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Wälzkörperquetschmühle mit rotierender, als Drehkörperinnenfläche
ausgebildeter Mahlbettfläche Die Erfindung betrifft eine Wälzkörperquetschmühle
mit rotierender, als Drehkörperinnenfläche ausgebildeter Mahlbettfläche, auf der
unter der Wirkung einer konzentrischen, aber entgegengesetzt rotierenden Führungsvorrichtung
die Mahlwälzkörper abrollen, und die mit einer Vorrichtung zum Beschicken der Mahlbettfläche
mit Mahlgut versehen ist, die den Partikeln des Mahlgutes eine gleichsinnige zur
Drehung der Mahlbettfläche gerichtete Bewegungskomponente erteilt.
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Bei bekannten Wälzkörperquetschmühlen ist es schwierig und häufig
unmöglich, die Mahlgutfeiiiheit beispielsweise in Anpassung an verschiedenes Mahlgut
exakt einzustellen, was neben einer ungewünschten Körnung des Mahlgutes Nachteile
hinsichtlich des Durchsatzvermögens der Mühle, des Energiebedarfes und der Abnutzung
bedingt. Bei einer Wälzkörperquetschmühle der eingangs genannten Art sind zwar die
Drehgeschwindigkeiten der Mahlbettfläche und der Führungsvorrichtung für die Mahlwälzkörper
einstellbar, jedoch wird hier der Druck der Mahlwälzkörper auf die Mahlbettfläche
ausschließlich von der Zentrifugalkraft der Mahlwälzkörper hervorgerufen, weshalb
hier bei der Einstellung der Drehgeschwindigkeiten die Bedingung eingehalten werden
muß, daß sich aus der Differenz der Drehgeschwindigkeiten ein entsprechender Umlauf
der Mahlwälzkörper ergibt. Die bekannte Vorrichtung kann demzufolge nicht bei nicht
umlaufenden oder nur wenig unilaufenden Mahlwälzkörpem betrieben werden. Darüber
hinaus nimmt bei der bekannten Mühle der Durchmesser der Mahlbettfläche in Mahlgutvorschubrichtung
ab, was zu einem unerwünschten Mahlgutaufbau in der Mahlzone führt. Schließlich
kann die bekannte Mühle auch dann nicht gebraucht werden, wenn nur größere
Mahlgutpartikeln zerkleinert werden sollen.
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Es ist weiterhin eine Schleuderkugelmühle mit um eine senkrechte Achse
kreisendem Trichter und einer oberen Führungsplatte für die Kugel bekannt, bei der
der Durchmesser der Mahlbettfläche in der Mahlzone in Mahlgutvorschubrichtung kontinuierlich
wächst. Die obere Führungsplatte ist dort verstellbar angeordnet, um das Maß der
Zerkleinerung einstellen zu können. Durch die Verstellung der oberen Führungsplatte
wird der Auslaßschlitz der Mahlzone in seiner Weite eingestellt, was allerdings
keine unmittelbare Einwirkung auf die von den Wälzkörpem ausgeübte Quetschung erbringt
und sich in sehr starkem Maße auf das Durchsatzvermögen der Mühle auswirkt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wälzkörperquetschmühle
der eingangs genannten Art derart auszubilden, daß das Maß der Zerkleinerung in
weiten Grenzen iin wesentlichen ohne Rückwirkung auf das Durchsatzvermögen der Mühle
einstellbar ist. Darüber hinaus sollen Abnutzung und Energiebedarf der Mühle möglichst
gering gehalten werden.
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Die Erfindung erreicht dies dadurch, daß der Durchmesser der Mahlbettfläche
in der Mahlzone in an sich bekannter ' Weise in Mahlgutvorschubrichtung kontinuierlich
wächst und die Führungsvorrichtung zur Mahlbettfläche konische Laufflächen bzw.
koaxial angeordnete Lagerstellen für die Mahlwälzkörper aufweist und mit einer in
Achsrichtung federnden Andrückvorrichtung versehen ist.
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Mittels der Andrückvorrichtung kann die Führungsvorrichtung für die
Mahlwälzkörper in Axialrichtung verstellt werden, und damit können die rotierenden
Mahlwälzkörper gegen die Mahlbettfläche gedrückt werden, so daß es mit der erfindungsgemäß
ausgebildeten Mühle möglich ist, unabhängig von der Differenz der Drehgeschwindigkeiten
zwischen Mahlbettfläche und Führungsvorrichtung unmittelbar auf den Quetschvorgang
und auf diese Weise auf das Maß der Zerkleinerung einzuwirken. Da festgestellt wurde,
daß Wälzkörperquetschmühlen bei nicht oder nur wenig umlaufenden Mahlwälzkörpern
am
günstigsten arbeiten, ermöglicht es die Erfindung, diesen Arbeitsbereich zu, wählen
-und eine Einstellung der Mahlgutfeinheit im wesentlichen ohne Auswirkung auf den
Mahlgutdurchsatz vorzunehmen. Da der Durchmesser der Mahlbettfläche über die Mahlzone
kontinuierlich wächst, hat die auf das Mahlgut ausgeübte Zentrifugalkraft die Tendenz,
ihren Durchtritt durch die Mahlzone hindurch zu unterstützen, so daß ein unerwünschter
Mahlgutaufbau verhindert wird.
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Nach weiteren Merkmalen der Erfindung können die Mahlwälzkörper Kugeln
sein, und die Führungsvorrichtung kann aus einem Ring mit wenigstens zwei Laufspuren
bestehen, deren jede mit jeder Kugel nur Punktberührung ergibt. Die Beschickungsvorrichtung
kann in Drehrichtung der Mahlbettfläche rotierende Schaufeln aufweisen, und es kann
eine Leitvorrichtung vorgesehen sein, um das Mahlgut durch den Schaufelweg hindurch
auf die Mahlbettfläche zu leiten. Die Schaufeln sind hierbei vorzugsweise an der
Mahlbettfläche angebracht und enden nach dorthin, von woher das Mählgtit anläuft,
in scharfen Kanten.
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Die Erfindung sieht ferner vor, daß die Achse der Mühle vertikal steht
und die Beschickungsvorrichtung aus einem koaxialen, sich nach oben verjüngenden
Kegelkörper besteht, der oberhalb der Schaufeln der Mahlbettfläche angeordnet ist.
Die Beschicktingsvorrichtung kann ferner ein koaxiales Aufgaberohr aufweisen, das
oberhalb des Kegelkörpers ausmündet.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfl:adung kann vorgesehen werden, daß
eine oder mehrere zusätzliche drehbare Mahlbettflächen und Führungsvorrichtungen
und zugeordnete Reihen von Mahlwälzkörpem vorgesehen und koaxial so um die Drehkörperachse
angeordnet sind, daß eine oder mehrere hintereinandergeschaltete Mahlzonen gebildet
werden. Für jede Führungsvorrichtung kann eine zusätzliche Antriebsvorrichtung vorgesehen
werden, wobei die Beschikkungsvorrichtung so angeordnet ist, daß jeder Mahlzone
entlang ihrer Mahlbettfläche Mahlgtit zugeführt wird.
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Die Mahlwälzkörper können statt Kugeln auch Rollen sein, welche an
der Führungsvorrichtung drehbar gelagert sind, die mit einer Antriebswelle verbunden
ist.
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Es können ferner ein zusätzlicher Führungsring und eine zugehörige
Kugelreihe vorgesehen werden, die eine der ersten Mahlzone parallelgeschaltete weitere
Mahlzone bilden, wobei dieser zweiten Mahlzone ein weiteres Führungsrohr und weitere
Schaufeln zugeordnet sind. Alternativ ist auch möglich, daß ein zusätzlicher Führungsring
und eine zugehörige Kugelreihe eine der ersten Mahlzone nachgeschaltete zweite Mahlzone
bilden und daß zwischen diesen Zonen zusätzliche Schaufeln angeordnet sind.
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Schließlich kann der Erfindung zufolge noch ein an der Antriebswelle
befestigtes Zahnrad vorgesehen werden, das im Eingriff mit einem Loszahnrad, das
frei drehbar in einem drehbar-, aber verschiebefest an der Antriebswelle befestigten
Käfig gelagert ist, und mit einem an dem das Mahlbett tragenden Teil vorgesehenen
Innenzahnkranz steht. Durch diese Getriebekupplung zwischen der Führungsvorrichtung
und dem Mahlbettkörper ist es möglich, gewünschtenfalls eine sehr hohe relative
Drehzahl zwischen dem Mahlbettkörper und den Flächen der Mahlwälzkörper zu erzielen,
ohne daß sich eine zu große absolute Drehzahl der Mahlwälzk8rper #um -die Drehkörperachse
ergibt und ohne daß die die Mahlwälzkörper gegen die Mahlbettfläche._drückende Zentrifugalkraft
unerwünscht groß wird.
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Einige beispielsweise Ausführungsformen für erfindÜngsgemäß gestaltete
Wä12körperquetschmühlen sind iiachf'olg-'e-n-d un-ter-'B#iugtiahme- auf die Zeich-'
nungen näher beschrieben.
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F i g. 1 ist eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen
Ausführungsform; F i g. 2 ist ein Axialschnitt durch den oberen Teil der
Einrichtung gemäß F i g. 1;
F i g. 3 ist ein Axialschnitt durch den
unteren Teil der Einrichtung gemäß F i g. 1;
F i g. 4 ist ein Schnitt
längs der Linie 4-4 in F i g. 2; F i g. 5 bis 8 sind schematische
Axialschnitte von Teilen anderer erfindungsgemäßer Ausführungsformen, und.
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F i g. 9 bis 15 sind ausschnittsweise Darstellungen
von verschiedenen Formen und Anordnungen der Mahlkörper in einem größeren Maßstab.
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Gemäß den F i g. 1 bis 4 weist die zuerst beschriebene Ausführungsform
der Mühle einen rohrartigen Körper 1 auf, der mit seiner Achse vertikal gelagert
ist. Der obere Teil 2 des rohrartigen Körpers 1 ist zylindrisch, und der
untere Teil 3 ist nach oben hin verjüngt kegelstumpfförmig. Der zylindrische
Teil 2 ist drehbar innerhalb eines Kugellager enthaltenden Achslagerkastens 4 gelagert,
der über eine Konsole 5
am Gestellrahmen 6 befestigt ist. Oberhalb
des Achslagerkastens 4 ist am zylindrischen Teil 2 des rohrartigen Körpers
1 eine Riemenscheibe 7 befestigt, in deren Rille ein Treibriemen
8 läuft, der von einer gleichartigen Riemenscheibe 9 Antriebskraft
überträgt. Die Riemenscheibe 9 ist auf einer vertikalen Welle 10 gelagert,
die mit einem (nicht gezeichneten) Antriebsmotor gekuppelt ist.
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Koaxial und mit Abstand vom zylindrischen Teil 2 des Teils
1 ist ein zylindrisches Beschickungsrohr 11 gelagert, das knapp über dem
oberen Ende des rohrartigen Körpers 1 an einer vom Gestellrahmen
6 abstehenden Konsole 12 befestigt ist. Oberhalb der Konsole 12 ist das Beschickungsrohr
11 trichterartig aufgeweitet, um die Einführung des Mahlgutes zu erleichtem.
Am unteren Ende des Beschickungsrohres 11 ist durch drei mit gleichem Winkelabstand
um das Beschickungsrohr 11 heru'm angeordneten vertikalen Stiften
13 ein Kegelkörper 14 befestigt, der mit dem Beschickungsrohr 11 koaxial
ist und dessen Spitze oben liegt, wobei der halbe Kegelwinkel etwa 451 beträgt.
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An seinem unteren Ende geht der rohrförmige Körper 1 in einen
nach außen weisenden Ringflansch 15
über, der auf seinem Umfang mit Bohrungen
zur Aufnahme von Schrauben 16 versehen ist. Unmittelbar unter dem äußeren
Teil des Flansches 15 sind zwei übereinander angeordnete Ringe
17 und 18 befestigt. Die Schrauben 16 haben einen engen Sitz
in den Bohrangen des oberen Ringes 17 und sind zu ihren unteren Enden hin
mit Gewinde versehen, mit denen sie in Gewindebohrungen des unteren Ringes
18 eingeschraubt sind. Auf diese Weise sind die beiden Ringe 17 und
18 starr mit dem Flansch 15 verbunden. Innenseitig ist der obere Ring
17 an seiner Unterseite und der untere Ring 18 an seiner Oberseite
zwecks Aufnahme eines Mahlbettringes 19 aus hartem Stahl ausgenommen. Zwischen
dem Mahlbettring 19 und dem inneren Teil des Ringflansches 15 ist
ein ringförmiger
Einsatz 20 gelagert,- dessen unterer Teil mit
Schlitzen versehen ist, um mehrere vertikale rechteckige Stahlschaufeln 21 aufzunehmen,
-die radial nach innen weisen und deren innehliegende obere Ecken sich dicht an
der unteren Kante des Kegelkörpers 14 befinden. Oben enden die Schaufeln 21 in scharfen
Kanten, so daß sie für das Mahlgut nur eine geringe Behinderung darstellen. Die
inneren Flächen des kegelstumpffönnigen Teiles 3, der ringförmige Einsatz
20, der Mahlbettring 19 und der untere Ring 18 (unterhalb seines ausgenommenen
Teiles) bilden in ihrer Gesamtheit eine einzige kegelstumpfförmige Fläche, den Winkel
gegenüber der Horizontalen 60'
beträgt.
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Auf der Innenfläche des Mahlbettringes 19 laufen mehrere Kugeln
22, die gegen die Innenfläche bzw. Mahlbettfläche des Mahlbettringes 19 durch
einen aus hartem Stahl hergestellten Führungsring 23 gehalten werden. Der
Führungsring 23 hat zwei kegelstumpfförmige Führungsflächen 24 und
25, wovon die obere Fläche 24 unter einem Winkel von 15' aufwärts
und auswärts gegenüber der Vertikalen und die untere Fläche 25 unter einem Winkel
von 15' auswärts und abwärts gegenüber der Horizontalen geneigt ist, so daß
die beiden Führungsflächen 24 und 25 jeweils unter dem gleichen Winkel (nämlich
45') gegen eine Normale geneigt sind, die auf der Innenfläche des Mahlbettringes
19 auf dem Kreis errichtet ist, der die Berührungspunkte der Kugeln 22 mit
der Innenfläche des Mahlbettringes 19 enthält. Jede Kugel 22 hat Berührung
mit jeder Führungsfläche 24 und 25. Die Kugeln 22 rollen auf allen diesen
drei Flächen mit keinem oder nur geringem Schlupf.
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Der Führungsring 23 ist in einer Ausnehmung gelagert, die im
äußeren Teil von zwei kreisförmigen Scheiben 26 und 27 gebildet ist,
welche auf einer dritten und kleineren Scheibe 28 ruhen, die mit dem oberen Ende
einer vertikalen Welle 29 verschweißt ist. Die drei Scheiben 26, 27
und 28 sind fest miteinander verschraubt, wobei ihre Achsen sowie die Achse der
Welle 29 mit der Mühlenachse zusammen-
fallen.
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Am unteren Ende des Achslagerkastens 4, in dem der rohrförinige Körper
1 drehbar gelagert ist, ist der obere Teil 30 des Mühlengehäuses befestigt,
das allgemein mit 31 bezeichnet ist. Der obere Teil 30 des Gehäuses
31 hat rechteckigen Querschnitt und endet an seinem oberen Ende in einem
nach innen weisenden Flansch 32, der mit der Unterseite eines nach außen
weisenden Flansches 33 am Achslagerkasten 4 verschraubt ist. An seinem unteren
Ende ist der obere Teil 30 des Gehäuses 31 mit einem unteren Teil
34 des Gehäuses 31 verbunden. Auf drei Seiten sind die Wände des unteren
Teiles 34 des Gehäuses 31 vertikal und bilden eine Verlängerung des oberen
Teiles 30. Auf der vierten Seite (die linke Seite in F i g. 1
bis
3) verläuft der untere Teil 34 des Gehäuses 31 in Querrichtung schräg,
damit ein steil abfallender Boden gebildet wird, der zu einem Auslaß 35 hin
führt, der am unteren Ende der gegenüberliegenden vertikalen Wand des unteren Teiles
34 des Gehäuses gelegen ist.
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Die vertikale Welle 29 geht frei durch einen Durchbruch im
schrägen Boden des Gehäuses 31 hindurch, der aus einer Manschette
36 mit kegelstumpfför.migem Dichtungsglied 37 besteht, das sich nach
oben hin verjüngt und an seinem oberen und unteren Ende in aufwärts und abwärts
verlaufenden zylindrischen Kragen 38 und 39 endet. Der obere Kragen
38 ist mit der Welle 29 verklemmt. Der untere Kragen 39 übergreift
einen an der Manschette 36 vorgesehenen nachgiebigen Dichtungsring 40. Um
die Abdichtung des Gehäuses 31 zu vervollständigen, ist zwischen dem zylindrischen
Teil 2 des rohrförmigen Körpers 1 und dem Achslagerkasten 4 nahe dem Boden
desselben ein Dichtungsring 41 vorgesehen. Ein weiterer Dichtungsring 42 ist zwischen
dem zylindrischen Teil 2 desrohrförinigen Teiles 1 und dem Achslagerkasten
4 nahe dem oberen Ende desselben vorgesehen.
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Am unteren Ende der vertikalen Welle 29 ist eine Riemenscheibe
43 vorgesehen, die über einen Treibriemen 44 mit einer Riemenscheibe 45 verbunden
ist, die über eine Antriebswelle 46 mit einem (nicht gezeichneten), zweiten Antriebsmotor
gekuppelt ist. Vertikal aufwärts in den ausgenommenen Mittelteil der Riemenscheibe
43 ragt ein feststehender Zapfen 47 hinein. Zwischen diesem Zapfen und der Riemenscheibe
43 ist ein Pendelkugellager 48 untergebracht. Der untere Teil des festen Zapfens
47 ist mit Gewinde versehen und mit dem Innengewinde tragenden unteren Teil einer
Manschette 49 verschraubt. An ihrem unteren Ende hat die Manschette 49 einen nach
außen weisenden Ringflansch 50, der mit einer Konsole 51 verschraubt
ist. Die Konsole 51 ist ihrerseits mit dem Gestellrahmen 6 verschraubt.
Unterhalb der Konsole 51 ist auf dem mit Gewinde versehenen Teil des Zapfens
47 eine Feststellmutter 52 vorgesehen. Der obere Teil der Manschette 49 ist
außen mit Gewinde versehen und trägt einen mit Innengewinde versehenen Teller
53, der einen Sitz für das untere Ende einer Schraubenfeder 54 bildet, deren
oberes Ende sich gegen die Unterseite eines Tellers 55 abstützt. Der Teller
55 ist verschiebbar auf dem oberen Teil des Zapfens 47 gelagert, wobei die
obere Seite des Tellers 55 gegen den Innenring des Kugellagers 48 drückt.
Durch Auf- oder Abwärtsschrauben des Tellers 53 auf der Manschette 49 kann
die Zusammendrückung der Feder 54 und damit die -über den Führungsring
23 auf die Kugeln 22 ausgeübte statische Belastung vergrößert oder verringert
werden.
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Der obere Teil des festen Zapfens 47 hat einen kleiner abgesetzten
Durchmesser, wodurch ein Bund 56 gebildet wird, der durch Anlage an der Unterfläche
des Tellers 55 die Abwärtsbewegung dieses Tellers 55
gegen die Wirkung
-der Feder 54 formschlüssig begrenzt. Die Stellung des Bundes 56 kann geändert
werden, indem man die Feststellmutter 52 löst und dann den Zapfen 47 in der
Manschette 49 dreht. Um dies zu erleichtern, ist am unteren Ende des Zapfens 47
ein kordierter oder geriffelter Knopf 57 vorgesehen.
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Die Einrichtung arbeitet wie folgt: Der rohrförmige Teil
1 wird durch den mit der Welle 10 gekuppelten Motor in einer Richtung
gedreht, und die vertikale Welle 29 wird durch den mit der Welle 46 gekuppelten
Motor in entgegengesetzter Richtung gedreht. In ziemlich guter Annäherung wird die
Relativgeschwindigkeit zwischen den Flächen der Kugeln 22 und dem Mahlbettring
19 bestimmt durch die Summe der Drehzahlen des rohrförmigen Teiles
1 und der vertikalen Welle 29, wohingegen die Drehzahl der Kugeln
22 um die Mühlenachse durch die Differenz der beiden Drehzahlen bestimmt wird. Somit
ist es dadurch, daß der rohrfönnige Teil 1 und die vertikale Welle
29 mit passend ausgewählten Drehzahlen angetrieben werden, möglich, sowohl
einen großen Durchsatz (der eine große Relativgeschwindigkeit zwischen den Flächen
der
Kugeln -22 - und dem Mahlbettring 19 verlangt) wie auch einen mäßigen
Energieverbrauch (welcher verlangt, daß die Kugeln 22 mit einer Kraft gegen den
Mahlbettring 19 gedrückt werden, `die gerade ausreicht, um die gewünschte
Zerkleinerung zu liefern) zu erzielen. Indem man die beiden Drehzahlen annähernd
gleichmacht, kann es eingerichtet werden, daß die Kugeln 22 mit einer so geringen
Drehzahl um die Mühlenachse rotieren, daß. die auf sie wirkende Zentrifugalkraft
vernachlässigbar klein wird. Die die Kugeln 22 gegen den Mahlbettring
19
drückende Kraft ist dann nur diejenige, die vom Führungsring
23 ausgeübt wird, und diese Kraft kann durch Veränderungen der Zusaminendrückung
der Feder 54 mittels des Tellers 53 genau eingestellt werden.
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Das Mahlgut wird oben in das FüHrohrll mit einer Geschwindigkeit eingegeben,
die genügend klein ist, um zu gewährleisten, daß sich keine Häufung oder Zusammenballung
von Partikeln ergibt, d. h. daß praktisch keine Partikeln während ihres Durchtretens
durch die Mahlzone von über ihnen befindlichen Partikeln behindert werden. Daher
treten die Partikeln also in einer dünnen Schicht (wie schon beschrieben) auf der
Mahlffäche des Mahlbettringes 19 in die Mahlzone ein.
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Das Mahlgut durchwandert die Mahlzone zum Teil unter der Wirkung von
Schwerkraft und zum Teil unter der Wirkung von Zentrifugalkraft (was noch beschrieben
wird), wobei die Geschwindigkeit, mit der ' die Einrichtung mit Mahlgut beschickt
werden kann, von dem Maß abhängt, in dem die Zentrifugalkraft den Durchsatz des
Mahlgutes durch die Mahlzone unterstützt. Dies wird bestimmt durch die Drehzahl
des Rohres 1 sowie durch den halben Kegelwinkel der Kegelstampffläche, in
der die Mahlbettfläche des Mahlbettringes 19 liegt.
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Das Mahlgut fällt durch das Füllrohr 11 abwärts auf den Kegelkörper
14, der die Partikeln fortschleudernd verteilt und ihnen dabei auswärts gerichtete
Geschwindigkeitskomponenten erteilt. Fast unmittelbar nach Passieren des unteren
Randes des Kegelkörpers 14 treten die Partikeln in den Weg der Schaufeln 21 ein,
die dem Mahlgut eine tangentiale Geschwindigkeitskomponente geben. Infolge ihrer
Tangentialgeschwindigkeit werden die Partikeln unter der Wirkung von Zentrifugalkraft
nach außen geschleudert, und zwar entweder gegen die kegelstumpfförmige Innenfläche
des ringförmigen Einsatzes 20, in dem die Schaufeln 21 gelagert sind, oder gegen
die Mahlbettfläche des Mahlbettringes 19. Die Partikeln werden durch Zentrifugalkraft
in Berührung mit der Fläche gehalten, gegen die sie durch die Schaufeln 21 geschleudert
wurden. In dieser Weise werden sie in die Mahlzone zwischen dem Mahlbettring:,19
und den Kugeln 22 gebracht, wo praktisch alle Partikeln einem Zerkleinerungsvorgang
bzw. Mahlvorgang unterzogen werden. Die zermahlenen Partikeln fallen entweder direkt
oder durch Ablaufen auf den Boden des unteren Teiles 34 des Gehäuses 31 zum
Auslaß 35.
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Die in F i g. 5 dargestellte zweite Ausführungsform der Erfindung
entspricht der ersten Ausführungsform mit Ausnahme -des Merkmals, daß die
Kugeln 22 durch Zylinderrollen 58 ersetzt sind und der Führungsring
23 durch einen Führungskörper 59 ersetzt ist, an dem die Zylinderrollen
58 drehbar gelagert sind und der mit der (in F i g. 5 nicht gezeichneten)
Welle 29 verbunden ist. Diese Einrichtung arbeitet in der gleichen Weise
wie die zuerst beschriebene Ausführungsform der Einrichtung.
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Die in F i g. 6 dargestellte dritte Ausführungsforin der Erfindung
entspricht der zuerst beschriebenen Ausführungsform mit-Ausnahme des Merkmals, daß
ein zusätzlicher Führungsring 23 a und eine diesem zugeordnete Reihe Kugeln
22 vorgesehen sind,- um
eine zweite Mahlzone zu bilden, die außerhalb derjenigen'
Mahlzone liegt, die der Reihe Kugeln 22 a zugeordnet ist. Die innere Fläche des
Führungsringes 23a-büdet eine Mahlbettfläche für die- Kugeln22a. Innerhalb des (in
F i g. 6 nicht gezeichneten) Füllrohres 11 is- t ein 'inneres FüHrohr
11 a vorgesehen, dessen unteres Ende trichterartig nach außen aufgeweitet
ist. Im Betrieb wird ein Teil des Mahlgutes zwischen das innere Füllrohr Ila und
das Füllrohr 11 gegeben. Dieses Mahlgut wird durch das untere Ende des inneren
FüHrohreg 11 a nach außen hin abgeleitet und tritt durch den Weg der zusätzlichen
Schaufeln 21 a hindurch zur äußeren Mahlzone. Das übrige Mahlgut wird im Inneren
des inneren Füllrohres Ila abwärts geführt und über den Kegelkörper 14 nach außen
hin durch den Weg der Schaufeln 21 zur inneren Mahlzone hin geleitet. Der rohrförmige
Teil 1 und die Welle 29 werden in der gleichen Richtung getrieben,
während der Führungsring 23 a in entgegengesetzter Richtung gedreht wird.
Der Führungsring 23 a kann unabhängig - vom rohrförmigen Teil
1 und der Welle 29 oder aber entweder vom rohrförmigen Teil
1 oder von der Welle 29 durch einen Mechanismus, wie er z. B. in F
i g. 8 dargestellt und hiernach noch beschrieben ist, angetrieben werden.
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Die in F i g. 7 dargestellte vierte Ausführungsform der Einrichtung
entspricht der zuerst beschriebenen Ausführungsform mit Ausnahme des Merkmals, daß
ein zusätzlicher Führungsring und eine zugeordnete Reihe Kugeln 22b vorgesehen
sind, um eine zweite Mahlzone zu bilden, durch die das Mahlgut hindurchtritt, nachdem
es die erste Mahlzone passiert hat. Ein weiterer Satz Schaufeln 21 b ist
zwischen den beiden Mahlzonen vorgesehen. Die Einrichtung arbeitet in gleicher Weise
wie die zuerst beschriebene Einrichtung mit Ausnahme des Umstandes, daß das Mahlgut
durch zwei Mahlzonen läuft.
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Die in F i g. 8 gezeichnete fünfte Ausführungsforin der Einrichtung
entspricht der zuerst beschriebenen Ausführungsform mit Ausnahme des Merkmals, daß
der rohrförmige Teil 1 und die Welle 29 nicht unabhängig voneinander
angetrieben werden. Ein Getrieberad 60, das auf der Welle 29 befestigt
ist, greift in ein Losrad 61 ein, das in einem auf der Welle 29
drehbaren,
aber nicht verschiebbaren Käfig 62 frei drehbar gelagert ist. Das Losrad
61 greift in einen Innenzahnkranz 63 ein, der sich am rohrförmigen
Teil 1 befindet. Wenn sich der rohrförmige Teil in einer Richtung dreht,
so dreht sich auf diese Weise die Welle 29 in der entgegengesetzten Richtung,
und es ist lediglich notwendig, entweder den rohrförmigen Teil IL oder die Welle
29 anzutreiben.
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Jede der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen (mit Ausnahme
der zweiten Ausführungsform) kann in einer Weise abgewandelt werden, wie
sie in den F i g. 9 bis 15 dargestellt ist. So kann -die Mahlbettfläche
auf der Höhe der Mittelpunkte der Kugeln 22 (F i g. 9) oder oberhalb dieser
Höhe (F i g. 10 und 13) enden, was das unbehinderte und schnelle Entfernen
gemahlenen Gutes aus der Mahlzone
erleichtert. Die Mahlbettfläche
kann auch so geformt sein, daß die Kugeln 22 Flächenberührung mit ihr haben (F i
g. 13 und 14). Der Führungsring 23
kann auch so gestaltet sein, daß
er Flächenberührung mit den Kugeln 22 gibt (F i g. 10 und 14). Die Kugeln
22 können ersetzt werden durch Rollen 64, die zylindrisch (F i g. 15) oder
auch kegelstumpfförmig sein können, wobei sie sich dann entweder nach unten hin
(F i g. 11) oder nach oben hin (F i g. 12) verjüngen können.
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Jede der oben beschriebenen Ausführungsfonnen kann auch in verschiedener
anderer Weise abgewandelt werden. So können die Schaufeln 21, 21 a und
21b, anstatt eben zu sein, so gestaltet sein, daß sie als Ventilatorflügel
wirken. Sie üben dann eine klassierende bzw. trennende Wirkung auf das Mahlgut aus,
weil die kleineren Partikeln leichter durch die Zwischenräume zwischen den Kugeln
hindurchgeblasen werden, als sie gegen die Mahlbettfläche gedrückt werden. Ein anderer
Weg zur Erzielung dieser Trennwirkung besteht darin, daß man die Schaufeln 21, 21
a und 21 b hohl ausbildet, in ihren Unterseiten Öffnungen vorsieht und Luft
durch die'se Öffnungen einsaugt, indem man innerhalb der hohlen Schaufelinnenräume
Unterdruck aufrechterhält.