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Vorrichtung zum Schmieren und Abdichten einer Rollenmeißellagerung
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Abdicht- und Schmiervorrichtung
für Lagerungen, und zwar für übliche in Stahl gezahnte Meißel und für Meißel aus
Metallkarbid.
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Das Schmiermittel wird mittels einer nachgiebigen Vorrichtung zugeführt,
die in einer zylindrischen Kammer sitzt, welche in jedem Meißelschenkel vorgesehen
ist.
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Die Hauptaufgabe der Erfindung besteht darin, eine Schmiermittelabdichtung
für ein Lager zwischen zwei zueinander drehbaren Flächen des Schneidenteiles und
seines Schaftes zu schaffen. Zu diesem Zweck ist eine ringförmige Dichtung so angeordnet,
daß sie jederzeit den Eintritt von Fremdkörpern in die Lagerung verhindert.
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In den meisten Fällen wird der Raum zwischen dem Schneidenteil und
dem Schaft mittels einer Ringdichtung verschiedener Querschnitte abgedichtet. Zuweilen
wird ein sogenannter O-Ring benutzt.
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In anderen Fällen besitzt der Dichtungsring die Form eines abgestuften
Kegels, wobei die Dichtungsflächen an den gegenüberliegenden Bereichen der Dichtungsenden
sitzen. Er ist mit einem Metallkern versehen, der mit biegsamem Material überzogen
ist.
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Die dauernde Schmierung der Meißellagerungen wird durch zylindrische
Kammern möglich, die in jedem Meißelschenkel vorgesehen sind und das Schmiermittel
durch Verbindungskanäle an die Lagerungen heranbringen.
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Die Verbindung zwischen dieser Kammer und der Bohrspülung im Bohrloch
erfolgt über eine Bohrung entweder im oberen Teil der Schenkelschulter oder an der
inneren Seite des Meißels unter den Meißeldüsen.
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Die Bohrspülung wird an einer Vermischung mit dem Schmiermittel in
der Kammer entweder durch eine elastische Membran oder einen genau sitzenden Kolben
gehindert, der sich leicht in jeder Richtung in der zylindrischen Kammer bewegen
kann.
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Die elastische Membran oder der bewegte Kolben müssen die Druckveränderungen
der Bohrspülung annehmen, die den Meißel umgibt, und diese auf das Schmiermittel
im Inneren des Schneidteiles übertragen, um diese Drücke auszugleichen. Im Fall,
daß Schmiermittel in den Meißelkörper ohne Anfangsdruck eingeführt wird und der
Schmiermitteldruck innerhalb des Schneidteiles während des Bohrvorganges durch den
Spülungsdruck in dem Bohrloch auftritt, nachdem er durch die Düsen geflossen ist,
neigt der Schmiermitteldruck dazu, sofort dem Spülungsdruck zu folgen, wodurch die
Spülung in den Schneidteil allmählich eindringen kann. Sehr häufig kommt es vor,
daß während des Bohrvorganges der augenblickliche Spülungsdruck der Bohrung den
Schmiermitteldruck übersteigt, und zwar infolge der Trägheit der Teile der Vorrichtung
sowie der Reibung der sich bewegenden Teile, so daß die Spülung allmählich über
den Dichtungsring in den Schneidteil eintritt.
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Diese Gefahr wächst, wenn der Meißel beim Bohren durch Formationen
verschiedener Härte Schlagbeanspruchungen ausgesetzt ist, wobei der Schlag außerdem
in der Form von Flüssigkeitsüberdrücken in den Dichtungsrinnen übertragen wird,
wobei die Abnutzung und das Vermögen der Bohrflüssigkeit, in die Lagerungen einzudringen,
steigen.
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Ein weiterer Nachteil dieser Schmiersysteme, die auf Druckausgleich
der außen vorhandenen Flüssigkeit und des Schmiermittels im Inneren des Schneidteiles
basieren, liegt in der Tatsache, daß zuweilen die Kanäle, welche das Bohrloch und
die Membran oder den bewegten Kolben verbinden, verstopft werden, wenn ihre offenen
Enden in den Bereich gelangen, in dem die Spülung stark mit Bohrklein beladen ist.
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Die Vorrichtung gemäß der Erfindung vermeidet diese Nachteile dadurch,
daß das Schmiermittel in den Schneidteil eingeführt wird, wenn der Meißel über Tage
zusammengesetzt wird, und zwar unter einem gewissen Anfangsdruck, der durch eine
Feder aufrechterhalten wird, die auf einen Kolben wirkt.
Dieser
ist in einer zylindrischen Schmierkammer angeordnet, deren Schmiermitteldruck etwa
demjenigen der Spülung entspricht, bevor diese durch die Düsen des Meißels fließt.
Der Zugang der Bohrspülung zum oberen Teil des Kolbens in der zylindrischen Kammer
erfolgt über einen Kanal im Inneren des Meißelschenkels in einer gewissen Entfernung
über der Düse. Auf diese Weise übersteigt der Schmiermitteldruck beim Bohren den
Druck der Spülung außerhalb des Meißels im Ringraum zwischen dem Rohr und dem Bohrloch,
um zu vermeiden, daß das in der Bohrflüssigkeit enthaltene Bohrklein die Verbindungskanäle
und die zylindrische Schmierkammer verstopft. Außerdem ist ein ausreichend feines
Sieb an dem Berührungsende des Kanals oder eine sehr biegsame Membran in dem Kanal
über dem Kolben vorgesehen. In diesem Fall ist der Kanal und der Raum über dem Kolben
in der zylindrischen Kammer mit einer Flüssigkeit gefüllt, z. B. Glyzerin.
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Um den Raum zwischen dem Schneidteil und dem Schaft gegen die Spülung
abzudichten, wird eine Ringdichtung von U-förmigem Querschnitt aus einem mit geeignetem
nachgiebigem Material verstärkten Spezialgummi benutzt. Eine andere Art Ringdichtung
kann eine Metallwand besitzen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, welches nachstehend näher erläutert
wird, ist in den Zeichnungen dargestellt, in denen zeigt F i g. 1 einen Querschnitt
durch den Schenkel eines Bohrmeißels, der die Lagerabdichtvorrichtung darstellt,
ehe das Schmiermittel in das Lager gepreßt wird, F i g. 2 einen Schnitt durch den
Schenkel eines Bohrmeißels, der die Lagerabdichteinrichtung darstellt, nachdem das
Schmiermittel in das Lager gepreßt ist, F i g. 3 einen Schnitt durch den federnden
Mechanismus und die Schmiermittelkammer, wobei die Feder ungespannt ist, ehe das
Schmiermittel in das Lager gedrückt wird, F i g. 4 einen Schnitt durch den Federmechanismus
und die Schmiermittelkammer, indem die Feder zusammengedrückt ist, nachdem das Schmiermittel
in das Lager gepreßt ist, F i g. 5 einen Querschnitt durch eine U-förmige Gummiringdichtung
vor dem -Einsetzen, F i g. 6 einen U-förmigen Gummiring zwischen den Metallflächen
des Schneidteiles und des Schaftes, F i g. 7 einen Querschnitt durch eine zusammengesetzte
U-förmige Dichtung mit einer gewellten Metallwand in Form von Bälgen und die andere
Wand aus Gummi, F i g. 8 einen zusammengesetzten U-förmigen Dichtungsring in Form
von Bälgen eingesetzt zwischen den Schneidteil und den Schaft, F i g. 9 einen Querschnitt
durch eine zusammengesetzte U-förmige Ringdichtung mit einer ebenen Metallwand und
einer zweiten Gummiwand, F i g: 10 einen Querschnitt eines zusammengesetzten Dichtungsringes,
F i g. 11 ein Beispiel für einen eingesetzten und zusammengesetzten U-förmigen Dichtungsring.
Gemäß der Erfindung ist eine zylindrische Kammer 2 in der Schulter des Domes 1 vorgesehen,
die sich leicht zur senkrechten Achse des Meißels neigt. Der Durchmesser der Kammer
wird so groß wie möglich gewählt, ohne daß dadurch die Widerstandskraft des Domes
beeinträchtigt wird. Diese Kammer enthält das Schmiermittel und die Federvorrichtung,
die den Außendruck an die Innenseite des Schneidteils 3 überträgt. Die Kammer 2
steht über einen Kanal 4 mit der Innenseite des Meißels über der Öffnung 5 in Verbindung,
in der die Düse 6 angeordnet ist. Der statische Druck, den das Gewicht der Spülungssäule
im Bohrgestänge ausübt, mit dem dynamischen Differentialdruck des abwärts gerichteten
Stromes wird durch den Kanal 4 auf die nachgiebige Vorrichtung in der Kammer 2 übertragen.
Die Kammer 2 steht über einen Kanal 7 mit dem ringförmigen Schmierkanal 8 in Verbindung,
der rund um den die Kugel 10 haltenden Zapfen 9 verläuft, welcher die Öffnung. zum
Einsetzen der Kugel 10 in den Schneidteil 3 verschließt und der in üblicher Weise
durch Verschweißung 11 festgelegt ist.
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Von dem Kanal 8 aus zweigt der Schmierkanal 12 ab, der im oberen Teil
des Schaftes 13 des Dornes 1 vorgesehen ist, wenn der Meißel in Arbeitsstellung
auf dem Grunde sich befindet, da die höchsten Beanspruchungen im unteren Teil des
Schaftes auftreten.
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Der Schmiermittelkana112 leitet das Schmiermittel in das Zylinderrollenlager
14, d. h. in den Raum 15, der von der inneren Fläche der Ringdichtung 16 begrenzt
wird, die eine Dichtung zwischen dem Schmiermittel und der Bohrflüssigkeit bildet.
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Von dem Kanal 8 aus zweigt ein anderer Schmiermittelkanal 17 ab, der
in dem Zapfen 9 verläuft, welcher mit dem Kugellager 10 in Verbindung steht. Der
Schmiermittelkanal 18, der mit dem Ringkanal 8 in Verbindung steht, verläuft in
der Achse des Zapfens 13.
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Der Kanal 18 leitet das Schmiermittel bis oben auf den Zapfen 13,
d. h. bis zum Schneidkopf des Schneidteiles 3, und der Kanal 19 leitet das Schmiermittel
zu den kleinen zylindrischen Rollenlagern 20 oder in das Reibungslager.
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Eine Öffnung 21 in der Wand des Schneidteiles in der Nähe des Kopfes
dient zum Ablassen der Luft während das Schmiermittel fjn die Lagerungen des Schneidteiles
eingeführt wird. Die Öffnung 21, die mit feinem Gewinde versehen ist, ist durch
einen Gewindezapfen aus Messing abgeschlossen. Das innere der Öffnung 21 hat einen
kleineren Durchmesser, so daß der Messingzapfen mit einem Hammer festgelegt werden
kann, nachdem er eingeschraubt ist. Der Messingzapfen muß dichthalten und darf nicht
aufbrechen, wenn Vibrationen während des Bohrvorganges auftreten. Die Kammer 2 enthält
einen rohrförmigen Teil 22, der in der Schaftschulter durch einen Haltering 23 gehalten
wird und der gegenüber dem Schaftteil mittels eines O-Ringes aus Gummi 24 abgedichtet
ist. Der Rohrteil 22 erstreckt sich mit dem einen Ende in das Schmierrohr 25, welches
sich oben erweitert, um eine Aussparung 26 zu bilden, die eine Schmiervorrichtung
hält, bestehend aus einer Kugel 27, wobei die Feder 28 und der Kugelanschlag 29
mit der kreisförmigen Öffnung genau auf die Kugeloberfläche paßt. Der obere Querschnitt
der öffnung des Anschlages 29 ist viereckig, so daß der Anschlag in den rohrförmigen
Teil 22 mittels eines viereckigen Schlüssels eingeschraubt werden kann.
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Zwischen den Teilen 22 und 29 sitzt ein Dichtungsring 30 rechteckigen
Querschnittes.
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Außerhalb des Rohrteiles 22 ist eine Spezialfeder 31 angeordnet. Das
eine Ende dieser Feder drückt einen Kolben 32 nieder. Zwei O-Ringe 33 aus Gummi
bilden eine Dichtung zwischen dem Kolben 32 und
den Wänden der Schmierkammer
2, während zwei O-Ringe 34 eine Dichtung zwischen dem Kolben 32 und der äußeren
Fläche des Rohres 25 bilden. Das andere Ende der Feder 31 legt sich gegen den Teil
22 nach F i g. 1 von unten.
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Der Kolben 32 wirkt als Dichtung zwischen dem Schmiermittel und der
Spülungsflüssigkeit, die in die Kammer 2 über den Kanal 4 eintritt. Die Feder 31
drückt gegen den Kolben mit einer Kraft von etwa 1 kg/cm2, selbst wenn sie nicht
zusanunengedrückt ist, d. h., wenn der Kolben sich in unterster Lage befindet, wie
sie in den F i g. 1 und 3 dargestellt ist. Während die Feder vollständig zusammengedrückt
ist, befindet sich der Kolben 32 in der höchsten Stellung in der Sebmiermittelkammer
2, wie in den F i g. 2 und 4 dargestellt. In dieser Lage wird nahezu alle Kraft
der Feder auf den Kolben ausgeübt, um ihn abwärts zu drücken und hierdurch entsteht
der anfängliche Schmierdruck von 3 bis 5 kg/cm2, nachdem das Schmiermittel in den
Schneidteil eingeführt ist. Die Feder 31 ist so bemessen, daß sie einen anfänglichen
Schmierdruck von etwa 5 atm innerhalb des Schneidteiles ergibt, während sie vollständig
zusammengedrückt ist. Die O-Ringe 33 und 34 dichten den Kolben vollständig gegenüber
den Außenwänden des Rohres 25 sowie den Wänden der Kammer 2 ab, während der Kolben
sich aufwärts oder abwärts bewegt, oder in einer Zwischenstellung verharrt. Die
Ringdichtung 16 U-förmigen Querschnittes sitzt zwischen dem Schneidteil 3 und dem
Zapfen 13 an der Kante der konischen Rückfläche und am unteren Ende des Zapfens
unten an dem Schaft 1, d. h. unter den Rollenlagern.
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Die U-förmige Ringdichtung 16 kann aus nachgiebigem Gummi hergestellt
sein, dessen Grundfläche durch einen Messingring 35 starr gemacht ist, auf den sie
aufvulkanisiert ist, so daß sie ihre Gestalt behält, während der Meißel arbeitet.
Dieser Messingring steigert die Festigkeit der Ringdichtung am unteren Teil, so
daß sie hohen innneren Drücken ohne Bersten standhalten kann. Der innere Durchmesser
der Ringdichtung 16 ist etwas geringer als der Außendurchmesser des Zapfens an der
Stelle, an der die Ringdichtung eingesetzt wird, so daß sie sich fest an dem Zapfen
anlegen kann.
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Die F i g. 5 zeigt den Querschnitt 16 a, der Ringdichtung vor dem
Einsetzen. Wird sie zwischen die Metallwände des Schneidteiles und des Zapfens eingesetzt,
so verändert sie ihren Querschnitt und nimmt eine Gestalt an, wie in F i g. 5 durch
die gestrichelte Linie 16 dargestellt. Um eine Selbstschmierung zu gestatten und
die Reibung zu vermindern, werden die äußeren Flächen der Ringdichtung mit einer
dünnen graphitierten Gummilage 36 überzogen. Das Einsetzen der Ringdichtung 16 zwischen
dem Schneidteil 3 und dem Zapfen 13 unten an dem Schaft 1 ist in F i g. 6 dargestellt.
Als abgeänderte Ausführungsform gegenüber der Ringdichtung 16 a kann ein zusammengesetzter
Dichtungsring 37a und 38a benutzt werden, wobei eine Gummiwand der Ringdichtung
an eine ringförmige Metallwand anvulkanisiert ist. F i g. 7 zeigt einen Querschnitt
des zusammengesetzten Dichtungsringes mit der äußeren Metallwand 37a, die aus gewelltem
Blech besteht, dessen Abmessung so ist, daß es abgenutzt werden kann und daß es
ausreichend nachgiebig ist, um eine gleichmäßige Deformation unter den Drücken innerhalb
des Schneidteiles zu ermöglichen. Nach dem Einsetzen schrumpft die Ringdichtung
37, 38 wie es strichpunktiert in F i g. 7 angegeben ist, und drückt gegen die Schneidteil-
und Zapfenwände. F i g. 8 zeigt die Art, in der die zusammengesetzte Ringdichtung
37, 38 zwischen den Wänden des Schneidteiles 3 und des Zapfens 13 sitzt.
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Um die Abdichtung zwischen dem Schneidteil und der Ringdichtung sicherzustellen,
ist der Schneidteil 3 mit einem Gummiring 39 versehen, der auf seine Berührungsfläche
mit den Schneidteilen aufvulkanisiert ist. Der Ring 39 kann auch aus irgendeiner
reibungsvermindernden Legierung hergestellt sein, die direkt eingegossen ist. Das
Schmierlabyrinth 40, welches infolge der gewellten Metallwand 37 a entsteht, ist
in F i g. 7 und 8 dargestellt. Diese Nuten wurden für notwendig gehalten, um die
Reibungsfläche zwischen dem Metallring und dem Gummiring zu vermindern, der auf
die Scbneidteilwand aufvulkanisiert ist. Andererseits sind die Nuten anfänglich
mit Schmiermittel gefüllt, welches zur Schmierung der Flächen bei der Relativbewegung
beiträgt und die Reibung vermindert.
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Die Abdichtwirkung der zwei Ringdichtungsarten 16a und 37a und 38a
unterscheidet sich darin, daß bei der Ringdichtung 16a die Metallfläche des Schneidteiles
sich bewegt, während die Gummifläche der Ringdichtung fest bleibt, wogegen bei der
zusammengesetzten Ringdichtung 37a und 38a die Gummifläche des Ringes, die in den
Schneidteil einvulkanisiert ist, sich bewegt und die feste Metallfläche des Dichtungsringes
berührt. Um in diesem Fall eine wirksame Dichtung zu erreichen, muß die Ringdichtung
so befestigt sein, daß sie sich nicht drehen kann, sondern auf dem Zapfen fest bleibt,
während der Schneidteil sich dreht.
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Der balgartige, zusammengesetzte Dichtungsring kann infolge seiner
verminderten Reibungsfläche bei Meißeln benutzt werden, bei denen die Druckdifferenz
innerhalb des Schneidteiles verhältnismäßig hoch ist.
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Eine weitere Konstruktion eines zusammengesetzten Dichtungsringes
ist in den F i g. 9 und 11 dargestellt, wobei die Metallwand 41a auf die
Gummiwand 42a aufvulkanisiert ist. Da die Metallwand dieser Ringdichtung nicht gewellt
ist, sondern eben, ist die Berührungsfläche des Gummiringes 39, der in den Schneidteil
einvulkanisiert ist, größer. Der Querschnitt der Ringdichtung 41, 42, deren Wand
zwischen die beiden gedrehten Flächen eingedrückt ist, ist gestrichelt dargestellt.
Die Ringdichtung, die eingedrückt ist, versucht ihre ursprüngliche Gestalt 41a,
42a wieder einzunehmen, wodurch sie sich dicht gegen die beiden Flächen ausdehnt,
wobei die Dichtwirkung durch den Schmiermitteldruck an der Innenseite vervollständigt
wird.
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Die Wände 37 und 41 beider Ringdichtungsarten sind unterbrochen, damit
ihre Durchmesser veränderlich sind. Beide Enden 43 (F i g. 10) sind umgebogen und
auf eine nachgiebige Gummiverbindung 44 aufvulkanisiert, deren Länge so gering als
möglich ist, um eine Reibung von Gummi auf Gummi so klein wie möglich zu halten.
Ohne Rücksicht auf die Gestalt und das Material der Ringdichtung muß diese vollständig
gegen die beträchtlichen Beanspruchungen geschützt sein, die auf den Schneidteil
und den Zapfen während des Bohrvorganges ausgeübt werden. Außerdem muß die Ringdichtung
durch den unteren Teil des Schaftes geschützt werden; damit der herabhängende
Teil
gegen Abbrechen und Abbröckeln gesichert ist, muß er gegen Karburierung geschützt
werden, und dann muß bis zur Schweißung an dem die Kugel haltenden Zapfen die gesamte
Fläche verstählt werden.
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Die nachgiebige Vorrichtung wird durch den Stopfen 45 geschützt, der
in den rohrförmigen Teil 22
eingeschraubt ist. Die Dichtung erfolgt durch
den Dichtungsring 46, von rechteckigem Querschnitt. Das Zusammensetzen, die Schmiermittelfüllung
und der Betrieb der Lagerabdichtungsvorrichtung für Bohrmeißel gemäß der Erfindung
wird nachstehend näher erläutert.
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Die Ringdichtung 16 oder eine der zusammengesetzten Ringdichtungen
37, 38 oder 41, 42 wird in die Bohrung auf dem Zapfen 13 in ausgedehnter
Form eingesetzt, so daß sie vollständig in den Raum eintreten kann, der zu diesem
Zweck unter den großen Rollen 14 vorgesehen ist, dessen Länge vermindert ist. Alsdann
wird das übliche Verfahren zum Zusammensetzen von Bohrmeißeln angewendet.
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Die kleinen Rollen 20 und die großen Rollen 14 werden auf dem Zapfen
13 festgelegt.
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Die Kugeln 10 werden durch die Kugeleinführungsbohrungen eingesetzt.
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Alsdann wird der Kugelkanal durch den Haltezapfen 9 für die Kugeln
verschlossen.
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Der Zapfen 9 wird an seinem äußeren Ende verschweißt, wobei dafür
Sorge getragen wird, daß die Schweißhitze die Ringdichtung, die nahe dabei liegt,
nicht beschädigt. Aus F i g. 3 ist erkennbar, daß eine Anzahl getrennter Teile,
die den nachgiebigen Mechanismus der Vorrichtung bilden, um den rohrförmigen Teil
22 herum angeordnet werden, der später noch beschrieben wird.
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Der Kolben 32 wird in das Rohr 25 eingesetzt, wobei der Gummi der
O-Ringe 34 entwas deformiert wird, wodurch der Kolben in dem Rohr gehalten wird.
Die nachgiebige Einrichtung der Vorrichtung ist eine Einheit, die getrennt zusammengesetzt
werden kann. Sie kann auf diese Weise als Einzelteil in die Schmierkammer 2 eingeführt
werden, nachdem der O-Ring 24, der zur Abdichtung der nachgiebigen Einrichtung dient,
in den rohrförmigen Teil 22 eingesetzt wurde. Zu diesem Zweck wird der Dichtungsring
24 durch den rohrförmigen Teil 22 mittels eines Halteringes 23 gedrückt, der in
eine Aussparung in der Schulter des Schenkels 1 eingebracht ist. Die Abmessung des
O-Ringes 24 muß so sein, daß sich eine vollkommene Dichtung zwischen der nachgiebigen
Einrichtung und dem Schenkel 1 ergibt, durch die ein Undichtwerden gegen die niederströmende
Spülung in den Bohrrohren und im Meißel und gegen die aufwärtsströmende bohrschmandbeladene
Spülung über den Kanal 4 vermieden wird.
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In der unteren Lage des Kolbens 32, d. h., sobald der Kolben unten
an dem Rohr 25, wie in F i g. 1 und 3 dargestellt, sitzt, muß die Feder 31, die
meist vollständig gelöst ist, gegen den Kolben 32 einen Druck von etwa 1 kg/cm2
ausüben.
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Die nachgiebige Einrichtung der Vorrichtung gemäß der Erfindung kann
in dem Schenkel des Meißels sehr leicht in wenigen Minuten montiert werden.
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Nachdem die Vorrichtung, wie beschrieben, eingesetzt ist, kann das
Schmiermittel in den Schneidteil auf folgende Weise eingeführt werden: -Der Stopfen
45 wird mit einem Vierkantschlüssel ausgeschraubt. Das Rohr der Druckschmierpumpe,
welches mit einer Druckmeßvorrichtung versehen ist, wird in den Schmierkanal des
Teiles 29 eingesetzt und befestigt. Das Schmiermittel wird in den inneren Teil der
Vorrichtung eingeführt, wobei der Meißel mit dem Schaft abwärts gehalten wird, um
den Luftaustritt durch die Öffnung 21 im Schneidkopf des Schneidteiles zu erleichtern.
Das Schmiermittel tritt in die Kammer 26 über die Kugelschmiervorrichtung, tritt
alsdann in das Rohr 25 und füllt die Tasche der Kammer 2 vor dem Kolben 32. Von
hier aus gelangt das Schmiermittel in den Kanal 7. Sobald es den Ringraum 8 um den
Bolzen 9 herum erreicht, wird das Schmiermittel über den Kanal 12 den großen Rollenspuren
14 und dem Raum 15 zugeführt, der durch die innere Fläche der U-förmigen Ringdichtung
16 begrenzt ist. Das Schmiermittel wird über den Kanal 17 dem Kugellager 10 zugeführt
und erreicht über die Kanäle 18 und 19 das kleine Rollenlager 20 im Kopf des Schneidteiles,
woselbst es alle freien Räume in dem Schneidteil ausfüllt und schließlich durch
die Öffnung 21 im Kopf des Schneidteiles ausgedrückt wird.
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Die vollständige Entfernung der Luft im Inneren des Schneidteiles
ist besonders wichtig. Zu diesem Zweck wird das Pumpen des Schmiermittels langsam
bei niedrigem Druck fortgesetzt, so daß die Luft rund um die Lagerungen vollständig
entfernt wird. Sobald keine Luftblasen in dem Schmiermittel, welches aus der Öffnung
21 austritt, mehr vorhanden sind, wird das Pumpen eingestellt, ohne indessen die
Pumpe von der Öffnung 29 zu trennen. F i g. 2 zeigt die Situation, wenn das Pumpen
des Schmiermittels fortgesetzt wird.
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Eine oben mit einem Schlitz versehene Messingschraube wird in der
Öffnung 21 verstemmt und schließt die Öffnung 21 dauernd. Alsdann wird das Pumpen
des Schmiermittels unter Druck fortgesetzt.
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Das Schmiermittel drückt den Kolben 32 hoch, wodurch die Feder 31
allmählich zusammengedrückt wird. Der Kolben steigt zumeist bis in die oberste Stellung,
wie in F i g. 2 und 4 dargestellt, und die Kammer 2 füllt sich mit Reserveschmiermittel.
Die Bemessung der Feder muß so sein, daß, wenn sie vollständig zusammengedrückt
ist, der Schmiermitteldruck innerhalb des Schneidteiles etwa 5 kg/cm2 beträgt.