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Ziehpresse mit einem hydraulischen Ziehkissen Die Erfindung bezieht
sich auf eine Ziehpresse mit einem hydraulischen Ziehkissen und einem dessen Druck
über einen gegen eine Rückstellkraft verstellbaren Stößel steuernden, in seiner
Erhebungskontur abschnittweise einstellbaren und sich entsprechend dem Pressenstempel
bewegenden Nocken.
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Bei Ziehpressen, die einen Pressenstempel aufweisen, um ein Werkstück,
das auf einem hydraulischen Ziehkissen aufliegt, um den Pressenstempel herum zu
formen, ist es erwünscht, den im Ziehkissen herrschenden Druck in Abhängigkeit von
dem Hub des Pressenstempels zu steuern.
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Zu diesem Zweck sind bekannte Ziehpressen mit einer Nockenscheibe
ausgestattet, die sich entsprechend der Bewegung des Pressenstempels bewegt. Eine
derartige bekannte Nockenscheibe, die in ihrer Erhebungskontur abschnittsweise einstellbar
ist, weist eine biegsame Nockenfläche auf, deren einzelne Abschnitte radial eingestellt
werden können. Dabei regelt eine auf die Stellung eines Stößels ansprechende Vorrichtung
den Druck in dem Ziehkissen der Presse während eines Formzyklus, wobei die Stellung
des beim Formen gegen die Nockenscheibe gedrückten Stößels dazu dient, ständig einen
bestimmten Dfuck in dem Ziehkissen einzustellen. Dieser Druck wird durch die Stellung
der Nockenscheibe, die an dem Stößel anliegt, bestimmt. Durch entsprechende radiale
Verstellung der Nockenscheibe kann der gewünschte Formzyklus eingestellt werden.
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Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, eine Vorrichtung
zu schaffen, die die Einstellung des Stößels und der Nockenscheibe zur Steuerung
des Ziehkissendruckes verbessert und vor allem eine rasche Einstellung ermöglicht.
Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß an dem Stößel eine auf diesen eine
Verschiebebewegung ausübende Vorrichtung vorgesehen ist, durch die der Stößel entgegen
der Rückstellkraft in eine einen bestimmten Ziehkissendruck simulierende Stellung
verschiebbar ist.
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Mit der Vorrichtung zur verbesserten Einstellung der Nockenscheibe
nach der Erfindung wird gegenüber bekannten hydraulischen Ziehpressen mit einem
Minimum an Aufwand eine rasche vollständige Programmierung der Ziehpresse mit jedem
gewünschten Ziehkissendruck und für jeden gewünschten Formzyklus erreicht. Die beanspruchte
Vorrichtung zur verbesserten Einstellung der Nockenscheibe und des Stößels bringt
eine Reihe von verschiedenen vorherbestimmten und gleichbleibenden Druckkräften
nacheinander zur Einwirkung auf den Stößel, der auch an eine Vorrichtung zum Ausüben
einer Rückstellkraft angeschlossen ist. Dabei wird die Rückstellkraft erhöht, wenn
sich der Stößel unter der Einwirkung der mittels der beanspruchten Vorrichtung eingestellten
Druckkräfte bewegt.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden an Hand der
Zeichnung beschrieben. Es zeigt F i g.1 eine schematische Darstellung von Teilen
einer erfindungsgemäßen Ziehpresse und F i g. 2 eine Ansicht der Lagerung der biegsamen
Nockenscheibe.
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Der Pressentisch 10 und der Pressenkopf 11 der Ziehpresse sind in
lotrechter Richtung zwischen einer Offenstellung, bei der ein Einschieben des Werkstückzuschnittes
12 und ein Herausnehmen des aus diesem Zuschnitt geformten Preßlings erfolgt, und
einer geschlossenen Stellung relativ beweglich, die während des Formens des Werkstückes
beibehalten wird. Der Pressenkopf 11 weist ein Ziehkissen 13 auf, das am unteren
Ende von einer biegsamen Membran 14 geschlossen wird, welche eine biegsame Matrize
bildet. Der Pressentisch 10 weist einen Pressenstempel 15 auf, der bei geschlossener
Presse gehoben werden kann. Wird in dem Ziehkissen 13 ein Druck ausgeübt und befindet
sich auf dem Pressentisch 10 ein Werkstückzuschnitt 12, so wird beim Anheben
des Pressen-
Stempels 15 der Zuschnitt geformt und nimmt das Profil
des Pressenstempels 15 an, und zwar durch den in dem Ziehkissen 13 herrschenden
Druck, der über die Membran 14 zur Einwirkung kommt. Die Formgebung ist in
gestrichelten Linien in F i g.1 dargestellt.
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Der Strömungskreis zum Zuführen von Druckflüssigkeit zum Ziehkissen
13 enthält eine Pumpe 9, die Druckflüssigkeit aus dem Vorratsbehälter 17 zur Leitung
16 fördert, wobei in dieser Leitung ein überdruckventi118 einen Höchstdruck einstellt,
der den gewünschten Höchstdruck in dem Ziehkissen 13 übersteigt. Wird das Sperrventil
19 nach dem Schließen der Presse aus der dargestellten Stellung nach rechts
verschoben, so wird die Rohrleitung 16 über das Sperrventil 19 mit der Rohrleitung
20 verbunden, und Druckflüssigkeit wird dem Druckregelventil21 zugeführt. Dieses
Ventil hat einen beweglichen Regelkolben 22, der von einem Druckkolben 25 getragen
ist. Der Kolben 22 regelt mit seinem einen Ende den Flüssigkeitsstrom aus der Kammer
23 zur Leitung 26, die zum Vorratsbehälter 17 führt. Eine auf das entgegengesetzte
Ende des Kolbens 22 drückende Feder 27 drückt den Kolben in eine Stellung,
bei der die Leitung 26 blockiert wird. Eine Leitung 28 steht mit der Kammer 24 in
Verbindung. Eine Leitung 29, die eine Drossel 30 enthält, verbindet die Leitungen
20 und 28. Das Ausmaß, auf das die Leitung 28 geöffnet wird, bestimmt den in der
Kammer 23 herrschenden Druck. Je mehr die Leitung 28 geöffnet wird, desto weiter
wird der Kolben 22 nach rechts gestellt und desto mehr Flüssigkeit fließt aus der
Leitung 26 aus, so daß der Druck in Kammer 23 entsprechend niedriger wird. Die Kammer
23 ist über die Leitung 31 mit dem Ziehkissen 13 verbunden. Das Meßgerät 32 in Leitung
31 zeigt den in dem Ziehkissen 13 herrschenden Druck an. Die Leitungen 20 und 31
bilden also eine Zuführleitung für das Ziehkissen 13, aus dem die Druckflüssigkeit
mittels des Ventils 21 abgelassen werden kann, um den Druck in dem Ziehkissen 13
zu regeln. Der Vorschub des Pressenstempels 15 bei geschlossener Presse während
des Formvorganges vermindert allmählich die Größe des Ziehkissens 13.
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Das Regeln des Druckes in dem Ziehkissen mit der Bewegung des Pressenstempels
15, der die Größe des Ziehkissens ändert erfolgt mittels einer Nockenscheibe 37,
die auf einem Wellenabschnitt 33 a (F i g. 2) sitzt, der über eine Verbindung 33
mechanisch mit dem Pressenstempel15 verbunden ist, so daß bei der lotrechten Bewegung
des Pressenstempels 15 eine Drehung des Wellenabschnittes 33 b erfolgt. Die Verbindung
zwischen dem Pressenstempe115 und dem Wellenabschnitt 33 b weist eine Zahnstange
34 auf, die mit dem Pressenstempel15 verbunden ist und in Eingriff mit einem Ritze135
steht, das auf dem Wellenabschnitt 33 b befestigt ist, der sich im Pressentisch
10 dreht.
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Da die Nockenscheibe 37 mechanisch mit dem Pressenstempel 15 verbunden
ist und bei der Bewegung des Pressenstempels 15 gedreht wird, kommen verschiedene
Abschnitte der Nockenfläche 41 gegenüber-dem Stößel 52 zu stehen, wenn sich der
Pressenstempel15 bei dem Formzyklus an verschiedenen Stellungen befindet. Beispielsweise
steht beim Formen der Abschnitt 41 a gegenüber dem Stößel, wenn sich der Pressenstempel
15 in der in F i g. 1 dargestellten Anfangsstellung befindet. Ferner befindet sich
der Abschnitt 41 b gegenüber dem Stößel, wenn der Pressenstempe115 um eine vorbestimmte
Größe auf eine andere Stellung gehoben worden ist. Die Abschnitte der Nockenfläche
und die folgenden Abschnitte dieser Nockenfläche entsprechen also verschiedenen
aufeinanderfolgenden Stellungen des Pressenstempels 15 beim Formzyklus.
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Wie F i g. 2 zeigt, ist die Nockenscheibennabe 38 auf einen mit Keilnuten
versehenen Endabschnitt 33 c des Wellenabschnittes 33 a aufgeschoben und wird auf
diesem Abschnitt 33 c von einer Feder 43 gehalten, die zwischen der Nabe 38 und
dem Kopf eines Schraubenbolzens 44 liegt, der in das Ende der Welle eingeschraubt
ist. Bei dieser Ausführung kann die Nabe 38 von dem Wellenabschnitt 33 a abgezogen
werden, so daß sie ohne eine entsprechende Bewegung des Pressenstempels 15 gedreht
werden kann. Durch Herausschrauben des .Schraubenbolzens 44 kann die Nabe 38 vollständig
aus der Presse entfernt werden.
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Der Stößel 52 besteht aus einem Kolben und einer darauf gelagerten
Rolle 50. Der Stößel 52 liegt gleitend in einem Gehäuse 51, das nahe der Nockenscheibe
37 angeordnet ist. Ein Hebel 53 liegt innerhalb des Schlitzes 54 des Gehäuses 51
und ist mit dem Gehäuse durch einen Drehzapfen 55 drehbar verbunden. Das Innenende
des Hebels 53 ragt in einen Schlitz 56 des Stößels 52 und trägt eine Rolle 57, die
an der flachen Fläche 58 des Schlitzes 56 anliegt. Der Hebel 53 wird in Rechtsrichtung
auf seinem Drehzapfen 55 von zwei Federn 59 gedreht, die in dem Gehäuse 51 angeordnet
sind und sich an den Hebel 53 nahe dem Drehzapfen 55 anlegen, wobei sich eine Feder
an jeder Seite des Drehzapfens 55 befindet. Auf diese Weise wird die Rolle 57 gegen
die Fläche 58 gedrückt.
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Am Innenende des Stößels 52 liegt eine Kolbenstange 60 an, die in
einer Büchse 61 des Gehäuses gleitet und an ihrem dem Stößel 52 entgegengesetzten
Endt einen Kolben 62 trägt; der Kolben, der in einer Ausnehmung 63 liegt, die von
der Endplatte 66 geschlossen wird und .mit der Außenluft über die öffnung 64 in
Verbindung steht, trägt eine biegsame Membran 65, die mit dem Kolben verbunden ist
und mit der Endplatte 66 eine Kammer 67 bildet, der Druckluft über die Einlaßöffnung
68 zugeführt wird.
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Im Gehäuse 51 gleitet ein Kolben 69, der aus einer Hülse 70 und einem
Zapfen 71 besteht, der in das eine Ende der Hülse eingeschraubt ist. Der Zapfen
71 liegt an einer Rolle 72 an, die auf dem Hebel 53 gegenüber der Rolle 57 drehbar
gelagert ist. Im Gehäuse 51 ist ferner ein Überdruckventil 73 vorhanden, das eine
Öffnung 74 aufweist, der Druckflüssigkeit aus der Leitung 28 zugeführt wird, und
das ferner Auslaßöffnungen 75 und 76 hat. Ein Kolben 77 im Überdruckventil 73 wird
von einer Feder 79, die in der Hülse 70 aufgenommen ist und an einer in der Hülse
befindlichen Schulter 70 a anliegt, auf eine Stellung gedrückt, bei der ein die
Öffnungen 74 und 75 verbindender Durchlaß 78 geschlossen ist. Der Durchlaß 78 öffnet
sich, wenn die Druckkraft, die durch den Druck in der Leitung 28 erzeugt wird, die
Druckkraft überwindet, die von der Feder 79 ausgeübt wird. Die Öffnungsgröße des
Durchlasses 78 wird durch die Federkraft beeinflußt, die für jede bestimmte Länge
des Kolbens 69 durch die Stellung der Rolle 72 bestimmt wird, deren Stellung wiederum
durch die Stellung des Stößels 52 bestimmt wird. Die
Stellung des
Stößels 52 bestimmt infolgedessen das Arbeiten des überdruckventils 73.
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Während der Einstellung kann ein Bereich von ausgewählten gleichbleibenden
Druckkräften auf das der Rolle 50 gegenüberliegende Ende des Stößels 52 dadurch
ausgeübt werden, daß ausgewählte Luftdrucke der Kammer 67 über die mit der Einlaßöffnung
68 verbundene Leitung 81 zugeführt werden. Zu diesem Zweck ist eine Druckluftquelle
82 über eine Leitung 83 mit der Öffnung 84 eines pneumatischen Druckregelventils
85 verbunden. Luft verringerten Druckes, der durch das Einstellen eines Knopfes
86 bestimmt wird, welcher die mit dem Ventilkolben 94 verbundene Feder 87 verstellt,
strömt aus der Öffnung 88 über die Rohrleitung 89 zum Sperrventil 90, das in seiner
rechten Stellung die Leitung 89 mit der Leitung 81 verbindet. Ein mit der Leitung
89 verbundenes Meßgerät 91 zeigt den der Kammer 67 zugeführten Druck an, wenn das
Sperrventil 90
nach rechts verschoben wird. Auf diese Weise wird also die
Kraft angezeigt, die gegen das der Rolle 50 gegenüberliegende Ende des Stößels 52
ausgeübt wird. Durch Verstellen des Knopfes 86 kann auf diese Weise eine Reihe von
gleichbleibenden Druckkräften auf den Stößel 52 ausgeübt werden, so daß dieser
Stößel zur Nockenscheibe 37 gedrückt wird.
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Wird die Nockenscheibe 37 entfernt oder wird die biegsame Nockenscheibenfläche
41 so weit radial nach innen gestellt, daß eine Berührung durch die Rolle 50 vermieden
wird, so wird die Rolle 50, wenn ein bestimmter gleichbleibender Druck auf das der
Rolle 50 gegenüberliegende Ende des Stößels 52 ausgeübt wird, zur Nockenscheibenachse,
d. h. nach rechts, gesehen in F i g. 1, auf eine bestimmte Gleichgewichtsstellung
geschoben, die durch die auf den Stößel zur Einwirkung gebrachte gleichbleibende
Kraft bestimmt wird. Die Ursache dafür ist darin zu sehen, daß die Feder 79, etwas
unterstützt von den Federn 59, eine Rückstellkraft über Rolle 72, Hebel 53 und Rolle
57 auf den Stößel 52 ausübt, die der auf die Kammer 67 zur Einwirkung gebrachten
pneumatischen Kraft entgegenwirkt. Die Rückstellkraft erhöht sich, wenn sich der
Stößel 52 nach rechts verschiebt, und befindet sich mit der gleichbleibenden pneumatischen
Kraft im Gleichgewicht, wenn der Stößel die Gleichgewichtsstellung erreicht. Da
die Größe der pneumatischen Kraft, die über die Kammer 67 zur Einwirkung gebracht
wird und von der Einstellung des Knopfes 86 abhängt, die Gleichgewichtsstellung
des Stößels 52 und der Rolle 72 bestimmt und da die Stellung des Stößels 52 und
der Rolle 72 bei dem geregelten Druckformen das Arbeiten des Kolbens 77 und den
Druck im Ziehkissen 13 bestimmt, kann das Meßgerät 91, obwohl es durch den Luftdruck
in Leitung 89 betätigt wird, der verglichen mit den Formdrücken in dem Ziehkissen
13 verhältnismäßig niedrig ist, entsprechend den Formdrücken geeicht werden, wenn
der Stößel 52 sich während des Formens in den gleichen Stellungen befindet, die
die entsprechenden Gleichgewichtsstellungen sind, welche durch die während des Einstellens
zur Einwirkung gebrachten pneumatischen Kräfte festgestellt wurden. Diese pneumatischen
Einstellkräfte und die Einstelldrücke, die diese Kräfte erzeugen, sind proportional
den entsprechenden Formdrücken.
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Befindet sich der Drehzapfen 55 in der Mitte zwischen den Rollen 72
und 57, dann kann sich der Durchlaß 78 erst dann öffnen, wenn der Druck, der auf
das Ende des Systems (bestehend aus Kolben 77, Feder 79, Kolben 69, Rolle 72, Hebel
53, Rolle 57, Stößel 52, Kolbenstange 60 und Kolben 62) ausgeübt wird, gleich der
Kraft ist, die an dem entgegengesetzten Ende des Systems in der Kammer 67 ausgeübt
wird, wobei der Einfluß der Federn 59 in diesem System unberücksichtigt bleibt,
weil dieser Einfluß infolge der Nähe der Federn am Drehzapfen 55 sehr klein ist.
Wenn daher der tatsächliche Druck in der Leitung 81, 89 mit dem Verhältnis der wirksamen
Fläche, über die Druck auf den Kolben 62 ausgeübt wird und den Kolben 62 nach rechts
drückt, zu der wirksamen Fläche von Kolben 77, auf die der Druck im Durchlaß 78
wirkt und den Kolben 77 nach rechts drückt, multipliziert wird, so gibt dieses Produkt
auf der Anzeigescheibe des Meßgerätes 91 die Drücke an, welche in dem Ziehkissen
13 beim Formvorgang entstehen, wenn sich der Stößel 52 in denselben Stellungen befindet
wie die Gleichgewichtsstellungen, die während der Einstellung durch die in den Leitungen
81, 89 entstehenden Luftdrücke erzeugt sind.
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Bei dieser Vorrichtung kann die Nockenscheibe 37 mit Hilfe des Stößels
52 schnell und genau eingestellt werden, um den Druckzyklus in dem Ziehkissen 13
für einen beabsichtigten Formvorgang nach einem bestimmten Programm auszuführen.
Dies kann während des Einstellens erfolgen. Da der Druck in den hydraulischen Strömungsleitungen
der Presse oder in dem Ziehkissen 13 für die Programmprofilierung der Nockenscheibe
nicht erforderlich ist, können die Presse und die Pumpe 9 solange abgeschaltet werden,
wie Druckluft aus der Druckluftquelle 82 zur Verfügung steht.
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Zur Programmprofilierung der Nockenscheibe für einen gewünschten geregelten
Preßformvorgang werden die Abschnitte der biegsamen Nockenfläche 41, die sich während
des Formpressens an den Stößel 52 anlegen, durch Verstellen der Einstellzapfen 45
nach innen geschoben. Die Nockenscheibennabe 38 wird zuerst in bezug auf den Wellenabschnitt
33 a so eingestellt, daß der Abschnitt 41 a, der gegenüber der Rolle 50 liegt, wenn
sich der Pressenstempel 15 in seiner in F i g. 1 dargestellten Anfangsstellung befindet,
in Ausrichtung mit der Rolle 50 steht. Das Sperrventil 90 wird nach rechts
geschoben und der Knopf 86 wird zuerst so eingestellt, bis das Meßgerät 91, das
entsprechend dem Druck in dem Ziehkissen 13 geeicht ist, den gewünschten anfänglichen
Formdruck anzeigt. Hierdurch wird eine vorherbestimmte Kraft in der Kammer 67 erzeugt,
die die Rolle 50, unbehindert von der Nockenscheibe 37, auf eine entsprechende Gleichgewichtsstellung
bewegt. Der Nockenflächenabschnitt 41 a wird dann radial nach außen so weit verstellt,
bis er gerade die Rolle 50 berührt.
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Die Nockenscheibennabe 38 wird dann relativ zu dem Wellenabschnitt
33 a gedreht, so daß ein anderer Abschnitt, beispielsweise der Abschnitt 41 b, der
einer anderen Stellung des Pressenstempels 15 entspricht, gegenüber der Rolle 50
steht. Der Knopf 86 wird wieder so lange eingestellt, bis das Meßgerät den gewünschten
Druck in dem Ziehkissen 13 zeigt, wenn sich der Pressenstempel15 in der Stellung
befindet, die dem Nockenflächenabschnitt entspricht, der gegenüber der Rolle 50
steht. Die Rolle 50 nimmt wieder eine Gleichgewichtsstellung ein und der Nockenflächenabschnitt
41 b so verstellt, daß er gerade die Rolle 50 berührt.
Dieses Verfahren
wird für die folgenden Abschnitte der Nockenfläche 41 wiederholt. Der Endabschnitt
der Nockenfläche 41, der der letzten vorgeschobenen Stellung des Pressenstempels
15. entspricht, (wobei der Formdruck in dem üblichen Pressenzyklus seinen höchsten
Wert erreicht), kann nach innen verstellt werden, so daß keine Berührung mit der
Rolle 50
erfolgt. Durch Einwirkung einer Reihe von vorher bestimmten Druckkräften
auf den Stößel 52, die den gewünschten Drücken während des Formzyklusses entsprechen,
kann die Nockenscheibe durch Verstellen der zugehörigen Abschnitte der Nockenfläche
zur Programmschaltung so profiliert werden, daß die Rolle 50 in ihren Gleichgewichtsstellungen
an diesen Flächen anliegt.
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. Zur Ausführung- eines geregelten Preßformvorganges wird der Werkstückzuschnitt
12 in die Presse gelegt, die Presse geschlossen und der Pressenstempel 15 auf eine
Anfangsstellung eingestellt. Die Nockenscheibennabe 38 wird in Eingriff mit dem
Wellenabschnitt 33 a gebracht, wobei der Nockenflächenabschnitt 41 a gegenüber der
Rolle 50 liegt. Der Knopf 86 wird so lange verstellt, bis das Meßgerät 91 den in
dem Zyklus zu erreichenden höchsten Druck zeigt, der der endgültige Formdruck ist.
Die pneumatische Kraft, die auf diese Weise auf den Stößel 52 zur Einwirkung gebracht
ist, stellt diesen nicht in seine Gleichgewichtsstellung, weil sich diese Stellung
weiter rechts befindet als sich der Stößel wegen des Nockenflächenabschnittes 41
a bewegen kann, jedoch wirkt statt dessen die pneumatische Kraft als eine Verdrängungs-
oder Antriebskraft, die den Stößel 52 gegen die Nockenscheibe 41 drückt. Das Ventil
19 wird nach rechts verschoben, und der Druck in den Leitungen 20, 31 und
dem Ziehkissen 13 erhöth sich so lange, bis der Druck den Wert erreicht, der programmäßig
in den Abschnitt 41 a der Nockenscheibe eingestellt ist, da dieser Abschnitt der
Nockenscheibe die Stellung des Stößels 52 und der Rolle 72 und daher auch das Arbeiten
des überdruckventils 73 bestimmt. Der Durchlaß 78 im überdruckventil73 bleibt so
lange geschlossen, bis der programmäßig erforderliche Druck erreicht ist. Dann wird
der Durchlaß 78 so weit geöffnet, daß genügend Flüssigkeit aus der Leitung 28 zum
Vorratsbehälter 17 über Öffnung 74, Durchlaß 78 und Öffnung 75 fließen kann, um
den Druck in den Leitungen 20, 31 und daher in dem Ziehkissen 13 aufrechtzuerhalten.
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Es sei ein Zyklus angenommen, in welchem der Druck steigt, wenn sich
der Pressenstempel 15 hebt. Die Nockenfläche 41 steht dann näher zur Nockenscheibenachse,
als sich der Pressenstempe115 vorschiebt, und der Stößel 52 verschiebt sich auf
Grund der auf ihn zur Einwirkung gebrachten Antriebskraft nach rechts, wodurch die
Rolle 72 nach links geschoben wird. Dies erhöht die Kraft, die auf den Überdruckventilkolben
77 durch die Feder 79 zur Einwirkung gebracht wird, so daß sich daher der Druck
in der Leitung 28 erhöht und infolgedessen auch der Druck in den Leitungen 30, 31
und in dem Ziehkissen 13 steigt. An der Endstellung des Pressenstempels 15 liegt
der entsprechende Abschnitt der Nockenscheibenfläche 41 jenseits der Gleichgewichtsstellung
des Stößels 52 unter der zur Einwirkung gebrachten Antriebskraft. Da sich jedoch
der Stößel 52 nicht weiter nach rechts bewegen kann als bis zu seiner Gleichgewichtsstellung,
kann der Druck im Ziehkissen 13 nicht denjenigen Höchstdruck übersteigen, der mittels
des Kopfes 86 zu Beginn des Arbeitsvorganges am Meßgerät 91 eingestellt worden ist.
Aus diesem Grund kann eine Fehleinstellung der Nockenscheibenfläche 41 einen Druck
in dem Ziehkissen 13 erzeugen, der den gewünschten Höchstdruck, wie er am Knopf
86 eingestellt ist, überschreitet. Während des Formvorganges wird ein Teil der Verdrängungs-
oder Antriebskraft durch die Rückstellkraft aufgehoben, wobei der gegenwirkende
Teil sich erhöht, wenn der programmäßig erforderliche Druck steigt, bis schließlich
am Ende des Druckzyklusses, an dem der Ziehkissendruck den Höchstwert erreicht hat,
die gesamte Antriebskraft auf das überdruckventil 73 übertragen wird. Zu keiner
Zeit erhält daher die biegsame Nockenscheibenfläche 41 den Druck der gesamten Verdrängungskraft.
Die Kraft, die auf die Nockenscheibe übertragen wird, nimmt bei einem Zyklus mit
steigendem Ziehkissendruck bei fortschreitendem Zyklus ab. Es wird daher jedes Bestreben,
die biegsame Nockenfläche aus ihrer programmäßig eingestellten Stellung abzulenken,
auf dem gesamten Zyklus verringert und die Möglichkeit einer Ablenkung wird gleich
Null oder vernachlässigbar, wenn sich der Zyklus seinem Ende nähert.
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Die Freigabe des Druckes aus dem Ziehkissen 13 nach Fertigstellung
des Preßlings und vor Öffnen der Presse erfolgt durch Verschieben des Ventils 90
nach links auf die in F i g. 1 dargestellte Stellung. Hierdurch wird die Leitung
81 mit der Auslaßleitung 92 verbunden, die eine Drossel 93 enthält, so daß
der Druck aus der Kammer 67 mit einer vorherbestimmten Geschwindigkeit abgelassen
wird. Der Stößel 52
wird von dem Hebel 53 nach links bewegt, und die
Federn 59 drehen den Hebel 33 aus dem Bereich der Feder 79 heraus. Der Kolben 69
und die Feder 79 können also den Durchlaß 78 des Überdruckventils 73 nicht mehr
geschlossen halten. Durch den Strom aus der Leitung 28 zum Vorratsbehälter 17 über
das Überdruckventil 73 wird der Kolben 22 von Ventil 21 nach rechts geschoben und
der Druck entweicht aus dem Ziehkissen 13 mit einer Geschwindigkeit, die durch die
Drossel 93 bestimmt wird.
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Sollen alle Formdrücke um die gleiche Größe gehoben oder gesenkt werden,
wobei jedoch der gleiche Endhöchstdruck beibehalten wird, so kann dies dadurch geschehen,
daß die Länge des Kolbens 69 geändert wird. Die Änderung der Einstellung von Knopf
86 ohne Änderung der Länge des Kolbens 69 ändert dagegen nur den letzten und höchsten
Formdruck, ändert aber nicht die anderen Formdrücke, die während des Formvorganges
eingestellt worden sind, vorausgesetzt, daß der Knopf 86 nicht auf einen Druck eingestellt
wird, der unterhalb irgendeines der anderen Formdrücke liegt.
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Sollen alle Drücke des programmäßig vorgeschriebenen Druckzyklusses,
einschließlich des Enddruckes, um die gleiche Größe geändert werden, dann wird der
Abschnitt der Nockenscheibenfläche, der der Endstellung des Stößels entspricht,
während der Programmprofilierung zwecks Vermeidens einer Berührung mit der Rolle
50 nicht nach einwärts verstellt, sondern wird wie die anderen Abschnitte der Nockenscheibenflächen
eingestellt, so daß also die Stellung der Nockenscheibenfläche und nicht die Größe
des Antriebs- oder Verdrängungsdruckes diesen Enddruck bestimmt.
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Mit der neuen Vorrichtung kann ein vorher bereits ausgeführter Zyklus
schnell wiederholt werden, in
dem während der Einstellung die gleichen
Einstellungsdrücke oder Kräfte, wie sie früher verwendet worden sind, wieder erzeugt
werden, und zwar durch nacheinander erfolgendes Verdoppeln am Meßgerät 91 des in
dem bereits ausgeführten Zyklus verwendeten Ziehkissendruckes. Hat sich der Zustand
von Feder 79 geändert oder ist die Feder 79 durch eine Feder ersetzt worden, die
nicht die gleichen Eigenschaften hat, dann weichen die aufeinanderfolgenden Gleichgewichtsstellungen
von denjenigen Stellungen ab, die von dem Stößel 52 in dem vorausgegangenen Arbeitsvorgang
eingenommen worden sind. Wenn sich auch die neue Gleichgewichtsstellung für jede
gegebene Ablesung am Meßgerät 91 von der vorausgehenden Gleichgewichtsstellung für
diese Ablesung unterscheidet, ist die Kraft, die auf das überdruckventil 73 ausgeübt
wird, die gleiche wie bei der vorausgehenden Einstellung, weil diese Kraft, wie
vorher, gerade die zur Einwirkung gebrachte Einstellkraft ausgleichen muß, die die
gleiche ist, wie in dem vorausgehenden Zyklus, um die Gleichgewichtsstellung des
Stößels 52 zu bestimmen. Wenn also die Nockenscheibenfläche so eingestellt ist,
daß sie den neuen Gleichgewichtsstellungen entspricht, so stellt sie nacheinander
den Stößel 52 so ein, daß auf das überdruckventil die gleichen Kräfte ausgeübt
werden wie in dem vorhergehenden Zyklus, so daß daher die gleichen Ziehkissendrücke
erzeugt werden.