Die Erfindung betrifft einen Teleskopstoßdämpfer Der Dämpfer besteht in an sich bekannter Weise
für Fahrzeugfederungen mit zwei hintereinander im aus einem einen Ausgleichsraum 5 einschließenden
Kolben angeordneten, unter der Einwirkung unter- doppelwandigen Zylinder 4, 6. In diesem gleitet ein
schiedlicher Schließfederkräfte stehenden Ventilen, Kolben 7. Der Raum 8 unter dem Kolben ist über
wobei der Raum hinter dem ersten Ventil durch 5 einen weiten Überströmquerschnitt 9 mit dem Auseinen
Drosseldurchlaß mit dem Raum hinter dem gleichsraum 5 verbunden. Der Überströmquerschnitt
zweiten Ventil verbunden ist und das erste Ventil auf wird durch ein Rückschlagventil 10 überwacht, das
kleinere Drücke als das zweite anspricht. durch eine Feder 11 in seiner Schließlage gehalten
Ein solcher Teleskopstoßdämpfer ist durch die wird. Im Kolben 7 befindet sich eine den Kolben 7
deutsche Patentschrift 833 574 bekannt. Hierbei sol- ίο von oben nach unten ganz durchsetzende Bohrung
len die Ventile so angelegt sein, daß der Stoßdämpfer 12, 12', die ebenfalls mit einem Rückschlagventil 13
geräuschlos arbeitet und eine gleichmäßige Stoß- versehen ist und den Raum 8 unter dem Kolben 7
dämpferwirkung gewährleistet ist. Ein Drosseldurch- mit dem Raum 14 über dem Kolben verbindet. Das
gang als konstanter Durchlaß am zweiten Ventil er- Rückschlagventil 13 wird durch eine Feder 15 in
reicht glatten Übergang vom einen zum anderen Ven- 15 einer solchen Schließlage gehalten, daß es öffnet,
til. Durch das deutsche Gebrauchsmuster 1 678 593 wenn sich der Kolben 7 nach unten bewegt,
ist eine ähnliche Ventilanordnung, allerdings als Im Kolben 7 sind weiterhin in einigem Abstand
Bodenventil eines Teleskopstoßdämpfers, bekannt. übereinander zwei Ventilkammern 16 und 17 an-Diese
Doppelventilanordnung soll mit Hilfe des geordnet. Beide Kammern sind durch eine Leitung
ersten Ventils ein Abfließen der Dämpfungsflüssig- ao 19, 19', 19" miteinander verbunden. Außerdem verkeit
verhindern und weiterhin ein weiches An- binden diese drei Leitungsabschnitte den Raum 8
sprechen der Dämpfung ermöglichen. unter dem Kolben 7 mit dem Raum 14 über dem Die Erfindung hingegen beschäftigt sich nicht mit Kolben. In ,der Kammer 16.ist ein erstes Ventil20
der Bekämpfung von Geräuschen oder mit der Er- angeordnet, das durch eine Feder 21 in einer solchen
zielung einer besonderen Gleichmäßigkeit oder 25 Schließlage gehalten wird, daß es öffnet, wenn sich
Weichheit der Dämpfung, sondern hat zur Aufgabe, der Kolben 7 nach oben bewegt. Ebenso ist in der
die bei Fahrgastwechsel auftretenden Wankschwin- Kammer 17 ein zweites Ventil 22 angeordnet, das
gungen an luftgefederten Großraumfahrzeugen, wie durch eine Feder 23 ebenfalls in einer solchen
z. B. Omnibussen, zu bekämpfen. Die üblichen Flüs- Schließlage gehalten wird, daß es bei der Aufwärtssigkeitsstoßdämpfer
befriedigen bei solchen Fahr- 30 bewegung des Kolbens 7 öffnet. Die Feder 21 ist erzeugen
zwar im Fahrbetrieb, verhindern aber nicht, heblich schwächer gehalten als die Feder 23 und so
daß bei stehendem Fahrzeug während des Em- und bemessen, daß das erste Ventil 20 schon bei sehr
Aussteigens der Fahrgäste durch insbesondere seit- langsamer und kleiner Aufwärtsbewegung des Kollich
am Fahrzeug befindliche Ein- und Ausgänge der beris 7 öffnet, wie sie bei der niederfrequenten Wank-Fahrzeugaufbau
in langsame Schwingungen von un- 35 schwingung von etwa 1 Hz auftritt. Von der oberen
gefähr 1 Hz, etwa um die Fahrzeuglängsachse, gerät, Ventilkammer 16 zweigt außerdem eine zum Raum 8
deren Amplituden so groß werden können, daß sich unter dem Kolben 7 führende Drosselbohrung 24 ab.
die stehenden Fahrgäste festhalten müssen. Dies ist Vom Kolben 7 führt eine Kolbenstange 25 durch eine
darauf zurückzuführen, daß bei diesen niederfrequen- Dichtung 26 nach außen.
ten Wankschwingungen die in den üblichen Dämp- 40 Zur Schilderung der Wirkungsweise der Erfindung
fern vorhandenen Drosselquerschnitte der geringen wird auf die F i g. 3 der Zeichnung verwiesen. Bei
in der Zeiteinheit verdrängten Flüssigkeitsmenge zu sehr kleiner und sehr langsamer Aufwärtsbewegung
wenig Widerstand entgegensetzen. Eine Verkleine- des Kolbens 7 öffnet sofort das erste Ventil 20. Des-
rung der Drosselquerschnitte wiederum würde die sen Drosselwirkung reicht aus, um die erwähnten
Federung im Fahrbetrieb unzulässig verhärten. 45 Wankschwingungen des Wagenkastens wirksam zu
Die vorliegende Erfindung beseitigt diesen Übel- dämpfen. Es entspricht dieser Wirkung der Kurvenstand
dadurch, daß bei Teleskopstoßdämpfern der abschnitt α von Fig. 3. Mit wachsender Kolbeneingangs
genannten Art bei Anwendung auf luft- geschwindigkeit wirkt der Drosseldurchlaß 24, der in
gefederte Großraumfahrzeuge, insbesondere Omni- gewünschter Weise den Strömungswiderstand erhöht,
busse, das erste Ventil auf die Dämpfung der nieder- 50 wie der Kurvenabschnitt b von F i g. 3 zeigt. Bei noch
frequenten Wankschwingungen von ungefähr 1 Hz weiterem Anwachsen der Kolbengeschwindigkeit
abgestimmt ist. Hierbei kann der Drosseldurchlaß öffnet schließlich das zweite Ventil 22 (Kurvenunabhängig von dem zweiten Ventil geführt sein. abschnitt c von Fig. 3). Bei der Rückbewegung des
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Kolbens 7 nach unten schließen sich die Ventile 22
Erfindung in Anwendung auf eine Omnibusradachse 55 und 20, und es öffnet das Rückschlagventil 13, so
dargestellt. Es zeigt daß die aus dem Raum 8 unter dem Kolben 7 ver-
F i g. 1 die luftgefederte Fahrzeugachse in schau- drängte Flüssigkeit durch die Bohrung 12, 12' wieder
bildlicher Darstellung, in den Raum 14 über dem Kolben zurückströmen
F i g. 2 einen einzelnen Flüssigkeitsstoßdämpfer kann. Das Bodenventil 10 dient in an sich bekannter
der Anordnung nach Fig. 1 im Längsschnitt und 60 Weise zum Ausgleich des von der Kolbenstange 24
Fig. 3 ein Dämpfkraft-Geschwindigkeits-Dia- beanspruchten Raumes. Die in den Raum5 gelangte
gramm. Flüssigkeit kann durch eine Bohrung 27 neben dem
Nach Fig. 1 ist die starre Hinterachse 1 eines Ventildurchlaß 9, 10 in den Raum 8 zurückströmen.
Großraumomnibusses mit Hilfe von zwei kurzen
Längsbalken 2 durch Luftfedern 3 abgefedert. Neben 65 Patentansorüche·
jeder Luftfeder 3 befindet sich ein Flüssigkeitsstoß- P
dämpfer 4, wie einen solchen die Fig. 2 im einzelnen 1. Teleskopstoßdämpfer für Fahrzeugfederun-
zeigt. gen mit zwei hintereinander im Kolben angeord-
neten, unter der Einwirkung unterschiedlicher Schließfederkräfte stehenden Ventilen, wobei der
Raum hinter dem ersten Ventil durch einen Drosseldurchlaß mit dem Raum hinter dem zweiten
Ventil verbunden ist und das erste Ventil auf kleinere Drücke als das zweite anspricht, dadurch
gekennzeichnet, daß bei Anwendung auf luftgefederte Großraumfahrzeuge, insbesondere
Omnibusse, das erste Ventil (20) auf die Dämpfung der niederfrequenten Wankschwingungen
von ungefähr 1 KDz abgestimmt ist.