DE1214833B - Beatmungsgeraet - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND DEUTSCHES 4057IW PATENTAMT
Int. α.:
A61h
AUSLEGESCHRIFT
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Deutsche Kl.: 30 k-13/01
Stl6529IXd/30k
27. Mai 1960
21. April 1966
27. Mai 1960
21. April 1966
Die Erfindung betrifft ein Beatmungsgerät mit zwei ineinander angeordneten Druckbälgen, die in einem
Gasströmungskreis liegen, der die Lunge eines Patienten mit einer Quelle für das Beatmungsgas verbindet
und mit einer über die Bälge wirkenden Vorrichtung zur Erzeugung von Über- und Unterdruck.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Beatmungsgerät dieser Art zu schaffen, das wahlweise
als Betäubungsgerät, Wiederbelebungsgerät und für andere Gastherapiezwecke benützt werden
kann, also möglichst vielseitig ist, und bei dem die notwendige Pulsation in einfacher Weise an den jeweiligen
Verwendungszweck und die individuelle Konstitution des Patienten anpaßbar ist. Dafür soll
insbesondere neben einer Druckmittelsteuerung eine präzise Direktbeatmung mittels Handbetätigung möglich
sein.
Diese Aufgabe vermögen die bekannten Beatmungsgeräte der eingangs genannten Art nicht zufriedenstellend
zu lösen. Bei diesen ist, um das Druckgas besser auf den mit dem Beatmungsgas beaufschlagten
Balg wirken zu lassen, der innere Balg mit der Lunge des Patienten verbunden. Für eine
Handbetätigung ist hier aber nur der äußere Balg zugänglich, so daß infolge der Kompressibilität des
im äußeren Balg enthaltenen Druckgases eine präzise Direktbeatmung durch Handbetätigung der Bälge
mit diesen bekannten Geräten nicht möglich ist.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird dadurch gelöst, daß der innere Balg mit der Vorrichtung
zur Erzeugung des Über- und Unterdruckes und der äußere Balg über den Strömungskreislauf mit
der Lunge des Patienten in Verbindung steht. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß der äußere zugängliche
Balg bei einer Handbetätigung direkt auf die 35-Lunge des Patienten wirkt, wobei der mit dem Druckgas
gefüllte innere Balg allein schon wegen seiner kleineren Abmessungen und seiner durch den Druck
des in ihm enthaltenen Gases bestimmten größeren Steifheit einer Verformung einen größeren Widerstand
entgegensetzt. Die Verhältnisse liegen besonders günstig, wenn die Vorrichtung zur Erzeugung
des Über- und Unterdruckes bei Handbetätigung geschlossen ist, so daß das Gas im inneren Balg nicht
entweichen kann.
In vorteilhafter Weise wird der äußere Balg durch einen seiner Form angepaßten Rahmen gehaltert, der
auf wenigstens zwei gegenüberliegenden Seiten offen ist. Durch diese Öffnungen kann die Hand der Bedienungsperson
zur Betätigung des äußeren Balges leicht greifen.
Um ein Blockieren des Beatmungsvorganges zu Beatmungsgerät
Anmelder:
Philip L. Stanton, Los Angeles, Calif. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr.-Ing. H. Ruschke, Patentanwalt,
Berlin 33, Auguste-Viktoria-Str. 65
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 8. Februar 1960 (7366) - -
vermeiden, können im Inneren des äußeren Balges Spreizklemmen angebracht sein, die seinen Ausgang
auch bei größerer Ausdehnung des inneren Balges offenhalten.
Das so ausgestaltete erfindungsgemäße Beatmungsgerät ist deswegen so vielseitig, weil seine Pulsationen
in Anpassung an den jeweiligen Verwendungszweck von Hand sowohl durch Direkteingriff an den
äußeren Balg als auch zusätzlich oder statt dessen durch Betätigung der Vorrichtung zur Erzeugung des
Über- und Unterdruckes beeinflußbar sind.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand von Ausführungsbeispielen in der Zeichnung näher erläutert.
F i g. 1 zeigt eine Ansicht des erfindungsgemäßen Beatmungsgerätes, teilweise im Schnitt, im Einatmungszustand;
Fig. 2 ist die Ansicht nach Fig. 1 im Ausatmungszustand;
Fig.3 zeigt im Teilschnitt in vergrößertem Maßstab
die Bälge und deren Anschlüsse;
Fi g. 4 ist der Schnitt 4-4 nach Fi g. 3;
Fig. 5 ist der Schnitt 5-5 nach Fig. 3 in verkleinertem
Maßstab;
F i g. 6 zeigt im Teilschnitt eine andere Ausführungsform der Vorrichtung zum Erzeugen von Überbzw.
Unterdruck;
F i g. 7 ist in verkleinertem Maßstab der Schnitt 7-7 nach Fig. 3;
F i g. 8 zeigt im Teilschnitt eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Beatmungsgerätes.
Das Gerät nach F i g. 1 weist zwei ineinander angeordnete Druckbälge 3 und 4 auf, von denen der
innere Balg 4 über eine Leitung 24 an eine Vorrichtung 5 angeschlossen ist, die der Erzeugung von
609 559/2+
Claims (3)
- 3 4Über- bzw. Unterdruck dient. Der äußere Balg 3 ist spielsweise in der Instrumententasche eines Anüber ein T-Stück 13 und Leitungen 12 und 15 einer- ästhesisten untergebracht werden kann,
seits mit einer Beatmungsmaske 9 und andererseits F i g. 6 zeigt eine andere Ausführungsform derüber eine Mischkammer 6 mit einer Zufuhrleitung 7 Vorrichtung 5, bei welcher das Ventil 45 entfallen ist für das Beatmungsgas verbunden. Zwischen die 5 und durch den Verschluß des Ausgangskanals 42 Maske 9 und den äußeren Balg 3 ist ein Natrium- durch einen Finger ersetzt ist. Der Körper der Vorkalkbehälter 11 zwischengeschaltet. An die Misch- richtung 5 wird zweckmäßigerweise so gestaltet, daß kammer 6 ist ein Druckmeßgerät 21 zur Messung des er leicht in der Hand gehalten werden kann, um ent-Über- bzw. Unterdruckes angeschlossen. Die Misch- weder mit dem Finger den Kanal 42 zu verschließen kammer 6 ist ferner über eine Leitung 8 ebenfalls io oder den Druckknopf des Ventils 45 zu betätigen,
mit der Maske 9 verbunden. Die Gaszufuhr von der Die Wirkungsweise der beschriebenen AnordnungMischkammer 6 zur Maske 9 erfolgt über ein Ventil ist folgende:16, das sich beim Einatmen des Patienten öffnet, Während des Einatmungsvorganges nehmen diewährend die Gasabfuhr zum Natriumkalkbehälter einzelnen Teile die in F i g. 1 dargestellte Lage ein, über ein sich beim Ausatmen des Patienten öffnendes 15 das Ventil 45 ist durch Knopfdruck geschlossen bzw. Ventil 17 erfolgt. Ferner ist an der Maske ein von der Kanal 42 durch Auflegen eines Fingers. Hierbei Hand betätigbares Entlastungsventil 18 vorgesehen, strömt das Druckgas über die Düse 40 in den Kanal das bei Bedarf zur Abfuhr überschüssigen Gases ge- 43 und von dort in den inneren Balg 4 und dehnt öffnet werden kann. Im Gasstromkreis sind ferner diesen aus, so daß sich das Volumen der Kammer 27 Sicherheitsventile 19 und 20 vorgesehen, die den 20 zwischen beiden Bälgen verringert und das dort be-Über- bzw. Unterdruck im Gasstromkreis begrenzen. findliche Beatmungsgas über die Leitungen 15 und 8Der mit dem inneren Balg 4 verbundenen Vorrich- sowie das Ventil 16 dem Patienten zugeführt wird, tung 5 wird ein Druckgas, das an der Beatmung nicht Die Ausatmungsstellung zeigt F i g. 2. Hier ist dasteilnimmt, vorzugsweise Druckluft, durch eine Lei- Ventil 45 bzw. der Kanal 42 geöffnet, so daß das tung 38 zugeführt. Die Zufuhr ist durch eine Ventil- 25 von der Venturidüse 40 kommende Druckgas über schraube 39 regelbar. Das Druckgas strömt über eine den Kanal 42 ins Freie strömen kann. Dabei erzeugt Venturidüse 40 und ein von Hand in Schließrichtung es im Kanal 43 einen Unterdruck, so daß der innere betätigbares Ventil 45 durch einen Kanal 42 nach Balg 4 unter Volumenvergrößerung der Kammer 27 außen. Eine Feder 46 führt den Ventilkörper des zusammengezogen wird. Der hierdurch entstehende Ventils 45 in der Ruhelage in Offenstellung. Bei 30 Unterdruck im Gasstromkreis schließt das Ventil 16 geschlossenem Ventil strömt das Druckgas über einen und öffnet das Ventil 17, so daß der Patient zum Kanal 43 und die Leitung 24 in den inneren Balg 4. Ausatmen veranlaßt wird.Die F i g. 3 bis 5 und 7 zeigen den Aufbau der bei- Zusätzlich ist es möglich, von Hand Anpassungenden Bälge und ihre Halterung im einzelnen. Der an konstitutionsbedingte notwendige Pulsationen äußere Balg 3 wird durch einen seiner Form ange- 35 dadurch vorzunehmen, daß mittels eines Durchpaßten Rahmen 28 gehaltert, der aus entsprechend griffes durch die Stäbe 29 des Rahmens 28 der gekrümmten Stäben 29 besteht, deren untere Enden äußere Balg 3 von Hand betätigt wird. Diese Bein einer Abschlußplatte oder einem Ring 33 mittels tätigung kann auch bei abgeschalteter Vorrichtung 5 Madenschrauben 34 befestigt sind und deren obere erfolgen. Es ist auch möglich, hiermit die Beatmung Enden drehbar in Bohrungen 30 eines Flansches 31 40 einzuleiten und dann mit der Vorrichtung 5 fortzueines Kupplungsstückes 14 aufgenommen sind. Das setzen oder die Beatmung während des Betriebes zu Kupplungsstück 14, das in F i g. 4 im Schnitt darge- begrenzen.stellt ist, nimmt neben dem T-Stück 13 (Fig. 1) auch Fig. 8 zeigt eine andere Ausführungsform desdie Sicherheitsventile 19 und 20 auf und enthält den Beatmungsgerätes, bei welcher eine Maske 55 mit Anschlußkanal 26 für den äußeren Balg 3. Der An- 45 einem Entlastungsventil 56 über eine Leitung 54 an schlußkanal 26 wird durchsetzt von einem Krümmer eine Leitung 52 angeschlossen ist, der Beatmungs-23, der im Inneren des Balges 3 mit dem inneren gas mit niedrigem Druck langsam entströmt. Eine Balg 4 und außen mit der Leitung 24 zur Vorrich- Zweigleitung 53 ist über einen Natronkalkbehälter 57 tung 5 in Verbindung steht. und eine Leitung 58 an den zum äußeren Balg füh-Die Stäbe 29 des Rahmens 28 sind durch flexible 50 renden Stutzen angeschlossen. Parallel zu diesem Befestigungsbügel 34' mit dem äußeren Balg 3 ver- Anschluß liegt ein Meßgerät 60 für Über- und Unterbunden. Zwischen beiden Bälgen wird eine Kammer druck. Die übrigen Teile der Vorrichtung entsprechen27 gebildet. denjenigen, die in den F i g. 1 und 2 dargestellt sind. Wie aus den F i g. 3 und 7 erkennbar, sind ferner Bei der Ausführungsform nach F i g. 8 wird durchim Inneren des äußeren Balges bogenförmige Spreiz- 55 Aufblähung des inneren Balges das Beatmungsgas klemmen 22 vorgesehen, deren freie Enden im nach durch die Leitung 54 und die Maske 55 zur Lunge innen weisenden Flansch des Kupplungsstückes 14 des Patienten gedrückt, während dieser bei Erzeugehaltert sind und deren nach innen weisende Krüm- gung des Unterdruckes im inneren Balg 4 und damit mungen am Ausgangsstutzen des inneren Balges 4 des Unterdruckes im äußeren Balg 3 in diesem ausanliegen. Die Spreizklemmen 22 begrenzen auf diese 60 atmet. Der äußere Balg 3 wirkt hier als Vorratsbe-Weise die Ausdehnung des Balges 4 in diesem Be- hälter. Eine entsprechende und im Zusammenhang reich, so daß dieser die zwischen dem Krümmer 23 mit den F i g. 1 und 2 beschriebene Handbetätigung und dem Kanal 26 gebildete ringförmige Ausgangs- ist hier gleichfalls möglich,
öffnung für den äußeren Balg 3 auch bei zu großer
Ausdehnung nicht blockieren kann. 65 Patentansprüche:Der abnehmbare und zusammenlegbare Rahmen 1. Beatmungsgerät mit zwei ineinander ange-28 gestattet auch ein Zusammenlegen der Bälge, so ordneten Druckbälgen, die in einem Gasströ-■daß die Gesamtvorrichtung auf kleinem Raum bei- mungskreis liegen, der die Lunge eines Patientenmit einer Quelle für das Beatmungsgas verbindet und mit einer über die Bälge wirkenden Vorrichtung zur Erzeugung von Über- und Unterdruck, dadurch gekennzeichnet, daß der innere Balg (4) mit der Vorrichtung (5) zur Erzeugung des Über- und Unterdruckes und der äußere Balg (3) über den Strömungskreislauf mit der Lunge des Patienten in Verbindung steht. - 2. Beatmungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Balg (3) durch einen seiner Form angepaßten Rahmen (28) gehaltert ist, der auf wenigstens zwei gegenüberliegenden Seiten offen ist.
- 3. Beatmungsgerät nach Anspruch 1, gekenn-IO zeichnet durch im Inneren des äußeren Balges (3) angebrachte, seinen Ausgang (26) offenhaltende Spreizklemmen (22).In Betracht gezogene Druckschriften:Deutsche Patentschrift Nr. 901132; deutsche Auslegeschrift Nr. 1 021544; französische Patentschriften Nr. 1160 627, 256;USA.-Patentschriften Nr. 2 904 035, 2 880 719, 774 352, 2 737 178;Werbeschrift: E/0738, Drägerwerke, Lübeck, »Dräger-Pulmotor«, Modell 40, Liste W 2, 21. Ausgabe vom Juli 1942.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen609 559/24 4.66 © Bundesdruckerei Berlin
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