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Vorrichtung zur selbsttätigen Wahl der Drehzahl von Abspielgeräten
für plattenförmige Schallaufzeichnungen Zusatz zum Patent: 1231454 Das Hauptpatent
betrifft eine Vorrichtung zur selbsttätigen Wahl der Drehzahl von Abspielgeräten
für plattenförmige Schallaufzeichnungen, bei der die Umschaltung der Drehzahl durch
eine Abtasteinrichtung eingeleitet wird, die eine auf der Schallplatte angeordnete
ringförmige Markierung abtastet, deren Durchmesser für jede Drehzahl eine andere
Größe hat. Die Abtasteinrichtung besteht hierbei aus einem Lichtband, das die Schallplatte
radial überdeckt. Die auf die jeweilige Markierung auftreffenden Lichtstrahlen werden
dann reflektiert und von einer Fotozelle aufgefangen, die über ein Relais den zugehörigen
Drehzahlumschalter betätigt.
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Die Erfindung bezweckt, den Gegenstand des Hauptpatentes weiter auszugestalten,
und schlägt vor, die ringförmigen Markierungen aus einem den elektrischen Strom
leitenden oder aus einem magnetischen Material herzustellen und die Abtasteinrichtung
mit elektrischen oder magnetischen Kontakten zu versehen, die bei Berührung der
ringförmigen Markierung geschlossen werden. An die Stelle der Lichtabtastung tritt
also eine elektrische oder magnetische Abtastung der Markierungsringe, die dementsprechend
aus einer Metallfolie oder einem magnetisierten Band, z. B. einem Magnettonband
bestehen.
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Nach der Erfindung kann die Abtasteinrichtung den Plattenteller radial
überdecken und eine Reihe von Kontaktpaaren aufweisen, die jeweils den Markierungsringen
unterschiedlicher Durchmesser zugeordnet sind. Nach dem Auflegen einer neuen Platte
wird die Abtasteinrichtung dann auf den in Ruhe befindlichen oder rotierenden Plattenteller
abgesenkt, wobei dasjenige Kontaktpaar geschlossen wird oder derjenige Tonabnehmerkopf
anspricht, der dem auf der Schallplatte angeordneten Markierungsring entspricht
und die jeweilige Drehzahl einstellt.
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Nach der Erfindung können die Kontakte der Abtasteinrichtung auch
auf einem Schwenkarm angeordnet sein, der neben dem Plattenteller gelagert ist und
dessen Winkelstellung die einzustellende Drehzahl bestimmt. Hierbei ist es besonders
zweckmäßig, die Kontakte der Abtasteinrichtung an dem Schwenkarm des Tonabnehmers
selbst anzuordnen. Hierdurch wird das Auflegen der Schallplatten auf den Plattenteller
in keiner Weise behindert, was für solche Abspielgeräte wesentlich ist, bei denen
die Platten von oben her auf den Plattenteller aufgelegt werden. Da der Tonabnehmerschwenkarm
bei den gebräuchlichen Abspielgeräten zunächst über die halbe Plattenbreite schwenkt,
um den Plattentellerantrieb einzuschalten, kann er hierbei gleichzeitig die Lage
des jeweiligen Markierungsringes abtasten, so daß der Motor gleich mit der richtigen
Drehzahl anläuft.
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Da für die Markierungsringe in der Mitte des Plattentellers nur ein
begrenzter Raum zur Verfügung steht und die Durchmesser der verschiedenen Drehzahlen
zugeordneten Markierungsringe nur verhältnismäßig wenig voneinander abweichen, so
daß auch die Winkeldifferenz des Tonabnehmerschwenkarmes bei Berührung verschiedener
Markierungsringe verhältnismäßig klein ist, wird nach der Erfindung weiterhin vorgeschlagen,
den Schwenkarm des Tonabnehmers mit einem Kontaktarm fest zu verbinden, der sich
unterhalb des Plattentellers im Apparategehäuse befindet und eine Kontaktplatte
überstreicht, auf der die den verschiedenen Durchmessern der Markierungsringe entsprechenden
Kontakte angeordnet sind. Die Länge des Kontaktarmes kann hierbei größer sein als
die Länge des Tonabnehmerschwenkarmes. Der Abstand der Kontakte auf der Kontaktplatte
kann dann wesentlich größer sein als der radiale Abstand der ihnen zugeordneten
Markierungsringe auf der Platte untereinander, so daß eine präzise Schaltung ermöglicht
wird.
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Damit die Abtastkontakte das Abspielen der Schallplatte nicht behindern
oder die Wiedergabe stören, ist nach der Erfindung in einer Aussparung
an
der Unterseite des Tonabnehmerschwenkarmes ein gegen die Schallplattenoberfläche
ausschwenkbarer Tastarm angeordnet, der die Abtastkontakte trägt und während des
Abspielens der Schallplatte durch einen Elektromagneten od. dgl. in seiner unwirksamen
Lage gehalten wird. Nur dann, wenn der Tonabnehmerschwenkarm über den Plattenteller
schwenkt, um den Plattentellerantrieb einzuschalten, wird der Elektromagnet stromlos,
so daß der Tastarm nach unten ausschwenken kann und mit seinen Kontakten über die
Platte streicht. Sobald jedoch der Plattentellerantrieb eingeschaltet wird, zieht
der Elektromagnet den Tastarm wieder an, so daß dieser im Innern des Tonabnehmerschwenkarmes
verschwindet und nicht im Wege ist, wenn sich der Tonabnehmerschwenkarm mit seiner
Abspielnadel auf die Platte niedersenkt.
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Die Erfindung wird durch die Zeichnungen an Hand zweier Ausführungsbeispiele
näher erläutert, und zwar zeigt F i g.1 einen Plattenspieler nach der Erfindung
in einer Draufsicht, F i g. 2 den Gegenstand der F i g.1 in einem senkrechten Schnitt
und teilweise in einer Vorderansicht nach Linie II-II, wobei für die Erfindung nicht
wesentliche Teile fortgelassen sind, F i g. 3 ein anderes Ausführungsbeispiel eines
Plattenspielers nach der Erfindung in einer Draufsicht, F i g. 4 den Gegenstand
der F i g. 3 in einer Vorderansicht und teilweise geschnitten nach Linie IV-IV.
In den Zeichnungen ist mit 10 das Apparategehäuse eines Plattenspielers bezeichnet,
auf dem der Plattenteller 11 drehbar gelagert ist, der die Schallplatte 12 trägt.
Ein gewöhnlicher Tonabnehmerschwenkarm, der zum Abspielen der Schallplatte 12 dient,
ist mit 13 bezeichnet.
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Auf der Schallplatte 12 ist ein Markierungsring 14
mit Durchmesser
a aus einer den elektrischen Strom leitenden Metallfolie aufgeklebt. Der Durchmesser
a dieses Markierungsringes 14 ist .der Drehzahl zugeordnet, mit der die Platte
abgespielt werden soll. Platten mit anderer Abspielgeschwindigkeit tragen ebensolche
Markierungsringe 15 und 16, die in F i g.1 und 3 durch strichpunktierte Linien angedeutet
sind und unterschiedliche Durchmesser b und c haben.
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Oberhalb des Plattentellers ist ein im Apparategehäuse 10 heb- und
senkbarer Abtastbügel 17 gelagert, der den Plattenteller 11 radial überdeckt und
seiner Unterseite drei Paare von elektrischen Kontakten 18, 19, 20 trägt, die den
Markierungsringen 14, 15 und 16 unterschiedlichen Durchmessers zugeordnet sind.
Jedes der Kontaktpaare 18, 19 und 20 liegt im Stromkreis je eines Relais D, E, F,
denen Kontakte d, e, f zugeordnet sind, die im Stromkreis 21 des Plattenteller-Antriebsmotors
22 parallel geschaltet sind, der von einer Stromquelle 23 gespeist wird. Hierbei
sind in die Leitungen 24, 25 und 26,
mit denen die Kontakte
d, e, f an den Stromkreis 21 des Motors 22 angeschlossen sind, unterschiedliche
Widerstände O, P und Q eingeschaltet.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Nach dem Auflegen
der Platte 12 auf den Plattenteller wird der Abtastbügel 17 auf die Schallplatte
12 abgesenkt. Durch den auf der Platte angeordneten metallischen Markierungsring
14 werden die Kontakte 18 kurzgeschlossen, und das Relais D wird erregt. Das Relais
D schließt den Kontakt d und der Motor 22 läuft mit der der Schallplatte
zugeordneten Drehzahl an.
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Wird eine Platte aufgelegt, auf die ein Markierungsring 15 aufgeklebt
ist, so wird beim Absenken des Abtastbügels 17 der Stromkreis des Relais E geschlossen.
Dieses Relais schließt dann den Kontakt e, und der Motor 22 läuft mit einer geringeren
Drehzahl an, da in die Leitung 25, über die nunmehr dem Motor 22 Strom zugeführt
wird, der Widerstand P eingeschaltet ist.
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Nach dem Einschalten des Plattentellerantriebes wird der Abtastbügel
17 wieder von der Schallplatte abgehoben, damit er den Abspielvorgang nicht behindert,
der in gewöhnlicher Weise vor sich geht.
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Bei dem in F i g. 3 und 4 dargestellten Ausführungsbeispiel fehlt
der Abtastbüge117. Statt dessen trägt der Tonabnehmerschwenkarm 13 selbst an seiner
Unterseite einen Tastarm 27, der mit einem Kontaktpaar 28 versehen ist. Der Tastarm
27 ist in einer unterseitig offenen Aussparung 29 des Tonabnehmerschwenkarmes 13
bei 30 nach unten ausschwenkbar gelagert und wird während des Abspielvorganges von
einem Elektromagneten 31 in der Aussparung 29 gehalten.
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Die Welle 32 des Tonabnehmerschwenkarmes 13 durchdringt die obere
Abdeckung des Apparategehäuses 10 und ist an ihrer Unterseite mit einem Kontaktarm
33 fest verbunden, der länger ist als der Tonabnehmerschwenkarm selbst und der über
eine unterhalb des Plattentellers 11 im Apparategehäuse 10 angeordnete Kontaktplatte
34 hinwegstreicht, die drei Kontakte 35, 36 und 37 trägt, die den Kontakten
18, 19 und 20 der Ausführungsform nach F i g.1 und 2 entsprechen.
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Wenn der Tonabnehmerschwenkarm 13 aus seiner Ruhelage in Richtung
des Pfeiles 38 über den Plattenteller 11 schwenkt, um den Plattentellerantrieb 39
einzuschalten, ist der Elektromagnet 31 stromlos. Der Tastarm 27 ist aus der Aussparung
29 nach unten ausgetreten, und seine Kontakte 28 tasten die Schallplatte 12 ab.
Gleichzeitig gleitet der mit dem Tonabnehmerschwenkarm 13 fest verbundene Kontaktarm
33 auf der Kontaktplatte 34 entlang. Sobald die Kontakte 28 den Markierungsring
16 erreichen, liegt auch der Kontaktarm 33 über dem Kontakt 37. Der Lokalstromkreis
wird hierdurch geschlossen. Wie weiter oben näher beschrieben, wird hierdurch ein
zu diesem Kontakt gehöriges Relais F erregt und durch Schließen eines Kontaktes
f der Antrieb eingeschaltet, der der Drehzahl der abzuspielenden Platte entspricht.
Gleichzeitig erhält der Elektromagnet 31 wieder Strom und zieht den Tastarm 27 an,
der hierdurch in seine Aussparung 29 zurückschwenkt und dort so lange verharrt,
bis der Abspielvorgang beendet ist und der Tonabnehmerschwenkarm nach dem Auflegen
einer anderen Schallplatte wieder über den Plattenteller schwenkt, um das Gerät
von neuem einzuschalten.
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Die Erfindung ist nicht auf die Ausführungsbeispiele beschränkt. Beispielsweise
können die Markierungsringe auch aus einem magnetisierten Band bestehen, wobei dann
statt der Kontakte 18, 19, 20 und 28 je ein Magnetkopf anzuordnen ist. Die Kontakte
35, 36 und 37 könnten statt auf einer Kontaktplatte im Apparategehäuse auch auf
dem Umfang des Zapfens angeordnet sein, um den der Tonabnehmerschwenkarm schwenkt.
Die auf diesem Schwenkzapfen
sitzende Hülse des Tonabnehmerschwenkarmes
müßte dann mit einem Schleifkontakt versehen sein.