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Die Erfindung betrifft eine Streckenvortriebsmaschine zum Auffahren
waagerechter oder schwach geneigter unterirdischer Strecken, Tunnel od. dgl. mit
kreisförmigem Querschnitt, .die =einen von einem Maschinenkörper getragenen und
um die Maschinenlängsachse drehbaren Bohrkopf aufweist, bei dessen Drehen auf den
Maschinenkörper ein Reaktionsdrehmoment ausgeübt wird.
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Aus der deutschen Patentschrift 1002 775 ist eine derartige
Streckenvortriebsmaschine bekannt, deren Bohrkopf mehrere Messerköpfe trägt. Die.
Antriebseinrichtungen zum Drehen des Bohrkopfes stützen sich an dem Maschinenkörper
ab. Da sich der Maschinenkörper an - der gewölbten Streckenwandung nicht abstützen
kann, verursacht das Reaktionsdrehmoment, das durch die inneren Widerstände in dem
Drehmechanismus und vor allem durch den-Widerstand, den das Gestein dem Schneiden-
entgegenbringt, bewirkt wird, ein Drehen des Maschinenkörpers um die Maschinenlängsachse.
Sobald die Drehung einen bestimmten vorgegebenen Wert überschreitet, wird durch
Ansetzen eines Gegendrehmomentes der Maschinenkörper in seine Ausgangslage zurückgebracht,
womit jedesmal eine zeitraubende Unterbrechung des Arbeitsvorganges verbunden ist.
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Eine andere Streckenvortriebsmaschine zum Auffahren einer Strecke
mit kreisförmigem Querschnitt ist aus der deutschen Auslegeschrift 1098 472
bekannt. Der Bohrkopf dieser bekannten Streckenvortriebsmaschine ist in eine Innenscheibe
und einen konzentrisch um diese gelegten Außenring geteilt. Die Innenscheibe und
der Außenring werden gegenläufig angetrieben, um zu erreichen, daß die von den beiden
Bohrkopfteilen auf den Maschinenkörper ausgeübten Teilreaktionsdrehmomente sich
gegenseitig aufheben, so daß kein resultierendes Reaktionsdrehmoment auf den Maschinenkörper
einwirkt. Das Teilen des Bohrkopfes und gegenläufige Antreiben der Bohrkopfteile
ist jedoch wegen der unterschiedlichen Bohrkopfarten nicht ohne weiteres bei Streckenvortriebsmaschinen
anwendbar. Im übrigen gewährleistet das durch die Auslegung der Bohrkopfteile festgelegte
Aufteilen des Reaktionsdrehmomentes nicht, daß nicht doch ein resultierendes Reaktionsdrehmoment
auf den Maschinenkörper ausgeübt wird. Dies kann beispielsweise beim Durchfahren
eines Gesteins mit über den Streckenquerschnitt unterschiedlich harten Schichten
oder bei unterschiedlichem Verschleiß der auf der Innenscheibe und auf dem Außenring
angeordneten Schneidwerkzeuge geschehen. In einem solchen Fall wird sich der Maschinenkörper
in der aufgefahrenen Strecke um die Maschinenlängsachse drehen, so daß dann auch
bei dieser Streckenvortriebsmaschine ein Rückdrehen des Maschinenkörpers erforderlich
wird.
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Um das Drehen des Maschinenkörpers um die Maschinenlängsachse zu verhindern,
laufen bei einer aus der britischen Patentschrift 772 901 bekannten anderen Streckenvortriebsmaschine
diese tragende seitlich angeordnete Raupenfahrwerke am Grund von Ausnehmungen, die
im unteren Bereich der Strecke an deren Seiten herausgearbeitet werden, so daß eine
Strecke mit nicht kreisförmigem Querschnitt entsteht. Das auf den Maschinenkörper
ausgeübte Reaktionsdrehmoment wird über das entsprechende Raupenfahrwerk in den
dieses tragenden Boden der Ausnehmung geleitet. Bei dieser Streckenvortriebsmaschine
ist der nicht in jedem Fall vertretbare hohe Aufwand nachteilig.
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Aus den am 14. September 1950 bekanntgemachten Unterlagen der deutschen
Patentanmeldung P 30140 D VI b/5 c ist eine Streckenvortriebsmaschine der eingangs
genannten Art bekannt, die mit Einrichtungen versehen ist, welche verhindern, daß
sich der Maschinenkörper infolge des auf ihn einwirkenden Reaktionsdrehmomentes
in der einen kreisförmigen Querschnitt aufweisenden Strecke um die Maschinenlängsachse
dreht. Nach der genannten Patentanmeldung ist vorgesehen, daß sich der Maschinenkörper
mit einer Führungsbacke gegen eine Schienenführung legt, die an einem besonderen
Stützwagen angeordnet ist, der hinter der Streckenvortriebsmaschine in der Strecke
verspannt wird. Dabei ist es nachteilig, daß durch den Stützwagen die Zugänglichkeit
der Streckenvortriebsmaschine eingeschränkt wird. Außerdem wird durch das Verspannen
des Stützwagens in der Strecke diese unter Umständen zerstört, da der Stützwagen
mit der Größe der Reaktionsdrehmomente, die erheblich sein können, entsprechender-
Stärke an der Streckenwandung angreifen muß. Ferner ist es erforderlich, den Stützwagen
unter Lösen seiner Verspannung in der Strecke schubweise der Streckenvortriebsmaschine
nachzuführen, da die Schienenführung des Stützwagens, auf welcher sich die Führungsbacke
des Maschinenkörpers abstützt, nur. eine begrenzte. Länge hat. Eine andere Möglichkeit,
den Maschinenkörper in der Strecke gegen Verdrehen zu sichern, besteht nach der
genannten Patentanmeldung darin, die Führun&srollen, mit welcher sich die Streckenvortriebsmaschine
in der Strecke abstützt, mit so hohem Druck gegen die Streckenwandung zu drücken,
daß dieser Reibungsdruck ausreicht, um den nötigen Widerstand zu liefern. Mit dieser
Methode ist jedoch ein Drehen des Maschinenkörpers um die Maschinenlängsachse nicht
mit Sicherheit zu verhindern. Diese Sicherheit wäre nur dann gegeben, wenn durch
das Andrücken der Führungsrollen die Streckenwandung zerstört würde, so daß sich
Nuten für die Führungsrollen bilden. In diesem Fall würde jedoch keine Strecke mit
kreisförmigem Querschnitt aufgefahren. In der genannten Patentanmeldung ist weiter
angegeben, daß es für viele Fälle ausreichend sein könne, die Führungsrollen so
schief zu stellen, daß allein die Schiefstellung eine Drehung des Maschinenkörpers
verhindere. Diese Schiefstellung der Führungsrollen bewirkt, daß diese nicht in
einwandfreier Weise auf der Streckenwandung abrollen, sondern daß sie über die Streckenwandung
geschoben werden, wobei diese naturgemäß angegriffen wird.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Streckenvortriebsmaschine
der eingangs genannten Art zu schaffen, mit welcher ein kontinuierlicher Vortrieb
unter weitgehender Schonung der Wandung der aufgefahrenen Strecke möglich ist; und
sie besteht darin, daß an dem Maschinenkörper ein Trimmgewicht angeordnet ist, das
in waagerechter Richtung quer zur Maschinenlängsachse verschiebbar ist und ein dem
Reaktionsdrehmoment entgegengerichtetes Gegendrehmoment erzeugt. Dadurch wird mit
einfachen Mitteln erreicht, daß keine Hilfsmittel zum Abstützen an der Wandung der
aufgefahrenen Strecke anzugreifen brauchen. Darüberhinaus wird erreicht, daß die
Größe des Gegendrehmomentes dank der Verschiebbarkeit des Trimmgewichtes derjenigen
des
Reaktionsdrehmomentes in einfacher Weise feinfühlig angepaßt
werden kann. Das Verschieben kann während des Streckenvortriebes ohne Unterbrechung
oder auch nur Behinderung des Schneidvorganges erfolgen. Dies ermöglicht bei Schwankungen
der Größe des Reaktionsdrehmomentes, die sich etwa infolge Abstumpfens der Schneidwerkzeuge
oder unterschiedlichen zu lösenden Gesteins ergeben können, ein rasches und genaues
Angleichen der Größe des durch das Trimmgewicht ausgeübten Gegendrehmomentes.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
schematisch dargestellt.
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Eine nicht weiter dargestellte Streckenvortriebsmaschine, die dem
Auffahren eines Stollens dient, weist ein Raupenfahrwerk 1 auf, das den Maschinenkörper
der Streckenvortriebsmaschine trägt und dem Verfahren der Streckenvortriebsmaschine
dient. In ihrer Lage zu der von ihr erzeugten Stollenwandung 2 wird die Streckenvortriebsmaschine
durch Stützarme 3, 4, 5 gehalten. Zwei hintereinander in einer Ebene liegende Stützarme
5 weisen jeweils an ihrer Oberseite eine Führung 6 auf, entlang welcher ein zwischen
den Stützarmen 5 befindliches Trimmgewicht 7 auf die Längsachse der Streckenvortriebsmaschine
zu oder von ihr weg bewegt werden kann. Selbstverständlich ist es auch möglich,
daß das Trimmgewicht von nur einem Stützarm 5 getragen wird. Die Querbewegung, durch
welche die gewünschte Veränderung des Gegendrehmomentes hervorgerufen wird, kann
von Hand oder mit Hilfe elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch betätigter Mittel
bewirkt werden. Auch ist es möglich, sie bei Bedarf durch eine Bedienungsperson
erfolgen zu lassen oder für das Verschieben eine Regeleinrichtung vorzusehen, deren
Eingreifen z. B. durch eine Veränderung der Größe des Reaktionsdrehmomentes ausgelöst
werden kann.