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Verfahren und Schaltanordnung zur Trennung der Gebührenimpulse des
Orts- und Selbstwählferndienstes im Gebührenanzeiger auf der Teilnehmerseite nach
Orts-, Fern- und Auslandsverkehr Bei der im Fernsprechdienst zur Zeit angewandten
Technik werden die im Selbstwählorts-, Fern- und Auslandsdienst anfallenden Gebühreneinheiten
in Form von Gebührenimpulsen dem Gesprächszähler in der Ortsvermittlung zugeführt,
und zwar in der Reihenfolge des Einfalles. Vom Gesprächszähler werden sie nacheinander
aufaddiert, gleichgültig ob es sich um Gebühreneinheiten für Orts-, Fern- oder Auslandsgespräche
handelt.
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Vom Gesprächszähler oder vom Zählrelais des 1. Gruppenwählers
dieser Ortsvermittlungsstelle aus werden die Gebührenimpulse unmittelbar an den
Gebührenanzeiger des Teilnehmers zur Zeit in 16-kHz-Impulsen weitergegeben. Die
Fernsprechgebühren können also weder in der Ortsvermittlungsstelle noch im Gebührenanzeiger
des Teilnehmers getrennt nach verschiedenen Diensten nachgewiesen werden.
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Es ist durch die deutsche Auslegeschrift 1115 312
ein Verfahren
bekannt, nach dem in der Vermittlungsstelle die Zählstromkreise an der Stelle umgeschaltet
werden, an der die Gesprächszähler angeordnet sind, die Gesprächszähler zum Registrieren
der Gebühren für unterschiedliche Arten der Nachrichtenübennittlung durch ein und
dieselbe zentrale Einrichtung fortgeschaltet werden und den unterschiedlichen Gebührentarifen
entsprechend unterschiedliche Gebühreneinheiten markieren.
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Eine Aufschlüsselung der Gebühreneinheiten an zentraler Stelle in
der örtlichen Vermittlungsstelle stellt jedoch einen tiefen Eingriff in die Technik
der Vermittlungseinrichtungen (zentrale Mitleseeinrichtungen und Anschaltewerke)
und dessen räumlichen Aufbau dar, nicht weil sich die Technik der Gebührenimpulsgabe
deshalb grundsätzlich ändert, sondern weil dadurch die bewährte Anordnung der Gesprächszähler
in Hundertergruppen auseinander gerissen wird und damit dem Verfahren, die Zählerstände
fotografisch aufzunehmen und maschinell in Rechnern auszuwerten, jede Grundlage
entzogen ist. In den meisten Ortsvermittlungsstellen ist es auch aus räumlichen
Gründen nicht mehr möglich, die notwendigen Aufschlüsselungseinrichtungen, insbesondere
aber die zusätzlichen Gesprächszähler, in fotograflerbaren Gruppen geordnet unterzubringen.
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Die Aufschlüsselung der Gebühreneinheiten nach diesem Verfahren dient
in erster Linie dazu, an zentraler Stelle die Gebühreneinheiten nach Diensten zu
registrieren, um sie am Monatsende dem Teilnehmer getrennt in Rechnung stellen zu
können. Die Maßnahme ist um so fraglicher, als die Gebühreneinheiten über die Anschlußleitung
(im Fall eines Fernsprechanschlusses mit Gebührenanzeiger) doch wieder zusammengefaßt
übertragen werden müssen. Dem Teilnehmer ist daher mehr gedient, wenn die Gebühren
nicht in der örtlichen Vermittlungsstelle aufgeschlüsselt und am Monatsende zugestellt,
sondern unmittelbar während oder am Ende des Gesprächs, schritthaltend im Takt der
Gebührenimpulse der Verzonungseinrichtung über die Teilnehmeranschlußleitung zum
Gebührenanzeiger gegeben und erst dort in -einer besonderen Einrichtung aufgeschlüsselt
und angezeigt werden. Damit wären alle eingangs geschilderten Schwierigkeiten umgangen.
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Die Erfindung hat ein Verfahren und eine Schaltungsanordnung für Femmeldeanlagen
zur Trennung der über die Teilnehmeranschlußleitung zum Gebührenanzeiger der Teilnehmerstelle
verlaufenden nicht aufgeschlüsselten Gebührenimpulse des Orts-und Selbstwählferndienstes
nach Orts-, Fern- und Auslandsverkehr und Anzeige dieser Gebührenanteile durch mechanisch
getrennte Zählwerke, die über ein Mitlesewerk mittels besonderer Schaltmittel und
Weichen gesteuert werden, zum Gegenstand, die den Mangel in dieser Hinsicht beseitigt
und den Teilnehmerwünschen entspricht. Erfindungsgemäß wird das dadurch erreicht,
daß diese Gebührenaufschlüsselungs- und -anzeigeeinrichtung bei der Teilnehmerstelle
eingesetzt ist und daß das Mitlesewerk die verkehrsbestimmende erste bzw. die verkehrsbestimmenden
ersten beiden vom Teilnehmer gewählten Impulsreihen der Wahlinformationen (die Verkehrsausscheidungsziffern)
aufnimmt und diese Teilinformation
dazu benutzt ' über die
besonderen Schaltmittel die Weichen derart einzustellen, daß die während oder am
Ende der Gespräche von der Zentrale über die Teilnehmeranschlußleitung bei der Teilnehmerstelle
eingehenden Gebührenimpulse je nach Stellung dieser Weichen das Zählwerk für Ortsgespräche
oder für Ferngespräche oder für Auslandsgespräche, jeweils aufgeschlüsselt nach
der Gesprächsart, markieren. In der Vermittlungsstelle sind keine Eingriffe erforderlich.
Auf der Teihiehmerseite ist es gleichgültig, ob der Gebührenanzeiger an Hauptanschlüssen,
Anschlüssen von Nebenstellenanlagen oder an Nebenstellenvermittlungen angeschlossen
ist.
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Der Gebührenanzeiger beim Teilnehmer ist vor dem Fernsprechapparat
in die Anschlußleitung des Fernsprechanschlusses eingeschleift. Ihn durchlaufen
also die vom Fernsprechapparat ausgehenden Wahlinformationen. Die erste Ziffer oder
die ersten Ziffern dieser Wahlinformationen, die Verkehrsausscheidungsziffer(n),
sind das Kriterium für die gewünschte Verkehrsebene (Orts-, Fern- oder Auslandsverkehr).
Es ist naheliegend, dieses Kriterium an dieser Stelle zu benutzen, um die Gebühren
aufzuschlüsseln. Fallen z.B. die Ziffern 1 bis 9 an erster Stelle,
so verbleibt die Verbindung im Ort, fällt die Ziffer 0, so handelt es sich
um eine Fernverbindung im Inland und fallen die Ziffern 00, dann wünscht
der Teilnehmer eine Auslandsverbindung. Werden diese Ziffern im Gebührenanzeiger
mitgelesen, so läßt sich daraus im Gebührenanzeiger ein Kriterium ableiten, mit
dem getrennte Zählwerke für Orts-, Fern- und Auslandsverkehr angeschaltet werden
können. Der eingestellte Zustand bleibt für die Dauer des Gesprächs erhalten. Die
ankommenden Gebührenimpulse gelangen, je nach Weichenstellung, auf einen
Zähler für Ortsgespräche, für Ferngespräche oder für Auslandsgespräche. Nach dem
Gespräch wird automatisch, z. B. durch Auflegen des Handapparates, oder von Hand
der Zustand Null wiederhergestellt.
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Ein Ausführungsbeispiel ist in der Abbildung in schematischer Weise
dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es gilt auch in abgewandelter
Form für Verfahren mit codierter Zählimpulsgabe.
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Die erste oder die ersten beiden vom Fernsprechapparat des Teilnehmers
FeAp in Richtung Vermittlungsstelle YStW ausgehenden Ziffern der Wahlinforination
werden von einer Mitleseeinrichtung, die mit dem übertrager ül in die Anschlußleitung
eingeschleift ist, mitgelesen. Die Mitleseeinrichtung enthält im wesentlichen ein
Zählglied (Zählröhre, Zählrelais, elektronisch arbeitender Zählstromkreis). Dargestellt
ist eine Zählröhre Z l.
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Treffen in der Zählröhre Z 1 bei der ersten Wahlserie ein bis
neun Wahlimpulse ein, so spricht nach einer kurzen Verzögerungszeit das im Anodenkreis
dieser Röhre liegende Relais Sl an. Es schaltet mit seinem Kontaktsll die Mitleseeinrichtung
von der Leitung ab und hält sich über seinen Kontakts12. Die Mitleseeinrichtung
hat ihre Aufgabe erfüllt. Die folgenden Wahlimpulse zum Aufbau der Ortsverbindung
berühren sie nicht mehr. Der nach dem Gespräch einlaufende 16-kl-Iz-Ortsgesprächs-Zählimpuls
gelangt an einen 16-kI-1Z-Empfangskreis, der mit dem übertrager V2 an die Anschlußleitung
angeschaltet ist. Der Zählimpuls wird gegebenenfalls verstärkt (nicht gezeichnet),
mit dem Gleichrichter Gl gleichgerichtet und dem Gebühreneinheitenzähler
0 für Ortsgespräche zugeführt. Mit dem Auflegen des Handapparates durch den
Teilnehmer öffnet sich automatisch die Taste T (sie kann auch von Hand betätigt
werden), damit fällt der Anker des Relais Sl ab, und die Mitleseeinrichtung ist
wieder betriebsbereit.
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Trifft in der ZählröhreZ1 bei der ersten Wahlserie die Ziffer
0, also zehn Wahlimpulse, ein, dann spricht verzögert das F-Relais an. Das
F-Relais trennt mit seinem Kontaktfl den Kathodenstromkreis der Zählröhre Zl auf,
hält sich mit seinem Kontakt f2 über seine Zweitwicklung, schaltet mit Kontaktf3
den Gebühreneinheitenzähler für FerngesprächeF an den 16-kHz-Empfangskreis und legt
mit seinem Kontakt f 4 die Zählröhre Z 2 an den Mitleseempfangskreis. Folgt der
Ziffer 0 als nächste eine der Ziffern 1 bis 9, d. h. also,
wünscht der Teilnehmer ein Inlands-Ferngespräch, dann wird der Elektronenstrahl
in der Zählröhre Z 2 auf die Elektroden 1 bis 9
gesteuert. Das im Anodenstromkreis
dieser Elektroden liegende Relais S2 spricht an, trennt die Mitleseeinrichtung
mit seinem Kontakts21 von der Anschlußleitung und hält sich mit seinem Kontakt s
22 bis zum Einhängen des Teilnehmers. In der Mitleseeinrichtung ereignet sich bei
der weiteren hnpulsgabe nichts mehr. Die während des Gesprächs einlaufendenGebührenzählimpulse
gelangen überden 16-kHz-Empfangskreis, den Gleichrichter Gl, den umgelegten Kontakt
f 3 auf den Gebühreneinheitenzähler F für Ferngespräche. Mit dem Einhängen
des Teilnehmers wird, wie beschrieben, der Ursprungszustand wieder hergestellt.
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Während die Orts- und Ferngespräche mit einer Ziffer, Ziffer
1 bis 9 oder 0, unterschieden werden, müssen bei Auslandsgesprächen
zwei Ziffern, die Ziffern 00, ausgewertet werden. Sollen die Gebühren der
Auslandsgespräche von denen der Ferngespräche getrennt werden, dann ist die zweite
Zählröhre Z 2 nötig, die die zweite vom Teilnehmer gewählte Ziffer verarbeitet.
Für den Fernverkehr braucht man sie nicht, der f 1-Kontakt liegt dann nicht im Kathodenstromkreis,
sondern im Steuerkreis der Zählröhre Z 1.
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Ist die Mitleseeinrichtung so geschaltet, daß sie als zweite gewählte
Ziffer eine 0 aufnehmen kann, dann spricht über die ZählröhreZ2 das RelaisA
an. Es hält sich über den Kontakta2 und seine ZweitwicklungA. Der Kontaktal schaltet
den GebühreneinheitenzählerA für Auslandsgespräche an den 16-kHz-Empfangsstromkreis,
und der Kontakt a3 trennt die Mitleseeinrichtung von der Anschlußleitung endgültig
ab. Die während des Gesprächs einlaufenden Gebührenimpulse werden dem GebühreneinheitenzählerA
zugeführt. Nach dem Gespräch wird durch Auftrennen des Stromkreises über T der Ruhezustand
wie in den vorigen Fällen wiederhergestellt.
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Durch die Erfindung wird die Voraussetzung geschaffen, daß die Gebühreneinheiten
beim Teilnehmer getrennt nach Orts-, Fern- bzw. Auslandsgesprächen nachgewiesen
werden können. Eine derartige getrennte Nachweisung der Femsprechgebühren ist nach
Teilnehmeräußerungen ein dringendes Bedürfnis. Die Einrichtungen in der örtlichen
Vermittlungssteffe bleiben unberührt. Auch an der übertragung der Gebührenimpulse
über die Teilnehmeranschlußleitung ändert sich nichts. Die Gebührenimpulse können
im Gebührenanzeiger des
Teilnehmers, also praktisch an der Quelle
der verkehrsbestimmenden Wahlinformation, mit einfachen, individuell vorzusehenden
Mitlesemitteln aufgenommen und ausgewertet werden.
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Der Fernsprechteilnehmer kann die aufgeschlüsselten Gebühren während
des Gesprächs verfolgen. Die Mitleseeinrichtung im Gebührenanzeiger des Teilnehmers
ist einfacher als die in der örtlichen Vermittlungsstelle (keine Mitleseeinrichtungen
und Anschaltewerke) und auch sinnvoller angeordnet. Eine individuelle Zuteilung
hat außerdem den Vorteil, daß sie nur dem Teilnehmer zugeordnet zu werden braucht,
der sie wünscht. Nur dieser Teilnehmer erhält dann auch die 16-kHz-Gebührenimpulse
der örtlichen Vermittlungsstelle zugeschaltet.