DE1200972B - Elektronenlinearbeschleuniger - Google Patents
ElektronenlinearbeschleunigerInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
H05h
Deutsche Kl.: 21g-36
Nummer: 1200 972
Aktenzeichen: A 43672 VIII c/21 g
Anmeldetag: 25. Juli 1963
Auslegetag: 16. September 1965
Die Erfindung befaßt sich mit Linearbeschleunigern. Unter Linearbeschleunigern sollen hier
durchweg Elektronenlinarbeschleuniger verstanden sein.
Für manche Zwecke ist es erwünscht, daß der Ausgang eines Linearbeschleunigers aus einer kleinen
Anzahl von Elektronenpaketen besteht oder auch nur aus einem einzigen Elektronenpaket. Wenn diese
Elektronenpakete sehr kurz sein sollen, also beispielsweise nur 10 ~u Sekunden lang andauern
dürfen, ist es sehr schwierig, die Elektronenpakete nach einer so kurzen Zeitdauer abzuschneiden.
Ziel der Erfindung ist daher ein Linearbeschleuniger, der die Erzeugung derart kurzer Elektronenimpulse
gestattet.
Die Erfindung geht aus von einem Elektronenlinearbeschleuniger mit einer Elektronenkanone, mit
einer Einrichtung, die die zu beschleunigenden Elektronen zu einem Strahl vereinigt, beschleunigt und in
einer Phasenfokussierungsvorrichtung den Elektronenstrahl in Elektronenpakete zusammenfaßt, ferner
mit einer Auswählvorrichtung, auf die der Elektronenstrahl gerichtet ist und die eine Ablenkvorrichtung
aufweist, in der ein periodisch veränderliches Ablenkfeld die Elektronenpakete in Querrichtung
periodisch um verschiedene Beträge ablenkt, sowie mit einer am Ende der Auswählvorrichtung
angeordneten, mit einer Öffnung versehenen Fangblende, die die in Querrichtung abgelenkten Elektronenpakete
abfängt, die nicht abgelenkten Pakete jedoch durch die Öffnung hindurch und an den Ort
gelangen läßt, an dem die Elektronen verwendet werden sollen. Mit dieser bekannten Auswählvorrichtung
ist es jedoch nicht möglich, Elektronenpakete oder Elektronenimpulse der oben angegebenen
Zeitdauer mit sinnvoll ausnutzbaren Intensitäten zu erzeugen.
Das ist jedoch mit einem Elektronenlinearbeschleuniger
möglich, wenn er erfindungsgemäß gekennzeichnet ist durch eine Ablenkvorrichtung in
Form eines Wellenleiters mit einer Anzahl von Irisblenden, die längs des Wellenleiters in einem bestimmten
gegenseitigen Abstand derart angeordnet sind, daß sich in dem Wellenleiter durch Zuführung
von elektromagnetischer Energie einer bestimmten Frequenz ein Schwingungsmodus ausbildet, durch
den die Kräfte, die die elektromagnetischen Wellen auf die Elektronen ausüben, hauptsächlich quer zur
Flugrichtung der Elektronen wirken.
Es ist günstig, wenn man die Ausbreitungsrichtung der elektromagnetischen Wellen in dem
Wellenleiter der Flugrichtung der Elektronen ent-Elektronenlinearbeschleuniger
Anmelder:
Associated Electrical Industries Limited, London
Vertreter:
Dr.-Ing. W. Reichel, Patentanwalt,
Frankfurt/M. 1, Parkstr. 13
Als Erfinder benannt:
Timothy Robert Jarvis,
Sale, Cheshire (Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 26. Juli 1962 (28 785)
gegengesetzt wählt, so daß sich die elektrischen und die magnetischen Kräfte, die von dem elektromagnetischen
Feld auf die Elektronen ausgeübt werden, addieren.
Die Phasenfokussierungsvorrichtung eines Elektronenlinearbeschleunigers
ist üblicherweise als Wellenleiter mit Verzögerungseigenschaften aufgebaut, insbesondere dann, wenn es sich um Beschleuniger
für hohe Energie handelt. Dieser Wellenleiter ist dann so ausgebildet, daß sich in ihm elektromagnetische
Wellen mit einer solchen Phasengeschwindigkeit ausbreiten, daß Energie aus dem elektromagnetischen Feld auf die Elektronen übertragen
werden kann. In diesem Falle ist es günstig, die Abmessungen des Ablenkungswellenleiters so zu
wählen, daß sich in ihm elektromagnetische Energie in einem Transversalmodus mit einer Phasengeschwindigkeit
ausbreitet, die gleich der Elektronengeschwindigkeit ist, jedoch mit einer Frequenz, die
sich von der Frequenz am Austrittsende der Phasenfokussierungsvorrichtung etwas unterscheidet, so daß
auf jedes Elektron während seines Durchgangs durch den Ablenkungswellenleiter die gleiche Feldstärke
einwirkt, jedoch jedes Elektronenpaket, das in den Ablenkungswellenleiter eintritt, einen anderen
Phasenwinkel des Querfeldes vorfindet.
Man wird zweckmäßigerweise eine Steuervorrichtung vorsehen, die auf ein Eingangssignal hin erst
die Phasenfokussierungsvorrichtung und die Auswählvorrichtung betriebsbereit macht und erst dann
die Elektronenkanone mit Energie versorgt, so daß sie einen Elektronenstrahl emittiert. Wenn man
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außerdem dafür sorgt, daß die Steuervorrichtung die Elektronenkanone zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt
auftastet, kann man erreichen, daß das erste Elektronenpaket die Auswählvorrichtung bei einem
vorbestimmten Phasenwinkel des periodisch veränderlichen Ablenkfeldes erreicht.
Im folgenden soll die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den Zeichnungen
im einzelnen beschrieben werden.
F i g. 1 ist ein Seitenschnitt durch einen Linearbeschleuniger.
Gleichzeitig ist in der Figur ein Blockschaltbild der den Beschleuniger zugeordneten Elektronik
gezeigt;
F i g. 2 sind Abbildungen von Wellenformen bestimmter Spannungsimpulse und Signale, die in dem
Blockschaltbild nach Fig. 1 auftreten.
Ein Linearbeschleuniger weist eine Elektronenkanone 1 auf, die Elektronen mit einer mittleren
Energie von 50 kV abgibt. Weiterhin ist ein Wellenleiter 3 vorhanden, der den Elektronenstrahl aus
der Elektronenkanone 1 zu Elektronenpaketen phasenfokussiert. Es schließt sich ein zweiter Wellenleiter 5
an, der mit dem Wellenleiter 3 koaxial ist. Der Wellenleiter 5 dient als Auswahlgerät, das von den
Elektronenpaketen durchlaufen wird. An dem der Elektronenkanone 1 gegenüberliegenden Ende des
Wellenleiters 5 ist eine Fangblende 7 aus Metall angeordnet, die mit einer Mittelöffnung 9 versehen ist.
Es ist klar, daß die beiden Wellenleiter und ein sich am äußeren Ende der Öffnung 9 anschließender
Mantel (nicht gezeigt) evakuiert sind, um einen freien Durchtritt von Elektronen zu ermöglichen.
Der Wellenleiters hat einen kreisförmigen Querschnitt.
An dem der Elektronenkanone 1 zugekehrten Ende ist der Wellenleiter 3 an einen rechteckigen
Eingangswellenleiter 11 angekoppelt, der mit einem Wellenleitertransformator 13 ausgerüstet ist. Der
Wellenleitertransformator 13 ist mit einer axialen Öffnung versehen, durch die die Elektronen aus der
Elektronenkanone 1 hindurchlaufen können. Das andere Ende des Wellenleiters 3 ist an einen rechteckigen
Ausgangswellenleiter 15 angekoppelt, der ebenfalls mit einem Wellenleitertransformator 17
ausgerüstet ist. Um den Wellenleiter 3 herum ist eine Fokussierungsspule 19 angeordnet. Innerhalb des
Wellenleiters 3 sind über eine gesamte Länge in Abständen Irisblenden 20 angeordnet. Der Abstand
zwischen diesen Blenden verringert sich am Anfang des Wellenleiters.
Zwischen die beiden Wellenleiter 3 und 5 ist eine Laufröhre 21 eingesetzt, die auf die Mittelachsen der
beiden Wellenleiter ausgerichtet ist. Um die Laufröhre 21 herum ist eine Fokussierungsspule 23 angeordnet.
Der zweite Wellenleiter 5 hat einen kreisförmigen Querschnitt. An dem von der Elektronenkanone 1
abgewandten Ende ist der Wellenleiter 5 an einen rechteckigen Eingangswellenleiter 25 angekoppelt,
der einen Wellenleitertransformator 27 aufweist. Der Wellenleitertransformator 27 ist mit einer mittleren
Öffnung versehen, durch die die Elektronen hindurchlaufen können. Das andere Ende des Wellenleiters
5 ist an einen rechteckigen Ausgangswellenleiter 29 angekoppelt, der ebenfalls mit einem
Wellenleitertransformator 31 ausgerüstet ist. Um den Wellenleiter 5 herum ist eine Fokussierungsspule 33
angeordnet, die sich über seine ganze Länge erstreckt. Innerhalb des Wellenleiters 5 sind über seine
gesamte Länge in regelmäßigen Abständen Irisblenden 33 eingesetzt.
Der Eingangswellenleiter 11 wird durch einen aus einem Reflexklystron bestehenden und bei einer
Frequenz von 2998 MHz arbeitenden Oszillator 37 über einen Klystronverstärker 39 mit Energie versorgt.
Der Eingangswellenleiter 25 wird von einem Oszillator 41 mit Energie versorgt, der aus einem
Reflexklystron mit einer Schwingfrequenz von
ίο 3003 MHz besteht und über einen Klystronverstärker
43 arbeitet. In dem Weg von dem Klystronverstärker 43 zu dem Eingangswellenleiter 25 liegen
noch ein Phasenschieber 45 und ein veränderbares Dämpfungsglied 47. Die Ausgangssignale aus den
Oszillatoren 37 und 41 werden durch Wellenleiter 49 und 51 einer Mischstufe 53 zugeführt. Die Mischstufe
53 gibt an eine Koaxialleitung 55 ein Signal mit einer Frequenz von 5 MHz, nämlich der Differenz
der beiden Qszillatorfrequenzen ab.
ao Die Leitung 55 ist mit einem Auslöseschaltkreis 57 verbunden, dem außerdem über die Leitung 59
noch ein Tastimpuls zugeführt wird. Der Tastimpuls ist ein positiver Rechteckimpuls von einer
Mikrosekunde Dauer. Der Auslöseschaltkreis 57 gibt nur dann an die Leitung 61 ein Ausgangssignal ab,
wenn auf der Leitung 59 ein Tastimpuls anliegt und wenn in dem Augenblick, in dem das Differenzfrequenz-Ausgangssignal
von 5 MHz über eine vorbestimmte Schwelle ansteigt. Der Impuls auf der Leitung 61 ist ein positiver Rechteckimpuls mit einer
Dauer von 1,5 Mikrosekunden. Da die Impulse auf der Leitung 61 langer als die Impulse auf der Leitung
59 sind, kann der Auslöseschaltkreis nur immer einmal ansprechen, wenn ihn ein Impuls über die
Leitung 59 erreicht.
Die Leitung 61 ist mit einem elektronischen Schalter 63 verbunden, der jedesmal, wenn er mit einem
Impuls über die Leitung 61 angesteuert wird, auf der Leitung 65 einen positiven Rechteckimpuls erzeugt,
dessen Dauer 0,1 Mikrosekunden beträgt. Die Leitung 65 ist mit der Elektronenkanone 1 verbunden,
die nur dann Elektronen emittieren kann, wenn ein Impuls auf der Leitung 65 anliegt. Dann ist
noch ein weiterer Impulsgenerator 67 vorgesehen, der immer dann, wenn er über die Eingangsleitung
69 angestoßen wird, in seiner Ausgangsleitung 70 einen positiven Rechteckimpuls von 2 Mikrosekunden
Dauer hervorruft. Diese Ausgangsleitung 70 ist über die Leitungen 71 und 73 mit den Klystronverstärkern
39 und 43 verbunden, die immer nur dann arbeiten, wenn an ihnen ein Impuls dieser Art
anliegt.
Nun soll unter Bezugnahme auf F i g. 2 die Wirkungsweise eines Linearbeschleunigers nebst der zugeordneten
Elektronik beschrieben werden. Die F i g. 2 zeigt die zeitliche Zuordnung der Signale auf
den Leitungen 55, 59, 61, 65 und 70 zueinander. Die Signale sind mit den gleichen Bezugsziffern wie
die Leitungen versehen, auf denen sie anliegen.
Zu Beginn sind die beiden Oszillatoren 37 und 41 im Betrieb, jedoch die Verstärker 39 und 43 sowie
die Elektronenkanone 1 in Ruhe. Es tritt daher weder ein Elektronenstrahl auf, noch sind die beiden
Wellenleiter3 und 5 mit elektromagnetischer Energie angefüllt. Wenn nun von dem Impulsgenerator 67
über die Leitung 70 ein Rechteckimpuls von 2 Mikrosekunden Dauer abgegeben wird, beginnen die
beiden Verstärker 39 und 43 zu arbeiten. Daraufhin
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baut sich innerhalb einer Zeitspanne von etwa zyklisch mit einer Frequenz wiederholt, die der Fre-
1 Mikrosekunde in den Wellenleitern 3 und 5 ein quenzdifferenz der elektromagnetischen Felder in
elektromagnetisches Feld auf. Die Felder haben in den beiden Wellenleitern entspricht. Die Spule 33
dem Wellenleiter 5 den Schwingungsmodus E01 und hat die Aufgabe, die Elektronen eines Paketes dicht
in dem Wellenleiter 5 den Modus En. In der 5 zusammenzuhalten, auch wenn sie die Neigung
Zwischenzeit gibt die Mischstufe 53 an den Aus- haben, auf Grund von Raumladungsabstoßungen in
löseschaltkreis 57 ein Wechselstromausgangssignal Querrichtung auseinanderzulaufen. Die elektro-
35 ab. 1 Mikrosekunde nach Beginn des Impulses magnetischen Wellen müssen stark genug sein, die
70 gibt das Gerät, das den Impuls an den Impuls- gewünschte Elektronenablenkungen trotz der An-
generator 67 abgibt, einen weiteren Impuls über die io Wesenheit dieses Fokussierungsfeldes hervorrufen zu
Leitung 59 ab, um diesmal die Auslöseschaltung 57 können.
anzustoßen. Die Auslöseschaltung 57 arbeitet aber Da sich nun die Elektronenpakete hinsichtlich
solange nicht, bis das 5-MHz-Signal gleichzeitig das ihrer Querablenkung unterscheiden, wird es nur den
nächste Mal eine Mindestschwelle überschreitet, die wenigsten Paketen gelingen, durch die öffnung 9 in
in der Fig. 2 durch die gebrochene Linie55M an- 15 der Fangblende7 hindurchzulaufen. Der Rest fällt
gezeigt ist. Dann aber gibt die Auslöseschaltung 57 auf die Fangblende auf. Es ist bereits oben bemerkt
einen Impuls 61 ab, der seinerseits den elektro- worden, daß das erste Elektronenpaket einer Paketnischen
Schalter 63 anstößt. Der elektronische Schal- gruppe dann in den zweiten Wellenleiter 5 eintreten
ter 63 gibt daraufhin den 0,1 MikroSekunden langen soll, wenn die Feldstärke am Eintrittsort ein Maxi-Impuls
an die Elektronenkanone 1 ab. 20 mum erreicht hat. Das läßt sich durch die Beachtung
Der Impuls 65 setzt die Elektronenkanone 1 für zweier Gesichtspunkte erreichen. Erstens muß man
eine Zeitspanne von 0,1 Mikrosekunden in Betrieb. dafür sorgen, daß die Differenz der Phasenwinkel
Die Elektronenkanone emittiert einen Elektronen- zwischen den Feldern in den beiden Wellenleitern
strahl, der in den Wellenleiter 3 eintritt und der auf im Augenblick der Elektroneninjektion konstant ist.
die Öffnung 9 in der Fangblende 7 hin gerichtet ist. 25 Zweitens muß der Phasenschieber 45 eingestellt wer-
Die Spule 19 dient dazu, die Fokussierung des Elek- den, da diese Einstellung zwar auf den Augenblick,
tronenstrahles aufrechtzuerhalten. Die Wechselwir- zu dem das Elektronenpaket in den zweiten Wellen-
kuntg zwischen den Elektronen und dem axial ge- leiter eintritt, keinen Einfluß hat, wohl aber den
richteten Feld, das durch die elektromagnetische Phasenwinkel der elektromagnetischen Welle in dem
Welle in dem Wellenleiter 3 besteht, erzeugt eine 30 zweiten Wellenleiter bestimmt. Die erste Forderung
Phasenfokussierung der Elektronen. Wenn die Elek- läßt sich dadurch erfüllen, daß man dafür sorgt, daß
tronen durch die Laufröhre 21 hindurchlaufen und der Impuls für die Elektronenkanone immer bei der
in den Wellenleiter 5 gelangen, so sind sie in Paketen gleichen Phasenlage des Signals 55 auftritt,
gruppiert, die um eine Entfernung auseinander- Die Zahl der Elektronenpakete aus einer be-
liegen, die gleich der Wellenlänge am Ende des 35 liebigen Paketgruppe, die von der Fangblende 7 weg-
Wellenleiters 3 ist. Sie bewegen sich mit einer Ge- gefangen werden, hängt von der Feldstärke der
schwindigkeit, die der Phasengeschwindigkeit in elektromagnetischen Welle ab, die sich in dem
diesem Wellenleiterende entspricht. Wellenleiter 5 aufgebaut hat. Diese Feldstärke läßt
In dem Wellenleiter 5 ruft die Wechselwirkung sich durch eine Einstellung des veränderbaren
zwischen den Elektronen eines Paketes und den quer- 40 Dämpfungsgliedes 47 ändern. Wenn man die Feldgerichteten
Feldkomponenten der elektromagnet!- stärke dieser elektromagnetischen Welle erhält, kann
sehen Welle eine Ablenkung der Elektronen in die Zahl der aus einer Paketgruppe durch die Öff-Querrichtung
hervor. Wie bereits erwähnt wurde, nung 9 hindurchfliegenden Elektronenpakete bis auf
sind die Abmessungen des Wellenleiters 5 so ge- ein Paket vermindert werden. Auf diese Weise läßt
wählt, daß die Phasengeschwindigkeit der elektro- 45 sich ein Elektronenpaket erzeugen, dessen Dauer kürzer
magnetischen Welle gleich der Elektronengeschwin- als etwa 10"" Sekunden ist. Der Tastimpuls für die
digkeit ist. Auf jedes Elektron wirkt daher während Elektronenkanone ist dabei etwa 10~7 Sekunden
seines Durchganges durch den zweiten Wellenleiter lang, und die Wiederholungsfrequenz für die Elekirnmer
die gleiche Feldstärke, so daß es immer um tronenpakete ist gleich der Impulsfrequenz des
eine beträchtliche Strecke in Querrichtung abge- 50 Linearbeschleunigers. Es ist wesentlich einfacher,
lenkt wird, sofern das Elektron nicht gerade dann in eine Elektronenkanone für eine Zeitspanne von
den zweiten Wellenleiter eintritt, wenn die elek- 10~7 Sekunden als für eine Zeitspanne von 10~" Setrische
Feldstärke am Eintrittsort des Elektrons künden aufzutasten.
durch Null geht. Da nun ferner zwischen den Es muß noch bemerkt werden, daß in der oben
beiden Wellenleitern eine Frequenzdifferenz herrscht, 55 beschriebenen, bevorzugten Ausführungsform der
so tritt jedes Elektronenpaket in den zweiten Wellen- Erfindung die Welle im Wellenleiter 5 in entgegen-
leiter 5 unter einer anderen Wellenleiterphase ein gesetzter Richtung wie die Elektronen läuft. Das ist
als das vorhergehende Elektronenpaket. Wenn also notwendig, weil der E11-Ausbreitungsmodus, der in
das erste Paket einer Elektronenpaketgruppe in den dem Wellenleiter 5 verwendet wird, rückwärts ge-
zweiten Wellenleiter eintritt, wenn die Feldstärke am 60 richtet ist; das heißt, die Phasengeschwindigkeit der
Ort des Elektroneneintrittes gerade ihr Maximum Welle in demjenigen Gebiet, das von dem Elek-
erreicht hat, nimmt die Größe der Querablenkung, tronenstrahl eingenommen wird, ist dem Energiefluß
die die nachfolgenden Elektronenpakete erleiden, in dem Wellenfeld entgegengerichtet. Ein Vorzug in
fortlaufend ab. Die Ablenkung wird dann schließ- der Verwendung dieses »Rückwärts«-Ausbreitungs-
lich ihr Vorzeichen wechseln, und der Betrag der 65 modus liegt darin, daß sich die elektrischen und die
Querablenkung wird dann so lange wieder ansteigen, magnetischen Querkräfte addieren, die von dem
bis er auf der entgegengesetzten Seite wieder einen Wellenfeld auf die Elektronen ausgeübt werden. In
Maximalwert erreicht hat. Dieser Vorgang wird anderen, ähnlichen Anordnungen dagegen, in denen
die Elektronenstrahlrichtung mit der Ausbreitungsrichtung des Wellenfeldes übereinstimmt, wirken
diese elektrischen und magnetischen Querkräfte in entgegengesetzten Richtungen.
Da die mittlere Energie der Elektronen 0,5 MeV beträgt, ist der durch die Phasenfokussierung bewirkte
prozentuale Geschwindigkeitsunterschied unter den Elektronen klein, verglichen mit ihrem
prozentualen Energieunterschied.
Das ausgewählte Elektronenpaket oder die ausgewählten Elektronenpakete, die durch die Öffnung 9
hindurchlaufen, können für jeden beliebigen Zweck weiterverwendet werden. Man kann sie auf Wunsch
auf höhere Energien weiter beschleunigen, beispielsweise in einem weiteren Wellenleiter, der dem %5
Wellenleiter 3 ähnlich ist, und in dem sich eine elektromagnetische Welle vom E01-Modus ausbreitet.
Claims (5)
1. Elektronenlinearbeschleuniger mit einer Elektronenkanone, mit einer Einrichtung, die die
zu beschleunigenden Elektronen zu einem Strahl vereinigt, beschleunigt und in einer Phasenfokussierungsvorrichtung
den Elektronenstrahl in Elektronenpakete zusammenfaßt, ferner mit einer
Auswahlvorrichtung, auf die der Elektronenstrahl gerichtet ist und die eine Ablenkvorrichtung
aufweist, in der ein periodisch veränderliches Ablenkfeld die Elektronenpakete in Querrichtung
periodisch um verschiedene Beträge ablenkt, sowie mit einer am Ende der Auswählvorrichtung
angeordneten, mit einer Öffnung versehenen Fangblende, die die in Querrichtung abgelenkten Elektronenpakete abfängt, die nicht
abgelenkten Pakete jedoch durch die Öffnung hindurch und an den Ort gelangen läßt, an dem
die Elektronen verwendet werden sollen, gekennzeichnet durch eine Ablenkvorrichtung
in Form eines Wellenleiters (5) mit einer Anzahl von Irisblenden (35), die längs des
Wellenleiters in einem bestimmten gegenseitigen Abstand derart angeordnet sind, daß sich in dem
Wellenleiter durch Zuführung von elektromagnetischer Energie einer bestimmten Frequenz
ein Schwingungsmodus ausbildet, durch den die Kräfte, die die elektromagnetischen Wellen
auf die Elektronen ausüben, hauptsächlich quer zur Flugrichtung der Elektronen wirken.
2. Elektronenlinearbeschleuniger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausbreitungsrichtung
der elektromagnetischen Wellen in dem Wellenleiter der Flugrichtung der Elektronen
entgegengesetzt ist, so daß sich die elektrischen und magnetischen Kräfte, die von dem
elektromagnetischen Feld auf die Elektronen in Querrichtung ausgeübt werden, addieren.
3. Elektronenlinearbeschleuniger nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Phasenfokussierungsvorrichtung
ein Wellenleiter mit Verzögerungseigenschaften ist, in dem sich elektromagnetische
Wellen mit einer solchen Phasengeschwindigkeit ausbreiten, daß Energie aus der elektromagnetischen Welle auf die Elektronen
übertragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Abmessungen des Ablenkwellenleiters (5) so
gewählt sind, daß sich in ihm elektromagnetische Energie in einem Transversalmodus mit einer
Phasengeschwindigkeit ausbreitet, die gleich der Elektronengeschwindigkeit ist, jedoch mit einer
Frequenz, die sich von der Frequenz am Austrittsende der Phasenfokussierungsvorrichtung (3)
etwas unterscheidet, so daß auf jedes Elektron während seines Durchganges durch den Ablenkungswellenleiter
(5) die gleiche Feldstärke einwirkt, jedoch jedes Elektronenpaket, das in den Ablenkungswellenleiter eintrifft, einen anderen
Phasenteil des Querfeldes vorfindet.
4. Elektronenlinearbeschleuniger nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Steuervorrichtung vorgesehen ist, die auf ein Eingangssignal hin erst
die Phasenfokussierungsvorrichtung (3) und die Auswählvorrichtung (5) betriebsbereit macht und
erst dann die Elektronenkanone (1) mit Energie versorgt, so daß sie einen Elektronenstrahl
emittiert.
5. Elektronenlinearbeschleuniger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuervorrichtung die Elektronenkanone zu einem bestimmten Zeitpunkt mit Strom versorgt, der so
gewählt ist, daß das erste Elektronenpaket die Auswählvorrichung bei einem vorbestimmten
Phasenwinkel des periodisch veränderlichen Ablenkfeldes erreicht.
In Betracht gezogene Druckschriften:
»Atomkernenergie«, Bd. 6, 1961, Nr. 12, S. 480
»Atomkernenergie«, Bd. 6, 1961, Nr. 12, S. 480
bis 491; »Strahlentherapie«, Bd. 97, 1955, Nr. 4, S. 575
bis 578.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
509 687/352 9.65 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB2878562A GB978839A (en) | 1962-07-26 | 1962-07-26 | Improvements in linear accelerators |
Publications (1)
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|---|---|
| DE1200972B true DE1200972B (de) | 1965-09-16 |
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Family Applications (1)
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| GB (1) | GB978839A (de) |
Cited By (3)
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| DE102011076262A1 (de) * | 2011-05-23 | 2012-11-29 | Siemens Aktiengesellschaft | Teilchenbeschleuniger |
| DE102014118224A1 (de) * | 2014-12-09 | 2016-06-09 | AMPAS GmbH | Teilchenbeschleuniger zur Erzeugung eines gebunchten Teilchenstrahls |
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| CN113825295B (zh) * | 2021-08-19 | 2022-10-28 | 中国原子能科学研究院 | 一种加速结构以及辐射加工装置 |
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- 1962-07-26 GB GB2878562A patent/GB978839A/en not_active Expired
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1963
- 1963-07-25 DE DEA43672A patent/DE1200972B/de active Pending
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB978839A (en) | 1964-12-23 |
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