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Anlage zur Behandlung von Textilien Die Erfindung betrifft eine Anlage
zur Naßbehandlung von Textilien bei Hochtemperaturen, beispielsweise zum Färben.
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Hochtemperaturbehandlungen dieser Art sind in der Regel nur bei einem
oberhalb des normalen Atmosphärendrucks liegenden Druck möglich, da in den weitaus
meisten Fällen die Behandlungsflotten wäßrige Dispersionen sind, deren Siedepunkt
bei normalem Atmosphärendruck bei oder nahe bei 100° C liegt, wobei Temperaturen
von etwa 100° C und darüber häufig für gewisse Behandlungen erforderlich sind. Die
Hochtemperaturbehandlungen setzen also üblicherweise die Anwendung druckfest verschlossener
Behandlungsbehälter (Autoklaven) voraus.
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Bei der Verwendung von Autoklaven ergeben sich wesentliche Nachteile.
So ist die Behandlung einer bestimmten Textilgutmenge erforderliche Arbeitszeit
verhältnismäßig lang, da zur Behandlungszeit und der Lade- und Entladezeit noch
die zum Unterdrucksetzen und Erhitzen sowie zur Druckminderung und Abkühlung erforderliche
Zeit hinzukommt.
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Nach beendigter Behandlung muß der Autoklavinhalt auf eine Temperatur
abgekühlt werden, die wesentlich unterhalb der Flottensiedetemperatur bei Normaldruck
liegt, damit die Gefahr einer plötzlichen Dampfentwicklung und damit die Gefahr
einer Verletzung des Personals vermieden wird.
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Das nach jeder Füllung des Autoklavs erneut erforderliche Erhitzen
und Unterdrucksetzen des Flüssigkeitsbades bedingt einen hohen Ehergieverbrauch.
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Ein weiterer entscheidender Nachteil der bekannten Anlagen ist, daß
von Seiten des Arbeitspersonals während der Behandlung des Textilgutes keine unmittelbare
Kontrolle desselben und kein Eingriff in den Behandlungsraum stattfinden kann.
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Diese Nachteile werden durch die Textilbehandlungsanlage gemäß der
Erfindung überwunden.. Diese Anlage dient zum Behandeln von Textilien mit einer
über Atmosphärendruck stehenden erhitzten Badflüssigkeit, deren Temperatur bei oder
über der Siedetemperatur bei Atmosphärendruck liegt. Sie ist gekennzeichnet durch
eine die Behandlungsvorrichtung, das Behandlungsgut sowie den Bedienungsraum für
das Personal fassende Kammer, die oberhalb Atmosphärendruck gehalten werden kann.
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Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, den zum Verhindern
des Siedens des Behandlungsbades erforderlichen überdruck nicht im Badbehälter selbst
zu erzeugen, sondern den Behälter in einem größeren Raum aufzustellen, in dem überall
der notwendige überdruck herrscht. In einer bevorzugten Ausführungsform enthält
die erfindungsgemäße Anlage folgende, zum Teil an sich bekannte Bestandteile, die
auch nur zum Teil vorhanden sein können: Die Kammer besitzt mindestens eine Druckschleuse
zum Ein- und Ausbringen von Personal und Material. Es sind Mittel vorgesehen, um
die Drücke in der Kammer und den Schleusen unabhängig voneinander einzustellen.
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Aus der Kammer führen druckdicht Rohrleitungen zum Einführen bzw.
Entnehmen von Badflüssigkeit ohne Veränderung des Kammerdrucks heraus.
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Die Anlage besitzt eine mittels eines Druck-Temperatur-Vergleichsgerätes
gesteuerte Sicherheitseinrichtung mit mindestens einem Kühlflüssigkeit enthaltenden
Tank, der über mindestens eine Leitung mit jedem Badbehälter verbunden ist, eine
in die Leitung eingebaute zerreißbare Absperrmembran sowie in Nähe der Membran angeordnete,
über das Druck-Temperatur-Vergleichgerät elektrisch zündbare Sprengkapseln.
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Oberhalb jedes Badbehälters befindet sich eine Auffangvorrichtung
für schädliche Dämpfe und Gase; diese ist mit dem Einlaß einer Gasreinigungseinrichtung
verbunden, welche die Gase nach Reinigung in die Kammer zurückbefördert.
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Die erfindungsgemäße Anlage gestattet es, daß die in der Druckkammer
angeordneten Badbehälter vom Bedienungspersonal ohne Verbrühungsgefahr zu beliebigen
Zeiten und Zwecken geöffnet und geschlossen werden können, auch wenn die Badtemperaturen
über dem Siedepunkt bei normalem Atmosphärendruck liegen. Da Mittel zur Einstellung
des Drucks
in der Kammer vorgesehen sind, kann der für die jeweilige
Badtemperatur vorgesehene überdruck ständig aufrechterhalten werden. Damit entfällt
der bei bekannten Anlagen bei jeder Badfüllung zum Druckerzeugen, Erhitzen, Drucksenken
und Abkühlen erforderliche Zeitaufwand wie auch der zusätzliche Energieverbrauch.
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Das Personal kann während der Dauer der Naßbehandlung des Textilguts
den Verlauf der Behandlung fortwährend überwachen, Proben von Behandlungsbad und
Textilgut nehmen und verbessernd in das Verfahren eingreifen. Dadurch können gleichmäßigere
und bessere Behandlungsergebnisse erzielt werden.
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Zum Schutz des in. der Druckkammer arbeitenden Personals gegen ruckartige
Dampfentbindung aus den Behandlungsbädern dient die mittels eines Druck-Temperatur-Vergleichsgeräts
gesteuerte Sicherheitsvorrichtung; diese läßt bei unvermutetem plötzlichem Druckabfall
in der Kammer Kühlflüssigkeit in die Badbehälter fließen, wodurch eine sofortige
Abkühlung erreicht wird. Eine z. B. nach dem Gaswäscherprinzip arbeitende Klimaanlage
bekannter Bauart dient darüber hinaus zur Reinerhaltung der Atemluft in der Kammer;
die Klimaanlage saugt die in der Kammer über den Behandlungsbädern auftretenden.
Dämpfe und Gase ab, wäscht Verunreinigungen aus und, führt die gereinigte und auf
normalen Feuchtigkeitsgehalt gebrachte Luft in die Kammer zurück.
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Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Aufbau und Funktionsweise einer
bevorzugten Ausgestaltung der Anlage an Hand der Zeichnungen. Es zeigt F i g. 1
eine teilweise geschnittene Seitenansicht von Druckkammer und Schleusen, F
i: g. 2 eine -teilweise geschnittene Draufsicht auf die Druckkammer nach
F i g. 1, F i g. 3 eine vergrößerte, teilweise geschnittene Ansicht von Materialschleuse,
einem Teil der Druckkammer und einer Hilfskonstruktion entlang der Linie 3-3 von
F i g. 1, F i g: 4 eine Vorderansicht der die Enden der Materialschleuse bildenden
Konstruktion, F i g: 5 eine vergrößerte, teilweise geschnittene Ansicht-der Personalschleuse
entlang der Linie 5-5 von F i g. 6; .
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F i g. 6 eine Draufsicht in die Personalschleuse nach F i g. 5; F
i g. 7 eine Vorderansicht des der Hilfskonstruktion zugekehrten Endes der Personalschleuse,
F i g. 8 eine vergrößerte, teilweise geschnittene Ansicht einer Probenschleuse entlang
der Linie 8-8 von Fig.6, _ F i g. 9 schematisch die Druckluft-Versorgungsanlage
für Kammer und Schleusen, F i g. 10 schematisch die zur plötzlichen Abkühlung der
Behandlungsbäder bei Druckabfall in der Kammer dienende Sicherheitsvorrichtung,
F i g. 11 perspektivisch einen Kühlflüssigkeitsbehälter mit zugehörigen Leitungen
sowie die Absperr-und Freigabevorrichtung für die Kühlflüssigkeit, F i g.12 eine
vergrößerte Schnittansicht der Absperr- und Freigabevorrichtung für die Kühlflüssigkeit,
F i g. 13 ein Schaltschema der Sicherheitsvorrichtung, welche die Freigabevorrichtung
bei gefährlichem. Druckabfall betätigt, F i g.14 eine teilweise geschnittene Draufsicht
eines zur Entleerung eines verbrauchten Behandlungsbades aus der Druckkammer dienenden
Sammelbehälters, F i g. 15 eine Schnittansicht entlang der Linie 15-15 von F i g.14,
F i g. 16 schematisch einen Querschnitt durch einen in der erfindungsgemäßen Anlage
verwendbaren Badbehälter zur Textilbehandlung, F i g. 17 schematisch einen Längsschnitt
einer umwälzenden Luftreinigungseinrichtung.
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Die in den aufgeführten Figuren dargestellte Anlage kann beispielsweise
zum Färben von Textilien eingesetzt werden. Sie besteht nach den F i g. 1 und 2
aus einer Druckkammer 10, einer Materialschleuse 11 und einer Personalschleuse 12.
Die beiden Schleusen stellen die Verbindung zwischen der Kammer 10 und einer Hilfskonstruktion
B her, wobei letztere die Zugänge von außen zu den Schleusen enthält.
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Im Innern der Kammer 10 befinden sich Färbebottiche 13 und
14 sowie eine Plattform P als Arbeits- und Abstellfläche und die zur sofortigen
Kühlung des Inhalts der Färbebottiche bei Gefahr dienende Sicherheitsvorrichtung
A.
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Letztere besteht aus den Behältern 15 und 16, welche die Kühlflüssigkeit,
z. B. Wasser, enthalten, sowie aus Leitungen 17 und 18, welche die Behälter mit
den Färbebottichen 13 bzw. 14 verbinden, und aus Sicherheitsventilen 19 bzw. 20,
die in den Leitungen 17 und 18 angeordnet sind.
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Die mit den Färbebottichen verbundenen Rohre 21 verlaufen druckdicht
durch die Kammerwände hindurch zu einer außerhalb befindlichen Färbebadzufuhr. Die
Entleerungsrohre 22 verbinden die Färbebottiche 13 und 14 mit einem Sammelbehälter
S innerhalb der Kammer, während das Entleerungsrohr 23 des Sammelbehälters druckdicht
nach außen führt. Die Ventile in den Zufuhrrohren 21 und den Entleerungsrohren 22
steuern das Füllen und Entleeren der Färbebottiche. Das Ventil in dem Entleerungsrohr
23 wird durch den Flüssigkeitsspiegel in dem Sammelbehälter S gesteuert. Es öffnet
sich, wenn dieser Flüssigkeitsspiegel hoch wird, und schließt sich, wenn der Flüssigkeitsspiegel
niedrig wird.
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Die Materialschleuse 11 besitzt, wie in den F i g. 3 und 4 gezeigt,
rohrförmige Wandungen 25: An den beiden Enden der Schleuse sind Schotten 26 druckdicht
mit der Innenseite der Wandung 25 verbunden. Jedes Schott ist jeweils an der Niederdruckseite
mit angeschweißten Kniestücken 27 zur Wandung 25 verstrebt. Jedes Schott enthält
eine exzentrisch angeordnete Öffnung 28. Die Öffnungen 28 an beiden Enden der Schleuse
ermöglichen den Zugang zur Schleuse einerseits von außen, andererseits von der Druckkammer
aus. Auf der Hochdruckseite der Schotten 26 sind um beide Öffnungen 28 herum Dichtungsringe
29 mit einer nach dem Kammerinneren zeigenden rechteckigen Nut 30 befestigt. Die
Dichtungsringe bewirken zusammen mit später beschriebenen Türen einen luftdichten
Verschluß der Schleuse.
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Die Materialschleuse 11 ist an einem Ende luftdicht mit der Druckkammer
10 verbunden; am anderen Ende ist sie mit der Hilfskonstruktion B verbunden. Am
Druckkammerende befindet sich eine kreisförmige Tür 31. Diese trägt an ihrer dem
Schleuseninneren zugekehrten Seite in Nähe ihrer äußeren Begrenzung einen Flansch
32. Letzterer ist so angeordnet, daß er mit der Nut 30 des Dichtringes 29 in
Eingriff
gebracht werden kann. Ein Ring 33 mit einem rechtwinkligen L-förmigen Querschnitt
ist an seiner äußeren ebenen Fläche mit der gegen die Druckkammer gerichteten Seite
der Rundtür 31 so verschweißt, daß seine äußere gekrümmte Fläche vom Mittelpunkt
der Tür weg nach außen zeigt. Eine kreisförmige Platte 34 mit einem Flansch 35 an
ihrem Umfang greift in den Ring 33 ein, wobei der Flansch 35 mit seiner Außenkante
an der inneren ebenen Fläche dieses Ringes anliegt.
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Ein rechtwinkliger, U-förmiger Rahmen 36, dessen waagerechte Abmessungen
größer sind als seine senkrechten Abmessungen, erstreckt sich in Horizontalrichtung
über beide Seiten der Schleuse 11 hinaus. Der Rahmen 36 ist an Ober- und Unterseite
mit zwei in Schleusenrichtung weisenden kräftigen Armen 37 versehen. Die Arme 37
sind jeweils gelenkig mit einem Ende eines Glieds 38 verbunden, welches gelenkig
mit der Tür 31 verbunden ist. Die Arme 37 verlaufen durch Öffnungen in der kreisförmigen
Platte 34 hindurch. An jeder Ecke des Rahmens 36 sind V-förmig gekerbte Räder 39
drehbar befestigt.
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Innerhalb der Druckkammer 10 sind zwei untere V-förmige Schienen 40
eingebaut, und zwar eine auf jeder Seite der Schleuse 11. Innerhalb der Kammer befinden
sich außerdem zwei Paar obere V-förmige Schienen 41, wobei jeweils ein Paar an jeder
Seite der Schleuse angebracht ist. Alle V-förmigen Schienen sind im wesentlichen
parallel zueinander und steil schräg aufwärts weg von der Tür 31 angeordnet. Die
unteren Schienen 40 sind umgekehrt angeordnet und stehen so, daß sie in die V-förmigen
Kerben der unteren Räder 39 eingreifen. Jedes Paar der oberen Schienen 41 besteht
aus einer Kopfschiene 41 a und einer Bodenschiene 41 b, die so angeordnet sind,
daß sie in einer gemeinsamen Ebene liegen. Die V-förmige Kerbe von jedem oberen
Rad 39 tritt sowohl mit der Kopfschiene 41a als auch mit der Bodenschiene 41 b eines
Paares der oberen V-förmigen Schienen in Eingriff.
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Ein Seil 42 ist jeder oberen Ecke des Rahmens 36 zugeordnet und läuft
über eine Reihe von Rollen zu einem Gegengewicht 43. Ein nicht gezeigter, mit Druckluft
betätigter Zylinder, der an dem Rahmen 36 befestigt ist und bei Betätigung auf die
kreisförmige Platte 34 wirkt, drückt die Tür dicht auf den Dichtring 29, um das
Druckkammerende der Schleuse 11 abzudichten.
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Die Tür 31 befindet sich nach F i g. 3 in geschlossener Stellung.
Um die Tür 31 zu öffnen, wird der Druck des pneumatisch betätigten Zylinders abgelassen.
Die Tür 31 wird dann mit Hilfe des Gegengewichts 43 abgehoben. Die unteren
Räder 39 werden durch die unteren Schienen 40, die oberen Räder
39 durch die unteren Schienen 40, die oberen Räder 39 durch die unteren
Schienen 41 geführt, wodurch die Tür 31 in ihre obere Stellung bewegt wird.
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Das der Hilfskonstruktion B zugekehrte Ende der Materialschleuse 11
hat eine kreisförmige Tür 45, die an Scharnieren 46 befestigt ist. Letztere sind
an der Hochdruckseite der Schottwand 26 befestigt. Die Tür 45 hat einen am Umfang
angeordneten Flansch 47, der bei geschlossener Tür dicht in die ringförmige Auskerbung
30 des Dichtungsringes 29 eingreift. Ein Druckluftzylinder 48, der gelenkig an einem
Ende der Wandung 25 der Schleuse befestigt ist und an dem anderen Ende durch ein
Gelenk mit der kreisförmigen Tür 45 verbunden ist, liefert die Antriebskraft zum
öffnen und Schließen dieser Tür. Die exzentrische Lage der Öffnungen 28 in der Schottwand
26 erlaubt dabei die volle Öffnung der Tür 45.
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Die Materialschleuse 11 enthält nach den F i g. 3 und 4 ein Paar paralleler
V-förmiger Schienen 50 und einen Transportwagen 51. Die Schienen 50 sind an Querträgern
52 im unteren Teil der Schleuse befestigt. Die Schienen 50 erstrecken sich von der
in der Schottwand exzentrisch angeordneten Öffnung 28 an dem zur Hilfskonstruktion
B zeigenden Ende der Schleuse zu der entsprechenden exzentrischen öffnung 28 an
dem zur Druckkammer weisenden Schleusenende.
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Der Förderwagen 51 besteht aus einem rechtwinkligen Chassis, V-förmig
gekerbten Rädern 54, die drehbar an jeder Ecke des Chassis befestigt sind, sowie
aus drei parallelen gekehlten Schienen 55, die auf der Oberseite des Chassis 35
befestigt sind. Die Räder 54 greifen in die V-förmigen Schienen 50 ein und laufen
darauf, wenn der Transportwagen 51 von einem Ende der Schleuse 11 zum anderen Ende
geschoben wird. Die Schienen 55 sind auf dem Chassis 53 so angebracht, daß sie die
Plattform P der Kammer 10 auf gleicher Ebene treffen, wenn der Transportwagen 51
sich am Kammerende der Schleuse 11 befindet. Die gekehlten Schienen 55 haben solche
Abmessungen und sind so gelggert, daß sie die Räder eines üblichen Hand-Transportwagens
T aufnehmen und führen können.
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An dem Chassis 53 befinden sich weiterhin zwei Haltevorrichtungen
56, um den Handwagen T am Wegrollen zu hindern, wenn der Transportwagen 51 bewegt
wird. Jede Haltevorrichtung 56 besteht aus einem Haltearm 57, der an einer Stange
56 befestigt ist, die an dem Chassis 51 drehbar montiert ist, und aus einem
Handgriff 59 an jedem Ende davon. Der Haltearm 57 einer Haltevorrichtung kann mit
einer Seite der Mittelradachse des Handwagens T nach Drehung der Stange 58 in Eingriff
treten; der Haltearm der anderen Haltevorrichtung kann mit der anderen Seite der
mittleren Radachse nach Drehung der Stange 58 in Eingriff treten, wodurch eine Relativbewegung
des Handwagens auf dem Transportwagen 51 verhindert wird.
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Die Personalschleuse 12 besteht, wie aus den F i g. 5, 6 und 7 zu
ersehen ist, aus einer rohrförmigen Wandung 60, kreisförmigen Schotten 61, Türen
62 und Verstärkungsgliedern 63 a, 63 b und 63 c. Die Wandung 60 ist
an einem Ende gegenüber der Kammer 10 abgedichtet und an dem anderen Ende mit einer
Hilfskonstruktion verbunden. Die Schotten 61 haben ellipsenförmige Öffnungen 64
zum Begehen der Schleuse. Die Dichtungen 66 aus elastischem Material sind an den
Türen befestigt. An den Türen sind ferner Handgriffe, Schließvorrichtungen und druckluftbetätigte
Öffnungs- und Schließvorrichtungen befestigt (nicht gezeigt), um das Öffnen, Schließen
und Sichern der Türen zu erleichtern.
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Die Verstärkungsglieder 63 a sind Stahlringe mit rechtwinkligem
L-förmigem Querschnitt, die an die rohrförmige Wandung 60 und an die Schottwände
61 an deren Niederdruckseite angeschweißt sind. Die Verstärkungsglieder 63 b sind
aufrecht stehende Doppel-T-Träger, die an ihren Enden oben und unten an der rohrförmigen
Wandung 60 und an deren Hochdruckseite mit der Schottwand verschweißt sind. Die
Verstärkungsglieder 63 c sind Stahlbogen mit rechtwinkligem L-förmigem Querschnitt,
deren ebene
Flächen an der Niederdruckseite der Doppel-T-Träger
63 b angeschweißt sind und deren gebogene Flächen an die rohrförmige Wandung 66
angeschweißt sind.
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Zur Bequemlichkeit des Personals in der Schleuse 12 sind Sitze 67
sowie eine Plattform P vorgesehen. Ebenso sind Sichtgläser 68 in den Schottwänden
61 vorgesehen.
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Eine Probenschleuse 70 zum Passierenlassen von Textil- und Färbebadproben
zu der Hilfskonstruktion B für Analysenzwecke ist in einer in der Niederdruckschottwand
61 vorgesehenen Öffnung befestigt. Die im einzelnen in F i g. 8 gezeigte Probenschleuse
70 besteht aus -einem zylindrischen Mantel 71 und einem Endteil 72 an jedem
Ende dieses Mantels. Jedes Teil 72 verfügt über einen exzentrisch angeordneten
kreisförmigen Durchlaß 73 und trägt einen gekerbten Dichtring 74, der diesen Durchlaß
umgibt. Eine kreisförmige Durchlaßtür 75 mit einem Flansch 76 am Umfang ist mittels
Scharnieren 77 an der Hochdruckseite jedes Teils 72 befestigt. Die Umfangsflansche
76 der Durchlaßtüren 75 legen sich an die gekerbten Dichtungsringe 74 an, wenn die
Durchlaßtüren geschlossen sind. Justierschrauben und Muttern 78 sind an jeder Durchlaßtür
75 befestigt und wirken auf das Scharnier 77, um das Fluchten des Flansches 76 mit
dem gekerbten Dichtring 74 zu sichern.
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In F i g. 9 ist eine Druckerzeugungsapparatur zum Aufbau von Druck
in der Druckkammer 10 sowie zur Kontrolle des Druckes in den Luftschleusen 11 und
12 dargestellt. Sie besteht aus einem Kompressor 80; einem Auslaßröhr 81, das den
Druckstutzen des Kompressors mit der Druckkammer 10 verbindet. sowie aus einem,
Einlaßrohr 82, das den Lufteinlaßstutzen dieses Kompressors mit den Schleusen 11
oder 12 und über das Absperrventil 83 mit der Atmosphäre verbindet. Das Ventil 84
steuert den Luftstrom aus den Schleusen 11 öder 12 zu dem Kompressor 80. Das Verbindungsrohr
85 verbindet die Schleuse 11 oder 12 direkt mit der Druckkammer
10;
der Luftstrom in diesem Verbindungsrohr wird durch das- Ventil
86 gesteuert. Das Ventil 87 verbindet, wenn geöffnet, die Schleuse
11 oder 12 mit der Atmosphäre.
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Zum Beschicken der Kammer 10 wird zunächst Personäl und/oder Material
in die Schreuse 11 oder 12 eingebracht. Sodann werden beide Türen geschlossen und
die Ventile 84 und 87 geschlossen. Das Ventil 86 wird hierauf geöffnet, um
den Druckausgleich zwischen Luftschleusen und Druckkammer herzustellen. Wenn die
Drücke ausgeglichen sind, wird die Tür zu der Kammer 10 geöffnet und Personal sowie
Material in die Kammer gebracht. Druckmesser 88 bzw. 89 zeigen die in der Druckkammer
10 - und den Schleusen 11 oder 12 befindlichen Drücke an.
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Beim Verlassen der Druckkammer 10 wird die Tür der Schleuse
11 oder 12, die zu dieser Kammer führt, geöffnet, während die äußere Tür
zur Atmosphäre geschlossen bleibt. Daraufhin werden Personal oder Material in die-
Schleuse verbracht und die innere Tür verschlossen. Das Ventil 86 wird geschlossen,
das Ventil 87 bleibt geschlossen, und das Ventil 84 wird geöffnet. Der Kompressor
80 entfernt Luft aus der Schleuse 11 oder 12, bis der Druck innerhalb der Luftschleuse
atmosphärischem Druck entspricht; in diesem Zeitpunkt öffnet sich das Absperrventil
83,
um dem Kompressor Luft aus der Atmosphäre zuzuführen. Wenn der Kompressor
80 nicht arbeite gleicht sich der Druck innerhalb der Luftschleuse
11
oder 12 mit dem atmosphärischen Druck durch öffnen des Ventils 87
aus.
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Für jeden Färbebottich 13 oder 14 in der Druckkammer 10 ist eine Sicherheitseinrichtung
A, wie aus F i g. 10 ersichtlich, vorgesehen. Jede Sicherheitsvorrichtung A, die
im einzelnen in bezug auf den Färbebottich 13 beschrieben wird, besteht aus dem
Kühl flüssigkeitsrank 15, der Leitung 17 vom Tank zum Färbebottich 13, dem Sicherheitsventil
19, das in der Leitung 17 eingebaut ist, aus einer Meßvorrichtung 91 zur Bestimmung
der Temperatur des Färbebades, aus einer Meßvorrichtung 92 zur Bestimmung des auf
das Färbebad -einwirkenden Drucks und aus einem Steuermechanismus 93 zum Vergleichen
der gemessenen Temperatur mit dem gemessenen Druck und zum Betätigen einer Ventilöffnungsvorriclhtung
94,
wenn der festgestellte Druck auf einen vorbestimmten Wert abfällt, bei
dem der Siedepunkt des Färbebades sich gerade kurz oberhalb oder unterhalb der festgestellten
Temperatur befindet.
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Wie in F i g. 11 gezeigt, ist der Tank 15 in den oberen Teilen
der Druckkammer 10 auf Doppel-T-Trägern 95 durch Bänder 96 befestigt. Um
einen ausreichenden Kühlflüssigkeitszufluß zu dem Färbebottich 13 sicherzustellen,
ist der Tank 15 mit dem erwähnten Färbebottich durch zwei oder mehr Leitungen
17 verbunden.
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F i g. 12 stellt das Ventil 19 und die Ventilöffnungsvorrichtung 94
dar. Das Ventil 19 besteht aus einer zerbrechlichen Scheibe 97 aus beispielsweise
Glas, die quer in der Leitung 17 liegt und flüssigkeitsdicht durch Flansche 98 und
Gummidichtungen 99 gehalten wird. Die Ventilöffnungsvorrichtung 94 besteht aus zwei
oder mehr Sprengkapseln 100, die in der Leituni 17 unterhalb der Scheibe 97 an Befestigungen
101 aufgehängt sind. Drähte 103 zur elektrischen Zündung sind mit den Sprengkapseln
100 verbunden und verlaufen aus der Leitung 17 durch den Nippel 104 zu dem
Steuermechanismus 93. Der Nippel 104
ist mit einer Abdichtmasse 105
versehen. Wenn die Sprengkapseln 100 gezündet werden, zerbrechen sie die Absperrmembran
97, wodurch die in dem Tank 15 enthaltene Kühlflüssigkeit freigegeben wird.
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Der Steuermechanismus 93, der im einzelnen in F i g. 13 gezeigt ist,
besteht aus einem Steuerstromkreis mit einer Relaisspule C, einem druckbetätigten
Rheostat R und einer Temperaturmeßvorrichtung, z. B. einem Thermistor (Eisen-Wasserstoff-Widerstand)
91, wobei diese Bauteile mit einer konstanten Gleichstromquelle.DC in Reihe geschaltet
sind. Die Spule C bewegt, wenn sie genügend erregt wird, einen in der F i g. 13
nicht gezeigten Relaisanker, der einen Stromkreis zu den Sprengkapseln 100 schließt,
um diese zu zünden. Der Anfangswiderstand des Rheostat R und des Thermistors 91
wird auf genügend hohen Wert eingestellt, so daß kein Strom oder nur<
ein
ungenügender Strom zur hinreichenden Erregung der Spule C fließt. Der Rheostat R
wird durch die Druckmeßvorrichtung 92 betätigt, um den Widerstand zu vermindern,
wenn der festgestellte Druck nachläßt; der Widerstand wird auch verringert, wenn
die Temperatur ansteigt. Der bei Temperaturänderung am Thermistor und bei Druckänderung
am Rheostat sich jeweils einstellende Widerstand ergibt in Verbindung mit der Spannung
der Stromquelle DC dann
einen zur Betätigung des Relaisankers genügenden
Strom, wenn die gemessene Temperatur an dem Siedepunkt des Färbebades bei dem gemessenen
Druck herankommt.
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Der in den F i g. 14 und 15 gezeigte Sammelbehälter S besteht aus
einem Kessel 107, einem Deckel für den Kessel 106, einem Filter- oder Siebeinsatz
108, durch den die in den Sammelbehälter eintretenden Flüssigkeiten passieren, einer
Schwimmervorrichtung 109 und einem käfigartig abgedeckten Auslaß. Mit diesem Auslaß
ist ein Entleerungsrohr 23 verbunden, welches aus der Druckkammer 10 druckdicht
herausgeführt ist. Ein Ventil 111 ist in dem Entleerungsrohr 23 eingeschaltet, um
den Flüssigkeitsspiegel im Sammelbehälter S zu steuern. Anfänglich läßt man die
Flotte aus dem Färbebottich in den Sammelbehälter S fließen, indem man den Flüssigkeitsspiegel
darin anhebt, bis er einen vorbestimmten Stand erreicht, worauf die Schwimmervorrichtung
109 das Ventil 111 betätigt, um den Behälterinhalt durch das Rohr 23 in das Abflußrohr
zu entleeren. Wenn der Flüssigkeitsspiegel auf einen vorbestimmten niedrigeren Stand
abfällt, schließt die Schwimmervorrichtung 109 das Ventil 111.
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F i g. 16 zeigt einen Färbebottich, wie er bei der erfindungsgemäßen
Textilbehandlungsanlage verwendet werden kann. Der Färbebottich besteht aus einem
Kessel 115, welcher das Färbebad enthält, einer Haube 116, die den Kessel
bedeckt, und einer elliptischen Antriebsrolle 117 zur Bewegung der Textilien
F, die durch das Färbebad eingefärbt werden sollen. Die Haube 116 ist mit Türen
118 versehen, die nicht gasdicht zu sein brauchen; diese Türen 118 gestatten den
Zugang zum Färbebad, den Textilien F und einem Ventil 119, das zum Abziehen der
Luftdampfmischungen, die sich über dem Färbebad bilden, dient. Der Färbebottich
ist so gelagert, daß er von der Plattform P leicht erreicht werden kann.
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Zum Färben wird der Kessel 115 mit dem Färbebad gefüllt und die Textilien
F rund um die elliptische Antriebsrolle 117 in einer kontinuierlichen Schlinge
und in den Kessel 115 hineingehängt. Das Färbebad wird durch Einleitung von
Dampf erhitzt und die Antriebsrolle 117 gedreht, um die Textilien F durch das Färbebad
zu ziehen. Die Türen 118 werden geschlossen, um das Entweichen von Dämpfen des Färbebades
in die Arbeitsräume für das Personal zu verhindern. Diese Dämpfe entweichen zusammen
mit Luft durch das Entlüftungsventil 119
und werden von der Luft durch eine
Klimaanlage getrennt, welche die Luft für den menschlichen Verbrauch wieder aufbereitet.
Eine hierfür geeignete Klimaanlage bekannter Konstruktion besteht, wie in F i g.
17 gezeigt, aus einem Einlaß 120, einem Wassersprühfach 121, einem Trennfach 122,
einem Erhitzungsfach 123 und einem Auslaß 124. Das Wassersprühfach 121 enthält Querreihen
von Wassersprühern 125. Die Temperatur des von jeder Querreihe 125 zu versprühenden
Wassers ist niedriger als die Temperatur des jeweils durch die vorangegangene Querreihe
versprühten Wassers, so daß die von dem Einlaß 120 durch das Wassersprühfach 121
strömende Luft gewaschen und gekühlt wird. Das Trennfach 122 enthält Prallplatten
126, die mitgerissenes Wasser von der gewaschenen Luft zurückhalten. Das Erhitzungsfach
123 enthält Heizröhren 127, durch welche Dampf oder ein anderes Erhitzungsmedium
hindurchströmt. Ein Ventilator 28 an dem Auslaß 124 zieht Luft durch die Klimaanlage.
Die Temperaturen des von den entsprechenden Querreihen 125 versprühten Wassers und
die Temperatur des Erhitzungsfaches 123 sind so gewählt, daß die austretende Luft
normale Temperatur und Feuchtigkeit besitzt. Die so aufbereitete Luft wird dann
durch den Ventilator 128 in die Arbeitsräume der Druckkammer zurückgeführt.
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Beim Betrieb wird die Druckkammer 10 durch Verschließen der inneren
Türen der Luftschleusen 11
und 12 abgedichtet und der Druck durch den Kompressor
80 aufgebaut. Der Druck wird im allgemeinen durch die Temperatur bestimmt, bei der
die Ausführung der Färbung gewünscht wird. Das Färbebad kann ganz in der Druckkammer
10 vorbereitet werden, wobei man Wasser benutzt, das durch die Zuführungsrohre
21 hineingepumpt wird; das Färbebad kann aber auch außerhalb der Kammer vorbereitet
werden und dann, beispielsweise durch das Rohr 21, eingebracht werden.
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Um alle Vorteile des Färbens unter Druck auszunutzen, werden vorzugsweise
Temperaturen im Bereich von 110 bis 121° C im Färbebad und Kammerüberdrücke zwischen
0,4 und 1,8 kg/cm2 (6 bis 25 psig) angewendet. Wenn gewünscht, können auch höhere
oder niedrigere Temperaturen und Drücke angewandt werden.