DE1214848B - Tragvorrichtung - Google Patents
TragvorrichtungInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
B 66c
Deutsche KL: 35 b-6/06
Nummer: 1214 848
Aktenzeichen: A40059XI/35b
Anmeldetag: 25. April 1962
Auslegetag: 21. April 1966
Die Erfindung betrifit eine Vorrichtung zum Tragen langer Balken, Träger und ähnlicher Bauelemente,
insbesondere aus Beton.
Zum Hochziehen länglicher Bauelemente aus Beton ist es üblich, Vorrichtungen zu verwenden,
die aus einem Eisenträger bestehen, der mittels zweier Seile an dem Haken eines Krans befestigt ist
und an seinen beiden Enden Bügel oder Schlingen aufweist, auf denen das Betonbauelement aufliegt.
Aus verschiedenen Gründen ist es schwierig, zu diesem Zweck Eisenträger von einer größeren Länge als
etwa 6 m zu verwenden, so daß, wenn das Betonbauelement eine größere Länge aufweist, dessen
Enden über die Aufhängebügel oder Schlingen überstehen. Um den Biegemomenten, die in einem
solchen Fall in den überstehenden Enden des Betonbauelementes auftreten, entgegenzuwirken, müssen
an dem Eisenträger zusätzliche Verlängerungen und Versteifungen vorgesehen werden, die eine übermäßige
Beanspruchung des Eisenträgers vermeiden und, da solche Verlängerungen und Versteifungen
nur von Fall zu Fall benötigt werden, nicht unerhebliche Kosten verursachen.
Wenn beispielsweise ein Bauelement aus Beton eine Länge von etwa 30 m aufweist, so daß auf beiden
Seiten etwa lim überstehen, so genügt auch eine übliche Versteifung und Verlängerung des Eisenträgers
nicht mehr, so daß zum Hochziehen eines solchen Bauelementes meist zwei Kräne benötigt
werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Tragvorrichtung zu schaffen, mittels der unter Verwendung
nur eines einzigen Krans auch sehr lange Bauelemente aus Beton hochgezogen werden können,
ohne daß es eines Eisenträgers und zusätzlicher Verstärkungen für einen solchen bedarf.
Die Erfindung geht nun von der Überlegung aus, daß es bei freitragenden Fachwerkträgern bekannt
ist, zur Vermeidung von Durchbiegungen durch Gelenke miteinander verbundene Zug- und Druckstäbe
zu verwenden.
Bei einer Vorrichtung zum Tragen langer Balken, Träger und ähnlicher Bauelemente, insbesondere aus
Beton, mit die Last symmetrisch zu der senkrechten Schwerpunktebene ergreifenden Tragelementen, bei
der zwei mittels eines den Angriffspunkt eines Huborgans bildenden Gelenks miteinander verbundenen
Tragarmen wird zur Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe vorgeschlagen, diese Tragarme
an ihren unteren Enden mit je zwei in der Ebene der Tragarme einzeln schwenkbaren Tragelementen
gelenkig zu verbinden, die an ihren freien Tragvorrichtung
Anmelder:
Aktiebolaget Strängbetong, Stockholm
Vertreter:
Dr.-Ing. E. Maier, Patentanwalt,
Stuttgart 1, Werastr. 24
Als Erfinder benannt:
Kjell Halvorsen, Stuvsta;
Jonas Oscar Knapp, Ektorp (Schweden)
Beanspruchte Priorität:
Schweden vom 29. April 1961 (4532)
Enden mit Organen, beispielsweise Querbolzen, zur gelenkigen Zug- und/oder Druckkräfte übertragenden
Befestigung an im Abstand voneinander befindlichen Punkten der langgestreckten Last, beispielsweise
eines Betonbalkens oder eines Trägers, versehen sind.
Vorteilhafterweise wird jedes einzelne Tragelement durch zwei parallele Zugstangen gebildet, an
deren unteren Enden zweckmäßigerweise ein die beiden Zugstangen verbindender lösbarer Querbolzen
vorgesehen ist, an dem die Last angreift bzw. auf dem die Last ruht.
Die beiden Tragelemente sind hierbei vorzugsweise mittels eines Gelenkbolzens am unteren Ende eines
Tragarmes gelagert.
Die entweder unmittelbar oder mittels eines Querbolzens an verschiedenen Stellen der Last angreifenden
Tragelemente können in der einfachsten Form aus Stricken, Ketten od. dgl. bestehen.
Werden die beiden Tragarme, an deren gelenkiger Verbindung das Huborgan beispielsweise einen
Kranhaken angreift, durch doppelte Tragstangen gebildet, so sind an deren unteren, mittels eines Jochstücks
miteinander verbundenen Enden Bolzen vorgesehen, die senkrecht zu den übrigen Gelenkbolzen
der Vorrichtung verlaufen, so daß es möglich ist, daß die langgestreckte Last während des Hoch-So
ziehens um eine Achse schwingt, die parallel zur Längserstreckung der Last und nur in geringem Abstand
oberhalb der Last verläuft.
609 559/99·
Bei einer bevorzugten Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist jeder der beiden Tragarme, an. deren gelenkigen Verbindung das Huborgan angreift, mittels des vorgenannten Bolzens an
einer Lagerhülse angelenkt, die den Gelenkbolzen aufnimmt, an dem die beiden Tragelemente angelenkt
sind.
Die Zugstangen der einzelnen Tragelemente weisen zum Zweck der Einstellbarkeit ihrer wirksamen
Länge vorzugsweise eine Mehrzahl von den jeweiligen Querbolzen bzw. Gelenkbolzen aufnehmenden
Bohrungen auf.
Wenn die Angriffsstellen einer solchen Vorrichtung an der hochzuziehenden Last in geeigneter
Weise gewählt und die Winkel zwischen den einzelnen Tragelementen der Vorrichtung bestimmt werden,
so kann eine Kräfteverteilung erzielt werden, bei der die auftretenden Biegemomente beträchtlich
verringert werden. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, daß der
senkrechte Abstand des Kranhakens von dem hochzuziehenden Betonbalken verkleinert wird, so daß
die Arbeitshöhe des Krans verringert werden kann.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in schematischer
Weise dargestellt. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine Ansicht der Tragvorrichtung mit einem
an ihr aufgehängten Betonbalken,
F i g. 2 einen Querschnitt durch den Betonbalken,
Fig. 3 eine Seitenansicht der einen Hälfte der Tragvorrichtung in vergrößertem Maßstab und
F i g. 4 eine Draufsicht auf den in F i g. 3 dargestellten Teil der Tragvorrichtung ebenfalls in vergrößertem
Maßstab.
Im Scheitelpunkt der Vorrichtung sind, wie aus F i g. 3 ersichtlich, zwei dreieckige Platten 5 parallel
zueinander vorgesehen, die mittels eines Bolzens miteinander verbunden sind, auf den eine Hülse 6 aufgeschoben
ist, die von einem Haken eines Hebezeuges unterfaßt wird. An jeder der beiden Platten 5
ist ein gabelförmiges Ende von zwei Tragstangen Ta
und 7 b eines Tragarmes M mittels eines Bolzens 8 angelenkt. Die unteren Enden dieser Tragstangen Ta
und Tb sind mittels eines Jochstückes 9 miteinander verbunden. Dieses Jochstück 9 ist mittels eines Bolzens
13 an zwei Lappen 12 angelenkt, die im wesentlichen radialer Richtung von einer Hülse 11 ausgehen,
die auf einen Gelenkbolzen 10 aufgeschoben ist. Die Enden dieses Gelenkbolzens 10 sind durch
kreisrunde Bohrungen hindurchgesteckt, die in den Enden von zwei je aus zwei Zugstangen 14 α und
14 & bzw. 15 a und 15 & bestehenden Tragelementen 14 und 15 vorgesehen sind. An den anderen Enden
der Zugstangen 14 a und 14 & ist ebenfalls je eine kreisrunde Bohrung vorgesehen, durch die ein Querbolzen
16 hindurchgesteckt werden kann, auf dem ein zu hebender Betonbalken 20 aufliegt. Dieser
Querbolzen 16 kann, wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, durch Steckbolzen gesichert werden. An den Enden
der Zugstangen 15 a und 15 & des anderen Tragelements 15 sind mehrere Bohrungen 19 vorgesehen,
durch die ein Querbolzen 17 hindurchgesteckt wird. Diese verschiedenen Bohrungen 19 dienen ebenso,
wie an den oberen Enden der beiden Zugstangen 14 a und 14 b angeordnete Bohrungen 18, dazu die
Tragvorrichtung den jeweiligen Abmessungen eines hochzuziehenden Betonbalkens 20 anzupassen. Die
Bolzen 10, 16 und 17 können, entsprechend der Breite des hochzuziehenden Betonbalkens 20 gegen
solche anderer Länge ausgetauscht werden, damit die Zugstangen 14 a, 14 & und 15 a, 15 b der Tragelemente
14 und 15 an den Seitenflächen des Betonbalkens 20 anliegen. Ein etwa noch vorhandenes
Längsspiel dieser Bolzen 10,16,17 kann durch Aufschieben nicht besonders dargestellter Abstandsringe
vermieden werden.
Wie in Fig. 2 dargestellt ist, sind in dem oberen
Wie in Fig. 2 dargestellt ist, sind in dem oberen
ίο Flansch des als Doppel-T-Träger ausgebildeten Betonbalkens
20 in entsprechendem Abstand von seinen beiden Enden beim Gießen des Betonbalkens 20
zylindrische Kanäle 21 ausgespart worden, durch die die Querbolzen 17 hindurchgesteckt werden.
Beim Anlegen der Tragvorrichtung an einen nur stellenweise unterstützten Betonbalken 20 werden
zuerst an beiden Seiten der Mitte des Betonbalkens 20 die Zugstangen 14 a, 14 & der beiden Tragelemente
14 so weit gesenkt, daß durch die Bohrungen an deren Enden je ein Querbolzen 16 hindurchgesteckt
werden kann. Hierauf werden die unteren Enden der Zugstangen 15 a, 15 & der beiden Tragelemente
15 mit dem Betonbalken 20 verbunden, in dem durch deren Bohrungen 19 die Querbolzen 17
hindurchgesteckt werden. Mittels der so angelegten Tragvorrichtung kann der Betonbalken 20 angehoben
werden, wie es F i g. 1 zeigt.
Beim Anheben der Vorrichtung wird auf Grund der gelenkigen Verbindung der Tragelemente 14 und
15 in den letzteren eine so große Zugkraft, auf die außerhalb der Tragelemente 14 liegenden Teile des
Betonbalkens 20, daß die durch das Gewicht dieser Teile hervorgerufenen Biegebeanspruchungen des
Betonbalkens 20 aufgehoben werden. Hierbei spielt der von den beiden inneren Tragarmen 7 eingeschlossene
Winkel insofern eine Rolle, als bei Vergrößerung dieses Winkels auch eine Vergrößerung
der in den Tragelementen 15 wirkenden Zugkräfte hervorgerufen wird. Es wurde gefunden, daß die
günstigste Kräfteverteilung dann erzielt wird, wenn die Zugkräfte in jedem der beiden Tragelemente 15
etwa gleich der Größe des Gesamtgewichtes des Betonbalkens 20 sind. Der von den beiden Tragarmen?
eingeschlossene Winkel weist vorteilhafterweise eine Größe zwischen 90 und 150° auf, wogegen
der Winkel zwischen den äußeren Tragelementen 15 der Längsachse des Betonbalkens 20 weniger
als 15° beträgt.
Auf Grund der Bolzen 13 kann der aufgehängte Betonbalken 20 Schwingungen um eine Achse ausführen, die parallel zu der Längsachse des Betonbalkens 20 etwa in Höhe der Gelenkbolzen 10 ver-' läuft.
Auf Grund der Bolzen 13 kann der aufgehängte Betonbalken 20 Schwingungen um eine Achse ausführen, die parallel zu der Längsachse des Betonbalkens 20 etwa in Höhe der Gelenkbolzen 10 ver-' läuft.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Tragen langer Balken, Träger und ähnlicher Bauelemente, insbesondere
aus Beton, mit die Last symmetrisch zu der senkrechten Schwerpunktsebene ergreifenden Tragelementen,
bei der zwei mittels eines den Angriffspunkt eines Huborgans bildenden Gelenkes miteinander verbundene Tragarme vorgesehen
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragarme (7) an ihren unteren Enden mit je zwei
in der Ebene der Tragarme (7) einzeln schwenkbaren Tragelementen (14, 15) gelenkig verbun-
den sind, die an ihren freien Enden mit Organen (Querbolzen (16, 17) zur gelenkigen, Zug- und/
oder Druckkräfte übertragenden Befestigung an in Abstand voneinander befindlichen Punkten
der langgestreckten Last (Betonbalken 20) versehen sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes der Tragelemente (14,
15) durch zwei parallele Zugstangen (14 a, 14 b, ISa, ISb) gebildet wird, und jeweils zwei Tragelemente
(14, 15) mittels eines Gelenkbolzens (10) am unteren Ende eines Tragarmes (7) gelagert
sind.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeder der Tragarme
(7) mittels eines Bolzens (13) an einem Lappen (12) einer Lagerhülse (11) angelenkt ist, die den
Gelenkbolzen (10) der Tragelemente (14, 15) aufnimmt, wobei dieser mit dem jeweiligen Tragarm
(7) verbundene Bolzen (13) senkrecht zu so dem Gelenkbolzen (10) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden parallelen
Zugstangen (14 a, 14 b bzw. 15 a, 15 b) jedes Tragelementes (14 bzw. 15) an ihren unteren
Enden einen .sie verbindenden lösbaren Querbolzen (16, 17) aufweisen.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugstangen
(14 a, 14 b, 15 a, 156; der Tragelemente (14, 15)
zum Zweck der Einstellbarkeit ihrer wirksamen Länge eine Mehrzahl von die Querbolzen (17)
bzw. die Gelenkbolzen (10) aufnehmende Bohrungen (18, 19) aufweisen.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 331781;
USA.-Patentschrift Nr. 2 676 834;
H. Ernst, »Die Hebezeuge«, Braunschweig 1953, Bd. Ill, S. 57;
»Hütte, des Ingenieurs Taschenbuch«, Berlin 1949, Bd. I, S. 333, Abschnitt II.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
609 559/99 4.66 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| SE453261 | 1961-04-29 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1214848B true DE1214848B (de) | 1966-04-21 |
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ID=20264406
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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