DE1207401B - Verfahren zur Herstellung einer walzenfoermigen Hoch- oder Tiefdruckform - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer walzenfoermigen Hoch- oder TiefdruckformInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
B 41 c
Deutsche Kl.: 15b-5
1207401
C30020VIb/15b
C30020VIb/15b
22. Mai 1963
23. Dezember 1965
Es ist bekannt, Runddruckformen im Schleudergußverfahren herzustellen, doch wurde hierfür ein
geschmolzenes Material oder eine Legierung verwendet, die durch Abkühlen zum Erstarren gebracht
wird. Die hierfür erforderlichen, kostspieligen Apparaturen arbeiten nur dort wirtschaftlich, wo
sie dauernd in Betrieb sind.
Demgegenüber ist das vorliegende Verfahren zur Herstellung einer walzenförmigen Hoch- oder Tiefdruckform,
wobei ein flüssiges Material in einen hohlen, um seine Längsachse drehbaren Zylinder
gegossen wird, der ein erhabenes oder vertieftes Muster auf seiner Innenfläche trägt, und man das
Material zum Verfestigen bringt, solange es in Berührung mit dem Muster ist und sich der Zylinder
um seine Achse dreht, erfindungsgemäß dadurch charakterisiert, daß als flüssiges Material eine
polymerisierbare Substanz verwendet und die Polymerisation während der Beührung mit dem Muster
bewirkt wird, solange sich der Zylinder dreht.
Auf diese Weise werden Walzen erhalten, die sehr leicht und trotzdem robust sind, so daß sie
leicht transportiert werden können und gegen zufällige Beschädigungen ungewöhnlich stabil sind.
Überraschend ist aber vor allem, daß man durch Vergießen eines polymerisierbaren Materials Druckwalzen
auf einfache und billige Weise herstellen kann, die üblichen Qualitätsforderungen insbesondere
hinsichtlich der Genauigkeit des Druckbilds standhalten.
Die Druckform kann z. B. als Platte oder Walze ausgebildet sein und eignet sich zur Verwendung
etwa beim Drucken oder Prägen, zum Reproduzieren von Lesestoff, photographischen Darstellungen,
Schablonen, Zeichnungen oder Werbedarstellungen. Alle diese Anwendungsmöglichkeiten zusammen mit
ihren umgekehrten Bildern, die auf der Druck- oder Prägeoberfläche erscheinen, werden im folgenden der
Kürze halber allgemein als »Vorlage« bezeichnet.
Die Vorlage soll auf an sich bekanntem Weg wiederholt reproduzierbar sein, z. B. auf Papier,
Karton, Textilien oder Folien (z. B. durchsichtige Verpackungsfolien). Der Einfachheit halber werden
hierfür im folgenden die Ausdrücke »Druckformen« oder »Formen« verwendet.
Die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugte Gußschale kann auf eine Welle montiert
werden, wodurch sich eine Druckform zur Verwendung als Druck- oder Prägewalze ergibt. In
Abwandlung hiervon können auch Abschnitte von der Gußschale geschnitten und auf Walzen zur Verwendung
für übliche Hoch- und Tiefdruckverfahren
Verfahren zur Herstellung einer walzenförmigen Hoch- oder Tiefdruckform
Anmelder:
Courtaulds Limited, London
Vertreter:
Dr. O. Dittmann, Patentanwalt,
München 9, Bereiteranger 15
Als Erfinder benannt:
Albert Stanley Carpenter, London;
Walter William George Norris, Bristol
(Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 23. Mai 1962 (19 799),
vom 5. September 1962
(33 979)
befestigt werden. Gußschalen, die aus einem flexiblen oder in der Hitze erweichbaren Material her-
ä5 gestellt worden sind, können so erzeugt werden,
daß sie sich verschiedenartigen Krümmungen anpassen, oder sie können flachgedrückt werden, wodurch
sich Formen zur Verwendung als Druck- oder Prägeplatten ergeben.
Bei bekannten, weit verbreiteten Ätzverfahren zur Herstellung von erhabenen oder vertieften Oberflächen
für das Relief- oder Intagliodruckverfahren mittels photomechanischer Verfahren werden mit
Hilfe von Licht sensibilisierte Zubereitungen aus Gelatine oder anderen Kolloiden, im folgenden als
»lichtempfindliche Kolloide« bezeichnet, unlöslich gemacht. Filme von derartigen Zubereitungen, die
sich auf einer Papierunterlage befinden, und allgemein als Kohlepapier (carbon tissue) oder Pigmentpapier
bekannt sind, werden durch Behandlung beispielsweise mit Ammoniumbichromat lichtempfindlich
gemacht; sie werden dann einem photographischen Bild ausgesetzt bzw. belichtet, auf eine
korrodierende Oberfläche, z. B. aus Kupfer übertragen und dann mit Wasser abgewaschen, um die
unbelichteten Teile zu entfernen, so daß man einen widerstandsfähigen Finish in der beabsichtigten Vorlage
erhält, durch welche die Ätzung der korrodierenden Unterlage mittels einer korrodierenden
Flüssigkeit stattfinden kann.
In Übereinstimmung mit einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden gleich-
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artige, lichtempfindliche Kolloidfilme zur Herstel- man die photoelektrischen Eigenschaften bestimmter
lung der erforderlichen Vorlage in Umkehrung, und abzulagernder Substanzen ausnutzt, z. B. eines fein-
zwar vertiefte für das Relief-Druckverfahren und gepulverten, schmelzbaren Harzes, das selektiv in der
erhabene für das Intagliodrucken, auf der inneren Vorlage eines photographischen Bildes abgelagert
Oberfläche des axial drehbaren Zylinders verwendet. 5 wird. Das Harz kann unter Bildung einer zusammen-
Ein Weg hierzu besteht darin, daß man die relief- hängenden erhabenen Vorlagenoberfläche geschmol-
artige oder die vertiefte Vorlage auf die Innenseite zen werden, welche an der Oberfläche der dünnen
des Zylinders aufbringt durch Übertragung der licht- flexiblen Platte hängt, auf der es abgelagert worden
empfindlichen Kolloidzubereitung von sensibilisier- ist, worauf diese Platte gebogen und auf der Innen-
tem und photographisch belichtetem Kohlepapier io seite des drehbaren Zylinders, wie oben beschrieben,
auf ein flexibles, aber seitlich nicht ausdehnbares befestigt wird, so daß sich die die Vorlage tragende
Material, worauf man mit warmem Wasser zur Ent- Oberfläche auf der Zylinderanordnung befindet,
fernung derjenigen Teile entwickelt bzw. wäscht, die Das zum Gießen verwendete flüssige Material
kein Licht erhalten haben; (diese Verfahrensschritte kann jedes Harz oder verformbare Material sein,
werden in an sich bekannter Weise durchgeführt). 15 das anfangs in flüssiger Form vorliegt, das man aber
Schließlich biegt man das flexible Material, wobei anschließend zur Verfestigung bringen kann, z. B.
die mit den Kolloiden überzogene Oberfläche die durch eine Polymerisationsreaktion während des
innerste ist und befestigt sie an der Innenseite des Schleudergußverfahrens. Es ist zu bemerken, daß
drehbaren Zylinders. Die Schicht kann an der Innen- sich der Ausdruck »Polymerisation« sowohl auf
fläche des Zylinders mit einem Klebstoff gut be- 20 Kondensationspolymerisation als auch auf Addi-
festigt werden oder auch durch schnelle Drehung tionspolymerisation bezieht. Das Material kann z. B.
des Zylinders, wobei sie durch Zentrifugalkräfte ein flüssiges Harz, wie ein flüssiges Epoxy- oder
fest gegen die Innenfläche des Zylinders gepreßt wird Polyesterharz sein, das mit einem Katalysator ge-
und wodurch sie mit ihrer mit Kolloiden über- mischt wird, so daß eine Verfestigung bzw. Härtung
zogenen Oberfläche ein einheitlicher Bestandteil des 25 des Harzes ohne äußere Erhitzung stattfindet. Man
sich drehenden Zylinders wird. kann auch ein Material verwenden, das durch An-
Bei einer anderen Ausführungsform dieses Ver- wendung von Hitze polymerisiert, so daß in diesem
fahrens kann die lichtempfindliche Kolloidzuberei- Fall der drehbare Zylinder genügend erwärmt wertung
des photographisch belichteten Kohlepapiers den muß, um die gewünschte Polymerisation einzudirekt
auf die Innenseite des axial drehbaren Zylin- 30 leiten. Ein Beispiel für ein solches Material ist
ders übertragen werden, bevor man mit Wasser zur Caprolactam, welches einen alkalischen Katalysator,
Entwicklung der erhabenen oder vertieften Vorlage wie Natriummetall und als Aktivator eine Acylwäscht.
Zur Erleichterung der Übertragung der verbindung, wie N-Acetyl-caprolactam, enthält. Eine
Kolloidzubereitung und der anschließenden Ent- solche Mischung kann bei einer Temperatur von
fernung der Gußschale kann der Zylinder in zwei 35 140 bis 1800C gegossen werden. Ein weiteres Beioder
mehrere Längsabschnitte aufgeteilt werden, die spiel ist Styrol, und zwar in der monomeren oder
sich leicht auseinandernehmen lassen. teilweise polymerisierten Form, dem ein Polymeri-
Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfin- sationsinitiator zugegeben wird. Flüssige Silicone, die
dung, bei der die Übertragung der Kolloidzuberei- kautschukartige Produkte ergeben, können ebenfalls
tung von einer Papierunterlage vermieden wird, 40 verwendet werden; es muß jedoch ein Katalysator
kann man eine lichtempfindliche Kolloidzubereitung zugegeben werden, um eine Verfestigung des Harzes
auf ein flexibles, jedoch seitlich nicht ausdehnbares während des Gießens zu erzwingen.
Untergrundmaterial schichtförmig auftragen, wobei Neben den flüssigen polymerisierbaren Materi-
die normalerweise erforderliche Kohlepapierschicht alien können auch andere Substanzen verwendet
überflüssig wird. Dieser Überzug wird dann sensi- 45 werden, die sich von der flüssigen Form unter BiI-
bilisiert, photographisch belichtet, gewaschen, um dung einer kreisförmigen zylindrischen Schale wäh-
die erhabene oder vertiefte Vorlage zu entwickeln, rend des Schleudergußverfahrens leicht in den festen
gebogen bzw. gekrümmt und direkt in den drehbaren oder kautschukartigen Zustand überführen lassen.
Zylinder, wie oben beschrieben, eingesetzt. So läßt sich beispielsweise eine niedrigschmelzende
Bei einer anderen Abwandlung der Erfindung 50 Metallegierung durch Erhitzen verflüssigen, die sich
kann man eine lichtempfindliche kolloide Zuberei- bei der Einführung in die erhitzte drehbare Zylinder-
tung als solche durch Zentrifugalkräfte als dünnen anordnung beim Abkühlen verfestigt, während der
Film auf der Innenfläche des sich drehenden Zylin- Zylinder sehr schnell gedreht wird. Man kann auch
ders ablagern, indem man sie als wäßrige Lösung eine wäßrige Dispersion eines polymeren Produkts,
in den sich schnell drehenden Zylinder einführt und 55 das eine zusammenhängende Masse bei der Entfer-
das Wasser während der Drehung zur Verdampfung nung des Wassers ergibt, in den Zylinder einführen
bringt. Die Schritte der Sensibilisierung, Belichtung und das Wasser durch Erhitzen oder durch einen
und des Waschens erfolgen dann bei der kolloiden im Kreislauf geführten Luftstrom, der in den Zylin-
Zubereitung, wenn sie sich bereits an der Zylinder- der eingeblasen wird, entfernen, während er sich
wand befindet. Der Zylinder kann, wie oben 60 sehr schnell dreht.
erwähnt, ebenfalls in Abschnitte aufgeteilt sein, so Zum Gießen der zylindrischen Schale wird der
daß die Belichtung und die anschließende Entfer- Zylinder mit Endplatten versehen, die ein Ausfließen
nung der Gußschale erleichtert wird. ■ der Flüssigkeit aus dem Inneren verhindern. Eine
Andere Verfahren zur Erzielung einer erhabenen Endplatte ist axial mit Löchern versehen, so daß
oder vertieften Oberfläche mit der gewünschten Vor- 65 die Einführung des flüssigen Materials, aus dem die
lage auf der Walze können ebenfalls angewendet Gußschale gebildet werden soll, ermöglicht wird,
werden. Beispielsweise kann man sich der in der Die genauen Einzelheiten des Gießverfahrens hän-
Xerographie bekannten Verfahren bedienen, wobei gen von dem Charakter des Gießmaterials ab. Es
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ist jedoch in allen Fällen wesentlich, daß der Zylin- Glasfasern gießt, während der Zylinder erneut in
der kontinuierlich und gleichmäßig mit hoher Ge- Umdrehung versetzt wird.
schwindigkeit gedreht wird, wobei während dieser Eine andere Möglichkeit der Verstärkung besteht
Zeit das Material vom flüssigen in den festen Zu- darin, daß man einen zweiten starren Hohlzylinder,
stand übergeht. 5 dessen äußerer Durchmesser etwas kleiner ist als
Beim Walzendruckverfahren und insbesondere der Innendurchmesser des Gußzylinders, koaxial
bei Gravurarbeiten ist es wichtig, daß die Walzen innerhalb des Gußzylinders so anordnet, daß er
so exakt wie möglich eine genaue kreisförmige zylin- mit ihm in Drehung versetzt wird. Während des
drische Form besitzen. Auch wenn man mit zwei Schleudergußverfahrens füllt das Gußmaterial den
oder mehr Farben drucken will, ist es wesentlich, io zweiten starren Zylinder, der in das Material als
daß alle Walzen einen genauen Kreisumfang besit- einheitlicher Bestandteil des Gußstücks eingebettet
zen, da sich nur so eine genaue Übereinstimmung wird. Da seine äußere Oberfläche nur mit einer ver-
der Farben ergibt. hältnismäßig dünnen Schicht des festen Materials
Manche polymerisierbaren Substanzen, die für die bedeckt ist, vermindert diese Maßnahme Änderun-
Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens 15 gen im Durchmesser oder Verwerfung infolge einer
geeignet wären, haben eine Neigung zur Schrump- Schrumpfung auf ein Minimum. Der zweite starre
fung und zwar entweder bei der Polymerisation oder Zylinder kann in bequemer Weise aus einem Metall-
(wenn die Polymerisation bei erhöhten Tempera- rohr oder aus einem vorgebildeten, mit Faser ver-
turen stattfindet) beim Abkühlen nach der Poly- stärktem Harzrohr hergestellt werden. Um das Ein-
merisation. Manche Substanzen, z. B. Polyester- und 20 fließen des Materials in den ringförmigen Spalt zu
Epoxyharze, polymerisieren sehr stark exotherm, so erleichtern, kann der zweite starre Zylinder etwas
daß eine Verwerfung bzw. Zusammenziehung er- kürzer sein als der äußere Zylinder, oder er kann
folgen kann, wenn die Polymerisation einer großen mit Perforationen, insbesondere an seinen Endab-
Masse erfolgt, aus der die Polymerisationswärme schnitten versehen sein. Er kann auch oberflächliche
nur langsam abgeführt werden kann. 25 Vertiefungen oder Markierungen tragen oder über
Da jedoch solche polymerisierbaren Substanzen seine ganze Länge perforiert sein, um eine Ver-
in zahlreichen Abwandlungen und mit verschieden- keilung des Materials mit ihm zu erleichtern,
artigen Katalysatoren in den Handel gebracht wer- Der zweite starre Zylinder kann in dem äußeren
den und die unterschiedlichsten Polymerisations- starren Zylinder durch Mittel befestigt sein, die ein
bedingungen eingehalten werden können, sollten 30 leichtes Auseinandernehmen ermöglichen, so daß
diese Materialien und Bedingungen so ausgewählt nach der Verfestigung der zusammengesetzten
werden, daß sich nur eine minimale Schrumpfung Schale mit dem zweiten starren eingebetteten Zylin-
ergibt. Ferner können zusätzliche Maßnahmen zur der sie leicht aus dem äußeren Zylinder heraus-
Verminderung der Schrumpfung angewendet wer- genommen werden kann. Beispielsweise kann er
den, z.B. die Einarbeitung von Füllmitteln oder 35 von Zapfen an den Endplatten getragen werden,
Verstärkungsmitteln in die polymerisierbare Zube- die mit den Enden des Außenzylinders zusammen-
reitung. wirken.
Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist es Wenn man ein Material in kontinuierlicher
bei Verwendung von Epoxy- und Polyesterharzen Rollenform mit Walzen bedruckt, muß man Walzen
für die Bildung der Schale vorteilhaft, wenn man 40 mit exakten Umfangsabmessungen herstellen, um
letztere in mehreren konzentrischen Schichten durch ständig eine genaue Entfernung zur bedruckten
nacheinanderfolgende Zugabe von verschiedenen Schicht einzuhalten.
kleinen Harzmengen erzeugt, während sich der Guß- Ein übliches Verfahren, um dies zu bewerkstelzylinder
in kontinuierlicher Bewegung befindet. Jede ligen, ist folgendes: Ein flüssiges, gießbares Mate-Charge
läßt man mindestens bis zum Gelzustand 45 rial, ζ. B. ein flüssiges, polymerisierbares Material,
verfestigen, bevor man die nächste Harzmenge zu- oder eine Gips-Wasser-Mischung oder ein niedriggibt.
Auf diese Weise kann die Schrumpfung und schmelzendes Metall, das durch Erhitzen flüssig
Verwerfung tatsächlich vermieden werden, und es gemacht worden ist, wird in einer vorherbestimmten
läßt sich jede Schalendicke herstellen. Menge in den Innenraum eines axial drehbaren
Ein Vorteil der Verwendung einer flexiblen 50 starren Zylinders mit geeignet angeordneten End-Schicht
mit der erhabenen Vorlage auf ihrer Ober- flächen, die das flüssige, gießbare Material am Ausfläche
als Auskleidung für den axial drehbaren fließen hindern, eingeführt und dem Schleuderguß
Zylinder ist der, daß unter den gewünschten Be- unterworfen, so daß sich ein zusammengesetztes
dingungen einer Schrumpfung von Null die Guß- zylindrisches Röhr bildet. Die Menge des gießbaren
schale und die Auskleidung aus dem Gußzylinder 55 Materials wird so gewählt, daß der innere Umfang
als eine Einheit gleiten können, ohne daß die be- der zusammengesetzten zylindrischen Röhre dermusterte
Oberfläche der Schale beschädigt wird. D,ie jenige ist, der erforderlich ist, um die gewünschten
Schicht kann dann von der Schale abgezogen werden. Umfangsabmessungen der Schale einer Druckwalze
Die Harzgußstücke können, falls erwünscht, ver- zu ergeben, nachdem der Guß in ihm und mittels
stärkt werden, etwa dadurch, daß man eine End- 60 einer der oben beschriebenen Maßnahmen durchplatte
der drehenden Zylinderanordnung entfernt, geführt worden ist, jedoch bei einer Temperatur bei
nachdem wenigstens eine Harzschicht sich verfestigt der das vorher gegossene Material stabil ist.
hat und die erforderliche Vorlage trägt und man Bei einem anderen Verfahren kann man einen dann Glasfasern (z. B. in Form von Faserflies bzw. starren axial drehbaren Zylinder mit größerer Glasseidenmatten) einführt, so daß sie ungefähr die 65 Länge, als sie für die fertige Druckwalze erforder-Form der inneren Oberfläche des Gußzylinders an- lieh ist, in seinem Innenraum mittels einer Unternehmen, worauf man die Vorrichtung wieder zu- teilungsvorrichtung in eine Hauptkammer der gesammenstellt und weiteres Harz in oder auf die wünschten Walzenlänge und eine Überströmkammer
hat und die erforderliche Vorlage trägt und man Bei einem anderen Verfahren kann man einen dann Glasfasern (z. B. in Form von Faserflies bzw. starren axial drehbaren Zylinder mit größerer Glasseidenmatten) einführt, so daß sie ungefähr die 65 Länge, als sie für die fertige Druckwalze erforder-Form der inneren Oberfläche des Gußzylinders an- lieh ist, in seinem Innenraum mittels einer Unternehmen, worauf man die Vorrichtung wieder zu- teilungsvorrichtung in eine Hauptkammer der gesammenstellt und weiteres Harz in oder auf die wünschten Walzenlänge und eine Überströmkammer
aufteilen. Ein Überschuß an flüssigem gießbarem Material wird in die Hauptkammer gegeben, und
während des Schleudergießens wird das über die zur Fertigstellung des Zylinders der erforderlichen
inneren Umfangsabmessungen überschüssige Material in die Überströmkammer ablaufen. Die Uberströmkammer
wird abgeschnitten und der zusammengesetzte Zylinder wie oben beschrieben verwendet.
Beim kontinuierlichen, mehrstufigen Drucken auf bestimmten Materialien, wie einem regenerierten
Cellulosefilm, können nach allgemeiner Erfahrung Längsverwerfungen während seines Durchgangs
durch die verschiedenen Stufen auftreten, Walzen mit genau abgestuften Größen sind erforderlich, um
diesen Verwerfungen zu begegnen und um eine genaue Registrierung der aufeinanderfolgenden Eindrücke
wiederzugeben. Solche Walzen können nach dem oben beschriebenen Verfahren leicht hergestellt
werden.
Ein weiterer Vorteil dieser Verfahren zur Herstellung des äußeren Zylinders für das Hauptgießverfahren
ist, daß keine exakte maschinelle Bearbeitung des äußeren Zylinders erforderlich ist. Das
Schleudergußverfahren der Oberfläche, auf der die Gußschale anschließend in ähnlicher Weise gegossen
wird, gewährleistet, daß sie mit genau der gleichen präzisen zylindrischen Umfangsform hergestellt
wird.
Ein günstiger Umstand beim Schleudergußverfahren besteht darin, daß Luftbläschen, die in die
Gießflüssigkeit eingeschleppt worden sind, durch die Drehung nach innen getrieben werden und nicht
zu Fehlstellen in der fertigen Druck- oder Prägeoberfläche führen können. Andererseits können
Verstärkungsmittel und härtende Füllpulver eingearbeitet werden, die im allgemeinen dichter sind als
das Gießmaterial und dazu neigen, zur äußeren Oberfläche zu wandern, wo ihre Ansammlung vorteilhaft
ist und wirtschaftlich zweckmäßig erscheint.
Wenn man lichtempfindliche Kolloidzubereitungen zur Herstellung der Formoberfläche verwendet,
können sie zuerst vorbehandelt werden, um den jeweiligen Feuchtigkeitsbedingungen zu entsprechen.
Diese Kolloide können nämlich Feuchtigkeit unter hoher Luftfeuchtigkeit absorbieren und dabei anschwellen.
Bei. der Herstellung von Gravür-Druckwalzen ist es beispielsweise erforderlich, dafür zu
sorgen, daß keine Verzerrungen bei den Hohlraumumrissen und -abmessungen eintreten, indem man
das Kolloid unmittelbar vor der Gießverarbeitung auf eine besondere Feuchtigkeitsstufe einstellt.
Das Anschwellen dieser Kolloide bei hoher Feuchtigkeit oder beim Eintauchen in Wasser kann vorteilhafterweise
angewendet werden, um beim Gravürdrucken erhöhte Hohlraumabmessungen zu erhalten.
Die vorherige Behandlung und Einstellung auf einen ziemlich hohen Feuchtigkeitsgehalt hat
sich für manche Fälle, insbesondere wenn man Polyesterharze verwendet, als vorteilhaft erwiesen, um
eine Adhäsion zwischen der Kolloidzubereitung und dem Gießharz zu vermeiden. Die Abtrennung ist
sauber, und es hat sich als möglich gezeigt, mehrere Schalen mit der gleichen Form ohne Einbuße an
Präzision zu gießen.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert, wobei Teile und Prozentangaben in Gewichtseinheiten
gemacht sind.
Die Fläche mit der Vorlage wurde nach bekannten Verfahren wie folgt hergestellt:
Ein Kohlegewebe bzw. Kohlepapier mit einer wirksamen Gelatinezusammensetzung in einer Tiefe
von 0,0040 cm wurde lichtempfindlich gemacht durch Eintauchen in eine wäßrige Bichromatlösung,
dann auf einer polierten, rostfreien Stahlplatte ausgequetscht, getrocknet und von der Stahlfläche entfernt.
Es wurde dann auf einen Druckrahmen hinter einem photographischen Negativ befestigt und durch
einen Gravürraster mit 150 Teilen pro 2,54 cm und einem Verhältnis von 2: 1 mittels einer Kohlenbogenlampe
12 Minuten lang belichtet. Diese Zeit hat sich bei einer Reihe von vorhergehenden Probebelichtungen
als geeignet erwiesen. Die Gelatinefläche des belichteten Gewebes wurde auf eine
polierte Messingplatte von 0,0128 cm Dicke gepreßt,
ao getrocknet und dann in warmes Wasser eingetaucht. Sobald das Wasser in die Abtrennschicht eingedrungen
ist und sie erweicht hat, wurde der Papieruntergrund abgeschält, und das warme Wasser ließ
man sanft auf die belichtete Gelatineoberfläche einwirken, um diejenigen Teile wegzulösen, die durch
das Licht nicht unlöslich gemacht wurden. Nach der Entwicklung des erhabenen Bildes wurde die
Schicht in klarem Wasser gewaschen und an warmer Luft getrocknet.
Die Schleudergußanordnung bestand aus einem horizontalen Kupferhohlzylinder, der eine kräftige
Chromschicht auf seiner inneren zylindrischen kreisförmigen Oberfläche trug und mit leicht entfernbaren
Endplatten ausgestattet war. Eine Endplatte wurde mit einem in seiner Geschwindigkeit
variierbaren Motor über eine flexible Kupplung verbunden, während die andere eine hohle Verlängerung
besaß, die als Zuführöffnung diente.
Die Zylinderinnenfläche und die nach innen geneigten Oberflächen der Endplatten wurden dünn
mit einem Silikonfett bestrichen und auch die Messingschicht wurde, nachdem sie in Abschnitte geschnitten
und annähernd in die zylindrische Form, die ungefähr der Form der inneren Zylinderoberfläche
entsprach, gewalzt wurde, sehr schwach an ihrer äußeren Oberfläche eingefettet, in eine etwas
mehr gebogene Form gedrückt und in den Zylinder eingesetzt. Sie sprang locker an die dafür vorgesehene
Stelle; mit leichtem Druck unter Verwendung eines nicht fusselnden Tuches konnte infolge der
Fettschicht auf den sich berührenden Oberflächen eine lockere Haftung bewirkt werden. Ein zusätzlicher
Druck wurde entlang der Verbindungsstellen aufgebracht, um etwa vorhandenes Fett herauszudrücken.
Die Gußapparatur wurde zusammengesetzt und mit einer Umdrehungszahl von 1000 UpM 5 Minuten
lang in Betrieb gesetzt, wodurch die Messingschicht in dichte Berührung mit der inneren Zylinderwand
gebracht wurde.
200 Teile eines handelsüblichen Epoxyharzes, z. B. eines mit einem Epoxyäquivalent von 184 bis
194 und hergestellt durch Umsetzung von Epichlorhydrin und Diphenylolpropan, wurden mit 50 Teilen
eines modifizierten Amin-Härtungskatalysators (Polyäthylenimine) vermischt und die Mischung in
den sich drehenden Zylinder mittels einer Zufuhröffnung eingeführt, die ausreichend war, um eine
Claims (1)
- 9 10Ablagerang von etwa 0,128 cm Dicke zu erreichen. fahrensstufen verwendet wie im Beispiel 1, wodurchNach 6 Stunden wurde die Umdrehungszahl auf man eine Gußschale erhielt.
500 UpM vermindert und eine weitere Harzmengezugegeben. Zwei gleichartige Mengen wurden nach- Beispiel IVeinander in Intervallen von 6 Stunden zugegeben. 5 Ein gerastertes Negativ wurde nach bekanntenNach Verfestigung der letzten Harzcharge wurde Verfahren unter Verwendung eines Purpurrastersdie Drehung unterbrochen, die Apparatur ausein- hergestellt; dieses wurde dann bei einer Reihe vonandergenommen und die gegossene Walzenschale Verfahrensschritten wie sie im Beispiel I beschrie-entfernt. Das Gußstück wurde in warmes Wasser ben sind, zunächst zur Herstellung eines Reliefbildsgegeben, das ein Reinigungsmittel enthielt. Nach io aus einer Gelatinezubereitung auf einem Messing-5minutiger Verweilzeit wurde die anhaftende Gelan- blech verwendet, worauf von ihm eine Gußschaletine durch schwaches Bürsten entfernt. Es wurde hergestellt wurde, die auf einer Welle befestigt wurdedann trocken gewischt und zur vollständigen Här- und als umgekehrte Halbton-Gravürwalze diente, rung 12 Stunden lang (mit einem Ende) in einenOfen gelegt, der sich bei 1000C befand. l5 Patentansprüche:Die dünne erhabene Längslinie aus Harz, entsprechend dem Spalt zwischen den Enden der 1. Verfahren zur Herstellung einer walzen-Messingschicht, wurde dann durch Schaben bzw. förmigen Hoch- oder Tiefdruckform, wobei ein Polieren mit einer scharfen Kante, schwachem flüssiges Material in einen hohlen, um seine Schleifen mit gebrochenem feinem Schleifpapier ao Längsachse drehbaren Zylinder gegossen wird, und abschließendem Polieren entfernt, so daß man der ein erhabenes oder vertieftes Muster auf eine kontinuierliche Krümmung ohne Unebenheiten seiner Innenfläche trägt und das Material zum erhielt. Verfestigen gebracht wird, solange es in Berüh-Die fertige Gußschale wurde auf einer Welle mit rung mit dem Muster ist und sich der Zylinder geeigneter Ausgestaltung der Endflächen befestigt, as um seine Achse dreht, dadurch gekennwodurch sich eine Gravürdruckwalze ergab. Von zeichnet, daß als flüssiges Material eine polyihr wurden in kontinuierlicher Weise Drucke auf merisierbare Substanz verwendet und die PoIyregeneriertem Cellulosefilm, auf Polyäthylenfilm so- merisation während der Berührung mit dem wie auf Papier mit Hilfe der üblichen Verfahren Muster bewirkt wird, solange sich der Zylinder hergestellt. Die Drucke unterschieden sich in vor- 30 dreht.teilhafter Weise von denen, die mit üblichen chrom- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch geplattierten, Kupfer-Gravürwalzen hergestellt worden kennzeichnet, daß das auf photomechanischem sind. Wege hergestellte Muster in Form eines Reliefs In Abänderung des oben beschriebenen Verfah- oder vertieften Bildes aus einem lichtempfindrens kann die erste Harzcharge auch 50% (bezogen 35 liehen Kolloid auf einem flexiblen Material auf eine Harzmenge) eines Schieferpulvers der innerhalb des Zylinders befestigt wird.
Korngröße von 300 Maschen (0,053 mm) Schiefer 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch enthalten. gekennzeichnet, daß als flüssiges polymerisier-BeisDielll bares Material ein flüssiges Harz, vorzugsweise ™ 40 ein Epoxyharz oder ein Polyesterharz verwendet Bei einer gleichartigen Folge von Verfahrens- wird, das in situ im Zylinder ohne Zufuhr äußeschritten wie im Beispiel I bestand die erste Charge rer Hitze polymerisiert.aus 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch geflüssigem Mischpolyester von Malein- kennzeichnet, daß mehrere Harzchargen nachsäureanhydrid und Äthylenglykol, 45 einander in den Zylinder gegossen werden.gelöst in Styrol 200 Teile 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurchMethyläthylketonperoxyd 4 TeUe gekennzeichnet daß ein zweiter Hohlzylinder„, ' ,.. * λ rr. -ι koaxial innerhalb des hohlen, drehbaren ZyIm-Kobaltnaphthenat 4 Teile defS angeordnet wird> so daß ^ beide Zylin-und zwei Schichten von Glasfaserflies, die eingelegt 50 der zusammen drehen und das flüssige Materialwurden, bevor die drei weiteren gleichartigen Harz- in den ringförmigen Raum zwischen den beidenmengen zugegeben wurden. Das auf diese Weise Zylindern gegossen wird.erhaltene Gußstück wurde nicht in einem Wärme- 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurchofen behandelt. gekennzeichnet, daß der Gußzylinder durchBeispiel III 55 Schleudergießen eines Materials innerhalb einessich drehenden Zylinders hergestellt wird, derDie Innenseite eines Schleudergußzylinders der einen größeren Innendurchmesser als dergleichen Art, wie er im Beispiel I beschrieben wurde, Außendurchmesser der zu gießenden Schalewurde durch Sandstrahlen behandelt und gereinigt. besitzt.
Nach dem Zusammensetzen der Vorrichtung wurde 60ein Epoxyharz aus In Betracht gezogene Druckschriften:Epoxyharz mit einemEpoxyäquivalent USA.-Patentschrift Nr. 2 581718;von 184 bis 194 200 Teile Patentschrift Nr. 11 388 des Amtes für Erfin-Polyäthylenimin-Härtungskateiysator' 50Teüe Jungs- und Patentwesen in der sowjetischen65 Besatzungszone Deutschlands;dem Schleudergußverfahren unterworfen. Die auf A. F. Cy gax, »Moderne Chemigraphie in Theorie dem Zylinder befindliche Harzschicht wurde dann und Praxis«, Polygraph-Verlag Frankfurt/M, 1957,als Gußzylinder für eine gleichartige Reihe von Ver- S. 480.509 759/37 12.65 © Bundesdruckerei Berlin
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