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Einwickelmaschine für Süßwaren Die Erfindung bezieht sich auf eine
Einwickelmaschine für Süßwaren mit durch umlaufende Nokken gesteuerten Mitnehmern
zur einzelnen Übergabe der auf einem Förderband herangeführten Warenstücke an die
Maschine und einem von den Warenstücken betätigten Anschlagschalter zur Auslösung
einer Blockiereinrichtung für die Mitnehmer.
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Bei einer bekannten Einwickelmaschine können die Mitnehmer nur geradlinige
Bewegungen durchführen. Sie können dagegen die einzuwickelnden Süßwaren nicht erfassen
und räumlich-dreidimensional bewegen. Der Anwendungsbereich derartiger Einwickelmaschinen
ist daher sehr begrenzt.
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Bei einer anderen bekannten Ausführung wird der einzuwickelnde Gegenstand
durch einen zangenartigen Greifer erfaßt und zweidimensional (auf einem Kreisbogen
in einer Ebene) bewegt. Das Erfassen des Gegenstandes erfolgt durch relative Drehbewegung
der beiden Zangenarme. Die Arme können daher nur Gegenstände erfassen, die sich
in ihren Abmessungen nicht allzu sehr voneinander unterscheiden. Nachteilig ist
ferner, daß bei der bekannten Ausführung die maximale Länge der Bewegung des erfaßten
Gegenstandes von der Länge der Greiferarme abhängt. Soll der Raumbedarf der bekannten
Greiferanordnung in erträglichen Grenzen bleiben, so können keine großen Bewegungen
der erfaßten Gegenstände vorgesehen werden. Nachteilig ist schließlich, daß für
das Erfassen und das anschließende Bewegen des erfaßten Gegenstandes unterschiedliche
Übertragungsorgane erforderlich sind, was den Aufbau der Maschine kompliziert.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Einwickelmaschine
der eingangs genannten Art in konstruktiv einfacher und besonders raumsparender
Weise so auszubilden, daß Gegenstände ganz unterschiedlicher Form und Abmessungen
sicher erfaßt und räumlich-dreidimensional über verhältnismäßig große Strecken bewegt
werden können.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Mitnehmer
als auf koaxial angeordneten Wellen befestigte Schieber bzw. Greifer ausgeführt
sind und die beiden koaxialen Wellen durch ihnen jeweils zugeordnete Nocken über
Hebel unabhängig voneinander axial verschiebbar und durch einen dritten Nocken über
weitere Hebel gemeinsam drehbar sind.
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Bei der erfindungsgemäßen Einwickelmaschine werden die einzuwickelnden
Süßwaren durch geradlinige Annäherung der Mitnehmer erfaßt. Es sind daher auch bei
starken Änderungen von Form und Abmessungen der Süßwaren stets einwandfreie Greifverhältnisse
gegeben. Auch die Bewegungsbahn der erfaßten Süßwaren wird durch ihre Form und Abmessungen
nicht beeinflußt.
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Wesentlich ist ferner, daß bei der erfindungsgemäßen Einwickelmaschine
die Hauptkomponente der Bewegung der erfaßten Gegenstände eine geradlinige Bewegung
ist. Ihre Maximallänge ist von den Abmessungen der Mitnehmer völlig unabhängig und
kann ohne nachteiligen Einfluß auf den Raumbedarf der Maschine sehr groß gewählt
werden.
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In konstruktiver Hinsicht ist es ferner vorteilhaft, daß das Erfassen
der Süßwaren und ihre Bewegung von einem einzigen Antrieb erfolgen. Der von den
Mitnehmern erfaßte Gegenstand kann dabei nicht nur ein- oder zweidimensional, sondern
räumlichdreidimensional bewegt werden, was zu einer wesentlichen Beschleunigung
und Vereinfachung des Einwickelvorganges beiträgt.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung veranschaulicht.
Es zeigt F i g. 1 einen Schnitt durch eine Einwickelmaschine längs der Linie I-1
der F i g. 2, F i g. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II der F i g. 1, F i g.
3 eine Seitenansicht der Blockiereinrichtung, F i g. 4 eine perspektivische Ansicht
der ganzen Einwickelmaschine, F i g. 5 und 6 perspektivische Detailansichten.
Im
Gehäuse 1 ist eine Welle 2 angeordnet, die Nocken 3, 4 und 5 trägt. Die Nocken 3
und 4 weisen an den einander zugekehrten Seiten Nuten 3 a bzw. 4 a auf, die eine
geschlossene Steuerkurve bilden.
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Der Boden 1 a des Gehäuses 1 trägt auf beiden Seiten der Welle 2 Ansätze
6 und 7, in denen parallel zur Welle 2 angeordnete Zapfen 8 und 9 gelagert sind.
Auf dem Zapfen 8 ist ein Hebel 10 gelagert, während auf dem Zapfen 9 Hebel 11 und
12 gelagert sind. Der Hebel 12 ist ein Winkelhebel, dessen Drehachse durch den Zapfen
9 gebildet wird.
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Die mit den Nocken 4 bzw. 3 zusammenwirkenden Hebel 10 und 11 tragen
Rollen 10 a, 11 a, die in die Nuten 4 a bzw. 3 a eingreifen. Am Ende
des Hebels 12 ist eine Rolle 12 a vorgesehen, die mit der Außenfläche des Nockens
5 zusammenwirkt.
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Die freien Enden 10 b, 11 b der Hebel 10 und 11 sind
gabelförmig ausgebildet. In die Hebelenden 11 b greift gelenkig über einen Zapfen
13 eine Schubstange 14 ein, die den Hebel 11 mit dem mittleren Teil 15 a eines Elements
15 verbindet, dessen Arme 15 b, 15 c Lager für eine Hohlwelle 16 bilden.
Zwischen den Armen 15 b, 15 c befindet sich eine Muffe 17, die fest mit der
Hohlwelle 16 verbunden ist, so daß sich die Welle 16 mit der Muffe 17 drehen, jedoch
nur gemeinsam mit dieser Muffe verschieben kann.
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Am anderen Ende ist die Hohlwelle 16 in einer Buchse 18 gelagert,
die an die Vorderwand 1 b des Gehäuses 1 angeschraubt ist. Zwischen der Buchse 18
und der Welle 16 befindet sich ein Dichtungsring 19, der durch einen Ring
20 in der Buchse 18 gehalten wird.
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Im äußeren Ende der Hohlwelle 16 ist ein Gleitring 21 befestigt, der
als Halterung für die später noch näher erläuterten Mitnehmer und als Lagerelement
für eine koaxial in der Hohlwelle 16 angeordnete Welle 22 dient, die in der Welle
16 frei axial verschiebbar gelagert ist. Zur Lagerung dieser inneren Welle 22 ist
in der Hohlwelle 16 am anderen Ende eine Gleitbuchse 23 angeordnet. Die innere Welle
22 ist gleichfalls mit einem Element 24 verbunden, das zwischen seinen Armen 24
b und 24 c eine mit der Welle verbundene Muffe 25 trägt. Am mittleren Teil 24 a
des Elements 24 ist eine Schubstange 26 angelenkt, die das Element 24 mit dem gabelförmigen
Ende 10 b des Hebels 10 verbindet. Das andere Ende der Welle 22 ist in einer Buchse
27 gelagert, die an die Rückwand 1 c des Gehäuses 1 angeschraubt ist.
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Auf der Buchse 18 ist eine Muffe 28 angeordnet, die eine radiale Nase
28 a besitzt, an der durch eine Schraube 29 ein Führungselement 30 befestigt
ist, dessen anderes Ende über eine Schraube 32 mit der Nase 31 a einer Muffe 31
verbunden ist, die auf der Buchse 27 frei drehbar gelagert ist.
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Der mittlere Teil 30 a des Führungselements 30 besitzt eine Nut, in
die Rollen 34, 35 eingreifen, die auf Zapfen 36, 37 der Buchsen 17, 25 sitzen. Zur
Drehung des Führungselements 30 weist die Muffe 31 eine Gabel 33 auf, in die über
ein Kugelgelenk 38 eine Zugstange 39 eingreift, deren anderes Ende über ein weiteres
Kugelgelenk 40 mit dem Ende 12 b des Hebels 12 im Eingriff steht. Da durch den Nocken
5 die Drehbewegung der Welle 22 und des Führungselements 30 nur in einer Richtung
gesteuert wird, ist für die Rückführung eine Feder 41 vorgesehen, die zwischen dem
Hebel 12 und einem an der Rückwand 1 c des Gehäuses 1 angebrachten Zapfen 42 unter
Spannung angeordnet ist.
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Die Muffe 28 ist ferner mit einer radialen Nase 28 b versehen, an
der durch eine Schraube 43 eine aus hartem Material bestehende Platte 44 in Form
eines Kreisringsektors befestigt ist. Mit der Platte 44 wirkt ein Haken 45 zusammen,
der durch Schrauben 46 an einem radialen Fortsatz 47 a einer Buchse 47 befestigt
ist, die im Innern des Gehäuses am Ende einer Welle 48 verkeilt ist. An der Buchse
47 ist ferner ein Zapfen 49 angebracht, an dem eine Feder angreift, die den Haken
45 in Eingriff mit dem Rand der Platte 44 zu halten sucht. Dadurch können sich die
beiden koaxialen Wellen 16, 22 zwar in der einen (durch den Nocken 5 gesteuerten)
Richtung drehen. Sie können sich dagegen unter der Wirkung der Feder 41 erst dann
in ihre Ausgangslage zurückdrehen, wenn die durch den Haken 45 und die kreisringsektorförmige
Platte 44 gebildete Blockierstellung aufgehoben ist.
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Am Ende der Welle 48 ist außerhalb des Gehäuses 1 ein Arm 50 befestigt,
dessen Ende 50 a knapp über eine Platte 51 hinausragt, die in Verlängerung der Oberseite
eines Förderbandes 52 angeordnet ist, das über zwei Walzen 53 läuft. Das Ende
50 a des Armes 50 ist etwas verbreitert und umfaßt im wesentlichen den ganzen
rückwärtigen Rand der Platte 51, auf welche die einzuwickelnden Süßwaren durch das
Förderband 52 geführt werden. Drückt der vorderste, einzuwickelnde Gegenstand auf
das Ende 50 a des Armes 50, so wird hierdurch die Welle 48 mit dem Haken
45 geschwenkt und die Blockierstellung der koaxialen Wellen 16, 22 aufgehoben; die
Feder 41 kann dann infolgedessen die beiden Wellen in ihre Ausgangslage zurückdrehen.
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171 g. 3 zeigt noch einen winkelförmigen Schieber 55, der mit dem
Ring 21 der Hohlwelle 16 fest verbunden ist und dessen freier Arm knapp über der
Platte 51 liegt. Dieser freie Arm besitzt eine Ausnehmung 56, der zweckmäßig nicht
länger ist als der längste, einzuwickelnde Gegenstand.
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Statt eines solchen Schiebers 55 können auch Greifer vorgesehen werden,
die den einzuwickelnden Gegenstand nicht nur ergreifen und geradlinig verschieben,
sondern gleichzeitig drehen. Diese aus den F i g. 4 und 5 ersichtlichen Greifer
57, 58 sind so geformt, daß sie sich den einzuwickelnden Süßwaren 59 gut anpassen.
Die Greifer 57, 58 sind mittels Einstellschrauben an Haltearmen 60, 61 befestigt,
die neben der Hubeinrichtung 62 angeordnet sind.
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Die Wirkungsweise der Einwickelmaschine ist folgende: Für das Einwickeln
von Süßwaren, die kein Wickelende erfordern, wird die Ausführung gemäß F i g. 3
gewählt. Der mit dem Ring 21 am Ende der Hohlwelle 16 verbundene Schieber 55 befindet
sich in seiner Ausgangsstellung in der Lage gemäß F i g. 3. Wird nun die Hohlwelle
16 durch den Hebel 11 in axialer Richtung verschoben, so führt der Schieber 55 eine
geradlinige Bewegung über der Platte 51 aus, bei der er das einzuwickelnde Produkt
verschiebt. Am Ende dieser geradlinigen Bewegung des Schiebers 55 werden die beiden
Wellen 16, 22 und damit auch der Schieber 55 durch den Nocken 5 gedreht, so daß
sich der Schieber 55 von der Platte 51 abhebt (der Haken 45 kann hierbei gegenüber
der sich im Uhrzeigersinn drehenden Platte 44 ausweichen). Der Haken 45 fällt dann
hinter der Platte 44 ein und blokkiert damit den Schieber 55 in der von der Platte
51
abgehobenen Lage. Die weiteren geradlinigen, hin-und hergehenden
Bewegungen des Schiebers 55 erfolgen im abgehobenen Zustand, bis schließlich der
nächste einzuwickelnde Gegenstand auf die Platte 51 gelangt und den Arm 50 betätigt.
Dadurch wird die Blockierstellung gelöst, so daß die Feder 41 den Schieber 55 in
seine Arbeitslage zurückschwenkt, in der er bei seiner nächsten geradlinigen Bewegung
den soeben auf der Platte 51 angekommenen, einzuwikkelnden Gegenstand verschiebt.
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Sollen mit derselben Maschine Süßwaren so eingewickelt werden, daß
Wickelenden verbleiben, so werden an den Enden der beiden koaxialen Wellen 16, 22
die Halterungen 60, 61 und die Greifer 57, 58 befestigt. Gelangt nun ein einzuwickelnder
Gegenstand auf die Platte 51, so verhindert der auf den Arm 50 ausgeübte Druck eine
Blockierung der Drehbewegung der beiden Wellen. In dieser Stellung befindet sich
das einzuwickelnde Produkt 59 zwischen den beiden Greifern 57, 58, von denen einer
mit der Hohlwelle 16 und der andere mit der koaxialen Welle 22 verbunden ist. Durch
die Drehung der beiden Nocken 3, 4 werden die beiden Wellen 16, 22 in axialer Richtung
so gegeneinander verschoben, daß die beiden Greifer 57, 58 das Produkt 59 erfassen.
Dann verschieben sich beide Greifer gemeinsam (was durch eine entsprechende Ausbildung
der Steuernuten 3 a, 4a erreicht wird), so daß das erfaßte Produkt .59 von
der Platte 51 weggefördert und in den Bereich der Hubeinrichtung 62 gebracht wird.
Hat diese Hubeinrichtung 62 das Produkt 59 erfaßt, so wird durch die Nocken 3 und
4 die Greifstellung der Greifer 57, 58 aufgehoben. Sobald die Hubeinrichtung 62
das Produkt 59 hochgehoben hat, beginnen die Wellen 16, 22 ihre Rückbewegung.