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Die Erfindung betrifft ein zusammenklappbares Ruhemöbel mit einer
Sitz- oder Ruhefläche aus Stoff auf einem luftgefüllten Polster, das im aufgeblasenen
Zustand das Ruhemöbel aufgeklappt hält und das auf einem Unterbau befestigt ist,
insbesondere einen Stuhl oder eine Liege.
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Im vorliegenden Zusammenhang werden Ruhemöbel im weitesten Sinne verstanden,
also Einzelsitze, Sitzbänke, Liegen, Betten u. dgl., insbesondere soweit sie für
Fahrzeuge, beispielsweise Automobile, aber auch für Flugzeuge, Flugkörper, Schiffe
und Boote jeder Bauart bestimmt sind.
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Einerseits soll die Zusammenklappbarkeit solcher Ruhemöbel ermöglichen,
deren Abmessung gegen über ihrem aufgeklappten Zustand stark zu verringern, um beispielsweise
Transport und Lagerung zu vereinfachen, andererseits soll durch die Zusammenklappung
des Ruhemöbels zusätzlicher Platz gewonnen werden können, der etwa für Fracht ausgenutzt
werden kann.
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Es ist bekannt, einen Sessel wie eingangs angegeben, auszubilden.
Der Unterbau dient dabei zur Einstellung der richtigen Lage des Polsters; von ihm
wird der Sessel bei Nichtbenutzung abgehoben. Die vorher vom Sessel eingenommene
Fläche kann nicht für andere Zwecke nutzbar gemacht werden. Das ist nachteilig.
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Es ist bereits bekannt, den ganzen Sessel ohne Unterbau aus einem
aufblasbaren Polster zu bilden. Dann kann die Standfläche des Sessels nach Entfernen
der Luftfüllung aus dem Polster für andere Zwecke verwendet werden; dazu ist es
allerdings erforderlich, den zusammengelegten Sessel vorher zu entfernen.
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Während bei den beschriebenen, vorbekannten Sesselformen nur mit einem
Segeltuch als Sitz- oder Ruhefläche gearbeitet wird, wird bei einem weiteren, vorbekannten
Vorschlag der aus einem insbesondere keilförmig gestalteten Druckluftkissen bestehende
und auf dem Unterbau eines Kraftfahrzeugsessels angeordnete Kern mit einer Polsterung
an sich bekannter Art versehen. Auch bei abgelassener Luft kann die vom Sessel eingenommene
Standfläche nicht anderweitig genutzt werden.
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Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein zusammenklappbares
Ruhemöbel zu schaffen, das im zusammengeklappten Zustand eine beliebige anderweitige
Ausnutzung der von ihm eingenommenen Fläche ermöglicht.
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Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der Unterbau
eine Ausnehmung mit sie bei Bedarf verschließendem Deckel enthält, in die das Ruhemöbel
unterbringbar ist. Hierdurch entsteht eine ebene Ladefläche.
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Der Unterbau kann sich in einer entsprechenden Ausnehmung etwa in
der Ladefläche eines Automobils oder eines Flugzeugs befinden. Der Deckel kann ohne
Schwierigkeiten so widerstandsfähig ausgebildet werden, daß er im zusammengeklappten
Zustand des Ruhemöbels begehbar oder durch Ladung belastbar ist. Deshalb ist es
möglich, eine Aufstellfläche mit den erfindungsgemäßen Ruhemöbeln zu versehen, die
nach Zusammenklappen der Ruhemöbel für beliebige andere Zwecke zur Verfügung steht.
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Das Problem, wie trotz der von der Erfindung vorgesehenen Maßnahmen
der Sitz- bzw. Ruhekomfort des. Möbels erhalten bleibt, wird u. a. dadurch gelöst,
daß die in an sieh bekannter Weise mit einem Bezugsstoff und gegebenenfalls einer
unter diesem befindlichen atmungsaktiven Schicht versehene Sitz-oder Ruhefläche
sich auf einem zusätzlichen Luftpolster befindet, das sich an das untere Luftpolster
anschließt und einen gegebenenfalls regelbaren Luftdruck zur Anpassung des Polsters
an die Körperformen und/oder -gewichte von Benutzern aufweist.
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Die Luftschicht, die sich im unteren Luftpolster befindet, arbeitet
mit sehr hohem Luftdruck, um die notwendige Steifigkeit des Ruhemöbels zu erzeugen,
während die Luftfüllung im oberen Luftpolster zur Einstellung der Härte oder Weichheit
des Polsters dient.
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Handelt es sich um verhältnismäßig große Sitz-oder Ruheflächen, besteht
also das zusammenklappbare Ruhemöbel im wesentlichen aus einer bankartigen Konstruktion
bzw. aus einer Liege, so erweist es sich als zweckmäßig, gemäß einem weiteren Merkmal
der Erfindung den Deckel zweiteilig auszubilden und seine beiden Teile au gegenüberliegenden
Seiten des Unterbaus anzulenken.
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Die Erfindung bietet aber auch die vorteilhafte Möglichkeit, den Unterbau
zusammen mit seinem Deckel in Form eines Koffers zu verwirklichen. Dieser Koffer
läßt sich als solcher in eine entsprechende Ausnehmung in der Aufstellfläche für
das Ruhemöbel einsetzen, er kann aber auch aus der Ausneh- -mung herausgenommen
werden. Dann steht das Ruhemöbel für die verschiedensten Zwecke, beispielsweise
für Camping- oder Jagdzwecke, zur Verfügung.
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Die Erfindung wird nachfolgend an Hand mehrerer Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 schematisch und im Schnitt die Polsterung eines
Ruhemöbels gemäß der Erfindung, F i g. 2 in zusammengeklapptem Zustand einen Stuhl
gemäß der Erfindung, F i g. 3 in der F ig. 2 entsprechenden Darstellung den Stuhl
im aufgeklappten Zustand und F i g. 4 eine Liege gemäß der Erfindung.
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Das erfindungsgemäße Ruhemöbel besitzt eine mit einem Bezugsstoff
1 und bei dem in F i g. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel mit einer unter dem
Bezugsstoff 1 befindlichen atmungsaktiven Schicht 2 an sich beliebiger Ausbildung
gebildete Sitz- oder Ruhefläche. Diese Sitz- oder Ruhefläche aus den beiden Schichten
1 und 2 liegt auf einem Polster, das nachfolgend näher erläutert wird.
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Auf einem noch genauer zu erläuternden Unterbau 3, der nach außen
luftdicht abgeschlossen ist, befindet sich ein unteres Luftpolster 4 mit im wesentlicheu
konstantem Luftdruck, Dieser Luftdruck kann verhältnismäßig hoch sein, da er zum
Halten des Ruhemöbels in dessen aufgeklapptem Zustand, allgemein zur Erzielung der
notwendigen Steifigkeit des Ruhemöbels dient. Die Luftfüllung kann aus verschiedenen
Quellen stammen. Dafür eignen sich sowohl Luftdruckquellen, wie sie an Tankstellen
verwendet werden, aber auch besondere Gasflaschen, wie sie an sich zum Aufblasen
von Schwimmwesten u. dgl. bekannt und vielfach benutzt werden. Das untere Luftpolster
4 ist mit Hilfe einer Trennschicht 5 von einem oberen Luftpolster 7 abgeschlossen,
das ebenfalls unter Benutzung der beschriebenen Luftquellen hergestellt werden kann.
Charakterisch für diese Luftfüllung ist jedoch, daß sie regelbar ist, wozu ein einfaches,
an der Seite des Sitzes angebrachtes
Ventil dienen kann, so daß
im allgemeinen der Luftdruck in dem Luftpolster 7 geringer als der Luftdruck in
dem Luftpolster 4 ist. Diese Regelbarkeit dient dazu, das Polster den Körperformen
und/oder den Gewichten von Benutzern anzupassen.
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Dieser grundsätzliche und vorstehend im einzelnen beschriebene Aufbau
eines zusammenklappbaren Ruhemöbels ist bei dem Ausführungsbeispiel nach den F i
g. 2 und 3 bei einem Sitz verwirklicht. Der Sitz ist auf einer Fläche 8 aufgestellt,
die beispielsweise die Ladefläche eines Flugzeugs, aber auch der Boden eines Kraftfahrzeugs
sein kann. Eine Ausnehmung 9 von verhältnismäßig geringer Tiefe, aus Gründen, die
noch näher erläutert werden, nimmt den oben erwähnten Unterbau 3 auf. Der Unterbau
hat an einem seiner Längskanten ein scharnierartiges Gelenk 10, um das ein
fester Deckel 11 geschwenkt werden kann. Im zusammengek?app'en Zustand fluchtet
die Oberfläche des Deckels 11 mit der Fläche 8, so daß die gesamte Fläche, also
auch die, welche der Sitz im aufgeklappten und in F i g. 3 dargestellten Zustand
einnimmt, für andere Zwecke, beispielsweise Lagerzwecke, zur Verfügung steht.
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Wie man aus F i g. 3 erkennt, ist das untere Luftpolster 4 im Vergleich
zum oberen Luftpolster 7 und im Vergleich zur Stärke der eigentlichen Sitz- oder
Ruhefläche 1 bzw. 2 verhältnismäßig groß, jedenfalls aber so groß,
daß im zusammengeklappten und in F i g. 2 dargestellten Zustand des Sitzes dessen
feste und nachgiebige Teile insgesamt in dem von ihr eingenommenen Raum untergebracht
werden können. Das untere Luftpolster 4 wird im übrigen nach außen einerseits durch
den Unterbau 3, andererseits durch den Deckel 11 und durch entsprechende
luftdichte Seitenwandungen 12 abgeschlossen.
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Bei dem in F i g. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der eigentliche
Unterbau mit einem mindestens zweiteiligen Deckel 11a, 11b versehen, so daß sich
eine gegenüber dem Unterbau 3 verlängerte Aufstellfläche im ausgeklappten Zustand
des dort als Liege dargestellten Ruhemöbels ergibt.
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Der vorstehend beschriebene Unterbau 3 kann als solcher fest in der
Ausnehmung 9 (vgl. F i g. 2) untergebracht sein. Er kann aber auch zusammen mit
dem Deckel oder seinen Teilen eine kofferartige Konstruktion bilden, die sie als
solche transportieren läßt. Dann ist es nur erforderlich, den Koffer in der aus
F i g. 2 ersichtlichen Weise in die Ausnehmung 9 einzusetzen, wenn beispielsweise
ein Sitz auf einer Ladefläche benutzt werden soll. Andererseits steht dann der Koffer
zur Verfügung, wenn das Ruhemöbel als solches für Camping-, Jagd- oder andere Zwecke
außerhalb eines Fahrzeuges benutzt werden soll.
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Die durch die Erfindung erzielbaren technischen Vorteile bestehen
zunächst darin, daß das zusammenklappbare Ruhemöbel einen sehr geringen Raumbedarf
und ein sehr geringes Gewicht im zusammengeklappten Zustand besitzt. Tatsächlich
wird der Raumbedarf des Ruhemöbels im zusammengeklappten Zustand um 70 bis 80'%
vermindert. Es läßt sich daher ohne weiteres auch auf den üblichen Aufstellflächen
von Flugzeugen, Fahrzeugen, aber auch Gebäuden verwenden, weil die eigentliche Ausnehmung
zur Unterbringung des Unterbaus nur eine sehr geringe Tiefe benötigt. Durch den
beschriebenen Aufbau ist es möglich, die Aufstellfläche im zusammengeklappten Zustand
des Ruhemöbels für andere Zwecke zu verwenden. Die Nutzfläche in Fahrzeugen und
Gebäuden läßt sich auf diese Weise wandeln, indem sie von einer Aufstellfläche für
Ruhemöbel durch bloßes Zusammenklappen desselben anderweitig nutzbar wird. Beispielsweise
kann ein Passagierflugzeug durch bloßen Knopfdruck, der zum Entleeren der luftgefüllten
Polster führt, in ein Frachtflugzeug verwandelt werden. Sinngemäß kann ein Omnibus
ganz oder teilweise zur Beförderung von Last, beispielsweise Gepäck, umgewandelt
werden. Eine solche Verwandlung ist auch bei Personenwagen in Kombiwagen möglich.
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Darüber hinaus ist aber ein zusammenklappbares Ruhemöbel gemäß der
Erfindung auch außerordentlich bequem. Das ist eine Folge der genau regulierbaren
Luftschicht 7, so daß beispielsweise im Fahrzeugbau eine einstellbare Abfederung
der Sitze erreicht werden kann.
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Insbesondere für Fahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe erweist es sich
ferner als überraschend, daß die Verletzungsgefahr bei Unfällen erheblich vermindert
wird. Das ist eine Folge der Kompressibilität des Polsters des erfindungsgemäßen
Ruhemöbels, die erheblich größer ist als die bei herkömmlichen Ruhemöbeln und daher
auch erhebliche Kräfte vernichten und unschädlich machen kann.
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Schließlich ist der Gesamtaufbau des Ruhemöbels so wenig aufwendig,
daß es sich im zusammengeklappten Zustand ohne weiteres auch bei größeren Abmessungen
transportieren läßt und in diesem Zustand nur geringen Raumbedarf hat.