-
Bei Erregeranordnungen für elektrische Maschinen, insbesondere Synchronmaschinen,
deren Läuferfeldwicklung über rotierende Gleichrichter vom Anker einer Wechselstromerregermaschine
der Erregerstrom zugeführt wird, stellt die genaue Messung des Stromes der umlaufenden
Feldwicklung bzw. Gleichrichter ein besonderes Problem dar. Bekannt ist eine Einrichtung
zur Strommessung für rotierende Gleichrichteraggregate (deutsche Auslegeschrift
1 736), deren phasenweise angeordneten, durch vorgeschaltete Sicherungen geschützten
Dioden der Wechselstrom von den Phasen eines Wechselstrom ankers zugeführt wird
und bei der den Diodenzuleitungen in induktiver Verkettung eine Anzahl ortsfester
Meßspulen zugeordnet ist. Hierbei ist in einer der Kupplungshälften des rotierenden
Gleichrichtersatzes durch Nutzung bzw. Schlitzung ein Polkranz hergestellt, dessen
Polzähne durch den in Stromleitungsbolzen fließenden Sekundärstrom der Gleichrichter
erregt werden, wobei in einem den Polkranz umgebenden Jochsystem mit Spulen die
gleichrichterstromproportionalen Spannungen induziert werden. Hierbei ist jedoch
die Strommessung nur möglich, wenn die Gleichstromleiter nicht in einer zentralen
Wellenbohrung, sondern am Umfang der Welle entweder offen oder in einer Nut verlaufen.
Dies trifft auch für eine andere bekannte Anordnung zu (österreichische Patentschrift
213 506), bei welcher durch ein erregerstromabhängiges Hilfspolsystem bzw. in Nuten
an der Oberfläche der Welle geführte Erregerstromleitungen an Polzähnen der Welle
ein Magnetfeld hervorgerufen wird, welches ortsfeste Meßspulen induziert. Der Anwendung
dieses Systems sind, wie erwähnt, dann Grenzen gesetzt, wenn die Erregerstromleitungen
in einer zentralen Wellenbohrung verlegt werden sollen oder müssen; außerdem wird
durch die remanente Magnetisierung der Welle die Genauigkeit der Messung beeinträchtigt.
-
Es ist auch bereits vorgeschlagen worden (deutsches Patent 1232252),
den Diodenzuleitungen eines Gleichrichterrades in induktiver Verkettung zwei ortsfeste
Meßspulen derart zuzuordnen, daß diese Meßspulen in Reihenschaltung an eine Meßeinrichtung
angeschlossen sind. Die Meßspulen liegen hierbei, bezogen auf den Wellenmittelpunkt,
einander gegenüber, wodurch Schwankungen des Luftspaltes zwischen den Meßspulen
und dem rotierenden Meßblechpaket ausgeglichen werden sollen. Bei dieser Anordnung
sind die einzelnen Gleichstromausgänge der Stromrichter bzw. Dioden zwischen Polschenkeln
eines auf der Welle angeordneten Meßblechpaketes hindurchgeführt und über den Umfang
dieses Meßblechpaketes derart verteilt, daß sich hinsichtlich des Stromflusses der
Stromrichter in bezug auf die feststehende induktive Meßvorrichtung ein stehendes
Bild ergibt, d. h. der Stromfluß in feststehenden Sektoren gleicher Breite erfolgt.
Die hierbei vorgeschlagene Verteilung der Stromrichterausgänge ist jedoch nicht
universell anwendbar, da einengende Bedingungen bezüglich der Zahl der parallelen
Dioden je Phase erfüllt sein müssen.
-
Es ist auch bekannt, die ortsfesten Meßspulen als Dreiphasenwicklung
auszubilden, welche in Stern geschaltet und an einen Gleichrichter angeschlossen
ist, an dessen Ausgang wiederum ein Spannungsmesser liegt (deutsche Auslegeschrift
1 080 221). Die in Stern geschalteten Meßspulen werden von einem mit den rotierenden
Gleichrichtern umlaufenden Hilfs-
feldsystem induziert, welches seinerseits vom Strom
der Haupterregerwicklung des Synchrongenerators durchflossen ist bzw. parallel zu
dieser Haupterregerwicklung liegt, so daß der in ihm fließende Strom der an der
Haupterregerwicklung liegenden Gleichspannung entspricht. Es handelt sich hierbei
somit gleichsam um einen zusätzlichen Synchrongenerator, welcher insbesondere dadurch,
daß ein zusätzliches, umlaufendes Feldpolsystem verwendet werden muß, einen verhältnismäßig
großen Aufwand erfordert.
-
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Einrichtung zur Strommessung
für rotierende Gleichrichteraggregate, welche in den phasenweise gespeisten Gleichrichtergruppen
eine größere Anzahl von parallelen Gleichrichterdioden aufweisen, bei der die Mängel
und Nachteile der vorerwähnten Anordnungen vermieden sind.
-
Gegenstand der Erfindung ist nunmehr eine Einrichtung zur Strommessung
für rotierende Gleichrichteraggregate, deren phasenweise in Parallelschaltung angeordneten,
durch vorgeschaltete Sicherungen geschützten Dioden der Wechselstrom von den Phasen
eines Wechselstromerregerankers zugeführt wird und bei der den Diodenzuleitungen
des bzw. der Gleichrichterräder in induktiver Verkettung ortsfeste Meßspulen zugeordnet
und diese Meßspulen in Reihenschaltung an eine Meßeinrichtung angeschlossen sind,
durch welche der arithmetische Mittelwert einer gleichgerichteten Summenspannung
der Spulen anzeigbar ist. Die Erfindung besteht darin, daß alle ihrer Anzahl nach
mindestens der Phasenanzahl entsprechenden, über den Umfang verteilten Meßspulen
in Reihe an die Meßeinrichtung angeschlossen und die ortsfesten Meßspulen im gleichen
räumlichen Winkel wie die Diodenzuleitungen angeordnet sind, wobei einige der Meßspulenplätze,
die sich aus der räumlichen Winkelteilung ergeben, nicht besetzt sein müssen, so
daß die Zahl der Meßspulen gleich oder kleiner als die Zahl der stromzuleitenden
Dioden bzw. Diodenzuleitungen ist, jedoch einen Bruchteil von etwa 50 bis 60 o der
Diodenzahl nicht unterschreitet, und wobei die Spulenanordnung -bezogen auf den
räumlich-zeitlichen Umlauf der Stromverteilung - in dem Gleichrichterrad derart
getroffen ist, daß die induktive Wirkung der Strombahn jeder Diodenzuleitung mit
gleichem Gewicht in die Summenspannung der in Reihe geschalteten Meßspulen eingeht,
d. h., jeder Diodenstromkreis mit einer gleichen Zahl von Impulsen zur Wirkung gelangt.
Hierbei geht die Erfindung von der Überlegung aus, daß in einem Gleichrichteraggregat
mit phasenweise eine Anzahl paralleler Dioden mit vorgeschalteten Sicherungen aufweisenden
Gleichrichtergruppen diese Gleichrichterzweige in zugänglichen Bereichen des bzw.
der Gleichrichterräder liegende Zuleitungen besitzen und daß hierdurch die Möglichkeit
gegeben ist, in feststehend angeordneten Meßspulen Spannungen zu erzeugen, die ein
Maß für den Erregerstrom abgeben. Hierbei stellt der arithmetische Mittelwert der
gleichgerichteten Summenspannung der ihrer Anzahl nach mindestens der Phasenanzahl
entsprechenden, über den Umfang verteilten Meßspulen ein Maß für den vom Gleichrichteraggregat
abgegebenen Ges amtstrom dar. Dem erfindungsgemäßen Merkmal, jeden Teilstrom einer
Diodenzuleitung mit gleichem Gewicht an dem von der Summe der Meßspulen hervorgerufenen
Gesamtsignal bzw. Meßausschlag zu beteiligen, liegt die
Erkenntnis
zugrunde, daß beim Ausfall eines der parallelgeschalteten Diodenkreise - womit beim
Ansprechen einer Sicherung ohne weiteres gerechnet werden muß - zwar eine Änderung
der Stromverhältnisse eintritt, sich jedoch der Anteil der verbleibenden Strombahnen
um so viel erhöht, wie der ausgefallene Stromkreis vorher zum Gesamtmeßausschlag
beigetragen hatte. Der gleiche räumliche Winkel für die Anordnung der ortsfesten
Meßspulen und der Diodenzuleitungen (wobei einige der Meßspulenplätze, die sich
aus der räumlichen Winkelteilung ergeben, nicht besetzt sein müssen) hat zur Folge,
daß die Gesamtanordnung einfach ist und an allen Meßspulen im gleichen Moment eine
Diodenzuleitung vorbeilaufen kann. Die im Vergleich zur Zahl der stromzuleitenden
Dioden bzw. Diodenzuleitungen gleiche oder kleinere Anzahl der Meßspulen gewährleistet
eine hinreichend genaue Messung unter Kleinhaltung etwaiger Meßfehler.
-
Im folgenden soll die Erfindung näher an Hand der Zeichnung erläutert
werden.
-
Fig. 1 veranschaulicht schematisch ein Gleichrichterrad. In diesem
Gleichrichterrad sind mit U- V- W Ringsegmente bezeichnet, denen von dem Anker der
Wechselstromerregermaschine (nicht dargestellt) von den Phasen uvw Wechselstrom
zugeführt wird. An die Wechselstromsegmente sind in Parallelschaltung phasenweise
über Sicherungen s Dioden d angeschlossen. Die Ableitungen der parallel arbeitenden
Dioden d der Gleichrichtergruppen sind an eine gemeinsame ringförmige Stromableitung
r (-) angeschlossen. Ist für das Gleichrichteraggregat die an sich bekannte Drehstrombrückenschaltung
vorgesehen, so muß noch ein zweites in gleicher Weise ausgebildetes Gleichrichtersystem
- gegebenenfalls auf einem besonderen Radkörper - vorgesehen werden, das sich von
dem dargestellten System lediglich dadurch unterscheidet, daß die Dioden die umgekehrte
Stromdurchgangsrichtung besitzen und daß die entsprechende ringförmige Sammelableitung
r für sämtliche Diodenstromkreise die entgegengesetzte Polarität aufweist. Für die
Erläuterung der Erfindung genügt es jedoch, zunächst nur die Ausbildung eines Gleichrichtersystems
entsprechend F i g. 1 zu betrachten.
-
Es ist nun mit gleicher Teilung gegenüber den umlaufenden Diodenleitungen
1 d ortsfest eine Anzahl Meßspulen m angeordnet. In diesen Meßspulen m1 bis mz werden
durch die vorüberlaufenden Diodenleitungen, wenn diese zeitweise Strom führen, Spannungen
induziert.
-
Der gegenseitige Abstand der ortsfesten Spulen in Umfangsrichtung
wird in der Regel gleich dem Abstand der induzierend wirkenden Diodenleitungen gemacht.
Es empfiehlt sich, die Anordnung derart zu treffen, daß die Meßspulen m gegenüber
axial verlaufenden Leitern angeordnet sind, um den Abstand zwischen stromführenden
Leitern und Empfängerspulen m unabhängig von gegenseitigen Axialverschiebungen möglichst
konstant zu halten.
-
Anfang und Ende x bzw. y des Meßspulenkreises sind über die Gleichrichtergruppe
G an ein MeßinstrumentM, beispielsweise an ein Drehspulinstrument, angeschlossen.
Man erkennt, daß bei der angegebenen Schaltung durch das Meßinstrument M der arithmetische
Mittelwert der Summe der gleichgerichteten Impulse der Meßspulen erfaßt wird, die
von den Teilströmen der Diodenleitungen hervor-
gerufen werden. Es läßt sich nun
ohne weiteres die Spulenanordnung derart treffen, daß in der Summe der hintereinandergeschalteten
Spulenspannungen jede Strombahn des Gleichrichteraggregates mit der gleichen Zahl
von Impulsen vertreten ist. Infolgedessen ergibt sich, daß der Meßausschlag ein
Maß für den von dem Gleichrichteraggregat abgegebenen Strom bzw. Erregerstrom darstellt.
-
Nachstehend sei die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtung
eingehender beschrieben. Wird den Phasensegmenten U-V-W des umlaufenden Gleichrichterrades,
welches mit einer der Netzfrequenz entsprechenden Drehzahl, beispielsweise 3000
Umdr./Min., umläuft, von einer Wechselstromerregermaschine höherer Frequenz, beispielsweise
der dreifachen Netzfrequenz, Spannung bzw. Strom zugeführt, so wird - je nachdem,
ob das Gleichrichterrad bzw. das Erregerdrehstromsystem gleichsinnig oder gegensinnig
umlaufen - eine, bezogen auf das rotierende System, gleichsinnig oder gegensinnig
umlaufende Stromverteilung herbeigeführt. Unter der Annahme, daß die Netzfrequenz
50 Hz, die Erregerfrequenz 150 Hz beträgt, läuft also die Stromverteilung auf dem
Gleichrichterrad während einer vollen Umdrehung des Rades dreimal um. Hierbei werden
in den in Reihe geschalteten Spulen m1 bis m2 der Meßeinrichtung M entsprechend
der umlaufenden Stromverteilung von den Leitungen 1 d des Gleichrichteraggregates
infolge induktiver Verkettung Spannungen induziert, die in der Meßeinrichtung zur
Wirkung gelangen und in der Summe einen dem abgegebenen Strom des Gleichrichteraggregates
entsprechenden Meßausschlag zur Folge haben. Es ist einleuchtend, daß eine solche
Messung auch durch den Ausfall von einzelnen Dioden nicht beeinträchtigt wird, wenn
die Spulenanordnung so getroffen ist, daß sich entsprechend dem Ausfall einzelner
Stromzweige infolge Ansprechens der Sicherungen in den übrigen, auf die Meßspulen
einwirkenden Stromzweigen der Strom und damit die in die Anzeige eingehende induzierte
Spannung dem Ausfall entsprechend erhöht. Um eine entsprechende Wirkung sicherzustellen
und die auftretenden Meßfehler gering zu halten, werden die ortsfesten Meßspulen
im gleichen räumlichen Winkel wie die Diodenzuleitungen angeordnet (wobei einige
der Meßspulenplätze, die sich aus der räumlichen Winkelteilung ergeben, nicht besetzt
sein müssen), so daß die Zahl der Meßspulen gleich oder kleiner als die Zahl der
stromzuleitenden Dioden bzw. Diodenzuleitungen ist. Jedoch sollte ein Bruchteil
von etwa 50 bis 60°/o der Diodenzahl nicht unterschritten werden.
-
An sich wäre es zwar möglich, mit nur einer einzigen Meßspule den
Gesamtstrom zu messen, da jede von einer Strombahn in einer Sicherungszuleitung
induktiv hervorgerufene Teilspannung dem Teilstrom und damit bei unveränderter Aufteilung
des Stromes in zahlreiche parallele Ströme dem Gesamtstrom proportional sein muß.
Fallen jedoch zufällig infolge Ansprechens von Sicherungen in den Diodenkreisen
allein solche Strombahnen aus, deren Ströme zuvor zur Gewinnung eines dem Erregerstrom
proportionalen Signals herangezogen wurden, so sieht man leicht ein, daß große Meßfehler
eintreten können, da im Extremfall der Läuferstrom verteilt auf die verbleibenden
eingeschalteten Dioden weiterfließt, jedoch nicht mehr zur Anzeige kommt, weil die
von der Einzelspule abgefragten Stromzweige stromlos
sind. Andererseits
kann sich bei einer derartigen Anordnung die Anzeige beim Ausfall nicht am Signal
beteiligter Strompfade erhöhen.
-
Um dies zu vermeiden, ist die Spulenanordnung so getroffen, daß unter
Anordnung einer größeren Zahl von Meßspulen möglichst jede Strombahn mit gleichem
Gewicht in die Gesamtspannung eingeht, also in der Summe der hintereinandergeschalteten
Spulenspannungen bei der Meßschaltung gemäß Fig. 1 jeder Diodenstromkreis mit einer
gleichen Zahl von Impulsen zur Wirkung gelangt. Am leichtesten läßt sich diese Wirkung
dann erreichen, wenn die Zahl A der durch Sicherungen geschützten Diodenstromkreise
gleich der Zahl der Phasen des speisenden Wechselstromsystems oder einem Vielfachen
hiervon ist, also bei dreiphasiger Schaltung 3, 6, 9, 12 usw. beträgt, vorausgesetzt,
daß das Verhältnis der Frequenz des Erregerstromes und der Radfrequenz fS/fR = 3
ist.
-
Jedoch läßt sich ohne weiteres eine hinreichend genaue Strommessung
auch bei abweichenden Werten von A erreichen, vorausgesetzt, daß die Zahl der Meßspulen
hinreichend groß gemacht ist.
-
Diese Verhältnisse werden durch die F i g. 2 und 3 der Zeichnung
näher veranschaulicht.
-
F i g. 2 zeigt für die Ausbildung eines Gleichrichterrades mit Ä
= 10, d. h. zehn parallelen Dioden und Sicherungen in den phasenweise gespeisten
Gleichrichtergruppen bei einem Verhältnis der Erregerspeisefrequenz von fsIfR =
150/50 Hz und gegenläufiger Umdrehung des Gleichrichterrades und der Stromverteilung
in den Dioden bzw. Sicherungszuleitungen den räumlich zeitlichen Ablauf der Stromverteilung
für die einzelnen Phasen U-V-W während einer vollen Umdrehung des Rades. Die Stromverteilung
in den Dioden und dem Zuleitungs-bzw. Sicherungssystem des Rades durchläuft dreimal
eine Periode, wenn sich das Rad einmal gedreht hat.
-
Infolgedessen beträgt der Zeitabstand der stromführenden Phasen untereinander
- bezogen auf das mit 50 Hz rotierende Rad - 50/150. 120 400 am Umfang.
-
In dem Diagramm der F i g. 2 sind über dem Drehwinkel von 3600 die
bandförmigen Stromführungsbereiche der den Phasensegmenten U-V-W zugeordneten parallelen
Gruppen von Dioden aufgezeichnet, d. h. in den schräg verlaufenden Kurven Al bis
Ago für die stromführenden Leitungen die räumlichen Winkel i als Ordinate über dem
Drehwinkel c aufgetragen, unter denen eine Meßspule angeordnet sein muß, damit sie
von einem bestimmten Diodenleiter bei gegebenem Winkel a ; induziert wird. Zieht
man beispielsweise zur Abszissenachse eine Parallele A-B entsprechend einem Wert
von u = 45°, wodurch die räumliche Lage einer Meßspule m2 gegeben sei, so ergeben
die Schnittpunkte dieser GeradenA-B mit den Kurven A1 bis AEo der phasenweise gespeisten
Gleichrichtergruppen diejenigen Leitungen bzw.
-
Strombahnen, von denen in der unter dem Winkel nu = 45° angeordneten
Spulen, für die Strommessung ausnutzbare Spannungsimpulse induziert werden. Zur
Erzielung einer hinreichenden Meßgenauigkeit ist in der Schaltung eine Zahl von
20 Empfängerspulen m1 bis m20 vorgesehen. Infolgedessen ergeben sich - wie durch
Punkte in den Stromverteilungsbändern angedeutet ist - beim Schnitt der den Abfrageorten
entsprechenden Parallelen zur Abszissenachse mit den Kurven eine
Vielzahl von Impulsen,
die in ihrer Summe auf die Meßeinrichtung M einwirken.
-
In Fig. 3 sind über dem Drehwinkel von 3600 für eine Umdrehung die
gleichphasig auftretenden Spannungen der Einzelspulen näherungsweise addiert aufgetragen.
Für die einzelnen Winkellagen weisen die Summenspannungen eine unterschiedliche
Höhe auf. Dies ist jedoch für die Messung selbst, welche den zeitlichen Mittelwert
der Spannung erfaßt, ohne Bedeutung. An Hand der F i g. 3 läßt sich auch ohne weiteres
erkennen, daß bei einer genügend großen Anzahl von Empfängerspulen der Ausfall einzelner
oder einer geringen Anzahl von Diodenkreisen nur wenig Einfluß auf die Meßgenauigkeit
hat.
-
Im Falle des an Hand der Fig.2 und 3 veranschaulichten Ausführungsbeispieles
sind bei gleichen Winkelabständen von Meßspulen und Diodenleitungen bzw. Sicherungen
von 300 die Meßspulen über einen Winkel von (20 - 1) - 12 = 2280 am Umfang verteilt.
Es bleibt demnach ein für die Zugänglichkeit zu den Sicherungen und Dioden ausreichender
Öffnungswinkel von rund 1300 am Umfang offen. Bei Überholungsarbeiten am Rad braucht
der Spulenträger daher nicht abgebaut zu werden.
-
Selbstverständlich ändert sich für andere Sicherungszahlen dieser
Winkel, ebenso wie auch die Spulenzahl verändert werden kann.
-
Es empfiehlt sich, für die magnetischen Kreise der Meßspulen Rückschlüsse
mit Eisen- oder Ferritkernen vorzusehen. Dabei ist jedoch wesentlich, daß diese
geringe Hysterese und geringe Remanenz aufweisen. Wird - wie oben angedeutet - das
Gleichrichteraggregat bei Doppelbrückenschaltung mit zwei Rädern und Gleichrichtersystemen
ausgeführt, so genügt im allgemeinen die Strommessung durch einem Rad bzw. Gleichrichtersystem
zugeordnete Meßspulen. Ist jedoch die Möglichkeit gegeben, daß durch Axialverschiebung
Änderungen des Feldes eintreten, so kann dieser Fehler dadurch kompensiert werden,
daß in dem zweiten Gleichrichterrad ein gleicher Spulensatz angeordnet ist, der
die gegensinnige Luftspaltänderung erfährt. Bei Reihenschaltung der beiden Spulensätze
kann in diesem Falle der durch die Axialverschiebung bedingte Meßfehler kompensiert
werden.
-
Die vorstehenden Überlegungen gelten unter der Voraussetzung, daß
das Gleichrichterrad mit einer konstanten Drehzahl betrieben wird, wie dies in der
Regel in Stromversorgungsanlagen der Fall ist. Gemäß der weiteren Ausgestaltung
der Erfindung läßt sich jedoch die vorgeschlagene Meßeinrichtung auch derart ausgestalten,
daß eine drehzahlunabhängige Arbeitsweise möglich ist. Eine solche Wirkung läßt
sich in verhältnismäßig einfacher Weise dadurch erreichen, daß zwischen den Meßspulen
m und der Meßeinrichtung M eine integrierende Einrichtung angeordnet ist, in der
aus der zeitlichen Meßspannung u die Spannung Js u d t gebildet wird. Voraussetzung
für eine genaue Wirkungsweise einer derartigen Anordnung ist, daß die Integriereinrichtung
und ein allenfalls erforderlicher Zwischenverstärker in dem interessierenden Frequenzbereich
hinreichend konstante Eigenschaften besitzen. F i g. 4 veranschaulicht schematisch
die Schaltung für diesen Fall. In F i g. 4 bedeutet GR das Gleichrichteraggregat
mit den Phasenringsegmenten U-V-W. m3 bis mz sind die über einen Teil des Umfanges
des Gleichrichterrades GR symmetrisch entsprechend dem Diodenabstand
verteilt
angeordneten Meßspulen. J ist eine Integriervorrichtung beliebiger Art, die aus
den Spulenmeßspannungen u das Integral f u d t bildet. M ist das Meßinstrument mit
vorgeschalteter Gleichrichtergruppe, dessen Anzeige ein Maß des von dem Gleichrichteraggregat
abgegebenen Stromes liefert.
-
Um die Einjustierung der Meßspulen in bezug auf die gegenüber dem
Gleichrichterrad umlaufende Stromverteilung des Erregerwechselstromsystems vornehmen
zu können, werden vorteilhafterweise die Meßspulen auf einem verdrehbaren Spulenträger
angeordnet, dessen Einstellung nach der Eichung der Meßvorrichtung im Prüffeld durch
Stifte od. dgl. fixiert werden kann.
-
Es ist in einer älteren Patentanmeldung bereits eine selektiv arbeitende
Überwachungseinrichtung für die Gleichrichter von rotierenden Gleichrichteraggregaten
vorgeschlagen worden, bestehend aus Gruppen von feststehenden, über den Umfang der
Gleichrichterräder verteilten Empfängerspulen, von denen je eine Gruppe den einzelnen
Phasengruppen der Diodenleitungen zugeordnet ist und von denen die einzelnen Empfängerspulen
jeder Empfängerspulengruppe wiederum von den einzelnen parallelliegenden Diodenstromzweigen
beim Vorbeilaufen erregt werden, wobei die Ausgangssignale der Empfängerspulen auf
steuerbare, je einem Diodenstromzweig zugehörige Stromtore gegeben werden und letztere
durch drehzahlproportionale Synchronisierungsimpulse periodisch bei jedem Umlauf
so gesteuert sind, daß sie nur das Signal ihres Diodenstromzweiges durchlassen,
und die Ausgangssignale der Stromtore jeder Phasengruppe Anzeigeeinrichtungen zugeführt
sind, welche zur Überwachung der Gesamtheit der Sicherungen jeder Phasengruppe nach
Lage und Anzahl (Gruppenüberwachung) und/oder zur selektiven Überwachung jeder einzelnen
Sicherung innerhalb jeder Phasengruppe nach Lage und Anzahl (Einzelüberwachung)
vorgesehen sind. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die ortsfesten
Meßspulen (die zur Strommessung dienen) vorteilhaft als Teile eines Doppelspulensystems
vorgesehen sein können, dessen andere Spulen die Empfängerspulen der selektiv arbeitenden
Überwachungseinrichtung sind. Demgemäß sieht die Erfindung in Weiterbildung des
Erfindungsgedankens vor, daß die Meßspulen auf dem gleichen Schenkel angeordnet
sind wie die Empfängerspulen der selektiv arbeitenden Überwachungseinrichtung.