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DE1299792B - Vorrichtung zum Verbrennen fester Abfallstoffe - Google Patents

Vorrichtung zum Verbrennen fester Abfallstoffe

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Publication number
DE1299792B
DE1299792B DER38387A DER0038387A DE1299792B DE 1299792 B DE1299792 B DE 1299792B DE R38387 A DER38387 A DE R38387A DE R0038387 A DER0038387 A DE R0038387A DE 1299792 B DE1299792 B DE 1299792B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
melting chamber
waste materials
melting
waste
heating
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DER38387A
Other languages
English (en)
Inventor
Rummel Roman
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Von Roll AG
Original Assignee
Von Roll AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Von Roll AG filed Critical Von Roll AG
Priority to DER38387A priority Critical patent/DE1299792B/de
Publication of DE1299792B publication Critical patent/DE1299792B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F23COMBUSTION APPARATUS; COMBUSTION PROCESSES
    • F23GCREMATION FURNACES; CONSUMING WASTE PRODUCTS BY COMBUSTION
    • F23G5/00Incineration of waste; Incinerator constructions; Details, accessories or control therefor
    • F23G5/08Incineration of waste; Incinerator constructions; Details, accessories or control therefor having supplementary heating
    • F23G5/085High-temperature heating means, e.g. plasma, for partly melting the waste
    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F23COMBUSTION APPARATUS; COMBUSTION PROCESSES
    • F23GCREMATION FURNACES; CONSUMING WASTE PRODUCTS BY COMBUSTION
    • F23G5/00Incineration of waste; Incinerator constructions; Details, accessories or control therefor
    • F23G5/44Details; Accessories
    • F23G5/46Recuperation of heat

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Plasma & Fusion (AREA)
  • Gasification And Melting Of Waste (AREA)

Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Verbrennen fester Abfallstoffe mit einem Erhitzungsraum zur Trocknung und anschließenden Erhitzung der Abfallstoffe und einem diesem nachgeschalteten Schmelzraum zur Verbrennung der brennbaren Bestandteile der Abfallstoffe, Einschmelzung der unverbrennbaren Rückstände und zum periodischen oder kontinuierlichen Ablassen des flüssigen Schmelzgutes, bei der mehrere Düsen zur Einführung von vorzugsweise vorerhitzten Verbrennungsmitteln, z. B. Heißluft, und gegebenenfalls Brennstoffen gleichsinnig schräg nach unten, vorzugsweise auf ein im Schmelzraum befindliches Schlackenbad gerichtet sind (deutsche Auslegeschrift 1168 005).
  • Es ist bereits eine Vorrichtung zum Verbrennen von festen Abfallstoffen der zuvor genannten Art bekannt, bei der zum laufenden Transport der getrockneten und erhitzten Abfallstoffe in Richtung zum Schmelzraum eine aus einem Wander- oder Vorschubrost bestehende Fördereinrichtung vorgesehen ist. Dieser Wander- bzw. Vorschubrost, der im Erhitzungsraum selbst angeordnet ist und mit Rücksicht auf den dort stattfindenden Trocknungs- und Erhitzungsvorgang relativ lang und breit sein muß, wirft die Abfallstoffe, wenn auch in relativ breiter Front, so doch nur an einer einzigen Stelle des Umfangs des Schmelzraumes in diesen ab. Die vorerhitzten Verbrennungsmittel werden dort mittels Düsen teils im Erhitzungsraum auf eine dünne Abfallschicht, teils von oben her auf das im Schmelzraum befindliche Schlackenbad geblasen, wobei durch diese Düsen zugleich auch die zum Einschmelzen der unverbrennbaren Rückstände erforderlichen feinkörnigen festen oder flüssigen bzw. gasförmigen hochwertigen Brennstoffe in den Schmelzraum eingeführt werden. Zwar lassen sich mittels dieser bekannten Vorrichtung die Abfallstoffe ohne vorherige Zerkleinerung und Aufbereitung verarbeiten, jedoch erfordert sie die ständige Zuführung eines hochwertigen teuren Zusatzbrennstoffes (deutsche Auslegeschrift 1168 005).
  • Ferner ist eine Vorrichtung mit einem zum Teil mit flüssiger Schlacke gefüllten Schacht zur Vergasung feinkörniger oder staubförmiger Brennstoffe, insbesondere bituminöse Feinbraunkohle, bekannt, bei der eine Fördervorrichtung für den zu vergasenden Brennstoff in den Schlackenkreislauf selbst und, getrennt hiervon, Düsen für die Zuführung erhitzter Vergasungsmittel, z. B. Heißluft, im Boden des Schachtes ebenfalls in den Schlackenkreislauf selbst einmünden, d. h. beide unterhalb des Schlackenspiegels unmittelbar in das Schlackenbad des Schachtes selber einmünden, wobei durch die hohe Geschwindigkeit, mit der sowohl die Vergasungsmittel als auch, getrennt von diesen, der Brennstoff in die flüssige Schlacke eintreten, wie auch durch die Anordnung der Düsen über nur einen Teil der Schachtbodenfläche neben einer innigen Durchwirbelung von Vergasungsmitteln, Brennstoff und Schlacke auch eine kreisende Bewegung des Schlackenbades erreicht wird. Zwar hat man diesen sogenannten »Schlackenbadgeneratorcc, der namentlich für Sauerstoffvergasungsanlagen verwendet wurde, als »eine Art Allesfresser<< bezeichnet, jedoch besteht bei dieser Vorrichtung der Nachteil, daß die im Schlackenbad des Generator zu verarbeitenden Brennstoffe blasfähig, d. h. staub- bzw. zumindest feinkömig sein müssen, d. h. vor ihrer Eindüsung in das Schlackenbad weitestgehend zerkleinert und aufbereitet werden müssen (deutsche Patentschrift 897130, Zeitschrift »Erdöl und Kohle(c, 1957, Nr.3, S.158, rechte Spalte, Abs. 2).
  • Weiterhin ist eine aus dem zuvor erwähnten Schlackenbadgenerator hervorgegangene Vorrichtung zur Verbrennung von Stadtmüll bei gleichzeitiger Herstellung eines dem Thomasmehl ähnlichen Phosphatdüngemittels bekanntgeworden, bei der Brenner für die gemeinsame Eindüsung von Feinmüll und Rohphosphat, Staubkohle und Verbrennungsmitteln (Heißluft) am Umfang eines als Schlackenbadgenerator dienenden zylindrischen Schachtes gleichmäßig verteilt oberhalb des Schachtbodens angeordnet und schräg nach unten annähernd tangential in die Oberschicht des etwa 50 cm hohen Schlackenbades, d. h. also in die flüssige Schlacke hinein gerichtet sind und diese in ständig rotierender Bewegung halten. Diese Vorrichtung bedingt aber eine besonders weitgetriebene und daher sehr aufwendige Zerkleinerung und Aufbereitung des Mülls unter Ausscheidung der Eisen- und Metallteile, um für die pneumatische Eindüsung in die flüssige Schlacke einen blasfähigen Feinmüll mit einer Korngröße bis 10 mm der organischen, und bis 1 mm der anorganischen Substanzen zu erhalten. Abgesehen von dieser umständlichen und einen erheblichen apparativen Aufwand erfordernden Feinzerkleinerung und Aufbereitung des Mülls kommt dort aber die ständige Zugabe eines hochwertigen Brennstoffes, z. B. Kohlenstaub, noch hinzu, und zwar dies auch dann, wenn dieser Schlackenbadgenerator unter Verzicht auf Phosphatdüngererzeugung nur auf reine Wärmenutzung abgestellt wird (Zeitschriften »Aufbereitungstechnik<<, 1960, Nr.8, S.337/338; »Gesundheits-Ingenieur«, 1963, Nr.6, S. 167/168).
  • Es ist auch eine Vorrichtung zum Verbrennen von Müll mit einer Müllverbrennungskammer und einer dieser nachgeschalteten, mit einem ölbrenner ausgerüsteten Schlackenschmelzkammer bekannt, bei der also die Verbrennung des Mülls und die Einschmelzung der festen unverbrennbaren Rückstände örtlich voneinander getrennt erfolgt. Abgesehen davon, daß auch bei dieser Vorrichtung der Müll vor bzw. zu seiner Verbrennung in der üblichen Weise zerkleinert und aufbereitet werden muß, ist dort der ständige Verbrauch an zum Einschmelzen der Verbrennungsrückstände erforderlichem Heizöl relativ hoch (deutsche Patentschrift 1246 924).
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Verbrennen von festen Abfallstoffen der eingangs genannten Bauart zu schaffen, mit der verbrennliche feste Abfallstoffe jeglicher Art, wie z. B. Stadtmüll, Chemiemüll und sonstiger Industrie- und Gewerbemüll, allein für sich oder zugleich verarbeitet werden können, und zwar ohne eine umständliche und teure Feinzerkleinerung und Aufbereitung der Abfallstoffe und zudem auch weitestgehend ohne Einsatz hochwertiger teurer Brennstoffe bei gleichwohl restloser Verbrennung aller brennbaren Substanzen der Abfälle, optimaler Wärmeausnutzung, vollständiger Verflüssigung der Verbrennungsrückstände und homogener Einbindung auch von hochschmelzenden Anteilen der Abfallstoffe zu einem chemisch neutralen, wasserunlöslichen und homogenen verwertbaren Schmelzprodukt, wobei zudem dieser Vorrichtung universell sein, d. h. es ermöglichen soll, abgesehen von festen Abfallstoffen, auch flüssige, bildsame oder pastenartige Industrie- -abfälle ebenfalls unter optimaler Wärmeausnutzung und mit gleichem Erfolg verarbeiten zu können.
  • Diese Aufgabe wird nach der Erfindung gelöst durch einen den zylindrischen Schmelzraum konzentrisch umschließenden und um ihn rotierenden, mit einem regelbaren Antrieb versehenen Ringteller zur Aufnahme der im Erhitzungsraum getrockneten und erhitzten Abfallstoffe, eine an der Schmelzraumwand oben angeschlossene ringförmige Rutsche und Abstreifer zur gleichmäßigen Eintragung der Abfallstoffe vom Ringteller rings um die und entlang der Schmelzraumwand in den Schmelzraum hinein, auf dem ganzen Umfang der Schmelzraumwand gleichmäßig verteilte Düsenrohre zur Einführung von Verbrennungsmitteln, staubförmigen und gegebenenfalls flüssigen Abfallstoffen oder/und Brennstoffen, welche Düsenrohre in den Schmelzraum so weit hineinragen, daß sie den ringzylindrischen Strom der an und ringsum entlang der Schmelzraumwand herabfließenden festen Abfallstoffe vollständig durchdringen und ihre Mündungen sich außerhalb dieses Ringstromes innerhalb des durch ihn gebildeten zylindrischen Hohlraumes befinden, Öffnungen im oberen Teil der Schmelzraumwand und einen zwischen dem Schmelzraum und dem Erhitzungsraum angeordneten Verbindungskanal zur Abführung eines Teilstromes der Verbrennungsgase aus dem Schmelzraum in den Erhitzungsraum sowie eine im Schmelzraum angeordnete öffnung zur Abführung der restlichen Verbrennungsgase zu den Einrichtungen für die Abhitzeverwertung und Nachbehandlung der Abgase.
  • Eine bevorzugte Ausführung dieser Vorrichtung kann erfindungsgemäß darin bestehen, daß der Erhitzungsraum aus einem senkrechten Schacht besteht, in welchem drehbare, einzeln oder in Gruppen gegeneinander versetzt übereinander angeordnete Stachelwalzen vorgesehen sind, durch welche die auf sie abgeworfene Abfallstoffe durch den Erhitzungsraum geführt werden, und daß der Erhitzungsraum am unteren Ende eine Öffnung für den Austritt der Abfallstoffe und den Eintritt von warmen Abgasen und an seinem oberen Ende einen Ausgang für die Abgase und die von diesem mitgetragenen staubförmigen Anteile der Abfallstoffe aufweist.
  • Hierbei kann gemäß der Erfindung die gegenseitige Entfernung (Teilung) der Stacheln bei den oberen Stachelwalzen am größten sein und zu den unteren Walzen hin abnehmen.
  • Ferner kann nach der Erfindung eine vorteilhafte Ausgestaltung der Vorrichtung darin bestehen, daß der Ringteller außen von einem gasdichten Ringkanal umschlossen, in diesem die Lagerung und der Antrieb des Ringtellers angeordnet und an ihm mindestens ein Eintrittstutzen zur vorzugsweise tangentialen Einführung von kühlen und entstaubten Abgasen vorgesehen ist und daß zwischen dem Ringkanal und dem Ringteller an den beiden Rändern des letzteren für den Eintritt der kühlen Abgase in den oberhalb von ihm angeordneten Verbindungskanal Schlitze frei gelassen sind.
  • Dank des den Schmelzraum völlig umschließenden und um ihn rotierenden Ringtellers in Verbindung mit der ringförmigen Rutsche und den Abstreifern wird erreicht, daß die Abfallstoffe rings um den ganzen Umfang des zylindrischen Schmelzraumes gleichmäßig verteilt und auch gleichmäßig auf dem ganzen Umfang der Schmelzraumwand in den Schmelzraum eingetragen werden und daher in Form eines ringzylindrischen Stromes an der Innenfläche der Schmelzraumwand herabfließen, wobei sie den Verbrennungsmitteln eine große Angriffsfläche bieten und wobei durch ihren Fluß an und entlang der Schmelzraumwand der Verbrennungsablauf im Innern dieses »Abfallstoff-Ringes« nicht gestört wird, so daß dort eine hohe Temperatur aufrechterhalten und daher auch eine optimale Wärmeübertragung durch Strahlung auf die Abfallstoffe erreicht wird. Somit wird bereits während ihres Herabfließens an der Schmelzraumwand die Reaktionsbereitschaft der Abfallstoffe ganz erheblich gesteigert.
  • Die den in Form eines Kreisringzylinders an der Schmelzraumwand herabfließenden Strom der Abfallstoffe gleichsam wie Tunnelstollen durchquerenden Düsenrohre haben in mehrfacher Hinsicht eine besonders vorteilhafte Wirkung.
  • Einerseits wird der Fluß der Abfallstoffe durch die Strahlen der Verbrennungsmittel nicht gestört, und andererseits üben die Strahlen der erst außerhalb der Abfallstoffe, d. h. innerhalb des von dem Ringstrom begrenzten zylinderförmigen Hohlraumes mit hoher Geschwindigkeit aus den Düsenrohren austretenden Verbrennungsmittel unter Bildung von Wirbeln aus den heißen Verbrennungsgasen eine Saugwirkung auf die herabfließenden Abfallstoffe aus, wodurch deren feinkörnige Bestandteile aus dem Ringstrom herausgerissen und ins Innere des Schmelzraumes, d. h. in den von dem Ringstrom gebildeten Hohlraum getragen werden, wo sie schwebend unter hoher Turbulenz verbrennen. Auch flüchtige Bestandteile der organischen Abfallstoffe, die sich durch die starke, vom Innern des Schmelzraumes ausgehende Wärmestrahlung bilden bzw. ausgetrieben werden, werden auf diese Weise abgesaugt und verbrannt. Hingegen fallen die grobkörnigen und stückigen Abfallstoffe auf den Boden des Schmelzraumes und brennen dort aus, da die Düsenrohre und damit die Verbrennungsmittelstrahlen schräg nach unten in den Schmelzraum gerichtet sind.
  • Aus diesen Gründen kann die Maßnahme, die Düsenrohre tunnelstollenartig quer durch die in Form eines Ringstromes herabfließenden Abfallstoffe hindurchragen zu lassen und dadurch die Verbrennungsmittel mit praktisch unverminderter Geschwindigkeit in einen von diesem Ringstrom gebildeten zylinderförmigen Hohlraum hineinzublasen, dem bisher üblichen Einblasen von Verbrennungsmitteln in oder auf die flüssige Schlacke des Schlackenbades beim bereits bekannten Schlackenbadgenerator (deutsche Patentschrift 897 310. Zeitschriften »Erdöl und Kohle«, 1957, N. 3, S. 158, rechte Spalte, Abs. 2; »Aufbereitungstechnik«, 1960, Nr. 8, S. 337/338; »Gesundheits-Ingenieur«, 1963, Nr. 6, S.167/168; deutsche Auslegeschrift 1168 005) nicht gleichgestellt werden.
  • Zwar kann bei einer Variante der erfindungsgemäßen Verbrennungsvorrichtung, wie bei dem bekannten Schlackenbadgenerator, im Schmelzraum ein Schlackenbad vorgesehen sein und dabei ebenfalls ein Teil der Strömungsenergie der Verbrennungsmittel auf dieses Schlackenbad übertragen werden, jedoch ist auch bei dieser Ausführung der Vorrichtung die zuvor erläuterte, auf die an der Schmelzraumwand herabfließenden Abfallstoffe ausgeübte intensive Saugwirkung von primärer Bedeutung.
  • Durch diese Saugwirkung wird auf neuartige Weise eine vorteilhafte selektive Verbrennung der Abfallstoffe erreicht, indem nunmehr die Entgasungsprodukte und die staubförmigen bzw. feinkörnigen Substanzen im Schmelzraum schwebend unter hoher Turbulenz verbrannt werden, während die grobkörnigen und stückigen Stoffe am Boden des Schmelzraumes bzw. im Schlackenbad ausbrennen und deren Rückstände in den schmelzflüssigen Zustand übergeführt werden.
  • Der durch die Vorrichtung erzielte technische Fortschritt besteht darin, daß feste, flüssige und bildsame Abfallstoffe gleich günstig bei hoher Temperatur im Schmelzraum verbrannt werden können, wobei sie auf Grund ihrer gleichmäßigen Verteilung und Führung über den gesamten Umfang der Schmelzraumwand durch optimale Übertragung der Wärmestrahlung aus dem Innern des Schmelzraumes in eine hohe Reaktionsbereitschaft versetzt werden und durch die selektive Verbrennung der Abfallstoffe (schwebendes Feinkorn und Entgasungsprodukte bei hoher Turbulenz im Innern des Schmelzraumes) die höchste Temperaturkonzentration im Innern des Schmelzraumes erreicht wird. Deshalb können mittels dieser Vorrichtung auch Abfallstoffe mit relativ niedrigem Heizwert, wie z. B. Stadtmüll, ohne Zugabe teurer hochwertiger Brennstoffe unter vollständiger Verflüssigung der Schlacke verbrannt und dadurch in verwertbare Produkte verwandelt werden. Der Wärmeentzug durch die Schmelzraumwand ist infolge - ihrer Abschirmung durch die an ihr herabfließenden Abfallstoffe denkbar gering, so daß die im Schmelzraum entbundene Wärme in höchster Temperaturlage direkt dem Schmelzprozeß zugute kommt. Zudem ist die Vorrichtung universal verwendbar, d. h., es können mit ihr neben allen festen verbrennlichen auch flüssige, bildsame oder pastenartige Abfallstoffe, wie z. B. Müll der chemischen Industrie oder sonstiger Gewerbemülle mannigfacher Art, gleichzeitig im Schmelzraum bei höchstem Durchsatz verarbeitet werden, wobei gegenüber dem bereits bekannten Schlackengenerator für die Stadtmüllverbrennung, sei es nun mit oder ohne Kombination mit Phosphatdüngererzeugung, noch der weitere erhebliche Vorteil hinzukommt, daß mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung die Abfallstoffe, namentlich Stadtmüll, direkt, d. h. so wie sie angeliefert werden, also ohne umständliche Feinzerkleinerung und Aufbereitung, wie Ausscheidung von Eisen- und sonstigen Metallteilen, verbrannt werden können und daß hochwertiger Brennstoff nicht oder nur in geringer Menge bzw. nur zum Anfahren der Vorrichtung zugesetzt zu werden braucht.
  • Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung gemäß der Erfindung vereinfacht dar, und zwar zeigt F i g.1 einen senkrechten Mittelschnitt durch die Vorrichtung und F i g. 2 einen waagerechten Querschnitt durch den Schmelzraum der Vorrichtung der F i g.1, entlang der Linie II-II.
  • Die zu verbrennenden Abfallstoffe werden aus einem Sammelbunker 34 mittels eines Förderbandes 35 kontinuierlich in einen im wesentlichen aus einem senkrechten Schacht bestehenden Erhitzungsraum 1 eingetragen, in welchem sie zunächst auf eine oberste Gruppe von mit Stacheln 17 versehenen Stachelwalzen 14 fallen. Die mit einem regelbaren Antrieb ausgerüsteten Stachelwalzen 14 rotieren in dem durch zwei Pfeile angedeuteten gleichen Drehsinn und führen das stückige und grobkörnige Gut über sich hinweg, während sie das die feinkörnigen Anteile der Abfallstoffe zwischen sich durchfallen lassen. Das, grobe Gut fällt dann auf eine tiefer angeordnete Gruppe von Stachelwalzen 14, die gegenüber den oberen Stachelwalzen versetzt sind und deren Drehsinn dem der oberen Walzen entgegengesetzt ist. Diese Bewegung der Abfallstoffe von Walzengruppe zu Walzengruppe kann sich entsprechend dem Feuchtigkeitsgehalt und der Beschaffenheit der Abfallstoffe mehrmals wiederholen. In F i g.1 sind drei Gruppen von Stachelwalzen 14 gegeneinander versetzt übereinander angeordnet. Unter der untersten Walzengruppe ist noch eine einzige Stachelwalze vorgesehen, zwischen deren aus den Stacheln 17 gebildeten Kränzen feststehende, an einer Schachtwand 36 befestigte Stacheln 37 eingreifen und so zwischen den Walzenstacheln 17 festgehaltenes Gut abstreifen. Die so durch den Erhitzungsraum 1 geführten Abfallstoffe werden durch eine Schurre 15 aus dem Schacht abgeführt, wobei ihnen warme Abgase, die von unten her in die Schurre 15 eintreten, entgegengeführt werden und dann unter Abgabe ihrer fühlbaren Wärme an die Abfallstoffe, die dadurch zunächst getrocknet und darauf erhitzt werden, den Erhitzungsraum 1 von unten nach oben durchziehen. Diese warmen Abgase kommen auf ihrem Strömungswege sowohl mit den herabrieselnden als auch mit den auf den Stachelwalzen 14 liegenden Abfallstoffen in innige Berührung, und sie tragen entsprechend ihrer Strömungsgeschwindigkeit im Erhitzungsraum 1 staubförmige und mehr oder weniger feinkörnige Stoffe mit und verlassen zusammen mit diesen und den bei der Erhitzung der Abfallstoffe entstehenden Dämpfen und gasförmigen Produkten den Erhitzungsraum durch einen oberen Ausgang 16.
  • Die durch die Schurre 15 aus dem Erhitzungsraum 1 ausgetragenen Abfälle gelangen nunmehr auf einen Ringteller 2, der gleichachsig einen im wesentlichen zylinderförmigen Schmelzraum 3 umschließt und drehbar um seine senkrechte Achse gelagert ist. Oberhalb des Ringtellers 2 ist ein ringförmiger Kanal 9 angeordnet, der um den Schmelzraum 3 herumgeführt ist und in welchen die Schurre 15 von oben her einmündet. Ein nach außen gasdichter äußerer Ringkanal 18 umschließt den Ringkanal 9 wie auch den Ringteller 2 selbst. Im gasdichten Ringkanal 18 ist die Lagerung des Ringtellers 2 untergebracht, die aus Lagerböcken 19 und den Ringteller 2 tragenden Tragrollen 38 sowie Lagerböcken 20 und Führungsrollen 39 besteht, wobei die letzteren an einer am Ringteller 2 vorgesehenen, senkrecht nach unten ragenden, ringförmigen Führungsleiste 40 anliegen. Am Ringteller 2 ist unten am äußeren Rand ein Zahnkranz 41 befestigt, in den ein Ritzel 21 eingreift, welches von einem Motor 23 über ein Regelgetriebe 22 angetrieben wird. Der rotierende Ringteller 2 verteilt die Abfallstoffe gleichmäßig über den ganzen Umfang des Schmelzraumes 3. In der mit 5 bezeichneten Wand des Schmelzraumes 3 sind längliche rechteckige Öffnungen 8 für die Einführung der Abfallstoffe in den Schmelzraum 3 vorgesehen. In F i g.1 nicht dargestellte Abstreifer dienen zur gleichmäßigen Eintragung der Abfallstoffe über den gesamten Umfang des Schmelzraumes 3 und werfen die Abfallstoffe auf eine konische Rutsche 4 ab, von der sie rings um den ganzen Umfang des Schmelz= raumes 3 entlang der Schmelzraumwand 5 in Form eines ringzylindrischen Stromes abfließen. Die Öffnungen 8 dienen zugleich zur Abführung eines Teiles der im Schmelzraum 3 erzeugten Verbrennungsgase über den inneren Ringkanal 9 zum Erhitzungsraum 1. Da diese Gase eine sehr hohe Temperatur aufweisen, werden sie im RingkanäT9 mit kühlen Abgasen gemischt, die aus einer Leitung 42 hinter zwei der Abhitzeverwertung der Abgase dienenden Wärmeaustauschern 11 und 12 und einem Gasentstauber 13 entnommen und über eine Leitung 43, ein Gebläse 44 und eine Leitung 45 in den äußeren Ringkanal 18 geführt werden. Diese kühlen Abgase, die vorteilhaft in tangentialer Richtung in den äußeren Ringkanal 18 eingeführt werden, strömen von diesem durch zwei Ringschlitze 25 und 26, die durch den äußeren Rand des Ringtellers 2 und einer seitlichen Begrenzungswand des inneren Ringkanals 9 einerseits und zwischen dem inneren Rand des Ringtellers 2 und dem oberen Rand der konischen Rutsche 4 andererseits gebildet werden, in den inneren Ringkanal 9, in welchem sie sich mit den aus dem Schmelzraum 3 abgeführten heißen Verbrennungsgasen mischen. Hierdurch wird der Ringteller 2 vor überhitzung geschützt und sein Verklemmen durch Eindringen von Abfallstoffen in die beiden Schlitze 25 und 26 vermieden.
  • Die Trocknung und Erhitzung der Abfallstoffe im Erhitzungsraum 1 wird daher durch die Menge und Temperatur der in den Erhitzungsraum 1 eingeführten Abgase geregelt, indem den heißen Verbrennungsgasen kühle Abgase zugemischt werden. Eine weitere Beeinflussung des Erhitzungsvorganges ist dadurch möglich, daß die Verbrennung im Schmelzraum 3 mit Luftüberschuß erfolgt, wodurch am Ringteller 2 und zum Teil schon im Erhitzungsraum 1 ein entsprechender Abbrand, d. h. eine Teilverbrennung leicht brennbarer Anteile der Abfallstoffe unter Wärmeentbindung erzielt wird. Dasselbe kann aber auch durch Luftzuführung in den inneren Ringkanal 9 oder äußeren Ringkanal 18 erreicht werden. In F i g. 1 ist hierfür eine Luftleitung 46 vorgesehen, die in die Abzweigleitung 45 der nachbehandelten kühlen Abgase einmündet und somit über diese mit dem äußeren Ringkanal 18 verbunden ist.
  • Am Umfang der Schmelzraumwand 5 sind gleichmäßig verteilt Zweistoffdüsen 6 angeordnet, durch die vorerhitzte Luft, staubförmige Abfälle aus den mit 31 und 32 bezeichneten Gasentstaubern, flüssige Abfallstoffe und/oder Brennstoffe sowie bildsame oder pastenartige Abfälle in den Schmelzraum 3 eingeführt werden. Diese Düsen 6, von denen in der Zeichnung der besseren übersieht wegen nur vier dargestellt sind (vgl. insbesondere F i g. 2), werden durch ein Gebläse 47 mit vorerhitzter Luft versorgt, welches diese Luft über eine Leitung 48 durch den Wärmeaustauscher 11 und über eine Leitung 49 in eine Ringleitung 50 führt, von der sie durch Leitungen 51 auf die Düsen 6 verteilt wird. Die im Gasentstauber 31 anfallenden staubförmigen Abfälle werden mittels einer Staubpumpe 52 unter Verwendung von Trägerluft über eine Staubleitung 53 in die Düsen 6 gefördert. In entsprechender Weise gelangen die staubförmigen Abfälle vom Gasentstauber 32 über eine Staubpumpe 54 und eine Staubleitung 55 zu den Düsen 6, wo sie sich mit der Verbrennungsluft vereinigen und zusammen mit dieser in den Schmelzraum 3 strömen. Brennbare flüssige Abfallstoffe oder gegebenenfalls Brennstoffe werden anderen Düsen 6' über eine Leitung 56 zugeführt, die mit einer Düse 34 verbunden ist, die sich zentral innerhalb der Düse 6' befindet und derart ausgebildet ist, daß die genannten Stoffe unter eigenem Druck oder mittels Preßluft oder Dampf zerstäubt werden.
  • Für bildsame oder pastenartige Abfallstoffe wird eine ähnliche Düsenkombination verwendet, wie sie zuvor erläutert wurde. Durch ein in einer Winddüse zentral angeordnetes Rohr, welches sich vorzugsweise konisch erweitert und bis an das Ende der Winddüse erstreckt, werden diese Stoffe, z. B. mittels Preßschnecken oder Kolbenpressen, unter Druck in den Schmelzraum 3 eingeführt.
  • Ein Boden 57 des Schmelzraumes 3 ist wannenartig ausgebildet, um ein Schlackenbad 30 aufzunehmen, dessen Höhe, d. h. Schlackenbadspiegel durch eine seitlich in der Schmelzraumwand 5 angeordnete Abzugöffnung 7 für die flüssige Schlacke aufrechterhalten wird.
  • Die Düsen 6, die in Richtung auf die Oberfläche des Schlackenbades 30 schräg nach unten geneigt sind, sind als relativ lange Düsenrohre ausgebildet und ragen so weit in den Schmelzraum 3 hinein, daß sie den ringzylindrischen Strom der an und ringsum entlang der Schmelzraumwand 5 herbabfallenden festen Abfallstoffe gleichsam wie ein Tunnelstollen vollständig durchdringen und ihre Mündungen sich außerhalb dieses Ringstromes innerhalb des durch ihn zentral im Schmelzraum 3 gebildeten zylindrischen Hohlraumes befinden, wie dies in F i g. 1 an der linken Seite der Schmelzraumwand 5 deutlich gezeigt ist.
  • Die Achsrichtungen der Düsen 6 berühren in ihrer Projektion auf die Oberfläche des Schlackenbandes 30 als gleichsinnige Tangenten einen auf dieser Oberfläche gedachten Kreis 33 (vgl. F i g. 2), dessen Umfang gleich oder kleiner ist als der halbe Umfang des Schlackenbandes 30. Bei großen Schmelzräumen 3 wird zur besseren Verteilung der Verbrennungsmittel und der mit diesen eingeführten Stoffe eine größere Anzahl von Düsen 6 vorgesehen, deren Richtungsprojektion gruppenweise mehrere zum Umfang des Schlackenbades 30 konzentrische Kreise mit verschiedenen Durchmessern gleichsinnig berühren.
  • Die homogene flüssige Schlacke, die durch die Abzugöffnung 7 in dem Maße abgeführt wird, als sich neue bildet, wird über ein Fallrohr 60 in eine Schlackenwanne 58 geführt, dort mit Wasser granuliert und aus der Schlackenwanne 58 in bekannter Weise, z. B. durch ein in F i g. 1 nicht dargestelltes Kratzerband, ausgetragen und auf ein Förderband 59 abgeworfen, welches die granulierte Schlacke zu einem Bunker befördert. Durch die Abzugöffnung 7 werden außer der flüssigen Schlacke auch heiße Verbrennungsgase aus dem Schmelzraum 3 abgezogen, um ein Einfrieren der wassergekühlten Öffnung zu vermeiden. Diese heißen Verbrennungsgase werden dann zusammen mit dem beim Granulieren der flüssigen Schlacke entstandenen Wasserdampf vom Fallrohr 60 über eine Leitung 61 in den Abgasstrom, z. B. in die Abgasleitung 42, zurückgeleitet. Im Boden 57 des Schmelzraumes 3 ist eine Abstichöffnung 62 vorgesehen, um bei Stillsetzung der Anlage das Schlackenbad 30 abzulassen bzw. flüssige Metalle, die sich unterhalb der flüssigen Schlacke am Boden 57 sammeln, periodisch abzuziehen.
  • Die bei der Verbrennung der Abfallstoffe gebildeten Verbrennungsgase werden vom Schmelzraum 3 zum Teil zur Trocknung und Erhitzung der Abfall- Stoffe über die Öffnungen 8 der Schmelzraumwand 5 abgezogen. Der Rest der Verbrennungsgase zieht durch eine öffnung 10 aus dem Schmelzraum 3 ab und wird in einen zylindrischen Mischraum 27 geführt. Die Öffnung 10 hat einen erheblich engeren Querschnitt als der Schmelzraum 3, um den Drall der Verbrennungsgase bei ihrem Austritt aus dem Schmelzraum 3 zu verstärken. Hierdurch werden im Gasstrom noch schwebende Schlackenteilchen ausgeschleudert und dann entlang der Wand in den Schmelzraum 3 zurückgeführt.
  • Die aus dem Erhitzungsraum 1 durch den oberen Ausgang 16 abgeführten Abgase strömen durch eine Leitung 63 zum Gasentstauber 31, in welchem die von den Abgasen mitgetragenen staubförmigen Abfälle abgeschieden werden. Die so gereinigten Abgase werden über eine Leitung 64 mittels eines Gebläses abgezogen und über eine Leitung 66 in eine Ringleitung 67 gefördert, aus der sie über Leitungen 68 durch in der Wand des zylindrischen Mischraumes 27 auf dessen Umfang gleichmäßig verteilte Öffnungen 28 tangential in den Mischraum 27 eintreten. Zur Regelung der Temperatur im Mischraum 27 kann diesem noch ein Teil kühler Abgase aus der Abgasleitung 42 zugeführt werden, indem ein Gebläse 70 diesen Teil der kühlen Abgase über eine Abzweigleitung 69 der Abgasleitung 42 ansaugt und ihn über eine Leitung 71 ebenfalls in die Ringleitung 67 drückt. Im Mischraum 27 werden die tangential eingeblasenen Abgase mit den heißen Verbrennungsgasen aus dem Schmelzraum 3 intensiv vermischt und dann durch eine Leitung 72 zur Abhitzeverwertung abgeführt.
  • Die Abhitzeverwertung der Abgase erfolgt im Wärmeaustauscher 11 zur Luftvorwärmung und im als Abhitzekessel ausgebildeten Wärmeaustauscher 12 zur Dampferzeugung. Hierzu wird aus der Leitung 72 ein Teilstrom der Abgase über eine eine Abzweigleitung 73 dem Wärmeaustauscher 11 zugeführt, in dessen Abgasaustrittsleitung 74 eine Drosselklappe 75 als Regelorgan vorgesehen ist. Der andere, restliche Teilstrom der Abgase wird über eine Leitung 76 in den Abhitzekesse112 geführt, der aus einem Dampfüberhitzer, Verdampfer und Speisewasservorwärmer besteht. Aus dem Abhitzekessel 12 treten die Abgase über eine Leitung 77 aus, in der sich ebenfalls eine Drosselklappe 78 befindet.
  • Die Abgase werden zu ihrer Entstaubung über die beiden Leitungen 74 und 77 in einen gemeinsamen Fliehkraftabscheider 13 und von diesem über die Leitung 42 mittels eines in F i g.1 nicht dargestellten Saugzuggebläses über einen Schornstein in Freie geführt.
  • Die Wand 5 des Schmelzraumes 3 und gegebenenfalls auch zylindrische Wand des Mischraumes 27 werden von einem in F i g.1 nicht dargestellten, Rohr an Rohr verlegten Röhrensystem gebildet, in welchem Wasser im Naturumlauf oder Zwangsdurchlauf verdampft wird. Dieses Röhrensystem, welches mit einem gasdichten Mantel umgeben ist, besitzt vorzugsweise mit dem Abhitzekesse112 eine gemeinsame Dampftrommel, von welcher der in beiden erzeugte Saftdampf zum Überhitzer geleitet wird.
  • Beispiel In der beschriebenen Vorrichtung soll ein Stadtmüll mit einem unteren Heizwert von etwa 1200 kcal/kg verbrannt werden, wobei dieser Stadtmüll eine durchschnittliche Zusammensetzung von 45% Feuchtigkeit, 25% brennbaren Bestandteilen und 30% anorganischen Bestandteilen (Asche) aufweist.
  • Bei einem täglichen Durchsatz von etwa 100 t Stadtmüll werden im Durchschnitt stündlich 4,17 t Müll durch das Förderband 35 in den Erhitzungsraum 1 eingeführt. Diesem Müll strömen 3000 Nm3/h warme Abgase entgegen, die beladen mit dem Wasserdampf aus der Feuchtigkeit und etwa 200 kg/h Staub aus dem Müll den Erhitzungsraum-l mit einer Temperatur von 200° C verlassen. In der Entstaubungseinrichtung 31 wird der Staub von diesen Abgasen abgetrennt, wonach die so gereinigten Abgase in den Mischraum 27 geführt werden.
  • Im Schmelzraum 3 wird der getrocknete und erhitzte Müll mit 7700 Nm3/h Luft verbrannt, die im Wärmeaustauscher 11 auf 700° C vorgewärmt und durch die Düsen 6 in den Schmelzraum 3 eingeblasen wurde. Auch der Staub aus den beiden Gasentstaubern 31 und 32, zusammen etwa 250 kg/h, wird durch die Düsen 6 in den Schmelzraum 3 eingeführt. In der Schmelzzone herrscht dann eine Temperatur von etwa 1800° C. Im. Schlackenbad 30 werden die anorganischen Bestandteile des Mülls homogen eingeschmolzen. Durch die Abzugöffnung 7 fließt stündlich 1,2 t Schlacke ab, die aus der mit Wasser gefüllten Schlackenwanne 58 granuliert ausgetragen wird.
  • Der lichte Durchmesser des Schmelzraumes 3 beträgt 1400 mm, die Höhe des Schlackenbades 30 beträgt 400 mm.
  • Durch die öffnungen 8 werden 1700 Nm3/h Verbrennungsgase aus dem Schmelzraum 3 abgezogen, die sich im Ringkanal 9 mit 1900 Nm3/h kühlen Abgasen aus der Leitung 42 mischen und dann in den Erhitzungsraum 1 geführt werden. Durch die Austrittöffnung 10 des Schmelzraumes 3 werden 6700 Nm3/h Verbrennungsgase abgeführt, die mit einer Temperatur von etwa 1450° C in den Mischraum 27 eintreten. Diese Verbrennungsgase mischen sich im Mischraum 27 mit 5800 Nm3/h Abgasen aus dem Erhitzungsraum 1 und aus der Abgasleitung 42. Somit verlassen 12 500 Nm3/h Mischgase den Mischraum 27 mit einer Temperatur von 900° C durch den oberen Ausgang 29, von welchem ein Teilstrom von 6900 Nm3/h in den Wärmeaustauscher 11 zur Vorwärmung der Verbrennungsluft und der Rest in den Abhitzekesse112 geführt wird. Diese Abgase werden dann im nachgeschalteten, beiden gemeinsamen Gasentstauber 13 entstaubt und verlassen diesen mit einer Temperatur von 200° C durch die Leitung 42, auf der 10 550 Nms/h durch das Saugzuggebläse über den Schornstein ins Freie gefördert werden.
  • Der Schmelzraum 3 und die Abführung der Verbrennungsgase bis zum Mischraum 27 sind als Dampfkessel ausgebildet und mit dem Abhitzekesse112, in welchem sich der Dampfüberhitzer, Verdampfer und Speisewasservorwärmer befinden, zu einem einzigen, in sich geschlossenen Kesselsystem vereinigt. Diesem Dampfkesselsystem werden - etwa 5,5 m3/h Kesselspeisewasser zugeführt, und es werden in ihm etwa 5 t/h Dampf mit einem Druck von 100 ata und einer Temperatur von 450° C erzeugt.
  • Die Anlage wird mit Heizöl oder, falls verfügbar, mit Abfallöl angefahren, welches durch die Leitung 56 den Düsen 6 zugeführt und im Schmelzraum 3 zunächst mit noch kalter Verbrennungsluft verbrannt wird. Im gleichen Maße, wie die Teile der Anlage hierdurch erwärmt werden, wird Müll in den Erhitzungsraum 1 eingetragen. Sobald die erforderlichen Betriebstemperaturen erreicht sind, wird die Heizölzufuhr abgeschaltet. Wenn der Heizwert des Stadtmülls vorübergehend wesentlich unter 1200 kcal/kg absinkt, werden die ölbrenner wieder in Betrieb genommen, um die Temperatur und den Schmelzvorgang im Schmelzraum 3 aufrechtzuerhalten.

Claims (4)

  1. Patentansprüche: 1. Vorrichtung zum Verbrennen fester Abfallstoffe mit einem Erhitzungsraum zur Trocknung und anschließenden Erhitzung der Abfallstoffe und einem diesem nachgeschalteten Schmelzraum zur Verbrennung der brennbaren Bestandteile der Abfallstoffe, Einschmelzung der unverbrennbaren Rückstände und zum periodischen oder kontinuierlichen Ablassen des flüssigen Schmelzgutes, bei der mehrere Düsen zur Einführung von vorzugsweise vorerhitzten Verbrennungsmitteln, z. B. Heißluft, und gegebenenfalls Brennstoffen gleichsinnig schräg nach unten, vorzugsweise auf ein im Schmelzraum befindliches Schlackenbad gerichtet sind, gekennzeichnet durch einen den zylindrischen Schmelzraum (3) konzentrisch umschließenden und um ihn rotierenden, mit einem regelbaren Antrieb (22, 23) versehenen Ringteller (2) zur Aufnahme der im Erhitzungsraum (1) getrockneten und erhitzten Abfallstoffe, eine an der Schmelzraumwand oben angeschlossene ringförmige Rutsche (4) und Abstreifer zur gleichmäßigen Eintragung der Abfallstoffe vom Ringteller (2) rings um die und entlang der Schmelzraumwand (5) in den Schmelzraum hinein, auf dem ganzen Umfang der Schmelzraumwand (5) gleichmäßig verteilte Düsenrohre (6) zur Einführung von Verbrennungsmitteln, staubförmigen und gegebenenfalls flüssigen Abfallstoffen oder/ und Brennstoffen, welche Düsenrohre (6) in den Schmelzraum (3) so weit hineinragen, daß sie den ringzylindrischen Strom der an und ringsum entlang der Schmelzraumwand (5) herabfließenden festen Abfallstoffe vollständig durchdringen und ihre Mündungen sich außerhalb dieses Ringstromes innerhalb des durch ihn gebildeten zylindrischen Hohlraumes befinden, öffnungen (8) im oberen Teil der Schmelzraumwand (5) und einen zwischen dem Schmelzraum (3) und dem Erhitzungsraum (1) angeordneten Verbindungskanal (9) zur Abführung eines Teilstromes der Verbrennungsgase aus dem Schmelzraum (3) in den Erhitzungsraum (1) sowie eine im Schmelzraum (3) angeordnete öffnung (10) zur Abführung der restlichen Verbrennungsgase zu den Einrichtungen für die Abhitzeverwertung (11,12) und Nachbehandlung (13) der Abgase.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Erhitzungsraum (1) aus einem senkrechten Schacht besteht, in welchem drehbare, einzeln oder in Gruppen gegeneinander versetzt übereinander angeordnete Stachelwalzen (14) vorgesehen sind, durch welche die auf sie abgeworfenen Abfallstoffe durch den Erhitzungsraum geführt werden, und daß der Erhitzungsraum (1) am unteren Ende eine Öffnung (15) für den Austritt der Abfallstoffe und den Eintritt von warmen Abgasen und an seinem oberen Ende einen Ausgang (16) für die Abgase und die von diesen mitgebrachten staubförmigen Anteile der Abfallstoffe aufweist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die gegenseitige Entfernung (Teilung) der Stacheln (17) bei den oberen Stachelwalzen (14) am größten ist und zu den unteren Walzen hin abnimmt.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Ringteller (2) außen von einem gasdichten Ringkanal (18) umschlossen, in diesem die Lagerung (19, 20, 38, 39, 40) und der Antrieb (21, 41, 22, 23) des Ringtellers angeordnet und an ihm mindestens ein Eintrittstutzen (24) zur vorzugsweise tangentialen Einführung von kühlen und entstaubten Abgasen vorgesehen ist und daß zwischen dem Ringkanal (18) und dem Ringteller (2) an den beiden Rändern des letzteren für den Eintritt der kühlen Abgase in den oberhalb von ihm angeordneten Verbindungskanal (9) Schlitze (25, 26) frei gelassen sind.
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