DE1294681B - Verfahren zur Herstellung einer harten supraleitenden Legierung mit erhoehter kritischer Stromdichte - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer harten supraleitenden Legierung mit erhoehter kritischer StromdichteInfo
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Description
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Her- gefüge bildenden Atome bei der Wärmebehandlung
Stellung einer harten supraleitenden Legierung mit der Legierung ergibt. In der Hauptsache wird die
erhöhter kritischer Stromdichte durch Dispersions- Sekundärphase ausgeschiedene Teilchen aufweisen,
härtung. ■ deren Zusammensetzung und/oder Größe bei der
Unter einem supraleitenden Metall bzw. einer 5 gewählten Ausscheidungsglühtemperatur mit der Zeit
supraleitenden Legierung versteht man einen solchen veränderlich sein kann. Unter anderen Bedingungen
Stoff, der unterhalb charakteristischen kritischen könnte die Phase aus Teilchen bestehen, deren Zu-Werten
von Temperatur, Stromstärke und Magnet- sammensetzung zeitlich unveränderlich ist, deren
feld jeden nachweisbaren Widerstand für elektrischen Größe jedoch bei der gewählten Ausscheidungsglüh-Stromfluß
verliert. Als ein Parameter zur Messung io temperatur mit der Zeit veränderlich ist. Diese letztdes
Supraleitvermögens eines Metalls oder einer genannten Teilchen entsprechen der Gleichgewichts-Legierung
dient der kritische Strom. zusammensetzung bei der gewählten Ausscheidungs-Das hohe Stromführungsvermögen supraleitender temperatur. Unter wiederum anderen Bedingungen
Stoffe kann überall dort, wo Elektromagneten bei könnte die Sekundärphase schließlich ein Gemisch
niedrigen Temperaturen betrieben werden können, 15 der beiden vorstehend genannten Phasen sein,
zur Erzeugung von Magnetfeldern ausgenutzt wer- In der deutschen Auslegeschrift 1233 962 ist ledigden.
Ebenso kann dieses hohe Stromleitungsvermögen lieh die Erzielung der gewünschten Ausscheidungsin
allen solchen Fällen nutzbringend Anwendung fin- phase in der allgemeinen Form durch Verfahrensden,
wo Energieübertragungsleitungen bei niedrigen bzw. Behandlungsangaben umgrenzt, ohne spezifische
Temperaturen betrieben werden können. Die ao Kennzeichnung der Zusammensetzung der genannten
Erhöhung der kritischen Stromdichte, und damit des Ausscheidungsphase.
Stromführungsvermögens, eines supraleitenden Stof- Durch die Erfindung soll eine spezifisch zusammen-
fes hat den Vorteil, daß sich der Umfang bzw. gesetzte Ausscheidungsphase in einer ausgewählten
Raumbedarf der zur Erreichung einer vorgegebenen Klasse harter supraleitender Legierungen erzielt werkritischen
Stromdichte erforderlichen Apparatur 35 den, die eine Verbesserung des Stromführungsverwesentlich
verringert. ImFaIIe eines Elektromagneten mögens derartiger Supraleiter bewirkt. Dies soll durch
lassen sich eine bestimmte vorgegebene Magnetfeld- Wahl einer bestimmten Ausgangslegierung und Bestärke
und ein bestimmtes Magnetfeldvolumen mit handlung nach einem speziellen Verfahren erreicht
einer Apparatur kleineren Umfangs erzielen. werden. Diese gemäß der Erfindung ausgewählten
Ein Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines 30 und behandelten Legierungen sollen ein Strom-Verfahrens
zur Erhöhung des Stromführungsver- führungsvermögen unter Supraleitbedingungen bemögens
einer harten supraleitenden Legierung unter sitzen, das um wenigstens eine Größenordnung höher
Supraleitbedingungen. Weiter soll durch das Ver- ist als das von anders zusammengesetzten und/oder
fahren nach der Erfindung eine Legierung mit ver- nicht in dieser Weise behandelten supraleitenden
besserten Supraleiteigenschaften geschaffen werden, 35 Legierungen.
deren Stromführungskapazität unterhalb ihrer kriti- Gemäß der Erfindung wird bei dem Verfahren zur
sehen Temperatur und Magnetfeldstärke wesentlich Herstellung einer harten supraleitenden Legierung
erhöht ist, die es gestattet, ein Supraleit-Solenoid mit mit erhöhter kritischer Stromdichte in der Weise vorverbesserten
Eigenschaften herzustellen. Schließlich gegangen, daß einer Legierung, welche aus Metallen
soll eine supraleitende Legierung mit verbesserten 40 aus einer oder mehrerer der Gruppen III, IV, V, VI,
Eigenschaften nach dem Verfahren gemäß der Erfin- VII, VIII, IVa, Va und VIa des Periodischen
dung geschaffen werden. Systems (entsprechend der Ausgabe von 1956 des
Der Ausdruck »harte« Supraleiter bezeichnet eine »Webster's New Collegiate Dictionary«) besteht, im
Klasse supraleitender Legierungen, deren Supraleit- flüssigen Zustand als Zusatz Sauerstoff, Kohlenstoff,
f ähigkeit bei Erreichung ihres charakteristischen kri- 45 Stickstoff oder Wasserstoff zugemischt, das so erhaltischen
Magnetfelds allmählich zerstört wird, im tene Gemisch bei einer Temperatur unterhalb des
Gegensatz zu einem sogenannten »weichen« Supra- Schmelzpunktes der Legierung zur Erzielung einer
leiter, der bei Erreichung seines kritischen Magnet- gleichmäßigen Verteilung des Zusatzes homogenisiert
felds ziemlich abrupt in seinen normalen Widerstands- und die so erhaltene homogenisierte Legierung zur
zustand zurückkehrt. 5» Bildung einer feinverteilten Ausscheidungsphase,
In der nicht zum Stand der Technik zählenden welche den genannten Zusatz enthält, geglüht wird,
deutschen Auslegeschrift 1233 962 ist ein Verfahren worauf die Legierung sodann in ihrer Abmessung
zur Erhöhung der kritischen Stromdichte einer »har- auf eine gewünschte Drahtstärke verformt wird,
ten« supraleitenden Legierung beschrieben, bei Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der
welchem eine bestimmte ausgewählte supraleitende 55 Erfindung kann vorgesehen sein, daß als Zusatz ein
Legierung, deren Gefüge im wesentlichen aus einer Oxyd, Karbid, Hydrid oder Nitrid der allgemeinen
einzigen homogenen Phase besteht, einer Ausschei- Formel MX verwendet wird, worin M ein Metall ist,
dungsglühung im Mehrphasenbereich des Gleich- dessen Elektronegativität kleiner als die Elektrogewichtsdiagramms
bei einer Temperatur und wäh- negativität des den Hauptlegierungsbestandteil bilrend
einer Zeitdauer unterworfen wird, die ausreicht, 60 denden Metalls ist. Die Abmessungsverringerung der
um die Ausscheidung einer Sekundärphase innerhalb erfindungsgemäß geglühten Legierung, welche also
des Volumens des homogenen Grundgefüges herbei- die erwähnte induzierte Ausscheidungsphase enthält,
zuführen. Der dort Anwendung findende Vorgang der kann in der Weise erfolgen, daß man den DurchAusscheidung
betrifft die Erzeugung einer Sekundär- messer der geglühten Legierung auf nicht mechaphase,
die sich von der anfänglichen homogenen 65 nischem Wege auf einen Wert verringert, unterhalb
Phase der behandelten Legierung unterscheidet. dessen die kritische Stromdichte der die Ausschei-Diese
Sekundärphase umfaßt dabei das Produkt, das dungsphase enthaltenden Legierung durch mechanisich
bei der Umordnung der das homogene Grund- sehe Verarbeitungs- bzw. Ausscheidungsglühbehand-
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lung nicht mehr erhöht werden kann. Die Bezeich- punkt abgekühlt und zur Erzielung einer gleichnung
»Elektronegativität« ist hier und im folgenden förmigen Verteilung der zugegebenen Verunreinigung
in dem von L. Pauling in seinem Buch »The homogenisiert. Das homogenisierte Legierungs-Nature
of the Chemical Bond«, Cornell University gemisch wird sodann bei einer unterhalb der HomoPress,
2. Auflage, definierten Sinne gebraucht. 5 genisierungstemperatur liegenden Temperatur ge-Weitere
Vorteile und Einzelheiten der Erfindung glüht, wodurch eine gleichmäßig feinverteilte Ausergeben
sich aus der folgenden Erläuterung von Aus- scheidung im gesamten Gefüge der Legierung erhalführungsbeispielen.
ten wird. Es ergibt sich, daß ein in dieser Weise „. _ n , . ... ..... , ,. erfindungsgemäß behandelter harter Supraleiter eine
Einfluß der Ausscheidungsgluhbehandlung 10 kritische stromdichte besitzt, die um eine Größen-Allgemein
gesprochen, ist es bekannt, daß die Ordnung über der eines nicht in dieser Weise behanleichte
Herstellbarkeit der Metalle und Legierungen, delten Supraleiters liegt.
welche harte Supraleiter bilden, eine Funktion des In der Praxis werden supraleitende Werkstoffe zuAnteils
sogenannter Zwischengitterverunreinigungen meist in Form von Drähten hergestellt, die zu SoIedes
Metalls ist, wobei diese Verunreinigungen aus der 15 noiden bzw. Elektromagneten beliebiger Form geGruppe
Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und wickelt werden können. Es sei hier darauf hin-Wasserstoff
bestehen, und zwar verhält es sich so, gewiesen, daß die kritische Stromdichte von supradaß
mit zunehmender Verunreinigungsmenge die leitenden Legierungen durch Kaltverformung erhöht
Herstellbarkeit derartiger Metalle und Legierungen werden kann. Beispielsweise vermittelt die Kaltabnimmt.
Man hat dabei mit ziemlicher Sicherheit ao verformung von supraleitenden Legierungen, wie sie
festgestellt, daß in derartigen Fällen die Anwesenheit erforderlich ist, um diese in Drahtform zu bringen,
derartiger Verunreinigungen eine nachteilige Wirkung die zu Solenoiden gewickelt werden können, der in
auf die physikalischen und mechanischen Eigenschaf- dieser Weise behandelten Legierung ein höheres Maß
ten des als Endprodukt erhaltenen Materials ausübt. an Supraleitfähigkeit. In den Fällen jedoch, wo die
Vor der Erfindung ging man daher in der Fachwelt 35 erwähnte Ausscheidungsphase in supraleitenden Leauf
dem Gebiete der Herstelung harter Supraleiter gierungen erzeugt wird, deren metallurgische Herin
der Weise vor, daß man stets das Ausgangsmaterial Stellungsgeschichte eine Kaltverformung nach der
so rein wie irgend möglich wählte und diesen hohen Herbeiführung der Ausscheidung aufweist, läßt sich
Reinheitsgrad während des gesamten Herstellungs- feststellen, daß die supraleitenden Eigenschaften derverfahrens
aufrechtzuerhalten versuchte. 30 artiger kaltverarbeiteter Legierungen um wenigstens
Der Erfindung liegt die Entdeckung zugrunde, daß eine Größenordnung über die der Kaltverarbeitung
man, statt die Anwesenheit derartiger Verunreinigun- allein zuschreibbaren Verbesserung hinaus verbessert
gen zu vermeiden, durch ihre bewußte Zugabe in sind. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform beVerbindung
mit einer Wärmebehandlung zur Herbei- trifft die Erfindung auch ein Verfahren zur Herführung
einer diese Verunreinigungen enthaltenden 35 stellung harter Supraleiter, welche die gewünschte
Ausscheidungsphase eine tiefgreifende und über- Ausscheidungsphase enthalten und deren frühere
raschende Zunahme der kritischen Stromdichte des metallurgische Herstellungsgeschichte mechanische
jeweiligen in dieser Weise behandelten harten Supra- Verarbeitungsbehandlungen, wie beispielsweise eine
leiters erzielen kann. Zweckmäßig kann die genannte Gesenkkaltschmiedung, vor der Bildung der geVerunreinigung
der betreffenden ausgewählten harten 40 wünschten Ausscheidungsphase aufweisen kann.
Supraleitlegierung in Form des Oxyds, Karbids, Ni- Wie zuvor erwähnt, steht zu erwarten, daß die
Supraleitlegierung in Form des Oxyds, Karbids, Ni- Wie zuvor erwähnt, steht zu erwarten, daß die
trids oder Hydrids eines der Legierungsmetalle zu- erfindungsgemäße Einführung von Sauerstoff, Kohgesetzt
werden. Wird der Sauerstoff, Kohlenstoff, lenstoff, Stickstoff oder Wasserstoff in gebundener
Stickstoff oder Wasserstoff in Form einer Metall- Form oder in ungebundener Form, wodurch gemäß
verbindung M (O, C, N oder H) zugesetzt, so soll 45 der Erfindung die kritische Stromdichte der betrefvorzugsweise
das Metall der Verbindung eine ge- fenden supraleitenden Legierung erhöht wird, gleichringere
Elektronegativität besitzen, als das den Haupt- zeitig die Herstellbarkeit bzw. Verarbeitbarkeit dieser
legierungsbestandteil bildende Metall. Selbstverständ- supraleitenden Legierung nachteilig beeinflußt. Aus
lieh ist es auch möglich und liegt im Rahmen der diesem Grunde und weil die Verschlechterung der
Erfindung, die die Ausscheidung herbeiführenden 50 Herstellbarkeit bzw. Verarbeitbarkeit einerseits und
Verunreinigungen in ungebundener Form zuzugeben, die Zunahme der kritischen Stromdichte andererseits
d. h. daß die Verunreinigung einer bestimmten Legie- im allgemeinen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit
rung als gasförmiger Sauerstoff, Stickstoff oder Was- vor sich geht, ist es nicht möglich, mit vollkommener
serstoff oder als elementarer Kohlenstoff zugesetzt Genauigkeit einen bestimmten Konzentrationsbereich
werden kann. Diese Art der Zugabe bietet jedoch 55 für den jeweiligen Zusatzstoff anzugeben, der zur
praktische Schwierigkeiten, da es schwerfällt, den Verbesserung der kritischen Stromdichte der behan-Zusatz
mengenmäßig mit dem gewünschten oder delten Legierung zugelassen werden kann, ohne die
erforderlichen Genauigkeitsgrad zu kontrollieren. Legierung vollkommen ungeeignet zur Verarbeitung
Die grundlegenden Arbeitsgänge zur Herbeifüh- zu machen. In manchen Fällen kann es möglich sein,
rung der ausgeprägten Erhöhung der kritischen 60 bis zu mehreren tausend Teilen beispielsweise eines
Stromdichte mit Hilfe einer bestimmten Menge des bestimmten Oxyds oder Karbids zur Verbesserung
die Ausscheidung herbeiführenden Zusatzes sind der Supraleitfähigkeit der Legierung zuzusetzen, woaußerordentlich
einfach. Im flüssigen Zustand stellt bei noch eine ausreichende Herstellbarkeit und Verman
eine erfindungsgemäß zusammengesetzte harte arbeitbarkeit aufrechterhalten bleibt, damit der so
supraleitende Legierung her, welche den genannten 65 behandelte Legierungsrohling zu einer gewünschten
bestimmten Gehalt an einem die Ausscheidung her- Form und Größe verarbeitet werden kann. Deshalb
beiführenden Zusatzstoff enthält. Das so erhaltene soll in den Fällen, wo man die günstigen Wirkungen
Legierungsgemisch wird sodann unter seinen Schmelz- der Kaltverarbeitung mit den günstigen Wirkungen
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einer die gewünschte Ausscheidungsphase enthalten- veranschaulicht, welche zu einem Draht von erhebden
Legierung zu kombinieren sucht, die zur Herbei- lieh geringerem Durchmesser als die in den Fig. 1
führung der Bildung der gewünschten Ausscheidungs- und 2 gezeigten Drähte verarbeitet ist; die kritische
phase benötigte Menge des jeweiligen Zusatzes den- Stromdichte dieser Drähte mit kleinem Durchmesser
jenigen Betrag nicht überschreiten, der zu einer völ- 5 zeigt, im Vergleich mit der kritischen Stromdichte
ligen Beeinträchtigung der Herstellbarkeit bzw. Ver- der in den F i g. 1 und 2 gezeigten Drähte, nicht nur
arbeitbarkeit der so behandelten Legierung führt. die Wirkung der die Ausscheidung herbeiführenden
Um das Problem der Verarbeitbarkeit, wie es sich Zusätze auf die kritische Stromdichte, sondern läßt
durch den die Ausscheidung herbeiführenden Zusatz auch erkennen, daß die Abmesung des Drahtes ebenstellen
kann, zu vermeiden oder wenigstens weit- io falls einen direkten Einfluß auf die kritische Stromgehend
herabzusetzen, kann man den Supraleiter dichte haben kann; dieser »Abmessungseffekt« wird
nach pulvermetallurgischen Verfahren herstellen. weiter unten noch im einzelnen beschrieben.
Falls so beispielsweise die Supraleitfähigkeit einer In allen folgenden Beispielen beziehen sich men-
Niob-Zirkonium-Supraleiterlegierung erhöht werden genmäßige Angaben über die Kaltverformung der
soll, indem man Zirkonoxyd in ausreichender Menge 15 supraleitenden Drähte auf die prozentuale Querzusetzt,
um die kritische Stromdichte der Legierung schnittsverringerung der ausscheidungsgeglühten
durch Bildung einer oxydhaltigen Ausscheidungs- Probe. Die durch die Kaltverformung oder sonstige
phase zu erhöhen, kann man die Legierung in der mechanische Verarbeitungsverfahren bewirkte Quer-Weise
herstellen, daß man Zirkoniumpulver mit schnittsverringerung steht zu dem Durchmesser der
Niobpulver in den gewünschten Mengen zusammen ao erfindungsgemäß wärmebehandelten Probe in folmit
entweder Nioboxyd oder Zirkonoxyd homogen gender Beziehung: mischt. Das so erhaltene Gemisch wird sodann durch
eine hochtemperaturbeständige Preßform zur Bildung Querschnittsverringerung = 1 - (*-)* -100,
eines Drahtes der gewünschten Abmessung heiß Wo/
stranggepreßt. Sodann kann die oxydhaltige Aus- 85 LJ
scheidungsphase durch Glühen der Legierung bei worin d0 der Anfangsdurchmesser der zu verformeneiner
Temperatur im Bereich von 200 bis 1000° C, den Legierung, df der Enddurchmesser der verformvorzugsweise
im Bereich von 800 bis 1000° C, er- ten Legierung ist.
zeugt werden. Bei den höheren Temperaturen wird Die Messungen der kritischen Stromdichte an den
die Ausscheidungsphase, auch wenn die Wärme- 30 verformten Drahtproben wurden in allen Fällen in
behandlung nur kurzzeitig ist, noch in feinverteilter flüssigem Helium bei 4,2° K vorgenommen, und zwar
Form vorliegen, was zur Erzielung maximaler Zu- bei einem von einem supraleitenden Magnet in
nahmen der kritischen Stromdichte der behandelten Richtung quer zu dem in der Drahtprobe induzierten
Legierung am günstigsten zu sein scheint. Stromfluß erzeugten Magnetfeld. Falls nicht eigens
Vorstehend ist das Verfahren zur Erhöhung der 35 anders angegeben, wurde das Ausmaß der Kaltkritischen
Stromdichte harter Supraleiter durch Ver- verformung zwischen dem Verfahrensschritt der
Wendung bestimmter die Ausscheidung herbeiführen- Homogenisierung und dem Verfahrensschritt der
der Zusätze beschrieben und die Klasse von Legie- Ausscheidungsglühbehandlung für sämtliche diskurungen,
bei welcher das Verfahren gemäß der tierten Proben im wesentlichen konstant gehalten.
Erfindung mit Vorteil anwendbar ist, umrissen 40 _ . . . T
worden. Beispiel I
Das folgende Ausführungsbeispiel zeigt die bei Aus einem einzigen Guß wurde eine binäre Niob-
einem speziellen harten Supraleiter, welcher aus einer legierung mit 25 Gewichtsprozent Zirkonium mit
binären Grundlegierung auf Niob-Basis mit 25 Ge- einem Durchmesser von etwa 12,5 mm hergestellt,
wichtsprozent Zirkonium besteht, erzielte Verbesse- 45 Das Gußstück wurde auf Sauerstoff, Stickstoff,
rung. Die Beschreibung des Beispiels, welches die Wasserstoff und Kohlenstoff analysiert, dabei ergab
durch die Herbeiführung der erforderlichen Aus- sich ein Gehalt von 0,0056% O2, 0,0017% N2,
scheidungsphase gemäß der Erfindung erzielte aus- 0,00050ZoH2 und 0,0080% Kohlenstoff. Die Gußgeprägte
Verbesserung der Supraleitfähigkeit er- masse wurde in 4 Teile geteilt. Dem ersten Teil wurkennen
läßt, erfolgt im einzelnen an Hand der F i g. 1 50 den 0,0100% O2 zugesetzt; dem zweiten Teil
bis 3 der Zeichnung; von diesen zeigt 0,0250% O2 und dem dritten Teil 0,0200% Kohlen-
F i g. 1 eine graphische Darstellung, welche die stoff, indem man die betreffenden Legierungsteile mit
Auswirkung eines bestimmten Zusatzes von Kohlen- O2 und Kohlenstoff im Lichtbogen schmolz und goß.
stoff und Sauerstoff auf die kritische Stromdichte jL Der Sauerstoff wurde als ZrO2 und der Kohlenstoff
als Funktion eines quer zur Richtung des elektrischen 55 als ZrC zugegeben. Der vierte Teil erhielt keinen
Stromflusses angelegten Magnetfelds in einem Niob- Zusatz.
25%-Zirkonium-Legierungsdraht bei 4,2° K in fms- Jeder der Legierungsteile wurde um 51% kalt
sigem Helium veranschaulicht, geschmiedet auf 3,8 bis 5,1 mm und sodann aber-
F i g. 2 eine graphische Darstellung, in welcher die mais analysiert. Die Ergebnisse stimmten mit der
kritische Stromdichte verschiedener Legierungsdrähte 60 Zugabe überein; die Analyse der keinen Zusatz entals
Funktion eines in Querrichtung angelegten haltenden Legierung stimmte mit der Analyse vor
Magnetfelds aufgetragen ist und welche die Abhängig- dem Kaltschmieden überein. Die Legierungsteile wurkeit
der kritischen Stromdichte von der Anwesenheit den sodann zur Bildung einer Ausscheidungsphase
von Sauerstoff als die Ausscheidungsphase herbei- etwa 15 Minuten lang bei 800° C geglüht und sodann
führendem Zusatz in der Legierung veranschaulicht, 65 auf einen Enddurchmesser von etwa 0,406 mm kalt
Fig. 3 eine den Fig. 1 und 2 entsprechende gra- verformt.
phische Darstellung, welche die Änderung der Strom- Die Auswirkung der Sauerstoff- und Kohlenstoffdichte der gleichen Niob-Zirkonium-Grundiegierung zugabe auf die kritische Stromdichte der in dieser
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Art hergestellten Drähte ist in F i g. 1 dargestellt. dichte führen kann. Andererseits wurde entdekt, daß
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, daß die Legierungsproben eine Verringerung der Abmessung bzw. des Durch-
mit Zugabe von Sauerstoff und Kohlenstoff (Kur- messers dieser Drähte, bei einem festen Ausmaß von
\enA, B und C) sich im Vergleich zu dem Draht Kaltverformung, zu einer starken Erhöhung der kri-
ohne derartige Zugabe (Kurve D) durch eine wesent- 5 tischen Stromdichte führt, insbesondere wenn die
lieh erhöhte kritische Stromdichte auszeichnen. So Abmessungsverringerung durch chemische Ätzung
beträgt bei einem in Querrichtung angelegten Magnet- erfolgt.
feld von 20 Kilogauss die kritische Stromdichte der Die gegenseitige Abhängigkeit und Beziehung zwi-Legierungsdrahtprobe
ohne Sauerstoff- oder Kohlen- sehen diesem »Abmessungs-Effekt« und den Kaltstoffzusatz
etwa 3-104AZCm2; demgegenüber ist bei io verformungs-Effekten ergibt sich aus den folgenden
derjenigen Legierungsdrahtprobe (Kurvet), welche Beispielen in Verbindung mit den Fig. 3 bis 8 der
einen Zusatz von 0,0250% Sauerstoff enthält und bei Zeichnung; von diesen zeigt
800° C einer Glühbehandlung zur Bildung einer F i g. 3 eine graphische Darstellung, in welcher die
sauerstoffhaltigen Ausscheidungsphase unterworfen kritische Stromdichte einer binären Niob-Zirkonium-
wurde, die kritische Stromdichte bei der gleichen 15 Grundlegierung mit 25% Zirkonium aufgetragen ist,
angelegten Magnetfeldstärke auf 8· 104 A/cm2 erhöht. welche nach den zu den Kurven/ bis M in der
Daß die Zugabe der genannten Mengen Sauerstoff Figur angegebenen Programmen behandelt wurde,
oder Kohlenstoff nicht als solche für sich allein ohne unter Erzeugung von Legierungsdrahtproben, die auf
das Vorhandensein einer den Zusatzstoff enthalten- einen durchschnittlichen Durchmesser von etwa
den sekundären Ausscheidungsphase die Erhöhung ao 0,127 mm verarbeitet sind, statt auf einen Enddurch-
der kritischen Stromdichte der hergestellten Drähte messer von etwa 0,406 mm wie bei den Legierungs-
bewirkt, zeigt das folgende Beispiel. proben nach den Fig. 1 und 2,
R . . . F i g. 4 eine graphische Darstellung, in welcher die
ei spie 11 kritische Stromdichte als Funktion des reziproken
Bei diesem Versuch wurde eine binäre Niob-Zir- as Durchmessers der Drahtprobe aufgetragen ist und
konium-Legierung mit 25 Gewichtsprozent Zirko- welche die Divergenz der gemessenen kritischen
nium in 4 Teile unterteilt und diese zu Drähten von Stromdichte von Drähten veranschaulicht, welche in
3,96 bis 0,406 mm Durchmesser verarbeitet, und genau der gleichen Weise hergestellt sind, mit der
zwar nach dem unmittelbar nach den Bezeichnungen Ausnahme, daß im einen Fall die endgültige Abis,
F, G und H in F i g. 2 angegebenen Programm. 30 messungsverringerung zu einem Draht von weniger
Wie die Kurven G und H in F i g. 2 zeigen, besitzen als 0,127 mm durch chemische Ätzung statt auf
diejenigen Proben, welche keiner Ausscheidungs- mechanischem Wege, wie beispielsweise durch Kaltglühbehandlung
unterzogen wurden, ob mit (Kurve H) verformung, erreicht wurde,
oder ohne (Kurve G) Sauerstoffzugabe in Form von F i g. 5 eine graphische Darstellung, in welcher die
Zirkoniumdioxyd im wesentlichen den gleichen Wert 35 kritische Stromdichte gegen die in Querrichtung ander
kritischen Stromdichte. Die Auswirkung der gelegte Magnetfeldstärke aufgetragen ist, wobei bei
Glühbehandlung bei 800° C mit danach folgender der Herstellung der Drähte eine gleichbleibende Ab-Kaltverformung
auf die Verbesserung der kritischen messungsverringerung durch Kaltverformung an-Stromdichte
der Legierung ergibt sich aus Kurve F, gewandt wurde,
welche eine Legierungsprobe betrifft, die die 40 F i g. 6 eine graphische Darstellung mit der gleichen
ursprüngliche Sauerstoffmenge, ohne besondere Bedeutung der Koordinaten wie in F i g. 5 zur Ver-
Sauerstoffzugabe, enthält, die jedoch kalt verformt anschaulichung der Auswirkung auf die kritische
und bei der die Ausscheidung auslösenden Tempera- Stromdichte von Legierungsdrahtproben, welche in
tür von 800° C geglüht wurde. Die Legierungsprobe gleichem Umfange wie die Drahtprobe in F i g. 5
(Kurve E), welcher Sauerstoff in einer Menge von 45 einer Kaltverformung unterworfen wurde, mit dem
0,0250% zugesetzt wurde und die einer Kombination Unterschied, daß die Verringerung der Drahtabmes-
von Kaltverformung und Ausscheidungsglühung bei sung unter etwa 0,399 mm durch chemische Ätzung
800° C unterworfen wurde, ist durch eine Zunahme statt auf mechanischem Wege bewerkstelligt wurde,
der kritischen Stromdichte nahezu um den Faktor 3 F i g. 7 und 8 die bei zwei Feldstärken gemessene
gegenüber der Probe (Kurve F) bei der gemessenen 50 kritische Stromdichte der Drahtproben, aufgetragen
angelegten Magnetfeldstärke von 10 bis 25 Kilogauss gegen den Logarithmus des Verhältnisses der
gekennzeichnet; gegenüber der Probe (Kurve ff), Anfangs- und der End-Querschnittfläche des Drahtes;
welcher 0,0250% O2 zugesetzt wurden, die jedoch diese Darstellungen zeigen die Auswirkung einer
keiner Glühbehandfung zur Herbeiführung einer Kaltverformung der Drahtproben zur Erzielung einer
Ausscheidung unterzogen wurde, war die kritische 55 mechanischen Querschnittsverringerung von mehr
Stromdichte der Probe (Kurve E) im Durchschnitt als 99°/o.
um einen mittleren Faktor von mehr als 4 erhöht. Beispiel III
Der Einfluß der Abmessungen Eine binäre Nk>b-Zirkonium-Legierung mit 25 Ge-Wie
zuvor erwähnt, läßt sich die kritische Strom- 60 wichtsprozent Zirkonium wurde nach den in den Beidichte
supraleitender Legierungen durch Kaltverfor- spielen I und II beschriebenen Verfahren behandelt,
mung auch bei Fehlen einer Ausscheidungsglüh- mit dem Unterschied, daß im vorliegenden Falle die
behandlung erhöhen. Der Erfindung liegt jedoch Drähte bis zu einem Enddurchmesser von 0,127 mm
unter anderem die ganz unerwartete Feststellung zu- verarbeitet wurden. Der Herstellungs- und Verarbeigrunde,
daß in bestimmten Fällen eine mechanische 65 tungsgang dieser Drähte ist in den Erläuterungen zu
Verarbeitung harter Supraleiter über einen kritischen / bis M in F i g. 3 wiedergegeben. Den Kurven /
Drahtdurchmesser hinaus tatsächlich zu einer Ab- bis M in F i g. 3 ist zu entnehmen, daß man hier
nähme, statt zu einer Zunahme der kritischen Strom- offensichtlich gleichartige Ergebnisse wie bei den
9 10
Kurven in Fig. 1 und 2 erhält; d. h., immer dann, den Sauerstoff gleichmäßig zu verteilen. Die einzelnen
wenn man durch eine Wärmebehandlung bei 800° C Stücke wurden sodann mit einer Querschnittsverminin
Legierungen, welche als Zirkoniumoxyd zugegebe- derung von 48% kalt geschmiedet und zur Bildung
nen Sauerstoff enthalten, eine Ausscheidungsphase einer sauerstoffhaltigen Ausscheidungsphase 1 Stunde
erzeugte, die kritische Stromdichte sich um eine 5 lang bei 800° C geglüht. Die geglühte Legierung
Größenordnung im Vergleich zu den Fällen erhöhte, wurde sodann mittels Kaltzug zu einer Drahtprobe
bei denen entweder kein zusätzlicher Sauerstoff zu- mit einem Enddurchmesser von 0,254 mm verarbeitet,
gegeben wurde (Kurven K und L) oder wo zwar Das gleiche Verfahren wurde mit einem Legierungs-Sauerstoff
zugesetzt wurde, jedoch keine Glüh- rohling zur Erzeugung von Drahtproben mit einem
behandlung zur Erzielung einer Ausscheidung statt- io Enddurchmesser von 0,127 mm wiederholt. Auf
fand (Kurve M). Besonders bedeutsam ist jedoch die diese Weise erhielt man zwei Gruppen von Draht-Tatsache,
daß die kritische Stromdichte sämtlicher proben, bei denen jeweils ein gleichbleibender Draht-0,127-mm-Drähte
merklich, nämlich um eine Größen- durchmesser mit unterschiedlichem Aufwand an Kaltordnung,
höher als die der 0,406-mm-Drähte mit verformung erzielt worden war. Die kritischen
gleichem Herstellungs- und Bearbeitungsgang ist. So 15 Stromdichten der endgültigen Drahtproben wurden
hat beispielsweise die durch den Verarbeitungsgang E bei 4,2° K und einem in Richtung quer zur Richtung
und die zugehörige Kurve E in F i g. 2 gekennzeich- des in den Drähten induzierten Stromflusses angelegnete
Drahtprobe nahezu den gleichen Herstellungs- ten Magnetfeld gemessen. Die Ergebnisse sind in den
gang wie die durch den Verarbeitungsgang / und die graphischen Darstellungen der F i g. 7 und 8 darzugehörige
Kurve / in F i g. 3 gekennzeichnete Draht- ao gestellt, in welchen die kritische Stromdichte als
probe; Unterschiede bestanden lediglich hinsichtlich Funktion des Logarithmus des Verhältnisses zwischen
des Enddurchmessers der Drahtproben und hinsieht- Anfangs- und Endquerschnitt der Drähte aufgetragen
lieh des Ausmaßes der Kaltverformung. Im einzelnen ist. Man erkennt, daß Querschnittsverringerungen
erfuhr die durch die Kurve £ wiedergegebene Draht- von über 99% tatsächlich zu einer Verringerung der
probe eine Querschnittsverringerung von 98,6%, 25 kritischen Stromdichten der Drähte, statt zu einer
während die durch die Kurve/ wiedergegebene Zunahme führen, wie sie hingegen erhalten wird,
Drahtprobe eine Querschnittsverminderung von wenn im Verlaufe der Drahtherstellung nur geringere
99,86% erfuhr. Man erkennt, daß bei einem in Querschnittsverringerungen vorgenommen werden.
Querrichtung angelegten Magnetfeld von beispiels-
weise 20 Kilogauss die kritische Stromdichte des 30 Beispiel V
0,406-mm-Drahtes etwa 8 · IO4 A/cm2 beträgt, wäh- Durch dieses Experiment soll die Auswirkung darrend
der 0,127-mm-Draht unter den gleichen Prüf- gelegt und nachgewiesen werden, welche die Abbedingungen
eine kritische Stromdichte von etwas messungsverringerung allein auf die kritischen Strommehr
als 1,5 · 105 A/cm2 zeigt. Diese Zunahme kann dichten ausübt. Dies wurde in der Weise erreicht, daß
nicht auf die größere Kaltverformung zurückgeführt 35 man den homogenisierten Draht gemäß Beispiel IV
werden, wie durch das weiter unten folgende Bei- von verschiedenen Drahtdurchmessern, von 7,75 bis
spiel IV gezeigt wird. Daher muß neben der der 1,65 mm, durch Kaltverformung, und zwar mittels
Kaltverformung und der Ausscheidung einer sauer- einer 48%igen Querschnittsverminderung auf Drahtstoffhaltigen
Phase zuzurechnenden Zunahme der durchmesser von 5,58 bis 1,17 mm herabgesetzt,
kritischen Stromdichte offensichtlich noch irgendein 40 Drähte verschiedener Abmessungen wurden sodann
anderer Faktor zu der Erhöhung der kritischen 1 Stunde lang bei 800° C geglüht und sodann einer
Stromdichten, wie sie die Kurven in F i g. 3 zeigen, 99,5%igen Kaltverformung bis zu einer Reihe von
beitragen. Da der einzige offensichtliche Unterschied Abmessungen von 0,398 bis 0,048 mm unterworfen,
hinsichtlich des Enddurchmessers der Drahtproben Die endgültig erhaltenen Proben hatten somit in diebestand,
legt dies nahe, daß die Abmessung in irgend- 45 sen Fällen genau die gleiche Herstellung und Vereiner
Weise zu der beobachteten Erhöhung der kri- arbeitung, besaßen jedoch stark unterschiedliche
tischen Stromdichten, wie sie die Kurven in Fig. 3 Drahtdurchmesser. Die Ergebnisse für in dieser Weise
zeigen, beitragen muß. behandelte Drähte sind in Fig. 5 dargestellt. Der
. . zweite Teil des Experiments zur Herausstellung und
Beispiel IV 5o zum Nacnwejs (jes Effekts der Abmessungsverringe-
Durch dieses Beispiel sollen die Auswirkungen der rung allein wurde mittels chemischer Ätzung vor-Kaltverarbeitung
von den gleichzeitigen Auswirkun- genommen. Zu diesem Zweck wurden Drähte von gen der Abmessungsverringerung isoliert und irgend- 0,402 mm Durchmesser nach dem gleichen Verfahwelche
Unterschiede in der Auswirkung dieser Para- ren wie der Draht in Fig. 5 hergestellt. Dieser Draht
meter auf die kritische Stromdichte von supraleiten- 55 wurde sodann in seiner Abmessung, ausgehend von
den Legierungsproben nachgewiesen werden. Zu 0,402 mm, weiter verringert, und zwar mittels chemidiesem
Zweck wurden Legierungsdrähte mit einem scher Ätzung durch Eintauchen in eine Lösung aus
gleichbleibenden Durchmesser nach einem Her- 75 Gewichtsprozent Salpetersäure und 25 Gewichtsstellungs-
und Verarbeitungsverfahren hergestellt, das prozent Fluorwasserstoffsäure, und zwar jeweils
für jede der einzelnen Proben genau gleich war, mit 60 immer nur einige Sekunden auf einmal, um nicht
der einzigen Ausnahme, daß jeweils eine Kalt- mehr als einige hundertstel Millimeter abzutragen,
verarbeitung in folgendem Umfange stattfand: Nach dem Eintauchen wurde der Draht gespült, ge-
Ein Legierungsrohling von 8,9 mm Durchmesser reinigt und getrocknet und sodann seine kritische
mit 0,0050% Sauerstoffgehalt wurde zu Drähten mit Stromdichte gemessen. Die Ergebnisse sind in der
verschiedenen Durchmessern von 7,75 bis zu 1,65 mm 65 graphischen Darstellung von F i g. 6 wiedergegeben,
verformt; Stücke gleicher Längen wurden sodann bei Ein Vergleich der kritischen Stromdichtewerte der
1500° C homogenisiert, um jegliche Zusammen- durch 99,5%iges Kaltziehen mit verschiedenen
Setzungsschwankungen in ihnen zu beseitigen und Durchmessern hergestellten Drähte gemäß F i g. 5 im
Gegensatz zu den auf nicht mechanischem Wege, wie beispielsweise durch Ätzung in ihrer Abmessung
verringerten Drähten gemäß F i g. 6 zeigt klar, daß die durch chemische Ätzung auf Abmessungen unterhalb
etwa 0,177 mm Durchmesser verringerten Drähte höhere kritische Stromdichten besitzen als die entsprechenden
Drähte, welche durch Kaltverarbeitung in ihrer Abmessung verringert wurden.
Das Verhältnis der Auswirkungen der Abmessungsverringerung mittels mechanischer Verarbeitungsver-
fahren gegenüber Abmessungsverringerung mittels nicht mechanischer Verfahren, wie beispielsweise
chemischer Ätzung, werden noch deutlicher an Hand der graphischen Darstellung in Fig. 4, in welcher
die kritische Stromdichte gegen den reziproken Durchmesser der gemäß dem vorliegenden Beispiel
hergestellten Drähte aufgetragen ist, und zwar einmal bei 10 Kilogauss und das andere Mal für 25 KiIogauss
gemessen. Die gestrichelten Kurven in F i g. 4 geben die Kennlinien der chemisch geätzten Drähte, ao
die vollausgezogenen Linie die Kennlinien der durch Kaltverformung in ihren Abmessungen verringerten
Drähte wieder. Es sei darauf hingewiesen, daß bei den größeren Durchmessern die durch Kaltverformung
in ihrem Durchmesser verringerten Drähte die gleichen Werte der kritischen Stromdichte zeigen wie
die geätzten Drähte. Bei Abnahme des Drahtdurchmessers über den Wert 100 des reziproken Durchmessers
(in Zentimetern) hinaus zeigt der Verlauf der kritischen Stromdichte für die geätzten Drähte eine
ansteigende Neigung, während für die kalt verformten Drähte die kritische Stromdichte einem konstanten
Wert zuzustreben scheint. Daraus wird offensichtlich, daß eine chemische Ätzung der Drähte über einen
bestimmten Drahtdurchmesser hinaus eine Zunahme der kritischen Stromdichte um einen Faktor bewirkt,
der größer als die Zunahme der kritischen Stromdichte ist, wie sie sich durch eine Kombination der
Kaltverformung und jener Zunahme der kritischen Stromdichte ergibt, welche der Bildung einer Ausscheidungsphase,
die die weiter oben beschriebenen erfindungsgemäßen Zusätze enthält, zuzuschreiben ist.
Der jeweilige genaue Wert des Drahtdurchmessers, bei welchem die nutzbringende Wirkung der Abmessungsverringerung
durch nicht mechanische Mittel, wie beispielsweise durch chemische Ätzung, merklich einsetzt, ist mit der Zusammensetzung des
Supraleiters, der Art des zur Herbeiführung der Ausscheidungsphase verwendeten Zusatzes, der vorhergehenden
Herstellungs- und Verarbeitungsgeschichte des Drahtes sowie mit der Größe des zur Erzeugung
des Stromflusses in dem Draht in Querrichtung angelegten Magnetfeldes veränderlich.
Die durch chemische Ätzung der Drähte mit kleinem Durchmesser erzielten verstärkten Supraleiteffekte
lassen sich auch durch eine beliebige andere nicht mechanische Verringerung der Drahtabmessungen
über den Punkt hinaus, von welchem ab eine weitere mechanische Verarbeitung keine Zunahme
der Supraleitung mehr erbringt, erreichen. Statt chemische Ätzung können so beispielsweise auch
Verdampfungsverfahren zur Verringerung des Drahtdurchmessers bei gleichzeitiger Zunahme seiner
Supraleitfähigkeit Anwendung finden. Das Verdampfungsverfahren ist hinsichtlich seiner Anwendbarkeit
größeren Beschränkungen unterworfen als die chemische Ätzung, da in manchen Fällen die zur
Erreichung eines nennenswerten Metalldampfdrucks erforderlichen hohen Temperaturen einen Teil der
durch vorhergehende Kaltverformung erreichten Verbesserung der Supraleitfähigkeit wieder beseitigen
können.
Im Hinblick auf die Erzielung einer maximalen Zunahme der Supraleitfähigkeit in einem gegebenen
harten Supraleiter ist erfindungsgemäß die Wirkung einer Ausscheidungsphase und die Wirkung der Abmessungsverringerung
zu einem einheitlchen Verfahren kombiniert worden. Zur Erzielung einer maximalen
Zunahme der kritischen Stromdichte eines gegebenen Drahts aus einer harten Supraleiterlegierung
sollte das Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren die Bildung der beschriebenen, den erfindungsgemäßen
Zusatz enthaltenden Ausscheidungsphase, eine Kaltverformung nach der Ausscheidung des
Zusatzes sowie weiterhin eine Abmessungsverringerung über den Punkt hinaus einschließen, von
welchem an eine Kaltverformung keine weitere Beeinflussung der Supraleitfähigkeit der behandelten
Legierung mehr ergibt.
Claims (8)
1. Verfahren zur Herstellung einer harten supraleitenden Legierung mit erhöhter kritischer
Stromdichte, dadurch gekennzeichnet, daß einer Legierung, welche aus Metallen aus
einer oder mehrerer der Gruppen III, IV, V, VI, VII, VIII, IVa, Va und VIa des Periodischen
Systems besteht, im flüssigen Zustand als Zusatz Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff oder Wasserstoff
zugemischt, die so erhaltene Legierung nach erfolgter Verformung bei einer Temperatur unterhalb
des Schmelzpunktes der Legierung zur Erzielung einer gleichmäßigen Verteilung des Zusatzes
homogenisiert und die homogenisierte Legierung nach einer gegebenenfalls erfolgten
Kaltverformung zur Bildung einer feinverteilten Ausscheidungsphase, welche den genannten Zusatz
enthält, geglüht wird, worauf die Legierung sodann in ihrer Abmessung auf eine gewünschte
geringere Drahtstärke kalt verformt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die geglühte und kalt verformte
Legierung auf nicht mechanischem Wege in ihrem Durchmesser auf einen solchen Wert verringert
wird, unterhalb dessen die kritische Stromdichte der die Ausscheidungsphase enthaltenden Legierung
durch Kaltverformung bzw. Ausscheidungsglühbehandlung nicht mehr erhöht werden kann.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der verwendete Zusatz ein
Oxyd, Karbid, Hydrid oder Nitrid der allgemeinen Formel MX ist, worin M ein Metall ist, dessen
Elektronegativität kleiner als die Elektronegativität des den Hauptlegierungsbestandteil
bildenden Metalls ist.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß von einer binären Niob-Zirkonium-Legierung ausgegangen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß von einer binären Niob-Zirkonium-Legierung
mit 25 bis 60 Gewichtsprozent Zirkonium ausgegangen wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der
Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht mechanische Verringerung des Durchmessers
der ausscheidungsgeglühten und kalt verformten Legierung mittels chemischer Ätzung
erfolgt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die nicht mechanische Verringerung des Durchmessers der ausscheidungsgeglühten und kalt
verformten Legierung mittels Verdampfung erfolgt.
8. Abwandlung des Verfahrens nach Anspruch 1 zur Herstellung einer harten, supraleitenden
Legierung mit erhöhter kritischer Stromdichte, dadurch gekennzeichnet, daß man die Legierung
unter Zumischung eines sauerstoff-, kohlenstoff-, stickstoff- oder wasserstoffhaltigen Zusatzes nach
pulvermetallurgischen Verfahren herstellt und die so erhaltene Legierung sodann den Verformungs-
und Wärmebehandlungen nach Anspruch 1 unterwirft.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US21980462A | 1962-08-27 | 1962-08-27 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1294681B true DE1294681B (de) | 1969-05-08 |
Family
ID=22820851
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEU10025A Pending DE1294681B (de) | 1962-08-27 | 1963-08-03 | Verfahren zur Herstellung einer harten supraleitenden Legierung mit erhoehter kritischer Stromdichte |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| BE (1) | BE636119A (de) |
| DE (1) | DE1294681B (de) |
| GB (1) | GB1069258A (de) |
| NL (1) | NL297152A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1988009061A3 (en) * | 1987-05-15 | 1988-12-01 | Evetts Jan E | Superconducting materials, methods and derivated devices |
-
0
- BE BE636119D patent/BE636119A/xx unknown
- NL NL297152D patent/NL297152A/xx unknown
-
1963
- 1963-08-03 DE DEU10025A patent/DE1294681B/de active Pending
- 1963-08-27 GB GB26335/63A patent/GB1069258A/en not_active Expired
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| None * |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1988009061A3 (en) * | 1987-05-15 | 1988-12-01 | Evetts Jan E | Superconducting materials, methods and derivated devices |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB1069258A (en) | 1967-05-17 |
| NL297152A (de) | |
| BE636119A (de) |
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