-
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung von Falschdraht
an Vorgarnen an Streichgarn-Spinnmaschinen mit zwei nebeneinanderliegenden, um im
wesentlichen vertikale Achsen rotierenden Drallorganen, zwischen denen das Vorgarn
hindurchgeht, von denen eines schwingbar montiert ist.
-
Aus der deutschen Patentschrift 40456 ist eine Spinnmaschine bekannt,
bei welcher die Verdichtung des Vorgarns mittels zweier gerändelter Scheiben erfolgt,
welche den Faden berührend zwischen ihre Ränder fassen und in übereinstimmendem
Drehungssinn rotieren, wobei ein Hebel beweglich angeordnet ist, wodurch die auf
ihm befindliche Scheibe vermittelst einer Feder sich immer mit gleichem, der Stärke
des Fadens entsprechenden Druck gegen den Faden anlegt. Die Vorrichtung ist nicht
sehr empfindlich gegen Querschnittsachwankungen des Fadens.
-
Eine ähnliche Vorrichtung ist aus der französischen Patentschrift
1222 032 bekannt, bei der aber keine Mittel vorgesehen sind, die gegen Schubschwankungen
des Fadens empfindlich sind. Außerdem erfordert sie eine außerordentliche Genauigkeit,
um eine gleichzeitige Einstellung der gesamten arbeitenden Teile zu erhalten.
-
Die Erfindung hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, die beiden Drallorgane
so anzuordnen, daß keine Störung im Falle einer Verdickung des Vorgarns eintritt.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Schwingachse
des einen Organs etwa horizontal und senkrecht zu der die beiden Rotationsachsen
enthaltenden Ebene steht, wobei Mittel zur Einstellung der kleinsten Distanz der
rotierenden Organe vorgesehen sind.
-
Gegenüber den bekannten Vorrichtungen hat die erfindungsgemäße Vorrichtung
den Vorteil, daß sie sehr empfindlich ist und leicht zu bauen ist, wobei nachteilige
Folgen, die sich aus Schwankungen des verarbeiteten Materials ergeben, vermieden
werden.
-
Wenn die Schwingungsachse der Einrichtung bzw. Einrichtungen, die
ein rotierendes Organ bzw. beide tragen, horizontal ist, wirkt eine derartige Einrichtung
als ein Pendel mit hoher Empfindlichkeit und der Möglichkeit, in irgendeiner gewünschten
Weise den Schub des aktiven Umfangs auf den Umfang des anderen rotierenden Organs
zu regeln. Das ist bei Feder- oder Gewichtsbelastung von um nicht horizontale Achsen
schwingbaren Einrichtungen nicht erreichbar.
-
Es kann auch das andere rotierende Organ schwingbar angeordnet sein
und das Antriebsriemchen für die Rotation der rotierenden und schwingenden Organe
in einer Bahn oder Nut geführt sein, die in einer senkrechten Ebene zur Rotationsachse
liegt und die Schwingachse enthält, und das Riemchen im wesentlichen koaxial zur
Schwingachse an den rotierenden Organen angreifen.
-
Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird das schwingende, rotierende
Organ durch ein Gegengewicht gegen eine Stellschraube gehalten, wobei der Abstand
des Organs von dem nicht schwingenden Organ durch Anlage der Schraube an eine Nase
einstellbar ist.
-
Vorteilhafterweise liegen die Bahn des Antriebsriemchens und die Schwenkachse
eines auf Spitzen schwingend gelagerten Rahmens in einer Ebene.
-
Es können symmetrische und symmetrisch einstellbare Anschlagmittel
zum Einstellen des kleinsten Abstandes zwischen den beiden rotierenden und schwingenden
Organen vorgesehen sein.
-
Nach einem besonderen Merkmal der Erfindung sind die Schwingachsen
der beiden rotierenden Organe parallel.
-
Die Erfindung wird an Hand der auf den Zeichnungen dargestellten beispielhaften
Ausführungsformen näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 eine Vorderansicht der Vorrichtung,
F i g. 2 eine Draufsicht, teilweise im Schnitt, F i g. 3 und 4 Schnitte gemäß III-III
und IV-IV der F i g. 1, F i g. 5 einen vertikalen Schnitt nach V-V der F i g. 2,
F i g. 6 eine Vorderansicht eines anderen Ausführungsbeispiels, teilweise im Schnitt,
F.ig.7 und 8 einen Schnitt nach VII-VII der F i g. 6 und einen Schnitt nach VIII-VIH
der F i g. 7, F i g. 9, 10 und 11 Anordnungen der Antriebsriemchen.
-
Gemäß F i g.1 bis 5 ist mit 1 ein Hauptträger für eine Vorrichtung
zur Erzeugung von Falschdraht gemäß der Erfindung bezeichnet. Auf diesem sind Antriebsmittel
eines Riemens 2 (die nicht sichtbar sind) vorgesehen und es ist weiter eine Umkehrrolle
3 für diesen Riemen vorgesehen, die vorteilhafterweise auf einer exzentrischen Hülse
4 montiert ist.
-
Auf der vorderen Seite 1 a des Trägers 1 ist ein Sitz für ein Stützorgan
5 vorgesehen, das vorn vorragt und mit einer Tragachse 6 versehen ist.
-
An dem unteren Teil der Tragachse 6 ist ein rotierendes kegelstumpfförmiges
kleines Organ 7 montiert, das mit einer Nut für den Riemen 2 versehen ist und unterhalb
dieser eine zweite Nut besitzt, in welche ein ringförmiger Vorsprung 8 a eines Organs
8 aus Gummi od. dgl. eingreift. Das Organ 8 hat einen vorspringenden Teil 8 b; der
den aktiven Umfang des rotierenden Organs 7, 8 darstellt. Die Stütze 5 hat eine
Bohrung 10, der mittels einer Leitung 11 Flüssigkeit zum Befeuchten des Vorgarns
S zugeführt wird. Die Flüssigkeit geht durch eine axiale Bohrung der Tragachse 6,
deren CSffnung durch ein Ventil 12 einstellbar ist, wodurch die Flüssigkeitsmenge
eingestellt und außerdem die anfängliche Einführung der Flüssigkeit erleichtert
wird. Ein Dichtungsring 13 schützt die nicht dargestellten Wälzlager des rotierenden
Organs 7, 8 gegen die Flüssigkeit.
-
Ebenfalls auf der vorderen Seite 1 a des Trägers 1 ist mittels der
Wälzlager 14 und 15 eine schwingende Einrichtung mit horizontaler Schwingachse 16
montiert (F i g. 4). Mit dieser Einrichtung ist eine orthogonale Achse 17 verbunden,
die in dergleichen Ebene liegt wie die Achse 6. Die Achse 17 ist in dieser Ebene
schwingbar. Auf der Achse 17 ist ein kegelstumpfförmiges Organ 18 drehbar gelagert,
das dem Organ 7 entspricht und mit einer Nut für den Riemen 2 versehen ist, wobei
außerdem mit dem Organ 18 ein Organ 19 aus Gummi kombiniert ist, das dem Organ 8,
8 b entspricht.
-
Das Organ 19 ist in dem vorstehenden aktiven Umfang nicht durchbohrt,
während das Organ 8, 8 b mit Bohrungen versehen ist, in die ein Docht eingeführt
werden kann, um Feuchtigkeit zu übertragen. Es können aber auch Gänge gebildet werden,
ohne Material von dem Gummi abzutragen, durch die die Flüssigkeit durch Zentrifugalwirkung
durchgeht. Das Organ 18,19 wird nicht mit Flüssigkeit versorgt.
Die
Ausrüstung, die das Organ 18 enthält, wird einem Torsionskräftepaar unterworfen
im Sinne des Pfeils f der F i g. 1 und 5, sei es durch die Wirkung eines Gegengewichts
20 oder durch die Wirkung der Komponente der Zugwirkung des Riemens 2 in
der Schwingebene der Achse der Achse 17.
-
Diese Komponente kann Null sein oder über eine entsprechende Lagerung
der Rolle 3 vorbestimmt sein und bei der Bestimmung dieses Schubs wird man auch
den Grad der Spannung des Riemens 2 berücksichtigen.
-
Der Abstand des rotierenden Organs 18 von dem Organ 7 ist durch Anlage
einer Schraube 23 an eine Nase 24 einstellbar, wobei das schwingende rotierende
Organ 18 durch ein Gegengewicht 20 gegen die Stellschraube 23 gehalten wird. Die
Einstellung erfolgt so, daß ein minimaler im voraus bestimmter und gewünschter Abstand
zwischen den aktiven Teilen der Organe 8 und 19 aufrechterhalten wird.
-
Mit der beschriebenen Anordnung erzielt man, daß augenblicklich und
zeitweise das Auseinandergehen der beiden rotierenden Organe im Fall einer Verdickung
des Vorgarnes S möglich wird ohne Unterbrechung oder jedenfalls ohne Schaden für
die Funktion der Vorrichtung zur Erzeugung von Falschdraht.
-
Gemäß F i g. 6 und 8 ist mit 31 eine Stütze bezeichnet, die ein Paar
von Jochen bildet, wobei der Steg oben liegt. Jedes dieser Joche bildet einen Sitz
31 a für eine Spitze 33 od. dgl. und auf der gegenüberliegenden Seite einen
Sitz für eine Schraube 32, in welcher ein Sitz für eine Spitze od. dgl. gebildet
ist, die zu der ersteren entgegengesetzt und koaxial ist. Auf den Spitzen 33 ist
ein Rahmen 34 gelagert, der einen Teil der schwingenden Ausrüstung jedes der beiden
rotierenden Organe bildet. Insbesondere bildet jeder Rahmen 34 einen Sitz 34 a und
34 b auf der Achse der rotierenden Ausrüstung jedes rotierenden Organs. Mit 35 ist
ein Kugellager bezeichnet, das in dem Sitz 34 a angeordnet ist und die untere Lagerung
bildet. Von dem oberen Sitz 34 b geht eine axiale Welle 36 aus für die rotierende
Einrichtung, zu der das Organ 37 gehört. An den unteren Enden des Organs 37 der
rotierenden Ausrüstung ist ein konischer Körper 38 montiert, der seinerseits
eine Hülse 39 trägt, die den ringförmigen aktiven Umfang des rotierenden Organs
bildet. Die Flüssigkeit wird mittels eines Stutzens 36 a aus einem kleinen flexiblen
Rohr 40 in die Bohrung der Achse 36 geführt, wobei ein Regulator 41 für den Auslaß
der Flüssigkeit vorgesehen ist. Die Flüssigkeit gelangt in den Hohlraum der aufgebrachten
Hülse 39, um dann über entsprechende Bohrungen 39 a nach dem aktiven Umfang dieser
Hülse zu gelangen. Statt der Bohrungen in der Hülse 39 kann auch für die Organe
39 ein poröses Material verwendet werden.
-
Gemäß F i g. 6 ist auch das andere rotierende Organ 38 schwingbar
angeordnet und das Antriebsriemchen 43 für die Rotation der rotierenden und schwingenden
Organe 38 ist in einer Bahn oder Nut 37 a geführt, die in einer senkrechten Ebene
zur Rotationsachse liegt und die Schwingachse enthält, und das Riemchen greift im
wesentlichen koaxial zur Schwingachse an den rotierenden Organen an.
-
Gemäß F i g. 9 (auch in F i g. 7 dargestellt), sind zwei Riemchen
43 vorgesehen. Bei dieser Anordnung der Antriebsriemchen können die Organe
18, 38 praktisch frei schwingen.
-
Gemäß F i g. 7 liegen die Bahn des Antriebsriemchens 43 und die Schwenkachse
eines auf Spitzen 33 schwingend gelagerten Rahmens 34 in einer Ebene.
-
In F i g. 9 werden die Riemchenpaare 43 durch entsprechende Rollen
46 umgelenkt, die eine feste Achse und einen größeren Durchmesser besitzen als die
Rollen 37 a. Rollen 48, die mit den Rollen 46 gekoppelt sind, werden durch Riemen
49 angetrieben. Gemäß F i g. 10 ist ein einziger Riemen 50 für die beiden Rollen
37 a vorgesehen, der durch eine Zwischenrolle 51 umgelenkt wird. Nach der F i g.
11 ist ein einziger flacher Riemen 52 für mehrere Paare von rotierenden, schwingenden
Organen vorgesehen, wobei er abwechselnd vor und hinter den Rollenpaaren 53 bzw.
53 a der danebenliegenden Einrichtung verläuft; ein flacher Riemen 52 kann
auch eine große Anzahl von Einrichtungen betätigen.
-
Die Befeuchtung, die über die Schläuche 40, die Durchgänge
in den Organen 36 und die Bohrungen 39 a od. dgl. erfolgt, kann auf ein einziges
der rotierenden Organe beschränkt oder auf beide ausgedehnt werden.
-
Gemäß F i g. 6 sind symmetrische und symmetrisch einstellbare Anschlagmittel
56 zum Einstellen des kleinsten Abstandes zwischen den beiden rotierenden
und schwingenden Organen 38 vorgesehen.
-
Die rotierenden schwingenden Organe sind sehr beweglich und ermöglichen
eine besonders vorteilhafte Bildung von Garnen, und zwar ohne Schäden in der Streckphase.