DE1277920B - Elektronische Schaltvorrichtung mit mindestens einem Vierzonentransistor - Google Patents
Elektronische Schaltvorrichtung mit mindestens einem VierzonentransistorInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
H03k
Deutsche Kl.: 21 al - 36/18
Nummer: 1 277 920
Aktenzeichen: P 12 77 920.3-31 (W 43303)
Anmeldetag: 4. Februar 1967
Auslegetag: 19. September 1968
Die Erfindung betrifft eine elektronische Schaltvorrichtung mit mindestens einem Vierzonenthyristor,
der eine erste Zone mit einem Anodenanschluß, eine zweite Zone mit einem Anoden-Steueranschluß, eine
dritte Zone mit einem Steueranschluß sowie eine vierte Zone mit einem Kathodenanschluß aufweist,
Wobei die zweite und dritte Zone eine mit einer Sperr-Wiederherstellungszeit behaftete Grenzschicht
bilden und wobei der Anoden- und der Kathodenanschluß mit einem Abschaltkreis verbunden sind,
welcher einen Sperrstrom durch die erste und vierte Zone des Thyristors treibt.
Für elektronische Schaltvorrichtungen ist die Verwendung verschiedenartiger Halbleiterelemente bekannt.
Ein besonders häufig verwendetes Halbleiterelement ist der Thyristor, ein als PNPN-Vierzonentriode
ausgebildeter, steuerbarer Siliziumgleichrichter. Derartige Halbleitertrioden haben bekanntlich einem
gasgefüllten Thyratron entsprechende Eigenschaften und bleiben nach erfolgter Einschaltung ohne beson- ao
deres Steuersignal leitfähig bis zum nächsten Ausschaltvorgang. Trotz der im Vergleich zum Thyratron
wesentlich höheren Schaltgeschwindigkeit des Thyristors erfordern gewisse in jüngster Zeit aufgetretene
Anwendungsfälle noch wesentlich höhere Werte der Schaltgeschwindigkeit, die mit den üblichen Thyristoren
an sich nicht erreichbar sind. Die Anwendung von Thyristoren für extrem hohe Schaltgeschwindigkeiten,
insbesondere in Thyristor-Reihenschaltungen für Hochspannungsschalter, wird durch
zwei grundlegende und miteinander in Wechselwirkung stehende Erscheinungen beeinträchtigt. Die
erste dieser Erscheinungen ist der dynamische Durchbruch solcher Halbleiterelemente, auch dv/di-Effekt
genannt, während die zweite Erscheinung mit der Speicherung von Minoritätsträgern zusammenhängt,
wovon die Fähigkeit des Halbleiterelements zur raschen Wiedererlangung der Sperrwirkung in
Durchlaß- oder Vorwärtsrichtung — vom Leitzustand ausgehend — abhängig ist.
Der dynamische Durchbruch tritt auf, wenn das anfänglich im Sperrzustand befindliche Halbleiterelement
in Vorwärtsrichtung mit einer sich rasch ändernden Anoden-Kathoden-Spannung beaufschlagt
wird. Der hierdurch entstehende Verschiebungsstrom über die der Raumladungs- oder Ladungsträgermangelzone
entsprechende Kapazität bewirkt nämlich eine unbeabsichtigte Umschaltung in den Leitzustand.
Die zweite Erscheinung ist durch die Ansammlung von Minoritätsträgern bzw. die Ladungsspeicherung
im Leitzustand des Halbleiterelements bedingt. Diese Ladung muß im wesentlichen abgeflossen sein, bevor
Elektronische Schaltvorrichtung mit mindestens einem Vierzonentransistor
Anmelder:
Western Electric Company, Incorporated,
New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter:
Dipl.-Ing. A. Boshart
und Dipl.-Ing. W. Jackisch, Patentanwälte,
.7000 Stuttgart N, Menzelstr. 40
Als Erfinder benannt:
Dennis Vern Brockway, Urbana, JIl. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 10. Mai 1966 (549 030) - -
das Halbleiterelement seine Starrfähigkeit in Vorwärtsrichtung wiedererlangt. Zur Erhöhung der
Schaltgeschwindigkeit ist daher nicht nur eine Verbesserung der dynamischen Durchbruchsfestigkeit,
sondern auch eine entsprechende Verminderung der Sperr-Wiederherstellungszeit in Vorwärtsrichtung erforderlich.
Zur Erreichung des letztgenannten Ziels sind bereits verschiedene Lösungen angegeben worden. Im
vorliegenden Zusammenhang ist insbesondere hinzuweisen auf die Literaturstelle »How to Suppress
Rate Effect in PNPN Devices« von Richard A. Stasior (»Electronics«, 10.1.1964, S. 30 bis 33).
Fig. 5 (A) dieser Literaturstelle zeigt einen Vorschlag zur Verbesserung der Sperr-Wiederherstellungszeit
und zur Unterdrückung des Änderungseffektes bei einem PNPN-Thyristor. Dieser Vorschlag umfaßt die
Anordnung einer vierten Thyristorklemme, die mit der zweiten Zone des Halbleiterelements verbunden
ist und als »Anodenanschluß« bezeichnet wird. Während der Sperr-Wiederherstellungszeit beschleunigt
ein Strom, der über einen in Reihe mit dem Anodenanschluß angeordneten Widerstand fließt, die Entladung
der mittleren Grenzschicht des Thyristors. Mit dieser Lösung sind jedoch einige Nachteile verbunden.
Um eine merkliche Verbesserung zu erreichen, muß der Reihenwiderstand in vergleichbarer Größe
zum Lastwiderstand bemessen werden. Hierdurch ist eine Verminderung des Wirkungsgrades bedingt, da
der Reihenwiderstand etwa ebensoviel Leistung auf-
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nimmt wie der Lastwiderstand. Ein weiterer Nachteil F i g. 2 zeigt ein Schaltungsbeispiel nach einem
besteht darin, daß der Thyristor für die Aufnahme anderen, noch nicht bekannten Vorschlag. Hierin ist
und Steuerung eines Stromes von etwa doppelter ein Thyristor 77? der gleichen Art wie nach Fig. 1
Größe des nutzbaren Laststromes auszulegen ist. vorgesehen, jedoch durch ein unterschiedliches Sym-Aufgabe
der Erfindung ist die Schaffung einer 5 bol angedeutet, welches die verschiedenen Zonen des
elektronischen Schaltvorrichtung unter Verwendung Halbleiterelements schematisch erkennen läßt. Demeines
Thyristors, die sich gegenüber den bekannten gemäß umfaßt der Thyristor vier Zonen Pl, Nl, P 2
Einrichtungen durch erhöhte Schaltgeschwindigkeit und Nl, weiche Grenzschichten Jl, Jl und 73 bilbei
Vermeidung der bekannten Nachteile auszeichnet. den. Wie in F i g. 1 liegt der Kathodenanschluß 4 an
Bei einer Schaltvorrichtung der eingangs genannten io Masse, während der Anodenanschluß 3 über Last-Art
kennzeichnet sich die erfindungsgemäße Lösung widerstand R mit der positiven Seite der Gleichspandieser
Aufgabe hauptsächlich dadurch, daß der Ab- nung V sowie parallel hierzu über Induktivität L und
schaltkreis eine zwischen der dritten und vierten Kapazität C gegen Masse geschaltet ist. An Stelle der
Zone angeschlossene erste Diode, eine zwischen der einzigen Diode in Fig. 1 sind zwei Dioden D1
ersten und dritten Zone angeschlossene zweite Diode 15 und Dl vorgesehen, welche in Reihe zwischen
sowie eine zwischen der zweiten und vierten Zone Anoden- und Kathodenanschluß angeordnet und mit
angeschlossene dritte Diode aufweist und daß die ihrem Verbindungspunkt, welcher die Eingangs-Sperr-Wiederherstellungszeit
der Grenzschicht gerin- klemme 1 bildet, am Steueranschluß 5 liegen. Im ger als die Sperr-Wiederherstellungszeit der ersten Vergleich zu der mittleren Grenzschicht 72 muß
Diode sowie größer als diejenige der zweiten und 20 hierbei Dl eine längere, Dl jedoch eine kürzere
dritten Diode ist. Sperr-Wiederherstellungszeit aufweisen.
Die Erfindung wird weiter an Hand der in den Die Wirkungsweise der Schaltung nach Fig. 2
Zeichnungen dargestellten Schaltungsbeispiele erläu- soll kurz betrachtet werden. Vor dem Eintreffen
tert. Hierin zeigen eines Auslöseimpulses am Eingang 1 ist der Thyristor F i g. 1 und 2 zwei elektronische Schaltvorrichtun- 25 bei auf die Gleichspannung V aufgeladener Kapazigen
zur Erleichterung der Erfindungsbeschreibung, tat C nichtleitend. Nach Eintreffen eines Auslöse-F
i g. 3 eine einfache Ausführung der erfindungs- impulses entspricht die Wirkungsweise zunächst der
gemäßen Schaltvorrichtung, zu F i g. 1 erläuterten, und zwar bis zu dem Zeit-Fig.
4 die Anwendung der erfindungsgemäßen punkt, in welchem der Strom während der zweiten
Schaltvorrichtung in Form einer Reihenschaltung für 30 Halbwelle in Rückwärtsrichtung über den Thyristor
einen Hochspannungsschalter und zu fließen beginnt. Offensichtlich ist dies ein Sperr-Fig.
5 eine Ersatzschaltung mit einfachen Dioden strom für die Grenzschichten71 und 73, jedoch ein
für die bei der Anordnung gemäß Fig. 4 verwende- Durchlaßstrom für die Grenzschicht72. Dieser Strom
ten Zenerdioden mit geringer Sperr-Wiederherstel- fließt in Rückwärtsrichtung über den Thyristor, weil
lungszeit. 35 Dl zu diesem Zeitpunkt durch die in der Grenz-Fig.
1 zeigt einen Schaltkreis mit Thyristor TH schicht73 gespeicherte Ladung in Sperrichtung vorsowie
Anodenanschluß 3, Steueranschluß 5 und Ka- gespannt ist, während D 2 durch die entgegengesetzte
thodenanschluß 4. Ein als Abschaltkreis vorgesehener Ladung in den Grenzschichten 71 und 72 unterhalb
Resonanzkreis umfaßt eine Induktivität L und eine ihrer Spannungsschwelle vorgespannt ist. Der in
Kapazität C in Reihe zwischen Anoden- und Katho- 40 Rückwärtsrichtung fließende Halbwellenstrom verdenanschluß
3 bzw. 4. Parallel hierzu ist ferner eine ringert zunächst die Ladungsdichte in der Grenz-Diode
D sowie über einen Lastwiderstand R eine schicht 73, welche infolgedessen zunehmend sperrt
Gleichspannung V angeschlossen, letztere mit ihrer und den Strom über D1 erhöht, bis D1 den gesamten
negativen Klemme am Kathodenanschluß 4 gegen Strom in Rückwärtsrichtung übernimmt. Letzterer
Masse. Ein Auslöseimpuls an der Eingangsklemme 1 45 fließt nun weiter über Dl und die Grenzschichten 71
bzw. der entsprechende Spannungsabfall an einem und 72, bis die Ladung in 71 auf 0 abnimmt, wo-Widerstand
7 zwischen Steueranschluß 5 und Katho- durch der Strom über 71 und 72 ebenfalls auf 0 abdenanschluß
4 ruft einen anfänglichen Stromfluß im nimmt. Gleichzeitig nimmt der Strom über D1 entThyristor
hervor, der sich anschließend über die sprechend bis zum Gesamtwert des in Rückwärtsrich-Gleichspannungsquelle,
Klemme 2, Lastwiderstand R 5° tung fließenden Stromes zu. Wegen der Vorspannung
und die Anoden-Kathoden-Strecke des Thyristors in Durchlaßrichtung weist die Grenzschicht 72 eine
fortsetzt. Vor der Auslösung dieses Stromes wurde von 0 verschiedene Ladungsdichte auf, welche durch
die Kapazität C des Abschaltkreises auf die Gleich- Rekombination abnimmt und zu wachsender Sperrspannung
V aufgeladen. Sobald der Thyristor leitend wirkung führt. Wegen der im Vergleich zu 72 gerinwird,
beginnt eine Stromschwingung über die Induk- 55 geren Wiederherstellungs- oder Entladungszeit sperrt
tivität L, den Thyristor TH und Kondensator C, wo- D 2 zuerst wieder, so daß ein erneut in Vorwärtsrichbei
die erste Halbwelle in Vorwärtsrichtung über den tung zugeführter Strom für die mittlere Grenzschicht
Thyristor fließt. Bei der zweiten Halbwelle setzt zu- einen Sperrstrom bildet und die Differenz zwischen
nächst im Thyristor Stromfluß in Sperr- oder Rück- dem Ladestrom und dem Schwingkreisstrom auswärtsrichtung
bis zum Beginn der Sperrwirkung ein. 60 gleicht. Die Auslösung des Thyristors wird dadurch
Von diesem Augenblick an übernimmt die Diode D verhindert, daß die Summe der Stromverstärkungsden
Stromfluß der zweiten Halbwelle. Hiedurch wird faktoren der äquivalenten Transistoren des Thyristors
der Thyristor selbsttätig abgeschaltet, wobei eine unterhalb des Wertes 1 gehalten wird. Dies ist da-Restladung
entsprechender Polarität in der Kapazi- durch sichergestellt, daß sich Dl langsamer entlädt
tätC verbleibt. Letztere wird anschließend wieder 65 als die mittlere Grenzschicht 72.
über R und L auf die Gleichspannung V aufgeladen. Aus der vorangehenden Beschreibung ergibt sich,
Damit ist wieder der Ausgangszustand für den nach- daß die Entladung der Grenzschicht 71 mittels eines
sten Auslöseimpuls am Eingang 1 hergestellt. Durchlaßstroms über die Grenzschicht 72 erzwungen
wird, wodurch jedoch der Speichereffekt in der Grenzschicht 72 zunimmt. Wenn dies verhindert
werden kann, läßt sich die Entladung oder Sperr-Wiederherstellung dieser Grenzschicht beschleunigen.
Gemäß vorliegender Erfindung wird dies durch Ver-Wendung eines Thyristors mit vier Anschlüssen sowie
einer zusätzlichen Diode erreicht.
Bei dem Ausführungsbeispiel der erfindungsgeinäßen Schaltung nach Fig. 3 ist ein Vierzonenfhyristor
TH mit von außen zugänglichen Anschlüssen für alle Zonen vorgesehen. Der Anodenanschluß 3
ist mit der ersten Zone Pl sowie über einen Ladewiderstand R mit der Gleichspannung V verbunden.
Der Kathodenanschluß 4 ist mit der vierten Zone N 2 sowie mit Masse verbunden. Die dritte Zone P 2 ist
mit dem Steueranschluß 5 und die zweite Zone Nl mit dem Anoden-Steueranschluß 6 verbunden. Die
zwischen den einzelnen Zonen befindlichen Grenzschichten 71, 72 und 73 entsprechen der Anordnung
nach Fig. 2. Im übrigen entspricht die Schaltung so
ebenfalls derjenigen nach F i g. 2, ausgenommen jedoch die zusätzliche Anordnung einer Diode D 3
zwischen dem Kathodenanschluß 4 und dem Anoden-Steueranschluß 6. Es wurde festgestellt, daß durch
diese zusätzliche Diode eine wesentliche Verbesserung sowohl der dynamischen Durchbruchsfestigkeit wie
auch der Sperr-Wiederherstellungszeit in Vorwärtsrichtung
des Thyristors erreichbar ist.
Die Wirkungsweise der Schaltung nach Fig. 3
ergibt sich aus der folgenden Beschreibung eines Arbeitsspiels. Wenn am Eingang 1 ein Auslöseimpuls
eintrifft, wird der Thyristor eingeschaltet und die erste Halbwelle der Stromschwingung vom Resonanzabschaltkreis
LC fließt in der zu F i g. 1 und 2 beschriebenen Weise über den Thyristor. Während der
zweiten Halbwelle der Stromschwingung weichen die ablaufenden Vorgänge jedoch wesentlich von den
vorangehend beschriebenen ab und führen zu einer wesentlich schnelleren Abschaltung und Sperr-Wiederherstellung.
In Rückwärtsrichtung fließt der Schwingstrom zunächst über alle drei Grenzschichten
des Thyristors, bis die Entladung und Sperrung der Grenzschicht 73 beginnt. Der Strom wird dann über
D 3 und 71 abgeleitet. Hierbei ist es von besonderem Vorteil, daß Z>3 den Entladungsstrom für 71 ohne
Stromfluß über 72 liefert, da hierdurch die in 72 gespeicherte und vor der erneuten Sperrung abzuführende
Ladungsmenge vermindert wird. Sobald sich 71 entlädt und zunehmend sperrt, fließt der abschaltende
Sperrstrom nun in Sperrichtung bezüglich 72 über Z) 3, 72 und D 2, wodurch eine rasche Entladung
der mittleren Grenzschicht 72 erzwungen wird. Sobald die Sperrwirkung der letzteren beginnt, wird
der Rest des in Rückwärtsrichtung fließenden Stroms vom Abschaltkreis über D1 und D 2 abgeleitet. Kurze
Zeit später beginnt die dritte Halbwelle der Stromschwingung und addiert sich zu dem von der Gleichspannungsquelle
gelieferten Strom. Dieser Gesamtstrom fließt augenblicklich über Dl und D 2, bewirkt
jedoch wegen der raschen Entladung von D 2 die alsbaldige Sperrung auch von Dl, wobei die Entladung
der letztgenannten Diode durch Rekombination vollendet wird. Die langsamere Entladung von
D1 verhindert dabei die ungewollte Umschaltung des
Thyristors durch einen Verschiebungsstrom. Die Aufeinanderfolge der soeben beschriebenen Vorgänge
ermöglicht nicht nur die Entfernung der in der Grenzschicht 71 gespeicherten Ladung ohne Stromfluß
über die Grenzschicht 72, sondern erzwingt auch einen Sperrstrom durch 72 und beschleunigt die
Entladung der letztgenannten Grenzschicht im Vergleich zu der Entladung allein durch Rekombination
ganz wesentlich. Hierdurch wird ferner die Wiederzuführung der Speisespannung mit einer wesentlich
erhöhten Zunahmegeschwindigkeit ermöglicht, ohne Fehlauslösungen hervorzurufen. Dieser Effekt wird
wesentlich dadurch verstärkt, daß die Dioden D 2 und D 3 eine raschere Sperr-Wiederherstellung als die
Grenzschicht 72 aufweisen, während die Diode Dl ihre Sperrwirkung langsamer wiedergewinnt.
Versuchsergebnisse zu der erfindungsgemäß erzielbaren Wirkung sind in der Tabelle zusammengestellt,
die sich auf eine Schaltung mit einem handelsüblichen Thyristor bezieht. In der Tabelle sind Werte für die
Sperr-Wiederherstellungszeit der Schaltungen nach Fig. 1 und 2 bei einem Wert der Steigerungsgeschwindigkeit
der Anoden-Kathoden-Spannung von 2000 V/sec-"6 nicht enthalten, weil hierbei die Durchbruchsfestigkeit
des Thyristors in der Schaltung überschritten war. Hervorzuheben ist, daß die Sperr-Wiederherstellungszeit
für die Schaltung nach F i g. 3 geringer als bei den beiden vorgenannten Schaltungen
sowie nahezu unabhängig von der Steigerungsgeschwindigkeit ist.
| Steigerungs geschwindigkeit dv/dfV/sec-e |
Sperrt Fig.l |
ftederherste: in see-6 Fig. 2 |
lungszeit Fig. 3 |
| 200 | 2,8 3,5 4,0 |
2,2 2,8 3,2 |
1,4 1,15 1,6 1,4 |
| 500 | |||
| 1000 | |||
| 2000 |
Versuche mit einem experimentellen Thyristor ergaben eine Wiederherstellungszeit von 45 sec~e bei
einer Spannungs-Steigerungsgeschwindigkeit von 200V/sec~e und einer dynamischen Durchbruchsfestigkeit
von weniger als 500 V/sec~6 in der Schaltung
nach Fig. 1. Der gleiche Thyristor ergab eine Wiederherstellungszeit von 4,5 sec~6 in der Schaltung
nach Fig. 2 bei einer Spannungs-Steigerungsgeschwindigkeit von 200 V/sec~e. In der erfindungsgemäßen
Schaltung wurde die Wiederherstellungszeit des gleichen Thyristors auf 2,5 sec~e vermindert,
wobei dieser Wert bis zu einer Spannungs-Steigerungsgeschwindigkeit von SOOOV/sec-6 annähernd
unverändert blieb. Mit einer anderen Thyristorausführung ergab sich in der erfindungsgemäßen Schaltung
eine Wiederherstellungszeit von nicht mehr als 0,75 sec~e bei einer Spannungs-Steigerungsgeschwindigkeit
von 4000 V/sec-6. Diese Versuchsergebnisse bedeuten eine entscheidende Verbesserung sowohl
der dynamischen Durchbruchsfestigkeit wie auch der Sperr-Wiederherstellungszeit durch Anwendung der
erfindungsgemäßen Schaltung.
Die erfindungsgemäße Ausführung nach F i g. 3 kann zu einer Reihenschaltung für einen Hochspannungsschalter
nach F i g. 4 ausgebaut werden. Jede Stufe dieses Hochspannungsschalters besteht
dabei aus einen Thyristor mit drei Dioden gemäß Fig. 3. Die unterste Stufe wird dabei wie zu Fig. 1
erläutert durch einen Auslöseimpuls am Eingang 1 in den Leitzustand geschaltet. Bei einer umfangreichen
Reihenschaltung ist es im allgemeinen erforderlich, mehr als eine Stufe auszulösen. Die gesamte
Reihenschaltung wird in jedem Fall durch im wesentlichen
gleichzeitige Auslösung einiger Stufen eingeschaltet, deren Anzahl von der Gesamtstufenzahl
abhängt. Im Beispielsfall ist angenommen, daß zur Einschaltung die Auslösung einer einzigen Stufe ausreicht.
Einfache Dioden mit geringer Sperr-Wiederherstellungszeit, wie die DiodeD2 in Fig. 3, können in
Kaskadenschaltern mit Erfolg nicht eingesetzt werden, sind vielmehr gemäß F i g. 4 durch Zenerdioden
DZ mit entsprechend geringer Wiederherstellungszeit zu ersetzen. Die an Klemme 2 der Kaskade gemäß
Fig. 4 zugeführte Gesamtspannung muß geringer sein als die Summe der Durchbruchsspannungen der
Zenerdioden. Wenn eine oder mehrere der Stufen am masseseitigen Ende der Kaskade durch einen
Auslöseimpuls eingeschaltet werden, so muß die Summe der Durchbruchsspannungen der verbleibenden
Zenerdioden unter den Wert der Gesamtspannung absinken, so daß alle restlichen Zenerdioden leitend
werden. Zur Erläuterung dieser Wirkungsweise sei angenommen, daß die masseseitige Endstufe in F i g. 4
in der vorangehend erläuterten Weise ausgelöst wird. Wenn danach, wie vorausgesetzt, die Summe der
restlichen Zenerdioden überschritten ist, so fließt ein entsprechender Strom von Klemme 2 über den Lastwiderstand
R und die einzelnen Zenerdioden sowie die zugehörigen Widerstände 7 und letztlich über den
Thyristor TH der untersten Endstufe an Masse. Hierbei wirkt der Spannungsabfall an jedem der Widerstände
7 als Auslöseimpuls für die Thyristoren der einzelnen Stufen und schaltet diese in den Leitzustand
um. Hierdurch wird die Stromschwingung in dem Resonanzabschaltkreis eingeleitet, wodurch jede
Stufe in der zu F i g. 3 erläuterten Weise wieder ausgeschaltet wird.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 4 sind ein Widerstand RT und ein Kondensator CT in Reihe
parallel zu der Kaskade geschaltet. Zweck dieser Anordnung ist die Unterstützung der Einschaltung für
die gesamte Kaskade nach Zuführung eines Auslöseimpulses. Vor Eintreffen des letzteren ist der Kondensator
CT im wesentlichen auf die zugeführte Gleichspannung aufgeladen. Nach der Auslösung
einer Stufe addiert sich der Entladestrom des Kondensators CT zu dem von der Gleichspannungsquelle
gelieferten Strom und beschleunigt die Auslösung der restlichen Stufen.
Beim augenblicklichen Entwicklungsstand sind Zenerdioden mit einer den einfachen Dioden D 2
gemäß F i g. 3 entsprechenden Sperr-Wiederherstellungszeit nicht verfügbar. Je eine Zenerdiode kann
jedoch durch ein Diodennetzwerk gemäß Fig. 5 ersetzt werden. Hierin ist jeweils eine Reihenschaltung
von Zenerdioden 10, deren Anzahl von der Stufenspannung abhängt, mit einem Varistornetzwerk 9 in
Reihe geschaltet, welch letzteres aus einer Antiparallelschaltung einfacher Dioden besteht. Die gesamte
Reihenschaltung ist durch eine Diode 8 mit geringer Sperr-Wiederherstellungszeit überbrückt. Die
Wirkung des Varistornetzwerks 9 besteht darin, daß ein zusätzlicher Durchlaß-Spannungsabfall in Reihe
mit den Zenerdioden erzeugt wird, so daß die Diode 8 mit Sicherheit den gesamten Strom in Durchlaßrichtung
führt.
Claims (2)
1. Elektronische Schaltvorrichtung mit mindestens einem Vierzonenthyristor, der eine erste
Zone mit einem Anodenanschluß, eine zweite Zone mit einem Anoden-Steueranschluß, eine
dritte Zone mit einem Steueranschluß sowie eine vierte Zone mit einem Kathodenanschluß aufweist,
wobei die zweite und dritte Zone eine mit einer Sperr-Wiederherstellungszeit behaftete
Grenzschicht bilden und wobei der Anoden- und der Kathodenanschluß mit einem Abschaltkreis
verbunden sind, welcher einen Sperrstrom durch die erste und vierte Zone des Thyristors treibt,
dadurch gekennzeichnet, daß der Abschaltkreis (LC) eine zwischen der dritten (P 2)
und vierten (W 2) Zone angeschlossene erste Diode (D 1), eine zwischen der ersten (P 1) und
dritten (P 2) Zone angeschlossene zweite Diode (D 2) sowie eine zwischen der zweiten (Nl) und
vierten (N 2) Zone angeschlossene dritte Diode (D 3) aufweist und daß die Sperr-Wiederherstellungszeit
der Grenzschicht (/2) geringer als die Sperr-Wiederherstellungszeit der ersten Diode
(Dl) sowie größer als diejenige der zweiten (D 2) und dritten (D 3) Diode ist.
2. Schaltvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mehrzahl von Thyristoren
in Reihe geschaltet ist und daß als zweite Diode für jeden Thyristor eine Zenerdiode vorgesehen
ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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Family Cites Families (1)
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|---|---|---|---|---|
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-
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-
1967
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- 1967-02-10 NL NL6702061A patent/NL6702061A/xx unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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