DE1276912B - Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Holzspankoerpern - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von HolzspankoerpernInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
B 29 j
Deutsche KI.: 39 a7 - 5/04
Nummer: 1276 912
Aktenzeichen: P 12 76 912.9-15 (W 36573)
Anmeldetag: 13. April 1964
Auslegetag: 5. September 1968
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Holzspankörpern, insbesondere Holzspanplatten,
aus einer Masse, die Holzteilchen und warm härtendes Kunststoffbindemittel enthält, wobei
die vorverdichtete Masse zwischen beheizte Pressenplatten gebracht, dort auf die gewünschte Enddiente
gepreßt und zum Aushärten des Kunststoffbindemittels mit überhitztem Dampf behandelt wird,
und auf eine Vorrichtung zu seiner Durchführung.
Es ist ein solches Verfahren bereits bekannt, bei dem die Holzspanplatten in einem einstufigen Preßvorgang
hergestellt werden. Hierbei wird nach Einbringen des lockeren Spanformlings in eine beheizte
hydraulische Presse die Presse in 30 Sekunden geschlossen, wobei die Holzspanmasse bereits auf
ihre Enddichte und zu einem Formling von 40 mm Dicke gepreßt wird. Danach wird der überhitzte
Wasserdampf in die verdichtete Masse eingeführt. Nachteilig ist bei diesem Verfahren, daß sich der
überhitzte Dampf in der bereits auf die Enddichte gepreßten Masse nicht gleichförmig verteilen kann,
da die Strömungswiderstände an einzelnen Stellen wesentlich größer sind als an anderen. Die Aushärtung
erfolgt dadurch in unterschiedlich intensivem Maße, weshalb letztendlich eine ungleichförmige
Dichte- und Festigkeitsverteilung im Querschnitt des Formstückes auftritt. Der eingeführte Wasserdampf
dient hier ausschließlich zum Aushärten des Kunstharzbindemittels. Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens
besteht darin, daß zum Pressen der Masse auf ihre Enddichte vor dem Einleiten des Dampfes
sehr hohe Preßdrücke erforderlich sind. Der Druckwiderstand der Holzspanmassen verläuft bekanntlich
mit zunehmender Dichte stark überlinear und nähert sich demjenigen fester Körper. Wenn die Dichte des
herzustellenden Holzspankörpers über ein gewisses Maß hinausgeht, kann das bekannte Verfahren mit
üblichen Pressen nicht mehr durchgeführt werden. Die Anwendbarkeit des bekannten Verfahrens ist daher
auf leichte und dicke Holzspankörper geringer Dichte beschränkt. Der durch zu hohe Preßdrücke
beschränkte Anwendungsbereich des bekannten Verfahrens ist daher ein zweiter Nachteil. Damit steht
schließlich als letzter Nachteil in engem Zusammenhang, daß die Pressenschließzeit mit zunehmender
gewünschter Enddichte des herzustellenden Werkstückes stark ansteigt. Eine lange Pressenschließzeit
führt dann dazu, daß die Masse an den den heißen Pressenplatten zugewandten Oberflächen bereits
durch die Berührungswärme ausgehärtet wird, während die Aushärtung im Inneren des Werkstückes
erst später durch den Dampf erfolgt. Auch dies hat Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von
Holzspankörpern
Anmelder:
Weyerhaeuser Company, Tacoma, Wash.
(V. St. A.)
Vertreter:
Dipl.-Ing. A. Grünecker
und Dr .-Ing. H. Kinkeldey, Patentanwälte,
8000 München 22, Maximilianstr. 43
Als Erfinder benannt:
Robert Ligett Corbin, Longview, Wash.;
Joseph Albert Hall, Portland, Oreg. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 22. April 1963 (274594)
eine ungleichmäßige Härte- und Dichteverteilung zur Folge.
Zweck der Erfindung ist es, das Verfahren der eingangs beschriebenen Art so auszugestalten, daß
eine gleichmäßige Aushärtung und Dichte des herzustellenden Holzspankörpers bei Anwendung geringerer
Preßdrücke erzielt wird. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Masse zwischen den
Pressenplatten zunächst ohne Dampfeinführung auf eine geringere als die Enddichte vorgepreßt, dann
der überhitzte Dampf eingeführt und zum Schluß die Masse auf die Enddichte fertiggepreßt wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Presse zunächst nur über einen Teil ihres Hubs
geschlossen. Die Masse zwischen den Pressenplatten wird dadurch verdichtet, jedoch auf einen Wert, der
geringer ist als die angestrebte endgültige Dichte des herzustellenden Holzspankörpers. Die Masse ist also
noch deutlich lockerer als im Endzustand. In diese verhältnismäßig lockere Masse wird nun der überhitzte
Dampf eingeführt. Er kann sich in ihr sehr gleichmäßig verteilen, wodurch eine rasche und an
allen Punkten des Querschnitts gleiche Aushärtung erzielt wird. Ein teilweises Vorpressen in einer ersten
Stufe ist aber nötig, um ein »Herausspülen« der Masse unter der Einwirkung des überhitzten Dampfes
zu vermeiden. Der überhitzte Dampf hat bei dem erfindungsgemäßen Verfahren jedoch nicht nur die
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Funktion, das Kunststoffbindemittel durch Wärme- tungen zur Aufrechterhaltung des Überhitzungsabgabe
auszuhärten. Vielmehr macht er die Holz- grades des im Überhitzer 2 erzeugten überhitzten
teilchen der Masse geschmeidig und nachgiebig. Dampfes versehen. Das obere Ende des Behälters 6
Wenn nun nach oder während des Einführens des weist aus Sicherheitsgründen ein Überdruckventil 7
überhitzten Dampfes die Presse weiter bis auf den 5 auf. Das untere Ende des Behälters 6 ist mit einem
endgültigen Pressenplattenabstand geschlossen wird, üblichen Ablaßrohr 8 und einem darin befindlichen
dann setzt die durch den Dampf plastifizierte Masse Ventil 9 versehen.
der Pressung einen weitaus geringeren Widerstand Der Behälter 6 ist mit einer Leitung 10 verbun-
entgegen als die noch nicht mit Dampf behandelte den, in der ein Ventil 11 angeordnet ist. Die
Masse. Der zum Erzielen der Enddichte erforderliche io Leitung 10 weist ein T-Stück 13 auf, an das wieder-Pressendruck
ist daher verhältnismäßig niedrig. Das um eine Zweigleitung 12 angeschlossen ist. Die
erfindungsgemäße Verfahren kann daher unter Be- Außenenden der Leitung 10 und der Zweigleitung 12
nutzung üblicher Pressen namentlich auch für Holz- stehen mit einer Anschlußkammer 14 in Verbindung,
Spanwerkstücke hoher Dichte angewendet werden. die sich über einer oberen heizbaren Pressenplatte 15
Die Verweilzeit des Werkstückes in der Presse ist 15 befindet. Die Kammer 14 erstreckt sich entlang des
wegen der kurzen Pressenschließzeit weitaus weniger ganzen Umfanges der Pressenplatte 15.
lang als bisher. Dadurch wird auch ein unerwünsch- Unter der heizbaren Pressenplatte 15 ist eine
tes Aushärten der Oberflächen des Werkstücks durch weitere heizbare Pressenplatte 17 angeordnet, die
die von den Pressenplatten ausgehende Berührungs- einen Stempelarm 18 aufweist, der beim Verpressen
wärme vermieden. Auch ist schließlich die Bereit- 20 einer Matte 16 zwischen der oberen und der unteren
stellung und Einführung des überhitzten Dampfes Pressenplatte mit diesem zusammenarbeitet. Der
einfacher als bei dem bekannten Verfahren. Es Arm 18 ist an eine (nicht gezeigte) hydraulische
genügt nämlich bei gleicher Enddichte des Produkts Vorrichtung angeschlossen, die den Arm nach oben
ein weitaus geringerer Druck des überhitzten Damp- und unten bewegt.
fes, der zudem wesentlich rascher in die Masse ein- 25 Somit kann der im Behälter 6 gespeicherte überdringt,
hitzte Dampf durch die Leitungen 10 bzw. 12 in die
In einer besonders günstigen Ausführungsform der Matte 16 eingedrückt werden. An die obere Pressen-Vorrichtung
zur Durchführung des erfindungs- platte 15 ist eine Dampfkammer (die in F i g. 1 nicht
gemäßen Verfahrens ist vorgesehen, daß die dem dargestellt ist) angeschlossen und mit der Kammer 14
Preßraum zugewandte Oberfläche der mit der 30 verbunden.
Dampfkammer versehenen Pressenplatte in an sich In F i g. 2 und 3 ist eine weitere Ausführungsform
bekannter Weise durch eine Sintermetallplatte mit der erfindungsgemäßen Dämpfvorrichtung dargestellt,
dampfdurchlässigen Poren gebildet ist. Die Verwen- Diese Dämpfvorrichtung ist bis auf die Tatsache, daß
dung einer Sintermetallplatte als Dampfpreßplatte bei ihr eine andere Art von Anschlußkammer Verist
deswegen für die Durchführung des erfindungs- 35 wendung findet, jener gemäß Fig. 1 ähnlich. Die
gemäßen Verfahrens besonders günstig, weil der Kammer 20 ist nun in Form eines länglichen Rohrüberhitzte Dampf durch die feinen Poren des Sinter- teiles ausgebildet, das eine Vielzahl von Leitungen
metalls gleichmäßig und in sehr feinen Strahlen in 21 aufweist, welche die Kammer 20 mit dem Indie
Spanmasse eindringt. Dadurch wird mit Sicher- neren einer Dampfpressenplatte 19 verbindet. Die
heit vermieden, daß die noch nicht auf ihre End- 40 Bodenfläche der Platte 19 ist mit mehreren Öffnundichte
gebrachte und daher verhältnismäßig lockere gen 22 versehen, durch die der überhitzte Dampf in
Spanmasse örtlich »ausgespült« wird. die Matte 16 eingespeist werden kann. Die in einer
Ausführungsbeispiele einer Vorrichtung zur Durch- Bodenplatte 28 der Dampfpressenplatte 19 Vorführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in gesehenen Löcher 22 dienen zur Verbreitung des
den Zeichnungen dargestellt. Darin zeigt 45 Dampfes und zur gleichmäßigen Verteilung des
F i g. 1 eine perspektivische Übersicht über eine überhitzten Dampfes in der ganzen Matte 16.
Vorrichtung zur Verpressung von Preßholzplatten Fig..4 zeigt eine weitere Ausführungsform einer
gemäß der Erfindung, erfindungsgemäßen Dampfpressenplatte. Die Dampf-
F i g. 2 eine perspektivische Ansicht einer oberen pressenplatte 19 weist dabei eine mit ihrer unteren
Preßplatte, 5° Fläche verschraubte Sintermetallplatte 24 auf. Die
F i g. 3 eine Draufsicht der oberen Preßplatte mit Sintermetallplatte 24 weist eine Vielzahl feiner Öffweggebrochenen
Teilen, um innere Einzelheiten zu nungen auf, durch die der überhitzte Dampf strömen
zeigen, und kann. Wie aus Fig.4 ersichtlich, weist die Dampf-
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht einer weiteren pressenplatte 19 einen oberen Wandteil 26, Seiten-Ausführungsform
der Preßplatte, wobei Teile der 55 wandteile 27 und einen unteren Wandteil 28 mit den
Platte weggebrochen sind, um innere Einzelheiten zu Öffnungen 22 auf. Der obere Wandteil 26 zusammen
zeigen. mit dem unteren Wandteil 28 und den Seitenwand-
Die in den Zeichnungen im allgemeinen mit 1 teilen 27 bilden eine Kammer 25, die durch in der
bezeichnete Dampfpreßvorrichtung weist einen Über- Seitenwand 27 vorgesehenen Öffnungen 23 mit der
hitzer 2, der durch ein Rohr 3 mit einer (nicht 60 Anschlußkammer 14 in Verbindung steht,
gezeigten) Dampfquelle verbunden ist, auf. Der Ist die Matte 16 zwischen die untere Pressenplatte
Überhitzer 2 besteht aus dem üblichen wärme- 17 und die obere Dampfpressenplatte 19 gebracht,
gedämmten Behälter und einer (nicht gezeigten) wird der in die Anschlußkammer 14 eingeführte
Heizvorrichtung zum Überhitzen des Dampfes. Ein Dampf in der Matte 16 gleichmäßig verteilt, da die
Rohr 4 mit einem darin angeordneten Ventil 5 ver- 65 Löcher 22 in der unteren Oberfläche der Bodenplatte
bindet den Überhitzer 2 mit einem Vorratsbehälter 6. 28 der Kammer 25 gleichmäßig verteilt sind. Darüber
Der Vorratsbehälter 6 ist mit den üblichen (nicht hinaus muß der Dampf durch die Sintermetallplatte
gezeigten Wärmedämmungsmitteln und Heizvorrich- 24 strömen, die zu einer noch feineren Ausbreitung
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des Dampfes und zu seiner gleichmäßigen Verteilung 70,4 kg/cm2. Bei der Verpressung der Matte 16 wird
in der ganzen Matte 16 dient. die untere Pressenplatte 17 durch den Widerstand
Die somit erhaltene Preßholzplatte 16 weist eine der Matte 16 vor Erhalt der gewünschten Dicke anglattere
Oberfläche auf, als wenn sie ohne Sinter- gehalten. Wenn die Matte 16 dem Druck der unteren
platte 24 gefertigt wäre. 5 Pressenplatte 17 ausgesetzt ist, wird das Ventil 11
Als Ausgangsstoffe zur Herstellung der Matte 16 geöffnet, und überhitzter Dampf strömt unter einem
können verschiedene zerkleinerte bzw. pulverförmige Druck von etwa 3,52 bis 10,56 kg/cm2 und bei etwa
lignozellulosehaltige Teilchen Verwendung finden. 27,8 bis 250° C Uberhitzungstemperatur durch die
Es sind zwar z. B. Sägemehl, Sägespäne, Flocken kleinen Löcher 22 in der Bodenplatte 28 der Dampfoder
Holzmehl sowie verschiedene auf chemischem io pressenplatte 19. Beim Strömen des überhitzten
Wege hergestellte Holzschliffmassen brauchbar, jedoch Dampfes durch die Matte 16 wird diese plastifiziert,
wird vorzugsweise zerfasertes Holz verwendet. Dieses Anschließend setzt sich die Schließbewegung der
kann aus beliebigen geeigneten Materialien erhalten unteren Pressenplatte 17 fort und verdichtet die
werden, wie z. B. Zuckerrohr, Stroh, Baumrinde Matte 16 auf die gewünschte Dicke. Der überhitzte
od. dgl, vorzugsweise jedoch direkt aus dem Holz 15 Dampf strömt 1 bis 30 Sek. in die Matte, worauf das
verschiedener Baumarten. Ventil 11 geschlossen wird. Nach insgesamt ungefähr
Das Harzbindemittel für die Holzteilchen kann aus 15 bis 300 Sek. wird die Matte 16 von der unteren
einem beliebigen in Wärme aushärtenden Kunstharz Pressenplatte entfernt und stellt eine vollständig aus-
und vorzugsweise aus Harnstofformaldehyd oder gehärtete und erstarrte Hartfaserplatte dar. Der vereinem
Phenolformaldehydkunstharz bestehen. Das 20 brauchte überhitzte Dampf im Behälter 6 wird durch
jeweils zu verwendende Bindemittel wird je nach neuen Dampf ersetzt, der vom Überhitzer 2 durch
Festigkeit, Härte und Oberflächeneigenschaften usw. öffnen des Ventils 5 dem Behälter zugeleitet wird,
gewählt, welche die fertige Preßholzplatte aufweisen Es muß darauf hingewiesen werden, daß der Übersoll, hitzte Dampf, welcher der gelochten Platte von der
gewählt, welche die fertige Preßholzplatte aufweisen Es muß darauf hingewiesen werden, daß der Übersoll, hitzte Dampf, welcher der gelochten Platte von der
Im allgemeinen wird die erfindungsgemäße Preß- 25 Kammer 14 zugeführt wird, in die Matte eindringt
holzplatte nach den folgenden Richtlinien hergestellt, und aus ihren Kanten entweichen kann. Bei An-
wobei das Ausgangsmaterial beispielsweise Holz ist: wendung dieses Verfahrens werden in den Pressen-
1. Schritt: Vorbereitung einer Holzpulvermasse platten übernormale Temperaturen und im Dampf
aus mechanischem oder chemischem Holzschliff, ein hohes Maß an Überhitzung aufrechterhalten.
Hobelspänen, Sägemehl oder fertigen Holzflocken. 30 Eine sehr gute Preßholzplatte kann mit einer kurzen
2. Schritt: Bearbeitung der natürlichen Holz- Dampfeinführungszeitspanne hergestellt werden. Darzellstoffmasse
durch weitere mechanische oder ehe- über hinaus ist die bei den im Zusammenhang mit
mische Vorgänge, Sortierung und Trocknen. den herkömmlichen Verfahren verwendeten hohen
3. Schritt: Beimischen des gewählten warm härten- Temperaturen der Pressenplatten entstehende schädden
Harzes bzw. der Harze zum Binden der Teilchen. 35 liehe Wirkung infolge der durch das vorliegende Ver-Dieser
Arbeitsgang kann in einer beliebigen der fahren erzielten kurzen Verpressungszeitspanne vervielen
Schritte des Verfahrens stattfinden. mieden. Da ein hohes Maß an Überhitzung bei-
4. Schritt: Herstellung einer aus den Teilchen be- behalten wird und die Temperaturen der Pressenstehenden, dicken Filzmatte mit geringer Dichte. platten hoch sind, kann der Dampf in der Matte
5. Schritt: Vorverdichten der Matte zur Erleichte- 40 nicht kondensieren und hinterläßt daher keine
rung ihrer Handhabung. Feuchtigkeit, die nachträglich zu entfernen wäre.
Wünscht man nun aus der Matte 16 eine fertige Die innere Temperatur der Matte wird durch Wärme-Preßholzplatte
zu erhalten, verfährt man wie folgt: abgabe des überhitzten Dampfes an die Holzteilchen
Der Überhitzer 2 wird mit einer geeigneten (nicht rasch erhöht. Die hohen Temperaturen der Pressengezeigten)
Dampfquelle mittels des Rohres 3 ver- 45 platten dienen dazu, diese Temperaturhöhe aufrechtbunden.
Der Dampf wird in der erforderlichen Weise zuerhalten, so daß zusätzliche Dämpfung unnötig ist.
überhitzt und durch Rohr 4 und Ventil 5 dem Vor- Zur Erläuterung der durch das vorliegende Verratsbehälter
6 zugeleitet. Die Uberhitzungstemperatur fahren erzielten Wirkung muß man sich den Vorgang
kann zwischen 44 und 250° C liegen. Daraufhin eher als Leitungswärmeübertragung vorstellen. Der
wird eine im Behälter 6 befindliche (nicht gezeigte) 50 überhitzte Dampf kondensiert nicht, es wird keine
Heizvorrichtung betätigt, um die Temperatur des im Verdampfungswärme verwendet, und der Dampf
Behälter 6 gespeicherten, überhitzten Dampfes auf strömt durch die Matte von der Mitte aus in Richder
Höhe zu halten, die im Überhitzer 2 erhalten rung auf ihre Kanten und erhitzt die Mattenelemente
wurde. lediglich durch Konvektion.
Die Matte 16 wird dann auf die untere Pressen- 55 Das erfindungsgemäße Verfahren kann ferner an
platte 17 gelegt. Der hydraulische Stempelarm 18 Hand des nachstehenden Beispiels näher erläutert
wird durch den (nicht gezeigten) hydraulischen werden.
Motor nach oben bewegt und bringt die Matte in Douglastannenteilchen wurden mit einem Harn-
die Nähe der oberen Dampfpressenplatte 15 bzw. 19. stofformaldehydharz besprüht und in einen Form-
Es ist ersichtlich, daß sowohl die obere erhitzte 60 kasten gegeben. Die Teilchen wurden zum Erhalt
Pressenplatte 15 bzw. 19 als auch die untere erhitzte einer zu behandelnden Matte kalt verpreßt. Der
Pressenplatte 17 mit Dampf erhitzt werden kann. Die Feuchtigkeitsgehalt der Matte betrug 8 % bei ihrer
obere und die untere Pressenplatte 15 bzw. 17 Einführung in die Formpresse. Die Preßplatten
können auf eine Temperatur bis 204° C erhitzt wurden auf 204,4° C erhitzt. Die Dampfpressenplatte
werden. 65 enthielt 2,38-mm-Löcher, die in einem Abstand
Die untere Pressenplatte 17 wird dann gehoben von 50,80 mm voneinander angeordnet waren. An
und verpreßt die Matte 16 etwa 1 bis 60 Sek. lang die Dampfpressenplatte war eine Dampfleitung von
bei einem Druck zwischen etwa 3,52 und etwa einem Überhitzer angeschlossen. Die Matte wurde
bei einem Druck von 21,12 kg/cm2 während 30 Sek.
verpreßt. Daraufhin wurde das Ventil 11 geöfinet, und unter einem Druck von 3,52 kg/cm2 stehender
überhitzter Dampf bei 148,85° C strömte durch die kleinen öffnungen 22 der Dampfpressenplatte und in S
die Matte hinein. Nach 5 Sek. wurde das Ventil geschlossen. Die Innentemperatur der Matte stieg von
21 bis 165,5° C in 2 Sek., worauf die Presse weiter geschlossen wurde. Die Erhitzung bzw. die Wärmebehandlung
fand ohne Zunahme des Gewichts der Matte statt. Nach 120 Sek. Gesamtzeit wurde eine
19,05 mm dicke, 0,637 kg/dm3 dichte Hartfaserplatte der Presse entnommen, die vollständig ausgehärtet
und verfestigt war.
Es ist ersichtlich, daß erfindungsgemäß Trockendampf für die Konvektionsübertragung der Hitze in
die Matte 16 verwendet wird. Ausschließlich Wärme wird verwendet, um die Verfestigung der Matte durch
Plastizierung des lignozellulosehaltigen Materials zu fördern und die verwendeten wannhärtenden Bindemittel
auszuhärten. Dampf und verdrängte Luft entweichen aus den Kanten der Matte, da infolge der
Verwendung hoher Dampfeinspritzdrücke während kurzer Zeitspannen eine Druckdifferenz gebildet wird.
Durch rasche Erhöhung der Innentemperatur der Matte, wie oben erwähnt, wurde das lignozellulosehaltige
Material durch die Hitze des überhitzten Dampfes plastifiziert und dann schneller und gleichmäßiger
verpreßt, als dies bei den herkömmlichen Verfahren möglich war, bei denen gewöhnlicher
Dampf verwendet wurde.
Es ist ersichtlich, daß die bevorzugte erfindungsgemäße Ausführungsform innerhalb des Erfindungsgedankens, deren Einzelheiten oben beschrieben
wurden, geändert werden kann, so z. B. durch Ver-Wendung kanellierter Dampfpressenplatten.
Claims (7)
1. Verfahren zum Herstellen von Holzspankörpern, insbesondere Holzspanplatten, aus einer
Masse, die Holzteilchen und warmhärtendes Kunststoffbindemittel enthält, wobei die vorverdichtete
Masse zwischen beheizte Pressenplatten gebracht, dort auf die gewünschte Enddichte gepreßt und zum Aushärten des Kunststoffbindemittels
mit überhitztem Dampf behandelt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse zwischen den Pressenplatten zunächst
ohne Dampfeinführung auf eine geringere als die Enddichte vorgepreßt, dann der überhitzte
Dampf eingeführt und zum Schluß die Masse auf die Enddichte fertiggepreßt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse beim Einführen des
überhitzten Dampfs unter einem Druck von etwa 3,5 bis 70 kg/cm2 steht.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch, gekennzeichnet, daß die Masse vor dem
Einführen des überhitzten Dampfs dem Druck von etwa 3,5 bis 70 kg/cm2 etwa 1 bis 60 Sek. lang
ausgesetzt wird.
4. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
überhitzte Dampf beim Einführen in die Masse unter einem Druck von etwa 0,35 bis 10,5 kg/cm2
steht.
5. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
überhitzte Dampf während 1 bis 30 Sek. in die Masse eingeführt wird.
6. Verfahren wenigstens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse nach dem
Einführen des erhitzten Dampfs in etwa 15 bis 300 Sek. auf die Enddichte fertiggepreßt wird.
7. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 6, mit einer
ein Paar heizbarer Pressenplatten aufweisenden Presse und einer Dampfkammer an wenigstens
einer der Pressenplatten, die über Dampfdurchlaßöffnungen in der Pressenplatte mit dem Preßraum
in Verbindung steht und an eine Einrichtung zum Erzeugen überhitzten Dampfes anschließbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Preßraum zugewandte Oberfläche der mit der Dampfkammer versehenen Pressenplatte in
an sich bekannter Weise durch eine Sintermetallplatte mit dampfdurchlässigen Poren gebildet ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1056 358.
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1056 358.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
809 599/446 8.68 © Bundesdruckerei Berlin
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