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Die Erfindung betrifft eine Sonnenschutzeinrichtung, insbesondere
für Gebäude, mit Sonnenschutzlamellen, die um jeweils eine Achse mittels motorischen,
durch lichtempfindliche elektrische Steuerelemente gesteuerten Antriebs bewegbar
sind.
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Es sind Sonnenschutzeinrichtungen bekannt, bei denen Markisen oder
lamellenartige Glieder elektromotorisch bewegt werden und zur Steuerung des elektromotorischen
Antriebs die Wärmestrahlung bzw. das sichtbare Licht der Sonne über entsprechende
Wandler auf den Antriebsmotor derart einwirkt, daß die Sonnenschutzeinrichtung in
eine ihrer beiden Endstellungen - »aufs< oder »zu« - bewegt wird. Da die bekannten
Sonnenschutzeinrichtungen nur eine Einstellung in die jeweilige Endlage kennen,
ist es mit ihnen nicht möglich, bei Gebäuden oder beispielsweise auch bei Schiffen
einen `Raum oder einen Bereich in Abhängigkeit von der jeweiligen Einfallsrichtung
der Sonnenstrahlung so gegen diese zu schützen, daß er bei Abschattung der direkten
Sonnenstrahlung noch möglichst gut beleuchtet ist.
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Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, eine Sonnenschutzeinrichtung
zu schaffen, die automatisch eine Anpassung der Lamellenstellung an die jeweilige
Einfallsrichtung der Sonnenstrahlung vornimmt. Man könnte an sich daran denken,
beispielsweise mittels Kurvenscheiben eine Programmsteuerung für die Stellung der
Lamellen vorzunehmen. Nun ist aber derjenige Winkel der Sonnenstrahlung, bei dem
am Morgen eine Verstellung der Lamellen im in Westrichtung schließenden Sinne erforderlich
wird, im Winter etwa 1 bis 11/2 Stunden früher erreicht als im Sommer. Ähnlich verhält
es sich beim erneuten Öffnen der Lamellen am Nachmittag. Die für die Auslegung der
Kurvenscheibe entscheidende Programmzeitdauer ist also im Winter küzer als im Sommer.
Es ist auch nicht möglich, das Programm einfach zeitlich beispielsweise um 1 Stunde
zu verschieben, da am Mittag, wenn die Sonne genau im Süden steht und die Strahlung
senkrecht auf eine in Ost-West-Richtung orientierte Hauswand fällt, der jahreszeitliche
Unterschied nur einige Minuten beträgt.
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Die Lösung der gestellten Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet,
daß zwecks Anpassung der Lamellenstellung an die sich ändernde Einfallsrichtung
der Sonnenstrahlen die Steuerelemete zumindest einem Teil der Lamellen so zugeordnet
sind, daß sie infolge der Lamellenbewegungen ihre Lage bezüglich der jeweiligen
Einfallsrichtung der Sonnenstrahlung ändern.
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Der elektromotorische Antrieb kann entweder nur die zugeordneten Lamellen,
deren lichtempfindliche Steuerelemente die Steuerbefehle für ihn erzeugen, oder
aber sämtliche vorhandenen Lamellen durch einen einzigen Antriebsmotor in dem genannten
Sinn verstellen. Auch können alle vorhandenen Antriebsmotoren, z. B. für eine Gebäudeseite,
durch dieselben lichtempfindlichen Steuerelemente gesteuert werden.
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Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand der dem Patentanspruch
1 untergeordnetenAnsprüche. Im folgenden Teil der Beschreibung wird die Erfindung
an Hand der Zeichnung beispielsweise erläutert. Es zeigt: F i g. 1 zwei Lamellen
der Sonnenschutzeinrichtung mit Steuerelementen in Ausgangsstellung, F i g. 2 die
beiden Lamellen nach F i g.1 in einer veränderten Stellung, die der Einfallsrichtung
der Sonnenstrahlen angepaßt ist, und F i g. 3 Schaltpläne für die Sonnenschutzeinrichtung.
Aus F i g.1 ist zu erkennen, daß auf der der schattenwerfenden anderen Lamelle,
die mit A bezeichnet ist, gegenüberstehenden Oberfläche der einen, mit B bezeichneten
Lamelle Steuerelemente a, b jeweils im Bereich der beiden Längskanten der
Lamelle B befestigt sind. Diese Steuerelemente a, b sind mit einer aus der
F i g.1 nicht ersichtlichen ersten elektrischen Schaltung I verbunden, die nur dann
Steuerbefehle für die Drehung der Lamellen A, B in einer Richtung P4 an den
Antriebsmotor gelangen läßt, wenn beide Gruppen von Steuerelementen, also sowohl
die Steuerelemente a als auch die Steuerelemente b, außerhalb des
Schlagschattens der anderen Lamelle A liegen. Dabei kann jede Gruppe von Steuerelementen
für sich aus einem oder mehreren dieser Elemente bestehen.
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Man erkennt in F i g. 1, daß bei der Ausgangsstellung der Lamellen
A und B, die in diesem Beispiel die Stellung senkrecht zur Wand Wa
ist, der die Schattengrenze der Lamelle A bildende Sonnenstrahl P1 so fällt, daß
sowohl die Steuerelemente a als auch die Steuerelemente b auf der Lamelle
B außerhalb des Schattens der Lamelle A liegen. In diesem Falle bewirkt die
mit den Ausgängen der Steuerelemente a, b
verbundene erste Schaltung die Drehung
derLamellenA und B im Uhrzeigersinn um ihre Achsen x und y, d. h. im Sinne der Pfeile
P2, bis der jetzt die Schattengrenze der Lamelle A darstellende Sonnenstrahl
P3
oberhalb der lichtempfindlichen Bauteile b auf die Lamelle B auftrifft,
also b im Schlagschatten der Lamelle A liegt.
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Da die Sonne im Sinne des Pfeiles P4, von ihrer morgendlichen Stellung
ausgehend, weiterwandert, werden weitere Verstellungen der Lamellen A und
B
im Sinne der Pfeile P2 bewirkt, sobald die Steuerelemente b wieder direkt
von der Sonne bestrahlt werden. Diese Verstellung geht so lange, bis eine in F i
g. 1 mit El bezeichnete erste Extremstellung der Lamellen erreicht ist.
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Es sind Schaltmittel vorgesehen, die nach der Drehung der Lamellen
A, B in diese vorgegebene erste Extremstellung El die weitere Drehung der
Lamellen in der durch die Pfeile P2 angedeuteten Richtung unterbinden. Zweckmäßigerweise
geschieht dies dadurch, daß ein Stellungsanzeiger vorhanden ist, der bei Erreichen
der ersten Extremstellung durch eine erste Grenzkontakteinrichtung den der Drehrichtung
im Sinne der Pfeile P2 zugeordneten Speisestromkreis für den Antriebsmotor über
elektromechanische oder elektronische Relais unterbricht.
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Befinden sich die Lamellen A und B eine vorgegebene
Zeit, z. B. 1 Stunde, in der ersten Extremstellung El, so bewirken Schaltmittel
die Drehung der Lamellen in der entgegengesetzten Richtung P5, im Ausführungsbeispiel
der F i g. 1 und 2, also eine Linksdrehung, bis in die zweite Extremstellung E2.
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Man erkennt, daß nach dieser etwa in der Mittagszeit vorgenommenen
Linksbewegung in Richtung P5 die die Steuerelemente a, b tragende Oberfläche
der Lamelle B der Sonne abgekehrt ist. Aus diesem Grunde trägt auch die Lamelle
A auf ihrer der Lamelle B zugekehrten Oberfläche Steuerelemente c, d, von denen
in erster Linie die Elemente d an der der Wand Wa zugekehrten Längskante der Lamelle
A
interessieren. Diese Steuerelemente sind bei der bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung mit einer zweiten elektrischen Schaltung, die ebenfalls in
den
F i g. 1 und 2 nicht dargestellt ist, verbunden. Diese elektrische Schaltung ist
so ausgelegt, daß sie nur dann Steuerbefehle für die Drehung der Lamellen
A, B in der Richtung der Pfeile P2 an den Antriebsmotor gelangen läßt, wenn
die Steuerelemente d im Schlagschatten der Lamelle B liegen. Dies ist in F i g.
2 dargestellt. Man erkennt, daß in der ausgezogenen Stellung der Lamellen
A und B die Steuerelemente d auf der Lamelle A im Schlagschatten
der Lamelle B liegen. Dies bedeutet, daß die Abschirmwirkung der Lamellen
A und B größer ist, als dies entsprechend der Sonnenstellung erforderlich
ist. Aus diesem Grunde erfolgt, gesteuert von den Steuerelementen d, eine
Drehung der Lamellen A und B um ihre Achsen x und y im Sinne der Pfeile
P2, bis die Steuerelemente d wieder direkt von der Sonne bestrahlt werden.
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Auch diese erneute Rechtsdrehung kann nur so lange bzw. so oft erfolgen,
bis die Lamellen eine dritte Extremstellung, die in F i g. 2 mit E3 bezeichnet ist,
erreichen. In dem der F i g. 2 zugrunde gelegten Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist diese dritte Extremstellung identisch mit der Stellung der Lamellen senkrecht
zur Wand Wa. Es ist nämlich häufig nicht erforderlich, bei der abendlichen Sonneneinstrahlung
noch weitere Lamellenverstellungen vorzunehmen. Außerdem ist das Vorsehen der dritten
Extremstellung insofern zweckmäßig, als diese - wie in dem in F i g. 2 dargestellten
Ausführungsbeispiel - so gewählt sein kann, daß sie der Ausgangsstellung der Lamellen
am nächsten Morgen entspricht. Aus diesem Grunde wird bei der bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung dafür gesorgt, daß die Erzeugung der Steuerbefehle für den Antriebsmotor
bei Erreichen der dritten Extremstellung E3 durch automatische Umschaltung wieder
von der zweiten elektrischen Schaltung in die erste elektrische Schaltung zurückverlegt
wird, so daß dann nicht mehr die Steuerelemente c, d auf der Lamelle A, sondern
die Steuerelemente a, b auf der Lamelle B für die Lamellendrehung
verantwortlich sind. Damit liegt wieder der Ausgangszustand vor, und die erneute
Lamellendrehung erfolgt in der an Hand der F i g. 1 beschriebenen Weise.
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Die Anordnung besitzt den Vorteil, völlig unabhängig von der geographischen
Lage und der Lage des Gebäudes zur Nord-Süd-Richtung zu sein.
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Im folgenden wird nun die an Hand der F i g. 1 und 2 hinsichtlich
ihrer Wirkungsweise im Prinzip beschriebene bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Sonnenschutzeinrichtung in ihren Einzelheiten an Hand der F i g. 3 beschrieben.
Man erkennt, daß in F i g. 3 vier mit römischen Ziffern bezeichnete Schaltungen
besonders hervorgehoben sind. Bei den Schaltungen I und II handelt es sich um die
bereits erwähnten elektrischen Schaltungen, von denen I mit dem Ausgang der Steuerelemente
a, b auf der Lamelle B und II mit dem Ausgang der entsprechenden Steuerelemente
c, d auf der anderen Lamelle A verbunden ist.
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Mit III ist eine elektrische Zusatzschaltung bezeichnet, die der Durchführung
besonderer zweckmäßiger Schaltmaßnahmen im Falle der Bewölkung, d. h. des Fehlens
einer direkten Sonnenstrahlung, dient. Diese Schaltung »sucht« die wiedergekehrte
Sonne nach Beendigung der Bewölkung. Schließlich ist mit IV eine weitere, als Turnusschaltung
bezeichnete Schaltungsanordnung hervorgehoben, die bei der Umschaltung von dem automatischen
Betrieb auf Turnusbetrieb, gesteuert durch eine Schaltuhr Sch, wirksam wird.
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Mit A und B sind zwei im Querschnitt dargestellte, senkrecht
angeordnete Lamellen bezeichnet.
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Fällt direktes Sonnenlicht auf das Steuerelement a der Lamelle
B, während das Steuerelement b noch im Schatten liegt, tritt der Zeiger
des Anzeigers B' aus dem Grenzkontakt nzinll. Eine Verstellung der Lamellen erfolgt
dadurch noch nicht.
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Erst wenn auf das Steuerelement b ebenfalls direktes Sonnenlicht fällt,
d. h. der Schatten der Lamelle A auf der Lamelle B bereits das Steuerelement
b passiert hat, werden beide Fotospannungen addiert, der Zeiger des Instrumentes
B' erreicht den Grenzkontakt ntaxll, der über tlul das Y-Relais in Schaltung I einschaltet.
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Dieses ist beispielsweise etwa 1 bis 6 sec abfallverzögert. Dadurch
bleibt das R-Relais ebenso lange angezogen, und der Stellimpuls reicht aus, die
Lamellen so weit zu verstellen, daß das Steuerelement b wieder in den Schatten der
Lamelle A gerät.
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Die Lamellenverstellung erfolgt über die Kontakte rlal und s'/rl,
die dann den einen Speisestromkreis für den Antriebsmotor M schließen.
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Ist die Sonne inzwischen so weit gewandert, daß abermals das Steuerelement
b ebenso stark wie das Steuerelement a belichtet wird, spricht erneut der Grenzkontakt
max/1 an. Das V-Relais bringt wieder das R-Relais, und über rlal erfolgt nochmals
eine Lamellenverstellung nach rechts. Dies geschieht so oft bzw. so lange, bis der
Stellungsanzeiger C mit seinem Grenzkontakt r das S'-Relais zum Ansprechen
bringt (erste Extremstellung). Dieses verhindert mit seinem Ruhekontakt s'/rl weitere
Rechtsimpulse in der Impulsleitung des Motors M. Das S'-Relais hält sich über die
Kontakte s'/al und t/rl. Mit dem Arbeitskontakt s'la2 bringt es das S-Relais, das
aber nicht sofort, sondern anzugsverzögert (z. B. 1 Stunde) anspricht. Nach Ablauf
der Anzugsverzögerungszeit schließt das S-Relais den Kontakt s/al und verstellt
damit die Lamellen nach links, d. h., es führt eine Wendung der Lamellen bis zum
linken Grenzkontakt 1 des C'-Anzeigers aus (zweite Extremstellung), der dann das
T-Relais bringt.
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Das T-Relais trennt mit seinem Kontakt t/rl die Selbsthaltung des
S'-Relais auf und hält sich über t/al und u/rl selbst. Mit seinem Kontakt t/ul wird
die Steuerspannung auf den Kontakt max/2 des Anzeigers A' geschaltet, so daß nunmehr
die weitere Steuerung der Lamellen über die Steuerelemente c, d und die Schaltung
1I erfolgt.
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Gleichzeitig bewirkt das T-Relais über die Kontakte p/rl und t/a2
eine Verstellung der Lamellen nach rechts, und zwar so lange, bis das zweite Steuerelement
d direktes Licht erhält, d. h. der Kontakt max/2 des Anzeigers A' anspricht
und das P-Relais bringt. Dieses hält sich über den eigenen Kontakt plal sowie über
ilrl und y/rl selbst und verhindert durch Öffnen seines Kontaktes p/rl eine weitere
Rechtsverstellung der Lamellen über tla2.
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Nun spricht das J-Relais anzugsverzögert an. Die Anzugsverzögerungszeit
muß so eingestellt werden, daß mit Sicherheit das zweite Steuerelement d z. B. 2
bis 3 cm innerhalb des Schattens der= Lamelle B liegt. Nach Ablauf dieser Zeit ist
der Zeiger aus dem Kontakt max/2 des Anzeigers A' herausg @trefen und dieser
Kontakt geöffnet. Das ansprechet-ie 'J-Relais
trennt mit seinem
Kontakt ilrl die Selbsthaltung des P-Relais auf. Über plrl erfolgt, da sich das
T-Relais noch über ulr 1 selbst hält, eine weitere Rechtsverstellung
der Lamellen, bis erneut auf das zweite Steuerelement d direktes Licht fällt. Diese
Verstellung wiederholt sich so oft, bis die Lamellen schließlich als dritte Extremstellung
E3 in diesem Ausführungsbeispiel die Stellung senkrecht zur Wand Wa erreichen und
das U-Relais anspricht. Dieses unterbricht die Selbsthaltung des T-Relais.
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Der Kontakt tlul schaltet nun wieder auf den Anzeiger B' und
damit auf die Steuerelemente a, b um, welche dadurch für den nächsten Morgen
wieder schaltbereit sind. Die Lamellen bleiben bis zum nächsten Morgen in der Extremstellung
E3 stehen.
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Schirmen Wolken die Sonnenstrahlen ab, so daß die Steuerelemente
a, b, c und d kein direktes Sonnenlicht erhalten, werden die Zeiger
der Instrumente B' und A' die min-Grenzkontakte minll und min12 auslösen,
und die Zusatzschaltung IIf wird wirksam. Diese Grenzkontakte sind in Reihe geschaltet
und bringen das H-Relais sofort und das W-Relais anzugsverzögert, beispielsweise
1 bis 10 min, zum Ansprechen. Diese Verzögerung soll verhindern, daß das W-Relais
bei nur kurzzeitigen Eintrübungen, z. B. durch vorüberziehende Rauchschwaden u.
dgl., anspricht. Das W-Relais spricht also erst an, wenn die Sonne bereits eine
gewisse Zeit verdeckt ist.
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Je nachdem, ob das T-Relais bereits angezogen oder noch nicht angezogen
hat, werden die Lamellen entweder über die Kontakte t/u2, w/a2, u/r3, K-Relais und
klal durch Linksimpulse oder über 11u2, ivlal, ulr4, M-Relais und mlal durch Rechtsimpulse
zur Extremstellung E3 hin bewegt.
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Ist diese Extremstellung E3 erreicht, wird über die in Reihe geschalteten
Grenzkontakte der Anzeiger D'1, D'2 und D'3 der verschiedenen Stockwerke
des Gebäudes das U-Relais erregt, das dann mit seinen Kontakten u/r3 und u/r4 entweder
das M- oder das K-Relais zum Abfallen bringt. Es unterbricht damit die weitere Aussendung
von Links- bzw. Rechtsimpulsen über die Kontakte klal oder inlal. Das W-Relais bleibt
aber über minll und xlal (min12) noch angezogen. Die Lamellen bleiben dann so lange
in der Extremstellung E3 stehen, bis die Sonnenstrahlen nicht mehr durch die Bewölkung
abgeschirmt sind, gleichgültig ob dies am selben oder erst am nächsten Tag der Fall
ist.
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Falls während der Verstellung der Lamellen durch das W-Relais die
Sonne plötzlich wieder die Einrichtung bescheint, sorgen die Kontakte h/al, k/a2
oder mla2 dafür, daß das W-Relais so lange gehalten wird, bis die Lamellen die Extremstellung
E3 erreicht haben.
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Bescheint die Sonne am selben Tage wieder die Sonnenschutzeinrichtung,
so sind für die Steuerung folgende Situationen möglich: 1. Die direkten Sonnenstrahlen
treffen die Steuerelemente a und b der Lamelle B, während die
Elemente c und d noch im Schatten der Lamelle A sind; 2. das direkte Sonnenlicht
trifft auf die Steuerelemente c und d der Lamelle A, während die Elemente
a und b im Schatten der Lamelle B
sind; 3. es werden beide Steuerelementenpaare
etwa gleich beschienen; 4. direktes Sonnenlicht trifft nur das Steuerelement a und
5. direktes Sonnenlicht trifft nur das Steuerelement e. Im 1. Falle wird der Kontakt
minll des Anzeigers B'
öffnen, das W-Relais fällt ab, und da das T-Relais
noch nicht angezogen hat, wird die Steuerung der Lamellen, wie bereits beschrieben,
vom Steuerelementenpaar a, b über maxl1 und tlul erfolgen.
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Das W'-Relais hält zwar seinen Kontakt w%al für die Dauer der eingestellten
Abfallverzögerungszeit noch geschlossen. Das Y-Relais kann in diesem Falle aber
nicht ansprechen, da minll geöffnet ist. Für den Fall, daß minl1 nochmals schließen
sollte, während Wlal noch geschlossen, d. h. die Abfallverzögerungszeit des W'-Relais
noch nicht abgelaufen ist, verhindert der Kontakt h/rl, daß das Y-Relais kommt,
da das H-Relais sofort wieder anzieht.
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Im 2. Falle wird der Kontakt minl2 des Anzeigers A'
öffnen.
Das X-Relais fällt ab, xlal wird geöffnet, W- und H-Relais fallen unverzögert ab.
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Das W'-Relais ist derart abfallverzögert, daß mit Sicherheit die Linksverstellung
der Lamellen bis zum Erreichen des Grenzkontaktes 1 des Anzeigers C ausreicht.
Die Verstellung der Lamellen erfolgt über minll, Wlal, h/rl, t/r2, Y-Relais und
den Kontakt ylal, bis mit t/r2 das Y-Relais abgeworfen wird. Das 7-Relais hat angezogen
und mit seinem Kontakt tlul die weitere Steuerung dem Steuerelementenpaar c, d übertragen.
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Das Relais W' öffnet nach seiner Abfallverzögerungszeit seinen Kontakt
w%al. Die Steuerung der Lamellen erfolgt nun so lange über die Schaltung II, bis
das U-Relais mit seinem Kontakt u/rl das T-Relais abwirft und den Kontakt tlul wieder
für den nächsten Tag vorbereitet, d. h. auf das Steuerelementenpaar a, b
und somit auf die Schaltung I umschaltet.
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Im 3. Falle, wenn beide Kontakte ininll und min12 nach Bestrahlung
durch die Sonne öffnen, d. h. die Sonne fast senkrecht zur Gebäuderichtung steht,
fällt das W-Relais und mit ihm das I- Relais unverzögert ab. Über minll und xlrl
kommt das Z-Relais. Dieses hält sich über z/al und rlrl selbst. Über z/al und s%rl
erfolgt eine Rechtsverstellung der Lamellen, und zwar so lange, bis das zweite Steuerelement
b ebenfalls in direktes Sonnenlicht gerät. Da beide Steuerelemente c und d inzwischen
in den Schatten der Lamelle A geraten sind, schließt inin/2. Das X-Relais
zieht an und xlrl öffnet.
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Y- und R-Relais übernehmen nunmehr die weitere Steuerung der Lamellen.
Das R-Relais hat mit Kontakt rlrl die Selbsthaltung des Z-Relais aufgehoben.
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Sobald das Steuerelement b in den Schatten gerät, bleiben die Lamellen
stehen. Die Lamellen haben dann die dem augenblicklichen Sonnenstand entsprechende
Stellung gefunden.
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Gegebenenfalls muß eine Wendung der Lamellen erfolgen.
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Im 4. Falle bleiben die Lamellen senkrecht zur Wand Wa stehen, bis
die Sonne so weit gewandert ist, daß auch das Steuerelement b in direktes Sonnenlicht
gerät. Die Steuerung der Lamellen beginnt dann in der bereits geschilderten Weise.
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Im 5. Falle erfolgt keine Lamellenverstellung. Die Lamellen bleiben
bis zum nächsten Tag in der Extremstellung E3.
Es ist zweckmäßig,
während der Verstellung Synchronisierpausen einzulegen.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 3 ist in den Speisestromleitungen
des Antriebsmotors M ein Umschalter US vorgesehen, der die wahlweise Einschaltung
der beschriebenen Automatik und des Turnusbetriebes mittels einer steuernden Schaltuhr
gestattet. Zweckmäßig ist, diesem Umschalter noch zwei andere Stellungen zu geben,
nämlich für Handbetrieb, bei dem entweder eine Linksdrehung oder eine Rechtsdrehung
der Lamellen A und B durch Steuerung von Hand eingeleitet werden kann.
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Im folgenden wird nun der Turnusbetrieb im einzelnen beschrieben.
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Ausgangsstellung der Lamellen für Turnusbetrieb ist die Lamellenstellung
senkrecht zur Wand Wa, d. h. die dritte Extremstellung E3.
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Wird der Umschalter US auf Turnusbetrieb gestellt, so wird
die bisherige Impulsleitung von Stellung »Hand« und »Automatik« getrennt, und die
Impulsleitungen l' und r' werden dem Motor M aufgeschaltet.
Gleichzeitig wird mit der Umschaltung auf Turnus mit einem Hilfskontakt usla die
Schaltuhr Sch eingeschaltet.
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Der erste Schaltkontakt der Uhr bringt über schlal das N-Relais in
der Turnusschaltung IV, das sich über nla2 und olrl hält. Mit seinem Kontakt nlal
gibt es einen Stellimpuls für Rechtsdrehung über r' auf den Motor und zwar so lange,
bis der Grenzkontakt 27,5° rechts am Anzeiger F' das O-Relais bringt. Dieses trennt
die Selbsthaltung des N-Relais und hält sich selbst über ola2 und qlrl.
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Das Relais O gibt mit seinem Kontakt olal Stellimpulse links über
l', bis der Grenzkontakt links am Anzeiger F' das Q-Relais bringt. Dieses trennt
die Selbsthaltung des O-Relais und hält sich selbst über q/a2 und u/r5.
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Mit dem Kontakt qlal werden wieder Rechtsimpulse über die Impulsleitung
r' gegeben, bis die Grenzkontakte in der Extremstellung E3 der Stellungsanzeiger
D' 1, D'2 und D'3 das U-Relais zum Ansprechen bringen und dieses mit dem
u/r5-Kontakt die Selbsthaltung des Q-Relais aufhebt. Das U-Relais ist also sowohl
der Automatik als auch dem Turnusbetrieb zugeordnet.
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Die Lamellen bleiben nun in der Extremstellung E3, bis ein erneuter
Impuls der Schaltuhr Sch (z. B. alle 60 min) wieder das N-Relais bringt und
dieses eine Verstellung der Lamellen von ±27,5°, wie bereits beschrieben, wiederholt.
Statt 27,5° kann verständlicherweise auch ein anderer Winkel gewählt werden.
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Die Umschaltung von Turnus auf Hand oder Automatik beendet den Turnusbetrieb,
und die Schaltuhr Sch wird über den Kontakt usla außer Betrieb gesetzt.
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Um plötzliche Umsteuerungen der Motore von links nach rechts oder
zu rasche Schaltfolgen zu vermeiden, sieht man zweckmäßigerweise vor den Schaltschützen
für Links- und Rechtsdrehung des Motors je ein Verzögerungsrelais (etwa 0 bis 4
sec) vor.
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Bevor der Umschalter wieder auf »Automatik« gestellt wird, ist zu
beachten, daß die Lamellen vorher in die Extremstellung E3 gestellt sind. Die Automatik
kann nur aus dieser Stellung heraus wieder beginnen.
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Das C-Relais sorgt dafür, daß bei Zurückschaltung des Umschalters
auf »Automatik« das W'-Relais über den Kontakt c/rl aufgezogen ist. Mit Hilfe von
zwei Potentidinetern (nicht dargestellt), die parallel zu den Steuerelementen
a, b und e, d geschaltet sind, ist die Ansprechempfindlichkeit einzustellen.