DE1209457B - Ortsveraenderliche schwimmende Beobachtungsstation - Google Patents
Ortsveraenderliche schwimmende BeobachtungsstationInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 65 al - 5
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
1209 457
W 35502X1/65 al
24. Oktober 1963
20. Januar 1966
W 35502X1/65 al
24. Oktober 1963
20. Januar 1966
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verschwenken einer schwimmenden Beobachtungsstation,
bestehend aus einem Unterwasserteil und einem aus dem Wasser herausragenden Beobachtungsteil,
wobei die Längsschiffsachse am Einsatzort aus einer horizontalen Transportlage in eine vertikale Beobachtungslage
übergeführt wird.
Schwimmende Beobachtungsstationen, auch wohl Ozeanplattformen oder Ozeanstationen genannt, sind
bekannt. So gibt es Ozeanstationen, die aus mit Beobachtungsanlagen, wie Radaranlagen, und Personalunterkünften
versehenen Plattformen bestehen, die von mehreren tief im Wasser eintauchenden, mit
Schwimmkörpern versehenen Stelzen getragen werden. Die Stationen, die praktisch ortsfest sind, werden
verwendet für die Bahnverfolgung von Luft- und Raumfahrzeugen. Es ist noch eine andere, demselben
Zweck dienende Wasserbeobachtungsstation vorgeschlagen worden. Dabei handelt es sich um einen
zylindrischen Hohlkörper großer Länge, der an einem Ende versehen ist mit einer Plattform, die die
Beobachtungsanlagen sowie die Personalunterkünfte enthält. Diese Station wird in waagerechter Lage zum
Einsatzort geschleppt und dort durch Fluten von Kammern im Hohlkörper aufgerichtet, so daß die
Plattform aus dem Wasser hervorragt, der Hohlkörper aber tief im Wasser liegt. Durch Ausblasen der
Kammern mittels Preßluft läßt sich die Station wieder in die waagerechte Lage bringen und dann zu
einem neuen Einsatzort schleppen.
Die Unbeweglichkeit bzw. sehr geringe Beweglichkeit wie auch die umständliche und zeitraubende
Einsatzbereitstellung der beiden beschriebenen Beobachtungsstationen sind wesentliche Nachteile und
lassen sie für manche Zwecke, besonders militärische Zwecke, ausscheiden.
Die Erfindung bezweckt, diese Nachteile durch ein »fliegendes« Schnellschiff zu beheben, das in an sich
bekannter Weise durch hydrodynamische Auftriebsmittel wie Tragflächen oder nach einem früheren
Vorschlag durch Auftriebsschrauben bei Fahrt aus dem Wasser gehoben wird und dadurch hohe Fahrtgeschwindigkeiten
erreichen kann, wobei der Bug des Fahrzeuges als Beobachtungsstand ausgebildet ist.
Die Erfindung besteht darin, daß ein vor dem Auftriebsmittelpunkt angeordnetes, verschwenkbares
Paar von mit Antriebs- und/oder Auftriebsschrauben versehener Stützen, die beiderseits des Schiffskörpers
angeordnet sind, und zumindest eine weitere am Heck angelenkte, eine Antriebs- und/oder Auftriebsschraube
tragende Stütze aus ihrer Fahrtstellung in die Längsrichtung des Fahrzeuges verschwenkt werden.
Ortsveränderliche schwimmende
Beobachtungsstation
Beobachtungsstation
Anmelder:
Vereinigte Flugtechnische Werke
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
früher »Weser« Flugzeugbau/Focke-Wulf/
Heinkel-Flugzeugbau,
Bremen 1, Hünefeldstr. 1-5
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Ing. Otto Reder, Bremen-Lesum
Durch Bewegung dieser Stützen heckwärts wird der Fahrzeugschwerpunkt derart verlagert, daß das
Fahrzeug um seine Querachse dreht und aus der waagerechten Fahrtlage in die senkrechte stationäre
Beobachtungslage übergeht. Durch die tiefe Lage des Schwerpunktes unter der Wasseroberfläche wird das
Fahrzeug nur wenig durch Wellenbewegungen und Seegang gestört. Um die Tauchbewegungen bei Seegang
zu mildern, kann der Fahrzeugrumpf in der Wasserlinie eingeschnürt sein. Mit der Erfindung ist
eine stabile Wasserbeobachtungsstation großer Ortsveränderlichkeit geschaffen, da das Fahrzeug sich
sehr schnell von einem Einsatzort zum anderen bewegen und dort einfach und schnell wieder in Beobachtungslage
gebracht werden kann. Wenn am Heck ausfahrbare Sonar-Bojen vorgesehen sind, läßt sich
diese Beobachtungsstation auch vorteilhaft als Glied in einem U-Boot-Warnungssystem verwenden.
Weiterhin ist die Station erfindungsgemäß als Unterwasserfahrzeug einsetzbar, wobei der Tauchwinkel
des Fahrzeuges relativ zur Horizontalen durch Verschwenkung der Stützen einstellbar ist.
F i g. 1 zeigt die Beobachtungsstation gemäß der Erfindung in der Schwimmlage;
F i g. 2 zeigt die Beobachtungsstation in Rückansieht;
Fig. 3 zeigt die Beobachtungsstation in Fahrtlage;
F i g. 4 zeigt die Beobachtungsstation in senkrechter Beobachtungslage;
F i g. 5 zeigt die Beobachtungsstation in Tauchlage.
Die Beobachtungsstation besteht bei diesem Ausführungsbeispiel hauptsächlich aus einem Rumpf 1,
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den an Stützen 2 befestigten vorderen Auftriebsschrauben 3 und der Heckschraube 4. Die Stützen 2
sind an einer quer zur Längsachse laufenden vorderen Trägerachse 5 befestigt. Mittel sind vorgesehen,
die Trägerachse zu drehen, so daß die Stützen 2 mit den Auftriebsschrauben 3 parallel zum Rumpf aus
ihrer Fahrtstellung in die Längsrichtung des Fahrzeuges geschwenkt werden können. Die Heckschraube
und ihr Antrieb sind an der Stütze 6 befestigt. Diese Stütze ist um die hintere Querachse^ 7
drehbar, und es sind Mittel vorgesehen, diese Querachse 7 so zu drehen, daß auch die Stütze 6 mit der
Schraube 4 parallel zum Rumpf geschwenkt werden kann. Die Beobachtungsanlagen, wie Radaranlagen
usw., können ausfahrbar im Bug 8 untergebracht oder der Bug selbst kann als Radardom ausgestaltet
sein. Der Rest des Fahrzeuges kann je nach Bedarf für Auswertgeräte, Personalunterkünfte, Triebwerke,
Brennstofftanks usw. eingerichtet sein.
Bei positivem Anstellwinkel der Schraubenachsen wird das Fahrzeug vorwärts getrieben und in früher
bereits vorgeschlagener Weise aus dem Wasser gehoben; in dieser Lage (F i g. 3) kann es mit großer
Geschwindigkeit zum Einsatzort fahren. Am Einsatzort werden die Antriebs- und Auftriebsschrauben
stillgelegt, und das Fahrzeug kommt in die Schwimmlage, wie in F i g. 1 gezeigt. Werden die Stützen 2
und 6 mit den Auftriebsschrauben 3 bzw. 4 heckwärts gedreht, so verlagert sich der Schwerpunkt G
des Fahrzeuges gegenüber seinem Auftriebszentrum A0 heckwärts so, daß das Fahrzeug um eine
Querachse zu drehen anfängt. Zur Beschleunigung der Schwenkbewegung können die Schrauben 3
und 4 hierbei angetrieben sein, um das Schwenkmoment zu vergrößern. In der senkrechten Lage
nach Fig. 4 ragt der Bug 8 des Fahrzeuges aus dem Wasser hervor. Die Beobachtungsanlagen, wie z. B.
Radarantennen und optische Vermessungsmittel, können jetzt ausgefahren oder in Betrieb gesetzt
werden. Durch die tiefe Lage des Schwerpunktes ist das Fahrzeug in hohem Maße unempfindlich gegen
die Oberflächenstörungen des Wassers, wie Sturm und Seegang. Die zwischen Bug und Heck
vorgesehene Einschnürung 9 des Rumpfes mildert wesentlich die Tauchbewegungen bei Seegang. Somit
steht eine sehr stabile Plattform zur Verfügung, die genaue Beobachtungen und Bahnverfolgungen
möglich macht. Durch Zurückschwenken der Stützen kann das Fahrzeug in kürzester Zeit in die horizontale
Lage (F i g. 3) gebracht und für Vorwärtsfahrt gestartet werden.
Wenn ein schnelles Wegtauchen des Fahrzeuges nötig ist, z. B. bei drohender Gefahr, kann durch
Schwenken der Schraubenachsen auf negative Anstellwinkel ein Abtrieb nach unten erzeugt werden,
der ausreicht, um das Fahrzeug unter Wasser zu drücken (F i g. 5). Wählt man den Restauftrieb des
Fahrzeuges klein, so können für ein längeres Verweilen unter Wasser in Ruhestellung kleine flutbare
Tauchtanks vorgesehen werden. Diese Tanks können gleichzeitig als Trimmtanks zum Ausgleich des
Brennstoffverbrauches dienen.
Selbstverständlich braucht der Bug nicht nur mit Beobachtungsanlagen versehen zu sein. Es ist denkbar,
daß für spezielle Aufgaben der Bug zum Abschuß von Flugkörpern und Lenkwaffen eingerichtet
ist. In diesem Falle kann durch eine teilweise Schwenkung der Auftriebs- und Antriebsmittel das
Fahrzeug unter einem bestimmten Winkel mit der Vertikalen gehalten werden, derart, daß die Fahrzeuglängsachse
mit dem aus den Beobachtungen ermittelten, für den Abschuß erforderlichen EIevationswinkel
übereinstimmt.
Das Schwenken der Stützen zur Schwerpunktverlagerung braucht nicht notwendigerweise durch Drehen
der gesamten Querachsen 5 bzw. 7 zu geschehen. Zum Beispiel können diese Stützen drehbar an den
Enden der Querachsen angeordnet sein.
Bei Verwendung der früher bereits vorgeschlagenen Auftriebsschrauben ist es nicht nötig, die vorderen
Schrauben mechanisch anzutreiben; sie können autorotierend sein und von der Fahrtströmung in
Drehung versetzt werden. Der Vortrieb des Fahrzeuges wird dann nur durch die Heckschraube erzeugt.
Statt der gezeichneten Auftriebsschrauben können auch Tragflächen bekannter Konstruktion,
die schwenkbar am Rumpf angeordnet sind, verwendet werden. In diesem Falle wird das Aufrichten des
Schiffes durch Schwenken der Tragflächen bewirkt.
Die Anzahl der Auftriebsschrauben ist nicht auf die im Ausführungsbeispiel gezeigten drei beschränkt;
es können auch vier oder mehr Auftriebsschrauben oder Tragflächen oder eine Kombination von Auftriebsschrauben
und Tragflächen vorgesehen sein.
Claims (2)
1. Verfahren zum Verschwenken einer schwimmenden Beobachtungsstation, bestehend aus
einem Unterwasserteil und einem aus dem Wasser herausragenden Beobachtungsteil, wobei die
Längsschiffsachse am Einsatzort aus einer horizontalen Transportlage in eine vertikale Beobachtungslage
übergeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein vor dem Auftriebsmittelpunkt (A0) angeordnetes, verschwenkbares
Paar von mit Antriebs-und/oder Auftriebsschrauben (3) versehener Stützen (2), die beiderseits des
Schiffskörpers angeordnet sind, und zumindest eine weitere am Heck angelenkte, eine Antriebs-
und/oder Auftriebsschraube (4) tragende Stütze (6) aus ihrer Fahrtstellung in die Längsrichtung
des Fahrzeuges verschwenkt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Station als Unterwasserfahrzeug
einsetzbar ist, wobei der Tauchwinkel des Fahrzeuges relativ zur Horizontalen durch
Verschwenkung der Stützen (2, 6) einstellbar ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Französische Patentschrift Nr. 750 402;
USA.-Patentschriften Nr. 1541186, 1669 000,
1750 959, 2980 047;
Französische Patentschrift Nr. 750 402;
USA.-Patentschriften Nr. 1541186, 1669 000,
1750 959, 2980 047;
Zeitschrift »Schiff und Hafen«, 1963, H. 7, S. 679; Zeitschrift Engineering, 31. 8.1962, S. 289.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
509 779/16 1.66 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEW35502A DE1209457B (de) | 1963-10-24 | 1963-10-24 | Ortsveraenderliche schwimmende Beobachtungsstation |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE1209457B true DE1209457B (de) | 1966-01-20 |
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ID=7600927
Family Applications (1)
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Country Status (3)
| Country | Link |
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| US (1) | US3250238A (de) |
| DE (1) | DE1209457B (de) |
| GB (1) | GB1079530A (de) |
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