DE1299063C2 - Elektromagnetische schalteinrichtung fuer impulsbetrieb - Google Patents
Elektromagnetische schalteinrichtung fuer impulsbetriebInfo
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- H01H51/28—Relays having both armature and contacts within a sealed casing outside which the operating coil is located, e.g. contact carried by a magnetic leaf spring or reed
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Description
Die Erfindung betrifft eine elektromagnetische Schalteinrichtung, die mittels eines kurzen Stromimpulses
betätigt wird, dessen Zeitdauer kleiner ist als die Betätigungszeit der Schalteinrichtung, und bei der der
Abbau des von dem kurzen Stromimpuls im Eisenkreis erzeugten Magnetfeldes durch Wirbelstrombildung
verzögert wird.
Bei einer zum Anmeldezeitpunkt der vorliegenden Erfindung bereits offenkundig vorbenutzten elektromagnetischen
Schalteinrichtung (»Hilfsfernschalter« Bautrt D, gemäß BBC- Liste AN 3i v. April 1957, und Zeichnung
der Firma BBC Nr. A42-05.130 Zs) wird eine Verzögerung des Abbaues des jeweils von einem kurzen
Stromimpuls im Eisenkreis der Schalteinrichtung erzeugten Magnetfeldes durch Wirbelstrombildung vor
•llem mittels einer als Kurzschlußwicklung wirkenden Messinghülse geschaffen. Diese stellt jedoch ein zusatzliches
Bauteil dar, für das nicht nur selbst, sondern auch für dessen Montage beim Zusammenbau der Schalteinrichtung
Kosten entstehen. Ferner wird das Bestreben nach größtmöglicher Einfachheit des konstruktiven
Gesamtaufbaus der Schalteinrichtung mit möglichst wenig Einzelteilen gestört, und schließlich wird auch
das notwendige Einbauvolumen vergrößert. Letzteres muß besonders bei Schalteinrichtungen der eingangs
genannten Art, welche in Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen Verwendung finden, vermieden b-<
werden, weil dort besonders danach gestrebt wird, die Schalteinrichtung so weit als möglich zu miniaturisieren.
Bei einer weiterhin bekannten Anordnung (DT-PS 9 27 396), erfolgt die einleitend erwähnte Verzögerung
des Magnetfeldabbaus durch Wirbelstrombildung in der Weise, daß die Erregerwicklung oder eine eigene
Ki-rzschlußwicklung der Schalteinrichtung zu einem
geeigneten Zeitpunkt elektrisch kurzgeschlossen wird. Hierzu ist selbst dann, wenn keine zusätzliche Kurzschlußwicklung
vorgesehen ist, sondern die ohnedies vorhandene Erregerwicklung als Kurzschlußwicklung
benützt wird, in jedem Falle ein besonderer Schaltkontakt erforderlich, so daß analog zu der bereits besprochenen
offenkundig vorbenutzten Schalteinrichtung der Firma BBC auch hier zusätzliche Kosten sowie ein
erhöhter Raumbedarf und eine Verkomplizierung des Gesamtkonzepts der Schalteinrichtung entstehen. Bei
der bekannten Anordnung kann zudem der Kurzschluß der Wicklung und damit der Beginn der Wirbelstrombildung
zur Verzögerung des Feldabbaus zwang/äufig
erst nach einer gewissen Mindestbewegung des Ankers der Schalteinrichtung einsetzen, so daß Stromimpulse,
welche kürzer sind als die zum Aufbau des Magnetfeldes für den Ankerhub notwendige Mindestzeit, überhaupt
nicht zur Auswirkung kommen können. Stromimpulse von derartiger Kürze finden jedoch in der
Fernmelde- insbesondere Fernsprechtechnik zunehmend Verwendung, weil dort nach dem Entwicklungstrend
Schdlteinrichtungen der eingangs genannten Art zunehmend mit elektronischen Steuereinrichtungen zusammenarbeiten.
Mit der vorliegenden Erfindung soll eine elektromagnetische Schalteinrichtung der eingangs genannten
Art geschaffen werden, die sich in erwähnter Weise mittels eines kurzen Stromimpulses betätigen läßt, dessen
Zeitdauer kleiner ist als die Betätigungszeit der Schalteinrichtung, ohne daß jedoch für die Verzögerung
des Abbaus des von dem kurzen Stromimpuls im Eisenkreis erzeugten Magnetfeldes durch Wirbelstrombildung
irgendein zusätzliches Bauteil oder eine zusätzliche Schaltungsmaßnahme erforderlich ist.
Erreicht wird dies gemäß der Erfindung durch eine derartige Ausbildung des Eisenkreises, daß die wirbelstrombildung
in seinem weichmagnetischen Teil selbst in zur Betätigung der Schalteinrichtung ausreichender
Stärke und Dauer auftritt.
Der vorgenannten technischen Lehre liegt die Erkenntnis zugrunde, daß bei de·· Betätigung einer Schalteinrichtung
der eingangs genannten Art deren Anker bzw. der bewegliche Teil der Kontakteinrichtung bereits
vom Beginn des Einschaltens des kurzzeitigen Stromimpulses ab aus der Ruhelage bewegt wird, und
daß es nach Abschalten des Stromimpulses lediglich notwendig ist, den Anker bis zu einer vollen Betätigung
weiterhin mit magnetischer Energie zu versorgen, wobei diese Energie keineswegs in der Anfangsstärke aufrechterhalten
werden muß, sondern während der vorgenannten Überbrückungszeit in dem Maße abnehmen
darf, in dem sich durch die fortschreitende Bewegung des Ankers der Arbeitsluftspalt zunehmend verkleinert.
Es genügt also eine Speicherung der beim Abschalten des kurzzeitigen Stromimpulses vorhandenen magnetischen
Energie ausschließlich im Eisenkreis der Schalteinrichtung, um den durch den Stromimpuls jedenfalls
in eine von der Stromstärke abhängige Anfangsbeschleunigung versetzten Anker bzw. sonstigen beweglichen
Teil der Kontakteinrichtung in seine Endlage zu betätigen.
Der sichere Durchzug des Ankers wird unterstützt, wenn gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
γ"
die Schalteinrichtung mit einem den Eisenkreis vormagnetisierenden
Dauermagneten ausgerüstet, ist, weil hierbei einerseits der Dauermagnet ab einer gewissen
Teilbetätigung der Kontakteinrichtung und automatisch einhergehenden Verkleinerung des Arbeitsluftspaltes
die restliche volle Betätigung der Kontakteinrichtung auch dann übernimmt, wenn bis dahin die gespeicherte
magnetische Energie völlig abgeklungen sein sollte und weil ferner der Dauermagnet die betätigte
Kontakteinrichtung in dieser Schaltstellung hält, so daß der Anwendungsbereich der Schalteinrichtung
in einer beispielsweise bei Haftrelais bekannten Weise entsprechend erweitert ist.
Besonders kurze Impulszeiten, vorzugsweise in der Größenordnung von Mikrosekunden, lassen sich erreichen,
wenn gemäß einem Ausführungsbeisp^l der Erfindung eine Schalteinrichtung mit einem Eisenkreis
verwendet wird, der einen senkrecht in eine Trägerplatte eingesetzten, von der Erregerwicklung umschlossenen
Stiftkern, ferner einen im wesentlichen parallel zur Trägerplatte angeordneten, mit dem benachbarten
Ende des Stiftkerns kontaktgebend zusammenarbeitenden, in seiner Ruhestellung an einer Gegenlage anliegenden
magnetisierbaren Anker und einen vorzugsweise parallel zum Sliftkern angeordneten Dauermagnet
enthält (DT-AS 11 91 042). Hierbei sind nämlich besonders
vorteilhafte magnetische Verhältnisse gegeben und ein prellarmes Arbeiten eines massemäßig kleinen
und schnell betätigbaren Ankers gewährleistet. Der als Quelle für den beschriebenen grundsätzlichen Aufbau
einer Schalteinrichtung genannten deutschen Auslegeschrift ist keine Anregung entnehmbar, den dort vorhandenen
weichmagnetischen Teil des Eisenkreises so zu dimensionieren, daß vorausgehend überhaupt ein
ausreichend großer magnetisches Feld aufgebaut wird, dessen Abbau durch Wirbelstrombildung sich so lange
verzögern läßt, daß der Anker der Schalteinrichtung auch nach Abschaltung des elektrischen Erregerimpulses
in jedem Fall voll betätigt wird.
Die Arbeitsweise einer in vorstehender Weise ausgebildeten Schalteinrichtung wird verbessert und gleichzeitig
eine raumsparende Bauweise erzielt, wenn die Schalteinrichtung mit einem das nicht kontaktgebende
Ende des Stiftkerns und den Anker magnetisch verbindenden, der Flußrückführung und gleichzeitig der
Schirmung dienenden Joch ausgerüstet ist.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt
F i g. 1 eine elektromagnetisch betätigbare Schalteinrichtung im Schnitt,
F i g. 2 ein Kurvenbild über die Abhängigkeit der Erregerimpulszeit
von dessen Leistung,
F i g. 3 ein Schaubild über den Verlauf de:, kurzzeitigen
Stromimpulses in bezug zur Zeit.
Bei der in F i g. 1 dargestellten Schalteinrichtung ist mit 1 eine Trägerplatte bezeichnet, in welche mittels
eines Glaspfropfens in an sich bekannter Druckglaseinschmelztechnik
ein magnetisierbarer Stiftkern 3 eingesetzt ist, dessen in das Innere eines mit Schutzgas gefüllten,
durch einen auf die Trägerplatte 1 aufgesetzten Deckel 4 gasdicht abgeschlossenen Kontaktraums 5 ragendes
Ende kontaktgebend mit einem magnetisierbaren Anker 6 zusammenarbeitet, der über eine Blattfeder
7 beweglich am Deckel 4 gelagert ist. Mit 8 ist eine den Stiftkern 3 umschließende Erregerwicklung bezeichnet,
die auf einem Spulenkörper 9 aufgebracht ist. Zwischen Stiftkern 3 und Anker 6 ist ein magnetisierbares
Joch 10 angeordnet, das der Flußrückführung und gleichzeitig als Abschirmung dient. Der Eisenkern ist
durch einen Dauermagnet 12 vorerregt, dessen Kraft jedoch nicht ausreicht, um den abgefallenen Anker 6 zu
betätigen. Mit 13 sind Anschlußelemente bezeichnet, über welche der Stiftkern 3, der Anker 6 und die Erregerwicklung
8 elektrisch anschaltbar sind.
'5 Wird auf die Erregerwicklung 8 ein in seiner Wirkung dem Dauermagnetfluß gleichgerichteter Stromimpuls
über eine Zeitdauer gegeben, weiche kleiner ist als die eigentliche zur Betätigung des Ankers 6 betätigte
Ansprechzeit der Schalteinrichtung, so wird nach dem Abschalten des impulses die von ihm hervorgerufene
magnetische Energie im Eisenkreis durch Erzeugung von Wirbelstrom gespeichert. Dabei ist der Eisenkreis
derart bemessen, daß der in ihm entstehende Wirbelstrom eine solche Größe und einen solchen zeitlichen
Verlauf hat, daß die vorerwähnte eigentliche Ansprechzeit der Schalteinrichtung überbrückt und der
Anker 6 betätigt wird. Dabei wird der Anker 6 von der gespeicherten magnetischen Energie bereits ab Beginn
des Einschaltens des kurzzeitigen Stromimpulses aus seiner Ruhelage bewegt, so daß sich der Arbeitsluftspalt
11 zunehmend verkleinert. Ist letzterer genügend klein, so reicht die Kraft des Dauermagneten 12 aus,
um den Anker 6 vollends zu betätigen. Hierbei kann, wie aus der F i g. 3 ersichtlich ist, der abklingende Wirbelstrom
noch bis zur vollen Betätigung des Ankers 6 wirksam sein, d. h. der von ihm im Eisenkreis erzeugte
Magnetfluß gleichgerichtet mit dem Dauermagnetfluß zusammenwirken. Dies ist aber keineswegs unbedingt
erforderlich, sondern es muß die gespeicherte Energie lediglich so lange wirksam sein, bis der Anker 6 den
kritischen Kippunkt überwunden hat, d. h. im Zuge der Bewegung des Ankers der Arbeitsluftspalt so klein geworden
ist, daß der Dauermagnetfluß zur vollen Betätigung allein ausreichend ist. Ist der Anker voll betätigt,
so wird er durch den Dauermagnetfluß weiterhin so iange in dieser Schaltstellung gehalten, bis durch einen
erneuten Stromimpuls entgegengesetzter Polarität der Dauermagnetfluß aufgehoben wird und der Anker unter
der Wirkung der Blattfeder 7 in seine Ruhelage zurückkehrt.
F i g. 2 läßt erkennen, daß die Impulszeit für das Ansprechen und Abfallen der Schalteinrichtung von der
Größe des kurzzeitigen Stromimpulses abhängig ist, und zwar wird die Impulszeit um so kürzer, je größer
der Impulsstrom ist.
Die F i g. 3 zeigt den Stromverlauf über der Zeit, wobei ersichtlich ist, daß die mit tan bezeichnete eigentliche
Ansprechzeit der Schalteinrichtung um ein Vielfaches größer sein kann als die Zeitdauer des kurzzeitigen
Erregerstromimpulses.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Elektromagnetische Schalteinrichtung, die mittels eines kurzen Stromimpulses betätigt wird, dessen
Zeitdauer kleiner ist als die Betätigungszeit der Schalteinrichtung, und bei der der Abbau des von
dem kurzen Stromimpuls im Eisenkreis erzeugten Magnetfeldes durch Wirbelstrombildung verzögert
wird, gekennzeichnet durch eine derartige Ausbildung des Eisenkreises, daß die Wirbelstrombildung
in seinem weichmagnetischen Teil selbst in zur Betätigung der Schalteinrichtung ausreichender
Stärke und Dauer auftritt.
2. Schalteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein den Eisenkreis vormagnetisierender
Dauermagnet vorgesehen ist.
3. Schalteinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Eisenkreis einen senkrecht
in eine Trägerplatte eingesetzten, von der Erregerwicklung umschlossenen Stiftkern, ferner einen im
wesentlichen parallel zur Trägerplatte angeordneten, mit dem benachbarten Ende des Stiftkerns kontaktgebend
zusammenarbeitenden, in seiner Ruhesteilung an einer Gegenlage anliegenden magnetisierbaren
Anker und einen vorzugsweise parallel zum Stiftkern angeordneten Dauermagneten enthält
(F ig. 1).
4. Schalteinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein das nichtkontaktgebende
Ende des Stiftkerns und den Anker magnetisch verbindendes, der Flußrückführung und gleichzeitig der
Abschirmung dienendes Joch vorgesehen ist (Fig.l).
35
Priority Applications (10)
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