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Schaltungsanordnung für Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen
zur Blockierung der Verstärkungsregelung bzw, der Einstellung der Ansprechschwelle
in Mehrfrequenzenempfängern-Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung
für Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen zur zeitlich begrenzten Blockierung
der selbsttätigen Verstärkungsregelung bzw. der Einstellung der Ansprechschwelle
von. Mehrfrequenzenempfängern beim Empfang einer Reihe .von Mehrfrequenzencodezeichen.
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In Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen wird häufig eine codierte
Wähl in Form der sogenannten Mehrfrequenzencodewahl durchgeführt. So werden z. B.
die .emzelnen Ziffernwerte der Rufnummern durch je zwei Tonfrequenzen aus einer
Gruppe von sechs Frequenzen übertragen. Am Ende der übertragungsleitungen.sind Mehrfrequenzenempfänger
vorgesehen, die die Mehrfrequenzencodezeichen empfangen und auswerten. Infolge der
oft sehr unterschiedlichen Übertragungsgüte sowie unterschiedlicher Leitungslängen
-werden an einen derartigen Empfänger - hinsichtlich des für die Auswertung erforderlichen
Pegelbereiches und des Signal-Störabstandes relativ hohe Anforderungen gestellt.
Zur Konstanthaltung des Empfangspegels wird den Einzeltonempfängern eines Mehrfrequenzenempfängers
deshalb ein Regelverstärker vorgeschaltet, dessen Verstärkungsgrad durch eine Steuerspannung
geregelt wird, die aus der Ausgangsspannung des Verstärkers abgeleitet wird, und
deren zeitlicher Verlauf durch die Entladezeitkonstante eines Kondensators bestimmt.
ist. Auch kann den Einzeltonempfängern zum gleichen Zweck eine Steuerschaltung zugeordnet
sein, die den Empfangspegel breitbandig auswertet und entsprechend dieser Auswertung
die Ansprechschwelle der Einzeltonempfänger gemeinsam einstellt.
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Zur einwandfreien . Auswertung der empfangenen Zeichen ist eine kürze
Einstellzeit des Regelverstärkers bzw.. der Steuerschaltung erforderlich, d. h.
der bei Fehlen einer Eingangsspannung auf den höchsten Verstärkungsgrad bzw. die
höchste Empfindlichkeit eingestellte Empfänger muß beim Auftreten von Eingangsspannungen
nahezu sofort auf den. nun erforderlichen Verstärkungsgrad bzw. Ansprechwert eingestellt
werden, um beispielsweise übersteuerungen sowie Signalverzerrungen zu vermeiden.
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Durch eine kurze -Einstellzeit besteht jedoch die Gefahr, daß ein
gleichfalls übertragener kurzer Störton oder Knack hoher Amplitude während eines
empfangenen. Codezeichens den bereits. eingestellten Regelverstärker bzw. . die
Ansprechschwelle so unempfindlich stellt, daß die bereits, wirksam geschalteten
Einzeltonempfänger abfallen und danach wieder ansprechen, wenn die Störung abgeklungen
und die Empfindlichkeit auf ihren alten* Wert zurückgestellt ist. Die Auswirkung
derartiger Vorgänge ist eine Zeichenverdoppelung am Empfäi'q"geiaüsgang. Störungen
der genannten Art können beispielsweise durch die gleichzeitige Übertragung voii
Gleichstromimpulsen mit den Mehrfrequenzencodezeichen verursacht werden. .
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Bei einem bekannten Mehrfrequenzenempfänger, der mit einem den Einzeltonempf'ängern
vorgeschalteten Regelverstärker ausgerüstet' ist, wird dieser Et, fekt teilweise
dadurch vermieden, daß die Fähigkeit des Regelverstärkers, eintreffende Zeichen
selbsttätig auf den Soll-Empfangspegel. des.,Empfängers einzuregeln, nach. Aufnahme
des ersten Zeichens einer Zeichenfolge bis zum letzten Zeichen dieser Folge unterbunden
wird. Diese Blockierung der selbsttätigen Regelung wird nach dem Ende des letzten
Zeichens der Zeichenfolge wieder .aufgehoben. In dem, Zeitraum nach Aufnahme des
ersten Zeichens bis nach Ende des letzten Zeichens der Zeichenfolge; kann bei diesem
bekannten Mehifrequenzenempfänger also die Zeichenverdoppelung, durch Störungen
der beschriebenen Art nicht auftreten. Gelangt jedoch eine solche Störung beim Empfang
des ersten, Zeichens auf den Eingang des Regelverstärkers bzw. der Steuerschaltung
zur Einstellung der Ansprechschwelle, so kann die Zeichenverdoppelung infolge der
dann noch nicht blockierten Regelung auftreten.
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Die Aufgabe der Erfmdung besteht nun darin, den beschriebenen Nachteil
von Mehrfrequenzenempfängern zu vermeiden und das Auftreten einer Zeichenverdoppelung,
verursacht durch während des ersten empfangenen Mehrfrequenzencodezeichens in einem
Mehrfrequenzenempfänger empfangene Störimpulse zu verhindern. Dies geschieht für
einen Mehrfrequenzenempfänger,
dessen selbsttätige Regelung bzw.
Einstellung der Ansprecbschwelle zeitlich: .begrenzt blockiert wird, durch eine
Schaltungsanordnung, bei der diese Blockierung innerhalb der einen Teil der Ansprechzeit
des Mehrfrequenzenempfängers bildenden Schätzzeit einsetzt. und nach Ende eines-Mehrfrequenzencodezeicbels-
beendet wird., .
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Während der Anspreöhzeit eines 1Gfehrfreqüenzenempfängers wird nach
der $mschwingzeit der Tonfrequenzfilter innerhalb der Schutzzeit vor dem Empfängerausgang
unter anderem eine Codeprüfung sowie dann die davon abhängige endgültige Wirksamschaltung
eines Codezeichens am Empfängerausgang vorgenommen. Durch die Blockierung der selbsttätigen
Verstärkungsregelung bereits in der Schutzzeit kann ein Knack, der von diesem Zeitpunkt
an auftritt, keine Zeichenverdoppelung mehr verursachen. Zweckmäßig wird als Kriterium
für das Einsetzen der Blockierung das Ergebnis der. Codeprüfung eines jeweils empfangenen
Mehrfrequenzencodezeichens verwendet. Dieses Kriterium liegt bereits innerhalb sehr
kurzer Zeit vor; so daß die Blockierung bereits sehr früh einsetzen kann.
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Sollte während eines empfangenen Mehrfrequenzencodezeichens bereits
vor der Codeprüfung, also vor dem Ansprechen des Empfängers, ein Knack auftreten;
so wird sieh die Verstärkung bzw. die Ansprechschwelle auf einen der Amplitude dieser
Störung entsprechenden geringen Wert einstellen. Da die Tonfrequenzfilter des Empfängers
auf diesen Vorgang jedoch infolge ihres Ausschwingens verzögert reagieren, könnte
die Einrichtung zur Codeprüfung noch kurzzeitig angesteuert werden, eine Blockierung
der . Verstärkungsregelung auf dein genannten Wert verursachen und den Empfänger
kurzzeitig zurr Ansprechen bringen. Um mit dem daraüffolgenden endgiiltigen Ansprechen
auf das empfangene Zeichen eine Zeichenverdoppelung zu vermeiden, wird in weiterer
Ausbildung der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung der zum Zeitpunkt der Blockierung
beginnende Teil der Schutzzeit länger bemessen als die maximale Ausschwingzeit der
im Empfänger vorhandenem Tonfrequenzfilter. Dadurch verschwindet bei Unterbrechung
des empfangenen: Zeichens das für das Ansprechen des Empfängers erforderliche Äusgangszeichen,
so daß das beschriebene kurzzeitige Ansprechen unmöglich ist.
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Die Figur zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung
eines Mehrfrequenzenempfängers, der zum Empfang von Tonfrequenzsignalen im 2-aus-6-Code
ausgelegt ist. Von diesem Empfänger sind lediglich die für das Verständnis: der
Erfindung erforderlichen wesentlichen Baustufen dargestellt. Dem Tonfrequenzenempfänger
TE ist ist ein Verstärker V vorgeschaltet, an dessen Eingang ein Dämpfungsnetzwerk
vorgesehen ist; dem eine Regelspannung zur Verstärkungsregelung zugeführt wird.
Dieses Dämpfungsnetzwerk enilhält als Stellglied den Feldefiekttransistor T4; dessen
hochohmiger Eingang die Verwendung eines Kondensators als Analogspeicher für die
Einstellung der Verstärkung möglich macht: Der Regelstromkreis zur bämpfungsregelung
verläuft über die Zenerdiode Z, den Transistor- T2, die Diode D 1. und den
Transistor T3. Dabei wird der Transistor T2 an seiner Basis durch eine Spannung
gesteuert, die am, Aus-, gang des Verstärkers V' abgenommen und. an der Gleichrichterbrücke
G gleichgerichtet wird. Ist.diese-Gleehspannupg,.größer als die Z erspannung der
Zenerdiode Z bzw. als: die .dadurch vorgegebene Sollspannung, so wird der vorher
gesperrte Transistor T2 leitend. Über die Diode D 1 und den über die Widerstände
R 1 und R2-leitend; gesteuerten Transistor T3 etfölgt die .Steuerung: der. durch
das Dämpfungsnet2-werk erzeugten Ijämpfung mittels der die Sollspanaung übersteigenden
Regelspannung; wobei der Feldeffelcnransistor T'4 niederohmig gesteuert wird, so
daß die Dämpfung ansteigt und die hinter dem Verstärker V zur Verfügung stehende
Spannung wieder abfällt. Der als Analogspeicher für die Einstellung der Dämpfung
dienende Kondensator C1 wird dabei auf eine dem jeweils einzustellendem.-Dämpfungswert
entsprechende Spannung aufgeladen. Durch den mit dem Regelstrom an der Diode D 1
auftretenden Spannungsabfall wird der Kondensator C 2.aufgeladen--und der Transistor
T 1gesperrt.
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Erscheint am Eingang R ein. über eine Übertran gungsleitung aplcommende
Signal, so wird diese durch die irlung der Verstär)u.igsregelung mit stets gleichbleibendem
Pegel auf den Tonfrequenzen, empfänger TE gegeben. Sofern es. sich bei diesem Signal
um Codefrequenzen handelt, gelangen diese auf die auf jeweils eine Frequenz abgestinunten
Einzeltonempfänger. Die, Ausgangssignale dieser Einzel tonempfängerwerden innerhalb
teer Schutzzeit in einer SteuerscbaltungS_T auf die richtige Codierung d. h. auf
ihr Vorhandensein, an. zwei von sechs mäglichen lrrrlpfängerausgängen geprüft. Nach
der zur Codeprüfung erforderlichen Zeit werdet dann, die beide. entsprechenden AusgängeA
l bis A 6 über eine ZeitschaltungZS wirksam geschaltet, die den. tierbleibenden
Teil der zurre sicheren, Ansprechen des, Empfängers erforderlicher: Schutzzeit erzeugt,
Zur Blockierung der Verstärkungsregelung dient der Transistor T3, Dieser wird unmittelbar
nach erfolgter Codekontrolle durch das dann über die Steuerschaltung ST an seine
Basis geschaltete Erdpotential gesperrt. Das dem Verstärker Y vorgeschaltete I?'ärnpfungsnetzwerk
behält Beirre vorher atü das e.mp-. fangene Zeichen eingestellte Dämpfung bei, da
der auf die dem Dämpfungswert entsprechende Spannüng aufgeladene l(ondensater C1
sich :nicht entladen kann. Au. Ende, des empfangenen Mehrfxequenzencodezeicltens
wird das über die Steuerscbaltung ST vorher angeschaltete Erdpotential wie-, dar
abgeschaltet, so dall sich bei. ..icbt mehr fließen-. dein Regelstrom und damit.
nicht mehr aufrechterhaltenem Spannungsabfall an der Diode D 1 der Kondensator
CZ in, Reihenschaltung reit der Diode D 2 und dem Kondensator C 1 über die Widerstände
R 3 und R 1. sowie die Spannungsquelle bis zum: I,eiten.dwerden, des Transistors.
T-1 .umlädt. Dieser entlädt dann über die Diode L? 2- den Kondensator C 1. Damit
ist das Dämpfungsnetzwerk vor dem Ver-. stärker Y wieder auf seine 'geringste Dämpfung
und. der Verstärker.Y auf seine höchste Empfindlichkeit gestellt.
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Es sei darauf hingewiesen, daß. die: Erfindung zwar an Hand eures
AüsführungAeispieles eines MehrfrequenzenQrr,pf4ngers beselrieben wurde-, - der
mit eurem Regelverstärker arbeitet, daß eine. Anwendung der Erfindung jedoch -auch.
in ,gleicher Weise. bei einem Mebrfrequenzenenipfänger .möglich ist, der mit einer
Steuerschaltung versehen, ist,: die den Empfangspegel breitbündig auswertet und
danach die Au.-sprechschwelle der Ton@pfänge-gemeinsam steuert.