DE1297581B - Vorrichtung zur kontinuierlichen Extraktion von oel- und/oder fetthaltigem Gut mit einem Loesungsmittel - Google Patents
Vorrichtung zur kontinuierlichen Extraktion von oel- und/oder fetthaltigem Gut mit einem LoesungsmittelInfo
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Description
1 2
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zugeführt. Dort sind zwar in Drehrichtung der Siebzur
kontinuierlichen Extraktion von öl- und/oder scheibe hintereinander in Abständen angeordnete
fetthaltigem Gut mit einem Lösungsmittel nach dem Berieselungsbrausen für das aufzugebende Lösemittel
Berieselungsverfahren im Gegenstrom mit einem vorgesehen, jedoch ist der unterhalb der rotierenden
ringförmig ausgebildeten, ortsfesten Gehäuse, dessen 5 Siebscheibe zur Aufnahme der Miscella bestimmte
Deckel mit einer Beschickungseinrichtung für das zu ringförmige Raum nicht durch radiale Zwischenbehandelnde
Gut sowie einer Berieselungseinrichtung wände in sektorförmige Sammelkammern unterteilt,
für die Aufgabe des Lösungsmittels versehen ist, und es sind deshalb dort auch keine Hilfseinrichtunferner
mit einem im Gehäuse angeordneten, um eine gen vorgesehen zur Lokalisierung hintereinandersenkrechte
Achse drehbar gelagerten Rotor zur Auf- to liegender, voneinander abgegrenzter Lösemittelnahme
des zu behandelnden Gutes und mit im Ge- durchgänge durch die ringförmige Schicht des zu
häuse unterhalb des Rotors angeordneten, von behandelnden Gutes hindurch für Stufen einer ausradialen
Zwischenwänden gebildeten sektorförmigen gesprochenen Stufenextraktion innerhalb des Appa-Sammelkammern
zur Aufnahme des aus dem Lö- rats zur schrittweisen Anreicherung des Lösemittels
sungsmittel und dem extrahierten öl und/oder Fett 15 (deutsche Patentschrift 670 283).
bestehenden Gemisches, bei welcher der ringförmige Ferner sind verschiedene Vorrichtungen zum AusRotor aus einem ringförmigen Siebboden und einer laugen von Erzen im Gegenstromverfahren bzw. zum
mindestens annähernd' zylindrischen äußeren Seiten- Extrahieren von ölhaltigen Saaten bekannt, bei denen
wand besteht und mit einer mindestens annähernd zum Austragen des behandelten Gutes eine Kombizylindrischen
inneren Seitenwand des Gehäuses eine ao nation von Förderschnecke und ortsfestem Abstreifer
ringförmige Kammer zur Aufnahme des zu behan- (»scraper«) vorgesehen ist, wobei aber der Abstreifer
delnden Gutes bildet. seitlich neben der Austragsschnecke angeordnet ist,
Bei einem bekannten nach dem Gegenstromprinzip und zwar in Drehrichtung des Rotors entweder vor
arbeitenden Lösemittelextraktor, der sowohl sektor- der Schnecke in Form eines praktisch bis an die
förmige Zellen im Rotor als auch solche unterhalb 35 Oberfläche eines rotierenden Filterbodens herandes
Rotors im ortsfesten Gehäuse aufweist, besteht reichenden Leitkörpers zur Heranführung des auf
die Austrageeinrichtung für das behandelte Gut aus diesem Boden liegenden behandelten Gutes an die
an den sektorförmigen Kammern angebrachten Türen höher liegende Austragsschnecke oder aber hinter
oder Klappen, die sukzessive beim Überfahren eines der Schnecke in Form eines senkrecht nach unten
Auslaßstutzens des Gehäuses durch einen beson- 30 ragenden, ebenfalls praktisch bis an die Oberfläche
deren Öffnungsmechanismus automatisch geöffnet eines rotierenden Siebbodens heranreichenden Brettes
werden, wodurch das behandelte Material, nament- zur Aufstauung des behandelten Gutes im Förderlich
extrahierte Sojabohnenflocken, sukzessive aus bereich der vor dem Staubrett arbeitenden Schnecke,
den Kammern in den Auslaßstutzen hinein entleert wobei also der ortsfeste Abstreifer nur dafür sorgt,
wird (britische Patentschrift 741585). 35 daß die ganze Schicht des behandelten Gutes vom
Es ist auch eine Vorrichtung zur kontinuierlichen rotierenden Boden vollständig abgeräumt wird, d. h.
Extraktion von öl- und fetthaltigen Stoffen bekannt, nicht für ein gleichmäßiges sukzessives Abtragen des
bei der ein ringförmiger Rotor aus einem ringförmi- Materials von der kontinuierlich vorrückenden
gen Siebboden und einer äußeren und inneren zylin- Schichtwand und damit für eine wirklich gleichdrischen
Seitenwand besteht und die auf dem rotie- 40 mäßige kontinuierliche Austragung des behandelten
renden Siebboden liegende Schicht des Extraktions- Gutes aus dem Apparat (USA.-Patentschriften
gutes, ölsaat, Ölkuchen usw., wenn sie durch die 1150 263, 275 989).
Drehung des Siebes einen Entleerungstrichter er- Bei den bekannten Vorrichtungen (britische Pa-
reicht, in diesen über eine nach unten ausschwenk- tentschrift 741585, deutsche Patentschriften 817 336,
bare Klappe vollständig entleert wird. Bei dieser be- 45 670 283) wird zwar durch die vom Rotor gebildete
kannten Vorrichtung sind Hilfseinrichtungen zur ringförmige Aufnahmekammer für das zu behan-Gewährleistung
einer Lokalisation von hinterein- delnde Gut die bei Vorrichtungen mit in mehrere
anderliegenden Durchgängen einzelner Lösungs- Kammern unterteiltem Rotor durch die notwendige
mittelströme zur Erzielung voneinander abgegrenzter portionsweise Beschickung der einzelnen Kammern
Stufen einer im Gegenstrom erfolgenden Stufen- 50 bedingte Beeinträchtigung des gewünschten kontiextraktion
nicht vorhanden, und dementsprechend nuierlichen Arbeitsablaufs vermieden, jedoch besteht
wird dort die Miscella aus einem unterhalb des rotie- bei ihnen immer noch der Nachteil, daß .ein gleichrenden
Siebes angeordneten, nicht in einzelne mäßiges kontinuierliches Austragen des behandelten
Sammelkammern unterteilten Behälter mittels Pumpe Gutes, des sogenannten »Schrotes«, nicht erreichbar
über eine Abzugleitung abgesaugt (deutsche Patent- 55 ist, so daß eine gleichmäßige Arbeitsweise nicht nur
schrift 817 336). der Vorrichtung selbst, sondern auch der ihr nach-
Bei einer anderen bereits bekannten Vorrichtung geschalteten Einrichtungen, wie z. B. Transportzum
kontinuierlichen Extrahieren mittels Lösungs- einrichtungen, nicht gewährleistet werden kann, was
mitteln wird das behandelte Gut mittels einer nicht insbesondere dann einen Mangel darstellt, wenn die
bewegten Abstreifvorrichtung von einer drehbaren 60 Vorrichtung nur als Zwischenstufe in einem mehr-Siebscheibe,
die zusammen mit einer feststehenden, stufigen Extraktionsverfahren verwendet wird, weil
zylindrischen inneren und äußeren Seitenwand des nur bei einer wirklich gleichmäßigen kontinuierlichen
Gehäuses eine einzige ringförmige Kammer zur Auf- Austragung des in der Vorrichtung behandelten
nähme des zu behandelnden Gutes bildet, vollständig Gutes eine gleichmäßige kontinuierliche Arbeit der
abgestreift und dann über eine Öffnung der inneren 65 nachgeschalteten weiteren Extraktionsvorrichtung er-Gehäusewand
einem zentralen Raum und aus diesem reicht werden kann.
einer weiteren paternosterartigen, ihrerseits mit Be- Ferner besteht ein Nachteil dieser bekannten Vor-
rieselungsanlage versehenen Extraktionsvorrichtung richtungen darin, daß gerade wegen der durch die
einzige in sich geschlossene Ringkammer ermöglichten, an sich vorteilhaften kontinuierlichen gleichmäßigen
Beschickung innerhalb der nach dem Gegenstromprinzip arbeitenden Vorrichtung eine
ausgesprochene Stufenextraktion mit voneinander abgegrenzten Stufen nicht möglich ist, weil die dazu
erforderliche Lokalisierung der in Rotordrehrichtung hintereinanderliegenden Durchgänge der einzelnen
nach unten fließenden Lösungsmittelströme infolge der Beschickung nur einer einzigen Aufnahmekammer
für das zu behandelnde Gut nicht erreicht werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Extraktionsvorrichtung der eingangs genannten Art
zu schaffen, mit der nicht nur eine wirklich gleichmäßige kontinuierliche Austragung des Schrotes aus
der Vorrichtung gewährleistet, sondern auch eine für die Stufenextraktion innerhalb der Vorrichtung
überaus günstige, vorbestimmte Lokalisation der hintereinanderliegenden Durchgänge der einzelnen
Arbeitsstoffströme zur gewünschten, schrittweise sukzessiven Anreicherung des Gemisches aus Lösungsmittel
und Öl bzw. Fett, der sogenannten »Miscella«, erreicht werden soll.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß in der inneren Seitenwand des
Gehäuses oberhalb des Siebbodens eine mit von unten nach oben in die kontinuierlich vorrückende
Schichtwand des behandelten Gutes eingreifenden Kratzerarmen versehene Kratzerwelle und zwischen
dieser und dem Siebboden in einem verstellbaren Abstand von ihm eine Austragsschnecke für das behandelte
Gut gelagert sind und beide radial in die ringförmige Kammer des Rotors hineinragen und
deren radiale Breite vollständig überdecken, und daß der Rotor, die Kratzerwelle und die Austragsschnecke
über unabhängig voneinander regelbare Getriebe verbunden sind.
Bei dieser Vorrichtung kann eine vorbestimmte Lokalisierung der hintereinanderliegenden Durchgänge
der einzelnen Lösungsmittelströme dadurch erreicht werden, daß innerhalb der ringförmigen
Kammer des Rotors jeweils oberhalb der Zwischenwände in die Schicht des zu behandelnden Gutes eingreifende,
sich radial erstreckende und senkrecht verstellbare Stauelemente ortsfest angeordnet sind,
daß der Neigungswinkel der Staufläche der Stauelemente zur Drehachse des Rotors hin zunimmt und
daß die Berieselungseinrichtungen jeweils zwischen zwei benachbarten Stauelementen angeordnet sind.
Durch die Kombination einer mit von unten nach oben in die kontinuierlich vorrückende Schichtwand
des behandelten Gutes eingreifenden Kratzerarmen versehenen Kratzerwelle mit einer zwischen ihr und
dem Siebboden in verstellbarem Abstand von diesem angeordneten Austragsschnecke, wobei die Antriebe
dieser beiden Elemente unabhängig voneinander vorzugsweise stufenlos regelbar sind, wird eine wirklich
gleichmäßige kontinuierliche Austragung des behandelten Gutes und dadurch ein gleichmäßiges Arbeiten
der Vorrichtung gewährleistet, wobei zudem erreicht wird, daß infolge der einstellbaren Distanz zwischen
Austragsschnecke und Siebboden eine relativ dünne, als permanente Filterschicht wirkende vollständig
ausgelaugte Grundschicht, deren Höhe durch den Abstand zwischen der unteren Kante des Schneckenganges
und der oberen Fläche des Siebbodens bestimmt ist, immer auf dem Siebboden verbleibt, wodurch
die Möglichkeit gegeben ist, die Durchflußgeschwindigkeit des Lösungsmittels entsprechend der
Korngröße und Durchlässigkeit der über der Grundschicht liegenden Hauptschicht in weiten Grenzen
zu regulieren bzw. dieser entsprechend anzupassen und durch entsprechende Dicke der Grundschicht
auch ein zu schnelles Durchfließen des Lösungsmittels bei ausgeräumter Kammer zu vermeiden und
somit einen gewünschten Beharrungszustand in der Vorrichtung zu wahren.
Durch die Stauelemente werden an der Oberfläche der ringförmigen Schicht durch Aufstauung des Materials
jeweils oberhalb der Zwischenwände staudammähnliche örtliche Anhäufungen von Material
mit dazwischenliegenden, d. h. jeweils oberhalb der durch die Zwischenwände gebildeten sektorförmigen
Sammelkammern für die Miscella befindlichen Mulden erzeugt. In diesen Mulden kann der durch die
jeweils zwischen zwei benachbarten Stauelementen angeordneten Berieselungseinrichtungen, z. B. Spritzrohre,
zugeführte flüssige Arbeitsstoff bequem und sicher aufgefangen, dadurch vor allem aber in sehr
vorteilhafter Weise eine sichere Lokalisation der hintereinanderliegenden Durchgänge der einzelnen
Arbeitsstoffströme für eine ausgesprochene Stufenextraktion mit einwandfrei voneinander abgegrenzten
Stufen zur schrittweise sukzessiven Anreicherung der Miscella erreicht werden.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Extraktionsvorrichtung nach der Erfindung schematisch
dargestellt. Die Zeichnung zeigt in
F i g. 1 den Drehextraktor in einem Querschnitt nach der Linie I-I der F i g. 2,
Fig. 2 den Extraktor der Fig. 1 in einer Draufsicht,
F i g. 3 die Beschickungsvorrichtung des Extraktors in einem Querschnitt nach der Linie III-III der
Fig. 2 und
F i g. 4 Stauelemente im Querschnitt und deren Wirkungsweise.
Ein mindestens annähernd zylindrisches Gehäuse 1 ist ortsfest angeordnet und in Stahlblechkonstruktion
gas- und flüssigkeitsdicht ausgeführt. Das Gehäuse 1 trägt oben einen ebenfalls dicht abschließenden
Deckel 2, der mit Schauluken 3 sowie den später noch im einzelnen zu beschreibenden Zuführeinrichtungen
für das zu behandelnde Gut und das aufzugebende Lösungsmittel versehen ist. Unten ist das
Gehäuse 1 durch radial angeordnete Zwischenwände la in mehrere sektorförmige Sammelkammern 4 aufgeteilt,
in denen das Gemisch aus Lösungsmittel und Öl bzw. Fett aufgefangen wird. Die radialen
Zwischenwände la haben nur eine beschränkte Höhe, und die durch sie gebildeten Kammern 4 sind
an ihrer tiefsten Stelle mit Ablaßrohren Aa zur Abführung des Gemisches versehen (vgl. F i g. 1 und 2).
Das Gehäuse 1 ist ringförmig ausgebildet und an seiner Innenseite durch eine mindestens annähernd
zylindrische Seitenwand 5 und an seiner Außenseite durch eine ebensolche Seitenwand Sa abgeschlossen,
welche oben mit dem Deckel 2 und unten mit den Sammelkammern 4 fest und gasdicht verbunden
sind.
Im Inneren des Gehäuses 1 ist, um eine vertikale Achsel drehbar gelagert, ein RotorR angeordnet,
welcher auf Rollen R' od. dgl. gelagert ist und durch eine in F i g. 1 nicht dargestellte Antriebsvorrichtung
in eine kontinuierliche Drehbewegung versetzt wird.
5 6
Der Rotor R besteht aus nur einem einzigen ring- Die Zuführeinrichtung für das Lösungsmittel be-
förmigen Siebboden 6 und einer mit diesem außen steht aus mehreren Spritzrohren, von welchen nur
fest verbundenen, mindestens annähernd zylin- eines schematisch in F i g. 1 durch 16 angedeutet ist.
drischen Seitenwand?, die also zusammen mit dem Die Spritzrohre 16 sind auf einem Kreis angeordnet
Siebboden 6 rotiert. Von dem Rotor R wird zusam- 5 und ragen durch den Deckel 2 in das Innere des
men mit der inneren Seitenwand 5 des ortsfesten Extraktors hinein.
fr Gehäuses 1 nur eine einzige ringförmige Kammer R" Fig. 2 zeigt schematisch, in welchen radialen
ί gebildet, welche zur Aufnahme des zu behandelnden Winkelstellungen, bezogen auf die vertikale Haupt-
l~" Gutes dient. Der RotorR weist also, was besonders achsen des Extraktors, welche zugleich die Dreh-
■T~~ betont wird, in seinem durch seinen Siebboden 6 und io achse des Rotors R bildet, der Füllschacht 13, die
t seine äußere Seitenwand 7 gebildeten Innenraum R" Austragsschnecke 10, die Kratzerwelle 8, die FaIl-
keine radialen Zwischenwände auf. schurre 12, die radialen Zwischenwände la des orts-
Die Abdichtung zwischen dem rotierenden Sieb- festen Gehäuses 1 und die von ihnen gebildeten
boden 6 und der ortsfesten inneren Seitenwand 5 Sammelkammern 4 liegen. Aus F i g. 2 geht deutlich
einerseits und zwischen der äußeren rotierenden 15 hervor, daß das aufgegebene Extraktionsgut, nach-Rotorseitenwand
7 und der ortsfesten äußeren Ge- dem es über den Füllschacht 13 aufgegeben wurde,
häusewand Sa andererseits ist durch geeignete, in um einen Drehwinkel von nahezu 360° rotiert (vgl.
Fig. 1 nicht dargestellte, an sich bekannte Vorrich- Richtungspfeil in Fig. 2), um dann als »Schrot«,
fangen gewährleistet, so daß ein unerwünschter kurz vor der Einfüllstelle (Schacht 13) über die aus
Durchfall bzw. Durchfluß des eingefüllten Extrak- 20 der Kratzerwelle 8 und der Austragsschnecke 10 be-
tionsgutes und des Lösungsmittels verhindert wird. stehende Austragsvorrichtung und die Fallschurre 12
Die Austragsvorrichtung für das behandelte Gut, aus dem Apparat ausgetragen zu werden,
den sogenannten »Schrot«, besteht aus einer Kratzer- Die Wirkungsweise des zuvor beschriebenen Ex-
welle 8, welche in der ortsfesten inneren Seiten- traktors ist wie folgt:
wand S gelagert und mit mehreren Kratzerarmen 9 as Es sei angenommen, daß der Rotor R sowie die
versehen ist, sowie einer als Austragorgan dienenden Kratzerwelle 8 und die Austragsschnecke 10 sich in
Förderschnecke 10, die unterhalb der Kratzerwelle, Bewegung befinden, d. h. sich kontinuierlich und mit
jedoch oberhalb des rotierenden Siebbodens 6, ange- konstanten Drehgeschwindigkeiten drehen. Über die
ordnet ist. Die Kratzerwelle 8 und die Austrags- Zuführeinrichtung 13, 14, 15 wird das zu behanschnecke
10 ragen von der inneren Gehäusewand S 30 delnde Extraktionsgut dem Karussellextraktor zugeradial
in den ringförmigen Innenraum R" des Ro- führt. Hierbei kann es sich um Rohgut handeln,
tors R hinein, wobei sie die ganze radiale Breite des welches zuvor einer entsprechenden Wärme- und
ringförmigen Siebbodens 6 überdecken. Die Lage- mechanischen Behandlung unterworfen wurde und
rung der Austragsschnecke 10 ist mit einer an sich nun einer Einstufen-Extraktion ausgesetzt wird, oder
bekannten, in der Zeichnung nicht dargestellten Vor- 35 um bereits vorgepreßtes und dadurch schon teilweise
richtung versehen, mit deren HiKe der vertikale Ab- entöltes bzw. entfettetes Gut, z. B. aus einer dem
stand zwischen der Austragsschnecke 10 und dem Extraktor vorgeschalteten mechanischen Preßeinrich-Siebboden
6 innerhalb gewisser Grenzen verändert tang. Es kann aber auch ein Gut, welches bereits in
werden kann, so daß also die Höhenlage der Austrags- einem dem Drehextraktor vorgeschalteten Extraktor
schnecke über dem Siebboden variiert werden kann. 4° durch eine Extraktionsbehandlung vorentölt bzw.
Ein Elektromotor 11 treibt über geeignete Ge- vorentfettet wurde, dem zuvor beschriebenen Katriebe
sowohl die Kratzerwelle 8 als auch die Aus- russellextraktor zugeführt werden, so daß es sich
tragsschnecke 10 kontinuierlich mit konstanter Dreh- hierbei um ein sogenanntes »Zweistufen-Extraktionszahl
an, wobei diese beiden Getriebe unabhängig verfahren« handelt. Hierbei kann der vorgeschaltete
voneinander regelbar, und zwar vorzugsweise stufen- 45 Extraktor ebenso bzw. im wesentlichen entsprechend
los regelbar, sein können. Der Elektromotor 11 ausgebildet sein wie der hier beschriebene Extraktor.
könnte zugleich auch als Antriebsquelle für den Durch die kontinuierliche Zuführung des zu bekontinuierlichen
Antriebs des Rotors R dienen, wobei handelnden Gutes über den Füllschacht 13 wird in
dann ein drittes, vorzugsweise stufenlos regelbares der einzigen ringförmigen Kammer R" des Rotors R
Getriebe zwischen dem Elektromotor 11 und dem so nur eine einzige zusammenhängende ringförmige
Rotor R vorgesehen sein könnte. Schicht 17 des Extraktionsgutes gebildet, welche zu-
Der durch die Austragsschnecke 10 ausgetragene sammen mit dem Rotor R mit kontinuierlicher und
extrahierte Schrot wird durch eine Fallschurre 12 aus konstanter Drehgeschwindigkeit rotiert. Die Höhe
dem Extraktor herausbefördert. dieser Schicht 17 wird durch entsprechende Ein-
F i g. 3 zeigt schematisch die BescMckungseinrich- 55 stellung des Schichthöhenreglers 15 den jeweiligen
tung für die Chargierung des zu behandelnden Gutes, Eigenschaften des zu behandelnden Gutes angepaßt,
welche im wesentlichen aus einem vertikalen Füll- Durch die Spritzrohre 16 wird das Lösungsmittel
schacht 13 besteht, der unten an den Deckel 2 ange- dem zu behandelnden Gut zugeführt, wobei die an
schlossen ist und so die ringförmige Kammer R" des den verschiedenen Stellen, wo sich Spritzrohre 16 beRotors
R mit dem zu behandelnden Gut versorgt. 60 finden, pro Zeiteinheit aufgegebenen Mengen des
Der Füllschacht 13, der fast die gesamte radiale Lösungsmittels regulierbar sind, so daß sie ebenfalls
Breite des Siebbodens 6 bedeckt, ist oben an eine der Beschaffenheit des Exträktionsgutes und den
an sich bekannte, in F i g. 3 nicht im Detail gezeigte jeweiligen daraus resultierenden Betriebsbedingungen
Zuführungseinrichtung für das Extraktionsgut ange- angepaßt werden können. Das Lösungsmittel fließt
schlossen, welch letztere mit einem gasdichten Ab- 65 dann in praktisch vertikaler Richtung durch den sich
Schluß 14 versehen ist. Am Füllschacht 13 ist ein jeweils gerade unter einer Einspritzstelle (16) befin-Schichthohenregler
15 angebracht, welcher von denden Schichtsektor und übt hierbei seine extraaußen
nach oben bzw. unten verstellt werden kann. hierende Wirkung auf das zu behandelnde Gut aus,
7 8
ohne daß hierzu irgendwelche Trennwände. im oberhalb des Siebbodens 6 gelagert ist, verbleibt
Rotor R erforderlich wären. immer eine gewisse Materialmenge in einer relativ
Das Gemisch, welches sich beim vertikalen Durch- dünnen Schicht, deren Höhe durch den Abstand
gang des Lösemittels durch die Schicht des Extrak- zwischen der unteren Kante der Schnecke 10 und
tionsgutes aus dem Lösungsmittel und dem aus dem 5 der oberen Fläche des Siebbodens 6 bestimmt ist.
Gut herausgelösten Öl bzw. Fett bildet, sammelt sich Diese dünne Schicht, die man auch als »Grundunten
in den ortsfesten Sammelkammem 4 und wird schicht« bezeichnen könnte, ist vollständig ausüber
die Ablaßrohre 4 a abgeführt. gelaugt und wirkt als permanente Filterschicht. Da
Mit dem zuvor beschriebenen Extraktor lassen die Austragsschnecke 10 in ihrer Höhe gegenüber
sich alle bekannten Verfahrensvarianten der Gegen- io dem Filterboden 6 verstellbar ist, besteht also die
strom-Extraktion realisieren, d. h. mit lokaler Re- Möglichkeit, bei besonders durchlässiger, z. B. grobzirkulation
der Arbeitsflüssigkeit oder mit schritt- körniger Hauptschicht die Durchflußgeschwindigkeit
weisem Vorrücken des Lösungsmittelzuflusses in ent- des flüssigen Arbeitsstoffs in weiten Grenzen zu
gegengesetzter Drehrichtung zur Drehrichtung des regulieren, wobei die untere Filterschicht, d. h. die
Siebbodens 6, wobei also das frische Lösungsmittel 15 »Grandschicht«, gegebenenfalls auch aus einem anan
derjenigen Stelle aufgegeben wird, wo das Gut deren Material als dem im Apparat zu behandelnden
bereits weitgehend ausgelaugt ist, d. h. im Bereich Gut, z. B. aus einem speziellen Filtermaterial, geeines,
bezogen auf den Drehweg des Rotors R, bildet werden kann, um die Retention zu erhöhen.
»hinten«-liegenden, kurz vor der Austragsvorrich- Die beschriebene mechanische Einrichtung des
tung 8, 9,10 sich befindenden Schichtsektors, wäh- ao Extraktors, ergänzt durch die in der Zeichnung nicht
rend der Gemischstrom, welcher ganz »hinten« aus dargestellten erforderlichen Zu- und Abflußder
»letzten« Sammelkammer 4 entnommen wird anschlüsse, -leitungen und -pumpen, ermöglicht die
und am meisten öl bzw. Fett enthält, ganz »vorn«, Durchführung jeder beliebigen Fahrweise für die
d. h. kurz hinter der Aufgabestelle (13) für das Gut, kontinuierliche Extraktion.
dem dortigen Schichtsektor zugeführt wird, bei dem »5 Mit Hilfe an sich bekannter zusätzlicher Vorrichdas
Gut noch seinen gesamten Anteil an öl und/oder tungen, wie z. B. gelenkig angeordneter, radial sich
Fett aufweist. Sinngemäß werden hierbei die zwi- erstreckender Rechen oder Pflugscharen, werden an
sehen der ersten Frischlösungsmittelzuführstelle und der Oberfläche der Schicht 17 (vgl. F i g. 1) kleine,
der letzten Gemischabführstelle anfallenden Ge- in bezug auf die vorrückende Schicht wandernde
mischströme aus den einzelnen Sammelkammem 4 30 Stauungen erzeugt mit dazwischenliegenden Mulden
entsprechend in Rezirkulationsverfahren wieder auf zum bequemen Auffangen des mittels der Spritzrohre
die rotierende Schicht des zu behandelnden Gutes 16 zugeführten flüssigen Arbeitsstoffes, vor allem
aufgegeben, wodurch auf dem ganzen Umfang des aber zu einer sicheren Lokalisierung der hinterein-Extraktors
eine gleichmäßige Extrahier-»Differenz« anderliegenden, vertikalen Durchgänge der einzelnen
zwischen dem jeweiligen Entlaugungsgrad des Gutes 35 Arbeitsstoffströme durch die Schicht 17 hindurch,
und dem öl- bzw. Fettgehalt des zugeordneten, über F i g. 4 zeigt in schematischer Darstellung ein Ausein
Spritzrohr 16 zugeführten Gemischstromes er- führungsbeispiel der hierzu erforderlichen Staureicht
und damit auch ein guter Wirkungsgrad des elemente und deren Wirkungsweise. Ein in der Höhe
gesamten im Karussellextraktor vorgenommenen verstellbares Winkelprofileisen b mit spitzem Quer-Extraktionsprozesses
gewährleistet wird. 4° schnittswinkel, welches sich radial über die ganze
Im Laufe der Drehung um etwa 360° um die Breite der ringförmigen Schicht 17 erstreckt, wird
Achse A erfährt die auf dem Siebboden 6 liegende mittels zweier Gelenkarme c, von denen in F i g. 4
Schicht ihre kontinuierliche Extraktion und gelangt nur einer angedeutet ist, derart gehalten, daß das
schließlich im ausgelaugten Zustand an die Kratzer- Winkeleisen b in die in F i g. 4 mit α bezeichnete
welle 8 (vgl. F i g. 1 und 2). Die Kratzerwelle 8 dreht 45 Schicht eingreift und mit seinem schräg nach oben
sich derart, daß ihre Kratzerarme 9, deren Länge gerichteten Schenkel eine Staufläche e bildet, die
der üblichen Schichthöhe angepaßt sind, von unten einen Staudamm d erzeugt. Das überschüssige Manach
oben in die kontinuierlich vorrückende Schicht- terial gleitet dabei über das Winkeleisen b hinüber
wand eingreifen und dabei sukzessive Material ab- und fällt dann auf die Schicht α zurück. Beim nächsttragen,
welches in die unterhalb der Kratzerwelle8 50 folgenden, in Fig. 4 mit b' bezeichneten Winkelangeordnete
Austragsschnecke 10 hineinfällt und von eisen findet der gleiche Vorgang statt (&', c', d', e'),
dieser in radialer Richtung zur Achse A hin aus dem so daß sich zwischen den beiden so erzeugten Stau-Drehextraktor
herausbefördert wird. dämmen d und d' eine radial verlaufende Mulde
Durch diese Einwirkung wird ein wirklich konti- bildet.
nuierlicher Austrag des extrahierten Gutes, des söge- 55 Die als Stauelemente dienenden Winkeleisen b, b'
nannten Schrotes, ermöglicht, was nicht nur eine und damit die durch sie auf der Schicht α gebildeten
gleichmäßige Arbeitsweise des Apparats, sondern Materialaufhäufungen oder Staudämme d bzw. d'
auch der diesem nachgeschalteten Einrichtungen, wie sind jeweils oberhalb der Zwischenwände 1 α (vgl.
z. B. Transporteinrichtungen, gewährleistet. Ins- Fig. 1 und 2) angeordnet, so daß die jeweils zwibesondere
dann ist diese wirklich kontinuierliche 60 sehen zwei benachbarten Staudämmen (d, d') gebil-Austragung
des behandelten Gutes von Vorteil, deten Mulden sich jeweils oberhalb der durch die
wenn, wie oben bereits erwähnt, die Anlage nur als Zwischenwände la voneinander getrennten unteren
Zwischenstufe in einem mehrstufigen Extraktions- sektorförmigen Kammern 4 (vgl. Fig. 2) für die
verfahren verwendet wird, weil durch das wirklich Miscella befinden. Die in Fig. 4 nicht gezeigten
kontinuierliche Austragen des Gutes die gleich- 65 Spritzrohre 16 (vgl. F i g. 1) sind jeweils oberhalb der
mäßige kontinuierliche Arbeit der nachgeschalteten von den Stauelementen b, V gebildeten Mulden anEinrichtungen
gewährleistet wird. geordnet, so daß das aus ihnen ausgespritzte Lö-Da die Austragsschnecke 10 mit gewisser Distanz suhgsmittel jeweils von der darunterliegenden Mulde
909525/413
aufgefangen wird und dann von diesen Mulden aus in sicherer Lokalisation der hintereinanderliegenden
vertikalen Durchgänge der einzelnen Lösungsmittelströme durch die Schichta hindurch in die zugehörigen
Kammern 4 abfließt.
Die Profilierung der Winkeleisen b, b', d. h. die
Größe ihres Winkels α, ist nicht über die ganze Länge des Winkeleisens die gleiche, sondern die Winkelgröße
nimmt zur Drehachse A des Rotors R hin zu bzw. nach außen zur äußeren Seitenwand 7 des Rotors
R hin (vgl. F i g. 1 und 2) bis auf einen Elleinstwert α' ab. Hierdurch wird erreicht, daß die Stauwirkung
bzw. die Dammbildung auf der ganzen radialen Breite der ringförmigen Schichta in gleichem
Maß erfolgt.
Bei den unteren Sammelkammern 4 (vgl. F i g. 1) können die Abflüsse wie auch die Überläufe sowohl
in einer Ebene als auch mit Neigung angeordnet sein, so daß mittels der beschriebenen Vorrichtung jedwede
Verfahrensvariante mit lokaler Rezirkulation oder schrittweisem Entgegenpumpen gefahren werden
kann.
Im letzten Sektor, d. h. kurz vor der Austrageeinrichtung 8, 9, 10, ist kein Spritzrohr 16 für die
Zuführung von Lösungsmittel vorgesehen, um eine as Abtropf- und Trocknungszone für das ausgelaugte,
aber noch nasse Material zu schaffen.
Claims (2)
1. Vorrichtung zur kontinuierlichen Extraktion von öl- und/oder fetthaltigem Gut mit einem
Lösungsmittel nach dem Berieselungsverfahren im Gegenstrom, mit einem ringförmig ausgebildeten,
ortsfesten Gehäuse, dessen Deckel mit einer Beschickungseinrichtung für das zu behandelnde
Gut sowie einer Berieselungseinrichtung für die Aufgabe des Lösungsmittels versehen ist,
ferner mit einem im Gehäuse angeordneten, um eine senkrechte Achse drehbar gelagerten Rotor
zur Aufnahme des zu behandelnden Gutes und mit im Gehäuse unterhalb des Rotors angeordneten,
von radialen Zwischenwänden gebildeten sektorförmigen Sammelkammern zur Aufnahme
des aus dem Lösungsmittel und dem extrahierten Öl und/oder Fett bestehenden Gemisches, bei
welcher der ringförmige Rotor aus einem ringförmigen Siebboden und einer mindestens annähernd
zylindrischen äußeren Seitenwand besteht und mit einer mindestens annähernd zylindrischen
inneren Seitenwand des Gehäuses eine ringförmige Kammer zur Aufnahme des zu behandelnden
Gutes bildet, dadurch gekennzeichnet, daß in der inneren Seitenwand (5) des Gehäuses (1) oberhalb des Siebbodens (6)
eine mit von unten nach oben in die kontinuierlich vorrückende Schichtwand (17) des behandelten
Gutes eingreifenden Kratzerarmen (9) versehene Kratzerwelle (8) und zwischen dieser und
dem Siebboden (6) in einem verstellbaren Abstand von ihm eine Austragsschnecke (10) für das
behandelte Gut gelagert sind und beide radial in die ringförmige Kammer (R") des Rotors (R)
hineinragen und deren radiale Breite vollständig überdecken, und daß der Rotor (R), die Kratzerwelle
(8) und die Austragsschnecke (10) über unabhängig voneinander regelbare Getriebe verbunden
sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß innerhalb der ringförmigen Kammer (R") des Rotors (R) jeweils oberhalb
der Zwischenwände (la) in die Schicht des zu behandelnden Gutes (17 in Fig. 1; α in Fig. 4)
eingreifende, sich radial erstreckende und senkrecht verstellbare Stauelemente (b, b') ortsfest angeordnet
sind, daß der Neigungswinkel (x, a) der Staufläche (e, e') der Stauelemente (b, b') zur
Drehachse (A) des Rotors (R) hin zunimmt und daß die Berieselungseinrichtungen (16) jeweils
zwischen zwei benachbarten Stauelementen (b, b') angeordnet sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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| CH1187765A CH479692A (de) | 1965-08-24 | 1965-08-24 | Verfahren zur kontinuierlichen Extraktion von Öl und/oder Fett aus einem öl- und/oder fetthaltigem Gut mit einem Lösungsmittel, sowie Karussellextraktor zur Ausführung dieses Verfahrens |
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