DE129930C - - Google Patents
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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- B22C—FOUNDRY MOULDING
- B22C1/00—Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds
- B22C1/16—Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds characterised by the use of binding agents; Mixtures of binding agents
- B22C1/20—Compositions of refractory mould or core materials; Grain structures thereof; Chemical or physical features in the formation or manufacture of moulds characterised by the use of binding agents; Mixtures of binding agents of organic agents
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Description
KAISERLICHES
■P/J3
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 129930 KLASSE 31 c.
Patenürt im Deutschen Reiche vom 38. September 1900 ab.
Der Erfinder ist seit nahezu 20 Jahren mit Versuchen über die Ausnutzung der Kartoffel
beschäftigt. Während bei der gesunden Kartoffel die Gewinnung der Stärke und die Herstellung
neuer Verbindungen zu Nährzwecken für Menschen und Thiere in den Vordergrund tritt, bleibt die Anzahl der Verwendungsarten
für kranke, für Menschen und Thiere ungeniefsbare Kartoffeln naturgemäfs eine sehr
beschränkte, und es mufs mit Freuden begrüfst werden und bedeutet einen grofsen wirthschaftlichen
Fortschritt, wenn ein Weg gefunden wird, auf dem auch die kranke, ungeniefsbare Kartoffel zu einer technisch viel
begehrten Masse verarbeitet werden kann. Dies ist der Fall bei der Herstellung von Kernmassen
für Stahl- und Eisengiefsereien aus Kartoffeln.
Vergleicht man das Verfahren gemäfs vorliegender Erfindung mit bereits bekannten Verfahren,
so stehen demselben die deutschen Patentschriften, Kl. 31, 101330 und 10114
gegenüber. Nach der ersteren verwendet man die Abfälle der Stärkeherstellung als Bindemasse
und setzt denselben noch allenfalls Mehl von Hülsenfrüchten zu. Die letztere bezieht sich
in erster Linie auf Melasse, saueres Bier und Mehl. Es ist demnach die Kartoffel in natürlichem
Zustande in der unten beschriebenen Art bearbeitet als Bindemittel noch von keiner
Seite in Betracht gezogen worden; ihre Anwendung in dieser Form ist daher neu.
Kocht man Kartoffeln, ohne jede Vorbereitung, wie sie das Feld liefert, und zwar sowohl
schlechte als auch bessere Sorten, und quetscht oder zerstampft sie, so erhält man
eine zähe gutbindende Masse, welche mit dem 5- bis ι ο fachen Gewicht feinen Sandes gemengt
und in einer Knetmaschine gleichmäfsig gemischt wird. Die Kernmasse ist hiermit
fertig und ist, so lange sie heifs ist, leicht knetbar. Hat man die Kerne geformt, so wird
die Masse bei gewöhnlicher Temperatur getrocknet. Der Kartoffelbrei erhärtet zu einer
halbdurchsichtigen hornartigen Masse und bindet den Sand zu einer Masse, welche nicht im geringsten
bröckelt und beim Anwenden weder schwindet noch treibt. Sie zeigt sich vielmehr von solcher Härte und Widerstandsfähigkeit,
dafs sie nur schwer zerstückelt werden kann, und daraus hergestellte Kerne einen ziemlich
hellen Klang besitzen, wenn man sie mit einem kleinen Hammer oder dergl. anschlägt. Die
Masse eignet sich auch deshalb besonders gut zu Kernmasse, weil in der Hitze des Gusses
die organischen Bestandtheile fast vollständig verschwinden und der Sand, zwar geschwärzt,
aber doch vollkommen locker aus der erkalteten Form herausläuft, als ob er niemals
durch ein organisches Bindemittel gebunden gewesen wäre. Trotzdem ist ein vorzeitiger
Zerfall der Körper nicht zu befürchten. Der Sand ist sofort für neue Formen verwendbar,
in welchem Umstände ebenfalls ein grofser technischer Fortschritt zu erblicken ist.
Setzt man noch hinzu, dafs der Sand nach den früheren Verfahren unbrauchbar wird, hier
aber sofort wieder benutzt werden kann, also nichts kostet, so leuchtet sofort ein, welch
vielseitige Vortheile durch das neue Verfahren gewonnen werden.
Claims (1)
- Patent-An spruch:
Verfahren zur Herstellung von Kernmassen, dadurch gekennzeichnet, dafs in natürlichem Zustand gekochte und gequetschte Kartoffeln mit Sand zu einer plastischen Masse gemengt werden.BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE129930C true DE129930C (de) |
Family
ID=398355
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT129930D Active DE129930C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE129930C (de) |
-
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