DE1292696B - Verfahren zur Erhoehung der Lebensdauer von Waelzpaarungen - Google Patents
Verfahren zur Erhoehung der Lebensdauer von WaelzpaarungenInfo
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Description
1 2
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung des Gut kurzzeitig einer zusätzlichen höheren Austeder
Lebensdauer von Wälzpaarungen, deren Bestand- nitisierungstemperatur ausgesetzt, wodurch vom Rand
teile aus übereutektoidem ferromagnetischem Stahl zum Kern hin abnehmend mehr Kohlenstoffatome im
bestehen. Rollen derartige Teile aufeinander ab, so Grundgitter gelöst werden. Wegen der großen
ist ihre Lebensdauer von den kritischen Spannungen 5 Wärmeleitfähigkeit des Stahls und des dadurch beabhängig,
die sich als Folge der auf die Teile ein- dingten niedrigen Temperaturgradienten ließen sich
wirkenden Belastungen ergeben. auf diese Weise jedoch nur geringe, von der Ober-
Es ist bekannt, die Ermüdungslebensdauer eines fläche zum Inneren gleichmäßig, d. h. ohne Einschluß
Werkstoffes dadurch zu erhöhen, daß man ihm einen eines Maximums unterhalb der Oberfläche, abfallende
Eigenspannungszustand einprägt, der den bei seinen io Eigenspannungen einprägen.
Belastungen auftretenden kritischen Spannungen ent- Gegenstand der Erfindung ist demgegenüber ein
gegengesetzt ist. So wird beispielsweise die niedrige Verfahren zur Erhöhung der Lebensdauer von Wälz-
Zugfestigkeit von Beton durch ein in Druckrichtung paarungen aus übereutektoidem ferromagnetischem
verlaufendes Vorspannen erhöht (Spannbeton). Stahl, bei welchen wenigstens in einem ihrer Bestand-
Um die Lebensdauer von Werkstücken aus Stahl 15 teile durch Erwärmung auf eine im austenitischen
zu erhöhen, ist ihnen bekanntlich bereits durch me- Gebiet des Zustandsdiagramms liegende Temperatur
chanische Einwirkungen, z. B. durch Hämmern, durch Abschrecken und durch Anlassen Druck-Walzen,
Sandstrahlen oder Schleifen, ein Eigen- spannungen unter der Laufbahnoberfläche erzeugt
spannungszustand im Bereich ihrer Oberfläche ver- werden, die den unter Belastung auftretenden Schubmittelt
worden, der allerdings nur eine geringe Ein- 20 spannungen entgegenwirken, und das gekennzeichnet
dringtiefe (einige Mikrometer) aufweist. Jeder dieser ist durch die Herbeiführung eines ein Maximum
Bearbeitungsvorgänge macht außerdem nach der not- aufweisenden Eigenspannungsverlaufs in diesem
wendig vorhergehenden Wärmebehandlung eine zu- Wälzpaarungs-Bestandteil, indem folgende an sich
sätzliche Maßnahme aus, durch die das Erzeugnis bekannte Maßnahmen zur Anwendung gebracht
nicht unwesentlich verteuert wird. 25 werden:
In richtiger Erkenntnis dieser Nachteile hat es nicht
an Versuchen gefehlt, den bei der Stahlhärtung zur a) eine höhere und gleichmäßigere Austenitisierung
Anwendung gebrachten Abschreckvorgang gleich in der Oberflächenzonen gegenüber den darunter-
einer Weise vor sich gehen zu lassen, die eine Ver- liegenden Schichten durch induktives Erhitzen
besserung der entstehenden Vorspannungen ergibt. 30 unter Ausnutzung des Skin-Effekts sowie an-
Zu diesem Zweck sind unterschiedliche Abschreck- schließendes Abschrecken,
mittel, wie öl, Wasser, Salzwasser oder auch ge- j,) em induktives Anlassen wiederum unter Aus-
schmolzenes Salz, zum Einsatz gebracht worden. nutzung des Skin-Effekts.
Auch hat man das Härtegut vor dem Abschrecken
Auch hat man das Härtegut vor dem Abschrecken
eine Zeitlang in Luft abgehängt oder sich eines 35 Durch diese beiden Verfahrensschritte wird der
Tauchabschreckens bedient. betreffende Wälzpaarungs-Bestandteil während der
Durch diese Maßnahmen hat sich jedoch die Austenit-Martensit-Umwandlung in der Randzone
Lebensdauer von betriebsmäßigen Belastungen aus- mit dem darin stärker gelösten Kohlenstoff in höhegesetzten
gehärteten Stahlwerkstücken, wie sie auch rem Maße aufgeweitet als in den darunterliegenden
durch die Bestandteile von Wälzpaarungen verkörpert 40 Zonen. Diese Aufweitung erzeugt zunächst eine
sind, ebenfalls noch nicht in zufriedenstellender Weise nahezu gleichmäßige Druckeigenspannung in der
steigern lassen. Es ist deshalb bekanntlich der Ver- Randzone und beträchtlich geringere derartige Spansuch
gemacht worden, den Eigenspannungszustand nungen in den darunterliegenden Zonen, so daß mit
von Werkstücken aus härtbarem Stahl durch eine dem induktiven Anlassen des abgeschreckten Bedifferenzierte
Austenitisierung von Rand und Kern 45 Standteils bei erneuter Ausnutzung des Skin-Effekts
zu beeinflussen. Zu diesem Zweck werden über den in der Randzone die nahezu gleichmäßige Druck-Querschnitt
des Stahls hinweg entweder bei unver- eigenspannung in unmittelbarer Umgebung der Laufänderter
Zusammensetzung seines Gefüges unter- fläche verringert wird. Dem so behandelten Paarungsschiedliche
thermische Behandlungen zwischen Rand Bestandteil wird auf diese Weise eine Druckeigen-
und Kern vorgenommen oder bei unterschiedlicher 50 Spannung vermittelt, die von der Lauffläche ab zu-Stahlzusammensetzung
über den Querschnitt hinweg nächst anwächst, mit zunehmendem Abstand von ihr eine gleiche thermische Behandlung zur Härtung ein Maximum erreicht und die danach wieder zum
herangezogen. Beispiele hierfür sind einerseits die Kern hin abfällt. Die Tiefe des zu erzeugenden Druck-Oberflächenhärtungsverfahren,
wie sie beim Flamm- Spannungsmaximums entspricht der Tiefe, in der die härten oder Induktionshärten gegeben sind. Anderer- 55 maximale Scherbeanspruchung auftritt, und ist im
seits kommen das Aufkohlen (Einsatzhärten) bzw. die wesentlichen von der geometrischen Form der sich
Karbonitrierung in Betracht, die einen vom Rand zum berührenden Paarungs-Bestandteile und von der BeKern
hin abfallenden Kohlenstoff- bzw. Kohlen- und lastung abhängig. Da die spezifische Belastung der
Stickstoffgehalt ergibt. Durch sämtliche derartigen Wälzpaarungs-Bestandteile üblicherweise zwischen
Härtungsverfahren lassen sich vom Rand zum Kern 60 250 bis 350 kg/mm2 beträgt, ergibt sich für die Tiefe
eines Stahlwerkstückes hin abfallende Druckspan- des Spannungsmaximums bei handelsüblichen Wälznungen
erzeugen. lagern ein Wert von etwa 5fl/o des kleinsten Krüm-Auch
für die Erhöhung der Lebensdauer von mungsradius, der bei den Bestandteilen einer Wälz-Wälzpaarungs-Bestandteilen
(Wälzelemente) ist durch paarung vorhanden ist.
die USA.-Patentschrift 3117 041 schon bekannt- 65 In weiterer erfinderischer Ausgestaltung des vorgeworden,
deren Eigenspannungszustand durch eine stehend charakterisierten Verfahrens kann beim Abdifferenzierte
Austenitisierung von Rand und Kern schrecken ein Wälzpaarungs-Bestandteil in ein SaIzzu
beeinflussen. Dabei hat man an sich durchhärten- bad von 160 bis 170° C getaucht werden. Mit oder
ohne Inanspruchnahme dieser Variante können schließlich erfindungsgemäß die geschilderten Verfahrensschritte
auch bei Zahnrädern oder bei Walzen in Walzwerken für Bleche zur Anwendung kommen.
Diese und andere Merkmale und Vorteile der Erfindungsgegenstände sind im einzelnen in der nachstehenden
Beschreibung an Hand der Zeichnung erläutert. Darin stellt dar
F i g. 1 ein Diagramm, das die bei Belastung einer Wälzpaarung auftretenden Beanspruchungen eines
ihrer Bestandteile sowie die sie entlastende Eigenspannung des Teils erkennen läßt (nachgebrachtes
Erläuterungsbeispiel),
F i g. 2 ein Diagramm, das die beim Abschrecken eines Wälzpaarungs-Bestandteils auftretenden Maßänderungen
in Abhängigkeit von der Temperatur zeigt (nachgebrachtes Erläuterungsbeispiel),
F i g. 3 eine Kurvenschar, die die induktive Erwärmung eines Wälzpaarungs-Bestandteils für verschiedene
Werte des Zeit-Parameters wiedergibt,
F i g. 4 einen Kurvenzug, der den Einfluß des induktiven Anlassens auf einen erfindungsgemäß gehärteten
Wälzpaarungs-Bestandteil veranschaulicht.
Nach F i g. 1 rollt auf der Laufbahnoberfläche 1 eines Wälzpaarungs-Bestandteils, z. B. des Laufrings
eines Wälzlagers, ein anderer derartiger Paarungs-Bestandteil, z. B. eine zylindrische Rolle mit der
Oberfläche 2, ab. Infolge der Belastung, unter der sich der rollende Bestandteil auf seiner Laufbahn
abwälzt, ergibt sich nach einer Theorie von Heinrich Hertz aus dem Jahre 1895 ein Druckverlauf 3, der
im Berührungsbereich beider Bestandteile die aus der Zeichnung ersichtliche Abplattung des rollenden Körpers
mit der Oberfläche 2 auf seiner Laufbahn zur Folge hat.
Durch den Druckverlauf 3 entstehen im Werkstoff des die Laufbahnoberfläche 1 aufweisenden Wälzelementes
unterhalb seiner Oberfläche Normalspannungen, deren Verlauf nach orthogonalen Koordinatenrichtungen
durch den Kurvenzug 4 in der Belastungsrichtung 5 und durch den Kurvenzug 6 senkrecht
zur Belastungsrichtung 5 wiedergegeben wird. Die Differenz der Werte dieser Spannungen liefert für
jeden Elementarkubus im Inneren des Laufbahnelements Schubspannungen, deren Größe — abgesehen
von einem ganzzahligen Faktor — vom Punkt 7 der Hauptbelastung unterhalb des Scheitels 8 des
Druckverlaufs 3 in der Belastungsrichtung 5 so verläuft, wie es der Kurvenzug 9 veranschaulicht. Danach
wird die Ermüdung des Werkstoffes, die durch Schubspannungen in seinem Inneren hervorgerufen wird,
unter der Laufbahnoberfläche 1 zunächst größer, dann überschreitet sie ein Maximum und fällt schließlich
nach dem Inneren des Werkstückes hin ab. Dieser theoretisch ermittelte Verlauf ist später durch die sogenannte
Pittingbildung bestätigt worden, die auf einer Ermüdung des Werkstoffes bei Abwälzvorgängen
gerade immer unter seiner Oberfläche, und zwar in der Zone der hauptsächlichen Schubspannungsbeanspruchung,
auftritt.
Dem bereits dargelegten Zweck der vorliegenden Erfindung entsprechend ist mit dem sie ausmachenden
Verfahren in das von der Laufbahnoberfläche 1 begrenzte Wälzelement ein solcher Vorspannungsverlauf
einzuprägen, wie ihn der Kurvenzug 10 wiedergibt. Er ist zu demjenigen Kurvenverlauf 9
spiegelsymmetrisch, der sich durch die Spannungsverhältnisse ergibt, die beim Abwälzen des Rollkörpers
mit der Oberfläche 2 auf der Laufbahnoberfläche 1 auftreten. Insbesondere weisen die beiden
Kurvenzüge 9 und 10 maximale Ordinatenwerte 11 bzw. 12 an einer Stelle im Inneren des von der Laufbahnoberfläche
1 begrenzten Wälzelements auf, die in einem durch die angeführten mechanischen Spannungsverhältnisse
bedingten Abstand von der Laufbahn 1 zustande kommen. Unter üblicherweise auftretenden Betriebsbedingungen beträgt dieser Abstand,
wie oben bereits erwähnt, etwa 5% des kleinsten, bei einer handelsüblichen Wälzpaarung
vorhandenen Krümmungsradius. Liegt dieser Radius also zwischen 20 und 25 mm, so ergibt sich für den
Ordinatenwert des Maximums 12 ein Betrag zwischen 1,0 und 1,25 mm. Die Lage der Maxima Il und 12
ist demnach schon bei der hier zugrunde gelegten Abmessung für den Krümmungsradius ein beträchtliches
Stück von der Laufbahnoberfläche 1 entfernt.
Um in einem Wälzelement einen dem Kurvenzug 10 in Fig. 1 entsprechenden Druckeigenspannungsverlauf
zu erzeugen, der den beim Abrollen einer Wälzpaarung unter Belastung sich ergebenden Spannungsverhältnissen entlang des Kurvenzuges 9 weitgehend
(spiegelbildlich) gleich ist, wird — wie es oben bereits angedeutet worden ist — durch induktive Wärmebehandlung
vor dem Abschrecken eine sich an die Laufbahnoberfläche 1 eines Wälzelements anschließende
Randzone höher und gleichmäßiger als die darunterliegenden Zonen austenitisiert. Es bildet sich
dadurch am Übergang von der Randzone zu dem darunterliegenden Bereich eine Schwelle unterschiedlichen
Austenitisierungszustandes aus. Durch Abschrecken des Wälzelementes wird eine Umwandlung
des Austenits in Martensit und dabei eine Volumenvergrößerung bewirkt. Sie ist um so größer,
je höher austenitisiert wurde. Die höher und gleichmäßiger austenitisierte Randzone wächst demnach
stärker als der darunterliegende Bereich. Diese unterschiedlichen Volumenzunahmen lassen einen
Druckspannungszustand entstehen, bei welchem der Druck mit zunehmendem Abstand von der Oberfläche
des betreffenden Wälzelements zunächst bis zur Tiefe der bei dem angeführten Austenitisieren
sich ergebenden Schwelle annähernd gleich groß bleibt und danach abfällt. Die Lage der Schwelle
entspricht etwa dem Abstand des durch die weitere, noch zu schildernde Werkstücksbehandlung sich ergebenden
Druckspannungsmaximums (12 in Fig. 1) von der Werkstücksoberfläche.
Den sich in einem Wälzelement zunächst bis zu dessen Abschrecken abspielenden metallurgischen
Vorgängen liegt die Tatsache zugrunde, daß geglühter härtbarer — insbesondere übereutektoider —
Stahl aus Eisen und Kohlenstoff besteht, wobei Eisen in Form von Ferrit in kubisch raumzentrierter
Kristallstruktur und der Kohlenstoff mit Eisen in Form von Karbid gebunden vorliegen. Die Löslichkeit
von Kohlenstoff im Ferrit ist gering. Bringt man den Stahl auf Härtetemperatur (etwa 850° C), so
wandelt sich das kubisch-raumzentrierte Ferritgitter in das kubisch-flächenzentrierte Austenitgitter um.
Gleichzeitig beginnt sich das Karbid unter Abgabe von Kohlenstoff aufzulösen, wobei der Kohlenstoff
mit dem Eisen eine feste Lösung (Mischkristall) bildet.
Die geschilderten Prozesse sind temperatur- und
zeitabhängig. Je höher nämlich die Temperatur und einer Oberflächenschicht geringer Tiefe (Skin-Effekt),
je langer die Zeitdauer sind, um so mehr löst sich erzeugt wird. Diese Eindringtiefe der die Erwärmung
das Karbid auf und desto mehr Kohlenstoff wird verursachenden elektrischen Wirbelströme ist beim
Austenitlager eingelagert. Beim langsamen Ab- kanntlich vom spezifischen Widerstand des Werkkühlen
von Härtetemperatur laufen diese Prozesse 5 stoffes, seiner magnetischen Permeabilität und von
in umgekehrter Richtung ab. Durch Diffusion schei- der Frequenz des elektrischen Stromes in der Indet
sich dann der Kohlenstoff auf dem Grundgitter duktionsspule abhängig und somit namentlich durch
wieder aus, und es wird von neuem Karbid gebildet. geeignete Wahl der zuletzt angeführten unabhängigen
Wird jedoch der Stahl von Härtetemperatur schnell Variablen steuerbar. Hierdurch ist es möglich, den
abgeschreckt, so bleibt der Kohlenstoff im Grund- to Verlauf des Kurvenzugs 10 in Fig. 1 und damit die
gitter gelöst. Der Austenit klappt dann beim Unter- dem· Wälzelement eingeprägte Druckvorspannung
schreiten der sogenannten Ms-Temperatur in den jeweils dem Linienzug9, d.h. den durch die Be-Martensit
um, wodurch ein hartes und sprödes Ge- lastung hervorgerufenen Scherkräften entsprechend
füge entsteht. Mit der Umwandlung von Austenit zu einzustellen und so diese schädlichen Scherkräfte zu
Martensit ist die bereits erwähnte Volumenzunahme 15 neutralisieren.
verbunden. Sie ist um so größer, je mehr Kohlen- Bei der induktiven Aufheizung eines aus über-
stoff im Austenit gelöst ist, nämlich bis zu 4% bei eutektoidischem ferromagnetischem Stahl bestehenübereutektoidischen
Stählen, d. h. bei solchen mit den Wälzlagerelements wird nicht nur dessen dem mehr als 0,79% Kohlenstoffgehalt. Skin-Effekt unterliegende Randzone erwärmt. In-
Während des Austenitisierens lösen sich die Kar- ao folge der Wärmeleitfähigkeit des Werkstoffes dringt
bide auf, und der Kohlenstoff geht um so mehr in die Wärme auch über die Schwelle Sch im Diagramm
Lösung, je höher die Austenitisierungstemperatur ist der Fig. 3 hinweg in Richtung zum KernK hin ein.
und bzw. oder je längere Austenitisierungszeit auf- Den Verlauf des Eindringens der Temperatur T läßt
gewendet wird. Bei der Umwandlung von Austenit z. B. schon der dem Zeitparameter tx entsprechende
in Martensit ist die eintretende Dilatation um so 25 Kurvenzug erkennen. Die Temperatur fällt danach
größer, je mehr Kohlenstoff im Austenit gelöst bis zur Eindringtiefe Sch der elektrischen Wirbelwurde,
ströme nur langsam, danach sehr steil zum
Die Umwandlung aus dem austenitischen — vor Kern K ab.
dem Abschrecken vorhandenen — Gefüge in die — Die im Rahmen der Erfindung zur Anwendung
durch das Abschrecken zustande kommende — mar- 30 kommende induktive Erwärmung von Wälzpaarungstensitische
Struktur vollzieht sich in der Weise, wie Bestandteilen wird in einer durch die jeweilige Größe
es das Diagramm in Fig. 2 beim Durchlaufen des der Frequenz des Wechselstromes den Erfordernissen
Kurvenzugs 13 in Richtung des Pfeils 13' wiedergibt, angepaßten Weise bis über den Curie-Punkt hinaus
in welchem die beim Abschrecken auftretenden vorgenommen. Beim Überschreiten dieses Temspezifischen
Maßänderungen dl in Abhängigkeit von 35 peraturwertes ändert sich die Permeabilität des
der Temperatur T aufgetragen sind. Die mit dem zur Werkstoffes sprunghaft in der Größenordnung von
Anwendung kommenden Abschreckmittel (z. B. Öl) zwei Zehnerpotenzen, und damit ändert sich auch
am nachhaltigsten in Berührung kommende Schale die elektrische Eindringtiefe. Die Temperatur fällt
des Werkstückes erfährt zunächst eine Abkühlung damit von der Laufbahnoberfläche (F i g. 1) bis zu
bis auf die Temperatur Ms. Die hier vor sich 40 der auf Curie-Temperatur gebrachten Fläche im
gehende Gefügeumwandlung aus der austenitischen Inneren des Werkstoffes nur langsam, danach aber
in die martensitische Struktur und damit aus dem sehr steil zum Kern K hin ab.
kubisch-flächenzentrierten in das kubisch-raum- Diesen Zusammenhang läßt das Diagramm der
zentrierte Gefüge bringt eine Volumendilatation mit F i g. 3 ebenfalls erkennen, in welchem der Verlauf
sich, die auf der dl-Achse des Diagramms vom Wert 45 der Temperatur T nach dem Inneren K des Werk-
dlx bis zum Wert dl2 vor sich geht. Der Kern macht stoffes hin für verschiedene Zeitparameter (bis i6)
zwar zeitlich verschoben, jedoch bei derselben Tem- eingetragen ist. Die bis zum Schwellenwert Sch
peratur die gleichen Maßänderungen durch. reichende Randzone hat danach einen Temperatur-
Anders verhält es sich beispielsweise bei der Ein- verlauf, der hier eine höhere und gleichmäßigere
satzhärtung. Die Umwandlung des wesentlich weni- 50 Austenitisierung gewährleistet,
ger Kohlenstoff enthaltenden Kernes aus der auste- Die Ausnutzung dieser Schwelle ist für die Er-
nitischen in die martensitische Struktur setzt bei der findung von hervorragender Bedeutung. Eine höhere
höheren TemperaturMs' ein und geht gegenüber ,Austenitisierung entspricht nämlich einer größeren
dem Rand unter einer wesentlich geringeren Vo- ' Zahl an Kohlenstoffatomen, die im Austenit gelöst
lumendilatation vor sich, wie sie durch den Abstand 55 ist. Die Zahl dieser Atome jedoch bestimmt die
der Werte dl3 und dlt in Fig. 2 angedeutet ist. Volumenzunahme, die demnach durch eine entWegen
der unterschiedlichen Schalen- und Kern- sprechende Wahl von Spannung und Frequenz des
ausdehnung kommt somit im Werkstück eine Druck- Induktionsstromes sowie seiner Einwirkungszeit
Eigenspannung zustande, die sich stetig abfallend nicht nur in ihrer Größe, sondern auch in ihrer Lage
von seiner Oberfläche, z.B. der Laufbahnoberfläche 1 60 im Wälzelement verändert und seinen kritischen Beder
F i g. 1, in seine Inneres hinein erstreckt. lastungen so angepaßt werden kann, daß dadurch
Die nach der Erfindung ausschließliche An- hervorgerufene Spannungen — wie aus dem Verlauf
Wendung induktiver Wärmebehandlungen, und zwar der Kurvenzüge9 und 10 in Fig. 1 erkennbar —
sowohl vor als auch nach dem Abschrecken eines vollständig kompensiert werden.
Wälzlagerelements bringt gegenüber mittelbar ein- 65 Auch die Wärmebehandlung nach erfolgtem Abwirkenden
Erwärmungsmethoden wie Konvektion schrecken ist den die Erfindung kennzeichnenden
und Strahlung den Vorteil mit sich, daß die Wärme Maßnahmen entsprechend für den angestrebten Ervon
Anfang an im Werkstück selbst, und zwar in folg, nämlich einer Erhöhung der Ermüdungslebens-
dauer von Wälzpaarungen, von großer Bedeutung. Normalerweise wird gehärteter Stahl zur Beeinflussung
seiner technologischen Eigenschaften angelassen, d. h. längere Zeit einer erhöhten Temperatur
ausgesetzt. Eine solche Behandlung ruft wiederum Gefügeumwandlungen hervor, die mit Maßänderungen
verbunden sind. So findet beispielsweise während des Anlassens des weiter unten näher erörterten
Stahls mit der deutschen Normbezeichnung 100 Cr 6 bei Temperaturen bis 180° C infolge einer tetragonal-kubischen
Umwandlung des Martensits eine Kontraktion, während des Anlassens bei Temperaturen
bis 240° C infolge der Restaustenitumwandlung eine Dilatation und schließlich während des
Anlassens bei Temperaturen über 240° C infolge des weiteren Martensitzerfalls wieder eine Kontraktion
statt.
Solche Maßänderungen, die sich bei normalem Anlassen eines gehärteten Wälzlagerstahls ergeben,
verursachen in ihm keine irgendwie beachtlichen Spannungsänderungen, denn die Maßänderungen laufen
im äußeren und im inneren Werkstückbereich gleichzeitig ab. Liegt beim Anlassen jedoch ein Temperaturgradient
vor, so sind entsprechende Maßänderungen die Folge.
Bei dem nach der Erfindung zur Anwendung kommenden induktiven Anlassen, bei der die Erwärmung
des Werkstückes wiederum über dessen Haut erfolgt, tritt ein Temperaturgradient auf. Er läßt sich durch
entsprechende Bemessung der Spannung und der Frequenz des Induktionsstromes sowie durch dessen
Einwirkungszeit steuern. Auf diese Weise können äußere Werkstückszonen bei Anlaßtemperaturen
über 240° C und darunterliegende Schichten bei niedrigerer Temperatur angelassen werden. Es ist
auch möglich, allein die äußere Zone bei niedriger Temperatur anzulassen. In beiden Fällen wird eine
Volumenkontraktion der äußeren Zone gegenüber den darunterliegenden Schichten herbeigeführt.
Vor dem Anlassen liegt ein Druckspannungszustand vor, wie er in Fig.4 unterhalb der Laufbahnoberfläche
1 durch den gestrichelt eingetragenen Linienzug 14 veranschaulicht ist, der im weiteren
Verlauf in das Kurvenstück 10' (vgl. Fig. 1) übergeht. Demnach herrscht vom Rand bis zur Übergangsstelle
15 des Linienzugs 14 in das Kurvenstück 10', d. h. bis zu einer gewissen Tiefe unter der Laufbahnoberfläche
1 annähernd gleicher Druck, der dann erst im Verlauf des Kurvenzugs 10' zum Kern
hin abfällt. Beim Anlassen wird dieser Druck in der äußersten Randzone bis auf die sich aus dem
Linienstück 10" ergebenden Werte abgebaut. Das Linienstück 10" beginnt nicht im Nullpunkt N des
Koordinatensystems, sondern bereits mit einem gewissen Vorspannungswert W auf der Abscissenachse.
Abgesehen von dieser für die Anwendung der Erfindung allerdings nicht unwichtigen Einzelheit ist
der Gesamtverlauf der sich aus den Abschnitten 10' und 10" ergebenden Kurve derart, daß er dem
Linienzug 10 der F i g. 1 und somit den Werten der zweckentsprechend einzuprägenden Eigenspannung
weitgehend angepaßt ist. Insbesondere weist er in erheblichem Abstand von der Laufbahnoberfläche 1
das Maximum 12' auf, von welchem ab er unter Überschneidung der Ordinatenachse K an der Stelle
16 zu ihr hin abfällt.
Das Verfahren nach der Erfindung ist auf alle übereutektoidischen ferromagnetischen Stähle anwendbar.
Dafür sind die nachstehenden Legierungen vorteilhaft:
Si
Mn
Cr
100 Cr 6
| IO | 0,95 bis 1,05 |
| 15 | 0,95 bis 1,05 |
| ao | 0,95 bis 1,05 |
| 0,15 | 0,25 | 1,40 | maximal |
| bis | bis | bis | |
| 0,35 | 0,40 | 1,65 | 0,025 |
100 CrMn 6
| 0,50 | 1,0 | 1,40 | maximal |
| bis | bis | bis | |
| 0,70 | 1,2 | 1,65 | 0,025 |
100 CrMo 6
| 0,20 | 0,60 | 1,60 | maximal |
| bis | bis | bis | |
| 0,40 | 0,80 | 1,80 | 0,025 |
maximal 0,025
maximal 0,025
maximal 0,025
Soll eine Rolle aus 100 Cr 6 der vorstehenden Zusammensetzung und von den Abmessungen 30 0
X 48 durchgehärtet werden, so wird sie in einer
as Spule von 40 0 X 75 induktiv erwärmt, indem man sie 116 Sekunden lang bei einer Feldstärke von
360 AW/cm einem Wechselfeld von 10 kHz aussetzt. Das Abschrecken erfolgt im Salzbald bei 160 bis
1700C mit anschließendem Abkühlen an Luft.
Durch die Wahl von Abschreckmitteln verschiedener Abschreckintensität besteht die Möglichkeit, von der
gleichen Austenitisierungsschwelle ausgehend verschiedene Spannungszustände einzufrieren.
Durch induktives Anlassen bei einer Feldstärke von 60 AW/cm und unter Anwendung einer Frequenz von 10 kHz wird nach 116 Sekunden der nach dem Abschrecken vorliegende Spannungsverlauf, wie er in Fig. 4 durch den Linienzug 14, 10' gekennzeichnet ist, zu dem endgültigen Kurvenverlauf 10", 10' abgeändert.
Durch induktives Anlassen bei einer Feldstärke von 60 AW/cm und unter Anwendung einer Frequenz von 10 kHz wird nach 116 Sekunden der nach dem Abschrecken vorliegende Spannungsverlauf, wie er in Fig. 4 durch den Linienzug 14, 10' gekennzeichnet ist, zu dem endgültigen Kurvenverlauf 10", 10' abgeändert.
Bei dem im vorstehenden geschilderten Verfahren ändert sich das Austenitisieren, Abschrecken und
Anlassen je nach dem Kohlenstoffgehalt des übereutektoiden Stahls, in welchem ein gewünschter
Spannungsverlauf erzielt werden soll. Da die Änderungen des spezifischen Volumens beim Härten und
beim Anlassen abhängig sind vom Kohlenstoff, der im Grundgitter gelöst ist, muß darauf geachtet werden,
daß beispielsweise bei einem Stahl mit einem Kohlenstoffgehalt von 1,5% während des Austenitisierens
mehr Carbide unaufgelöst zurückbleiben, d. h. ebenso viele Kohlenstoffatome im Grundgitter
gelöst werden, wie vergleichsweise in einem Stahl mit 1,0 oder 0,8% Kohlenstoff. Außerdem ist zu bedenken,
daß sowohl die Kontraktion in der ersten Anlaßstufe als auch die Dilatation in der zweiten
Anlaßstufe mit zunehmendem Kohlenstoffgehalt im Grundgitter wegen der damit verbundenen größeren
tetragonalen Verspannung und des höheren Rest-Austenitgehaltes größer werden.
Claims (3)
1. Verfahren zur Erhöhung der Lebensdauer von Wälzpaarungen aus übereutektoidem ferromagnetischem
Stahl, bei welchem wenigstens in einem ihrer Bestandteile durch Erwärmung auf eine im austenitischen Gebiet des Zustands-
909516/805
diagramms liegende Temperatur durch Abschrecken
und durch Anlassen Druckspannungen unter der Laufbahnoberfläche erzeugt werden, die den unter Belastung auftretenden Schubspannungen
entgegenwirken, gekennzeichnet durch die Herbeiführung eines ein Maximum
aufweisenden Eigenspannungsverlaufs in diesem Wälzpaarungs-Bestandteil, indem folgende
an sich bekannte Maßnahmen zur Anwendung gebracht werden:
a) eine höhere und gleichmäßigere Austenitisierung der Oberflächenzonen gegenüber
den darunterliegenden Schichten durch in-
10
duktives Erhitzen unter Ausnutzung des Skin-Effekts sowie anschließendes Abschrecken,
b) induktives Anlassen wiederum unter Ausnutzung des Skin-Effekts.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim Abschrecken der
Wälzpaarungs-Bestandteil in ein Salzbad von 160 bis 170° C getaucht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch seine Anwendung bei Zahnrädern
oder bei Walzen in Walzwerken für Bleche.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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|---|---|---|---|
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| DEK53604A DE1292696B (de) | 1964-07-29 | 1964-07-29 | Verfahren zur Erhoehung der Lebensdauer von Waelzpaarungen |
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