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Es ist schon immer ein Wunsch von Geigern und Bratschern gewesen,
ihr Instrument ohne Unterstützung durch die linke Hand in Spiellage halten zu können,
um die linke Hand sich freier dem Spiel hinzugeben oder, wenn es nötig erscheint,
das Instrument gänzlich loslassen zu können, wodurch das Spielen der Geige oder
Bratsche wesentlich erleichtert und eine Ermüdung des Spielers beim Musizieren erheblich
verringert würde.
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Zu diesem Zweck wurden bekanntlich schon die verschiedensten Geigen-
und Bratschenhalter vorgeschlagen. So ist beispielsweise bereits ein Geigenhalter
bekannt, der an dem dem Spieler zugewandten Teil der Zarge des Instrumentes befestigt
ist und aus miteinander gelenkig verbundenen Teilen besteht, von denen sich einer
auf der linken Seite der Brust des Spielers abstützt und ein anderer als Bügel ausgebildeter
Teil den Hals des Geigers umfaßt und sich zwischen den dritten und den vierten Nackenwirbel
legt, während ein dritter Teil sich auf das Schlüsselbein des Spielers abstützt,
so daß stets eine Unterstützung in drei Punkten gegeben ist (deutsche Patentschrift
9 523). Hierbei ist jedoch der Nachteil gegeben, daß der den Hals des Spielers umfassende
Bügel beim Spielen außerordentlich hinderlich und im übrigen der Halter derart sperrig
ist, daß er trotz Zusammenklappbarkeit den Spieler letztlich mehr hindert als nutzt.
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Auch ist schon bekanntgeworden, einen solchen Geigen- und Bratschenhalter
aus zwei Teilen aufzubauen, von denen der eine eine an Boden und Zarge des Instruments
anbringbare Befestigungsvorrichtung und der andere ein Schulterstück ist, das von
dem Spieler vor dem Gebrauch über seinen Arm zu streifen ist (deutsche Patentschrift
114 285). Die Benutzung auch dieses Instrumentenhalters ist außerordentlich lästig,
zumal das Schulterstück mit einem nach unten auslaufenden Bügel unter den Arm des
Spielers zuvor durchzuführen ist, um so jede Lageveränderung des Schulterstücks
zu verhindern. Auch die an Boden und Zargen anzubringende Befestigungsvorrichtung
ist außerordentlich platzraubend und beim Spielen nicht nur hinderlich sondern auch
äußerlich derart auffällig, daß dieser Geigen- und Bratschenhalter keinen Eingang
in die Musikwelt gefunden hat.
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Ferner wurde auch schon ein Geigenhalter beschrieben, der mit einem
am Träger der Kinnstütze befestigbaren Halteglied und einem mit diesem in Eingriff
zu bringenden, auf die Schulter des Spielers zu legenden und an dessen Körper zu
arretierenden Schulterstück ausgestattet ist (deutsche Patentschrift 289 739). Hierbei
ist das Halteglied in Form einer am Kinnhalter anzubringenden Klammer ausgebildet,
in die das auf die Schulter zu legende Tragstück mit einem an ihm angeordneten Einstecker
eingeschoben werden kann. Hierbei besteht jedoch der Nachteil, daß das Schulterstück
am Körper des Spielers nicht genügend fest sitzt und außerdem der Einstecker der
Klammer vermittels eines Scharniers zunächst eingestellt werden muß, um die richtige
Lage des Instruments herzustellen, ohne diese Lage dann noch genügend verändern
zu können, was aber für ein genügend freies Spiel unerläßlich ist.
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Schließlich ist auch bereits ein Geigen- und Bratschenhalter zum Halten
des Instruments ohne Unterstützung durch die linke Hand in Spiellage bekannt, der
ein beidendseitig an der Kleidung des Spielers, zweckmäßig an dessen Gürtel oder
Hosen-Bund, befestigbares, auf der Schulter des Spielers unter Spannung aufliegendes
zweiteiliges Band besitzt, dessen Vorderteil elastisch und in dessen mittleren Bereich
ein Einhänger angeordnet ist, der mit einem an der Kinnstütze des Instruments sitzenden
Halteglied lösbar verbunden werden kann (britische Patentschrift 447 576). Bei diesem
vorbekannten Instrumentenhalter ist das Rückenteil des Schulterbandes zwar biegsam,
jedoch unelastisch und daher in seiner Länge unveränderbar. Auf Grund dieser Unelastizität
des Rückenteils des Schulterbandes ist das Instrument an dem von ihm dort in Form
einer Schnur mit einstellbarer Klammer ausgehenden Einhänger starr befestigt, so
daß eine freie Beweglichkeit beim Musizieren nicht gegeben ist. Dieser erhebliche
Nachteil hat daher auch diesen vorbekannten Instrumentenhalter in der Praxis nicht
aufkommen lassen. Auf Grund aller zuvor aufgeführten Mängel haben derartige Geigen-
und Bratschenhalter keinen Eingang unter den Berufsmusikern, schon gar nicht unter
Laienspielern gefunden, so daß der uralte Wunschtraum von Geigern und Bratschern,
das Instrument ohne Unterstützung durch die linke Hand in Spiellage halten zu können,
bisher praktisch unerfüllt blieb.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Geigen- und Bratschenhalter
der zuletzt genannten Art so auszubilden, daß alle diese, bisher bekannten derartigen
Instrumentenhaltern anhaftenden Mängel vermieden werden.
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Diese Aufgabe ist bei einem solchen Geigen- und Bratschenhalter hier
dadurch gelöst, daß erfindungsgemäß das Rückenteil des Schulterbandes ebenfalls
elastisch und mit dessen Vorderteil durch den Einhänger verbunden ist. Auf Grund
dieser neuartigen Ausbildung eines solchen Instrumentenhalters ist bei dessen Verwendung
die Bewegungsfreiheit des Spielers in keiner Weise beeinträchtigt, da das Rückenteil
auf Grund seiner Elastizität das Instrument nachgiebig in normaler Spiellage hält,
ohne vom Spieler gestützt werden zu müssen, während das elastische Vorderteil des
Schulterbandes lediglich ein zu weites Wegrutschen des Einhängers auf den Rücken
des Spielers nach dem Aushängen des Einhängers vermeiden läßt, so daß der Einhänger
für die rechte Hand des Spielers erreichbar bleibt und demzufolge ein erneutes Einhängen
schnell und leicht durchzuführen :ist. Außerdem erlaubt die Elastizität des Rückenteils
des Schulterbandes, einen von dem mittleren Bereich desselben in Form einer Schnur
ausgehenden Einhänger, wie dieser bei dem zuletzt genannten vorbekannten Instrumentenhalter
notwendig ist, vermeiden zu können; vielmehr kann der Einhänger selbst das Verbindungsglied
der beiden elastischen Teile des Schulterbandes bilden und ist daher für den Spieler
zwecks Verbinden mit dem Halteglied leichter erreichbar.
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Selbstverständlich wäre es auch ohne weiteres denkbar, das elastische
Schulterband unmittelbar am Geigen- oder Bratschenkörper zu befestigen, um durch
seine Zugkraft das Instrument in Spielstellung zu halten. Hierbei wäre jedoch darauf
zu achten, daß das Schulterband mit dem Instrumentenkörper möglichst nur an punktförmigen
Stellen in Verbindung steht, um die Resonanzfülle des Instruments nicht zu beeinträchtigen.
Jedenfalls wird mit dem Geigen- und Bratschenhalter gemäß der Erfindung erreicht,
daß die Arbeit des Spielers entfällt, die beim Musizieren aufgewendet werden muß,
um das Instrument
beim Spielen hochzuhalten, und daß infolgedessen
ein Ermüden des Spielers erheblich gemindert wird. Die Benutzung des hier vorgeschlagenen
Geigen-und Bratschenhalters stellt somit eine wesentliche Erleichterung beim Spielen
der Geigen oder Bratschen dar, ohne daß sich dadurch die Spieltechnik ändert. Das
sonst lästige Scheuern des Geigen- oder Bratschenkörpers am Hals des Spielers, welches
zur Bildung von Ekzemen, Irritationen der Haut und Furunkeln Anlaß geben kann, wird
vollständig vermieden. Der Instrumentenhalter nach der Erfindung ist außerordentlich
raumsparend, und seine Benutzung fällt Dritten praktisch überhaupt nicht auf. Das
elastische Schulterband wird nämlich unter dem Jacket des Spielers getragen, und
nur dessen Einhänger tritt am Kragen des Spielers nach außen hervor, wenn der Halter
benutzt werden soll, um nämlich den Einhänger in das an der Kinnstütze des Instruments
sitzende Halteglied einzurasten. Die sonstige Bewegungsfreiheit des Spielers wird
durch die Benutzung dieses Instruments in keiner Weise beeinträchtigt.
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Zweckmäßig besitzt das Rückenteil des Schulterbandes des Instrumentenhalters,
z. B. auf Grund größerer Bandbreite, eine höhere Spannkraft als dessen Vorderteil,
so daß das Rückenteil des Schulterbandes für die freie Halterung des Musikinstrumentes
verantwortlich ist, während das Vorderteil des Schulterbandes lediglich ein zu weites
Wegrutschen des Rückenteils bei abgenommenem Instrument zu verhindern hat.
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In der Zeichnung ist ein Instrumentenhalter der erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Art in einer beispielsweise gewählten Ausführungsform schematisch veranschaulicht.
Es zeigt F i g. 1 den Instrumentenhalter gemäß der Erfindung in schaubildlicher
Darstellung in unbenutztem Zustand, F i g. 2 den die beiden elastischen Bandteile
miteinander verbindenden Einhänger, F i g. 3 die Anordnung des den Einhänger aufnehmenden
Haltegliedes am Kinnhalter des Instruments und F i g. 4 den erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Instrumentenhalter bei seiner Benutzung.
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Wie F i g. 1 erkennen läßt, besteht der Instrumentenhalter nach der
Erfindung aus einem elastischen Bandteil 1, beispielsweise von 3 cm Breite und 60
cm Gesamtlänge, das durch einen zweckmäßig aus Metalldraht gebildeten, in F i g.
2 in Einzeldarstellung wiedergegebenen Einhänger 2 hindurchgeführt ist und an seinem
freien Ende eine Klammer 3 besitzt. über die Schnalle 4, an der das andere Ende
des Bandteils 1 befestigt und wie bei Hosenträgern schlaufenförmig hindurchgeführt
ist, läßt sich die wirksame Länge des Bandteils 1 verändern und somit die Zugkraft
des elastischen Bandes verstärken oder mindern. An dem Einhänger 2 ist ein zweites
elastisches Bandteil 5, z. B. von 1,5 cm Breite und 55 cm Gesamtlänge, befestigt,
und in seiner wirksamen Länge durch die Schnalle 6 veränderbar. In dem schlaufenförmigen
Ende des Bandteils 5 ist eine weitere Klammer 7 geführt. Der Einhänger 2 wird bei
dem in F i g. 4 dargestellten Gebrauch in einen zweckmäßig mit Leder überzogenen
Metallhaken 8 von 1,5 cm Länge eingehängt, der in den linken, über die Zarge des
Instruments greifenden Metallteil der Kinnstütze eingeschraubt ist, wie dies am
besten F i g. 3 erkennen läßt.
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Für den Gebrauch dieses Instrumentenhalters wird das elastische Bandteil
1 mit seiner Klammer 3 oberhalb der rechten Hüfte des Instrumentenspielers am Hosenbund
oder Gürtel befestigt und an dessen Rücken entlang zur linken Schulter geführt.
Das elastische Bandteil s wird dann von der linken Schulter des Spielers über dessen
linke Brustseite geführt und knapp rechts neben der linken Hüfte mit seiner Klammer
7 am Gürtel oder Hosenbund befestigt. Das mit dem Metallhaken 8 an seiner Kinnstütze
versehene Instrument wird nun in Spielstellung gebracht und der freie ringförmige
Teil des Einhängers 2 zweckmäßig von der rechten Hand des Spielers, in den Metallhaken
8 eingehängt. Das elastische Bandteil 1 wird mittels seiner Schnalle 4 so
verstellt, daß die Zugkraft des elastischen Bandes gerade so stark ist, daß das
Musikinstrument in normaler Spiellage gehalten wird, ohne vom Spieler gestützt werden
zu müssen. Das elastische Bandteil s wird sodann mittels seiner Schnalle 6 auf eine
solche Länge gebracht, daß die Zugkraft des Bandteils 5 dazu ausreicht, um ein zu
weites Wegrutschen des Einhängers 2 auf den Rücken des Spielers nach dem Aushängen
des Einhängers zu vermeiden, so daß der Einhänger 2 für die rechte Hand des Spielers
erreichbar bleibt und demzufolge ein erneutes Einhängen schnell und leicht durchzuführen
ist.