[go: up one dir, main page]

DE1222198B - Verfahren zur Regeneration der beladenen organischen polaren Absorptionsmittel aus Tieftemperatur-Gaswaschprozessen - Google Patents

Verfahren zur Regeneration der beladenen organischen polaren Absorptionsmittel aus Tieftemperatur-Gaswaschprozessen

Info

Publication number
DE1222198B
DE1222198B DEM39269A DEM0039269A DE1222198B DE 1222198 B DE1222198 B DE 1222198B DE M39269 A DEM39269 A DE M39269A DE M0039269 A DEM0039269 A DE M0039269A DE 1222198 B DE1222198 B DE 1222198B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
gas
methanol
regeneration
stage
line
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEM39269A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Karl-Heinz Eisenlohr
Dipl-Ing Hans Ostermann
Dipl-Ing Dr Kurt Thormann
Dr Ernst Karwat
Dipl-Ing Rudolf Becker
Dr Karl Bratzler
Dipl-Ing Hellmut Heidl
Dr Hans-Ulrich Kohrt
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Linde GmbH
Lurgi Gesellschaft fuer Waermetechnik mbH
Original Assignee
Linde GmbH
Lurgi Gesellschaft fuer Waermetechnik mbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Priority claimed from DEP55046A external-priority patent/DE935144C/de
Application filed by Linde GmbH, Lurgi Gesellschaft fuer Waermetechnik mbH filed Critical Linde GmbH
Priority to DE19581494789 priority Critical patent/DE1494789A1/de
Priority to DEM39269A priority patent/DE1222198B/de
Priority to GB3487559A priority patent/GB901272A/en
Publication of DE1222198B publication Critical patent/DE1222198B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D53/00Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols
    • B01D53/002Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols by condensation
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B32/00Carbon; Compounds thereof
    • C01B32/50Carbon dioxide
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K1/00Purifying combustible gases containing carbon monoxide
    • C10K1/08Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K1/00Purifying combustible gases containing carbon monoxide
    • C10K1/08Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors
    • C10K1/16Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors with non-aqueous liquids
    • C10K1/165Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors with non-aqueous liquids at temperatures below zero degrees Celsius

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Analytical Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Gas Separation By Absorption (AREA)
  • Industrial Gases (AREA)

Description

  • Verfahren zur Regeneration der beladenen organischen polaren Absorptionsmittel aus Tieftemperatur-Gaswaschprozessen Das deutsche Patent 935144 betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Gasen, die bei der Veredelung von Brennstoffen anfallen, durch Waschen mit organischen polaren Absorptionsmitteln bei erhöhtem Druck und bei Temperaturen unter 0° C.
  • Der Reinheitsgrad des behandelten Gases hängt ab von dem Partialdruck der Verunreinigung über dem regenerierten Waschmittel. Deshalb wird der Waschprozeß dieses Verfahrens in mehrere Stufen unterteilt, in deren letzter mit einem durch überdestillieren völlig gereinigten Absorptionsmittel gewaschen wird. In den voraufgehenden Stufen wird das Gas mit einem durch völlige oder teilweise Entspannung bezüglich der niedriger als das Absorptionsmittel dienenden Gasverunreinigungen voll- oder teilregeneriertem Absorptionsmittel gewaschen. Durch Abstufung der in den einzelnen Waschstufen umlaufenden Absorptionsmittelmengen oder der in diesen Stufen eingestellten Temperaturen ist auch schon eine gewisse Unterteilung der ausgewaschenen Gaskomponenten erreicht worden.
  • Nach diesem mehrstufigen Verfahren werden in einer großtechnischen Anlage aus einem Rohgas mit 6 g Schwefel je Nm3 die Schwefelverbindungen bis auf eine Restkonzentration von 2 mg je Nm3 ausgewaschen. Bei einem Rohgasdurchsatz von 150 000 Nm3 Rohgas je Stunde fallen also fast 0,8 t/h Schwefel an. Ähnliche Größenordnungen ergeben sich für die anderen aus dem Rohgas ausgewaschenen Gaskomponenten. Alle diese Stoffe dürfen sowohl aus hygienischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr als Abfallstoffe behandelt werden, sondern müssen bei der Regeneration des Absorptionsmittels in einer für die weitere Verwertung geeigneten Form wiedergewonnen werden.
  • Die Erfindung betrifft eine weitere Ausgestaltung dieses Tieftemperaturwaschprozesses und richtet sich besonders auf die Wiedergewinnung der aus dem Rohgas ausgewaschenen Stoffe. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Regeneration der beladenen organischen, polaren, wasserlöslichen Absorptionsmittel, die aus den verschiedenen Stufen des Tieftemperaturwaschprozesses anfallen.
  • Dieser Waschprozeß wird vorzugsweise mit Methanol oder Aceton als Absorptionsmittel derart ausgeführt, daß das bei weniger als -I-10° C mit Wasser gewaschene und vorgekühlte Gas bei Temperaturen unter 0° C in drei hintereinandergeschalteten Waschstufen mit eigenen, jeweils durch eine Regeneration geführten Waschmittelkreisläufen bei fortschreitend tieferen Temperaturen mit Absorptionsmittel fortschreitend geringeren Wassergehaltes gewaschen wird. Erfindungsgemäß erfolgt die Regeneration des Absorptionsmittels in der ersten Stufe durch Kühlen und Entmischen, in der zweiten Stufe durch Destillation in zwei hintereinandergeschalteten Kolonnen, in deren erster das Absorptionsmittel Sumpfprodukt, in deren zweiter aber Kopfprodukt ist, in der dritten Stufe durch schrittweises Entspannen und bzw. oder durch Erwärmen.
  • Durch die Unterteilung des Absorptionsprozesses in die drei mit den eben bezeichneten Regenerationsprozessen verbundenen Stufen wird eine Rückgewinnung der aus dem Rohgas ausgewaschenen Komponenten in mehreren angereicherten Fraktionen erreicht.
  • In der folgenden Beschreibung ist als Absorptionsmittel beispielsweise Methanol vorgesehen. In der ersten Stufe werden beim Abkühlen des Gases auf -30 bis -40°C die Stoffe niedergeschlagen, die etwa bei indirekter Kühlung des Gases auskondensieren würden. Der Absorptionsturm der ersten Stufe ist z. B. eine Füllkörpersäule mit eingebauten Kühlelementen, z. B. Rohrschlangen, die von kaltem Reingas durchströmt werden. Das Absorptionsmittel in dieser Stufe besteht aus wasserreichem etwa 50fl/oigem Methanol. Es wird am Kopf des Absorptionsturmes mit etwa -40° C aufgegeben und kühlt beim Herabfließen über die Füllkörper das Gas, wobei die dampfförmigen Gaskomponenten kondensiert und teilweise auch gelöst werden. Das sind insbesondere Wasser, Kohlenwasserstoffe, etwa von C6 ab aufwärts, sowie höhere Schwefel- und Stickstoffverbindungen.
  • Die am Fuß. des Turmes ablaufende Flüssigkeit wird auf -40° C gekühlt und dann in einem Scheiden in eine leichte kohlenwasserstoffreiche Schicht und in eine schwere, überwiegend aus Methanol und Wasser bestehende Schicht zerlegt. Die letztere wird als Kühl- und Absorptionsmittel auf den Waschturm zurückgeleitet. Aus dem Kohlenwasserstoffanteil wird in einer Extraktion mit Wasser das Methanol zurückgewonnen.
  • Das gekühlte und vorgereinigte Gas wird in der zweiten Absorptionsstufe bei Temperaturen von etwa -30° C mit kaltem, durch die zweistufige Destillation gereinigtem Methanol gewaschen. Hierbei werden die nach der Behandlung in der ersten Waschstufe mit einem kleinen Restpartialdruck im Gas verbliebenen, höher als das Absorptionsmittel siedenden Stoffe vollends ausgewaschen. Außerdem gehen aber die Kohlenwasserstoffe C5 und zum Teil auch C4 und C3 sowie etwas H"S und C02 in Lösung. Da diese Fraktion den breitesten Siedebereich von allen in den drei Waschstufen ausgewaschenen Gaskomponenten hat und höher wie auch niedriger als das Methanol siedende Stoffe enthält, ist die Regeneration des Methanols in zwei hintereinandergeschalteten Destillationskolonnen vorgesehen. In der ersten Kolonne wird das Methanol nach teilweiser Entspannung erwärmt, so daß nur die leichter als dieses siedenden gelösten Stoffe abgetrieben werden. Das entgaste Methanol wird aus dem Sumpf dieser Kolonne abgezogen und unter Entspannen der zweiten Kolonne zugeführt. Hier wird das Methanol überdestilliert und völlig gereinigt nach Abkühlung in den Waschprozeß zurückgeführt. Die am Kopf der ersten Kolonne anfallenden niedrigsiedenden Gaskomponenten werden durch eine Sammelleitung der später zu beschreibenden Verwertung zugeführt. Die im Sumpf der zweiten Destillierkolonne anfallenden höhensiedenden Stoffe werden in die Extraktionsanlage gegeben.
  • In der dritten Waschstufe wird das Gas mit einer größeren,. durch Entspannen auf unteratmosphärischen Druck ohne Erwärmung regenerierten und auf etwa -60° C gekühlten Methanolmenge gewaschen. Hierbei gehen die Kohlenwasserstoffe C4, C3 sowie C02 und Schwefelwasserstoff in Lösung. Um die tiefe Temperatur in diesem Waschmittelkreislauf einzuhalten, ist im unteren Teil dieses Waschturmes der Verdampfer einer Kältemaschine angeordnet. Die Ausgestaltung dieser letzten Stufe richtet sich nach dem Kohlendioxydgehalt des zu behandelnden Rohgases.
  • Kleine C02 Konzentrationen können ganz oder teilweise im Reingas belassen werden, solange dieses nicht einer Tieftemperaturzerlegung unterworfen werden soll. Bei gemeinsamer Abtrennung mit dem Schwefelwasserstoff können kleine CO.-Konzentrationen, etwa bis zum Achtfachen der H@S-Konzentration, mit als Inertgas in die Schwefelverarbeitung gegeben werden. Bei C02-Konzentrationen über 20 °/o des Rohgases ist jedoch eine Verarbeitungsmöglichkeit erwünscht und z. B. in der Harnstoffsynthese oder der Verwendung als Schutzgas für metallurgische Prozesse gegeben.
  • Bei der Reinigung C02 reicher Gase bedeutet die Reingewinnung wenigstens eines Teiles des Kohlendioxyds eine Anreicherung des H2S gegenüber diesem. Schwefelwasserstoff und Propan bilden bekanntlich ein azeotropes, mit physikalischen Methoden nur schwierig zu trennendes Gemisch. Eine chemische Trennung der beiden ist um so einfacher, je weniger C02 als Begleitgas anwesend ist.
  • Bei der Behandlung von Gasen, die weniger als 4 % C02 enthalten, werden in der dritten Stufe H2S, C02 und Propan gemeinsam mit einer auf die vollständige Absorption von C02 eingestellten Methanolmenge absorbiert. Die Regeneration des Absorptionsmittels erfolgt durch Erwärmen, dem gegebenenfalls eine Entspannung vorausgeht. Bei dem Entspannen auf etwa 2 atü entweichen aus dem beladenen Methanol mitgelöste Anteile von CH4, CO, H2, die rekomprimiert und in das Rohgas zurückgeführt werden können. Beim Erwärmen des Methanols werden dann C02, H"S, C.H$ ausgetrieben. Aus diesem Gemisch können der Schwefelwasserstoff und gegebenenfalls auch das Kohlendioxyd mittels einer wäßrigen alkalisch reagierenden Lösung vom Propan getrennt werden. Diese Arbeitsweise eignet sich für die Behandlung von Raffinerieabgasen, unter Gewinnung von Flüssiggas (Gasol).
  • Für Kokereigas wird die Schaltung zweckmäßig so vereinfacht, daß die Entspannung in die Regenerationskolonne hinein erfolgt. Am Kopf fällt dann ein Gemisch der gelöst gewesenen permanenten Gase CH4, CO, H2 mit C02, H2S, Propan an. Aus diesem werden mittels der wäßrigen alkalischen Absorptionslösung der Schwefelwasserstoff und ein Teil des C02 ausgewaschen und nach Rückgewinnung aus der Waschlauge einem Clausofen zugeführt. Das Restgas wird nach Rekompression in das Rohgas zurückgeführt.
  • Die alkalische Wäsche zur Trennung von Propan, Schwefelwasserstoff und C02 übernimmt zugleich die wichtige Funktion der Methanolrückgewinnung. Da die Methanolmengen, die bei der Regeneration des Absorptionsmittels mit den ausgetriebenen Gaskomponenten flüchtig sind, nicht vernachlässigt werden dürfen, ist für alle Regenerationsabgase eine Wasserwäsche zur Rückgewinnung des Methanols vorgesehen, die bei der erfindungsgemäßen Gliederung des Absorptionsprozesses mit der alkalischen Wäsche zur Trennung des Propans und der sauren Gaskomponenten zusammengelegt werden kann.
  • Für die Behandlung kohlendioxydreicher Gase wird die Entspannung mehrstufig gestaltet und in der letzten Stufe auf verminderten Druck vorgenommen. In der ersten Stufe fallen wiederum die mit in Lösung gegangenen permanenten Gase an, die in das Rohgas zurückgegeben werden. Beim weiteren Entspannen fällt das Konzentrat von C02, H2S, C3H8 an, das der Wäsche mit der wäßrigen alkalischen Absorptionslösung unterworfen wird.
  • Das durch den Verbrauch an Desorptionswärme beim Entspannen tiefgekühlte Waschmittel wird auf den Kopf des Waschturmes zurückgeführt. Nach dieser Behandlung enthält das Gas noch Reste von C02, die in manchen Fällen im Gas verbleiben können. Zweckmäßig wird jedoch im Kopf des Turmes noch eine Feinreinigungsstufe angeordnet, in welcher das Gas mit einer kleinen Menge ganz reinen Methanols gewaschen wird. Das geschieht in einer über der Rückführung des durch Entspannen regenerierten Methanols gelegenen Füllkörperzone, die mit aus der Regenerationsanlage der voraufgehenden Waschstufe entnommenen reinem Methanol berieselt wird, welches sich danach im Waschturm mit dem durch Entspannung regenerierten Methanol vereint. Ein entsprechender Anteil des durch Entspannen regenerierten Methanols wird hinter dem Regenerationsturni abgezweigt und der Regenerationsanlage der voraufgehenden Stufe zwecks vollständiger Reinigung zugeführt. Diese Anordnung eignet sich für Gase mit etwa 10 bis 201/o C02. Bei diesen Konzentrationen erreicht der Temperaturabfall bei der Entspannung des beladenen Absorptionsmittels Werte, die zur Deckung des Kältebedarfs wesentlich beitragen.
  • In den Abbildungen sind zwei Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens beispielsweise und schematisch dargestellt.
  • A b b. 1 ist das Anlagenschema zur Zerlegung kohlendioxydarmer Gase, z. B. Raffinerieabgas oder Kokereigas; A b b. 2 ist das Anlagenschema zur Zerlegung kohlendioxydreicher Kohlendestillationsgase.
  • Beide Ausführungsformen stimmen, wie bereits bemerkt, bezüglich der ersten beiden Waschstufen überein. Für diese Anlagenteile sind in den zwei Abbildungen die gleichen Bezugsziffern verwendet.
  • 1 bezeichnet einen mit Wasser betriebenen Rieselkühler, in welchem das rohe Gas auf eine Temperatur zwischen -I-10 und 0° C vorgekühlt wird. 2 ist die erste, mit wasserhaltigem Methanol betriebene Waschstufe. 3 ist ein Scheider, in welchem das beladene Methanol dieser Stufe regeneriert wird. 4 und 5 sind Wärmeaustauscher. Die Extraktionsanlage 6, die Destillationsanlage 7 und der Scheider 8 dienen der Zerlegung von im Verfahren anfallenden Gemischen von Kohlenwasserstoffen (Benzin), Methanol und Wasser. Die Absorptionskolonne 9 und die Destillationskolonnen 10 und 11 bilden die zweite Absorptionsstufe mit der zugehörigen Regenerationsanlage. Zur dritten Absorptionsstufe gehören Absorptionsturm 12 und als Regenerationsanlage die Destillationskolonne 13. Ein Waschturm 14, der mit einer wäßrigen alkalischen Lösung betrieben wird, dient zur Wiedergewinnung des Methanols und Trennung des Schwefelwasserstoffes von Propan und gegebenenfalls Kohlendioxyd. 15 ist eine Destillationskolonne, in welcher das von dieser Lösung aufgenommene Methanol abdestilliert und der Schwefelwasserstoff und gegebenenfalls das Kohlendioxyd abgetrieben werden. Im Waschturm 16 werden Methanolreste aus diesem Gas ausgewaschen. In der Destillationskolonne 17 wird das aus der alkalischen Waschlösung abdestillierte Methanol rektifiziert und in den Prozeß zurückgeleitet. Das im Sumpf der Kolonne zurückbleibende Wasser wird der alkalischen Lösung wieder zugeführt.
  • Die in A b b. 1 dargestellte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens eignet sich insbesondere für kohlendioxydarme Gase, etwa Kokereigas, das meist 2 bis 3 % C02 und etwa 0,5 % H2S enthält, oder Restgase der Erdölraffinerien, die etwa 2a/o C02 und 1% H.S enthalten können.
  • Das rohe Gas tritt durch die Leitung 20 in den Vorkühler 1 ein, wird hier auf etwa 4° C gekühlt und tritt dann durch den Tauchverschluß 21 in die Wasch-und Kühlstufe 2 über. Das aus dem Vorkühler ablaufende Gemisch von Wasser und Kondensat wird durch die Leitung 22 zu einem Abscheider 23 geführt. In diesem trennen sich Kohlenwasserstoffe als leichte Schicht ab und werden durch die Leitung 24 zu einem Sammeltank 25 geleitet. Das die schwerere Schicht bildende Wasser wird durch die Leitung 26 auf einen Rieselturm, Luftkühler 27 od. dgl. geleitet und vom Fuße desselben durch die Leitung 28, die durch einen Wärmeaustauscher 29 geführt werden kann, auf den Vorkühler 1 zurückgegeben. Im Turm 27 kann das Wasser durch Einblasen von Luft gekühlt werden. Durch Strippen mit C02 kann das Wasser auch so weit angesäuert werden, daß es im rohen Gas enthaltenes Ammoniak bindet. Andererseits kann dieses Wasser auch durch Ammoniak alkalisch gemacht werden, um aus dem rohen Gas stärkere Säuren, etwa Dämpfe von Fettsäuren oder auch S02, aufzunehmen. Diese Gase werden durch die Leitung 30 in den Fuß des Rieselturmes eingeleitet. Aus der Leitung 31 wird überschüssiges Wasser aus dem Kreislauf durch den Vorkühler 1 und den Rieselturm 27 entfernt.
  • Im Turm 2 wird das mit etwa + 5 ° C eintretende Gas mit wäßrigem Methanol von etwa -38° C gekühlt und gewaschen und gelangt dann etwa -35° C kalt durch die Leitung 44 in den Turm 9. Das wäßrige kalte Methanol wird am Kopf des Turmes 2 aus der Leitung 32 mittels eines Verteilers 33 aufgegeben und aus dem Tauchverschluß 21 mit -I-4° C und mit kondensierten Kohlenwasserstoffen gemischt durch die Leitung 34 über die Wärmeaustauscher 4, 5 zum Scheider 3 geführt. Im Wärmeaustauscher 4 wird dieses Gemisch durch kaltes Reingas, im Wärmeaustauscher 5 gegebenenfalls durch ein Kältemittel, auf etwa -40° C gekühlt. Bei dieser Temperatur trennt es sich im Scheider 3 in eine leichte, Kohlenwasserstoff enthaltende Schicht, die zur Extraktionsanlage 6 geleitet wird, und in die schwerere, Methanol und Wasser enthaltende Schicht, die durch die Leitung 32 auf den Turm 2 zurückgeführt werden.
  • In der Leitung 34 ist vor Eintritt in den Wärmeaustauscher 4 ein Entspannungsorgan 35 angeordnet, um in der Flüssigkeit eine Druckminderung vorzunehmen, damit bei Undichtigkeiten im Wärmeaustauscher keine Verunreinigungen in das Reingas gelangen. Die Entmischung der Flüssigkeit im .Scheider 3 verläuft bei der tiefen Temperatur derart, daß in Lösung gegangene, stark ungesättigte Kohlenwasserstoffe und organische Schwefelverbindungen in die nichtwäßrige Phase gedrängt werden, wogegen diese nur wenig Methanol aufnimmt. Das wasserhaltige Methanol kehrt durch die Leitung 32 wieder in den Turm 2 zurück. Die leichte Kohlenwasserstoffschicht gelangt durch die Leitung 36 in die Extraktionsanlage. Hier wird den Kohlenwasserstoffen mittels Wasser das mitgeführte Methanol entzogen. Die methanolfreien Kohlenwasserstoffe, die auch organische Schwefel- und Stickstoffverbindungen enthalten, gelangen durch die Leitung 37 in den Sammeltank 25. Das bei der Extraktion anfallende Wasser-Methanol-Gemisch wird durch die Leitung 38 der Kolonne 7 aufgegeben. Das Methanol wird über Kopf abdestilliert und aus der Kondensationsanlage 39 teils als Rücklauf auf den Kolonnenkopf zurückgegeben, teils durch die Leitung 40 als Absorptionsmittel auf den Turm 9 geleitet. Im Sumpf der Kolonne 7 sammelt sich ein Gemisch von Wasser und Kohlenwasserstoffen, das im Scheider 8 getrennt wird. Die letzteren trennen sich als leichte Schicht ab und werden durch die Leitungen 42 und 37 zum Sammeltank 25 geleitet. Das Wasser wird durch die Leitung 43 in den Kühlwasserkreislauf des Vorkühlers 1 (Leitung 28) abgeführt.
  • Aus dem in der Leitung 44 vor der zweiten Absorptionsstufe 9 ankommenden Gas sind Wasser, Benzin und organische Schwefel- und Stickstoffverbindungen, etwa von C5 an aufwärts, durch Kondensation ausgeschieden oder in Lösung gegangen. Soweit der Siedepunkt dieser Stoffe höher als der des Methanols liegt, sind sie nur noch mit einem Restpartialdruck im Gas enthalten. Im Turm 9 werden bei -35 bis -40° C mit einer kleinen Menge reinen Methanols diese Reste sowie die C4 Kohlenwasserstoffe, Harzbildner, organischen Sulfide und Stickstoffverbindungen weitgehend ausgewaschen. Die Regeneration des auf dieser Stufe 9 anfallenden beladenen Absorptionsmittels erfolgt in den Destillationskolonnen 10 und 11. Das Absorptionsmittel gelangt durch die Leitung 45 über einen Wärmeaustauscher 46 in die Kolonne 10, in welcher durch Erwärmen die leichter als Methanol siedenden und mit diesem azeotrop übergehenden Kohlenwasserstoffe abdestilli6rt werden. Das in der Kondensationsvorlage 47 anfallende Gemisch von Kohlenwasserstoffen und Methanol wird durch die Leitungen 48 und 36 in die Extraktionsanlage 6 zur Zerlegung geleitet. Aus dem Sumpf der Kolonne 10 wird das derart vorgereinigte Methanol in die Kolonne 11 übergeführt und dort durch überdestillieren von Wasser und höhersiedenden Kohlenwasserstoffen abgetrennt. Es ist völlig gereinigt und wird aus der Kondensationsvorlage 49 durch die Leitung 50 nach der erforderlichen Kühlung durch das kalte beladene Absorptionsmittel in nicht dargestellten Kühlern oder auch im Wärmeaustauscher 46 auf die zweite Absorptionsstufe 9 zurückgeführt. Das aus dem Sumpf der Kolonne 11 anfallende Benzin-Wasser-Gemisch wird durch die Leitungen 48, 36 zur Extraktionsanlage 6 geleitet.
  • Aus dem Turm 9 gelangt das Gas nunmehr durch den Tauchverschluß 51 in die dritte Absorptionsstufe 12. Die in dieser und der Regenerationskolonne 13 umlaufende Methänolmenge und die Absorptionstemperatur sind auf die vollständige Absorption der tiefstsiedenden Gasverunreinigung C02 eingestellt. Vom Kopf des Turmes wird durch die Leitung 52 das kalte, reine Gas abgeleitet. Seine Kälte wird in Wärmeaustauschem für den Prozeß zurückgewonnen. Als Beispiel dafür steht der Wärmeaustauscher 4, in welchem das Absorptionsmittel der ersten Stufe durch kaltes Reingas gekühlt wird. Im unteren Teil des Turmes 12 ist der Verdampfer 53 einer Kältemaschine angeordnet, durch den der Kältebedarf in das Verfahren eingebracht wird. Das beladene kalte Methanol wird aus dem Tauchverschluß 51 durch die Leitung 54 und den Wärmeaustauscher 55 auf die Kolonne 13 geführt. Durch überdestillieren eines Teiles des Methanols, der als Rücklauf auf die Kolonne aus der Kondensationsvorlage 56 zurückgegeben wird, werden- die absorbierten Gaskomponenten ausgetrieben und durch die Leitung 57 zu der mit wäßriger alkalischer Waschlösung betriebenen Waschstufe 14 geleitet. Da in der letzten Absorptionsstufe 12 nur mehr Gaskomponenten, die unter 0° C sieden, zu entfernen sind, ist die Regeneration in der Destillatioriskolonne.13 vollständig. Durch die Leitung 58 und den Wärmeaustauscher 55 kehrt aus dem Kolonnensumpf reines, trockenes Methanol auf den Kopf des Turmes 12 zurück. Das in der Leitung 57 vor der alkalischen Wäsche 14 ankommende Gas besteht überwiegend aus H.S, C02 und Propan, enthält aber auch geringe Mengen Äthan, Methan, Kohlenoxyd und Wasserstoff, die bei der Absorption im Turm 12 mit in Lösung gegangen sind. Diesem Gas werden auch die aus den Kondensationsanlagen 39, 47, 49 anfallenden Kopfgase der Kolonnen 7, 10, 11, die mengenmäßig gering, ihres Heizwertes und Methanolgehaltes wegen aber nicht zu vernachlässigen sind, durch Leitungen 59 zugemischt. Beim Waschen dieses Gases mit der wäßrigen, alkalischen Lösung werden daraus das Methanol, H.S und C02 abgetrennt. Das Restgas, das aus den Kohlenwasserstoffen C4 bis Cl. Kohlenoxyd und Wasserstoff besteht, kann wieder verdichtet und in das Rohgas zurückgegeben werden. Insbesondere aus Raffinerieabgasen kann bei dieser Rekompression reines Propan oder Gasol gewonnen werden. Wenn die Gewinnung von Propan oder Gasol nicht lohnend ist, wird die alkalische Wäsche auf eine Anreicherung des H.S gegenüber C02 eingestellt und mit hoher Gasgeschwindigkeit betrieben. Dann wird H,S bevorzugt ausgewaschen. Das in diesem Falle C02 haltige Restgas wird zur Heizung der Kältemaschinen verwendet, und der dazu nicht benötigte Rest wird in das Rohgas zurückgeführt. Das in. jedem Falle erhaltene, von H.S freie Restgas, das auch kein Methanol mehr enthält, wird am Kopf des Waschturmes 14 durch die Leitung 60 den eben beschriebenen Verwendungsmöglichkeiten zugeführt. Die beladene Waschlösung wird durch die Leitung 61 und einen Wärmeaustauscher 62 auf den Regenerationsturm 15 geführt und in diesem durch Auskochen regeneriert. In der Kondensationsvorlage 63 sammelt sich ein Methanol-Wasser-Gemisch, das durch die Leitung 64 auf die Kolonne 17 geleitet wird. In. dieser wird das Methanol vom Wasser abdestilliert und aus der Kondensationsvorlage 65 durch die Leitung 66 auf die Kolonne 7 zur Reingewinnung geleitet. Das im Sumpf der Kolonne 17 anfallende Wasser wird durch die Leitung 67 mit der aus dem Sumpf der Kolonne 15 anfallenden regenerierten alkalischen Waschlösung vereinigt in der Leitung 68 über den Wärmeaustauscher 62 auf den Kopf des Waschturmes 14 zurückgeleitet. Aus der Kondensationsanlage 63 entweichendes Gas, das außer Schwefelwasserstoff auch C02 enthalten kann, ist noch methanolhaltig. Es wird mit dem Atmungsgas der Vorlage 65 der Kolonne 17 in der Leitung 69 vereinigt. Durch Waschen mit Wasser im Waschturm 16 wird daraus das Methanol entfernt. Durch die Leitung 70 wird das Schwefelwasserstoffkonzentrat zur Verarbeitung geleitet.
  • Als Endprodukte fallen an: . 1. Das Reingas aus Leitung 52, welches nur noch Äthan, Methan, Kohlenoxyd, Wasserstoff und - je nach Herkunft des Gases - Stickstoff enthält. 2. Aus der Leitung 60 eine Propanfraktion, die je nach Arbeitsweise des Waschturmes 14 auch C02 enthalten kann, und aus der mittels der im Verfahren verfügbaren Kälte das Propan gewinnbar ist. Das danach verbleibende Restgas kann ins Rohgas zurückgegeben werden oder als Energiequelle der Kältemaschine dienen. 3. Aus der Leitung 70 Schwefelwasserstoff, der je nach der Arbeitsweise des Waschturmes auch Kohlendioxyd enthält, aber frei von Kohlenwasserstoffen ist.
  • 4. Im Sammeltank 25 ein Gemisch flüssiger Kohlenwasserstoffe von C4 ab aufwärts und organischer Schwefel- und Stickstoffverbindungen, das nach aus der Mineralölchemie bekannten Methoden verwertet wird. Die Abtrennung von Schwefel und Stickstoff kann z. B. durch hydrierenden Abbau der Sulfide und Amine erfolgen. Die im Schema 2 dargestellte, zur Behandlung kohlendioxydreicher Gase vorgesehene Anlage unterscheidet sich von der Anlage gemäß A b b. 1 darin, daß die letzte Absorptionsstufe 12 in zwei Abschnitte 101, 102 aufgeteilt ist. In dem unteren, mit dem Verdampfer 53 der Kältemaschine versehenen Abschnitt 101 wird das durch den Tauchverschluß 51 aus der zweiten Absorptionsstufe zuströmende vorgereinigte Gas mit Methanol gewaschen, welches durch mehrstufiges Entspannen in den zu einem Turm 103 vereinigten Entspannungskammern 104, 105, 106 regeneriert worden ist. Das derart regenerierte und zugleich gekühlte Methanol wird durch Leitungen 107, 108 und einen Verteilerkörper 109, der in mittlerer Höhe der Absorptionsstufe 12 angeordnet ist und die Abschnitte 101 und 102 gegeneinander begrenzt, aufgegeben.
  • Im Abschnitt 101 werden H2S, CO2 und Propan weitgehend absorbiert. Das beladene Methanol wird durch die Leitung 110 in die erste Entspannungskammer 104 übergeführt. Bei der Entspannung von Verfahrensdruck, etwa 10 atü, auf etwa 4 atü entstehen geringe Mengen von Methan, Kohlenoxyd und Wasserstoff, die mit in Lösung gegangen sind und nach Rekompression mittels des Verdichters 111 durch die Leitung 112 in das Rohgas zurückgegeben werden. Durch eigenen Druck gelangt das Methanol über die Leitung 113 und das Entspannungsventil 114 in die zweite Entspannungsstufe 105 auf einen Druck von etwa 1,2 atü und von dort durch das Verbindungsrohr 115 in die unter dem Sog des Verdichters 116 stehende dritte Entspannungskammer 106 auf einen Druck von etwa 0,6 atü. Die aus den Entspannungskammern 105 und 106 anfallenden Gase werden in der Leitung 117 vereinigt und zu dem mit alkalischer wäßriger Waschlösung betriebenen Waschturm 14 geleitet.
  • Der Abschnitt 102 der letzten Absorptionsstufe 12 wird vom Kopf mit Reinmethanol aus der Kondensationsvorlage 49 der Kolonne 11 über die Leitung 121, den Wärmeaustauscher 46 und ein Verteilerorgan 120 berieselt, das sich mit dem durch das Vertellerorgan 109 zugeführten, durch Entspannen regenerierten Methanol im Abschnitt 101 vereinigt. Ein der bei 120 zugeführten Methanolmenge entsprechender Anteil wird aus der Leitung X07 über die Leitung 1.23 in die zweite Absorptionsstufe 9 abgezweigt und aus dieser durch die Leitung 45 und den Wärmeaustauscher 46 zur Kolonne 1,0 geleitet. Das kalte Reingas zieht durch die Leitung 52 und Wärmeaustauscher 4 ab.
  • Die Entspannungsregeneration im Turm 103, wird ohne Erwärmen ausgeführt. Dabei wird die im Absorptionsturm entstandene Absorptionswärme als Desorptionswärme wieder verbraucht. Die dadurch eintretende. Abkühlung des Methanols nimmt mit der desorbierten Gasmenge zu und wird bei einem absorbierten Gasvolumen von 12 bis 15% des Rohgases so groß, daß sie einen wesentlichen Beitrag zur Kälteversorgung der Anlage leistet. Eine in so hohen Konzentrationen im Rohgas auftretende und abzuscheidende Komponente ist vorzugsweise das Kohlendioxyd. Da das bei der Entspannungsregeneration in den Leitungen 117 anfallende Gas ziemlich reich an Kohlendioxyd ist, werden die aus den Kondensationsvorlagen 39, 47, 49 anfallenden heizwertreichen Gase durch die Leitungen 59 zu einer gesonderten alkalischen Waschstufe 14 a geleitet, um sie nach Auswaschung des H.S gesondert zu gewinnen. .Sie werden durch die Leitung 118 als Brenngas der Absorptionskältemaschine 119 zugeführt und speisen dort eine Standflamme, in welcher das heizwertarme kohlendioxydreiche Gas, das aus dem Waschturm 14 durch Leitung 120 anfällt, mit verbrannt wird. Bei rohen Gasen, deren Kohlendioxydgehalt für eine wirksame Kälteerzeugung bei der Entspannungsregeneration im Turm 103 nicht ausreicht, kann ein . Teil dieses Gases aus der Leitung 121 nach Rekompression in das Rohgas zurückgeführt werden, um dessen C02 Gehalt auf eine für die Kälteerzeugung günstigere Konzentration zu bringen.
  • Die beladenen Waschlösungen aus den Türmen 14 und 14 a werden in der Leitung 61 vereinigt, in der an Hand der A b b. 1 beschriebenen Weise aufgearbeitet und danach über die Leitungen 68, 68 a wieder auf die Türme 14, 14 a verteilt. Eine Trennung von Propan und C02, um eine dieser Komponenten oder beide rein zu gewinnen, ist bei Gasen mit 10 bis 15 "/o C02 Gehalt nur in Sonderfällen lohnend. Im allgemeinen sind beide Gasanteile auch bei hohen Gasdurchsätzen zu gering, um darauf eine Produktion zu basieren. Propanreiche Gase sind im allgemeinen arm an C02 und werden in der Anlage gemäß A b b. 1 behandelt werden können.
  • Beiden Ausführungsformen ist gemeinsam, daß die abzutrennenden Gaskomponenten in der Reihenfolge ihrer Löslichkeit und Kondensierbarkeit ausgeschieden werden. Das bedeutet, daß nicht nur das Gasbenzin, sondern auch die ungesättigten, leicht flüchtigen Kohlenwasserstoffe, die als Harzbildner bekannt sind, die in Methanol oder Azeton gut löslichen, organischen Schwefel- und Stickstoffverbindungen und auch der Wasserdampf vollständig aus dem Gas ausgeschieden sind, ehe die Abtrennung von Schwefelwasserstoff, Propan und Kohlendioxyd in den tiefgekühlten Absorptionsstufen vorgenommen wird. Diese bereits bei Umgebungstemperatur dampfförmigen, organischen Verbindungen werden nicht mehr durch alle Stufen des herkömmlichen Reinigungsprozesses geschleppt, sondern an erster Stelle als flüssige wasserunlösliche Fraktion gewannen. Dadurch wird es möglich, in den nachfolgenden Stufen, je nach der Beschaffenheit des Gases ein schwefelfreies Gasol oder ein synthetisches Kohlendioxyd einerseits und ein zur weiteren Verarbeitung sehr geeignetes, insbesondere von Kohlenwasserstoffen freies Schwefelwasserstoffkonzentrat zu gewinnen.
  • Die Kälteversorgung der Anlagen erfolgt durch die Verdampfer 53 einer Kältemaschine, die im unteren Teil der letzten Absorptionsstufe angeordnet sind. Falls erforderlich, können weitere solche Kühlelemente angeordnet werden, beispielsweise im Kühler 5, der im Waschmittelkreislauf der ersten Absorptionsstufe liegt.
  • In der Anlage gemäß der A b b. 2 trägt die Entspannungsregeneration des Absorptionsmittels der letzten Stufe zur Kälteerzeugung beträchtlich bei. Beispielsweise stellt sich in der letzten Entspannungsstufe 106 eine Waschmitteltemperatur von etwa. -60° ein, während das Kühlelement 73 auf etwa--40° C gehalten wird.
  • Die Kälteverteilung erfolgt durch Wärmeaustausch zwischen zwei Flüssigkeiten, wofür der Wärmeaustauscher 46 als Beispiel steht oder zwischen Flüssigkeit und Gas, wofür der Wärmeaustauscher 4 als Beispiel steht. Derartige Wärmeaustauscher können an allen den Stellen der Anlage angeordnet werden, an welchen ein günstiges Temperaturgefälle vorhanden ist. Beispiel . In der Anlage gemäß A b b. 2 wird ein Gas mit etwa 20,% Kohlendioxydgehalt, wie es beispielsweise als Mischgas bei der kombinierten Entgasung und Vergasung von Braunkohlen entsteht, behandelt. In der Tabelle 1 sind die Analysen des Rohgases, des Reingases, des Kohlendioxydkonzentrates und des Schwefelwasserstoffkonzentrates sowie einiger Zwischenprodukte zusammengestellt. Es bezeichnet A1 das Rohgas, A2 das Reingas, A3 das Gas aus der ersten Entspannungsstufe bei der Regeneration des Methanols der letzten Absorptionsstufe. As bezeichnet das Kohlendioxydkonzentrat, A7 das Schwefelwasserstoffkonzentrat.
  • A4 und A5 bezeichnen die Entspannungsgase aus den letzten Entspannungsstufen des Turmes 103. A$ bezeichnet das Gas, das aus den Kolonnen 7, 10,11 anfällt.
  • In der letzten Zeile der Tabelle stehen die jeweiligen Gasmengen, bezogen auf 1000 Nm3 Rohgas. In der A b b. 2 sind die Stellen der Probenahme mit A1 bis A$ bezeichnet.
  • Zu den Analysenwerten ist folgendes zu bemerken: Der Schwefelwasserstoff fällt vollständig aus der Leitung 70 (A7) an, während das Kohlendioxyd fastvollständig durch die Leitung 120 abzieht (As). Wird bei diesem Gas auf völlige Abwesenheit von Schwefelwasserstoff hingearbeitet, dann nimmt der Kohlendioxydanteil in der Leitung 70 (A7) etwas zu.
  • Die aus den Leitungen 120 und 118 anfallende Gasmenge, die wenig über dem C02 Gehalt des Rohgases liegt, wird in der beschriebenen Weise zur Beheizung der Kältemaschine 119 verwendet.
  • Aus der' Tabelle ist noch folgendes abzulesen: Wenn in der Anordnung gemäß A b b. 1 ein kohlendioxydarmes Gas mit etwa 3 % C02 verarbeitet wird; dann fällt das Kohlendioxyd zusammen mit dem Schwefelwasserstoff aus der Leitung 70 an. Die Gasmenge aus der Leitung 60 wird dann sehr gering, enthält aber nur 10 bis 15% permanente Gase (CO, H2, N2), aber fast zwei Drittel Kohlenwasserstoffe (C2 bis C4). Aus diesem Restgas kann das Flüssiggas (C3, C4) mit Hilfe der im Verfahren ohnehin vorhandenen Kälte ohne besondere Schwierigkeiten gewonnen werden.
    AI I A2 I As I A4 I As I As I A7 I As
    C02..... 19,85 2,00 91,9 96,54 93,85 75,0 84,33 .
    H2S ...... 0,25 0,00 0,08 0,76 1,26 0,09 25,0 5,3
    02 '...... 0,3 0,35 0,31 0,02 - - 0,02
    CO ....... 18,9 23,6 -13,81 0,7 -. 0,46 0,85
    H2......:. 35,8 45,0 15,03 0,38 - 0,27 0,85
    N2........ 9,0 11,2 4,85 0,15 - 0,1 0,2
    Cl....... 14,35 17,9 18,68 2,77 0,1 1,81 1,9
    C2 . . . . . . . 0,58 0,35 1,56 1,68 - 0,04 1,38 0,85
    C3::..... 0,32 - 0,2 1,33 1,62 1,58 3,4
    C4....... 1,12 - 0,03 0,31 0,44 0,46 2,3
    C5.......: 0,53 - - - - - -
    Nm3...... 1000,0 794,0 189,0 9,3 7,7

Claims (1)

  1. Patentanspruch: Verfahren zur Regeneration der beladenen organischen, polaren, wasserlöslichen Absorptionsmittel, wie Methanol oder Aceton, die bei der Reinigung technischer brennbarer Gase durch eine Tieftemperaturwäsche unter Druck gemäß dem deutschen Patent 935144 anfallen, durch Entspannen, Erwärmen oder Destillieren, wobei das bei weniger als -1-10° C mit Wasser gewaschene und vorgekühlte Rohgas bei Temperaturen unter 0° C in drei hintereinandergeschalteten Waschstufen mit eigenen, jeweils durch eine Regeneration geführten Waschmittelkreisläufen mit dem Absorptionsmittel, dessen Temperatur und Wassergehalt in Richtung des Gasstromes mit der Stufenzahl fortschreitend abnimmt, ge- waschen -wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Regeneration des Absorptionsmittels in -der ersten Stufe durch Entmischen in der Kälte, in. der zweiten Stufe in zwei Destillationskolonnen, in deren erster -das Absorptionsmittel Sumpfprodukt, in der zweiten Kopfprodukt ist, und in der dritten Stufe durch schrittweises Entspannen und bzw. oder- Erwärmen erfolgt. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 936 714, 936 715, ' 936716.
DEM39269A 1949-09-16 1958-10-14 Verfahren zur Regeneration der beladenen organischen polaren Absorptionsmittel aus Tieftemperatur-Gaswaschprozessen Pending DE1222198B (de)

Priority Applications (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19581494789 DE1494789A1 (de) 1949-09-16 1958-10-14 Verfahren zur Zerlegung brennbarer Gase
DEM39269A DE1222198B (de) 1949-09-16 1958-10-14 Verfahren zur Regeneration der beladenen organischen polaren Absorptionsmittel aus Tieftemperatur-Gaswaschprozessen
GB3487559A GB901272A (en) 1958-10-14 1959-10-14 Process of treating industrial combustible gases

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEP55046A DE935144C (de) 1949-09-16 1949-09-16 Verfahren zur Reinigung von Gasen, insbesondere von solchen fuer Synthese- und Heizzwecke
DEM39269A DE1222198B (de) 1949-09-16 1958-10-14 Verfahren zur Regeneration der beladenen organischen polaren Absorptionsmittel aus Tieftemperatur-Gaswaschprozessen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1222198B true DE1222198B (de) 1966-08-04

Family

ID=32714505

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEM39269A Pending DE1222198B (de) 1949-09-16 1958-10-14 Verfahren zur Regeneration der beladenen organischen polaren Absorptionsmittel aus Tieftemperatur-Gaswaschprozessen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1222198B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3541775A1 (de) * 1984-11-26 1986-05-28 Snamprogetti S.P.A., Mailand/Milano Verfahren zum entfernen von schwefelwasserstoff aus gasgemischen

Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE936716C (de) * 1951-05-03 1955-12-22 Linde Eismasch Ag Verfahren zum Reinigen von Gasen durch Tiefkuehlung und Waschung
DE936715C (de) * 1950-12-10 1955-12-22 Linde Eismasch Ag Verfahren zum Reinigen von Gasen durch Tiefkuehlung
DE936714C (de) * 1950-10-01 1955-12-22 Linde Eismasch Ag Verfahren zum Reinigen von Gasen, insbesondere von solchen fuer Synthese- und Heizzwecke

Patent Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE936714C (de) * 1950-10-01 1955-12-22 Linde Eismasch Ag Verfahren zum Reinigen von Gasen, insbesondere von solchen fuer Synthese- und Heizzwecke
DE936715C (de) * 1950-12-10 1955-12-22 Linde Eismasch Ag Verfahren zum Reinigen von Gasen durch Tiefkuehlung
DE936716C (de) * 1951-05-03 1955-12-22 Linde Eismasch Ag Verfahren zum Reinigen von Gasen durch Tiefkuehlung und Waschung

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3541775A1 (de) * 1984-11-26 1986-05-28 Snamprogetti S.P.A., Mailand/Milano Verfahren zum entfernen von schwefelwasserstoff aus gasgemischen

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1494809C3 (de) Verfahren zum Auswaschen von Kohlendioxid aus schwefelarmen oder schwefelfreien Gasen
EP0054783B1 (de) Verfahren und Anlage zum Abtrennen von Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid aus einem Gasgemisch
DE2548700C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Wasserstoffreinigung unter gleichzeitiger Kohlendioxidgewinnung
DE1501720B1 (de) Verfahren zum Abtrennen von CO2 und H2S aus Gasgemischen
DE1544080A1 (de) Verfahren zur Reinigung von Synthesegasen
DE3247773C2 (de)
EP2215009A2 (de) Verfahren zur behandlung eines co2 enthaltenden prozessgasstroms
DE2460515A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur entfernung von verunreinigungen aus solche enthaltenden tiefsiedenden gasen
DE1768652B2 (de) Verfahren zum Gewinnen von Äthylen und Acetylen aus Crackgasen
EP3789102B1 (de) Verfahren und anlage zur abtrennung von begleitstoffen aus einem rohsynthesegasstrom und zur herstellung eines schwefelfreien naphtha-produktes
DE19937902A1 (de) Verfahren zur Trocknung von Koksofengas bei gleichzeitiger Entfernung von Benzol und Naphthalin
DE10229750B4 (de) Anlageneinheit und Verfahren zur Desorption von Kohlendioxid aus Methanol
DE1222198B (de) Verfahren zur Regeneration der beladenen organischen polaren Absorptionsmittel aus Tieftemperatur-Gaswaschprozessen
DE1296133B (de) Verfahren zur Herstellung von Methanol-Synthesegas
DE1494789C (de) Verfahren zur Zerlegung brennbarer Gase Ausscheidung aus 1222198
DE1027190B (de) Verfahren zur Gewinnung schwefelwasserstoff- und/oder blausaeurereicher Fraktionen aus Gasen, die daneben Kohlendioxyd und gegebenenfalls weitere Bestandteile enthalten
DE1567690A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff insbesondere fuer die Ammoniak-Synthese
DE1133497B (de) Verfahren zum Reinigen von Gasen
DE925006C (de) Verfahren zum Reinigen von Gasen durch Tiefkuehlung und Waschung mittels organischer Fluessigkeiten
DE1494789B (de) Verfahren zur Zerlegung brennbarer Gase. Ausscheidung aus: 1222198
DE976850C (de) Verfahren zum Entfernen von Bestandteilen aus Gasen
DE1494789A1 (de) Verfahren zur Zerlegung brennbarer Gase
DE855751C (de) Verfahren zum Reinigen von Gasen, insbesondere Koksofengasen
DE4012145A1 (de) Verfahren zur fraktionierenden vorkuehlung von kokerei-rohgas
DE1501720C (de) Verfahren zum Abtrennen von CO tief 2 und H tief 2 S aus Gasgemischen