
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Der Zuschlagkreis des Relais 133 verläuft über einen Ruhekontakt
146 des Relais 147 zu der Minusklemme des Netzes. Wenn der Kontaktarm 76 in seine
äußerste Lage kommt, in welcher er den Dorn der fertiggewickelten Rohrschalung 99
aufgefangen hat, soll er seine Bewegungsrichtung umkehren, um diese Rohrschalung
von dem Wickelgerät zu entfernen. Dies erfolgt dadurch, daß der Kontakt 145 in Berührung
mit dem Kontaktsegment 148 kommt, wodurch positive Spannung vom Netz über den Arm
der Scheibe 106 geschlossen wird, weiter über dessen Kontakt 145, dem Kontaktsegment
148 und der Leitung 149 bis zur Wicklung des Relais 147, welches unmittelbar magnetisiert
wird. Dabei schließt das Relais 147 einen Selbsthaltekreis über den Kontakt 151,
die Leitung 152 und einen Kontakt auf ein Grenzlagerelais 153. Außerdem öffnet das
Relais 147 seinen Kontakt 146, wodurch das Relais 133 abmagnetisiert wird, und das
Ventil 142 wird wiederum in die in der Zeichnung gezeigte Lage umgestellt, in welcher
Druckmedium der auf der Zeichnung oberen Kammer des pneumatischen Servomotors 108
zugeführt wird, und der Arm 101 kehrt seine Bewegungsrichtung um. Dabei bringt der
Arm 101 die Rohrschalung 99 mit sich durch diejenige Öffnung aufwärts, die entstanden
ist, wenn das Band 78 von den beiden Rollen 88 und 89 zur Seite geführt ist. Während
seiner Bewegung passiert der Arm 101 eine Lage, in welcher der Greifer 102 mit Mitnehmern
154 übereinstimmt (s. F i g. 3), die an der Transportkette 116 angeordnet sind.
Diese Mitnehmer halten den Dom 77 mit der Rohrschalung 99 gegen die Wirkung der
Magnetisierung von der Spule in dem Greifer 102 zurück, so daß der Greifer gezwungen
wird, die Rohrschalung und den Dorn freizulassen, welche dabei von den Mitnehmern
154 aufgenommen werden. Der Greifer am Arm 101 setzt seine nach unten oder gegen
Uhrzeigersinn verlaufende Bewegung fort, wobei der Kontakt 144 auf dem mit der Scheibe
106 verbundenen Arm innerhalb kurzer Zeit in Berührung mit einem Kontaktsegment
155 kommt, so daß Strom der Leitung 156' zugeführt wird. In einer Weise, die keinen
Teil der Erfindung bildet, wird die Förderkette 116 gestartet, um die aufgenommene
Rohrschalung 99 zu entfernen. Gleichzeitig wird ein leerer Dorn in solche Lage zugeführt,
daß er von dem Arm 101 bei seiner Rückkehr aufgenommen wird und zur Bildung einer
neuen Rohrschalung abgegeben wird, wie im Zusammerlhang mit F i g. 1 beschrieben.
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Der Arm 101 setzt seine Bewegung bis zur Bodenlage fort, in welcher
der Greifer des Armes 101 unterhalb des leeren Dornes zu liegen kommt. Dort wird
bei dem Kontakt 144 des Armes Strom zu einem Kontaktsegment 157 geschlossen, wodurch
das Relais 153 magnetisiert wird und seinen Ruhekontakt geöffnet. Die Leitung 152
wird hierbei stromlos, und die Selbsthaltung des Relais 147 hört auf, so daß dieses
Relais abschlägt. Sein Kontaktl46 wird aufs neue geschlossen, und der Magnetl33
erhält Strom, so daß eine Umstellung des Ventils 142 stattfindet. Der Arm 101 wird
dadurch aufs neue im Uhrzeigersinn
unter Mitnahme des leeren Dornes
geschwenkt.
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Diese Bewegung setzt sich ohne Unterbrechung fort, bis der Arm 101
in seine entgegengesetzte Grenzlage gekommen ist, wo der Dorn in der in Fig. 1 gezeigten
Lage abgegeben wird zum Aufwickeln der nächsten Rohrschalung. In der gleichen Weise
wie vorher wird jetzt wieder das Relais 147 magnetisiert und nimmt Selbsthaltung,
so daß das Ventil 142 umgestellt wird und der Arm 101 seine Bewegung entgegen dem
Uhrzeigersinn beginnt.
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Wenn der Arm 101 während dieser Bewegung in seine Ruhelage gekommen
ist, wie dies in Fig. 1, 2 und 3 gezeigt ist, wird bei dem Kontakt 145 Strom zu
dem Selbsthalteauflöserelais 125 geschlossen. Es sei bemerkt, daß der Arm 101 seine
Ruhelage während der Bewegung dreimal passiert hat, nämlich erstens, wenn er in
Bewegung entgegen dem Uhrzeigersinn die fertiggewickelte Rohrschalung bis zu dem
Mitnehmer 154 an der Kette 116 brachte, zweitens, wenn er im Uhrzeigersinn den abgenommenen
leeren Dorn in seine Lage brachte, und drittens, wenn der Kontakt 145 geschlossen
wird. Nur jedes dritte Mal soll Strom dem Relais 125 zugeführt werden, und zu diesem
Zweck ist in der Leitung 161 ein Zählrelaiskreis 162 angeordnet, welcher an sich
bekannter Art sein kann, der für jeden dritten Impuls Spannung zu dem Relais 125
gibt. Bei seiner Magnetisierung öffnet das Relais 125 bei seinem Kontakt 126 alle
Selbsthaltekreise. Somit wird die Plusspannung von der Leitung 124 gesperrt, und
das Relais 122 fällt zurück. Hierdurch wird der gezahnte Arm 114 beim Umstellen
des Ventils 128 mit Hilfe des Servomotors 115 angehoben. Weiter schlägt der Magnet
der Magnetkupplung aus, und mit Federkraft schlägt dann die Magnetkupplung zu, und
das Transportband 44 beginnt wieder, sich zu bewegen.
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Weiter werden die Selbsthaltekreise über die Leitung 137 für die Relais
132 und 133 geöffnet. Bei dem dadurch erfolgenden Zurückfallen des Relais 132 wird
das Ventil 141' umgestellt, und der Servomotor 96" führt die beiden Rollen 88 und
89 aus ihrer Lage gemäß Fig. 3 in die Lagen gemäß Fig. 1 und 2. Wenn das Relais
133 zurückfällt, wird der Kontakt 139" geöffnet, und das Relais 140 fällt ebenfalls
zurück. Die Folge ist, daß Zufuhr von Druckmedium durch das Ventil 141" verhindert
wird, so daß keine weitere Bewegung des Servomotors 108 stattfinden kann. Der Arm
101 bleibt deshalb in seiner Ruhelage, und die Vorrichtung ist im ganzen in die
Lage der F i g. 1 zurückgegangen.
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Das Wickelgerät ist jetzt für einen neuen Wickelvorgang bereit.
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Mit der Erfindung wird eine intermittierende Arbeitsweise erreicht,
deren Takt ausschließlich davon bestimmt wird, daß eine Rohrschalung bis zu einer
gegebenen Dicke gewickelt wurde und dann der Schalter 112 geschlossen wird. Mit
dem Schließen des Schalters 112 erfolgt selbsttätig in einer gegebenen Zeitfolge
die ganze Reihe von Funktionen zur Angabe der fertiggewickelten Rohrschalung, Aufnahme
eines leeren Dornes, Überführung des Dornes zur Beginnlage und Inbetriebsetzung
einer Wicklung einer neuen Rohrschalung.