-
Verfahren und Vorrichtung zum Einlegen von Wicklungen in die Nuten
eines Ankerkernes von elektrischen Maschinen Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zum Einlegen von Wicklungen in die Nuten eines Ankerkernes von elektrischen Maschinen,
bei welchem zunächst der Länge jeder Wicklung entsprechende Drahtlängen zugeschnitten
und anschließend einzeln oder gleichzeitig zu mehreren in die Nuten gewickelt werden,
wobei die freien Enden der einseitig an der Ankerwelle befestigten Drahtlängen vor
dem Einlegen in die jeweilige Nut gleichzeitig derart radial nach außen gespannt
werden, daß sie mit ihren jeweiligen Nuten, in die sie eingelegt werden sollen,
in einer Ebene liegen, sowie eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens.
-
Bei einem solchen bekannten Verfahren ist jeder einzelnen Wicklung
eine eigene zugeschnittene Drahtlänge zugeordnet, was erfordert, daß vor dem Bewickeln
des Ankers jede einzelne Drahtlänge mit ihrem einen Ende nahe der Ankerwelle festgelegt
werden muß. Da auf die Drähte beim Bewickeln beträchtliche Zugbeanspruchungen ausgeübt
werden, müssen die Drahtenden also an einer nahe der Ankerwelle befindlichen Stelle
genügend zuverlässig festgelegt werden, was bei der zumeist großen Wicklungszahl
umständlich und zeitraubend ist. Überdies müssen nach der Bewicklung auch alle einzelnen
Wicklungen einzeln elektrisch überprüft werden, was ebenfalls zeitraubend ist und
überdies geeignete Fachkräfte erfordert.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorgenannten Mängel
zu vermeiden und durch ein geändertes Bewicklungsverfahren insbesondere den kostbaren
Zeitaufwand für die Wicklungsüberprüfung herabzusetzen.
-
Die gestellte Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jede
Drahtlänge der Länge von zwei Wicklungen entspricht, die in der Mitte der Drahtlänge
schlaufenartig an einem Ende der Ankerwelle eingehängt wird und die beiden Drahtenden
in zwei Nutpaare zum Bilden zweier Wicklungen eingelegt werden.
-
Durch ein solches Verfahren wird nicht nur die für das Einlegen der
Drahtlängen erforderliche Arbeitszeit gegenüber der Arbeitszeit bei dem zugrunde
gelegten bekannten Verfahren etwa halbiert, weil für je zwei Wicklungen lediglich
die in der Mitte jeder doppelten Drahtlänge gebildete Schlaufe auf einen Zapfen
od. dgl. eingehängt zu werden braucht, sondern es wird auch für die anschließende
elektrische Überprüfung der einzelnen Wicklungen nur die halbe Zahl von Prüfungen
benötigt, weil mit jeder Prüfung jeweils die doppelte Drahtlänge erfaßt wird. Schließlich
ergibt sich gegenüber dem der Erfindung zugrunde gelegten bekannten Verfahren auch
noch eine vereinfachte Vorbereitungsarbeit, da für die Vorbereitung der doppelten
Drahtlängen nur die halbe Schnittzahl ausgeführt zu werden braucht.
-
Es ist zwar bereits bekannt, die Wicklungen aufeinanderfolgend von
einer Drahtspule abzuwickeln und die Schlaufen der einzelnen Wicklungen anschließend
zu durchschneiden. Hier steht dem Wegfall des vorherigen Zuschnitts von Drahtlängen
der Nachteil gegenüber, daß die verwendeten Drähte vor der Bewicklung kaum hinreichend
(mechanisch) überprüft werden können, so daß sich unterlaufene Mängel, die bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren schon bei der Handhabung der zugeschnittenen Drahtlängen
erkannt werden können, erst nach der fertigen Bewicklung bei der elektrischen Überprüfung
herausstellen. Beim Abwickeln von Spulen größerer Länge ergibt sich erfahrungsgemäß
auch keine so gleichmäßige Länge der einzelnen Wicklungen und damit keine so vorteilhafte
geringe Unwucht, wie sie beim erfindungsgemäßen Verfahren eingehalten werden kann.
-
Nach einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die
für zwei Wicklungen zugeschnittene Drahtlänge U-förmig gebogen und jedes der beiden
von der Schlaufe in der Mitte ausgehenden Drahtenden zu einer schraubenförmigen
Wendel aufgewickelt, worauf die Drahtlänge mit der Schlaufe
an einem
Ende der Welle des Kernes lösbar befestigt und die beiden Wedeln um je eine parallel
zu der Welle liegende Achse drehbar angebracht werden, wobei der Draht beim Wickeln
von diesen Wendeln abgezogen wird.
-
Eine besonders einfache, zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens
geeignete Vorrichtung ist durch eine Klemmvorrichtung für das eine Wellenende des
Ankerkernes, durch oberhalb des Kernes und symmetrisch zu seiner Achse vorgesehene
Stifte für das Einhängen der Drahtschlaufen und durch außerhalb des Kernes liegende,
radiale Führungen gekennzeichnet, um die Drahtlängen den Nuten des Kernes zuzuführen.
-
Andere Ausgestaltungen betreffen weitere konstruktive Einzelheiten
der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren und die zugehörige erfindungsgemäße
Vorrichtung eignen sich nicht nur zum ersten Bewickeln neuer Anker, sondern in gleicher
Weise auch zur Neubewicklung bereits verwendeter und zu reparierender Anker, zumal
die erfindungsgemäße Vorrichtung verhältnismäßig einfach und billig herstellbar
und damit auch für Reparaturwerkstätten wirtschaftlich verwendbar ist.
-
In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht;
es zeigt F i g. 1 eine Ansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Herstellen
der Wicklungen eines Ankerkernes einer elektrischen Maschine, F i g. 2 eine Draufsicht
auf einen Teil der Vorrichtung, in Richtung der Pfeile 2-2 der F i g. 1 gesehen,
F i g. 3 einen Schnitt nach Linie 3-3 der F i g. 1, F i g. 4 einen Schnitt nach
Linie 4-4 der F i g. 1, F i g. 5 eine Draufsicht auf einen Teil der Vorrichtung
gemäß F i g. 1 in größerem Maßstab, F i g. 6 eine Draufsicht auf die Vorrichtung
nach F i g. 1, wobei der Klarheit halber einige Teile weggelassen sind, F i g. 7,
8 und 9 Teilansichten der Vorrichtung nach F i g. 1, die verschiedene Arbeitsgänge
beim Einlegen der Wicklungen in die Nuten des Ankerkernes veranschaulichen, F i
g. 10 den Ankerkern von unten, mit zwei Windungen in gegenüberliegenden Nuten des
Ankers, F i g. 11 eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Drahtelement zur Verwendung
in der Vorrichtung gemäß F i g. 1, F i g. 12 eine Draufsicht auf einen Teil der
Vorrichtung in vergrößertem Maßstab, ; F i g. 13 eine Draufsicht auf eine andere
Ausführungsform des Drahtelementes und F i g. 14 eine Seitenansicht des Drahtelementes
nach F i g. 13.
-
Erfindungsgemäß wird von einem Draht ausgegangen, dessen Länge zur
Herstellung von zwei Wicklungen auf dem Ankerkern eines elektrischen Generators
oder Motors ausreicht. Das Ausführungsbeispiel behandelt die Herstellung von Wicklungen
eines Ankerkernes, der vierzehn Nuten besitzt, wobei die fertigen Wicklungen jeweils
aus einem gesonderten Draht bestehen. Selbstverständlich kann die Erfindung auch
zum Wickeln von Kernen verwendet werden, die mehr oder weniger Nuten besitzen und
bei denen jede Wicklung aus zwei oder mehr gesonderten Drähten besteht. Beim Ausführungsbeispiel
besteht jedes Drahtelement (F i g. 11) aus zwei Leitern 10 und 11, die elektrisch
isoliert und jeweils lang genug für zwei Wicklungen sind. Einer der Leiter, z. B.
der Leiter 11, kann mit einem üblichen Baumwollüberzug versehen sein. Diese beiden
Leiter werden etwa in der Mitte 13 U-förmig gebogen, so daß jeder Schenkel 12, 12'
zur Herstellung einer Wicklung ausreicht. Im Bereich 14 der Biegung ist die Isolierung
entfernt; sie kann ebenso an den Drahtenden 15 entfernt werden. Die Leiter 10, 11
können z. B. mittels eines Klebstreifens 16 zusammengehalten werden, der an der
Biegung 13 herumgewickelt wird. Die Vorbereitung der Drähte kann daher unabhängig
von der Bewicklung an einem getrennten Ort erfolgen.
-
In den F i g. 13 und 14 ist ein Draht 17 gezeigt, der in oben beschriebener
Weise vorbereitet wurde, doch sind hier die Schenkel 12 und 12' zum Teil schraubenförmig
zu Rohrstutzen 18 und 18' aufgewickelt. Diese Ausführungsform besitzt gewisse Vorteile,
die sich aus der nachstehenden Beschreibung ergeben.
-
Das Wickeln der vorbereiteten Drähte in die Nuten eines Ankerkernes
wird nachstehend in Verbindung mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
20
(F i g. 1) beschrieben, die sich besonders zur Durchführung des neuen Verfahrens
eignet. Die Vorrichtung 20 weist einen aufrechten Pfosten oder Zylinder 21 auf,
der vorzugsweise aus einem Rohr aus geeignetem Material besteht. Dieser Pfosten
ist auf einem (nicht gezeigten) Fundament befestigt und dient als starrer Träger,
an dem die verschiedenen anderen Teile der Vorrichtung angebracht sind. Eine als
Ganzes mit 22 bezeichnete Drehscheibe ist drehbar und längsverschiebbar am Pfosten
21 angeordnet. Zur Drehscheibe 22 gehört eine kreisförmige Platte 23 mit einer Mittelöffnung
24, deren Durchmesser etwas größer ist als der Durchmesser des zu bewickelnden Teils,
z. B. des Kernes 25, in dessen Nuten 25' die vorbereiteten Drähte gewickelt
werden sollen. Die Platte 23 ist mit einer ringförmigen Aussparung 26 versehen,
die von der Kante der Öffnung 24 nach außen führt. Eine zweite kreisförmige Platte
27, deren Durchmesser im wesentlichen dem Durchmesser der Platte 23 entspricht,
ist konzentrisch auf dieser angeordnet und mittels Schrauben 28 an ihr befestigt.
Die Platte 27 besitzt eine Mittelöffnung 29, deren Durchmesser geringer ist als
der Durchmesser der Aussparung 26, so daß ein Rand 30 gebildet wird, der über die
Aussparung 26 vorspringt und eine ringförmige Nut oder Führung 31 bildet, in der
ein flacher Ringkörper 32 drehbar gelagert ist, dessen Innendurchmesser im wesentlichen
dem,Durchmessei der Öffnung 24 entspricht. Eine Deckplatte 33, die beliebige Form
haben kann, ist hier kreisförmig gezeichnet und weist eine Mittelöffnung 34 (F i
g. 6) auf. Der Rand dieser Öffnung liegt über der Platte 23 und ist dieser gegenüber
mit Klemmschrauben 35 gehalten.
-
Eine Hülse 36 mit einem Flansch 37 ist verschiebbar auf dem Pfosten
21 angebracht und über Stäbe 38 mit dem Ringkörper 32 verbunden, wobei die Enden
der Stäbe an dem Ringkörper 32 und dem Flansch 37 befestigt sind und die Stäbe an
dem Ringkörper einander diametral gegenüberliegend angeordnet sind.
-
Eine zweite Hülse 39 ist längs des Pfostens 21 verschiebbar unterhalb
der Hülse 36 angebracht und mit dieser über eine Zahnstange 40 verbunden, die in
geeigneter Weise, z. B. durch Schweißen, an den Hülsen befestigt ist. Ein Zahnrad
41, das mit der
Zahnstange 40 im Eingriff steht, ist starr auf einer
Welle 42 befestigt. Die Welle 42 ist in einem Lager 43 drehbar, das
von zwei rechteckigen Riegeln 44 gebildet wird, die auf diametral gegenüberliegenden
Seiten am Pfosten 21 befestigt sind und zwischen denen die Zahnstange 40 hindurchführt.
Die Welle 42 ist auf einer Seite des Lagers 43 (F i g. 3) verlängert
und mit einem Handrad 45 versehen, das mehrere Speichen 46 als Handgriffe aufweist.
Durch Drehen des Rades 45 wird also das Zahnrad 41 gedreht und dadurch über die
Zahnstange 40, die Hülse 36 und die Stäbe 38 die Drehscheibe 22 längs des Pfostens
21 nach oben oder nach unten verschoben.
-
Um eine freie Gleitbewegung der Drehscheibe 22 und ihrer Halterung
unter dem Einfluß der Schwerkraft zu verhindern, ist eine Bremstrommel 47 (F i g.
1 und 3) an dem Zahnrad 41 vorgesehen, die sich mit diesem dreht. Gegebenenfalls
kann die Trommel mit dem Zahrad 41 einstückig ausgebildet sein. Ein Bremsband
48 (F i g. 1) ist um die Trommel 47 geführt und mit einem Ende an einer ösenverriegelung
49 befestigt, die ihrerseits an einem von der Seite des Lagers 43 herunterhängenden
Bügel 50 fest angebracht ist. Das andere Ende des Bandes ist bei 52 an einer Drehschelle
51 befestigt. Ein hakenartiges Teil 53 der Verriegelung 49 ragt in das andere Ende
der Drehschelle. Auf diese Weise kann die Spannung des Bremsbandes 48 so
eingestellt werden, daß sie einer freien Gleitbewegung der Drehscheibe
22 entgegenwirkt.
-
Das obere Ende des Pfostens 21 ist mit einer Klemmvorrichtung 54 zur
Aufnahme und richtigen Ausrichtung des Kernes 25 versehen. Die Klemmvorrichtung
54 ist in ihrer einfachsten Ausführung gezeigt mit einer Buchse 55, die in
den Hohlpfosten 21 eingesetzt und -von einer Stellschraube 56 lösbar gehalten ist.
Der Innendurchmesser der Buchse 55 entspricht dem verringerten Querschnitt des Endes
57' der Ankerkernwelle 57, das von einer Stellschraube 58 in der Buchse 55 gehalten
wird. Das Ende 57' der Welle 57 bildet einen Bund 59, der an der Buchse 55 anliegt
und die richtige Anordnung des Ankerkernes 25 gewährleistet. Die Buchse 55 kann
natürlich jeweils gegen eine Buchse ausgetauscht werden, deren Bohrung dem Wellenquerschnitt
des gerade zu wickelnden Ankerkernes entspricht. Zum Anbringen und Abnehmen eines
Ankers 25 kann die Drehscheibe 22 längs des Pfostens 21 bis unter die Klemmvorrichtung
54 gesenkt werden (F i g. 7). Es ist ersichtlich, daß die von Hand zu bewegende
Scheibe 22 in beiden Richtungen in jeder beliebigen Stellung angehalten werden kann.
-
Die Drehscheibe 22 ist mit Teilen versehen, die bei Drahtelementen
gemäß F i g. 11 als Führungen und bei Drahtelementen gemäß F i g. 13 und 14 als
Halter dienen. Zu diesem Zweck sind mehrere senkrecht angeordnete Zylinder 60 vorgesehen,
die im gleichen Abstand voneinander am äußeren Teil der Deckplatte 33 angeordnet
sind (F i g. 6). Die Anzahl der Zylinder 60 entspricht der Anzahl der Nuten 25'
im Kern 25. Die Zylinder 60 sind mit einer Bohrung 61 ausgeführt (F i g. 1), durch
die ein mit einem Kopf versehener Stift 62 gesteckt ist, der mit einem Gewindeteil
63 kleineren Durchmessers durch die Deckplatte 33 hindurchgeführt und mittels einer
Klemm-Mutter 64 gehalten ist. Auf diese Weise sind die Zylinder auf den Stiften
62 drehbar; sie bestehen vorzugsweise aus einem Fasermaterial od. dgl., um ein Scheuern
der um die Zylinder herumgeführten Drähte zu verhindern. Am Rande der Deckplatte
33 sind mehrere senkrechte Stifte 65 in etwa gleichem Abstand voneinander angebracht.
-
Eine Führungsplatte 66, über die die Drähte zu dem Kern
25 geführt werden, ist aus einem Fasermaterial hergestellt und besteht aus
einer kreisringförmigen Platte (F i g. 2), deren Mittelöffnung 67 im Durchmesser
etwa dem der Öffnung 24 entspricht. Die Oberseite der Führungsplatte 66 weist eine
nabenartige Verstärkung 68 auf mit einer inneren ringförmigen Aussparung 69 und
mehreren Führungen 70, die sich radial erstrecken und gleichen Abstand voneinander
haben. Die Anzahl der Führungen 70 entspricht der Anzahl der Nuten 25' des Kernes
25. Die Führungsplatte 66 ist konzentrisch zu der Platte 23 angeordnet und mittels
Schrauben 71 lösbar an dieser befestigt.
-
Ein ringförmiger Aufsatz 72 (F i g. 1 und 5) ist mit mehreren Stiften
73 in gleichem Abstand voneinander sowie einer Mittelöffnung 74 (F i g. 5)
versehen, die das abgedrehte Ende 76 der Welle 57 aufnimmt. Die Anzahl der Stifte
73 beläuft sich auf die Hälfte der Anzahl der Führungen 70 in der Führungsplatte
66.
-
Die Drehscheibe 22 kann von Hand in beiden Richtungen um 180° gedreht
werden. Zu diesem Zweck sind zwei kurze Arme 77 diametral gegenüberliegend an der
Platte 30 nach unten gerichtet angebracht und an ihrem unteren Ende mit einstellbaren
Anschlägen 78 (F i g. 4) versehen. Gemäß der Darstellung besteht jeder Anschlag
78 aus einem Gewindebolzen 79, der mittels einer Feststellmutter 80 einstellbar
in seiner Stellung befestigt wird. An einem der Stäbe 38 ist ein Arm 81 so angebracht,
daß er mit den Anschlägen 78 in Eingriff gelangen kann. Aus F i g. 4 ist ersichtlich,
daß der Arm 81 in beiden Richtungen um 180° gedreht werden kann.
-
Zu Beginn des Wickelvorganges wird die Drehscheibe 22, wie in F i
g. 7 gezeigt, gesenkt, so daß sich die Klemmvorrichtung 54 oberhalb der Plattenabdeckung
befindet. Dann wird das Ende 57' der Ankerwelle 57 in die Klemmvorrichtung 54 eingesetzt
und befestigt, und die Nuten 25' werden mit den Führungen 70 der Führungsplatte
66 ausgerichtet. Der Aufsatz 72 wird drehbar auf das obere Ende 76 der Welle
57 aufgesetzt. Dann wird der Tisch in die in F i g. 1 gezeigte Stellung angehoben,
so daß sich die Stifte 73 auf der Höhe der Führungen 70 befinden. Hierauf können
die vorbereiteten Drahtelemente auf der Vorrichtung angeordnet werden.
-
Wenn der Kern 25 mit Drahtelementen gemäß F i g. 11 umwickelt werden
soll, wird die Schlaufe 13 eines Drahtelementes um einen Stift 73 gelegt, und die
Schenkel 12 und 12' werden in nebeneinanderliegende Führungen 70 in der Führungsplatte
66 eingelegt, worauf der Draht 12 um einen Zylinder 60 und der Draht 12' um einen
benachbarten Zylinder 60' geführt wird (F i g. 6). Die freien Drahtenden werden
dann in den ringförmigen Raum zwischen den Zylindern 60 und den Stiften 65 gelegt.
Das nächste Drahtelement wird in gleicher Weise an einem Stift 73 festgelegt, dann
durch zwei nebeneinanderliegende Führungen 70 und um Zylinder 60 geführt,
und schließlich werden die Enden in dem freien Raum zwischen den Zylindern 60 und
den Stiften 65 angeordnet. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis sieben Drahtelemente
in richtiger Lage auf
der Drehscheibe angeordnet und an den Stiften
73 befestigt sind. Aus Gründen der Deutlichkeit ist in F i g. 6 nur ein einziger
Draht gezeigt. Es ist ersichtlich, daß nach dem Anbringen aller Drähte auf der Maschine
die Drähte von den sieben Stiften 73 ausgehen und die Drahtenden 12, 12' um je einen
Zylinder 60 geführt sind, wobei die freien Enden dieser Drähte in dem Ringraum zwischen
den Stiften 65 und den Zylindern 60 übereinandergelegt werden. Als nächstes
wird ein Verschlußglied 82 auf der Führungsplatte 66 angebracht, um die Drähte in
den Führungen 70 festzuhalten. Dieses Glied besteht aus einer kreisförmigen
Platte, deren Durchmesser 83 gleich dem Durchmesser der Führungsplatte 66 ist mit
einer Mittelöffnung, deren Durchmesser dem Durchmesser der öffnung in der Platte
66 entspricht. Das Verschlußglied 82 besteht aus einem Fasermaterial und besitzt
eine ringförmige Lippe 84 (F i g. 1), die in die Aussparung 69 der Führungsplatte
66 paßt. Das Glied 82 wird mittels eines mit Schraubgewinde versehenen Teiles 85
lösbar befestigt. Dann kann die Drehscheibe 22 gesenkt werden, wodurch sich die
Drähte in die Nuten 25' legen, die, wie erwähnt, mit den Führungen 70 fluchten (F
i g. 8). Durch den Zug der Drähte an dem Aufsatz 72 wird eine Bewegung dieses Teiles
relativ zu der Welle 57 verhindert. Die Scheibe 22 wird so weit gesenkt, daß sie
sich etwa 2,5 cm unterhalb des unteren Endes des Kernes 25 befindet. Dabei werden
die Drähte 12 und 12' über die ganze Länge des Kernes in die Nuten eingelegt. Hierauf
kann die Scheibe 22 von Hand um 180° gedreht werden, so daß der gegenüberliegende
Anschlag 78 mit dem Arm 81 in Eingriff gelangt. Hierbei werden die Drähte gekreuzt
und fluchtrecht mit den gegenüberliegenden Nuten angeordnet, in die sie eingelegt
werden sollen. Dann wird die Drehscheibe wieder angehoben, damit sich die Drähte
in diese gegenüberliegenden Nuten im Kern 25 einlegen (F i g. 9). Nach dem Anheben
liegt die Oberseite der Scheibe 22 etwa 2,5 cm über dem oberen Ende des Kernes 25.
Anschließend wird die Scheibe 22 wieder in ihre Ausgangsstellung gedreht, wobei
die Drähte gekreuzt und wieder mit den Nuten ausgerichtet werden, in die sie zuerst
eingelegt wurden. F i g. 9 zeigt, wie die Drahtschenkel jeweils von einem Stift
73 über eine Seite des Kernes 25, dann über dessen Boden und hierauf über die andere
Seite des Kernes geführt und anschließend wieder mit der ursprünglichen Nut ausgerichtet
werden. Damit ist eine Windung der Wicklung fertiggestellt. Die Drehscheibe 22 wird
dann erneut gesenkt, gedreht und wieder angehoben, um die zweite Windung auf die
erste zu legen. Auf diese Weise wird die Wicklung fertiggestellt, wobei die Drahtenden
die in F i g. 9 strichpunktierte Lage einnehmen. Der bewickelte Kern kann dann aus
der Vorrichtung herausgenommen werden, worauf die Schlaufen aufgeschnitten werden.
-
Nach vorstehender Beschreibung haben alle Drähte gleiche Länge und
sind daher mechanisch ausgeglichen. Ebenso ist die Wicklung elektrisch ausgeglichen.
-
In F i g. 12 ist eine Vorrichtung gezeigt, die sich zur Verwendung
der in F i g. 13 und 14 gezeigten Drähte eignet. Hierbei wird das gleiche Verfahren
wie vorstehend beschrieben angewendet, wobei jedoch die schraubenförmigen Teile
18, 18' auf den Zylindern 60 angeordnet werden und sich die Drähte von diesen Teilen
18 und 18' abwickeln, wenn sie in die Nuten 25' des Kernes 25 eingelegt
werden. Der schraubenförmig aufgewickelte Draht setzt natürlich dem Strecken einen
gewissen Widerstand entgegen. Je kleiner der Durchmesser der Wendel ist, um so größer
ist der Widerstand des zu streckenden Drahtes. Somit leistet der Draht dem beim
Wickeln um den Ankerkern auf ihn ausgeübten Zug Widerstand, und dieser Widerstand
ergibt eine Spannung des Drahtes beim Bewickeln des Ankerkerns. Durch die vorherige
Anordnung der Drähte in Schraubenform wird außerdem viel Zeit beim Anbringen der
Drähte auf der Wickelvorrichtung gespart.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren wurde an Hand eines Ankerkernes mit
einer bestimmten Anzahl Nuten erläutert. Die Vorrichtung eignet sich jedoch auch
zum Wickeln von Ankerkernen mit mehr oder weniger Nuten, wobei lediglich die Führungsplatte
66 gegen eine andere auszuwechseln ist, die die erforderliche Anzahl an Führungen
70 besitzt.