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Die Erfindung betrifft einen automatischen Zugregler, durch welchen
die Verbrennungsluftmenge von Feuerungen, beispielsweise eines Ofens, trotz schwankender
Schornsteinzugstärken konstant gehalten werden kann.
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Derartige Zugregler sind in verschiedenen Ausführungen bekannt, welche
jedoch entweder den Schwankungen der Zugstärke im Kamin nacheilen oder recht kompliziert
und platzaufwendig ausgebildet sind, was in vielen Fällen den Vorteil des sofortigen
Einstellens in die der geänderten Zugstärke entsprechende Lage wieder zunichte macht.
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Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, einen automatischen
Zugregler der eingangs genannten Art zu schaffen, welcher sich einmal sofort in
die der geänderten Zugstärke entsprechende Lage einstellt und zum anderen sehr einfach
ausgebildet isst, so daß neben relativ niedrigem Gestehungspreis keinerlei Zusatzkosten
durch Um- oder Einbauten an den vorhandenen Feuerungen entstehen. Ein derartiger
Zugregler muß derart beschaffen sein, daß er ohne besondere Kunstkniffe und ohne
besondere Fachkenntnisse an jede Feuerung angeschlossen werden kann.
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Zur Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung aus von einem automatischen
Zugregler, bestehend aus einem geschlossenen Gehäuse mit einer beispielsweise an
einen Ofen angeschlossenen Einlaßöffnung und einer gegenüberliegenden Auslaßöffnung
sowie mit einer an den Kamin angeschlossenen dritten öffnung, wobei in diesem geschlossenen
Gehäuse eine frei auf einer Achse drehbare Regelklappe angeordnet ist, welche sich
ständig in ihrer eigenen Ebene drehen kann und mit einem über die dritte Öffnung
einmal dem Unterdruck im Kamin und zum anderen dem atmosphärischen Druck ausgesetzten
Teil verbunden ist.
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Der große Nachteil eines derartigen bereits bekannten (österreichische
Patentschriften 179 400, 193106) automatischen Zugreglers ist jedoch sein recht
komplizierter Aufbau, so daß zwar der erste Teil der der Erfindung zugrunde liegenden
Aufgabe, nicht aber der zweite nicht minder wichtige Teil gelöst ist, d. h. der
einfache, preiswerte Aufbau und der-leichte Anbau an jeden Ofen. Zum Anbau dieses
bekannten Zugreglers an einen Ofen muß nämlich einmal der Aschenfall, durch den
hindurch die Verbrennungsluft in den Brennraum des Ofens eintritt, bis auf eine
an die Auslaßöffnung des Reglergehäuses anzuschließende Öffnung luftdicht abgeschlossen
werden und außerdem eine luftdichte Leitung von der erwähnten dritten Öffnung des
Reglcrgehäuses zum Kamin verlegt bzw. an .das Verbindungsrohr vom Ofenabzug zur
Kaminöffnung angeschlossen werden.
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Die Erfindung schafft hier in einfachster Weise dadurch Abhilfe, daß
der Zugregler dem Ofen nicht vorgeschaltet, d. h. an den Aschenfall angeschlossen
wird, sondern in das Verbindungsrohr vom Ofenabzug zur Kaminöffnung eingesetzt wird,
da sich keinerlei physikalische Begründung dafür findet, warum ein die Durchtrittsmenge
der Luft durch den Brennraum regelndes Organ vor der Lufteintrittsstelle angeordnet
sein muß, es sei denn, man befürchtet zerstörende Einflüsse der Abgaswärme auf das
Regelorgan. Dies ist jedoch einmal eine Frage der guten Wärmeausnutzung in einem
Ofen, die heute durch die modernen Öfen gut gelöst wird, und zum anderen eine ebenfalls
als gelöst anzusehende Werkstofffrage.
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In seiner Grundausbildung ist daher ein erfindungsgemäßer automatischer
Zugregler der letztgenannten Art dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaßöffnung des
Gehäuses unter Wegfall der dritten Öffnung direkt an den Kamin und die Einlaßöffnung
direkt an den Ofenabzug angeschlossen ist und daß das mit der Regelklappe verbundene
Teil ein Absperrglied des geschlossenen Gehäuses bildet.
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Nach einer Besonderheit der Erfindung ist ein automatischer Zugregler,
bei welchem das geschlossene Gehäuse zwei in geringem Abstand voneinander liegende
ebene Wände aufweist, in denen die Einlaß- und die Auslaßöffnung ausgebildet sind,
während das um die Achse verdrehbare Teil zwischen den beiden Wänden und in deren
Mittelpunkt angeordnet ist und ebenso breit ist wie der Innenabstand zwischen diesen
Wandungen und die Regelklappe am einen Ende dieses Teiles befestigt ist und an einer
dieser Wandungen anliegt, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden ebenen Wände kreisrund
sind und über eine bestimmte Bogenlänge ihres Umfanges durch einen entsprechend
gebogenen Mantelstreifen luftdicht miteinander verbunden sind, welcher am einen
Ende durch einen radial bis an die Achse des die Regelklappe tragenden Absperrgliedes
herangehenden, ebenfalls luftdicht mit beiden ebenen Wänden verbundenen Streifen
Verlängert ist.
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Als Gewichtsausgleich des Absperrgliedes gegenüber der einseitigen
Belastung durch die Regelklappe kann entweder eine Feder, ein eventuell einstellbares
Gegengewicht oder auch im gleichen Abstand vom Drehpunkt angesetzte Platte gleicher
Form und Abmessung am Absperrglied vorgesehen werden. Um bei schnell aufeinanderfolgenden
Druckschwankungen die Regelklappe vor Flatterbewegungen zu schützen, trägt das Absperrglied
einen der Mantelfläche des zylindrischen Reglergehäuses entsprechend gebogenen Streifen,
welcher je nach der Stellung des Absperrgliedes außen am offenen Bogenstück der
beiden ebenen Wände .Ader am Zylindermantel anliegt und gegebenenfalls perforiert
ist. Dadurch bildet sich ein Luftkissen -zwischen der radialen Gehäusewandung, dem
Absperrglied und diesem Streifenbogen, welches jegliche Flatterbewegung dämpft.
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Ein auf dem gleichen Erfindungsprinzip beruhender, jedoch etwas abgewandelter
Zugregler besteht im wesentlichen aus einem in das Verbindungsrohr zwischen dem
Ofenabzug und der Kaminöffnung einsetzbaren bzw. dieses Verbindungsrohr ersetzenden
Fahrstück und einem luftdicht aufgesetzten Gehäuse, in welchem eine luftdicht an
seinen Seitenwandungen anliegende; verschiebbare Regelklappe eingesetzt ist, welche
über geeignete Organe entsprechend dem Druckunterschied zwischen Ofenabzug und Kamin
das Rohrstück mehr oder weniger absperrt, wobei der durch diese Regelklappe vom
Rohrstück ständig abgeschlossene Innenraum des -Gehäuses mit der Außenluft in Verbindung
steht.
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Die auf die Regelklappe einwirkenden Organe können hier aus einem
Seilzug mit Gegengewicht oder aus einer direkt oder indirekt wirkenden Feder bestehen.
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Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Zugreglers besteht in
seiner völlig geräuschlosen Arbeitsweise, wobei durch seinen Einbau hinter dem
Ofenabzug
Heißluftverluste weitgehend ausgeschaltet werden können.
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Die Zeichnung stellt Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung
dar. Es zeigt F i g. 1 eine Vorderansicht eines automatischen Zugreglers gemäß der
Erfindung in geöffneter Stellung, F i g. 2 eine Seitenansicht des Reglers aus F
i g. 1, F i g. 3 eine Darstellung ähnlich F i g. 1, bei geschlossener Stellung des
Zugreglers, F i g. 4 eine Seitenansicht ähnlich F i g. 2 bei geschlossener Stellung
des Zugreglers, F i g. 5 ein praktisches Ausführungsbeispiel in Öffnungslage von
vorn gesehen, F i g. 6 den Regler aus F i g. 5 von oben gesehen, F i g. 7 den Regler
aus F i g. 5 in Seitenansicht, F i g. 8 einen Schnitt längs der Linie VIII-VIII
durch F i g. 7, F i g. 9 und 10 die gleichen Schnitte wie F i g. 8 bei halbgeschlossenem
Regler, F i g. 11 eine in bezug auf die Ausführung nach F i g. 5 bis 10 abgeänderte
Ausführungsform mit verbessertem Ausgleich der Regelklappe, F i g. 12 und 13 eine
weitere Abwandlung in geöffneter bzw. geschlossener Stellung.
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Wie in F i g. 1 bis 4 dargestellt, besteht der automatische Zugregler
gemäß der Erfindung hauptsächlich aus einem Gehäuse 1, welches einerseits über eine
Leitung 2 direkt mit dem Kamin in Verbindung steht und andererseits mittels eines
Rohres 3 direkt an den Ofenabzug angeschlossen werden kann. Im Gehäuse 1 ist eine
frei drehbare Klappe 4 vorgesehen, welche die Öffnung 2 teilweise oder völlig verschließen
bzw. öffnen kann und welche sich jeweils in ihrer eigenen Ebene, d. h. parallel
zur Öffnung der Leitung 2, bewegt.
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Diese Regelklappe 4 schließt das Gehäuse 1 während ihrer Bewegung
ständig gegenüber der Raumluft ab. Vorzugsweise sitzt die Regelklappe auf einem
Arm 5, der um eine Achse 6 verschwenkt werden kann, wobei dieser Arm das Gehäuse
1 gegenüber der Außenluft geschlossen hält.
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Bei -dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 5 bis 10 weist das Gehäuse
1 zwei kreisrunde ebene Wände 7 und 8 auf, die an ihrem Umfang auf einer gewissen
Bogenlänge durch einen zylinderförmig gebogenen Streifen 9 luftdicht miteinander
verbunden sind, welcher am einen Ende einen geraden Streifen 10 trägt, der radial
zur Achse 6 verläuft und ebenfalls mit den Wänden 7-8 luftdicht verbunden ist.
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Die Rohre 2 und 3 sind in die Wände 7 und 8 luftdicht eingesetzt und
stehen über das so gebildete Gehäuse 1 miteinander in Verbindung.
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Im Mittelpunkt der kreisrunden ebenen Wände 7 und 8 sitzt die erwähnte
Achse 8, auf welcher ein Absperrglied in Form eines Materialstreifens 11 frei drehbar
angeordnet ist. Dieses Absperrglied 11 ist nahezu ebenso breit wie der Innenabstand
der beiden parallelen Wände 7 und 8, wobei sein eines Ende an der Innenwand des
gebogenen Streifens 9 anliegt, während das andere Ende über diesen Zylindermantel
hinausragt.
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Dieses überstehende Teil des Absperrgliedes 11 ist ein wenig verschmälert
und trägt ein Gegengewicht 12, welches auf dem verschmälerten Ende
13 verschoben und an jeder erwünschten Stelle, z. B. mittels einer Klemmschraube
14 festgesetzt werden kann.
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Das Absperrglied 11 trägt die Regelklappe 4, welche derart an seinem
einen Ende befestigt ist, daß sie an der Wand 7 anliegt. Durch diese Regelklappe
kann das Rohr 2 teilweise oder völlig abgeschlossen bzw. geöffnet werden; die Endstellungen
des Absperrgliedes 11 bzw. der Regelklappe 4 werden einerseits durch die Radialwand
10 und andererseits durch das freie Ende 15 des Zylindermantels 9 bestimmt.
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Unter normalen Umständen wird das Gegengewicht 12 der Regelklappe
4 so eingestellt, daß diese nur dann in Bewegung kommt, wenn der Unterdruck 2 mm
unter Atmosphärendruck liegt.
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Die Wirkung der beschriebenen Vorrichtung ist sehr einfach: Bei mildem
Wetter soll die Klappe sich in der in F i g. 8 dargestellten Stellung befinden,
wobei der Unterdruck von 2 mm für diese Stellung bestimmt ist.
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Ein Ölofen od. dgl. arbeitet bei diesem Wert mit normaler Verbrennung.
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Wenn der Wind sich erhebt, steigt der Unterdruck im Kamin an, wodurch
im Gehäuse 1 und dem Rohr 3 bzw. im Ofen ebenfalls ein Unterdruck herrschen würde,
der für die saubere Wirkung der Ölbrenner zu hoch ist. Da aber der Unterdruck über
dem Absperrglied 11 größer wird, während darunter der normale Atmosphärendruck herrscht,
ruft dieser Druckunterschied eine Verdrehung des Absperrgliedes 11 um die Achse
6 und eine Verschiebung der Regelklappe 4 hervor, bis das Gleichgewicht, d. h. der
Unterdruck von 2 mm im Gehäuse 1, wiederhergestellt wird.
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Bei der schematischen Darstellung nach F i g.1 bis 4 wird dieses Gleichgewicht
durch das Gewicht der Regelklappe selbst erzielt.
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In der praktischen Ausführung nach F i g. 5 bis 10 wird dieses Gleichgewicht
jedoch mit Hilfe des verschiebbaren Gegengewichts eingestellt, wobei dieses auch
auf beliebige andere Werte des Unterdrucks ein-bzw. nachgestellt werden kann. Bei
stürmischem Wetter entsteht im Kamin ein verhältnismäßig großer Unterdruck, wobei
die Regelklappe 4 sogar völlig geschlossen werden kann, wie es in F i g. 10 dargestellt
ist.
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Auf diese Weise erhält man einen automatischen Zugregler, bei welchem
die Reglerklappe 4 die Öffnung des Kamins jeweils sogar so weit abschließt daß im
Reglergehäuse ein Unterdruck von etwa 2 mm Wassersäule aufrechterhalten wird, und
wobei diese Klappe nur in ihrer eigenen Ebene verschoben werden kann.
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Um in gewissen Fällen eine glattere Bewegung des Reglers zu erzielen,
wird auf dem Absperrglied 11 zusätzlich ein zylindrisch gebogener Streifen 16 angeordnet,
der auf der Außenwand des Zylindermantels 9 gleiten kann.
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Bei kleinen Unterdruckwerten ergibt sich sodann ein Luftkissen zwischen
dem Radialstreifen 10, dem Absperrglied 11 und diesem zusätzlichen Streifen
16, welches dafür sorgt, daß bei schnell aufeinanderfolgenden Druckschwankungen
die Regelklappe 4
nicht flattert.
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Das durch Anordnung des Streifens 16 hervorgerufene Luftkissen wirkt
also wie eine Art Bremse. Selbstverständlich muß Vorsorge getroffen werden, damit
die eingeschlossene Luft, wenn auch langsam, entweichen kann, indem man beispielsweise
diesen Streifen 16 mit kleinen Löchern versieht.
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F i g. 11 stellt eine abgeänderte Ausführung dar, wobei das Absperrglied,
das an einem Ende die
Regelklappe 4 trägt, am entgegengesetzten
Ende ein zusätzliches Gegengewicht 17 in der gleichen Form und mit dem gleichen
Gewicht wie diese Klappe 4 trägt, wobei auch der Abstand zwischen Schwerpunkt und
Drehachse 6 für beide Teile gleich ist.
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Auf diese Weise erzielt man einen genaueren Ausgleich des Absperrgliedes,
was besonders wichtig ist, wenn die Regelklappe 4 über die Vertikale A-B hin--ausschwenkt.
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Statt einer Drehbewegung kann der erfindungsgemäße automatische Zugregler
auch eine geradlinige Wechselbewegung oder andersartige Bewegungen ausführen, unter
der Bedingung, daß die Regelklappe in oder parallel zu ihrer Ebene verschoben wird.
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Ein Zugregler mit geradliniger Wechselbewegung ist in F i g. 12 und
13 schematisch dargestellt.
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Hierbei besteht das Gehäuse 1 aus einem seitlich bzw. von oben her
auf eine Verbindungsleitung zwischen den Rohren 2 und 3 luftdicht aufgesetzten,
vorzugsweise zylindrischen Rohrstück 18, in welchem eine an seinen Seitenwandungen
anliegende Regelklappe 19 verschiebbar eingesetzt ist. Letztere wird über
ein Seil oder Kabel 20, das über Seilscheiben 21
und 22 läuft, mit
einem Gegengewicht 23 verbunden und der Innenraum 24 oberhalb der Klappe steht direkt
mit der atmosphärischen Außenluft in Verbindung.
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Die Wirkung dieses Zugreglers ist die gleiche wie im vorigen Beispiel.
Auch hier wird durch die zusammengesetzte Wirkung des im Gehäuse 1 bzw. in
der Leitung 3 herrschenden Unterdrucks, des Atmosphärendrucks im Raum 24 und des
Gegengewichts 23 der Unterdruck im Rohr 2 immer konstant gehalten. Selbstverständlich
ist es auch möglich, das Gegengewicht 12 bzw. 23 durch eine Feder
oder eine ähnliche Vorrichtung zu ersetzen.
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Der erfindungsgemäße Zugregler genügt auch im Fall eines Rückschlages
allen Anforderungen. In diesem Fall wird durch die Wirkung des dabei auftretenden
Unterdrucks die Kaminöffnung automatisch völlig geöffnet.
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Der erfindungsgemäße Zugregler könnte auch mit Vorteil in Lüftungsanlagen
für Tunnels verwendet werden, um bei starkem Verkehr die Lüftung zu verstärken und
auf einer gewissen Länge eine gleichmäßige Lüftung zu erzielen.