-
Die Erfindung bezieht sich auf ein hydraulischmechanisches Gestänge
zur Betätigung eines Maschinenelements, beispielsweise für die Steuerung einer Schleifmaschine,
mit einem pockenbetätigten Geberkolben, der über eine Flüssigkeitssäule eines abgeschlossenen
hydraulischen Systems gegen eine Rückstellkraft ein mit dem Maschinenelement verbundenes
Empfängerglied, z. B. seinen Kolben oder den beweglichen Teil einer ausdehnbaren
Kammer, verschiebt.
-
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, ein hydraulisch
mechanisches Gestänge zu schaffen, bei dem durch konstruktiv einfachste Mittel die
Phasenlage des Hubs des Nehmerkolbens gegenüber dem Hub des Geberkolbens sowohl
beim Arbeits- als auch beim Rückhub unterschiedlich einstellbar ist.
-
Diese Aufgabe wird durch folgende Merkmale gelöst: a) An die Flüssigkeitssäule
ist zur Ausführung eines Leerhubs ein Behälter mit einstellbarem Verdrängervolumen
angeschlossen, dessen beweglicher Wandteil entgegen einer zur Rückführung dienenden
Vorspannkraft bis zu einem festen einstellbaren Anschlag verschiebbar ist.
-
b) Das Verdrängervolumen des Geberkolbens ist größer als das Verdrängervolumen
des Nehmerkolbens bei dessen maximal eingestelltem Hub, und es ist eine Volumenausgleichseinrichtung
vorgesehen, die das überschußvolumen aufnimmt und beim Rückhub des Geberkolbens
wieder einspeist.
-
c) Die von dem Arbeitsdruck auf den beweglichen Teil des Behälters
ausgeübte Kraft ist verschieden von der Vorspannkraft des beweglichen Wandteils
des Behälters.
-
Es ist bereits bekannt (deutsche Patentschrift ß66120), ein hydraulisch
mechanisches Gestänge mit einem Zusatzbehälter mit veränderbarem Verdrängervolumen
zur Ausführung eines Leerhubs zu versehen, wobei durch die Einstellung der Größe
des Leerhubs die Größe des korrespondierenden Hubs des Nehmerkolbens veränderbar
ist. Bei diesem bekannten Getriebe läßt sich aber lediglich die Größe des Hubs des
Nehmerkolbens regeln, während eine Möglichkeit, auch dessen Phasenlage als Regelgröße
zu beeinflussen, nicht besteht.
-
Weiterhin ist ein hydraulisch-mechanisches Gestänge bekannt (USA.-Patentschrift
2 092 721), bei dem das Verdrängervolumen des Geberkolbens größer ist als das Verdrängervolumen
des Nehmerkolbens und das überschußvolumen beim Arbeitshub in einen Ausgleichsbehälter
abgegeben und beim Rückhub wieder eingespeist wird. Doch besteht auch bei dieser
Vorrichtung keine Möglichkeit zur Veränderung der Phasenlage des Nehmerkolbens oder
dessen Hubgröße, vielmehr ist dieses bekannte mechanisch-hydraulische Gestänge bewußt
darauf abgestellt, unter allen Umständen eine konstante Hubgröße und Phasenlage
zu gewährleisten.
-
Um eine Verschiebung der Phasenlage zwischen dem Geber und dem jeweils
eingeschlossenen Maschinenelement zu erreichen, bot sich bei den bekannten hydraulisch-mechanischen
Gestängen bisher nur die Möglichkeit an, die die Geberkolben bewegenden Nockenscheiben
auf ihrer Antriebsachse zu verdrehen, was umständlich ist und ohne Beachtung größter
Sorgfalt auch nur eine ungenaue Einstellung erbringt. Demgegenüber bietet die erfindungsgemäße
Merkmalskombination eine unerwartete und vorteilhafte technische Lösung der Erfindungsaufgabe,
insbesondere weil durch sie auf einfachste Weise die Möglichkeit geschaffen wird,
die Phasenlage des Nehmerkolbens gegenüber dem Geberkolben sowohl beim Arbeits-
als auch beim Rückhub nach Wunsch mit beliebiger Genauigkeit verstellen zu können,
wobei das wichtigste Merkmal des mechanisch-hydraulischen Gestänges erhalten bleibt,
nämlich die Gewährleistung eines mit Sicherheit vollständigen Hubs des Nehmerkolbens.
-
In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung können auch mehrere Flüssigkeitssäulen
verschiedener abgeschlossener Systeme vorgesehen sein, die mehrere Maschinenelemente
bewegen, wobei der Behälter mit einstellbarem Verdrängervolumen nur in mindestens
einer dieser Flüssigkeitssäulen vorhanden zu sein braucht. Auch können allein für
die Rückstellung der Maschinenelemente mehrere unter Druck stehende Flüssigkeitssäulen
vorgesehen sein, von denen auch nur eine einen Behälter mit einstellbarem Verdrängervolumen
aufzuweisen braucht. Schließlich kann eine vorteilhafte Ausgestaltung des Erfindungsgegenstands
zur Ermöglichung eines schrittweisen Vorschubs des - Maschinenelements noch darin
bestehen, daß eine Nockenscheibe zur Betätigung des Geberkolbens Kurvenbahnen für
drei Bewegungsstellungen des Maschinenelements sowie zur Vermeidung einer Bewegung
des Maschinenelements eine dazwischenliegende Kurvenvertiefung aufweist und daß
der Behälter mit einstellbarem Verdrängungsvolumen mit einer Einstellvorrichtung
zur Einstellung des Bewegungswegs des Maschinenelements im Verhältnis zur Lage der
Kurvenvertiefung versehen ist.
-
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand von
Zeichnungen beschrieben. Es zeigt F i g.1 eine schaubildliche Darstellung eines
erfindungsgemäßen hydraulisch-mechanischen Gestänges, F i g. 2 eine vergrößerte
Teilansicht eines Schleifscheibenausschnitts mit eingezeichnetem Arbeitsweg eines
Werkstücks, F i g. 3 ein Zeitdiagramm eines Zweiges des in F i g. 1 dargestellten
Systems, F i g. 4 ein Zeitdiagramm eines anderen Zweiges des in F i g. 1 dargestellten
Systems, F i g. 5 eine vergrößerte Ansicht eines im Hinblick auf eine bestimmte
Arbeitsweise angeordneten Phasenverstelleinrichtung, im Schnitt längs der Linie
5-5 in F i g. 6, F i g. 6 eine Endansicht der in F i g. 5 dargestellten Anordnung
und F i g. 7 eine Teilansicht entsprechend F i g. 5, bei der die Teile im Hinblick
auf eine andere Arbeitsweise angeordnet sind.
-
In F i g.1 ist eine von einem geeigneten, nicht dargestellten Hauptantrieb
angetriebene, für aufeinanderfolgende Arbeitskreisläufe eine volle Umdrehung bzw.
einen ganzen Teil derselben ausführende Steuerwelle 10 dargestellt, an der eine
Mehrzahl von Nockenscheiben 12 a, 12 b, 12 c, 12 d, 12 e
usw. fest angebracht
ist. Auf entgegengesetzten Seiten der Steuerwelle 10 sind abwechselnd zugehörige,
an Geberkolben 16 a bis 16 d angeschlossene Kurvenabtaster
14a
bis 14d vorgesehen. Die Geberkolben bewegen sich in Zylindern 18 a bis 18
d, die in dem die Steuerwelle 10 einschließenden Gehäuse 20 ausgebildet sind.
An die Kopfenden der Zylinder 18 sind ein kombiniertes Ablaß-Wiederauffüll-Ventil
und je ein Verbindungsstück 24 angeschlossen, an welchen eine Flüssigkeitsleitung
befestigbar ist. Die Kopfenden der Zylinder 18 laufen in Behälter 22 a bis
22 d aus, wobei diese bis auf den Behälter 22 e durch einen beweglichen Wandteil
in Form eines Kolbens 40 ein einstellbares Verdrängervolumen aufweisen.
-
Die Ausbildung des einstellbaren Verdrängervolumens ist in den F i
g. 5 und 6 dargestellt. Ersichtlicherweise weist der Behälter 22 a, 22 b
und 22 d
eine zum Verbindungsstück 24 hin offene Bohrung 28 und ein
Gehäuse 26 auf mit einer entsprechenden, auf die Bohrung 28 ausgerichteten Bohrung
30 gleichen Durchmessers. In den Bohrungen 28 und 30 ist eine aus einer Zylinderbüchse
34 mit großem Durchmesser und einer Zylinderbüchse 36 mit kleinem Durchmesser bestehende
Hülse 32 vorgesehen, die mit Hilfe O-förmiger Dichtringe 38 in ihren Bohrungen eingedichtet
sind. Der bewegliche Wandteil bzw. der Kolben 40 ist ein Differentialschwimmkolben,
der gleitend verschiebbar in den Zylinderbüchsen 34 und 36 angeordnet und mit Hilfe
einer Lippendichtung 42 gegen diese abgedichtet ist. Diese Büchsen
34
und 36 können innerhalb der Bohrungen 28 und 30 entweder dauerhaft
befestigt (z. B. angeschweißt) oder darin lediglich austauschbar festgeklemmt sein.
-
Die Büchse 36 weist eine den Teil des Kolbens 40
mit kleinem
Durchmesser abdichtende Lippendichtung 44 auf. Das linke Ende der Bohrung 30 ist
zwecks Begrenzung des Linkshubs des Kolbens 40
durch eine einen mit Gewinde
versehenen, verstellbaren Anschlagkolben 48 tragende Wand 46. abgeschlossen,
während die gemäß F i g. 6 unrunden öffnungskanten 50 den entgegengesetzten Hub
des Kolbens 40 begrenzen. Im Gehäuse 26 ist eine mit dem dünnen Ende des Kolbens
40 in Verbindung stehende Leitung 52 sowie ein Entlüftungsventil 54 vorgesehen,
mit dessen Hilfe Luft aus dieser Kammer abgelassen werden kann.
-
Das Ablaß- und Wiederauffüllventil weist eine in einer lotrechten
Bohrung in dem Behälter 22 befestigte Muffe 51 auf, die mit Hilfe einer Feder 57
gegen den Sitz 53 eines Ablaßventils 55 gedrängt wird. In das obere Ende der Muffe
51 ist eine an ihrem oberen Ende ein Entlüftungsventil 61 aufweisende verstellbare
Schraube 59 eingeschraubt. Das Ablaßventil 55 besitzt an seinem unteren Ende einen
durch ein federbelastetes Wiederauffüllventil65 abgeschlossenen Durchlaß 63. Am
oberen Ende des Ablaßventils 55 ist ein zwecks Führung und Dämpfung der lotrechten
Ventilbewegung in einer Zylinderkammer 69 gleitender Kolben 67 vorgesehen. Das Innere
der Muffe 51 ist oberhalb des Sitzes 53 über einen Durchlaß 71 mit dem Inneren eines
Vorratsbehälters verbunden.
-
Bei der in F i g. 1 dargestellten typischen Anwendung des vorbeschriebenen
Systems bewegt der Geberkolben 16 a den Tisch einer Rundschleifmaschine, um das
Werkstück über die Schleifradfläche zu führen, wobei der Geberkolben 16 c das Werkstück
in Richtung seiner Achse auf das Schleifrad zu- und von diesem wegbewegt, während
der Geberkolben 16 b einen fertige und unfertige Werkstücke zwischen einzelnen Schleifarbeitsgängen
selbsttätig handhabenden Zu- und Abführarm bewegt.
-
Das eine Ende einer Leitung 56 ist mit dem Verbindungsstück 24 a verbunden,
während ihr anderes Ende an das Kopfende des Zylinders 58 angeschlossen ist. Auf
diese Weise bilden die Leitung 56, der Geberkolben 16 a und das Gehäuse 26 a eine
geschlossene Flüssigkeitssäule. Als Empfänger kann ein herkömmlicher, bei 60 schwenkbar
am Maschinenfundament gelagerter hydraulischer Zylinder mit einem Kolben 62 dienen,
dessen Kolbenstange 64 an ihrem Ende schwenkbar am Schleifmaschinenarbeitstisch
66 gelagert ist. Dieser Tisch ist in geeigneter, nicht dargestellter Weise so gelagert,
daß er unter der Wirkung einer Steuerkurve 68 eine Kreisbewegung ausführen
kann. Einstellbare Anschläge 70 und 72 begrenzen den Tischhub nach beiden Seiten.
-
Auf dem Tisch 66 ist eine mit einer Spindel und einem Spannkopf 76
versehene Spindelanordnung 74
starr befestigt, wobei der Spannkopf 76 mit
einem im Spindelgehäuse vorgesehenen Zylinder 80 hin- und hergehenden Kolben 78
versehen ist. Das obere Ende des Zylinders 80 ist über eine Leitung 82 mit der Öffnung
24 c verbunden. Auf diese Weise bilden die übertrager 16 c, der Kolben 78, der Zylinder
80 und die Leitung 82 eine weitere geschlossene Flüssigkeitssäule.
-
Der Spannkopf 76 führt ein Werkstück 84 in eine Stellung, in der es
über die Rundfläche einer torusförmigen Schleifscheibe 86 hinwegläuft, die einen
groben Abschnitt 88 und einen für einen später zu beschreibenden Zweck mit einer
Schulter 92 versehenen feinen Abschnitt 90 aufweist.
-
Die Spindelanordnung 74 ist ebenfalls, und zwar in Endansicht im rechten
Teil der F i g. 1 dargestellt und steht mit einem bei 96 am Gehäuse 98 gelagerten
Zuführarm 94 in Verbindung, der zwischen zwei einstellbaren Anschlägen
100 und 102 hin- und herschwenkbar ist und an seinem äußeren Ende
zwei ein fertiges bzw. ein noch zu bearbeitendes Werkstück aufnehmende zylindrische
Taschen 104 und 106 aufweist. Die Betätigung des Arms 94 erfolgt mit Hilfe eines
mit einer Zahnstange 110 im Eingriff stehenden Ritzels. Die Zahnstange 110 sitzt
auf einem in einem Zylinder 114 hin- und hergehenden doppeltwirkenden Kolben 112.
Eine am unteren Ende des Zylinders 114 vorgesehene Verbindung 116 ist über eine
Leitung 118 an die Öffnung 24 b angeschlossen. Auf diese Weise wird
eine dritte, den Geberkolben 16 b, des Gehäuse 26 b und den Zylinder 114 einschließende
Flüssigkeitssäule gebildet.
-
Da die einzelnen Geberkolben 16 nur einfach wirken, ist ein eine nachgiebige
Rückstellkraft auf alle Empfänger ausübendes Mittel vorgesehen, um die Maschinenelemente
in ihre Ausgangslage zurückzuverlagern und die Kurvenabtaster 14 dauernd gegen ihre
zugehörigen Steuerkurven zu drängen. Zweckmäßigerweise wird hierfür ein in F i g.
1 durch einen Kreis mit eingefügtem A gekennzeichnetes, hydraulisches Speichersystem
benutzt, in dem Öl unter einem vorgegebenen Druck gehalten wird. Selbstverständlich
können jedoch die verschiedenen in F i g. 1 dargestellten Kreise durch einen an
alle Öffnungen, nämlich an die Öffnungen 120 am unteren Ende des Zylinders 80, die
Öffnungen 122 am oberen Ende des Zylinders 114, die Öffnungen 124 am Stangenende
des Zylinders 58 und die Öffnungen 52 a, 52 b und 52 d angeschlossenen
gemeinsamen
Speicher ersetzt werden. Auf diese Weise werden alle
als Empfänger dienende Arbeitszylinder entgegen der Wirkung ihrer zugehörigen Geberkolben
vorgespannt.
-
Gemäß F 1 g. 5 ist das Gehäuse 26 a so angeordnet, daß die große Fläche
des Kolbens 40 der Wirkung des Geberkolbens und seine kleine Fläche dem Belastungsdruck
des Speichers ausgesetzt ist. Das Gehäuse 26 b ist gemäß F i g. 7 entgegengesetzt
angeordnet.
-
Vor Inbetriebnahme werden alle Flüssigkeitssäulen mit Öl gefüllt und
gut entgast. Durch Drehung der Steuerwelle 10 werden die Kurvenabtaster 14 entsprechend
der Form der zugehörigen Nockenscheiben aus- und einwärts bewegt, die so eingerichtet
sind, daß sie die gewünschte Bewegung der Geberkolben zuzüglich eines geringen Überschusses
hervorbringen. Dabei ist die den Geberkolben 16 c und seine zugehörige Flüssigkeitssäule
steuernde Nockenscheibe so eingerichtet, daß der Geberkolben 16 c nur ein wenig
weiter als der Kolben 78 verlagert wird.
-
Das Ablaß- und Wiederauffüllventil gestattet bei Beendigung des Auswärtshubs
des Geberkolbens 16 c, d. h., wenn der Kolben 78 am unteren Ende des Zylinders 80
anstößt, ein Ablassen dieses überschusses, sofern von einem kleinen, möglicherweise
aufgetretenen Leckverlust abgesehen wird. Während des einwärts gerichteten Rückhubs
des Geberkolbens 16 c treibt der an der Öffnung 120 liegende Speicherdruck den Kolben
78 aufwärts und hält den Kurvenabtaster 14 c so lange mit der Nockenscheibe 12 c
in. Berührung, bis der Kolben 78 am oberen Ende des Zylinders 80 anschlägt. In diesem
Augenblick öffnet sich das Wiederauffüllventil, so daß das unter einem geringen
Überdruck stehende Öl des Wiederauffüllvorrats in die Flüssigkeitssäule eintreten
und den Geberkolben 16 c in seine durch den untersten Punkt der Steuerkurve festgelegte
am weitesten zurückgezogene Stellung zurückdrängen kann.
-
Die Nockenscheiben 12 a und 12 b bewegen ihre zugehörigen Geberkolben
derart, daß sie nicht nur einen Ablaß- und Wiederauffüll-Überschußhub, sondern auch
einen den Kolben 40 des Verdrängungsvolumens während seines vollen Hubs betätigenden
Überschußhub ausführen. Da die kleine Fläche des Kolbens 40 unter Speicherdruck
steht und sein Flächenunterschied größer als der Flächenunterschied beim Kolben
62 ist, wird der Kolben 40 unter der Wirkung des ersten auswärts gerichteten Hubs
des Geberkolbens 16 a gemäß F i g. 1 von rechts nach links verlagert. Hat der Kolben
40 seine durch den einstellbaren Anschlagkolben 48 begrenzte äußerste Linkslage
erreicht, bewirkt eine weitere Verlagerung von Flüssigkeit mit Hilfe des Geberkolbens
16 a eine Bewegung des Kolbens 62. In diesem Augenblick ; fängt der
Tisch 66 an, sich nach links zu bewegen und dabei das Werkstück 84 über die Arbeitsfläche
der Schleifscheibe 86 hinweglaufen zu lassen. Diese Bewegung wird bis zum Erreichen
einer Stelle kurz hinter der Schulter 92 fortgesetzt. Die Steuerkurven sind zeitlich
so aufeinander abgestimmt, daß der Einwärtshub des Geberkolbens 16 c zu einem Zeitpunkt
kurz vor dem In-Berührung-Kommen des Werkstücks mit der Schulter 92 des Schleifrads
einsetzt. Da dem Geberkolben 16 c kein Behälter mit einstellbaren Verdrängervolumen
zugeordnet ist, setzt sich der Kolben 78 sofort in Aufwärtsbewegung und zieht dabei
das Werkstück vom Schleifrad zurück. Die Nockenscheiben 12 a und 12 c sind so geformt,
daß sich das Werkstück auf einem aus der Vorschubbewegung längs der Schleifscheibe
und der Fortbewegung längs der Schleifscheibe resultierenden, in F i g. 2 durch
die gestrichelte Linie 126 angedeuteten Weg bewegt. Hierdurch trifft die Kante des
zylindrischen Werkstücks 84 an einer vorgegebenen Stelle, beispielsweise bei 128,
auf die Schulter 92 auf und wird, wie bei 130 dargestellt ist, abgeschrägt.
-
Normalerweise wird nur eine ganz kleine, die Kante lediglich zwecks
Vermeidung von Graten »brechende« Schrägung vorgesehen, deren Betrag davon abhängt,
ob der Weg 126 der Werkstückkante die Schulter 92 an einer höher oder tiefer gelegenen
Stelle schneidet, wie beispielhaft durch die eine zweite Möglichkeit angebende gestrichelte
Linie 132 angedeutet ist. Sind die Kolben 78 und 62 der Empfänger zeitlich so aufeinander
abgestimmt, daß der Spannkopf 76 seinen Rücklauf beginnt, wenn der Kolben 62 das
Werkstück bis zum Funkt 134 vorgerückt hat, schlägt das Werkstück den Weg 126 ein,
Soll das Werkstück jedoch mit einer größeren Schrägung versehen werden, muß der
Vorbeilauf am Schleifrad phasenmäßig so vorverlegt werden, daß das Werkstück beim
Einsetzen des Zurückziehens den Punkt 136 erreicht. Da diese Einstellung häufig
beim Nacharbeiten der Schleifscheibe erneuert werden muß, kann hierfür ein geeignetes
Mittel, beispielsweise der Anschlagkolben 48, vorgesehen werden.
-
Das Verfahren zur gegenseitigen Phaseneinstellung der Kolben 78 und
62 läßt sich am besten an Hand des Diagramms in F i g. 3 verstehen. In Richtung
der Abszisse 138 ist eine von einem Teil der Steuerwellenumdrehung dargestellte
Zeitspanne aufgetragen, die einem vollständigen Aus- und Zurückhub des Geberkolbens
16 a entspricht. Die drei lotrechten Abschnitte oberhalb der Linie 138 entsprechen
den drei Verlagerungsstellungen des Geberkolbens 16 a, nämlich Kolbenantrieb des
Empfängers, Aufnahme durch das Verdrängervolumen und Ablaß durch das Ablaßventil,
während unterhalb der Nullinie im rechten Teil des Diagramms die drei Stellungen
angegeben sind, aus denen Rücköl in den Geberkolben 16 a zurückfließen kann, nämlich
Rückkehr vom Kolben des Empfängers, Rückstellung des Verdrängervolumens und Wiederauffüllung
durch das Auffüllventil.
-
Die Schemadarstellung sei nunmehr, und zwar beginnend am linken Ende
desselben, genauer erläutert. Die erste Verlagerung des Geberkolbens 16 a wird an
das Verdrängervolumen weitergegeben. Dabei deutet die Schräglinie 140 an, daß der
Grad der Verlagerung in gewissen Grenzen änderbar ist, und die entsprechende Schräglinie
142 kennzeichnet den Einsatzpunkt der Antriebswirkung. Da dieser Antrieb bei einer
vorgegebenen Einstellung der Anschläge 70 und 72 genau die Länge des Hubs oder der
Verlagerung des Kolbens 62 des Empfängers hat, wird das durch das Auftreffen des
Tisches 66 auf den Anschlag 72 festgelegte Ende des Antriebsschrittes durch eine
parallele Schräglinie 144 angegeben. Der Rest des Geberkolbenhubs rechts von der
im oberen Mittelteil des Diagramms eingezeichneten Schräglinie 145 dient zum überlaufenlassen
von Öl durch das Ablaßventil.
-
Die gestrichelte Linie 146 und die strichpunktierte Linie 148 geben
je einen geschlossenen Arbeitskreislauf des Verdrängervolumens an, und zwar entspricht
die
Linie 146 der Einstellung eines kurzen und die Linie 148 der Einstellung eines langen
Hubs, wobei die Doppelpfeile 150 bzw. 152 den zugehörigen Kolbenhub des Empfängers
angeben. Es sei angenommen, daß der Kolben 78 am Punkt 147 mit dem Zurückziehen
der Spindenanordnung beginnt. Dann ergeben sich die im Zusammenhang mit F i g. 2
erläuterten Zeitpunkte 134 und 136 durch Aufwärtsprojektion dieses Punktes bis zu
den zugehörigen Pfeilen 150 bzw. 152. Ersichtlicherweise liegen die Punkte 134 und
136 in verschiedenen Abständen vom Einsatzpunkt der Tischbewegung.
-
Beim in der rechten Hälfte der F i g. 3 dargestellten Rückhub übertrifft
der Speicherdruck den in den Flüssigkeitssäulen herrschenden Druck mechanisch am
meisten, wenn er über den Kolben 62 wirkt. Als erstes kehrt daher der Kolben des
Empfängers in die durch die senkrechte Linie 154 bezeichnete Stellung zurück, die
die Stellung des Tisches 66 beim Anliegen gegen den Anschlag 70 darstellt. Danach
wird der Kolben 40 bis zum Erreichen eines durch die Einstellung seiner Anschlagkolben
festgelegten Punktes auf der Schräglinie 156 zurückgestellt, und der Rest des verbleibenden
Hubs des Geberkolbens 16 a nach Beendigung des Rückhubs des Kolbens 40 rechts der
Schräglinie 157 wird zum Wiederauffüllen benutzt. Die Einstellung eines kurzen bzw.
langen Hubs des Kolbens 40 ist wieder durch die gestrichelte Linie 146 bzw.
die strichpunkterte Linie 148 angedeutet, obwohl diese Einstellung keinen Einfluß
auf die Zeiteinstellung des Tischrückhubs hat.
-
Da der Zuführarm 94 bei seiner Abwärtsbewegung durch den Speicherdruck
und nicht durch den Druck der übertragerleitung betätigt werden soll, muß der Empfängerrückhub
einstellbar sein, und da seine beiden Taschen genau der Mitte der Spindelanordnung
74 gegenüber ausgerichtet sein müssen, weist die Nockenscheibe 12 b einen
mit einem Verweilpunkt 159 versehenen, zurückgehenden, erhabenen Teil auf, so daß
er während der Umdrehung der Nockenscheibe einen kurzen Augenblick in der bei 94'
gestrichelt dargestellten Lage verharrt. Während dieser Zeit kann das fertige Werkstück
aus der Werkstückspindel in die Tasche 104 umgesetzt werden.
-
Die weitere Form der Nockenscheibe 12 b ist so bemessen, daß sich
der Arm 94 abwärts gegen den Anschlag 102 in die Stellung 94' bewegt, in der sich
die Tasche 106 der Spindelmitte gegenüber befindet. Nunmehr kann ein nicht dargestellter
Auswerfer den unfertigen Teil in Vorbereitung auf den nächsten Schleifarbeitsgang
in die Spindelspannpatrone hineinschieben. Die genaue Haltlage des Arms 94 zwecks
Zuführung eines unfertigen Werkstücks läßt sich leicht mit Hilfe des Anschlags 102
einstellen.
-
Die Arbeitsweise dieses Teils der Vorrichtung läßt sich an Hand des
in F i g. 4 dargestellten, entsprechend F i g. 3 eingerichteten Diagramms erläutern.
Da der Zuführarm in F i g. 1 in seiner obersten Lage dargestellt ist und sich der
Geberkolben 16 b an der äußersten Grenze seines Hubes befindet, beginnt der Zuführkreislauf
in der Mitte der F i g. 4, d. h. zu einem Zeitpunkt, in dem sich der Kolben 40 in
seiner gemäß F i g. 1 rechten Stellung befindet.
-
Beim Zurückgehen der Nockenscheibe 12 b vom Geberkolben 16 b übertrifft
der Speicherdruck den in den Flüssigkeitssäulen herrschenden Druck am meisten, wenn
er über den Kolben 40 wirkt, der daher als erstes betätigt wird, wie durch das Dreieck
im unteren Mittelteil von F i g. 4 angedeutet ist. Nach erfolgter Rückstellung des
Kolbens 40 treibt der auf die Oberseite des Kolbens des Empfängers 112 wirkende
Speicherdruck den Arm 94 abwärts in die durch den Verweilpunkt auf der Nockenscheibe
12 b festgelegte Stellung 94', der in F i g. 4 durch den über den Hubpfeilen 162
und 164 eingezeichneten Pfeil 158 dargestellt ist. Ersichtlicherweise setzt daher
das Verweilen an einem beliebig gewählten Zeitpunkt bzw. einer beliebig gewählten
Stelle der Bewegung des Zuführarms nach dem Beginn des Rückhubs des Kolbens des
Empfängers ein, so daß sich die Anhaltstellung der Tasche 104 in bezug auf die Spindelspannpatrone
durch Einstellung des Hubs des Kolbens 40 einstellen läßt. Ersichtlicherweise ist
diese Einstellung ohne Beeinflussung der Anschläge 100 und 102 möglich.
-
Nachdem sich der Steuerkurven-Verweilpunkt 159 unter dem Kurvenabtaster
14 b hindurchbewegt hat, nimmt der Geberkolben 16 b seine Einwärtsbewegung wieder
auf, und der Kolben 112 des Empfängers bewegt sich weiter abwärts, bis der Arm 94
den einstellbaren Anschlag 102 erreicht. Die verbleibende Verlagerung wird zum Wiederauffüllen
benutzt, wie im untersten Dreieck der F i g. 4 dargestellt ist. Auch in diesem Diagramm
ist eine Kurzhub-Einstellung des Kolbens 40 wiederum durch eine gestrichelte und
eine Saughub-Einstellung durch eine strichpunktierte Linie dargestellt.
-
Die Aufwärtsbewegung des Arms 94 erfolgt während des Antriebshubs
des Geberkolbens 16 b, wie in der linken Hälfte der F i g. 4 dargestellt ist. Da
der Druck in der Flüssigkeitssäule die durch den Kolben 112 des Empfängers
hervorgebrachte Belastung übertrifft, treibt der erste Teil der Geberkolbenbewegung
den Kolben des Empfängers bis in die durch die senkrechte Linie 166 angedeutete
Lage. Anschließend leitet der Kolben 40 die durch seine Einstellung auf der Schräglinie
168 festgelegte Flüssigkeitsmenge um, und schließlich wird der Rest der Geberkolbenbewegung
über das Ablaßventil abgeführt, wie rechts der Schräglinie 169 in F i g. 4 dargestellt
ist.