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Magnetisch steuerbare Schaltvorrichtung Die Erfindung betrifft eine
magnetisch steuerbare Schaltvorrichtung mit einem ohne Luftspalt im wesentlichen
ringförmig geschlossenen Kernmagnet und einem als magnetischer Rückschluß in der
Kernmagnetebene drehbar angeordneten Anker, insbesondere geeignet als elektromagnetisches
Relais für Fernmeldeanlagen.
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Bei einer bereits bekannten Anordnung der vort' Grenannten Art, die
als Fremdstroinüberwachungsrelais, insbesondere für Eisenbahnsicherungseinrichtungen
Verwendung findet, ist der Kernmagnet mit ortsfest radial nach innen gerichteten
Polschuhen ausgerüstet, die paarweise so von hintereinandergeschalteten Wicklungen
umschlossen sind, daß sich bei Erregung der letzteren ungleichnamige Pole gegenüberstehen,
welche vom Anker magnetisch überbrückbar sind. Bei dieser Anordnung ist es fürs
erste nicht möglich, daß der Anker außer denjenigen Stellungen, die durch die unveränderlich
ortsfeste Lage der Magnetpole vorbestimmt sind, beliebig veränderliche Zwischenlagen
als Ruhe- oder Arbeitsstellun-,-en einnimmt. Zum anderen ist es als Nachteil zu
werten, daß eine verhältnismäßig große Steuerleistung zur Bewegung des Ankers aufgebracht
werden muß, weil das betreffende Magnetpolpaar aus dem Neutralzustand heraus neu
aufmagnetisiert und der hierdurch entstehende Magnetfluß außerdem dem Anker zusätzlich
aufgedrückt werden muß. Daß diese notwendige relativ große Steuerleistung zwangläufig
auch die Zeitkonstante für den Aufbau des magnetischen Feldes vergrößert und damit
die Schaltgeschwindigkeit herabsetzt, ist ein weiterer Mangel der bekannten Anordnung.
Ferner erfordert der dem Anker zusätzlich aufgedrückte Steuerfluß einen entsprechend
bemessenen magnetischen Querschnitt, so daß entsprechender Raumbedarf notwendig
ist, der außerdem noch dadurch nachteilig groß gehalten werden muß, weil sich bei
der gegebenen Anordnung die radial nach innen gerichteten Polschuhe mit ihren Wicklungen
nicht beliebig eng zusammenrücken lassen. Weiterhin ist die bekannte Anordnung nicht
für polarisierten Betrieb eingerichtet wie er gerade bei Schaltvorrichtungen der
vorliegenden Art vielfach gefordert wird. Schließlich kann die bekannte Anordnung
auch nur rein elektrisch betrieben werden, wogegen es je nach vorliegender
Aufgabe vielfach erwünscht ist, die Schaltvorrichtung durch mechanisch bewegte magnetische
Mittel, beispielsweise durch einen verschieblichen Dauermagneten, zu betätigen.
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Auch für eine weitere bereits bekannte Anordnung, die als Drehrelais
zum Schalten von mehreren Stromkreisen Verwendung findet, gilt im wesentlichen das
im vorhergehenden Gesagte. Auch dort ist nämlich der Kernmagnet mit radial nach
innen gerichteten ortsfesten Polschuhen ausgerüstet, und der Anker kann sich nur
schrittweise von Pol zu Pol fortbewegen. Hinzu kommt bei dieser bekannten Anordnung
der Nachteil, daß der Anker als Dauermagnet ausgebildet ist. Dadurch entstehen nicht
nur Schwierigkeiten bei der Bearbeitung, sondern et hat auch eine vorgeschriebene
Drehrichtung und erfordert weiterhin eine unverhältnismäßig große Steuerleistung,
weil er bei der überbrückung der ihn beeinflussenden Magnetpole einen großen magnetischen'
Widerstand bildet.
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Demgegenüber soll mit der vorliegenden Erfindung eine Schaltvorrichtung
der eingangs genannten Art geschaffen werden, deren Anker zwischen zwei Grenzstellungen
in beliebig wählbare Zwischenstellungen steuerbar ist, und die sich durch große
Schaltgeschwindigkeit auszeichnet und nur eine geringe Steuerleistung erfordert.
Eine weitere Forderung ist, daß sie einen geringen Platzbedarf hat, keine besonderen
Anforderungen hinsichtlich des magnetisierbaren Materials stellt und schließlich
bei einfachem und zumindest in den wesentlichen Teilen gleichbleibendem Aufbau sowohl
unpolarisiert als auch polarisiert betrieben werden kann und wahlweise sowohl rein
elektrisch als auch mechanisch durch magnetische Mittel steuerbar ist.
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Erreicht wird dies gemäß der Erfindung dadurch, daß der Kernmagnet
zumindest zum überwiegenden Teil des Ringumfanges aus zwei in Umfangsrichtung polarisierten
und mit gleichnamigen Polen einander gegenüberstehenden Magneten aufgebaut ist und
daß zumindest zwei gleichnanüge Pole in der genannten Polarisierungsrichtung der
Magneten in einer die
Stellung des Ankers beeinflussenden Art verschiebbar
sind.
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Durch diese Maßnahmen ist es in vorteilhaft einfacher Weise möglich,
den Anker so zu beeMussen, daß er zwischen zwei Grenzstellungen jede gewünschte
Zwischenlager einnimi-ht. So kann beispielsweise je nach Lage der verschiebbaren
Pole bereits die Ruhestellung des Ankers weitestgehend verändert werden. Aber auch
die Arbeitsstellungen des Ankers können beliebig gewählt werden, wenn ausgehend
von der Ruhestellung die Pole des Kernmagneten entsprechend verschoben werden, so
daß insbesondere beim Zusammenwirken des Ankers mit einer Kontakteinrichtung eine
sehr einfache, genaue und schnelle Justierung möglich ist. Dabei ist es ein besonderer
Vorteil, daß zur Bewegung des Ankers in seine vielfältig möglichen Stellungen nur
eine äußerst geringe Steuerleistung aufgebracht werden muß, weil weder der Kernmagnet
noch der Anker neu auf- oder ummagnetisiert werden müssen, sondern lediglicheine
Verschiebung der Pole innerhalb des bereits vorhandenen Magnetfeldes vorgenommen
wird. Dies bedeutet auch, daß die Schaltvorrichtung eine vorteilhaft große Schaltgeschwindigkeit
besitzt.
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Da außerdem nicht wie bei bekannten Anordnungen radial nach innen
gerichtete und damit nicht beliebig eng zusammenrückbare Polschuhe mit Wicke lungen
vorgesehen, sondern die Magnetpole in Umfangsrichtung des Kernmagneten verschieblich
sind, zeichnet sich die Schaltvorrichtung auch durch einen, vorteilhaft geringen
Platzbedarf aus. Weiterhin läßt sich die Vorrichtung außer als Relais auch für eine
Vielzahl anderweitiger Aufgaben verwenden, beispielsweise als Regler oder zur Steuerung
mechanischer Einrichtungen, weil der Anker von seiner Ruhestellung aus nach einander
entgegengesetzten Richtungen auslenkbar ist und aus jeder seiner möglichen Stellungen
unmittelbar in jede gewünschte andere mögliche Stellung bewegbar ist, so
daß der Anwendungsbereich der Vorrichtung vorteilhaft groß ist.
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Zweckmäßig werden bei dieser Schaltvorrichtung der Kernmagnet und
der Anker gemäß einer Weiterbildung der Erfindung derart geformt und einander zugeordnet,
daß der zwischen ihnen gebildete Arbeitsluftspalt zumindest in allen durch die Arbeitsstellungen
begrenzten Winkellagen des Ankers konstant ist, so daß auf diese Weise die auf den
Anker einwirkendeMagnetkraft einen stets gleichbleibenden Wert aufweist. Dies hat
den Vorteil, daß ein die Lebensdauer beeinflussendes Anschlagen des Ankers an dem
ihn beeinflussenden Kernmagnetpol vermieden wird und daß sich somit besondere Maßnahmen,
wie das Anbringen von Klebblechen, zur Aufrechterhaltung eines Mindestluftspaltes
erübrigen. Soweit der Anker elektromagnetisch gesteuert wird, ist durch die vorgenannte
Maßnahme ferner sichergestellt, daß keine das Ansprechen verzögernde Gegenspannung
in der Magnetisierungswicklung erzeugt wird. Vor allem aber verschafft der konstante
Arbeitsluftspalt demAnker eine stabileRuhestellung, ohne daß eine mechanische Ruhestellungskraft
notwendig ist, welche die aufzubringende Steuerleistung nachteilig vergrößern würde.
Von besonderem Vorteil ist dies bei einer mittleren Ruhestellung des Ankers zwischen
zwei Arbeitsstellungen, weil durch den konstanten Arbeitsluftspalt mit Sicherheit
vermieden wird, daß der Anker bei einer beispielsweise durch Erschütterung oder
Unsymmetrie der Magnetfelder verursachten geringfügigen Abweichung von seiner Mittelstellung
in Richtung zu einem der Kernmagnetpole kippt.
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Die Wahrung des konstanten Arbeitsluftspaltes kann durch verschiedene
konstruktive Maßnahmen im Aufbau der Schaltvorrichtung erreicht werden. So kann
nach einer Fortbildung der Erfindung beispielsweise der Anker hinsichtlich seiner
Längsausdehnung so bemessen sein, daß er unter Wahrung des Arbeitsluftspaltes im
Inneren des Kernmagneten drehbar ist, und daß zumindest der über den durch die Arbeitsstellungen
begrenzten Bereich hinweg dem Anker - gegenüberstehende Teil des Kernmagneten
eine Kreiskrümmung aufweist, deren Mittelpunkt mit dem Drehpunkt des Ankers zusammenfällt.
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Nach einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung kann zumindest
das eine freie Ende des Ankers den Kernmagnet stirnseitig unter Wahrung eines den
Arbeitsluftspalt bildenden Abstandes überlappen. Diese Ausführungsform ist mit dem
Vorteil verbunden, daß sowohl der Kernmagnet als auch der Anker als verhältnismäßig
einfache, flache Bauteile ausgebildet sein können und keine kreisförinig gekrümmten
Arbeitsflächen mit genauer Zuordnung zueinander erforderlich sind.
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Die Schaltvorrichtung selbst kann verschiedenartigen Aufbau haben,
wie dies an Ausführungsbeispielen offenbart und in der Figurenbeschreibung an Hand
der Zeichnung noch näher erläutert wird. Dabei können die die Ankerstellung beeinflussenden
Magneten entweder als Dauermagnet oder alsElektromagnet oder aber auch in gemischter
Anordnung ausgebildet sein, und es kann weiterhin die zur Steuelung des Ankers vorgesehene
Polverschiebung sowohl rein elektrisch als auch von Hand durch entsprechende Bewegung
eines Magneten vorgenommen werden.
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Bei einer solchen Schaltvorrichtung, deren Anker mit einer Kontaktvorrichtung
zusammenarbeitet, wird eine mit Raumersparnis verbundene zweckmäßige Ausnutzung
der in der Schaltvorrichtung vorhandenen Teile nach einer Fortbildung der Erfindung
dadurch erreicht, daß der Anker als stromführender Teil der Kontakteinrichtung ausgebildet
ist. Es ist bei einer derartigen Anordnung weiterhin zweckdienlich, zur Erhöhung
der Lebensdauer der Kontakteinrichtung dieselbe in einer sie schützenden Art zu
kapseln.
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Im folgenden wird die Erfindung an Hand von in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. Im einzelnen zeigt in vereinfachter Darstellung
F i g. 1 eine Schaltvorrichtung mit zwei als Elektromagnet ausgebildeten
Ringkernmagneten bei Ruhestellung des Ankers, F i g. 2 die gleiche Vorrichtung
in einer durch einseitige Polverschiebung bewirkten Arbeitsstellung, F i
g. 3 die Vorrichtung mit andersartiger Ankerlagerung in einer durch zweiseitige
Polverschiebung bewirkten Arbeitsstellung, F i g. 4 ein Ausführungsbeispiel
mit zwei Dauermagneten und einem die Polverschiebung ermöglichenden Elektromagneten
bei mittlerer Ruhestellung des Ankers, F i g. 5 die gleiche Vorrichtung in
einer durch einseitige Polverschiebung bewirkten rechtsseitigen Arbeitsstellung
des Ankers,
F i g. 6 die gleiche Vorrichtung in linksseitiger
Arbeitsstellung des Ankers, F i g. 7 ein Ausführungsbeispiel mit zwei Dauermagneten
und einem Elektromagneten, der einen in sich geschlossenen Eisenkern mit einer außerhalb
des Kernmagneten liegenden Magnetwicklung besitzt, F i g. 8 die gleiche Vorrichtung
in einer Arbeitsstellung, F i g. 9 ein weiteres Ausführungsbeispiel in Ruhestellung,
wiederum mit zwei Dauermagneten und einem Elektromagneten, der jedoch einen vom
Keinmagneten getrennten Kernteil mit außenhegender Magnetwicklung besitzt, F i
g. 10 ein für Handbetätigung geeignetes Ausführungsbeispiel.
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In den F i g. 1 und 2 sind mit 1 und 2 zwei aus magnetisierbarem
Material bestehende Kerne bezeichnet, von denen jeder eine der mit 3 und
4 bezeichneten Wicklungen trägt. Bei Erregung der beiden Wicklungen bilden diese
zusammen mit den genannten Kernen zwei Magneten, deren gleichnamige Pole in ersichtlicher
Weise sich einander ,gegenüberstehen und die zusammen den Kernmagneten der dargestellten
Schaltvorrichtung bilden. Die beiden Wicklungen 3 und 4 haben einen gemeinsamen
elektrischen Eingang a und einen ebenfalls gemeinsamen elektrischen Ausgang
b. Ferner weisen die beiden Wicklungen noch die mit c und d bezeichneten
Abgriffe auf, welche in noch zu beschreibender Weise eine die vorgesehene Polverschiebung
bewirkende Anschaltung ermöglichen. Mit 5 ist ein auf einer Achse
6 drehbar angeordneter Kern bezeichnet, der als magnetischer Rückschluß für
die beiden aus den Teilen 1 und 3 bzw. 2 und 4 gebildeten Magneten
wirkt und der sich bei der in F i g. 1
gekennzeichneten Anschaltung zwischen
Eingang a und Ausgang b in die dargestellte Ruhelage einstellt. Erfolgt entsprechend
der Darstellung in F i g. 2 die elektrische Anschaltung der Wicklungen
3 und 4 zwischen dem Abgriff d und dem Ausgang b, so werden
die beiden Nordpole des Kernmagneten nach rechts verschoben, und der Anker nimmt
die gezeichnete Arbeitsstellung ein, wobei er beispielsweise eine nicht gezeichnete
Kontakteinrichtung betätigen kann. Würde unter Zugrundelegung der Anordnung nach
F i g. 1 die elektrische Anschaltung zwischen dem Abgriff c und dem Ausgang
b -vorgenommen, so würde eine Verschiebung der Nordpole nach links erfolgen
und dementsprechend der Anker eine linksseitige Arbeitsstellung einnehmen.
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Aus den F i g. 1 und 2 ist mit Gültigkeit auch für die in den
übrigen Figuren dargestellten Anordnungen ohne weiteres erkennbar, daß bei einer
die Stellung des Ankers 5 beeinflussenden Polverschiebung der weitaus überwiegende
Teil der flußführenden Elemente, wie Kern 1 und 2 sowie Anker, in unveränderter
Richtung polarisiert bleiben und nur eine relativ kleine Eiseninenge des Kernmagneten
ummagnetisiert werden muß, nämlich der zwischen den Abgriffen a und c bzw. a und
d liegende Teil des Kernmagneten, woraus sich unbestreitbar eine vorteilhaft
kurze Ansprechzeit bei kleiner Steuerleistung der Schaltvorrichtung herleitet. Auch
läßt sich aus den F i g. 1 und 2 wiederum mit Gültigkeit auch für die nachbeschriebenen
Anordnungen unschwer erkennen, daß der Anker 5 keinem Einfluß einer beispielsweise
durch Federn ausgeübten Rückstellkraft unterliegen muß, damit er seine Ruhestellung
einnimmt und in dieser auch eine stabile Lage hat, welche von etwaiger Unsymmetrie
der einwirkenden Magnetkräfte oder von Erschütterungen unabhängig ist. Wie nämlich
aus F i g. 1 ersichtlich ist, lassen sich der Anker und der Kernmagnet unschwer
derart formen und einander zuordnen, daß der Arbeitshif& spalt zwischen ihnen
zumindest über den durch die Arbeitsstellungen des Ankers begrenzten Bereich hinweg
konstant bleibt, so daß sich das frei bewegliche Ende des Ankers unabhängig von
einer etwaigen unterschiedlichen Stärke der zwei auf ihn einwirkenden Magnetfelder
in jedem Falle in Richtung auf die beiden sich einander gegenüberstehenden gleichnamigen
Pole einstellt und aus dieser Stellung heraus ein Kippen mit Sicherheit ausgeschlossen
ist. Es ist einleuchtend, daß durch den Wegfall einer Rückstellkraft bei einer derart
ausgebildeten Schaltvorrichtung eine vorteilhafte Konstanz der Betriebswerte gewonnen
wird.
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Die F i g. 3 zeigt eine Anordnung, deren den Kernmagnet bildenden
Magneten wiederum wie in den F i g. 1 und 2 als Elektromagneten ausgebildet
sind, wobei jedoch die Anordnung in ihrem konstruktiven Aufbau vor allem hinsichtlich
der Ausbildung und Lagerung des Ankers abgewandelt ist. Mit 7 ist ein Kern
bezeichnet, der in sich geschlossen und als Zylinderabschnitt ausgebildet sein soll.
Auf dem Kein 7 sind vier mit 3 bis 11 bezeichnete Wicklungen
aufgebracht, die in gezeichneter Weise elektrisch miteinander verbunden sind. Mit
12 ist ein Anker be-
zeichnet, welcher auf einer Achse 13 drehbar ist
und mit seinen beiden freien Enden den Kern 7 stimseitig überragt. Je nach
elektrischer Anschaltung zwischen den Anschlußpunkten e und f oder und h
bilden die Wicklungen 8 und 9 in Verbindung mit den Wicklungen
10 und 11- zusammen mit den zugehörigen Teilen des Kernes
7 zwei Magneten, die sich unabhängig von der gewählten Anschaltung jeweils
mit ihren gleichnamigen Polen gegenüberstehen. Erfolgt beispielsweise gemäß F i
g. 3 die elektrische Anschaltung zwischen den Anschlußpunkten e und f, so
bilden die beiden Wicklungen 8 und 11 zusammen mit dem von ihnen erregten
Teil des Kernes 7 den einen Magneten, die Wicklungen 9 und
10 zusammen mit dem anderen Teil des Kernes den zweiten Magneten. Dabei ist
der Wickelsinn und die Zusammenschaltung der Wicklungen so, daß sich die beiden
Magneten jeweils mit ihren gleichnamigen Polen gegenüberstehen. Der auf der Achse
13 frei bewegliche Anker 12 stellt sich wie dargestellt mit seinen freien
Enden auf eine die.beiden Südpole und Nordpole verbindende Richtung ein, was beispielsweise
der Arbeitsstellung des Ankers entsprechen kann. Würde man in der Anordnung nach
F i g. 3 zwischen g und h anschalten, so würden sich in ohne weiteres
erkennbarer Weise sowohl beide Nordpole als auch beide Südpole der durch die Wicklungen
8 und 10
bzw. 9 und 11 in Verbindung mit den zugehörigen
Teilen des Kernes 7 gebildeten Magneten nach rechts verschieben, und der
Anker würde die durch gestrichelte Linien angedeutete Stellung einnehmen. Die in
der F i g. 3 gezeigte Anordnung ermöglicht eine besonders vorteilhaft einfache
Ausbildung des Kernmagneten und des Ankers als flache, beispielsweise aus magnetisierbarem
Blech ausgestanzte Teile, weil der Ankerdadurch, daß er den Kernmagneten stirnseitig
übe.rragt, in jeder Winkellage einen gleichbleibenden Arbeitsluftspalt hat, ohne
daß besondere Anforderungen
hinsichtlich Formgebung der genannten
Teile und genauer Lagerung des Ankers gestellt werden.
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Da, wie schon erwähnt und aus den F i g. 1 bis 3
bereits
erkennbar, zwecks Polverschiebung jeweils nur ein geringer Teilabschnitt des Kernmagneten
ummagnetisiert werden muß, wogegen alle übrigen flußführenden Teile unverändert
polarisiert bleiben, können die die Ankerstellung beeinflussenden Magneten an Stelle
als Elektromagneten auch als Dauermagneten ausgebildet sein. Ein solches Ausführungsbeispiel
einer Schaltvorrichtung ist in den F i g. 4 bis 6 gezeigt, wobei mit
14 und 15 zwei Dauermagneten bezeichnet sind, die mit zwei gleichnamigen,
im Ausführungsbeispiel als Südpole bezeichneten Polen unmittelbar aneinanderstoßen
und deren andere gleichnamige Pole unter Zwischenfügung. eines magnetisierbaren
Kernstückes 18 in einigem Abstand sich gegenüberstehen. Mit 19 ist
eine auf dem Kernstück 18 aufgebrachte Magnetisierungswicklung bezeichnet,
mit deren Hilfe eine Polverschiebung durchführbar ist. 16 stellt einen über
eine Achse 17 drehbar angeordneten Anker dar, dessen frei bewegliches Ende
den Kernmagneten stimseitig überlappt. Der über den Anker 16 gleichgerichtet
verlaufende gemeinsame Dauermagnetffuß ist mit strichpunktierten Linien eingezeichnet.
Wenn die Wicklung 19 nicht erregt ist, so nimmt der Anker 16 die in
der F i g. 4 gezeichnete Stellung ein. Ist dagegen die Wicklung erregt, so
werden die beiden auf das freie Ankerende einwirkenden Dauermagnetpole in Abhängigkeit
von der Polarität der Erregung in Umfangsrichtung des Kernmagneten, die gleichzeitig
auch die Polarisierungsrichtung der Dauermagneten ist, verschoben, und der Anker
16 nimmt entweder die in der F i g. 5 oder die in der F i
g. 6
gezeichnete Arbeitsstellung ein. Nach Enterregung geht der Anker
16 ohne mechanische Rückstellkraft ausschließlich unter der Wirkung der beiden
Dauermagnetflüsse wieder in seine in der F i g. 4 gezeichnete mittlere Ruhestellung
zurück.
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Bei dem in den F i g. 7 und 8 gezeigten Ausführungsbeispiel
sind mit 20 und 21 zwei stabförmige Dauermagneten bezeichnet, deren gleichnamigö
Pole auf der einen Seite mit einer magnetisierbaren Platte 22 und auf der anderen
Seite mit dem Schenkel 23
des Kernes 24 eines Elektromagneten 25 überbrückt
sind. Die Wicklung des Elektromagneten ist mit 26
bezeichnet und besitzt Anschlußpunkte
1 und m. An der Platte 22 ist über einen Drehpunkt 27 ein Anker
28 derart gelagert, daß er die Platte und den Schenkel 23 unter Wahrung
eines Arbeitsluftspaltes stirn..-seitig überlappt. Der Anker' selbst trägt noch
mit 29
bezeichnete Kontakte und ist über einen mit n bezeichneten Anschluß
elektrisch anschaltbar. Mit 30
sind Kontakte bezeichnet, mit denen der Anker
in seinen Arbeitsstellungen zusammenarbeitet. Bei nicht erregter Wicklung
26 nimmt der Anker 28 die in F i g. 7 gezeichnete mittlere Ruhestellung
ein; aus der er bei Erregung in Abhängigkeit von deren Polarität in eine Arbeitsstellung
ausgelenkt wird, wie sie beispielsweise in F i g. 8 gezeigt ist. Aus dem
in den F i g. 7 und 8 gezeigten Ausführungsbeispiel geht besonders
deutlich hervor, daß die Schaltvorrichtung außer einem vorteilhaft kleinen Bedarf
an Steuerleistung auch raumsparend ]dein bemessen werden kann und ferner auch keine
besonderen Anforderungen an die Güte des magnetisierbaren Materials stellt, weil
der Anker und der wesentliche Teil des Kernmagneten nicht vom Steuerfluß durchflossen
werden und demzufolge im Querschnitt entsprechend klein gehalten sein können, ohne
daß die Gefahr einer magnetischen Sättigung eintritt.
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In der F i g. 9 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, das im
wesentlichen der Anordnung nach den soeben besprochenen F i g. 7 und
8 entspricht. Der Unterschied besteht, in erster Linie darin, daß der die
Polverschiebung ermöglichende Elektromagnet einen zweiteiligen Kern besitzt, der
es gestattet, die eigentliche Schaltvorrichtung, insbesondere aber deren Kontakteinrichtung,
in einer sie schützenden Art zu kapseln. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind
dabei wiederum zwei Dauermagneten 31 und 32 vorhanden, deren gleichnamige
Pole einerseits direkt aneinanderstoßen und andererseits wiederum in einem gewissen
Abstand sich gegenüberstehen. Dazwischen ist ein magnetisierbares Kernstück
33 eingesetzt, das an seiner dem Anker 34 gegenüberstehenden Stirnfläche
kreisförmig gekrümmt ist, so daß der Anker in jeder Winkelstellung innerhalb seines
Arbeitsbereiches einen gleichbleibenden Arbeitsluftspalt hat. Der Anker selbst ist
über einen mit 35 bezeichneten Drehpunkt gelagert und betätigt in seinen
ArbeitssteHungen mit 36 und 37 bezeichnete Kontakte. Die bisher genannten
Teile sind insgesamt in einem Schutzgehäuse 38 gekapselt, das gegebenenfalls
auch evakuiert und mit Schutzgas gefüllt sein kann. Dem Kernstück 33 steht
außerhalb des Schutzgehäuses 38 ein Elektromagnet gegenüber, dessen Kein
mit 39 und dessen Wicklung mit 40 bezeichnet ist. Die Funktion der gezeigten
Anordnung entspricht derjenigen, wie sie zu den F i g. 7 und 8 bereits
beschrieben wurde.
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In F ig. 10 schließlich ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt,
bei dem die Polverschiebung zur Beeinflussung der Ankerstellung beispielsweise durch
Bewegung eines Magneten von Hand in Richtung der Ankerlängsachse vorgenommen
wird. Hierbei sind mit .41 und 42 wiederum zwei Dauermagneten bezeichnet, die sich
mit ihren gleichnamigen Polen gegenüberstehen und in Verbindung mit einem Zwischenkernstück
43 den Kernmagnet der Schaltvorrichtung bilden. Mit 44 ist ein bei 45 drehbar gelagerter
Anker bezeichnet, der in seinen Arbeitsstellungen mit Kontakten 46 und 47 zusammenarbeitet.
Der Anker nimmt unter der Wirkung der beiden Dauermagnetflüsse in ersichtlicher
Weise die gezeichnete mittlere Ruhestellung ein. Mit 48 ist ein gestrichelt angedeu--tetes
Schutzgehäuse bezeichnet, welches zum Schutze der Kontakteinrichtung dient. 49 ist
ein Dauermagnet, der sich in Pfeilrichtung so verschieben läßt, saß seine Pole das
Zwischenkernstück 43 magnetisieren und eine die Ankerstellung verändernde Polverschiebung
bewirken, wie sie in ähnlicher Art bereits zu den F i g. 4 bis
9 beschrieben wurde. Wird darüber hinaus der beispielsweise mittels eines
nicht gekennzeichneten Tastenknopfes über eine Achse 50 betätigbare Dauermagnet
49 um 1801 verschwenkt, so ist infolge der hierdurch veränderbaren Lage der
Magnetpole ohne besonderen Aufwand auch ein polarisierter Betrieb der Schaltvorrichtung
möglich, d. h. also, der Anker kann aus seiner mittleren Ruhestellung
je nach Lage der Pole des Dauermagneten 49 in zwei einander entgegengesetzten
Richtungen ausgelenkt werden.
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Die Erfindung ist, insbesondere was die Ausbildung von Kernmagnet
und Anker sowie die Lagerung
des letzteren angeht, keineswegs.
an die in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele gebunden. Ferner läßt
sich die Schaltvorrichtung ohne weiteres auch als Anzeigegerät, beispielsweise als
Schauzeichen, verwenden.