DE1214323B - Optischer Sender oder Verstaerker (Laser) - Google Patents
Optischer Sender oder Verstaerker (Laser)Info
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Description
Int. Cl.:
HOIs
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 21 f - 90
Nummer: " 1214 323 ff "?o3
Aktenzeichen: Q703VHIc/21f
Anmeldetag: 19. März 1962
Auslegetag: 14. April 1966
Die Erfindung betrifft einen optischen Sender oder Verstärker für sichtbare und vorzugsweise für ultraviolette
Strahlung.
Optische Sender oder Verstärker sind erst vor kurzer Zeit bekanntgewordene Bauteile, die es gestatten,
ein gerichtetes Strahlenbündel mit extrem hoher, auf andere Art noch nicht erreichbarer elektromagnetischer
Energiedichte zu erzeugen. Sie beruhen darauf, daß bei Atomen, Molekülen oder Festkörpern (Kristallen) durch spezielle Anregungsbedingungen
entgegen der üblichen Verteilung bestimmte Energiestufen höherer Energie stärker besetzt
werden als Stufen geringerer Energie in einer Art inverser Besetzungsverteilung, so daß Übergänge ·
von dem jeweils betrachteten Energiezustand höherer Energie unter Strahlungsabgabe auf eine oder mehrere
Stufen geringerer Energie erfolgen (Emissionsübergänge), und zwar derart, daß die spontanen
Emissionsübergänge durch ihr elektromagnetisches Feld sogenannte stimulierte Strahlungsübergänge
auslösen, die gegenüber den entsprechenden Absorptionsübergängen in ihrer Häufigkeit überwiegen. Die
hierbei frei werdende Strahlung ist weitgehend kohärent. Durch bestimmte Maßnahmen kann man erreichen,
daß der überwiegende Anteil der stimulierten Strahlung in einer bestimmten Vorzugsrichtung
austritt. Dadurch erhält man Strahlenbündel mit extrem hohen Energiedichten des elektromagnetischen
Feldes und dementsprechend hohe Bestrahlungsstärken auf irgendwelchen Oberflächen, die von
einem solchen Bündel getroffen werden.
Bisher konnte diese Aufgabe aber nur mit Hilfe spezieller Kristallsysteme gelöst werden. Derartige
optische Sender oder Verstärker, die man als Festkörper-Lichtverstärker bzw. Kristall-Lichtverstärker
bezeichnet, weisen jedoch verschiedene Mängel auf, die ihre Anwendbarkeit wesentlich einschränken.
Diese Mängel bestehen unter anderem darin, daß sich die Kristalle beim Betrieb unzulässig stark aufheizen,
so daß ein stetiger Betrieb bisher noch nicht möglich war. Außerdem ist es bisher noch nicht gelungen, die
zu verwendenden Kristalle hinreichend homogen herzustellen. Dies bedingt, daß einer der wesentlichsten
Vorteile des Lichtverstärkers, nämlich die stimulierte Strahlung in einer bestimmten Vorzugsrichtung,
praktisch nur sehr unzureichend ausgenutzt werden kann. Ferner sind die Linienbreiten in diesem Fall
relativ groß; dementsprechend kann man mit einem Kristall-Lichtverstärker kleine Bandbreiten auch
nicht ohne weiteres erzielen.
Es gibt auch Lichtverstärker, die mit einem Helium-Neon-Gasgemisch arbeiten. Das Gasgemisch
Optischer Sender oder Verstärker (Laser)
Anmelder:
Quarzlampen-Gesellschaft m. b. H.,
Hanau/M., Höhensonnenstraße
Hanau/M., Höhensonnenstraße
Als Erfinder benannt:
Dr. Wolfgang Friedl, Hanau/M.
besteht zum überwiegenden Teil aus Heliumatomen, während die Neonatome in wesentlich geringerer
Konzentration vorliegen. Es ist bekannt, daß unter den üblichen, für elektrische Gasentladungen geltenden
Bedingungen in . Helium-Neon-Gasgemischen neutrale Heliumatome derart angeregt werden, daß
durch Stöße zweiter Art mit Neonatomen von diesen eine Strahlung im nahen Ultrarot emittiert wird.
Ein optischer Sender oder Verstärker, der in einer Vorzugsrichtung ultraviolette Strahlung hoher Intensität
liefert, ist bisher noch nicht bekanntgeworden. Selbst ein mit einem Gasgemisch arbeitender Lichtverstärker,
der im sichtbaren Spektralbereich arbeitet, bereitet Schwierigkeiten.
Gemäß der Erfindung wird bei einem optischen Sender oder Verstärker mit einem Krypton-Quecksilber-Gas-Dampf-Gemisch
als stimulierbarem Medium, bei dem bestimmte Anregungszustände des neutralen Quecksilberatoms durch Stöße zweiter Art mit
angeregten Kryptonatomen bevorzugt besetzt werden, zur stimulierten Ausstrahlung vorzugsweise im ultravioletten
Spektralbereich ein Kryptonpartialdruck in der Größenordnung von 10~2 Torr angewendet.
Ein solcher Lichtverstärker erzeugt also ein gerichtetes Strahlenbündel, das unter den für elektrische
Gasentladungen üblichen Bedingungen im überwiegenden Maße bestimmte Spektrallinien im
sichtbaren und ultravioletten Spektralbereich umfaßt. Der neue Lichtverstärker ist daher für eine
Fülle von Anwendungszwecken geeignet, die der Technik bisher verschlossen waren; unter anderem
seien hier genannt: Die Herbeiführung photochemischer Reaktionen für die biologische, botanische und
chemische Forschung, die wirtschaftliche Nutzung solcher Reaktion zur industriellen Herstellung,
chemischer Verbindungen, die Erforschung und zweckmäßige Nutzung selektiver, also stark wellenlängenabhängiger photochemischer Reaktionen usw.
Hierbei kann man je nach dem Verwendungszweck: den optischen Verstärker allein oder in Kombina-
tion mit geeigneten, Vorrichtungen zur spektralen Zerlegung der in der Vorzugsrichtung austretenden
Strahlung anwenden.
Es ist zwar eine bekannte physikalische Tatsache, daß Quecksilberatome bestimmte Spektrallinien im
sichtbaren und ultravioletten Bereich aussenden. Es ist auch aus der Grundlagenforschung bekannt, daß
man bestimmte Tenne des Quecksilberatoms durch Stöße zweiter Art mit Hilfe von entsprechend angeregten
Kryptonatomen bevorzugt besetzen kann. Es fehlte aber bisher die Schlußfolgerung, daß ein
Krypton-Quecksilber-Gas-Dampf-Gemisch ganz hervorragend für einen optischen Verstärker, der im
sichtbaren bzw. vorzugsweise ultravioletten Spektralbereich arbeiten soll, geeignet ist.
So ist. beispielsweise vorgeschlagen worden, ein Gemisch von Krypton und Quecksilber mit einem
Kryptondruck von etwa 10 bis 50 Torr und einem Quecksilberdruck von etwa 10~3 Torr dazu zu benutzen,
um eine abnormale starke Besetzung der Tenne 91P und 6*F des Quecksilbers zu erhalten.
Da diese Niveaus in der Nähe des metastabilen 5 s5-Term des Kryptons liegen, ergibt sich eine, wenn,
auch unwirtschaftliche Abstrahlung der Wellenlängen von 6234 und 5676 A, die zwischen Grün und
Röt des sichtbaren Bereichs liegen. Es fehlte bisher aber jeder konkrete Hinweis auf die technischen
Möglichkeiten für den besonders kurzwelligen Bereich, und es fehlten auch alle Kenntnisse, die zum
Betrieb eines derartigen optischen Senders oder Verstärkers notwendig sind.
Eine vorteilhafte Maßnahme zur Erzielung einer hohen Relativintensität einer gewünschten Spektrallinie
in der Vorzugsrichtung liegt darin, daß man beispielsweise bei den Hg-Linien 6234 und 5676 A dafür
sorgen muß, daß der metastabile Anregungszustand Is5(S3P2) des neutralen Kryptonatoms bevorzugt
besetzt und durch Stöße mit den Gefäßwänden nicht merklich entleert wird. Dann wird auch
die Besetzung des Hg-Terms 91P1, der für die Ausstrahlung
der vorgenannten Linien maßgebend ist, ganz besonders bevorzugt, eben durch Stöße zweiter
Art mit Kryptonatomen in diesem metastabilen Anregungszustand. Eine besonders einfache Möglichkeit,
diese Bedingungen zu erfüllen, ergibt sich dadurch, daß man einen Kryptonpartialdruck von
etwa 5 · 10~2 Torr aufrechterhält und gegebenenfalls den Durchmesser des Entladungsrohres möglichst
groß wählt, d.h. so groß, wie dies unter Berücksichtigung des zur Anregung benutzten HF-Generators
noch sinnvoll erscheint.
Für eine hohe Intensität der Hg-Linie 5385 A ist der Anregungszustand Is4(S3P1) des neutralen Kryptonatoms
bevorzugt zu besetzen. Dann wird der Hg-Term 103P1, der für die Emission der genannten
Linie maßgebend ist, vorwiegend durch Stöße zweiter Art besetzt. Eine bevorzugte Besetzung dieses Anregungszustandes
erhält man am einfachsten dadurch, daß man einen Kryptonpartialdruck von etwa 2 · IQ-2 Torr aufrechterhält. Will man zugleich die
Intensitäten der Hg-Linien 6234 und 5676 A schwächen, so empfiehlt es sich, den Rohrdurchmesser des
Entladungsgefäßes etwas kleiner zu wählen als in dem oben angeführten Fall. Auf Grund ähnlicher
Überlegungen kann man auch die Relativintensität "bestimmter SpektralKnien im ultravioletten Spektralbereich
verstärken bzw. schwächen, wie nachstehend noch genauer erläutert wird.
Weitere Möglichkeiten, den gewünschten Anregungszustand
des Kryptonatoms bevorzugt zu besetzen, liegen in einer Veränderung der elektrischen
Feldstärke im Gasentladungsrohr, also in einer Änderung der angelegten Spannung oder des Elektrodenabstandes,
in einer Änderung der Gefäßdimensionen und anderen Faktoren. Wesentlich ist es, die
mittlere Elektronengeschwindigkeit, d. h. die Elektronenternperatur,
auf einen solchen Wert zu bringen,
ίο daß derjenige Anregungszustand des Kryptonatoms
relativ stärker besetzt wird, der über Stöße zweiter Art zwischen Krypton- und Quecksilberatomen zur
Emission der gewünschten Spektrallinien führt, und dafür zu sorgen, daß die Entleerung des betreffenden
Anregungszustandes durch konkurrierende Prozesse, also z. B.· durch Stöße mit den Gefäßwänden, die
nicht zur Besetzung der betrachteten Hg-Terme führen, unterdrückt wird. Ferner ist darauf zu achten,
daß die betrachteten Hg-Terme vorwiegend nur
ao durch Emissionsübergänge und möglichst nicht durch andersartige Prozesse entleert werden. Durch
diese andersartigen Prozesse ist der Verstärkungseffekt nicht monoton vom Druck abhängig, sondern
durchläuft im allgemeinen jeweils ein Maximum.
In vielen Fällen ist es empfehlenswert, dem optischen Verstärker eine Vorrichtung vorzuschalten,
die einen vorgegebenen, mehr oder weniger breiten Spektralbereich bevorzugt hindurchläßt. Hierfür
kommen nicht nur spezielle Filtersysteme in Frage, sondern vorzugsweise Monochromatoren, weil wegen
der enormen Strahlungsintensität des optischen Verstärkers die relativ schlechte Ausnutzung des verfügbaren
Strahlungsflusses durch den Monochromator nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Eine besonders vorteilhafte Maßnahme, die grundsätzlich bei jedem optischen Sender oder Verstärker
anwendbar ist, besteht darin, daß man den optischen Verstärker mit einem Monochromator unter Weglassen
der sonst die Strahlparallelführung bewirkenden Eingangsteile wie des Kollimators (Eintrittsspalts in Kombination mit einer Sammellinse bzw.
einem Konkavspiegel) zusammmenbaut. Dies ist möglich, weil das in der Vorzugsrichtung aus dem
optischen Verstärker austretende Strahlenbündel über die gesamte zur Verfugung stehende Querschnittsfläche
bereits einen solchen Grad an Paralle-
. lität besitzt, wie er sich bei einem üblichen Monochromator
nur mit größter Sorgfalt und unter ganz einschneidenden Verlusten erzielen läßt.
Obgleich der Monochromator in diesem Fall im wesentlichen nur noch aus einem Prisma und einer
Fokussierungseinrichtung zu bestehen braucht, kann man die Einrichtung noch weiter vereinfachen, wenn
man die innen teildurchlässig verspiegelte Stirnplatte des optischen Verstärkers an der Außenseite abschrägt
und dadurch das Monochromatorprisma bildet. Auf diese Weise kann man aus der Strahlung
des optischen Verstärkers ein bestimmtes Wellenlängenintervall im sichtbaren oder ultravioletten
Spektralbereich isolieren, während diejenige Strahlung aller übrigen Wellenlängen, die gleichzeitig in
die Vorzugsrichtung emittiert wird, aber stört, ausgeschaltet wird.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung im Zusammenhang
mit der Zeichnung. Es zeigt
Fig. 1 schematisch in einem Diagramm verschiedene Tenne des Krypton- und Quecksilberatoms, die
für die vorliegende Erfindung im optischen Verstärker
für sichtbare (a) und UV-Strahlung (b) eine Rolle spielen,
Fig. 2 in einer Tabelle diejenigen Wellenlängen
(Hg-Linien), deren Strahlung man bei bevorzugter Besetzung des Is4(S3P1) und/oder der ls5(53P2)-Energiestufen
des Kryptonatoms im sichtbaren und/oder ultravioletten Spektralbereich gerichtet erzeugen
kann, und
Fig. 3 die schematische Darstellung eines optischen Verstärkers gemäß der Erfindung mit kombiniertem
Monochromatorteil.
In den Fig. la und Ib sind nebeneinander für
das neutrale Krypton- und das neutrale Quecksilberatom die hier interessierenden Energiestufen eingetragen.
Zur Kennzeichnung der Kryptonterme wurde die Paschensche Symbolik benutzt (Russel-Saunders-Symbole
in Klammern). Bei den sogenannten Stoßen zweiter Art erfolgt ein Energieaustausch zwischen
einem angeregten Kryptonatom und einem Quecksilberatom im Grundzustand in der Weise, daß beim
Quecksilberatom ein Term besetzt wird, dem ungefähr die gleiche Energie zugeordnet ist wie dem betrachteten
Kryptonterm. So können beispielsweise durch den Kryptonterm Is4(S3P1) die Quecksilberterme
91D2, H3S1, 103P2ili0 und 93D3^1 und durch
den Kryptonterm Is5(53 P2) die Quecksilberterme
101S0, 91P1, 81D2, 103S1, 93P2jli0 und 83D3j2>1 bevorzugt
besetzt werden. Auf diese Weise kann eine inverse Besetzungsverteilung dieser Quecksilberterme
gegenüber den Quecksilberenergiestufen geringerer Energie erreicht werden. Es treten dann die »erlaubten«
Emissionsübergänge zwischen den verschiedenen, erwähnten Quecksilbertermen höherer Energie
und den verschiedenen Quecksilbertermen geringerer Energie auf, wobei Strahlung abgegeben wird. Die
Wellenlänge der dabei jeweils abgegebenen Strahlung ist bekanntlich der Energiedifferenz der betreffenden
Energiestufen umgekehrt proportional. Die »erlaubten« Emissionsübergänge sind in die Fig. la
und Ib als Verbindungslinien zwischen den betreffenden Tennen eingetragen, denen jeweils die
Wellenlänge der abgegebenen Strahlung zugeordnet ist. Die stark ausgezogenen Verbindungslinien sind
besonders ertragreich. Man sieht beispielsweise, daß die eingangs erwähnten Hg-Linien 6234 und 5676 A
vom Term 91P1 ihren Ausgang nehmen und auf den
Term 71S0 bzw. 73S1 enden. Die Hg-LMe 5385A
entsteht beim Emissionsübergang zwischen den Termen 103P1 und 73S1. Eine ausgeprägte UV-Linie
von 3802 A entsteht beispielsweise beim Übergang vom Term 101S0 auf den Term 6* P1.
Da ein Stoß zweiter Art im allgemeinen um so wahrscheinlicher ist, je geringer die Energiedifferenz
zwischen den betreffenden Anregungsstufen, in diesem Fall also zwischen dem betrachteten Kryptonterm
und dem betreffenden Quecksilberterm ist, hat auch diejenige Quecksilberlinie im allgemeinen die
größte Intensität, deren Anfangsniveau mit dem Kryptonniveau Is4(S3P1) bzw. ls5(53P2) energetisch
ungefähr übereinstimmt.
Der besseren Übersicht halber sind in den Fig. la
die Übergänge mit sichtbarer Strahlung und in F i g. 1 b die Übergänge mrt ultravioletter Strahlung eingetragen.
Eine vollständige Liste der erzielbaren Wellenlängen ist in der Tabelle der Fig. 2 festgehalten.
In F i g. 3 ist schematisch der optische Verstärker gemäß der Erfindung in Kombination mit einem
Monochromatorteil gezeigt. Der optische Verstärker besteht im wesentlichen aus einem zylindrischen ■
Rohr 1 aus geschmolzenem Quarz mit einem Durchmesser von etwa 3 bis 6 cm. Das Rohr ist an seinem
einen Ende mit der innen undurchlässig verspiegelten optischen Platte 2 und am anderen Ende mit dem
innen teildurchlässig verspiegelten Prisma 3 verschlossen. Diese beiden optischen Teile lassen sich
durch Einstellvorrichtungen so justieren, daß die betreffenden Innenflächen (plan)parallel zueinander liegen.
Das Rohr 1 trägt in der Mitte unten einen Stutzen 4, der sich am unteren Ende zu einem Kolben 5
erweitert. Hierin befinden sich etwa 50 g reinsten Quecksilbers 6, das mittels einer thermostatisch gesteuerten
Kühlvorrichtung 7 auf einer Temperatur von etwa 200C gehalten wird. Auf diese Weise stellt
sich beim Betrieb des Entladungsrohres in diesem ein Quecksilberdampfdruck von 1,3 · 10~s Torr ein, solange
an keiner Stelle eine Temperatur unter 200C
vorliegt. Außerdem wird das Rohr über den Stutzen 8, in den ein Manometer 9 eingeschaltet ist, von
einem Vorratsgefäß 10 aus mit spektralreinem Krypton
bis zu einem Druck der Größenordnung von 10~2 Torr gefüllt, wobei das Gas erforderlichenfalls
durch Elektrophorese noch nachgereinigt sein kann. Mit Hilfe eines Umschaltventils 11 kann über die Anschlußleitung
12 auch eine Hochvakuumpumpe angeschlossen werden. Vor der Füllung des Stutzens mit
Quecksilber und des Entladungsrohres mit Krypton ist das System sorgfältig zu entgasen (durch Ausheizen
und durch Vorentladungen mit reinem Krypton). Um das Rohr sind zwei Außenelektroden 13 und
14 angebracht, wobei zwischen die Quarzwand und die Elektrode jeweils noch ein Zwischenmedium
(z. B. eine Asbestfolie) gelegt werden kann. Als Außen-Elektroden eignen sich dünne Metallfolien,
die in Form von Manschetten auf dem Quarzrohr befestigt werden können. Der gegenseitige Abstand der
Elektroden entspricht etwa der Rohrlänge und kann variiert werden. An die Elektroden ist ein Hochfrequenzgenerator
15 angeschlossen, der je nach den Erfordernissen mit einer Frequenz zwischen etwa 20
und 50MHz schwingt und eine HF-Spannung von etwa 200 bis 600 V liefert. Auf diese Weise wird im
Rohrinneren eine kapazitive Hochfrequenz-Gasentladung erzeugt.
Es ist dafür zu sorgen, daß während des Betriebes eine Verunreinigung des Krypton-Quecksilber-Gas-Dampf-Gemisches
durch andere Gase, insbesondere durch Molekülgase, weitgehend unterbunden und eine Abnahme des Kryptonpartialdruckes infolge
Gasaufzehrung vermieden wird (z. B. durch Nachlieferung aus dem Vorratsgefäß 10).
Durch die infolge der Hochfrequenzentladung im Entladungsrohr hin- und herfliegenden Elektronen
werden die Kryptonatome angeregt. Die infolge der Anregung besetzten Tenne des Kryptonatoms werden
zum Teil wieder durch spontane Emissionsübergänge entleert. Sofern es sich jedoch um metastabile Terme
handelt (oder bei bestimmten anderen Termen unmittelbar nach deren Besetzung), findet eine Entleerung
vorwiegend durch andersartige Elementarprozesse, nämlich durch Stöße zweiter Art mit Quecksilber- .
atomen oder auch durch Stöße mit den Gefäßwänden, statt. Die auf diese Weise selektiv besetzten
Terme des neutralen Quecksilberatoms emittieren zunächst spontan, wobei keine Ausstrahlungsrichtung
bevorzugt ist. Diejenigen Strahlungsarten, die in
Richtung der Rohrachse emittiert werden, werden zum Teil an den verspiegelten und teilverspiegelten
Oberflächen von Platte 2 und Prisma 3 mehrfach reflektiert und können daher andere Quecksilberatome
zur stimulierten Strahlung von Quanten der gleichen Frequenz veranlassen, die dann auch in der
gleichen Richtung erfolgt und mit der anregenden Frequenz in Phase ist. Auf diese Weise wird die
Strahlungsintensität in dieser Vorzugsriehtung stark angefacht. Diese Strahlung verläuft also wegen der
gerichteten Anregung im wesentlichen parallel zur Rohrachse. Durch das Prisma 3 oder eine sonst
übliche, teildurehlässig verspiegelte planparallele optische Platte kann dann das gewünschte Strahlenbündel
extrem starker Intensität austreten.
Es sei angenommen, daß der Parjialdruck des Kryptons in dem Rohr etwa S-IO^2 Torr betrage.
Die Elektronen der Hochfrequenzentladung erreichen dann jeweils eine solche Geschwindigkeit, daß
im wesentlichen der metastabile Anregungszustand Is5 (53P2) des neutralen Kryptonatoms besetzt wird,
der durch Stöße zweiter Art zu einer bevorzugten Besetzung des Quecksilberterms 91P1 führt, was wiederum
die Abstrahlung der Hg-Linien 6234 und 5676 A zur Folge hat.
Durch Verringerung des Kryptonpartikeldruekes auf etwa 2·10~2 Torr wird die Elektronentemperatur
in der Hochfrequenz-Entladung erhöht, so daß in stärkerem Maße der Anregungszustand Is4(S3P1)
des neutralen Kryptonatoms besetzt wird, der eine höher liegende Energiestufe darstellt. Von diesem
Term aus wird durch Stöße zweiter Art der Queeksilberterm 103P1 bevorzugt besetzt.
Die vorliegenden Ausführungen beziehen sich speziell auf optische Verstärker für sichtbare Wellenlängen
entsprechend dem Diagramm der F i g. 1 at Analoge Überlegungen gelten grundsätzlich auch für
die Benutzung als optische Verstärker für ultraviolette Strahlen. Die entsprechenden Anregungsniveaus des Quecksilberatpms und die von diesen
ausgehenden Spektrallinien im ultravioletten Bereich sind in Fig. 1 zusammengestellt. Ähnlich wie in
den obigen Ausführungen dargetan, werden die. beiden Krypton-Anregungsniveaus Is4 bzw. Is5 je
nach den gerade vorliegenden Bedingungen verschieden stark besetzt. Für die Auswirkung der verschiedenartigen
Variationen auf die einzelnen Wellenlängen im ultravioletten Spektralbereieh sind jeweils
die den betreffenden Kryptonniveaus benachbarten Quecksilberniveaus in Betracht zu ziehen.
Grundsätzlich wird also bei bevorzugter Anregung eines der beiden Kryptonniveaus sowohl sichtbare als
auch ultraviolette Strahlung für den Verstärkungs-(Bündelungs-)Effekt verfügbar sein. Die Trennung
von sichtbarer und ultravioletter Strahlung kann dann, wenn erforderlich, durch Verschaltung der
nachstehend in Verbindung mit Fig. 3 beschriebenen Teile erfolgen.
Das teildurehlässig verspiegelte optische Bauteil 3
ist nicht, wie sonst üblich, eine Platte, sondern ein an der Außenseite abgeschrägtes Prisma. Die austretende
Strahlung hoher Intensität wird daher beim Austritt bereits spektral zerlegt, so daß man mit einer
einzigen Fernrohroptik 16 die ausgewählte Wellenlänge auf der Fokalkurye 17 sarnmeln und durch den
Austrittsspalt 18 absondern kann. Unmittelbar dahinter kann sich dann eine Versuchsapparatur 19 befinden.
Auf diese Weise spart man nicht nur die bei einem Monochromator üblichen Teile zur Erzeugung
paralleler Strahlenbündel vor dem Prisma, sondern die gesamte Anordnung wird auch in der Länge
wesentlich verkürzt.
Eine andere Möglichkeit, die unerwünschte Strahlung auszusondern, besteht darin, die Verspiegelung
der im Sinne Fabry-Perotseher Platten belegten Stirnplatten 2 und 3 der gewünschten Strahlung dadurch
anzupassen, daß die Wellenlängenabhängigkeit des Reflexionsvermögens für diese ein mögliehst steiles
Maximum, diejenige des Absorptionsvermögens dagegen ein möglichst steiles Minimum aufweist.
Claims (6)
1. Optischer Sender oder Verstärker (Laser) mit einem Krypton-Quecksilber-Gas-Dampf-Gemisch
als stimulierbarem Medium, bei dem bestimmte Anregungszustände des neutralen Quecksilberatoms
durch Stöße zweiter Art mit angeregten Kryptonatomen bevorzugt besetzt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß zur stimulierten Ausstrahlung, vorzugsweise im ultravioletten
Spektralbereieh, ein Kryptonpartialdruck in der Größenordnung von 1O-2 Torr angewendet
wird.
2. Optischer Sender oder Verstärker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bevorzugt
der Anregungszustahd Is5 (53Pg) des neutralen
Kryptonatoms besetzt wird, wobei ein Kryptonpartialdruck von etwa 5 -1O-2 Torr aufrechterhalten
wird.
3. Optischer Sender oder Verstärker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bevorzugt
der Anregungszustand Is4(S3P1) des neutralen
Kryptonatoms besetzt wird, wobei ein Krypton-
partialdruck von etwa 2 · 10^2 Torr aufrechterhalten
wird.
4. Optischer Sender oder Verstärker nach Ansprüchen .1 und 2 oder 1 und 3, gekennzeichnet
durch den Zusammenbau mit einem Monochromator unter Weglassung der üblichen, hier
überflüssig gewordenen Strahlparallelführung bewirkenden Eingangsteile vor dem Monochromator.
5. Optischer Sender oder Verstärker nach Ansprach 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Monoehromatorprisma (3) durch Abschrägung an der Außenseite der innen teildurehlässig verspiegelten
Stirnplatte des optischen Senders oder Verstärkers gewonnen ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Französische Patentschrift Nr. 1258 072;
USA.-Patentschrift Nr. 2 929 922;
Umschau vom 1, 3.1962, S. 133 bis 136;
Electronics, vom 27.10.1961, S, 39 bis 47, insbesondere S. 47, und vom 5.1.1962, S. 108 und 110; Physical Review Letters, Bd. 3, Nr. 2 vom 15. 7, 1959, S. 87 bis 89; Bd.
Französische Patentschrift Nr. 1258 072;
USA.-Patentschrift Nr. 2 929 922;
Umschau vom 1, 3.1962, S. 133 bis 136;
Electronics, vom 27.10.1961, S, 39 bis 47, insbesondere S. 47, und vom 5.1.1962, S. 108 und 110; Physical Review Letters, Bd. 3, Nr. 2 vom 15. 7, 1959, S. 87 bis 89; Bd.
6, Nr. 6 vom 15. 3. 1961,
S. 280.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
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