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Veränderbare Bandschleife in einer Förderbandanlage Bei Förderbandanlagen
mit Bandschleifen zum Abwerfen des Fördergutes auf eine Abförderanlage kommt es
vor, daß auch bei einer Umkehr der Förderrichtung die Bandschleife ihre Aufgabe
erfüllen muß. Zu diesem Zweck wird nach einer bekannten Ausbildung an den Enden
einer Schwinge je eine Umlenktrommel gelagert, von denen eine als Abwurftrommel
der Bandschleife dient, während die andere die Umlenkung des Bandes jeweils unterhalb
der Abwurftrommel bewirkt. Die Umstellung der Bandschleife von einer Förderrichtung
zu der entgegengesetzten geschieht dadurch, daß die Schwinge um eine quer zur Förderrichtung
liegende Achse in einem Winkelbereich von etwa 4500 geschwenkt wird. Hierbei wird
zunächst durch eine Schwenkung um 2250 die Bandschleife aufgelöst, wobei die Abwurftrommel
lotrecht unterhalb der anderen Umlenktrommel liegt. Die neue Bandschleife für die
entgegengesetzte Förderrichtung wird dann durch abermaliges Schwenken der Schwinge
um 2250 hergestellt, wobei die Schwinge in entgegengesetzter Richtung geneigt ist
wie vorher. Ein Nachteil dieser Bauart ist es, daß zum Abstützen des Förderbandes
beim Hochlaufen bis zu der Abwurftrommel für jede der beiden Förderrichtungen ein
besonderer Rollentisch vorgesehen werden muß. Diese beiden Rollentische müssen derart
höhenverstellbar geführt sein, daß sie beim Auflösen der Bandschleife beiderseits
der Schwinge in der erforderlichen Weise abgesenkt werden und jeweils bei der Bildung
einer neuen Bandschleife der betreffende Rollentisch in die Lage angehoben wird,
in der er das hochlaufende Band unterstützt.
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Mti der vorliegenden Erfindung wird bezweckt, die Umstellung einer
Bandschleife auf verschiedene Förderrichtungen erheblich einfacher zu gestalten.
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Die Erfindung geht aus von einer veränderbaren Bandschleife in einer
Förderbandanlage, insbesondere auf einem Bandschleifenwagen, mit einer Schwinge,
die an ihren beiden Enden Abwurftrommeln trägt, mit denen in zwei verschiedenen
Stellungen der Schwinge Bandschleifen für einander entgegengesetzte Förderrichtungen
gebildet werden können.
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Bei einem bekannten Bandschleifenwagen mit einer veränderbaren Bandschleife
dieser Art hat die Schwinge - in Ansicht mit dem Blick in Richtung der Schwingachse
- die Gestalt eines gleichseitigen Dreieckes mit abgerundeten Ecken. An zwei dieser
Ecken sind die beiden Abwurftrommeln und an der dritten Ecke eine Umlenktrommel
gelagert, und das Förderband ist um diese drei Trommeln so geführt, daß eine Bandschleife
gebildet wird, welche die in der Dreiecksmitte befindliche Schwingachse umschließt.
Durch Schwenken des Rahmens um 1200 nach der einen oder anderen Richtung werden
Bandschleifen für einander entgegengesetzte Förderrichtungen gebildet, wobei das
von der jeweils obenliegenden Trommel abgeworfene Gut durch eine an dem Rahmen sitzende
Abwurfrutsche jeweils einer von zwei an dem Wagen sitzenden Abführungsrinnen zugeführt
wird. Dieser Bandschleifenwagen ist aber nicht brauchbar, wenn durch die Bandschleife
das Fördergut bis zu einer beachtlichen Höhe hochgeführt und unterhalb der jeweiligen
Abwurftrommel eine Fördergut-Aufnahmekonstruktion mit beträchtlichen Abmessungen
in der Höhenrichtung untergebracht werden muß, z. B. bei der Übergabe des Fördergutes
auf ein Absetzerband, einen Bandwagen oder ein Zwischenband.
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Auch in diesen Fällen wird mit der vorliegenden Erfindung der erwähnte
Zweck dadurch erreicht, daß zur Umlenkung des Förderbandes unterhalb der jeweiligen
Bandschleifen-Abwurftrommel an der Schwinge in der Nähe von deren beiden Enden zwei
weitere Umlenktrommeln derart gelagert sind, daß jede von ihnen, um das Hochlaufen
des Bandes auf der an dem betreffenden Ende abgesenkten Schwinge zu ermöglichen,
wie an sich bekannt, aus der Stellung, in der sie das Band umlenkt, über die betreffende
Abwurftrommel hinweg hochgeschwenkt werden kann.
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Durch diese Ausbildung wird der Vorteil erzielt, daß in beiden Förderrichtungen
das hochlaufende Band trum durch die die Umstellung vermittelnde Schwinge selbst
unterstützt wird. Es bedarf also hierzu nicht, wie bei der bekannten Anlage, zweier
besonderer Rollentische. Zugleich ist es aber auch möglicht die Bandschleife aufzulösen
wie bei der bekannten Anlage.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 einen Bandschleifenwagen schematisch in Seitenansicht
bei zwei Stellungen für entgegengesetzte Förderrichtungen und F i g. 2 den Bandschleifenwagen
in Seitenansicht für den Fall, daß die Bandschleife aufgelöst ist.
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Der Bandschleifenwagen fährt auf zwei Schienen 1, die beiderseits
des Förderband-Traggerüstes verlegt sind. An dem Gestell 2 des Bandschleifenwagens
ist eine lange Schwinge3 derart gelagert, daß sie aus der mit einer ausgezogenen
Linie dargestellten Lage 1, in welcher sie von rechts nach links hin ansteigt, in
die mit einer strichpunktierten Linie dargestellte Lage II gebracht werden kann,
in welcher sie von links nach rechts hin ansteigt. Das geschieht in der Weise, daß
die Schwinge 3 in beiden Lagen den gleichen Steigungswinkel von z.B. 300 hat. Die
Verstellung der Schwinge 3 kann beispielsweise mit Hilfe von Hubeinrichtungen 4,
5 erfolgen, die an den Enden des Gestelles 2 paarweise beiderseits an der Schwinge
in Gelenken 6 bzw. 7 angreifen. Die Hubeinrichtungen 4, 5 sind beispielsweise hydraulischer
Art, es können aber naturgemäß auch irgendwelche mechanischen Hubeinrichtungen,
z. B. mit elektrischem Antrieb, verwendet werden.
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An den beiden Enden der Schwinge3 sind zwei Umlenktrommeln 8 und
9 gelagert. Ferner sind in der Nähe der Enden der Schwinge 3 an Lenkerpaaren 10,
11 weitere Umlenktrommeln 12, 13 gelagert. Die LenkerlO, 11 werden z.B. mit Hilfe
hydraulischer Einrichtungen 14, 15 verschwenkt.
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Bei der mit ausgezogenen Linien dargestellten Einstellung 1 der Schwinge
3 mit den Lenkern 10, 11 läuft das Obertrum 16 des Förderbandes in Richtung des
Pfeiles A über die abgesenkte Trommel 9 hinweg bis zu der am angehobenen Ende der
Schwinge 3 befindlichen Trommel 8 hinauf. Hierbei wird das Bandobertrum durch nicht
dargestellte Bandrollen unterstützt, die in gleichmäßigen Abständen auf der Schwinge
verteilt sind. Die Hebelll sind steil nach oben geschwenkt, so daß unterhalb der
Trommel 13 genügend Raum für das Hindurchlaufen des Bandobertrumes 16 mit Fördergut
verbleibt. Die Lenker 10 sind schräg nach unten und von der Trommel 8 weggerichtet,
und die an ihnen gelagerte Trommel 12 lenkt das von der Abwurftrommel 8 kommende
Bandtrum 16 um. Von der Trommel 12 läuft das Band nach unten hin, bis es den Anschluß
an das in normaler Höhe verlaufende Obertrum der Bandanlage findet. Die Umlenktrommeln
an den Enden der Bandanlage sind mit 17, 18 und das Banduntertrum mit 19 bezeichnet.
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Wenn die Förderrichtung der Bandanlage umgekehrt wird, wird die Schwinge
3 mittels der Stellvorrichtung 4, 5 in die mit der strichpunktierten Linie dargestellte
Lage II gebracht. Gleichzeitig werden die
Lenker 10 im Sinne des eingezeichneten
Kreisbogenpfeiles außen an der Trommel 8 vorbei und über diese hinweg in die mit
strichpunktierten Linien dargestellte Lage geschwenkt, in welcher die Trommel 12
mit Abstand über dem in Richtung des Pfeiles B auf der Schwinge 3 hochlaufenden
Bandtrum 16 liegt. Gleichzeitig wird am anderen Ende der Schwinge 3 die Trommel
13 mittels der Hebel 11 in die mit strichpunktierten Linien dargestellte Lage geschwenkt.
Sie lenkt daher das Band 16 um, das von der nunmehrigen Abwurftrommel 9 abläuft.
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Die Verstelleinrichtungen 4, 5; 14 und 15 sowie die Lenker 10, 11
sind naturgemäß so angeordnet, daß das Förderband 16 frei zwischen ihnen hindurchlaufen
kann.
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Um die Bandschleife aufzulösen, wird die Schwinge, wie es Fig. 2
zeigt, mittels der Verstelleinrichtungen 4, 5 so weit abgesenkt, wie es die Tragrollenstühle
20 der Förderbandanlage gestatten. Das Bandobertrum 16 läuft dann je nach der Förderrichtung
auf die eine oder andere der beiden Trommeln 8, 9 auf, wobei es geringfügig ansteigt.
Zwischen diesen Trommeln bewegt es sich in waagerechter Richtung, wobei es durch
die auf der Schwinge befindlichen Rollen 21 unterstützt wird. Die Umlenktrommeln
12, 13 sind dabei durch entsprechendes Verschwenken der Lenker 10, 11 so weit hochgestellt,
daß unterhalb von ihnen genügend Platz zum Hindurchlaufen des beladenen Förderbandes
verbleibt.
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Beim Auflösen der Bandschleife gemäß F i g. 2 wird die hierbei frei
werdende Bandlänge durch eine nicht dargestellte Spannvorrichtung aufgenommen.