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Photographische Kamera mit einem Objektiv veränderbarer Brennweite
und einem veränderbaren Sucher Die Erfindung betrifft eine photographische Kamera
mit einem Objektiv veränderbarer Brennweite und einem Sucher, dessen Bildfeldbegrenzungen
entsprechend der Änderung der Brennweite verstellbar sind und der mit dem Objektiv
gekoppelt ist.
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Viele Kamerasucher sind mit Mitieln versehen, um die Bildfeldbegrenzung
derjenigen des Objektivs der Kamera anzupassen. So sind beispielsweise häufig Stehbildkameras
mit Suchern versehen, deren Eintrittsöffnung durch Auswechseln einer Blende veränderbar
und den verschiedenen Brennweiten der in der Kamera verwendbaren Objektive anpaßbar
ist. Jede Öffnung entspricht aber nur einer bestimmten Brennweiteneinstellung. Der
Gebrauch eines nicht passenden Suchers kann zu sehr schlechten Aufnahmeergebnissen
führen, was leicht verständlich ist, wenn man berücksichtigt, daß Weitwinkelobjektive
einen Blickwinkel von mehr als 90' haben können, während Teleobjektive einen
Blickwinkel von weniger als 251 aufweisen. Bei Kinokameras, die mit
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jektiven stetig veränderlicher Brennweite versehen sind als mit sogenannten
»Zoom«-Objektiven, ist es sehr erwünscht, auch stetig veränderbare Sucher zu haben,
und zwar insbesondere solche, die mit Zoom-Objektiv gekoppelt werden können, so
daß das im Sucher beobachtete Bild genau demjenigen entspricht, welches dem Bildformat
der lichtempfindlichen Fläche entspricht.
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Sucher, die mit kontinuierlich einstellbaren einrahmenden Masken versehen
sind und mit Zoom-Objektiven gekoppelt werden können, sind bekannt. Die bekannten
Masken, bei denen alle vier Seiten des Rahmens gleichzeitig verstellbar sind, erfordern
jedoch komplizierte Vorrichtungen, die eine einfache und zuverlässige Wirkungsweise
verhindern. Darüber hinaus sind derart komplizierte Vorrichtungen verhältnismäßig
teuer, insbesondere gegenüber den Kosten einfacherer Kameras.
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Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine besonders einfache und zuverlässige
Anordnung einer photographischen Kamera mit einem Objektiv veränderbarer Brennweite
und einem Sucher, dessen Bildfeldbegrenzungen entsprechend der Änderung der Brennweite
verstellbar « sind und der mit einer einen Rahmen bildenden verstellbaren
Maske versehen ist, die aus vier parallel zu den Rändern des Suchers beweglich angeordneten
Elementen besteht, zu schaffen, wobei erfindungsgemäß die Verbindung durch Kabel,
Seile, Gelenkwellen od. dgl. erfolgt. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung
werden die Maskenelemente nachgiebig in Richtung auf die kleinste Maskenöffnung
gedrückt und gegen diesen Druck zwangläufig entsprechend der Stellung des Teiles
des Objektivs aus der der kleinsten Maskenöffnung zugeordneten Stellung ausgelenkt.
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Bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung besteht die einrahmende
Maske aus einer rechteckigen Federanordnung, die an ihren vier Ecken verstellbar
gehalten ist. Die Halter an den vier Ecken dieser Federanordnung sind mittels gespannter
Kabel mit einem Teil des Zoom-Objektivs verbunden, und zwar derart, daß sich die
Federanordnung auf eine Mindestöffiiung zusammen ichen kann, wenn die längste
Brennweite des Objektivs eingestellt wird, und daß die Federanordnung in zunehmendem
Maße gespannt und die vom Rahmen begrenzte Fläche vergrößert wird, je mehr
das Objektiv auf eine kurze Brennweite hin verstellt wird, also beim übergang von
Tele- zu Weitwinkeleinstellungen.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiele näher beschrieben und erläutert. Es zeigt Fig. 1 die
perspektivische Ansicht einer Kamera, die zur Verwendung eines Suchers nach der
Erfindung ausgebildet ist, F i g. 2 die schematische Darstellung eines ersten
Ausführungsbeispiels der Erfindung, F i g. 3 die schematische Darstellung
eines zweiten Ausführungsbeispiels, F i g. 4 die vergrößerte schematische
Darstellung einer Abwandlung der Ausführungsbeispiele nach den Fig. 2 und
3,
F i g. 5 die perspektivische Ansicht einer weiteren
Abwandlung und F i g. 6 bis 8 schematisierte perspektivische Ansichten
eines weiteren Ausführungsbeispiels der Erfindung.
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Die in Fi g. 1 dargestellte Kamera 10 ist mit einem
Zoom-Objektiv 12 und einem Sucher 13 versehen. Im hinteren Teil des, Suchers
13 befindet sich ein Okular, das in F i g. 1 nicht sichtbar ist. Innerhalb
des Suchers 13 befindet sich eine einen Rechteckrahmen bildende Maske in
Form einer Federanordnung 14, die in ausgedehntem Zustand gezeigt ist und deren
Stellung zur Beobachtung des Objektes bei Teleaufnahmen bei 14' gestrichelt angedeutet
ist. Die Federanordnung ist optisch genügend dicht, um bei der Betrachtung durch
das Okular des Suchers mit Hilfe der vier seitlich bewegbaren Federteile ein Objekt
innerhalb eines Bereiches zu begrenzen, der dem Film vom Objektiv 12 dargeboten
wird, wenn ein nicht dargestellter Verschluß geöffnet wird. Mit dem Ausdruck »seitlich
bewegbar«, wie er oben benutzt wurde, ist gemeint, daß die einander parallelen Begrenzungslinien
des Rahmens sich einander nähern und sich voneinander und von der Mitte des davon
gebildeten Rechtecks. entfernen können.
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Um zu gewährleisten, daß die Stellungen des Zoom-Objektivs und des
Maskenrahmens stets einander entsprechen, sind die vier Ecken der Federanordnung
14 mit einem beweglichen Teil des Zoom-Objektivs 12 durch ein Kabel 16 verbunden.
Die Drehung eines Gliedes 17 des Objektivs 12 bestimmt infolgedessen die
Stellung des Kabels 16 und damit auch die Größe der von der Federanordnung
umschlossenen Fläche. Bei der Darstellung nach F i g. 1 wird eine Weitwinkeleinstellung
der Federanordnung 14 durch Drehen des Objektivgliedes 17
entgegen dem Uhrzeigersinn
erzielt. Ein Drehen des Gliedes 17 im Uhrzeigersinn lockert das Kabel
16
und gestattet der Federanordnung 14, sich zusammenzuziehen und eine Teleeinstellung
einzunehmen.
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Wie F i g. 2 zeigt, wurde der Objektivteil 17 mit einer
von der Kreisform abweichenden Steuerfläche 18 versehen, die so ausgebildet
ist, daß die dadurch bedingte nichtlineare Bewegung des Kabels in bezug auf den
Teil 17 der nichtlinearen Beziehung zwischen der Drehung des Teiles
17 und der dadurch bedingten Änderung des Blickwinkels gleich ist. F i
g. 2 zeigt ferner eine Kabelanordnung, bei der vier voneinander getrenÜte
Stränge 20, 21, 22 und 23 direkt mit einem Stift 24 am Objektivteil
17 verbunden sind. Die Stränge haben alle verschiedene Länge. Jeder Strang
ist um einen oder mehrere der Rahmenteile 26, 27, 28 und 29 gleitend
herumgeführt. Die Rahmenteile gewährleisten, daß sich die Stränge in einer Wcise
bewegen, die die richtigen Proportionen der Federanordnung 14 in bezug auf das dem
Film dargebotene Bild zur Folge hat. Gewöhnlich werden die Stränge aus einem Material
hergestellt, das dem wiederholten Biegen und den beträchtlichen Reibungsbeanspruchungen
standhält. Für die erfindungsgemäße Vorrichtung sind sowohl Stränge aus Glasseilen
als auch aus verschiedenen Metallegierungen geeignet. Auch die Rahmenteile
26 bis 29 sind so ausgebildet, daß sie wiederholten Beanspruchungen
auf Reibung standhalten können. Es ist besonders vorteilhaft, die Rahmenteile mit
metallischen Führungseinsätzen 30 zu versehen, und zwar an jeder Umlenkstelle
eines jeden Stranges, um stets gleichbleibende Dimensionen der Vorrichtung zu gewährleisten.
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Die Steuerfläche 18' bei dem Ausführungsbeispiel nach F i
g. 3 hat eine etwas andere Kontur und ist einem etwas geänderten Objektiv
angepaßt. Außerdem ist hier die Kabelanordnung symmetrisch ausgebildet, wobei die
Stränge 20' und 21' wesentlich länger sind als die Stränge 22' und 23. Durch
diese Anordnung der Stränge werden keine Drehkräfte auf den Sucher 13 selbst
ausgeübt. Ferner können die Stränge 21' und 22' durch eine Schmelzverbindung
32 miteinander verbunden sein. Eine gleiche Verbindung ist zwischen den Strängen
20' und 23'
möglich. Die Lage der Schmelzpunkte 32 ist so gewählt,
daß die Stränge an dieser Stelle eine parallele Bewegung im ganzen Bereich der in
Frage kommenden Verstellungen ausführen. Ebenso kann das Kabel 16, das an
dem Betätigungsstift 24 befestigt ist, als einziger Strang ausgebildet und zu diesem
Zweck ein weiterer Schmelzpunkt 32 zwischen den verbliebenen Strängen vorgesehen
sein.
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Bei einigen Ausführungsformen der Erfindung werden Führungsrollen
34 den Führungseinsätzen 30 an den Rahmenteilen vorgezogen, um die Reibungsbeansprachungen
der Sucherteile zu vermindern. Wie F i g. 4 zeigt, werden diese Rollen 34
an jeder Umlenkstelle für das Kabel bzw. dessen einzelne Stränge angeordnet.
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Wie F i g. 5 zeigt, kann eine solche Rolle 34 auch dazu
benutzt werden, um das Kabel 16 mit einem Stift 36 zu koppeln, der
an einem Objektivteil 38 befestigt ist. Eine solche Ausbildung der Kabelführung
ist nützlich bei bestimmten Relativbewegungen von Objektivteilen und Kabel, und
zwar insbesondere dann, wenn der Objektivteil 38 sich in Längsrichtung des
Objektivs bewegt, anstatt verschwenkt zu werden, wie dies bei dem oben beschriebenen
Stift 24 der Fall ist. Gewisse Teile einer solchen Objektivanordnung erleiden auch
sowohleine Längsverschiebung als auch eine Verdrehung bei der Brennweitenverstellung.
Die Befestigung des Kabels 16 an ausgewählten Stellen eines solchen Gliedes
fährt auch zu einer befriedigenden Bewegung des Kabels.
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Ein etwas andersartiges Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den
F i g. 6, 7 und 8 dargestellt. Wie aus der perspektivischen Darstellung
hervorgeht, kann ein nicht dargestelltes Objekt 39 eines Suchers
13 durch das Okular 40 und die transparenten Glieder der Maske anvisiert
werden. Bei dem Ausführungsbeispiel nach den F i g. 6, 7 und 8 umfassen
die Glieder der Maske vier voneinander getrennte Teile, die durch ein drehbares
Kabel 16' miteinander verbunden sind, das emie Art biegsamer Welle bildet.
Mit Hilfe dieses Kabels 16' stehen die Glieder der Maske mit dem Zahnradgetriebe
42, 43 in Antriebsverbindung. Das Zahnrad 43 kann insbesondere von der Umfangsfläche
des Objektivteiles 17' gebildet werden, das sich bei der Verstellung des
Objektivs von langer zu kurzer Brennweite stetig dreht. Die Relativbewegung gewisser
Objektivglieder ist jedoch so beschaffen, daß am besten ein abgewandeltes Schneckengetriebe
Anwendung findet.
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Die vier durchsichtigen Klappen 45, 46, 47 und 48 sind jeweils innerhalb
des Suchers 13 (Fig. 1)
schwenkbar angelenkt und mit diesem durch Federn
50 gekoppelt, welche die Klappen in Richtung. auf die in F i g. 6
dargestellte geschlossene Stellung drükken. In dieser geschlossenen Stellung begrenzen
die
Rahmenlinien 52, welche von den geschwärzten Kanten der
Klappen45 bis 48 gebildet werden, die kleinste öffnung, die für Teleaufnahmen geeignet
ist. Wird das Objektiv für Aufnahmen in mittlerer Entfernung eingestellt, wie es
F i g. 7 zeigt, so werden die rechtwinkligen Rahmenlinien 52 seitlich
nach außen bewegt, um die Seitenabschnitte eines größeren Rahmens zu bilden. Dies
geschieht durch Dre-hen des Kabels 16' in übereinstimmung mit der
Versteflung des Objektivgliedes 17'. Ähnlich werden für Weitwinkelaufnahmen
die Rahmenlinien 52 in ihre äußerste Stellung gebracht, die in Fig.
8 dargestellt ist. Obwohl die Ecken des Rahmens bei der Weitwinkelstellung
von den Linien 52 nicht gebildet werden, genügt die Markierung der Seiten,
um dem Photographen kenntlich zu machen, welcher Teil des sich vor der Kamera befindlichen
Objektes in das Blickfeld des Kameraobjektivs fällt.
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Es sei darauf hingewiesen, daß bei den beschriebenen Ausführungsbeispielen
der Erfindung in den meisten Stellungen der Rahmenteile eine Beobachtung auch außerhalb
des vom Rahmen begrenzten Feldes möglich ist. Dies erlaubt es in vorteilhafter Weise
dem Photographen, sowohl Objekte anzuvisieren, die im Begriff sind, in das Blickfeld
des Objektivs zu kommen, als auch solche, die sich bereits im Blickfeld der Kamera
befinden.
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Obwohl die Erfindung an Hand spezieller Ausführungsbeispiele beschrieben
und erläutert worden ist, versteht es sich, daß die Erfindung nicht auf diese Ausführungsbeispiele
besckränkt ist. Für den Fall, daß beispielsweise runde Bilder gewünscht werden,
ist es möglich, die Rahmenteile in sechseckiger oder achteckiger Gestalt anzuordnen,
um ein Blickfeld zu begrenzen, daß dem kreisförmigen Bild, welches dem Film angeboten
wird, möglichst nahe kommt.