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Doppelförderer für die steile Lagerung und die gleichzeitige getrennte
Förderung verschiedener Materialien Die Erfindung betrifft einen Doppelförderer
für die steile Lagerung und die gleichzeitige getrennte Förderung verschiedener
Materialien, wobei der zweite Förderer an der versatzseitigen Seitenwand des die
Kohle aufnehmenden Förderers befestigt ist und aus einem zweitrumigen stauscheibenartigen
Förderer besteht, der mit über die Länge verteilt angeordneten, durch Deckel verschließbaren
Entladeöffnungen versehen ist.
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Bei der bekannten Bauart dieses Doppelförderers handelt es sich um
die Kombination eines übereinanderliegende Trume besitzenden Kratzerförderers mit
einem an der Seitenwand dieses Förderers befestigten Versatzförderer, dessen Untertrum
rohrartig ausgebildet ist, während das Obertrum die Querschnittsform einer Rohrhälfte
aufweist, die oberseitig offen ist und bodenseitig Austragöffnungen besitzt deutsche
Patentschrift 962 415). Es ist bekannt, daß der Bergmann solche zur Kohle- oder
Bergeförderung bestimmten Förderer zum Transport von Ausbauteilen wie Kappen und
Stempel, jedoch auch für größere Bauteile benutzt. Sofern die Kohle- oder Bergeförderung
für die Zeit des Transportes von Ausbauteilen od. dgl. nicht grundsätzlich eingestellt
werden kann, werden solche Ausbauteile auf die transportierte Kohle oder auf die
Berge gelegt. Einerseits ist ein Förderungsausfall die Folge, im anderen Fall treten
Erschwerungen beim Abnehmen der Ausbauteile von einem verhältnismäßig schnell transportierenden
Förderer auf. Verluste von oft wertvollen Elementen solcher Ausbauteile sind unvermeidbar.
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Hinsichtlich des Transportes von Ausbaumaterialien besteht bei diesen
Doppelförderern kein Unterschied zu den Einzelförderern, die über- oder nebeneinanderliegende
Trume aufweisen können. Bei diesen Förderern ist es bekannt, gegebenenfalls beide
Trume zu Förderzwecken zu verwenden. In einem Trum auftretende Störungen wirken
sich naturgemäß sofort im Nachbartrum gleichermaßen ungünstig aus (deutsches Gebrauchsmuster
1 723 528 und 1 868 313, deutsche Patentschrift 571445). Bei einem der letztgenannten
Gattung entsprechenden Bremsförderer sollten die im Obertrum flachliegend geführten
Bremsklappen zum Transport von Holz oder sonstigem Material verwendet werden. Das
Auflegen und Abnehmen der in dieser Weise transportierten Ausbaumaterialien ist
nicht ungefährlich.
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Bekannt sind Rutschen mit zwei durch eine Scheidewand unterteilten
Trumen für die wahlweise oder gleichzeitige Abwärtsbeförderung von Kohle und Berge,
wobei das Kohlefördertrum über dem Bergefördertrum und zu dessen oberseitigen Abschluß
vorgesehen ist. Das Bergefördertrum weist über die Länge verteilt angeordnete Entleerungsöffnungen
auf, die durch scharnierartig angelegte Klappen verschließbar sind (deutsche Patentschrift
1108159).
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Auch bei Einkettenförderern mit einem seitlich versetzten rohrförmigen
Rücklauftrum ist es bekannt, in der Wandung dieses Rücklauftrums nur Seitenöffnungen
vorzusehen und diesen Verschlußklappen zuzuordnen (Patentanmeldung G 10 405 5/b/40).
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die für den Strebausbau,
insbesondere in der steilen Lagerung, erforderlichen Bauteile unabhängig von der
Kohle- und Bergeförderung dem Bergmann zuzubringen bzw. für den Bergmann in Bereitschaft
zu halten.
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Demgemäß kennzeichnet sich die Erfindung dadurch, daß der zweite Förderer
als über die Fördererlänge reichendes, aus zwei übereinanderliegenden kanal-bzw.
rohrartigen Fördertrumen bestehendes Depot für Ausbauteile ausgebildet ist, dessen
bewegliche Sammelkammern in beiden Trumen an seitlichen verschließbaren Entnahme-
bzw. Beladeöffnungen vorbeibeweglich sind.
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Bei der Erfindung handelt es sich um die Lösung eines Problems, das
bei den vorbekannten Bauarten nicht berührt ist. Wie schon gesagt, kann man in jedem
Förderer, und zwar in einem Kohlenförderer und auch in einem Versatzförderer, größere
Bauteile mitfahren lassen. Infolge der bekannten Schwierigkeiten und Nachteile handelt
es sich aber nur um Behelfslösungen.
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Entsprechend der besonderen Aufgabenstellung handelt es sich bei
der Bauart nach der Erfindung um die Schaffung eines Spezialförderers, der bei seiner
Zuordnung zum normalen Kohlenförderer infolge der verhältnismäßig kleinen Kanalquerschnitte
einen geringen Platzbedarf hat. Die Übereinanderanordnung der beiden kleinen Kanäle
erlaubt die gleichzeitige Ausnutzung beider Kanäle für die Lagerhaltung von Ausbauteilen,
so daß auf gesamter Streblänge die Ausbauteile in einer gewissen geschützten Bereit-
schaftsstellung
gehalten werden können. Ein solches nach dem Prinzip eines Förderers aufgebautes
Depot mit in Streblängsrichtung beweglichen Kammern garantiert jederzeit einen ausreichenden
Nachschub an Ausbauteilen.
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Eine zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung kennzeichnet sich
dadurch, daß die Schüsse des zweiten Förderers ein etwa E-förmiges Profil mit übereinander
angeordneten Förderkanälen besitzen, wobei deren geschlossene Seite an dem aufwärts
gerichteten Schenkel eines winkelrinnenartigen Förderers befestigt ist. Ein solcher
Doppelförderer ist im Aufbau einfach und erlaubt die Wahl einer geringen Gesamtbaubreite.
Die Verschluß deckel werden in der an sich bekannten Weise scharnierartig aufklappbar
an den freien Enden der Schenkel des E-förmigen Profils der Fördererschüsse befestigt.
Diese abgeklappten Deckel bilden rampenartige Leitflächen, die das Herausnehmen
der Ausbauteile aus dem Förderer vereinfachen und dazu beitragen, daß die Ausbauteile
in einen genügenden Abstand vom Förderer gelangen.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung können die Schenkel des
E-förmigen Profils der Schüsse fächerartig, und zwar zur Scharnierseite hin divergierend,
angeordnet werden. Diese sich nach der Entleerungsseite hin erweiternden Kammern
unterstützen ein schnelles und gefahrloses Herausnehmen der Ausbauteile. Gegenüber
dem Hangenden sind jeweils beide Trume geschlossen, so daß kein Verschütten bzw.
Zuschütten eintreten kann.
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Weitere bauliche Besonderheiten des Doppelförderers nach der Erfindung
sind nachstehend in der Beschreibung des Ausführungsbeispiels behandelt. In der
Zeichnung zeigt Fig. 1 einen Bremsförderer mit zugeordnetem Förderer für Ausbaumaterialien
im Querschnitt, Fig. 2 einen Abschnitt des Förderers gemäß F i g. 1 von der Seite
des Versatz- bzw. Bruchfeldes her, F i g. 3 und 4 ein Anwendungsbeispiel des Förderers
nach F i g. 1 und 2 in der steilen Lagerung.
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Auf der dem Kohlenstoß abgewendeten, d. h. dem Versatz- oder Bruchfeld
zugewendeten Seite des vertikalgerichteten Schenkels 3 der Winkelrinne 1 ist ein
zusätzlicher FördererlO zur Beförderung von Ausbaumaterialien vorgesehen und befestigt.
Der zusätzliche Förderer besteht aus Abschnitten bzw. Schüssen 9, die ein etwa E-förmiges
Profil mit übereinander angeordneten Förderkanälen besitzen. Diese Fördererschüsse
9 sind in einem solchen Abstand vom Liegenden angeordnet, daß ein Zwischenraum verbleibt,
welcher die Köpfe von Rückzylindern aufnimmt und den Anschluß dieser Rückzylinder
an Konsolen, Laschen od. dgl. der Rückseite der Winkelrinne erlaubt.
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In dem aus den E-förmigen Schüssen gebildeten Förderer 10 ist eine
endlos umlaufende Kette oder ein sonstiges Zugmittel angeordnet, an dessen beiden
übereinanderliegenden Trumenll und 11' Mitnahme-bzw. Tragflächen 12 in geeigneten
Abständen befestigt sind. Der Abstand zwischen den Tragflächen 12 wird derart gewählt,
daß Stempel bzw. Kappen unbehindert gefördert werden können.
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Die Schenkel 2 der E-förmigen Schüsse können zueinander parallel
angeordnet sein, vorzugsweise wird aber eine fächerartige, und zwar nach der Versatzseite
hin divergierende, Lage gewählt, wodurch sich vergrößerte Öffnungen zwischen den
Schenkeln des
Profils ergeben, die eine Entnahme der größeren Baumaterialien erleichtern.
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Den offenen Längsseiten des E-förmigen Profils sind Verschlußdeckel
13 und 14 zugeordnet, die mittels Scharnier 6 an den äußeren Enden der Schenkel
des Profils befestigt sind. Die Scharniere werden zweckmäßig an den unteren Deckellängskanten
vorgesehen, so daß die Deckel in der Offenstellung eine rampenartige Lage haben.
Den Deckeln werden Riegel 5 zugeordnet, damit die Trume des Förderers 10 kanal-
bzw. rohrartig geschlossen gehalten werden können.
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Die Verschlußdeckel werden in den Endbereichen 15 bzw. 16 abgesetzt
bzw. gekröpft und mit diesen Teilen auf zwischen den Schenkelenden der E-Profile
vorgesehene Querstrebenl7 abgestützt, derart, daß die Innenseiten der Streben und
die zwischen den Kröpfungen liegende Verschlußdeckelfläche eine glatte Gleitfläche
bilden. Die in den kanal- bzw. rohrartigen Trumen des Förderers 10 geführten Tragflächen
12 erhalten bezüglich ihrer größten Breite und Höhe solche Abmessungen - gegebenenfalls
auch Formen -, die weitestgehend mit den diesbezüglichen Querschnittsabmessungen
der Förderkanäle übereinstimmen. Es werden dadurch größere Spaltbildungen vermieden
und damit auch ein Durchrutschen oder Festklemmen von Ausbaumaterialien 4 verhindert.
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Auf dem oberen Schenkel des Profils des Förderers 10 können Kabel
oder Druckluft- bzw. Flüssigkeitsrohre 7 verlegt werden.
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Die Beschickung des Förderers 10 kann in der aus F i g. 3 und 4 ersichtlichen
Weise von der Kopfstrecke 19 her, jedoch auch von der Förderstrecke 20 aus erfolgen.
Die kanal- bzw. rohrartigen Trume des Förderers 10 sind zur Kopfstrecke und auch
zur Förderstrecke hin offen und werden außerdem so ausgebildet, daß die zu befördernden
Ausbauteile leicht eingeschoben bzw. herausgenommen werden können.
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In dieser Lage passieren die Ausbaumaterialien sämtliche Entnahmebereiche.
Die Ausbauelemente, die im Streb nicht gebraucht und daher an den seitlichen Entnahmestellen
nicht herausgenommen werden, fallen am Ende ihres Fördertrums, d. h. in der oberen
oder unteren Strecke, heraus. Es können in dieser Weise aber auch beispielsweise
beim Einbau beschädigte Elemente mittels des Förderers 10 nach einem Strebende zurückgeführt
werden.
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Der zur Förderung von Ausbaumaterialien dienende FördererlO kann
von dem Winkelförderer gelöst werden und läßt sich an Strebstempeln oder sonstigen
Teilen des gesetzten Ausbaues abstützen und notfalls auch allein verwenden. Dabei
kann seine geschlossene Rückseite der Arbeitsmannschaft als Arbeitsbühne dienen.