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Uhrgehäuse mit zusätzlichem drehbarem Skalenring Die Erfindung betrifft
ein Uhrgehäuse mit einem konzentrisch zur Lünette der Uhr angeordneten drehbaren
Skalenring, der im Bereich seines zum Uhrgehäuse gerichteten Rands eine Führungsbahn
aufweist, welche vorgespannt durch eine zwischen der Lünette und dem Skalenring
angeordnete Feder in eine komplementäre, zweite, uhrfeste Führungsbahn eingreift.
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Es sind bereits Uhren bekannt, die neben den gewöhnlichen Stunden-,
Minuten- und Sekundenzeigern mit einem speziellen Greenwich-Normalzeitzeiger versehen
sind, der in 24 Stunden einmal um das Zifferblatt herumläuft und dessen Anzeige
an einem in 24 Stundenintervalle unterteilten drehbaren Skalenring des Uhrgehäuses
abgelesen wird. Derartige Uhren sind in erster Linie für Flugzeugführer von Linienmaschinen
und für Marinenavigatoren gedacht, da sie eine gleichzeitige Anzeige der Ortszeit
und der Greenwich-Normalzeit ermöglichen.
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Die Greenwich-Normalzeit wird jedoch nicht in 12-Stunden-Abschnitten
ausgedrückt, sondern in 24-stündigen Intervallen, wobei Mitternacht 24.00 Uhr ist.
Wenn die Ortszeit daher beispielsweise in New York 5.30 Uhr ist, wird die Greenwich-Normalzeit,
nach der es gegenüber der New Yorker Ortszeit fünf Stunden später ist, als 10.30
Uhr ausgedrückt, während die Ortszeit von 5.30 Uhr nachmittags bzw. 15.30 Uhr in
New York einer Greenwich-Normalzeit von 22.50 Uhr entspricht.
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Der moderne Reisende hat außerdem ein Bedürfnis für eine Uhr, die
sowohl die Ortszeit als auch die Zeit in einer zweiten Zeitzone anzeigt, und in
einigen Fällen können auch gleichzeitig Anzeigen der Zeit nach 12- und 24-Stunden-Werten
erforderlich sein. Die internationalen Fahrpläne werden beispielsweise im allgemeinen
in 24-Stunden-Werten festgelegt, so daß eine Uhr, welche die Zeit in beiden üblichen
Formen anzeigt, die Notwendigkeit einer Umrechnung ausschaltet.
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Obgleich bereits Uhren mit drehbarem Skalenring auf dem Markt sind,
welche eine zweite Zeitanzeige bieten, besitzen diese Uhren doch gewisse Nachteile.
Um nämlich den Skalenring in eine neue Stellung drehen zu können, muß er zuerst
gedrückt werden, was nicht nur zu gewissen Schwierigkeiten bei der Einstellung führt,
sondern außerdem nach längerem Gebrauch dieser Einrichtung ein bedeutsames Nachlassen
der Spannung gegen den Skalenring hervorruft, so daß dieser locker wird und die
eingestellte Stellung nicht mehr beizubehalten vermag. Darüber hinaus ist der Ring
in einigen Fällen nicht wirksam mit dem Gehäuse verklemmt, so daß er sich von diesem
zu lösen vermag. Zur Vermeidung dieser Nachteile und Schwierigkeiten beschäftigt
sich die Erfindung in erster Linie mit der Schaffung eines Uhrgehäuses mit drehbarem
Skalenring verbesserter Konstruktion, der ohne Niederdrücken eingestellt werden
kann, um die Zeit in einer zweiten Zeitzone anzuzeigen.
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Das Uhrgehäuse soll dabei längere Zeit benutzt werden können, ohne
daß sich ein wesentlicher Verschleiß oder eine Änderung der Federspannung zeigt.
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Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bei einem
Uhrgehäuse der eingangs aufgeführten Art am Rand des Skalenrings ein einwärts gerichteter
Reibungsring vorgesehen ist, der unter einen auswärts gerichteten Flansch der Lünette
greift.
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Zum besseren Verständnis sei die Erfindung nunmehr an Hand der Zeichnungen
genauer erläutert. Es zeigt F i g. 1 eine Aufsicht auf ein Uhrgehäuse mit den Merkmalen
der Erfindung, F i g. 2 einen Schnitt durch das Uhrgehäuse gemäß F i g. 1, in vergrößertem
Maßstab, und F i g. 3 eine perspektivische Ansicht der Spannfeder.
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Gemäß den Zeichnungen weist die erfindungsgemäße Uhr ein Uhrgehäuse
mit einem feststehenden Gehäusering 10 auf, von dem zwei Ansatzpaare 11 und 12 zur
Aufnahme von ein Uhrarmband auf die normale Art und Weise befestigenden Federstiften
abstehen. Das Gehäuse ist mittels eines rückseitigen
Deckels 13
verschlossen, der durch einen mit Gewinde versehenen Klemmring 14 am Gehäusering
10
gehalten wird, wobei zwischen dem Deckel und dem festen Gehäusering eine
Dichtung 15 angeordnet ist, die einen wasserdichten Verschluß gewährleistet. Das
im Gehäuse vorgesehene Uhrwerk ist mit einem normalen, zwölf Ziffern aufweisenden
Zifferblatt 16 versehen und weist einen Stundenzeiger 17, einen Minutenzeiger
18 sowie einen Sekundenzeiger 19 auf.
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Neben diesen herkömmlichen Zeigern ist in bekannter Weise noch ein
besonderer Greenwich-Normalzeitzeiger 20 vorgesehen, der in 24 Stunden eine
volle Umdrehung durchführt. Dieser Spezialzeiger weist eine dreieckige Spitze auf
und bewegt sich bei laufender Uhr oder beim Einstellen der Zeiger synchron mit dem
normalen Stunden- und dem Minutenzeiger. Der normale Stundenzeiger führt bei jeder
vollen Umdrehung des Spezialzeigers zwei volle Umdrehungen aus. Wenn somit der Stundenzeiger
17 zwischen 12 Uhr Mitternacht bzw. 0.00 Uhr und 12 Uhr Mittag eine volle Umdrehung
abläuft, führt der die Greenwich-Normalzeit anzeigende Zeiger eine halbe Umdrehung
aus.
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Der Spezialzeiger 20 dient als Zeiger gegenüber einem drehbaren
Skalenring 21, der in 24 Stundenintervalle unterteilt ist. Während die herkömmlichen
Zeiger die Ortszeit auf die normale Weise anzeigen, zeigt der Spezialzeiger die
Greenwich-Normalzeit oder die Zeit in einer anderen Zeitzone an. Wenn dem Träger
der Uhr der Zeitunterschied zwischen der Zeitzone, in welcher er sich befindet,
und der zweiten, gewünschten Zeitzone bekannt ist, kann er den Ring 21 so weit verdrehen,
bis sich der entsprechende Stundenwert für die zweite Zeitzone um Mitternacht Ortszeit
gegenüber der Markierung »12« des herkömmlichen Zifferblatts befindet. Es sei beispielsweise
angenommen, daß die Uhr 4 Uhr nachmittags (16.00 Uhr) Ostamerikanische Normalzeit
anzeigt, während die zweite Zeitzone die Greenwich-Normalzeit sein soll, in welcher
es fünf Stunden später ist, d. h. in diesem Fall entspricht 0.00 Uhr Ortszeit 5.00
Uhr Greenwich-Zeit. Der Ring 21 muß also so weit gedreht werden, bis sich seine
Markierung »5« gegenüber der Markierung »12« des innenliegenden Zifferblatts befindet.
Der Zeiger 20 zeigt dann 21.00 Uhr auf der 24-Stunden-Skala, was der richtigen
Greenwich-Normalzeit für 16.00 Uhr Ortszeit entspricht.
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Im folgenden sei nunmehr die Konstruktion des drehbaren Rings und
seiner zugehörigen Teile genauer beschrieben. Der feststehende Gehäusering
10
ist mit einem aufwärts abstehenden zylindrischen Rand 10 a versehen,
über welchen ein gewölbtes Sichtglas 22 aufgesetzt ist, dessen Innenfläche die Außenfläche
des Rands berührt. Die Außenfläche des Rands 10 a ist mit einem Kreiswulst
10 b versehen, der in eine in der Innenfläche des Sichtglases ausgebildete
Ringnut eingreift. Das Glas wird am Rand 10 a durch einen Haltering
23 festgehalten, der auf der Oberseite des Gehäuserings 10 aufliegt
und das Glas umgibt. Der Ring 23 weist einen auswärts abstehenden Flansch 24 auf,
der eine kreisförmige Führung festlegt.
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Der drehbare Skalenring 21 umschließt das Sichtglas 22 und überlagert
den Haltering 23. Der Skalenring 21 ist mit einem abwärts abstehenden Rand
27
versehen, der mit einem konzentrisch zum Haltering 23 angeordneten und
die Unterseite des Führungsflansches 24 berührenden Reibungsring 28 verbunden ist.
Zwischen die Oberseite der Führung und die Unterseite des Skalenrings 21 ist eine
ringförmige Spannfeder 29 eingesetzt. Diese in F i g. 3 getrennt dargestellte Feder
29 besteht aus flachem Federmetall und ist in bekannter Weise mit Wellungen versehen,
um zwischen der Unterseite des drehbaren Rings 21 und der Oberseite des Führungsflansches
24
einen gleichmäßig verteilten Druck auszuüben.
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Durch diese Konstruktion hebt die Feder 29 gemäß F i g. 2 den drehbaren
Ring 21 über den Haltering 23 hinaus an und läßt den Reibungsring 28 in Gleitberührung
mit der Unterseite des Führungsflansches 24 gelangen. Zwecks Erleichterung
der Drehung ist die Randkante 21a des Skalenrings 21
verzahnt, wobei
die Einstellstellung des Skalenrings durch die Feder aufrechterhalten wird.
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Beim Zusammensetzen der Skalenringkonstruktion wird zunächst der Reibungsring
28 auf die Oberseite des feststehenden Gehäuserings 10 aufgelegt.
Das Sichtglas 22 wird befestigt, indem der Haltering 23 darübergedrückt wird, wobei
der vom Haltering auswärts abstehende Führungsflansch 24 über den Reibungsring 28
gelangt. Anschließend wird der Federring 29 über die Führung 24 aufgebracht. Schließlich
wird der drehbare Ring 21 über die ganze Anordnung hinweg eingerastet: Es ist zu
beachten, daß der Rand 27 an seiner Innenfläche mit einer Nut 27 a zur Aufnahme
des Reibungsrings 28 versehen ist, welcher beim Abwärtsdrücken des drehbaren Rings
in die Nut 27 a einrastet und in dieser festgehalten wird, Obgleich vorstehend nur
eine einzige bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Uhrgehäuses mit
einer drehbaren Skalenringanordnung dargestellt und beschrieben ist, sind ersichtlicherweise
zahlreiche Änderungen und Abwandlungen möglich, ohne daß der Grundgedanke und der
Rahmen der Erfindung verlassen werden. Obgleich die Erfindung in Verbindung mit
der gleichzeitigen Anzeige der Zeit in zwei Zeitzonen beschrieben wurde, ist es
außerdem ersichtlich, daß der drehbare Skalenring so kalibriert werden kann, daß
er mit dem Minutenzeiger der Uhr zusammenwirkt und Zeitabläufe zwischen 0 und 60
Minuten zu liefern vermag. Gewünschtenfalls können die am Skalenring vorgesehenen
Zeitmarkierungen auch entgegen dem Uhrzeigersinn angeordnet sein, so daß eine Restzeit-
bzw. Rückzählanzeige von einer eingestellten Einsetzzeit bis auf Null geboten wird.
Durch Verwendung eines vierten Zeigers, der sich in 24 Stunden über einen Teilstrich
bewegt, kann der äußere Skalenring als Datumanzeiger benutzt werden und müßte in
diesem Fall von 1 bis 31 kalibriert sein.